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kreis Schotten.
1 0 Laubach, 19. Nov. Ein Liederabend ' rniit Gemeinschaftssingen wurde am Sonntag im -großen Saal des „Schützenhofs" von den 23er» geinigten Gesangvereinen Laubachs und der NS.-Ge- «neinschast „Kraft durch Freude" veranstaltet. Der
$ Nidda, 18. Nov. Dieser Tage fand dahier ein fünftägiger Luftschutzlehrgang durch einen Lehrtrupp der Inspektion für das Ausbil- dungswesen statt, an dem sich 128 Personen aus 24 Gemeinden beteiligten. Die Teilnehmer wurden durch Vorträge und praktische Hebungen mit allen im Ernstfälle erforderlichen Maßnahmen des Lust» schutzes aufgeklärt. Mit der Bearbeitung eines Pflicht- und Wahlthemas wurde der Lehrgang beendet, dem sich ein Kameradschaftsabend anschloß. — Gestern nachmittag fand die Schlußübung der gesamten pflichtmäßigen Hilfsmannschaft einschließlich Ordnungsmannschaft und die der gesamten Freiwilligen Feuerwehr unter Lei- tung des Kommandanten Hermann S e u m statt. Die Feuerwehr konnte die ihr gestellten Aufgaben in vorzüglicher Weise lösen.
Kreis Alsfeld.
II. Merlau, 18. Nov. In der Zeit vom 10. bis 17. November fand hier eine kirchliche Woche statt, die nunmehr mit einem Nachmittags-Gottesdienst ihren Abschluß fand. Redner der Vortragswoche waren Pfarrer Axt (Romrod), Pfarrer Stiehl (Nieder-Ohmen), Pfarrer Alt (Nieder- Ohmen), Pfarrer Bühler (Londorf), Pfarrer Geis (Ober-Ofleiden), Pfarrer H e m m e s (Lehr-
1 war bereits lange vor dem Anfang.bis zum - letzttn Platz gefüllt. Im offiziellen Teil des Abends . wechselten — nach der Begrüßung der Gäste durch - -üereinsleiter Hch. Silß und einigen kurzen Wor- 1 ten von Ortsgruppenleiter Henze über den Wert 1 oer Gesangvereine für die Pflege der deutschen 1 Volksgemeinschaft — Lieder der Vereinigten Ge- 1 langvereine Laubachs, alle mit tiefem Verständnis und reichem Können vorgetragen, und ein lustiges Spiel von Siegfried Philippi, äußerst flott und temperamentvoll aufgeführt von der Laubacher Spielschar. Die Zuschauer lohnten den Künstlern ihre Mühe mit lebhaftem Beifall. Im zweiten Teile des Abends folgte das eigentliche Gemeinschafts, singen, das im Wechsel mit dem Tanz stattfand und der Jugend und allen, die sich dazu rechneten, ein paar frohe Stunden brachte.
□ Laubach, 21. Nov. Seit einigen Tagen sind die Holzhauer in den städtischen Waldungen tätig, wodurch viele Arbeiter und Kleinbauern während der Wintermonate lohnbringende Beschäfti- gung gefunden haben. — Die hiesigen Jungvolk- pimvfe sammelten über 250 Laib Brot, die der Kreisführung des WHW. in Hanau zugeleitet wurden.
# Groß-Eichen, 20. Nov. Auf Veranlassung des Ortsbauernführers Ernst Greif fand in der alten Schule eine Zusammenkunft der Siedler der dritten und letzten Abteilung der Siedlung Buchholz statt. Der Preis von 450 Mark pro Morgen sollte den Qualitäten des neugewonnenen Landes derart angepaßt werden, daß diejeni- gen, die besseres Land bekommen haben, freiwillig einen kleinen Aufschlag zahlen zugunsten derer, denen durch das Los steinige Stücke zugefallen waren. Leider scheiterte dieser soziale Vorschlag des Ortsbauernführers an der Unnachgiebigkeit der Glücklicheren. — Das hiesige Jungvolk sammelte im Auftrage des Winterhilsswerkes Brot für die Stadt Hanau. In der Zelle Groß-Eichen wurden 80 Laib Brot gespendet, in Sellnrod mit Schmitten 44 Laib, in Zelle Solms-Ilsdorf 11 Laib. Insgesamt ergab die Sammlung der Ortsgruppe Sellnrod 135 Laib. Weiter wurden 80 Pfund Bucheckern von der Schule Groß-Eichen an das Win- terhilfswerk abgeführt.
* Wohnfeld, 21. Nov. Dieser Tage verlor ein hiesiger Landwirt eine wertvolle Kuh. Das Tier war auf der Weide von einer arideren ge- stoßen worden, es erlitt dabei anscheinend innere Verletzungen, kränkelte und mußte notge- f d) I ad) t e t werden. — Dieser Tage wurde das Anfahren von Steinen, das Kleinschlagen und das Eindecken der Gemeindewege vergeben. Die Arbeit wurde dem Wenigstnehmenden übertragen. Je Kubikmeter wurden (alle Arbeit zusammen) 5 Mark bezahlt.
kreis Böbingen.
+ Nidd a , 18. Nov. Auf Grund einer Polizei- oerorbnuna über Schädlingsbekämpfung im Obstbau wurde von der Bürgermeisterei an- Seorbnet, baß alle bürren und abgängigen
• b ft b ä u tn e , bie mit einem weit sichtbaren Kreuz versehen sind, bis spätestens 28. Februar 1936 e n t- fernt sein müssen. Außerbem werben die übrigen Obstbaumbesißer aufgefordert, bis zu diesem Zeitpunkt alle Obstbäume abzukratzen und zu reinigen, die Baumkronen zu lichten und von bürten Aesten zu befreien.
bas Klima und bie Bodenverhältnisse nehm™
-ff Anschluß an den Rundung "wurde d°? G r ü " " ■V 1V 5 2bstbauoer-ins beschlossen le6‘ haben sich 21 Mitglieder gemelW M° ßeitung liegt m den Händen des Landwirts Georg Umkreis als Fachmann be= Montag hat in den hiesigen 2S3aI» ?ün?e!)rMa5 Holz machen begonnen. Es werden • . Abteilungen unter Leitung der Rottenführer Philipp H a u s e r und Wilhelm Engel beschäftigt A?"e^tsl°s"n.° ®emeinbe roieiler ^ei aon
* Orünb er g, 22. Nov. Am morgigen «Sams» m?be9l"nenb,Jinbet bier im Gasthaus „Zum wilden Mann eine Tagung der Arbeits - k6™?1 N ich °f «„Volks, d>"u kV d -SNSLB.
3' <r®runbeJ9, der von 15.30 Uhr ab eine Tagung des B-zirksver-ins sol- Vortrag^' ®or8- Stangenrod, hält einen <. * a e n 1° b- 2L Nnvemder. In einem un- bewachten Lg-nbli-k siel das 3 Jahre alte Sä h n. ch°n der hiesigen Familie Karl Mohr rücklinas ,n einen Top, m.t s a st k ° ch e n d e m W a s |™S
„Scgenslputen 6erneX- wurd"- ge“tnnVbcib"9 bhlC vorgeführt. Die Feierstunde,
die durch ein Lieb des Kirchenchors eingeleitet miUt™e,iF™hr besucht und hinterließt einen
x 2Iu4 bas finanzielle Ergebnis war ‘f* ein Anzeichen für das ba? bem Werk der Inneren Mission hier entgegengebracht wird.
Kreis Friedberg.
1 . Friedberg, 21. Nov. Ein Schnei- fti»6^etsnerxaU5 bem benachbarten Dorheim stieß am Burgberg nut seinem unbeleuchteten Fahr- rad gegen einen aus entgegengesetzter Richtung kommenden Radfahrer. Bei dem Sturz trug der ; Schneidermeister so schwere Verletzungen davon, daß er Lm Friedberger Bürgerhospital ft a r b.
pb. Butzbach, 19. Nov. Der diesjährige Ka- tharinenmarkt, der gestern Und heute hier abae^ilten wurde, erfreute sich eines sehr starken Besuchs. Der Marktplatz war vollbesetzt mit Ver- gnugungs» und Schaubuden Zuller Art. Zum erstenmal durfte wohl hier auch ejn Ochse am Spieß gebraten worden fein, dessen Fleisch sehr viele Liebhaber fand. Die Tanzsäle waren überfüllt. Ebenso erfreuten sich bie Casss unb Bierlokale eines großen Zuspruchs. — Der z w e i t e T a g bes Marktes hatte anfangs unter ber Ungunst ber Wit- terung au leiben. Derpfod) brachte nach einem j drohen Auftrieb an Erkeln beim Schweinemarkt V ^ch.meser Tag in den Mittagsstunben eine große . AenschenmeM auf ben Marktplatz. Erst gegen CinQ'^Ztloute bas Leben unb Treiben ab. Daß -t»er diesjährige Katharinenmarkt nicht nur ben iremben Verkaufsständen, sondern auch der heimischen Geschäftswelt gute Einnahmen gebracht hat, ist erfreulich.
ch Butzbach, 21. Nov. Das Ergebnis der Drotsammlung in unserem Bezirk betrug über 1900 Brote. Die umliegenden Dörfer Nieder- Weisel, Hochweisel, Ostheim, Kirch-Göns, Pohl- Göns, Griedel, Gambach, Oppershofen, Maibach, Bodenrod, Fauerbach, Münster und Langenhain brachten ihre Spenden, die alle zusammen mit Autos nach Frankfurt und Offenbach in Begleitung des Jungvolkes gebracht wurden.
= Butzbach, 21. Nov. Von bestem Herbstwetter begünstigt, unternahm ber Vogelsberger Höhen-Club, Ortsgruppe Butzbach, eine herrliche Wanderung nach Wetzlar. Die Beteiligung war recht gut. Der Weg führte zunächst mit der Bahn nach Oberkleen, bann ging es zu Fuß über Reiskirchen, wo Kaffeerast gehalten wurde, durch Idas prachtvolle Siebenmühlental nach Wetzlar. Die fast fünfstündige Wanderung durch den stillen, an Schönheiten reichen Spätherbstwald, sowie die kurze Bestchtiguna der alten Stadt Wetzlar wird manchem !Wanderbruder noch lange in Erinnerung bleiben. '.Die Bahn brachte die Teilnehmer über Gießen wie- 1 iber in bie Heimat.
bach) unb Pfarrer Becker (Burg-Gemünden). — Das hiesige Jungvolk sammelte tn unserem Orte 85 Brote für das Winterhilfswerk.
<£ Nieder-Ohmen, 19. Nov. Bei der vom Jungvolk durchgeführten Brotsammlung für das WHW. gingen in unserer Gemeinde 670 Pfund (144 Brote) ein.
w Burg- und N i e d e r - G e m ü n d e n , 20. Nov. Hier und in den Nachbarorten wurden im Laufe der letzten Wochen die Vorarbeiten für bie Durchführung ber Felbbereinigung getroffen. Mit biefer Maßnahme können in unserer Gegend noch umfangreiche Arbeiten geleistet werden, bei denen eine große Anzahl Arbeiter lohnenden Erwerb finden kann.
* Groß-Felda, 21. Nov. Dieser Tage begann die diesjährige H o l z h a u e r e i in der Försterei Schellnhausen des Forstamts Göringen zu Romrod. Durch diese Maßnahme wurden vier Volksgenossen in Arbeit und Brot gebracht.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
I Hochelheim, 20. Nov. Der bisherige erste Beigeordnete Anton V i e h m a n n ist auf seinen Antrag aus dem Amte entlassen worden. Zu seinem Nachfolger wurde Stützpunktleiter Käsereibesitzer Johannes Mehl berufen und durch Bürgermeister Zörb in sein Amt eingeführt.
> Odenhausen, 20. Nov. Unsere Gemeinde hat eine neue Motorspritze angeschafft. Hier
durch hat das Feuerlöschwesen eine wesentliche Ber- befferung erfahren.
<> Aus dem Kleebachtal, 20. Nov. Die vom Jungvolk durchgesührte Brotsammlung hatte in folgenden Gemeinden das dabei angegebene Ergebnis: Groß-Rechtenbach 112, Dornholzhausen 61, Ebersgöns 48, Niederkleen 76, Oberkleen 44, Hochelheim 80 unb Lützellinden 144 Brote.
Rundfunkprogramm.
Samstag, 23. November:
6 Uhr: Choral. Gymnastik. 6.30: „Fröhlich klingts zur Morgenstunde". In der Pause 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: „Buntes Wochenende". 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: „Gasparone". Ein Melo- bieenreigen aus Millöckers Operette. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen Zwei unb Drei. 15: Wirtschaftsbericht: 15.15: HI.-Funk. 16: Sonntags- rückfahrkarte bitte ... Alle Hörer fahren mit. 18: „Entlaubet ist der Walde ..." Heidelberg als Auf- erstehungsstätte des deutschen Volksliedes. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Unterhaltungskonzert. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10 Festkonzert. Anläßlich des unter der Schirmherrschaft des Herrn Reichsministers Dr. Goebbels stehenden zweiten deutschen Komponistentages. 22: Tages- und Sportnachrichten. 22.25: Tanz- unb Unterhaltungsmusik.
Gerätewettkampf in Bieber.
Der Turnverein „Gut Heil" Bieber veranstaltete dieser Tage im Vereinslokal L. Gerlach einen Gerätemannschaftskampf der Vereine (Erba, Blasbach unb Bieber. Dieser Kampf wurde bereits einmal in Erda und einmal in Blasbach durchgeführt unb staub jedesmal unter der Leitung des Kreis- oberturnroartes P. Schüler (Wetzlar). Bei allen drei Wettkämpfen errang die Mannschaft des Turnvereins Bieber den 1. Sieg. Bei dem am Sonntag ftattgefunbenen Kampf erreichte die Mannschaft des Tv. Bieber 240 Punkte, Erda 204 Punkte und Blasbach 192 Punkte. Gegenüber den ersten Wettkämpfen wurden bie Leistungen vom Sonntag weit überboten.
Am Vormittag des gleichen Sonntags wurde noch ein Geräteturnen innerhalb des Vereins von den Jugend- und Schülerturnern durchgeführt. Auch hier wurden gute Leistungen erzielt. Erste Sieger der Iugendturner wurden Heinrich Bernhardt und Ewald Steinmüller mit je 83 Punkten. Erster Sieger der Schülerturner wurde Artur Veite mit 83 Punkten.
D. f. 3t Lich.
Lich I — Sleinbach-Garbenleich tomb. 3:0 (2:0).
Am Mittwoch (Buß- unb Bettag) standen sich auf dem Sportplatz in Lich obige Mannschaften hn Ge- sellschasts spiel zugunsten des Winterhilfswerkes gegenüber. An einen Sieg ber Licher Vertretung hätte bei Beginn des Spieles niemand gedacht, zumal die kombinierte Elf mit starker Besetzung an« trat. Lich zeigte wieder einmal ein Spiel, wie man es Jahre nicht mehr gesehen hat. Der Sieg ist Lich um so höher anzurechnen, als der rechte Verteidiger bereits nach fünf Minuten vom Platze gehen mußte. Nach Anstoß zog Lich mächtig los unb die Gästeelf mußte sich bereits nach zehn Minuten mit 1:0 geschlagen bekennen. Lich war weiterhin im Angriff und konnte bis zur Halbzeit ein weiteres Tor erzielen. Kurz vor Halbzeit wurde den Gästen ein Handelfmeter zugesprochen, der aber vom Tormann in glänzender Parade gehalten wurde. In der zweiten Hälfte ergab sich das gleiche Bild. Lich ging noch mehr aus sich heraus und konnte ein weiteres Tor erzielen. Den Gästen blieb das Ehrentor versagt. Schiedsrichter Holzapsel hatte einen schweren Stand, leitete jedoch einroanbfrei.
Lich I. Jgd. unb Garbenteich I. 3gb kvmb. — Steinbach I. Jugend 2:0 (1:0).
Bei diesem Spiel standen sich zwei gleichwertige Mannschaften gegenüber, bei dem der Glücklichere Sieger wurde.
Daubringen I — Lollar I unb II komb. 3:2.
Daubringen 3ugenb — Lollar 3ugenb 3:1.
Die am Bußtag in Daubringen ausgetragenen Fußballwettkämpfe zugunsten der Winterhilfe brach- ten den beiden einheimischen Mannschaften schöne Erfolge. Die erste Mannschaft gewann gegen Lollar I. u. II komb. mit 3:2 Toren und die Jugend konnte die Gäste aus Lollar mit 3:1 schlagen.
Tufpo Rodheim 3gb. — Tv. Kinzenbach/Tv. Fellingshausen komb. 0:2 (0:0).
Auf dem Rodheimer Platz standen sich eine komplette Iugendmannschast des Gastgebers und eine Kombination der Jugendlichen von Kinzenbach unb Fellingshausen gegenüber. Durch eine Fehldispo- fition mußte bie komb. Mannschaft das Spiel mit Zehn Mann bestreiten. Der ©ieg über die starke Rodheimer Mannschaft ist hoch einzuschätzen unb war verdient. Während in der ersten Hälfte das Verständnis bei ben Gästen noch nicht immer bas beste war, änberte sich bas Bilb nach ber Pause sehr zu ihren Gunsten. Die Tore fielen als Früchte guter Zusammenarbeit und wurden unhaltbar durch ben Mittelstürmer erzielt.
Taruffi übertraf Henne.
Zwei neue Motorrad-Weltrekorde.
Der italienische Motorradmeister Pietro Taruffi gina am Dienstag auf ber Autostraße von Florenz nach Lucca, bie schon seinerzeit von Stuck und Nuvolari für Rekordversuche im Rennwagen benutzt wurde, an seine schon wiederholt mißlungenen Motorrad-Weltrekordversuche. Mit der inzwischen nochmals überholten Halbliter - Maschine „Rondine" gelang es Taruffi, über den Kilometer unb bie englische Meile mit fliegendem Start dem Deutschen Henne zwei Weltrekorde abzujagen. Ueber ben Kilometer schaffte Taruffi 244,316 km/st, über bie Meile 244,869 km/st.
Henne hatte im Vorjahre auf ber Gyon-Renn- ftrede bei Budapest die entsprechenden Rekordmarken der Klasse bis 500 ccm auf 227,560 bzw. 223,089 km/st geschraubt. Der Münchener hält gegenwärtig auch immer noch den absoluten Motorrad- Weltrekord mit 256,040 km/st, den er erst kürzlich auf der neuen Reichsautobahnstrecke bei Frankfurt mit einer 750-ccm-BMW. aufstellte.
Kurze Gpottnotizen.
Für bie Deutschen Geräte-Meister« schäften in Frankfurt a. M. stehen jetzt alle Teil- nehrner fest. 38 Turner werden in ber Olympia-
Mit Arbeit überlastet?
. • auf Kaffee Hag umstellen 1
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Vornan von Frank I. Braun.
17. Fortsetzung. Nachbruck verboten!
8. Kapitel.
Ilia Filimon lief burch bie Straßen biefer be- tiriebfamen Stabt. Sie hatte in ben großen Wafsen- Aeschäften ber Jnnenstabt gefragt und versucht, einen Revolver zu bekommen; aber man verkaufte Ihr solche Waffe nicht.
. Wäre sie im Besitze eines Waffenscheines ge» i wesen, hätte jeder Ladeninhaber gern bas Geschäft । gemacht. Ilia Filimon besaß keinen solchen Schein. I Man bebauerte unb schickte sie fort ober stellte gar | icugierige Fragen.
„Wozu wollen Sie bie Waffe benutzen, meine Dame?"
„Zum Schießen!" Mit solch ärgerlicher Antwort >erschafste sie sich Luft; aber einen Revolver bekam fie nicht.
Sie bachte: bie Leute haben ganz recht. Wenn i rrgenbeiner Person die Schußwaffe mit Grund ver- aeigert werden muß, dann mir. Ich spüre es selber, s kann sein, daß ich sie benutzen würde, wenn mir liefet Mann einmal gegenübersteht, höhnisch wie -7üher immer, gesichert, alle Trümpfe auf seiner beite wissend.
Und doch muß ich die Waffe bekommen. Er soll j Mich fürchten. Ich will das Geständnis von ihm 3 erpressen, von ihm selber ober seinen Kumpanen, (iiner wird feige sein und wird gestehen, wenn er i i die runde dunkle Laufmündung blickt und meinen kmtschluß erkennt.
Sie kannte Hamburg nicht, aber sie fuhr nach GIL Pauli hinunter. Dort, ahnte fie, würde sich eine Waffe beschaffen lassen. Sie hatte Glück. Sie geriet nicht geradezu in das richtige Geschäft, aber der eine fünbler wies sie augenzwinkernd zum nächsten, und h einer kleinen Querstraße der Reeperbahn, die zur Ebe hinunter führte, fand sie einen Altwarenhänd- (t~, der ihr in seinem Hinterzimmer einen neuen (Lünen Revolver mit Patronen verkaufte.
«Sie zahlte den geforderten Preis, für den sie Totere solcher Waffen in ber Stabt bekommen )dtte unb verließ sofort das Viertel.
Die Waffe in ber Hanbtasche gab ihr eine gewisse Sicherheit.
3Iia war entschlossen, ben Kampf aufzunehmen; sie war sich nur nicht klar über das Wie. Sollte sie sich doch mit Robert Nydegger in Verbindung setzen? Sie hatte ihn aus dem Haus, dem Neubau, kommen sehen; ihn, ferner den Mann, der ihn am Bahnhof in Empfang genommen hatte, dann Basilius und schließlich den letzten, der sie fast erwischt hätte.
Aber sie hatte auch Nydeggers Gesicht gesehen; es war trübe und bedrückt gewesen. Vielleicht war ihr Freund selber in Not, und auch ihm mutzte geholfen werden? Sie war ärgerlich über feine Heimlichkeiten. Weshalb vertraute er sich ihr nicht schon in München an? Verbarg er etwas, das auch sie nicht erfahren durfte? Wer mit Basilius zu tun hat, ist auf Abwegen!
Sie ahnte nicht, wie nahe sie der Lösung war, sie fühlte nur, daß sie Nydegger liebte und ihm eine wirkliche Schlechtigkeit nicht zutrauen konnte. Da sie dies Empfinden ganz klar erkannte, war sie ein wenig ratlos. Immerhin wußte sie, sie mußte Nydegaer überwachen. Don Nydegger führte die Spur stets zu Basilius. Vielleicht kam sie dahinter, was die Männer verband.
Sie fuhr zur Stadt zurück. Sie hatte bei der Ankunft in Hamburg sofort Jabusch unb Nydegger verfolgt und wußte, daß Jabusch ben Freund in ein kleines Hotel hinter dem Hauptbahnhof geführt hatte. Es war ihr gelungen, ganz in der Nähe, schräg gegenüber, Quartier zu bekommen.
Natürlich war es langweilig und umständlich, Nydegger zu überwachen, um an Basilius und dessen Geheimnisse heranzukommen. Aber Ilia meinte, ihr bliebe kein anderer Weg.
Sie saß in ihrem Zimmer und sah auf die Straße, beobachtete den Ausgang des kleinen Hotels gegenüber, in dem Nydegger wohnte. Einmal mußte er ja dort heute herauskommen oder hineingehen.
Sie saß im Mantel, wie sie heraufgekommen war, am offenen Fenster hinter der Gardine; nur den Hut hatte sie abgetan, ihr Kopf schmerzte. Sowie Nydegger auftauchte, würde sie seine Spur aufnehmen, wohin er dann auch gehen mochte. Sie war sich klar:, er mochte nicht allein kommen ober davongehsn.
Womöglich war Basilius bei ihm ober einer feiner Freunde. Sie dachte: umso besser, desto eher erfahre ich alles. Herrn Alwin Jabusch kannte sie bereits. Ein engagementsloser Artist. Das hatte sie herausbekommen; auch Jabuschs Logis.
Man würde weiter sehen, wer diese Leute um Basilius herum waren. Und wehe, wenn man etwas erfuhr, das sie strafbar machte. Ilia Filimon würde keine Sekunde zögern, sie alle der Polizei anzugeben.
Sie saß, rauchte nervös und ohne Genuß viele Zigaretten und wartete. Sie wartete einer schmerzhaften Enttäuschung entgegen. Denn Robert Nydegger würde bald kommen. Aber nicht allein. —
Nydegger hatte ohne Schwierigkeit die Kommilitonin Ines Reussing fennenaelernt. Es fand sich ein gemeinsamer Bekannter, Den Nydegger in ber Universität entdeckte und ber die Vorstellung besorgte. Alles Weitere ergab sich zwanglos.
Er hatte ihr nicht von Liebe gesprochen. Was glaubte ber verrückte Basilius eigentlich! Erstens hätte Nydegger bas aus sich heraus nicht vermocht und bann roar auch diese offene scheulose Kameradschaftlichkeit, mit ber sie ihn angenommen hatte, durchaus nicht dazu angetan, solche Worte zuzulassen.
Er war froh Darüber. Er liebte Ilia. Es hätte ihm sehr weh getan, Worte verraten zu müssen, die er Ilia gegenüber echt empfunden gebraucht hatte. An seine Neigung rührte das Zusammensein mit Ines Reussing nicht.
Doppelt war er sich solcherart der Zwangslage bewußt, in bie er geraten war. Basilius drohte. Er hatte ihm vor einiger Zeit Nachricht zukommen lassen, baß es sich um biefen heutigen Abend handele.
Das hieß, Basilius hatte seinen unmöglichen Plan nicht aufgegeben unb rechnete auf Nydegger. Nydegger sollte heute Ines Reussing entführen. Schon bas Wort war grotesk! Der Versuch zur Tat würde ein Gelächter und Lächerlichkeit auslösen unb bannt enden. Ihm konnte das recht fein.
Aber was würde Basilius gegen ihn unternehmen, wenn er — versagte?
Er schritt neben Ines Reussing her. Sie interessierte sich für München, er hatte erzählen müssen. St« dachte au ewe Ueberstedlung nach dort für
einige Semester. Als sie in der Nähe des Hauptbahnhofs angelangt waren, sagte er:
„Wollen Sie mich nun nicht ganz nach Hause bringen, Fräulein Reussiny, und mich vor meinem Hotel abliefern? Das wäre wenigstens einmal etwas anderes, eine Art umgekehrte Welt."
Sie lachten. Immerhin vergaß er für kurze Zeit Den verfluchten Auftrag. Ines Reussing blieb neben ihm. „Sie sind aus der Provinz, nicht wahr? Ich werde Sie erst vor Ihrer Haustür verlassen, daß Sie nicht noch unter ein Auto kommen."
Als sie vor dem bescheidenen Hotel standen — "hier wohne ich" — fiel ihm wieder ein, daß er dies Mädchen heute abend wenigstens noch einmal treffen müsse.
Vielleicht genügte es Basilius, wenn er Ines Reussing aus der Wohnung fernhielt? Schmerzvoll, schandbar, so etwas gegen ihre Arglosigkeit! Er biß die Zähne zusammen. Aber es war eine Lösung. Morgen reifte er bann ab, ganz gleich, was Basilius unternahm.
Er zog ben Hut. Sie gaben sich bie Hände. Sicherlich waren sie einander sympathisch. Er brauchte keine plumpe Einladung vom Stapel zu lassen.
Sie nickte gern auf seine Frage. Er möge sie um 8 Uhr am Rathausmarkt erwarten. Wenn er morgen schon wieder reife, wolle fie natürlich diesen Abend in Hamburg mit ihm zusammen sein.
„Denken Sie sich etwas Hübsches aus unb" — sie brohte mit bem Zeigefinger — „eine Bedingung habe ich!"
„Welche? Bewilligt im voraus."
„Getrennte Kassen!"
„Das wird sich alles finden."
Sie schüttelte ben Kopf. „Sie haben schon Ja gesagt."
Er blieb stehen und sah ihr nach. Sie schaute sich nicht um. Da stieg er die drei Stufen in sein Hotel hinauf.
Gegenüber im ersten Stock des Hauses flatterte eine Gardine. Dann schlug hart ein Fenster zu.
Eine Weile stand Ilia Filimon regungslos. Mles Blut stieg ihr zu Kopf. Kaum, daß sie hatte das Fenster schließen können. Ihr war zumute gewesen, als sollte sie hinunterschreien auf bie Straße, wo bie beiden gestanden hatten: „Verräter!"
(Fortsetzung folgt!)


