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Nr. 19 Erster Blatt

185. Jahrgang

Mittwoch, 2Z.Zanuar 1955

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die Geburtstagsfeier für General Litzmann.

Der Führer ehrt den verdienten Heerführer und nationalsozialistischen Kampfer.

General Litzmann, dessen Verdienste als Heer­führer im Weltkrieg und Mitkämpfer der national . sozialistischen Revolution mir am Montag in einem Leitaufsatz aus der Feder Walter Bloems be­reits gewürdigt haben, beging seinen 85. Geburts­tag in dem Berliner Vorort Nikolassee im Hause seiner Tochter, vor dem ein Doppelposten der SS. Aufstellung genommen hatte. Seit den ersten , Vormittagsstunden kamen die Gratulanten mit Sträußen, Blumenkörben und Geschenken. Gauleiter Staatsrat K u b e überbrachte dem Vertreter der Kurmark im Reichstag persönlich seine Geburtstags­grüße. Im Namen der vom Sieger von Brzeziny geführten 3. Garde-Infanteriedivision und aller Mit­kämpfer der Durchbruchsschlacht sprachen General­leutnant von Roeder als letzter Kriegskomman­deur der Division und Hauptmann Krukenberg als alter Ordonnanzoffizier des Generals Litzmann dem Jubilar unter Überreichung einer Ehrengabe Glückwünsche aus. Die Kapelle der Reichsschule des nationalsozialistischen Arbeitsdienstes brachte ein Ständchen, ebenso die Kapelle des Jnf.-Regts. 9. Währenddessen marschierte ein Ehrensturm der SA. vnd eine Ehrenabteilung der PO. auf, dahinter die Hitlerjugend. Wenige Minuten später erschien der Gefeierte vor der Gartentür und drückte seine Freude in einer kurzen Ansprache aus, die in ein Sieg-Heil auf den Führer ausklang.

Gegen mittag erschienen als weitere Gratulanten u. a. die Reichsminister Dr. Frick und K e r r l und ,tn Vertretung des preußischen Ministerpräsidenten General Göring, Staatssekretär Körner.

Um 13.45 Uhr erschien der Führer und Reichskanzler selbst, um seinem treuen Mit­kämpfer, der als erster General der alten Armee den Weg zur nationalsozialistischen Bewegung gefunden .hatte, persönlich seine Glückwünsche auszusprechen. Eine gewaltige Menschenmenge umsäumte die Villa. Brausende Heilrufe kündeten schon von fern seine Ankunft. Mit dem Führer erschien auch sein Stellvertreter Reichsminister R u d o l f H e ß. Unter den brausenden Heilrufen der Menge betraten der Führer und sein Stellvertreter das Haus, in dem wenige Minuten vorher auch Stabschef Lutze ein- ' getroffen war. Kurz danach erschien, gleichfalls von »erten Heilrufen empfangen, Reichsminister o e b b e l s.

Der Führer wurde im hause von General Lih- mann und dessen Sohn, SA.-Obergruppenführer Llhmann, sowie den übrigen Familienmitgliedern empfangen. 3n einer kurzen, überaus herzlichen Ansprache, beglückwünschte der Führer den General im Namen des ganzen deutschen Volkes zu seinem 85.Geburtstag. Er dankte ihm für seine bewunderungswürdi­gen unvergänglichen soldatischen Leistun- genlmDienst desVaterlandes und eben­so auch für seine so mutige und tapfere Haltung, die er im Kampfe für die nationalsozia- Ikstlsche Bewegung in so hervorragender Weise gezeigt habe. Als Ausdruck dieses Dankes übergab er ihm heute persönlich und im Namen der Partei als Geburtstagsgeschenk einen Kraftwagen und stellte den dazu gehörigen Fahrer. Der Führer fügte den Wunsch hinzu, bah General Litzmann den wagen noch viele, viele Jahre in bester Gesundheit benutzen möge.

General Litzmann dankte dem Führer in tiefster Ergriffenheit für die große Ehre, die ihm durch das persönliche Erscheinen des Führers zuteil werde und für die Auszeichnung, die er gar nicht verdiene. Als Soldat habe er seine Pflicht erfüllt für sein Volk, und die Arbeit, die er für die natio­nalsozialistische Bewegung habe leisten dürfen, sei die Krönung seines Lebens gewesen. Es sei für ihn ein unendliches Glück, daß er in seinen alten Tagen den Sieg der Bewegung und die nationale Er­hebung des Volkes noch habe miterleben können. Den herrlichen Sieg an der Saar verdanke das deutsche Volk feinem Führer. Der heutige Tag sei für ihn einer der allerschönsten Tage, die er habe miterleben dürfen.

Als nach 10 Minuten General Litzmann vor dem Hause erschien und der Führer ihn am Arm ge­leitete, glich der Jubel einem wahren Orkan. Der Führer zeigte dem Geburtstagskind das Ge­schenk, ein 11/16-Mercedes-Kabrio- lett, das General Litzmann tief gerührt besichtigte. General Litzmann nahm probeweise in feinem Wagen Platz, in angeregtem Gespräch mit dem Führer. Noch einmal wünschte beim Abschied der Führer seinem treuen Mithelfer im Kampf um die Macht das Beste. General Litzmann und Reichs- Minister Dr. Goebbels wechselten dann noch einige herzliche Worte. Nachdem auch Dr. Goebbels ab­gefahren war, ging der General, von feinem Sohne geleitet, in den Vorgarten zurück, nicht ohne erneut dem Kreuzfeuer der Filmoperateure und Photo­graphen ausgesetzt zu sein. In das Mikrophon des Rundfunks sprach er folgende markige Worte:

Ich bin hochbeglückt, in meinem hohen Alter noch zu erleben, daß Deutschland seine Ehre wiedergewonnen hat und wie­der zur wacht zurückkehrt, durch das alleinige verdienst seines Führers Adolf Hitler. Ich bin beglückt, an meinem 85. Ge­burtstag diesen herrlichen wann unter meinen

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Der Führer und Reichskanzler sprach dem General Litzmann zu seinem 85. Geburtstag persönlich seine Glückwünsche aus. Die Aufnahme zeigt den greisen Jubilar, gestützt auf den Arm Adolf Hitlers, dahinter die Enkelin des Generals, Frau Draeger mit feiner Urenkelin Sigrun, dann feinen Sohn Staatsrat SA.-Obergruppenführer Litzmann und (im Hintergrund) Reichsminifter Dr. Goebbels.

Vorn links der persönliche Adjutant des Führers SA.-Obergruppenführer Brückner.

alte Ansehen in der Well wiedergewinnen, und das alles wird erreicht werden durch unse­ren Führer Adolf Hitler!

Rufe von der Menge draußen:Wir gratulieren!" erwiderte der General freundlich grüßend mit den Worten:Ich danke euch!" Einige Zeit vor dem Eintreffen des Führers waren als Gratulanten auch General der Landespolizei D a l u e g e, der Befehls­haber der deutschen Polizeihund der Kommandeur der Landespolizei, Inspektion Brandenburg, General der Landespölizei Wecke, erschienen. Der Bundes­führer des deutschen Reichskriegerbundes Kyffhäuser, Oberst a. D. Reinhard, besuchte ebenfalls Gene­ral Litzmann, um ihm die Glückwünsche der im Kyffhäuserbund zusammengeschlossenen Kamerahen und Mitkämpfer aus dem Weltkriege zu überbringen.

Ferner sandte der Bundesführer des NSDFB. (Stahlhelm), Reichsarbeitsminifter Franz Seldte, dem General Litzmann folgendes Telegramm:Herz­lichste Glückwünsche zum 85, Geburtstage dem ver­dienten Heerführer im Weltkrieg auch im Namen der alten Frontsoldaten, des NS. Deutschen Front­kämpferbundes (Stahlhelm).

Der Führer empfängt das diplomatische Korps. Berlin, 22.Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing heule abend i m Haufe des Reichspräsidenten" wie

alljährlich üblich das bei ihm beglaubigte diplo­matische Korps. An dem Empfang nahmen sämtliche in Berlin anwesenden Botschafter, Gesand­ten und Geschäftsträger mit ihren Damen teil.

Llmorgamsatton der GA.

Der Chef des Stabes Lutze spricht zu den Gruppenführern.

Berlin, 23. Jan. (DNB.) Die Nationalsozia­listische Korrespondenz meldet: In Berlin fand am Dienstag in den Räumen des Propaganda- Ministeriums in Anwesenheit des Chefs des Stabes Lutze eine Tagung der Gruppenführer der SA. statt. Hauptzweck dieser kurzen Arbeitstagung war die Behandlung der Frage der Umorganisation der SA., die durch die neue Zielsetzung bedingt ist.

Im Anschluß daran berichteten die einzelnen SA.- Gruppenführer über di e Arbeit der SA. in den vergangenen Monaten und über die Lage in den SA.-Gruppen. Abschließend faßte der Chef des Stabes noch einmal feine grundsätz­liche Auffassung über die Aufgaben und Zu­kunft der SA. in einer Ansprache zusammen. Der Nachmittag stand den SA.-Gruppenführern zu E i n z e l b e s p r e ch u n g e n mit dem Chef des Stabes zur Verfügung.

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Eine besondere Freude bereitete es dem Jubilar, als der Führer persönlich erschien, um ihm seine und des deutschen Volkes Wünsche zu übermitteln. Dieses wohlgelungene Bild zeigt den herzlichen Hande- druck zwischen dem Führer und General Litzmann bei ber Besichtigung des Kraftwagens, den ihm der Führer als Ehrengeschenk überbracht hatte.

Ein Jahr litauischer Gewaltpolitik.

In kurzen Zwischenräumen haben sich der litau­ische Außenminister und nach ihm der Staatspräsi­dent Smetona in öffentlichen Reden rechtfertigend über die Vergewaltigungspolitik geäußert, die Litauen seit einem Jahr im Memelgebiet zu be­treiben beliebt. Man kann daraus schließen, daß das internationale Aufsehen, das diese Politik zu erregen beginnt, obwohl die Welt dauernd von größeren und wichtigeren Sorgen in Anspruch ge­nommen wird, doch allmählich auf den Nägeln brennt, und daß man in Kowno selbst das Gefühl hat, sich demnächst vor einer internationalen Instanz, sei es nun der Völkerbund oder seien es die Garan­tiemächte des Memelstatuts, verantworten zu müssen. Beide litauische Staatsmänner suchen das, was im Memelland vorgegangen ist, teils als ge­rechtfertigte litauische Abwehr rechtswidriger Bestrebungen der deutschen Bevölkerung hinzu- stellen, teils zu bagatellisieren, soweit es sich auch nach der einstweiligen Entscheidung des Juristen-Ausschusses der Signatarmächte im Haag absolut nicht mehr rechtfertigen läßt. Smetona hat die Feststellung des Haager Tribunals, daß Litauen in mehreren Fällen zweifellos das Memel- ftatut verletzt habe, lediglich als die Bean­standungeiniger Kleinigkeiten" be­zeichnet und glaubt im übrigen feftfteUen zu können, daß die Beschwerde der deutschen Regierung an die Signatarmächte vom 9. Juli in ihrer Begründung keine Anerkennung gefunden habe.

Diese Auffassung ist zwar durchaus unrichtig. Man braucht sich nur die Maßnahmen der litauischen Regierung des letzten Jahres im Memelgebiet ins Gedächtnis zurückzurufen, um zu erkennen, daß sie eine fortgesetzte Reihe in sich zusammenhängender und aus demselben Geiste entstandener Rechtsver­letzungen gewesen sind, die als Ganzes zu ver­werfen find, wenn das Memelftatut und das Auf­sichtsrecht und die Aufsichtspflicht der Garantie­mächte überhaupt einen Sinn haben und das inter­nationale Ansehen des Völkerbundes aufrechterhalten sollen, als dessen Organ die Signatarmächte eingesetzt sind. Es gibt also hier keine Kleinigkeiten, sondern die Frage ist einfach die, ob Litauen es wagen darf, dem Recht mit Gewalt auf die Dauer zu trotzen.

Es wird jetzt bald ein Jahr, daß die litauische Regierung in einer Zeit, in der ihr die internato­nale Lage günstig genug erschien, ihre Gewaltpolitik im Memelland einleitete. Am 22. Februar letzten Jahres erfolgte das Verbot der beiden deutschen Parteien, auf deren Grundlage sich der memelländische Landtag aus einer überwäl­tigenden deutschen Mehrheit die litauische Min­derheit vermochte nur fünf Abgeordnete in den ßanbtag zu entsenden gebildet hatte. Der zweite Schlag erfolgte am 5. Mai gegen dieses mißliebige Parlament selbst, das einfach geschlossen wurde, um ihm das Recht zu nehmen, gegen die Maßnahmen zu protestieren und der litauischen Memelregierung das Vertrauen zu entziehen, an das sie nach dem Statut gebunden ist. Nachdem man so den verfassungsmäßigen Schutz gewaltsam beseitigt hatte, schritt man zu Maßnahmen gegen die deutsche Bevölkerung und Verwaltung selbst. Am 28. Juni wurde der Landespräsident Dr. Schreiber abgesetzt, am 24. September wurden zehn Geistliche deutschen Stammes und deutscher Sprache ihres Amtes ent­hoben, am 27. September die völlige Litaui» fierung des Schulwesens durchgeführt -und zu Beginn dieses Jahres der neu zusammenge­tretene Landtag erneut durch polizeiliche Gewalt an der Ausübung seiner verfassungsmäßigen Funk­tion gehindert. Ein zur Zeit noch schwebender Riesenprozeß gegen eine große Anzahl deut­scher Memelländer, der mit allen staatsanwaltlichen Kniffen und mit verdächtigen Individuen als Kron­zeugen geführt wird, soll vor der Oeffentlichkeit den Nachweis erbringen, daß die litauische Regierung sich im Memelland im Zustande der Not- w e h r gegen staatsfeindliche deutsche Umtriebe be­findet.

Die Verhältnisse sind so zu einer endgültigen Entscheidung und Lösung reif geworden. Der Schritt der deutschen Regierung vom 9. Juli, durch den sie die Signatarmächte zur Wahrung ihrer Schutzpflicht für die Rechte des Deutschtums im Memelgebiet aufforberte, hat zwar zur Feststellung und Anerkennung der begangenen Rechtswidrig­keiten geführt, die litauische Regierung jedoch nicht zu einer Aenderung des Kurses veranlassen können. Die Aeußerungen des Staatspräsidenten Smetona lassen auch keinen Willen zum Einlenken erkennen. Er stellte das deutsche Memelgebiet gän,y lich unberechtigt in eine Reihe mit den andern Minderheiten, die in Litauen leben, mit Russen, Polen, Letten und Juden, ohne die Tatsache zu be­rücksichtigen, daß das Deutschtum im Memellande eben keine Minderheit darstellt, sondern das bei weitem vorwiegende und herrschende Element ist. Aus diesem Grunde hat selbst die Versailler Friedenskonferenz, der man übertriebene Sorge für Erhaltung des Deutschtums gewiß nicht nachsagen kann, die gewaltsame Entfernung des Memellandes aus dem deutschen Dolkskörper durch die Errichtung des M e m e I ft a t u t s und feine internationale Garantie zu mildern sich gezwungen gesehen. Dieses Statut hat mit dem Minderheitenschutz im allgemeinen Sinne der Pa­riser Vorortverträge nicht das geringste zu tun, sondern stellt eine ganz spezielle Wahrung des deutschen Charakters des Memellandes nach Sprache, Kultur, Verwaltung und Politik dar. Es ist deswegen vollkommen abwegig, wenn der litau­ische Staatspräsident den allerdings sehr mangel­haften Schutz der Minderheiten in andern europäi-