Nr io Drittes Blatt________________Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Mittwoch, 23. Zanuar 1955
TMe di°s°7hrtg7 große FachLartetagung । gleichwertig. Die erste Viertelstunde sah sogar die
Nachdruck oerboten!
15 j^ortteRuny
„Dein Vater!" , ...
Das alles wühlte noch letzt Frau Steinbrucks krankes Herz auf und quälte sie.
Sie wollte sprechen, wollte Gerlinde mitteilen — aber ihre Lippen schlossen sich wieder. Sie brachte nicht die Kraft auf, Gerlindes ahnungsloses Seelchen zu beunruhigen.
Und doch — heute hatte Frau Steinbrück zum ersten Male das untrügerische Gefühl gehabt, daß ihre Tage gezählt seien. Was wurde dann mit Gerlinde? Sollte sie ihr doch die Augen offnen, ihr alles erzählen? t „ ... _.. s
Nein, ich muß schweigen — das kann nicht Sunde sein! marterte sich die geprüfte Frau. Ich kann Gerlindes reinem Herzen nicht den Glauben an die Menschen zerstören. Ich kann sie nur Gott anoer-
Bäume, Fichte, Buche und Esche, sind sehr empfindlich gegen Sauerstoffentzug, sie vertragen keine Erdanschuttung an ihren Stämmen und gedeihen nicht auf Böden mit stauender Nässe.
In unmittelbarem Zusammenhang mit der Atmung oder Dissimilation, steht jener Teil der Ernährungsweise eines Baumes, den wir als Assimilation bezeichnen. Unsere Bäume haben die Fähigkeit mit Hilfe der grünen Blätter unter Mitwirkung der Energie des Sonnenlichtes die Kohlensäure, die zu 0,03 v. H. in der Luft enthalten ist, aufzunehmen und zu Kohlenhydraten, d. h. zu Zucker Stärke, Zellulose und Holz zu verarbeiten. Aus Licht und Luft entsteht so die grundlegende Masse eines Baumes, die 50 v. H. der Trockensubstanz ausmacht: der K o h l e n st o f f. Wir haben hier einen bedeutenden Unterschied in der Lebensweise zwischen Tier und Pflanze vor uns, der für das ganze Leben auf der Erde von ungeheurer Bedeutung ist. Kein tierisches Wesen ist imstande, längere Zeit nur von Wasser, Licht und Luft zu leben, Bäume und Sträucher aber vermögen dies, ohne dabei zu verhungern. Dennoch bedürfen sie zu ihrem gesunden Gedeihen noch einer Menge anderer Stoffe. Diese entziehen sie mit Hilfe der Wurzel in Form von gelösten N ä h r s a l z e n dem Boden. Auch die Beschaffung des Stickstoffes zum Aufbau der Eiweißstoffe ist Aufgabe der Wurzeln und geschieht an vielen Stellen in Gemeinschaft mit Bakterien und kleinsten Pilzen.
1900 - Kastrier Sportclub 03.
Am kommenden Sonntag wird Gelegenheit gegeben sein, wieder einmal eine der nordhessischen Gauligamannschaften im Kampf gegen die Mannschaft der Spieloereinigung 1900 zu sehen. Die Kasseler werden im stärkster Formation erscheinen, und zwar mit Ziehe; Engelhardt, Bellmöte; Methe, Roßbach, Israel; Markert, Kellner, Süß, Peter, Klein. Die Spielvereinigung 1900 wird dem Gegner in bewährter Aufstellung gegenübertreten.
Ein Handballtreffen steigt bereits am Vormittag. Die Handball-Liga der Spielvereinigung er- wartet die Mannschaft des Turnvereins Wetzlar, den vorjährigen Gaumeister.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1900 II — Großen-Vuseck I 2:3 (2:1).
Die Großen-Bufecker mußten bei dieser Begegnung auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe erfahren, daß die Blauweißen keinesfalls gewillt waren, den Sieg zu verschenken. Obwohl 1900 durch zahlreichen Spielerausfall nur eine Verlegenheitself auf den Plan brachte, war das Treffen jederzeit ausgeglichen und ein Sieg im umgekehrten Verhältnis wäre auch nicht unverdient gewesen. Die Gäste zeigten jedenfalls als angehender Meisterschaftsanwärter keine dementsprechenden Leistungen. Die Gäste gingen in Führung, da Letsch im 1900er-Tor wieder einmal versagte. Jäckel riß dann durch zwei Treffer die Führung an die Blauweißen, und so blieb der Stand bis zehn Minuten vor Spielschluß. Dann erst kam Großen-Buseck zum Ausgleich und dann noch vor Torschluß durch einen Schnitzer von K. Schneider zum knappen Sieg.
1900 1. Jugend — Leihgestern 1. Jugend.
Nachdem der durch das Los bestimmte Gegner Heuchelheim infolge Erkrankung einiger Spieler zum Meifterfchaftsentfcheidungsfpiel nicht antrat, erklärte sich die Spielvereinigung bereit, gegen Leihgesterns erste Jugend auf dem Waldfportplatz des VfB.-Reichsbahn anzutreten (Leihgestern hatte Freilos gezogen). Doch wider Erwarten trat nun auch Leihgestern nicht an. Den Bestimmungen der
Wie die Führung der Deutschen Turnerschaft mitteilt, findet in den Tagen vom 28. Februar bis
- Wer einmal zur Winterzeit durch unsere Walder gewandert ist, der wird empfunden haben, wie unendlich still und feierlich es im winterlichen Walde ist Kaum einen Laut hört man ringsum. Verstummt sind die fröhlichen Sänger, ganz leise und . fern nur wispert das immer emsige und geschäftige Meisenvolk bei der Nahrungssuche in den Kronen und Stämmen der Bäume, selten nur unterbricht das harte Hämmern des Spechtes die feierliche Stille und nur, wenn der Mensch ihn beunruhigt, warnt Markwari, der Häher, alles Getier im schwei- qerrden Walde. Erstarrt ist alles Pflanzenleben. Kahl strecken die Laubhölzer ihre dürren Aeste und. Zweige in die Luft. Bäume und Sträucher bedürfen wie Mensch und Tier ebenfalls des Ausruhens. Tief unten im warmen Schoß der Mutter Erde schläft das Leben. Wenn des Winters Herrschaft vorüber ist, werden die Säfte wieder steigen, wird der große Kreislauf von den Wurzeln bis zu den höchsten Spitzen wieder machtvoll beginnen. Das Wunder des werdenden Lebens wird uns in jedem Jahre von neuem zum inneren Erlebnis. Was das Leben ist, vermag kein Mensch zu sagen und zu erklären. Erforschen aber und schauen können wir, wie sich die einzelnen Lebensvvr- g ä n g e in den Pflanzen vollziehen und an ihnen voll Ehrfurcht und Bewunderung die geheimnisvolle Kraft ahnen,, die solches alles erschaffen und
trauen, der ein Vater der Witwen und Waisen ist! dachte sie endlich ruhiger.
Gerlinde saß noch immer am Bett der Mutter, ohne ein Wort zu sprechen.
„Laß mich jetzt allein, Lindekind! Es ist nur besser, wie du siehst. Ich möchte jetzt schlafen!" sagte
Gauwintertreffen des Turngaues Nordheffen auf dem Hoherodskopf. Das Gauwintertreffen des Turn- qaues Nordheffen findet am 26. und 27. Januar auf dem Hoherodskopf statt. Den Wettkämpfen am Sonntag geht am Samstagabend eine Sitzung der Kreisschneelaufwarte voraus, die der Vorbereitung der Wettkämpfe gilt und auch Aufklärung bringt über die Gestaltung der Fachschaft Schneelauf in dem Fachamt Schneelauf des Reichsbundes für Leibesübungen.
Als Wettkämpfe find ausgeschrieben Langläufe in allen Klaffen, Hindernis- A b f a h r t s l a u f in allen Klaffen. Dazu kommen Scherzwettkämpfe und Spiele auf Schneeschuhen. Außerdem findet während des ganzen Tages ein Lehrgang für Anfänger statt, den Lehr- wart Hoffmann (Friedberg) leitet. Die Oberleitung hat der DT.-Gaufchneelaufwart D e u t e r (Fulda). Obmann für Langlauf ist Kreisschneelauf- wart Dr. Wilhelm Loh (Gießen), Obmann für Hindernis-Abfahrtslauf H. Schilling (Hanau).
Große Fachwarteiagunq der DT.
der DT. in Hamburg statt. Es nehmen daran teil die Fachwarte der DT. und die Gauoberturnwarte und Fachwarte der 16 deutschen Turngaue.
Handball im Kreis VIII (Lahn-Dill).
Schiedsrichleransehungen für den 27. Januar.
Atzbach — Krofdorf (Zörb, Großen-Linden); Launsbach — Dorlar (Schäfer, Dutenhofen); Wißmar — Lollar (Wallenfels, Allendorf a. d. Lda.).
Gauklasse:
To. 47 Wetzlar — Tb. Kirchbauna 10:9 (7:4): Wetzlar nahm in diesem Spiel knapp Revanche für die im Vorspiel erlittene Niederlage und hat damit seine Position weiter verbessert. Den Leistungen entsprechend mußte das Resultat höher ausfallen.
Kreisklasse:
Io. Pohl-Göns I — VfB.-Reichsbahn Ib 9:4 (5:2).
Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTH E M ETZN ER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).
Betrachtungen im schlasendenWinterwald
Von den Lebensvorgängen in unseren Bäumen.
Von Erhard Fischer.
die oben in den Blättern entstehen, nach den tiefer» ! liegenden Wurzeln vorzustellen, unerklärlich aber i erscheint die Leitung der Nährstoffe und des Was- i fers von den Wurzeln zu den Blättern, : vor allem, wenn wir bedenken, daß diese Leitung i im Sommer bei starker Verdunstung mit ansehnlicher Geschwindigkeit erfolgen muß und bei unseren Waldbäumen oft bedeutende Strecken zu überwinden hat. Noch ist es unserer Wissenschaft nicht eindeutig gelungen, die Kräfte zu erklären, die als Druck- und Zugwirkungen für diesen Wassertransport in Tätigkeit treten. Das Herz der Bäume ist noch unentdeckt.
Nicht minder wunderbar und verwickelt als all diese Vorgänge sind die allgemeinen Wachstumserscheinungen. Das Längenwachstum beruht auf der Tätigkeit eines Teilungsgewebes an den Vegetationsfpitzen, das Wachsen in die Dicke geht zurück auf die Teilungsfähigkeit des Bastge- webes, das zwischen Holz und Rinde eingeschaltet ist. Die Arbeit dieses Gewebes erfolgt in unseren Breiten periodisch. Nach der winterlichen Ruhe beginnt es im Frühjahr, wenn die Säfte steigen, zu arbeiten, bildet große, weite Gefäße, die zum Herbst hin immer kleiner und enger werden. Auf diese Weise entsteht eine scharfe Grenze zwischen dem weiten lockeren Frühholz und dem dichten, festen S p ä t h o l z. Die Grenzlinien nennen wir Jahresringe und können an ihnen das Alter unserer Bäume bestimmen.
Die Bedeutung all dieser Lebensvorgange für Mensch und Tier'ist ungeheuer groß. Unsere Bäume Sträucher und Pflanzen liefern durch ihre Fähigkeit, die Kohlensäure der Luft zu verarbeiten, die für unseren Organismus lebenswichtigen Kohlehydrate. Sie wirken gleichzeitig durch diese Tätigkeit als Luftfilter, indem sie das für unsere Atmungsorgane schädliche Kohlendioxyd dem Lust' gemenge entziehen. Durch die Regelung ihres Wasserhaushaltes bringen sie Ordnung und Gleichmäßigkeit in die Wasserverhältnisse der Ackerboden und sorgen für ein gemäßigtes und gesundes Klima. : Wenn wir nun mit diesen Erkenntnissen wieder durch den schlafenden Winterwald wandern, rotffen wir, welch geweihtes Heiligtum unserer Erde wir
Als sie endlich oben eintrat, blieb in der Wohnung alles still. f. .
Ein heftiger Schreck durchzuckte Gerlinde.
Gisela war in die Verdi-Diele gegangen, vermutete sie richtig. Aber die Mutter? Wo war die Mutter, die ihr sonst immer so freudig entgegeneilte? . .. o-,
Gerlindes Augen schwammen in Tranen. Ihr Herz klopfte wie wahnsinnig. Auch, während sie bei Gersheim alles vergeßen hatte, war hier viel- leicht etwas geschehen, etwas Schreckliches ... Gerlindes Phantasie arbeitete nun fieberhaft.
Bebend drückte sie die Klinke der Tür nieder, die in das kleine Schlafzimmer der Mutter führte.
Da'
Gerlinde schrie auf und stürzte an das Bett der geliebten Mutter. ~ ri „ __
Mütterchen, Mütterchen! Du liegst zu Bett? Was ist' dir? Bist du kränker geworden?"
Stoßweise kamen die Worte von ihren Lippen.
Nichts — nichts, mein Kleines. Ich habe mich nur ein bißchen hingelegt. Es wurde mir plötzlich so schwarz vor den Augen. Ich dachte, ich wurde hinschlagen. Habe mich aber noch schnell bis hierher geschleppt. Es ist schon besser. Sei ruhig, Lmd- chen! Mein dummes Herz, es vertragt nicht mehr so recht Erregungen!" kam eslleise von Frau Steinbrücks Lippen. r ...
Die kleine Nachttischlampe warf ihren matten Schein über das Gesicht der Mutter, und Gerlinde konnte ganz deutlich sehen, - wie die Augen der Kranken von Tränen getrübt waren.
, Aber was ist denn, Mütterchen? Ich glaubte, nun sei bei uns endlich — endlich alles gut. Ich verkaufe den Wagen. Wir haben Geld. Du fährst in die Berge und machst dein krankes Herz wieder ganz, ganz gesund'" v.
Gerlinde zwang sich mit aller Gewalt zu diesem
zuversichtlichen Ton. .
„Ach, meine Linde", kam es wie ein Seufzer über Frau Steinbrücks Lippen. „Du bist ja gut. Das weiß ich doch. Aber — Gifa!"
Mutti! Was ist mit Gisa? Was soll denn mit Gisa fein? Du machst dir gewiß unnötige Kopfschmerzen. Ich weiß ja, unser Mütterchen neigt immer ein bissel zum Grübeln. Gisa ist doch glücklich über ihr Engagement. Sie hat doch einen schönen Anfang ihrer Künstlerlaufbahn...
„Oh, mein Kind — du siehst ja nicht Ich — ich habe ja solche Angst um Gisela!" schrie Frau Steinbrück gequält auf...
spät in der Nacht aus der Verdi-Diele heimkam, schlief Gerlinde schon lange tief und fest.
Gerlinde sah nicht den müden Zug im Gesicht der Schwester, sie sah nicht die Schatten unter Giselas eigentümlich brennenden Augen. Nichts sah sie von alledem, was die Mutteraugen sahen — und sich deuteten.
Sie wußte auch nicht, daß Gisela em kostbares Armband nach Hause gebracht hatte, das beträchtlichen Wert besaß.
„Von einem Stammgast!" hatte sie der Mutter lächelnd erklärt. _ r
Heute aber hatte Gisela eine Aeußerung getan, die der Mutter tief ins Herz schnitt. Es hatte wieder, wie so oft mit Gisela in den letzten Monaten kleine Spannungen aus nichtigem Anlaß gegeben. Plötzlich war Gisela herausgeplatzt:
„Daß du es nur weißt, Mutter. Kann sein, daß ich'bald hier weggehe. Ich habe glänzende Beziehungen bekommen. Man will mir ein Engagement nach Paris vermitteln. Es ist selbstverständlich, daß ich das nicht abschlage."
„Nach Paris?" hatte die Mutter mit bangem Herzen zurückgefragt.
„Ja, Mutti! Was ist dabei? Der Weg zum Ruhm! Der Prophet gilt bekanntlich nichts in feinem Lande. Denk' mal, wenn ich dann aus Paris zurück- komme, dann hab' ich erst Chancen — vorher nicht! Um mich braudjt ihr euch nicht zu kümmern. Hast ja deine Linde, Mutter, das weiße Schäfchen, den Engel. Ich war doch immer nur das schwarze ^^Gisela!" hatte Frau Steinbrück bestürzt erwidert „Halt' ein! Bedenk' doch, was du redest! Geh nach Paris — geh, meinetwegen — metm das Gottes Wille ist. Aber — schon einer ist nicht wiedergekommen aus diesem Sündenbabel — schon einer ist dort untergegangen!" hatte die Mutter schluchzend hervorgestoßen.
„Wer?" hatte Gisa gefragt.
Sekunden war beklemmendes, angstvolles Schweigen im Zimmer gewesen. Dann hatte Frau Steinbrück tonlos gesagt:
erdacht hat. r, . (
Bäume und Sträucher sind wie Menschen und ( .. Tiere lebendige Wesen mit einer bestimmten Orga- , nifation. Sie' bestehen aus vielen tausend kleinen und kleinsten Zellen, die alle ihnen genau zuge- , teilte Aufgaben zu. erfüllen haben. Diese Zellen ; enthalten das Protoplasma, das der Träger ; des Lebens und der Schauplatz aller Lebensvor- , Länge ist. Unsere Bäume atmen, indem sie Sauer- . hoff aufnehmen und Kohlensäure, ausscheiden, sie ernähren sich in wunderbarer Weise, sie wachsen und entwickeln sich, sie besitzen eine große Empfindlichkeit gegen . Reize aller Art und können sich den äußeren Lebensbedingungen bis zu gewissen Grenzen anpassen. Untersuchen wir die stoffliche Zusammensetzung eines Baumes, so stellen wir fest, daß viele Elemente — Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Kalium. Calcium, Magnesium, Eisen — an seinem Aufbau beteiligt und für sein Gedeihen unbedingt notwendig sind. Wie nehmen unsere Bäume alle diese Stoffe auf, wie ernähren sie sich überhaupt, da sie doch weder Mund noch Zähne noch Magen : besitzen, wie erfolgt die Ausnahme und der Transport der riesigen zu ihrem Leben nötigen Wasser^ mengen, und wie können sie atmen, ohne doch in dem Besitz von Lungen zu sein?
Die notwendigste ßebensbebmgung aller Organismen ist die Atmung. Sie . erwirkt die Erzeugung von Lebensenergie, der Wärme,, und findet bei allen Bäumen Tag und Nacht, Sommer und Winter statt Bäume und Sträucher atmen nicht nur mit Hilfe der Blätter, sondern durch fast alle.lebenden ' . Zellen ihres. Körpers. Der zur Atmung benötigte ? Sauerstoff wird den Zellen durch feinste ^Spa tost- nungen zugeführt. In den blättern erfolgt gleichzeitig mit der Atmung am Tage die Aufnahme und Verarbeitung der in der Luft enthaltenen Kohlensäure^ während des Nachts solche ungenutzt ausqeschieden wird. Wird die Atmung eines Bay- mes durch Entfernung all seiner Blatte^ den lebhaftesten Atmungsorganen, oder durch Erdanschut- hingen oder Ueberflutung unterdrückt, so fangt er an zu kümmern und muß schließlich aus Säuerst o f f m a ngel zugrunde gehen. Manche
Ger/inde schwieg. Sie wußte nicht, was sie hier erwidern sollte. Leise streichelte sie der Mutter
Ach, die kleine dumme Muz, sie sah wieder ein- m@erlinbe ahnte nicht, daß die Mutter mit ihren Befürchtungen recht hatte - denn wenn Gisela
Beide Mannschaften traten komplett an. Pohl- Göns führte durch schöne Kombination in den ersten Minuten mit 2:0. Gießen hatte anschließend etwas mehr vom Spiel und holte durch seinen Linksaußen Stein bis 3:2 auf. Die VfB.-R.-Sturmreihe hatte Pech. Eine Anzahl Strafstöße ging vorbei. Anders bei Pohl-Göns! Bei Halbzeit stand das Spiel 5:2. Nach Wiederantritt waren sich beide Mannschaften I nlpidimertia. Die erste Viertelstunde sah sogar, die
die Kranke. , t m „
Gehorsam erhob sich Gerlinde, stellte der Mutter für die Nacht noch alles zurecht, küßte sie herzlich auf die Wangen und wünschte ihr baldige Genesung und eine recht gute Nacht.
Drüben in dem kleinen Wohnzimmer saß sie noch eine Zeitlang. Ach, sie war so müde, daß sie kaum noch Lust hatte, sich auszukleiden.
Wieder kam Gerlinde Baron von Gersheim in den Sinn. Das Blut strömte ihr mächtig zu Her» zen. Sie hörte seine Worte:
„Ich meine es treu mit Ihnen und gut.
Nein, nein! Es ist nicht möglich!, sagte ihr der Verstand immer wieder. Du bist ein armes, bettelarmes Ding und er ein reicher Aristokrat. Das paßt nicht zusammen! Schlage dir das aus dem Kopf, Linde!
Aber Gerlindes Herz widersprach und sagte:
Nein! Es ist so, wie du glaubst. Er ist gut und treu! Glaube nur — glaube nur, dann wird alles, alles gut. v r, , ...
Doch die kleine, junge Gerlinde wußte noch nicht die vielen auf sie einstürmenden Gedanken zu unterscheiden. Sie dachte, daß es ihre Pflicht sei, jetzt das kleine Herz durch den Verstand zum Schweigen zu bringen, und so kam sie zu dem Entschluß, Gersheim niemals wiederzusehen.
Hastig kramte sie im Wohnzimmer m dem kleinen Schreibtisch und fand eine Briefmarke.
Das ist ein Zeichen dafür, daß ich recht handle'., dachte das junge Mädchen kindlich, während es sich anschickte, einen kurzen Brief an Gersheim zu schreiben, in dem es ihm mitteilte, daß sie von der Vereinbarung mit dem Auto zurückträte, weil sie die Absicht habe, es anderweitig zu verkaufen. Fertig. Schluß. . v ,. . ,
Auf Zehenspitzen schlich Gerlinde hinauf auf den Flur, klinkte leise die Korridortür auf und eilte hinunter zum Postkasten, der nur einige Hauser von dem ihren entfernt angebracht war.
Plumps!, fiel der Bries in den Kasten. Emer zu hundert anderen. ,
Gerlinde aber gab es einen Stich durchs Herz, und sie hatte das Gefühl, als ob ein Sor zuschlage ~ ein Tor zu einer lichten, schönen Welt, von der sie durch Günter von Gersheim eine Ahnung empfangen hatte, die aber nun für sie für immer verschlossen m(nn dieser Nacht fand Gerlinde Steinbrück keinen Schlaf. Wohl an die fünfmal stand sie leise aus ■ ihrem Bett auf und horchte an der Tur zum Schlast , »immer der Mutter. Wenn alles ruhig war, schlich ■ sie wieder in ihr Bett zurück und weinte von neuem - Das Kissen naß. (Fortsetzung folgt!)
-^Gerlinde aber hatte ihm ihre Hand entsagen. Sie nickte noch einmal kurz zurück, dann eilte 1 ein gehetztes Reh davon.
,So einer — so einer ist er! schluchzte sie f f in' sich hinein. „Ich habe ihm vertraut, habe geglaubt, er wollte mir helfen — und am toä)iuß
, zur Freundin will er mich! Oh! Oh! Wie mein . . Her-z mir weh tut'." sagte sie fast unter Tranen.
. . Minutenlang stand Gerlinde im dunklen Treppen-
... haus, um sich zu beruhigen. So erregt konnte sie den forschenden Mutteraugen nicht gegenubertreren.
Gerlinde zitterte- wie in innerem Frost. Der Schein der Straßenlaterne..fiel in ihr. Gesicht, das in diesem Augenblick ganz bleich war und mieber jenen Schmerzenszug hatte, während ihr Mund kro.mpfhaft lächelte. In der Luft glitzerten kleine Kristalle und blieben in Gerlindes Haar hängen — wie Tränen. - ... ...
In Günter von Gersheim tobte em übermächtiges Gefühl. Jetzt wußte er, es war mehr als Sym- ' pat-hie mehr als Mitleid von Mensch zu Mensch, das ihn zu diesem Mädchen zog — es war Sehnsucht ..nach einem bißchen Glück, Sehnsuch — nach wahrhafter Liebe. . -
Wer konnte ihm wehren? Wenn Gerlinde ...
' Da streckte ihm das junge Mädchen die Hand hin.
„Noch einmal besten Dank, Herr Baron. Aber jetzt muß ich wirklich gehen , sagte es {chiieU.
' ' 1 Doch Gersheim hielt das schmale Kmderhandchen -sest. beugte- fid) nieder und berührte es fast an- . dächtig mit-den Lippen. nut-rinbe? __
„Wenn ich Sie wiedersehen durste, Gerlinde.
Es würde mich -sehr glücklich chu^n.^ Ha en <5t„ keine Angst, ich meine es treu mit Ihnen und gut
Günter von Gersheims Augen bitten die Blicke Gerlindes fest, die ihm scheu ausweichen wollten.
„Herr Baron" — alle süße Seligkeit Alen aus Gerlindes Gesicht wie ausgeloscht —, „oas lann nicht sein. Niemals! Ich bin em junges armes Mädel — Sie wissen das. Ich - - - hab* "lchts — als meinen guten Ruf, als meine E) halte ich mir rein", hauchte sie.
■ „Aber; Fräulein Steinbruck wie denkeni Sie> oon mit? Doch ich begreife |a ■■ Das alles bat mir o e dumme Geschichte mit dem Mantel emgebrach. haben kein Vertrauen mehr zu mir. „
Schmerzlich erregt fielen die letzten Worte Gers-
VfB.er in Front. Gegen Schluß des Spieles machten die Gäste aber schwere Deckungsfehler und muhten Tor um Tor hinnehmen. Die Ib-Mannschaft kann dieses Spiel gegen den Meister der Bezirksklasse als eine besondere Leistung buchen.
Tv. Wißmar I — Tv. Launsbach I 4:0.
Beide Mannschaften trafen sich in Wißmar, um das fällige Verbandsfpiel auszutragen. Da der Schiedsrichter ausblieb, einigte man sich auf em Gesellschaftsspiel, das von dem Turner Klar gut geleitet wurde. Gleich zu Beginn des Spieles legten beide Mannschaften mächtig los. Wißmar konnte auch bald das erste Tor erzielen. Bis zur Pause war aber keiner Mannschaft mehr ein Erfolg be- schieden. Nach der Pause hatte Wißmar etwas mehr vom Spiel und konnte noch dreimal erfolgreich sein, während den Gästen selbst das verdiente Ehrentor versagt blieb. Das Spiel wurde sehr fair durchgeführt und hinterließ einen guten Eindruck. Wißmars Torhüter hatte einen guten Tag und verhalf seiner Mannschaft zum Sieg.
Tv. Kirch-Göns — Kurhessen M a r b u r g 9:9 (6:5): Die Marburger Solbatenmannschaft holte sich in Kirch-Göns ihren vierten Verlustpunkt und hatte einen schweren Kampf zu bestehen, um das Spiel mit diesem Resultat unter Dach und Fach zu bekommen. In der ersten Hälfte sah man bei ziemlich verteiltem Spiel die Mannschaft der Gastgeber etwas mehr im Angriff. Nach abwechselnden Erfolgen auf beiden Seiten stand bas Spiel bis zur Pause 6:5 für Kirch-Göns. Die zweite Hälfte ließ die Gäste- mannschaft mehr aufkommen urrtJ auch bis zum Schluß den verdienten Ausgleich erringen. Das Spiel wurde stets fair geführt.
Mit der Nahrungsbeschaffung allein ist es jedoch nicht getan. Die Stoffe müssen nun allen Tellen des Baumes zugeleitet werden. Dies geschieht durch kunstvoll angelegte Leitungsbahnen, langen Z e 1l- strängen. In ihnen findet der Transport des Wassers und der im Wasser gelösten Nährsalze statt. Leigcht ist es, sich den Transport der Kohlenhydrate, betreten.


