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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
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Reichserziehungsminister Rust hat an Hans Grimm folgendes Schreiben gerichtet: „Dem Dichter von „Volk ohne Raum", dem aufrechten Deutschen, der mit heißer Liebe zu seinem Volk Kenntnis der Welt und Weite des Blicks zu vereinigen wußte, herzliche Glückwünsche zum 60. Geburtstag. Möge Hans Grimm seiner neuen Generation in der Schlichtheit und Tiefe seines Bekenntnisses zum Deutschsein immer ein Vorbild bleiben.
Reichsminister R u st."
ortzufahren), was gedenkt Jugoslawien zu tun? Was Rom? Was Frankreich?
Wer sich an ditz, Aussöhnungsverhandlungen z w i- chen Frankreich und Italien erinnert, wer sich die Mühe nimmt, die Berichte nachzuschlagen, die dieses „Jahr des Schicksals" einleiteten, wer den schließlich zustandegekommenen Vertrag liest, dem wird auffallen, daß beide Partner um die Kernfrage, um die Adria, einen eleganten Bogen geschlagen haben. Das heikelste Problem, das nicht zuletzt bestimmend war für die ewigen Zänkereien zwischen den lateinischen Schwestern,' wurde scheinbar überhaupt nicht berührt. Wie man scheinbar nicht über die Entwicklung der abessinischen Dinge sprach. Bald aber stellte sich dann heraus, daß Frankreich den bis gestern so geschmähten Faschismus plötzlich hätschelte, daß die'Boulevardzeitungen anbeteten, was sie gestern verbrannten und die verwandten Genfer Zirkel auf einmal Abessinien als völkerbundsunwürdig hinstellten, um Italiens Vorgehen ohne weiteres zur rechtfertigen. Auf der anderen Seite wurde die Pressepolemik gegen Frankreich schlagartig eingestellt, es kam zu militärischen Verbrüderungsfeiern wie zur Blütezeit der Entente, und ebenso breitete man über alles, was Italien „drüben", beim serbischen Nachbarn, zu Leid geschah, den wohltätigen Mantel des Schweigens. Natürlich wußte das italienische Volk trotzdem, was vorfiel, aber es behielt angesichts der serbischen Kundgebungen gegen Italien
die Nerven, es rührte sich überhaupt nicht. Ahnte es Mussolinis große Gebärde? Sicher ist jedenfalls das eine, daß es lieber vom Frieden hört, als vom Krieg. Trotz der Mobilmachungsbegeisterung. .
Für die europäische Politik wäre ein Adria- friede, sei es auch nur ein befristeter, von unab- sehbarer Tragweite. Italien bekäme nach der französischen Rückendeckung nun auch beide Arme frei, das Gespenst eines Zweifrontenkrieges (gegen Frankreich und Jugoslawien), wie es jahrelang die Gemüter beherrschte, würde zurückweichen, der Weg ist offen--An diesem Gedankenstrich angelangt,
fragt sich der Römer an den Iden des März: offen, wohin aber? Was nun? Gegen wen sammelt man alle Kräfte? Warum nur besteht der Duce darauf, daß wir eine kriegerische Nation werden müssen, warum werden die Freiwilligen von dreißig Jahresklassen eingestellt, warum der Appell an die Notwendigkeit der Selbstversorgung, der Kriegsbereitschaft? Alles nur wegen Abessinien? Niemand, der dem Manne so zu antworten wüßte, daß er befriedigt seiner Wege geht. Es ist Frühling in Rom und die Truppenzüge rollen Tag und Nacht. Wer es nicht sieht, kann es in der Zeitung lesen. Cäsar nimmt die Blumen entgegen und schweigt. An feiner Stelle spricht Mussolini: Si vis pacem, para bellum! Wenn du Öen Frieden willst, bereite dich für den Krieg vor!
Hochschulnachrichten.
Professor Dr. Rudolf Ruth von der Universität H a l l e > W i t t e n b e r g hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für deutsches Recht und Verkehrsrecht an der Universität Frankfurt angenommen. Professor Ruth ist am 21. Juli 1888 in Büdingen geboren. Er nahm als Offizier am Weltkriege teil, studierte in Gießen, wo er auch bis 1920 Assistent der Juristischen Fakultät war, und habilitierte sich dann 1921 an der Universität Frankfurt am Main, wo er drei Jahre später zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Daneben war er im hessischen Justizdienst tätig. 1925 erfolgte seine Berufung nach Halle. Seine Arbeitsgebiete sind: Deutsche Rechtsgeschichte, deutsches Privatrecht und bürgerliches Recht, insbesondere Mietrecht, Aktien- und Genossenschaftsrecht. Von seinen Arbeiten seien genannt: „Das eheliche Güter- recht und Gütererbrecht der übergeleiteten Ehen in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen": „Zeugen und Eideshelfer in den deutschen Rechts- quellen des Mittelalters."
Oer Napoleon-Film „100 Tage".
Im Berliner Capitol erlebte der Napoleon- Film „10 0 Tage", nach dem gleichnamigen Schauspiel von Benito Mussolini und Gioac- chino Forzano, eine Voraufführung, zu der Dr. Ernst H a n f st a e n g l, der Auslandspressechef der NSDAP, und künstlerische Berater bei der Filmherstellung, einführende Worte sprach. Das von Franz W e n z l e r inszenierte Werk ist die gegen den Schluß hin sich mehr und mehr steigernde Verbindung eines bewegten, farbigen geschichtlichen Gemäldes mit stark menschlichen Zügen, die bei Werner Krauß als Napoleon ihren kraftvollen Ausdruck finden.
Dr. Hanfstaengl sagte u. a. Folgendes: Der Umstand, daß eine nunmehr geschichtlich gewordene Persönlichkeit, der Schöpfer des modernen faschistischen Staates Italien, sich mit der Figur des ihm wesensverwandten Napoleon beschäftigte, stempele das Werk zu einem in der gesamten Napoleon- Literatur noch nicht dagewesenen. Wie oft auch schon der Napoleon-Stofs in Romanen und Bühnenwerken behandelt wurde, in der Bearbeitung durch Mussolini kommt ein Entscheidendes hinzu: hier ist das Thema nicht vom Menschlich-Gesellschaftlichen her behandelt — in Mussolini tritt zum ersten Male ein Napoleon-Autor hervor, dem die staatsmännische Macht zum kongenialen Fluidum, zum elementaren Inhalt, zum Ziel und Schicksal des Lebens geworden ist. Heute sehen wir Napoleon, ähnlich wie das bei Cromwell der Fall ist, als den genialen schicksalsgesandten Ueberwinder des Revolutionspöbels und Parlamentariergesindels seiner Zeit. In den „100 Tagen", dieser Zeit des demokratischen Imperialismus, ziehe wie in einer genialen Reprise die gesamte historisch-menschliche Lebensbilanz des 45jährigen, bereits schwerkranken Napoleon an uns vorüber. Ein durchaus moderner, nervös aktueller Menschentyp verläßt nach einem Leben rastloser Selbstverzehrung die Weltbühne. In die „100 Tage" des Jahres 1815 drängt sich die ganze Hoffnung und Verzweiflung eines grandiosen, von Ehrgeiz gepeitschten Lebens zusammen um in der von der Mutter immer geahnten Weise tragisch zu enden.
Was Napoleon aber für die Kunst und die Künstler bedeutete, habe niemand schöner in Worte gefaßt als der bekannte Wagner-Biograph Guy de Po urtalös. Er sagte: „Napoleon streute vor hundertzwanzig Jahren soviel Samen für Dichtungen aus, daß sich die Herzen, wenn er vorüber, geschritten war, unter dem Tritt seines Fußes er- hohen — wie die blutroten Mohnblumen in den Feldern, es kommt wenig darauf an, ob vor Liebe oder Haß. Die Gabe, sogar den Feind zu zwingen, daß er den Sieger als Helden prellt verleiben die Götter nur selten."
Adriafriede?
Don unserem römischen E.-Korrespondenien.
Hans Grimm, der Dichter des Kolonialdeutschtums.
3u seinem 60. Geburtstag am 22. März.
Don Peter Johannsen
Nietzsche hat einmal ausgesprochen, daß die höchste Form der Unsterblichkeit das Weiterleben im Aphorismus sei. Wenn das richtig ist, dann ist über die Dauer des Namens Hans Grimm heute bereits entschieden. Denn der Titel seines Buches, das 1926 erschien und zu dem größten Verbrei- tunqserfolg unter der ernsten Literatur des letzten Jahrzehnts wurde, umschließt in seinen drei Wor- ten Volk ohne Raum", die ganze Tragik unseres weltpolitischen Schicksals und prägt knapp und wuchtig zugleich die Parole des Angriffs zur Ueberwindung unserer nationalen Vereinzelung. Man muß schon um ein Jahrhundert zurückgreifen, wenn man wieder aus ein Buch stoßen will, das in ähnlicher Weise bereits in seinem Titel den In- begriff der behandelten Zeit so schlagend zum Aus- druck bringt, daß der Name des Buchs zum Schlug, wort für die Epoche wurde; es ist die Geschichte der Restauration Europas von Johannes von Haller.
Hans Grimm ist der Dichter des Kolomaldeutsch- tums geworden. Sein berühmtestes Werk wie auch die anderen Romane, Novellen und Berichte sind S, KS"S.n ?!j & - Südwesterbu ch", der Novellenband „L u d e - r i tz l a n d" u. a. Grimm hatte den großen Dor- teil, daß er das Leben in den Kolonien nicht von der Ferne kannte und sich auch nicht auf gelegentliche Besuche beschränken mußte Dreizehn Jahre hat er im Kapland als deutscher Ueberseekaufmann gelebt und alles selbst durchkostet, was die femd- liche Welt dem deutschen Siedler, Soldaten oder Kaufmann draußen an Leiden und an Aufstiegsmöglichkeiten bereitet. Er lernte auch die 15«* Buchungen kennen, die gerade für den Deutschen als Den jüngsten unter den Kolonisten entstehen, wenn es zeitweise vorteilhafter erscheint, sich der englischen Welt anzupassen. Grimm hat jedoch gerade tn der Auseinandersetzung mit dem englischen Wesen seine deutsche Sonderart nur stärker entwickelt und draußen in der Fremde das große Erlebnis dessen ge- fanden, was „Deutschheit" ist. Die Engländer waren ihm in dieser nationalen Selbstbehauptung Lehrmeister. Die zwei Jahre seiner kaufmännischen Lehre verbrachte er, der Sohn eines deutschen Universitätsprofesiors, i» England.
Erster Frühling in der „Wetter-Wiffenschast"
Frühlingsanfang in Deutschland, wie ihn der Meteorologe sieht.
Wer will, kann dem Frühling nachreisen.
Don Professor Dr. Franz Baur, Frankfurt a. M.
Rom, Mitte März.
Im blauen römischen Frühlingshimmel dröhnen die Bombengeschwader, über die alten Konsular- straßen knattert die motorisierte Jugend der kriege- rischen Nation, Tag für Tag rollen die Truppen- züge den langen Stiefel hinunter und werfen ihre Fracht in die bereitstehenden Transportschiffe. Große Plakate werden in den kleinsten Städten angeschlagen, die Arbeitslosen stehen herum und lesen laut,'daß man sich freiwillig zu den Fahnen melden könne. Die ersten Seiten der Zeitungen hallen wider von der Begeisterung der Ausziehenden und dem Stolz ihrer Angehörigen, die Bilder könnten aus den eisernen Tagen vor zwanzig Jahren stammen.
An den Iden des März huldigte Rom dem Reichsgründer, dem Vorbild des Duce: Cäsar.'Waren es in den letzten Jahren vereinzelte Blumen gewesen, ein Strauß. Narzissen, ein Armvoll honigduftender Mimosen, einige marsrote Nelken, die unbekannte Hände zu Füßen seines Standbildes auf der Dia dell'Jmpero niederlegten, so ist nun der amtliche Lorbeer dazugekommen. Der Statthalter von Rom schmückte ihn mit den Farben der Urbs, mit dem Wappen SPOR., dem Jngriff der zweitausendjährigen Stadtverwaltung, bann kamen die Kriegsfreiwilligen anmar- schiert, Musik voraus, es blitzten die Ehrenzeichen des Schlachtfeldes. Darauf die Centurien der Jungfaschisten, die militärisch gegliederten Kinderscharen — es soll keine Lücke geben zwischen den Kriegern von gestern und den Kriegswilligen von heute, es ist nicht wahr, daß Rom jemals unterging, die Brücke zum alten Rom scheint nicht gebrochen, und mögen die Jahrhunderte in den Staub gesunken sein, Cäsar steht neben Mussolini! Das ist das unsterbliche Rom.
Unter den Fremden, die ergriffen, mitfühlend, verständnislos oder bloß neugierig das mitansehen, um dann den Blick hinüberschweifen zu lassen zum Balkon des Palazzo Venezia, als müsse der Duce
Wer in den nächsten Wochen etwa vom westlichen Rande des Schwarzwaldes, von der Oberrhein-Ebene, quer durch Deutschland bis nach dem äußersten Ostpreußen reift, kann beinahe Überall im Lande mit dem Frühling seinen Einzug halten. Denn im Südwesten Deutschlands zieht der Frühling zuerst ein,,und bis er hoch hinauf nach Deutschlands Nordosten kommt, vergehen einige Wochen. Wie der erste Frühling von den Meteorologen, den berufsmäßigen Wetterkundigen, beurteilt wird, schildert hier Prof. Baur, der Leiter des „Forschungsinstituts für langfristige Wettervorhersage" in Frankfurt a. M.
Am 21. März ist „Frühlingsanfang". So steht es in jedem Kalender. Aber die Meteorologen rechnen den Frühling (auf der Nordhalbkugel) vom 1. März an, weil im allgemeinen in der gemäßigten Zone die drei Monate März, April und Mai als „Uebergangsmonate" vom Winter zum Sommer gewisse meteorologische Aehnlichkeiten aufweisen, wenn auch natürlich Art und Grad dieses Ueberleitens in jedem der drei Frühlingsmonate verschieden sind. Diese Festsetzung eines bestimmten Datums als Frühlingsanfang bringt für die wissenschaftliche Arbeit praktische Vorteile. Aber der Begriff „Frühling" ist dadurch an einen ganz bestimmten, in jedem Jahre gleichen Zeitabschnitt gebunden, der in den einzelnen Teilen der gemäßigten Zone sehr verschiedenartige Wetterzustände und Wetterabläufe mit sich bringt.
Schon auf so engem Raume wie Deutschland treten besonders im März starke klimatische Unterschiede auf. So liegt die Mitteltemperatur des März in der Oberrheinebene und im unteren Neckartal im Durchschnitt vieler Jahre zwischen 5 und 6 Grad, während sie in Ostpreußen (bei Goldap und Treuburg) noch um 1,5 Grad unter dem Gefrierpunkt liegt. Treuburg hat in normalen Märzmonaten noch 25 Frost -
Menschen auseinandergeredet und endlich auseinandergeschrieben wurde und was also zerflossen erscheint". Seine herbe niederdeutsche Art verbietet ihm, das eigene Herz Hingen zu lassen in lyrischen Strophen. Grimm erfüllt den strengen Sinn des Epos, indem er als Kunstform den sachlich dicht gefügten Bericht wählt. Von, seinen Novellen, von denen sieben der schönsten in dem Band „Lüderitz- land" zusammengefaßt sind, sagt er selbst, er erzähle „die Begebenheiten wieder, wie sie mir erzählt wurden". Da aber hinter diesen „Begebenheiten" ein echter Dichter steht, erreichen seine Werke eine sprachkünstlerische Zucht und eine Erlebnisstärke, die in ihrer geballten Verhaltenheit oft bis in die Bereiche Kleistscher Sprachmagie reicht.
Es war daher die schönste Huldigung, die das Dritte Reich, zu dessen geistigen Vätern Hans Grimm gezählt werden darf, dem Dichter darbringen konnte, daß sie seinen Roman „Volk ohne Raum" als einziges Buch neben die sechs besten Erzeugnisse deutscher Wirtschaft und Technik auf der Weltausstellung in Chikago legte
Zum Dichter der kolonialen Welt wurde Hans Grimm erst in reiferen Jahren. Als der Krieg ausbrach, kehrte er zurück/und machte ihn von 1916 bis 1918 in der Drecklinie des Muskoten mit. Als der Kolonialminister Bell die überseeischen Besitzungen des Deutschen Reichs mit einem Federstrich wegzeichnete, da brach dem herben Norddeut- eben fast das Herz. Wochenlang konnte er nicht chlafen. Er kehrte auf die niedersächsische Scholle zurück, die feine Vorfahren einstmals bebaut hatten, und ging daran, zu beschreiben, was die deut- chen Kolonien dem Vaterlande an wirtschaftlichen, völkischen und seelischen Werten gegeben hatten, Kräfte, auf die ein verantwortungsbewußter und in die Ferne schauender Nationalpolitiker wie Grimm auch für die Zukunft nicht verzichten zu können glaubt. ,
Das Kolonisieren von fernem Neuland bietet nach Grimms Erfahrungen nicht nur Raum zur Au f - nähme eines Bevölkerungsuberfchuf- fes für den der heimische Boden nicht genügend Arbeit und Nahrung hat. Auch die wirtschaftlichen Vorteile, die der Besitz von eigenen Kolonien der nationalen Wirtschaft durch die Zufuhr von R o h st o f f e n bietet, sind nicht das Lockendste so bitter wir diesen Mangel gerade heute empfinden Kolonisieren ist Ausdruck völkischer Jugendkraft, ist ewige Aufgabe des nur im Aufbruch starken Deutschtums. „Der deutsche Mensch braucht Raum um sich und Sonne über sich und Freiheit in sich, um gut und schön zu werden." So verteidigt Grimm auch den deutschen Ueberseekaufmann gegen die gehässigen Anwürfe einer feindlichen Welt. „Er war gleich den meisten seiner Landsleutt weder ein Negerausbeuter noch ein Gewaltmensch, noch em Eroberer, sondern ein fleißiger Kleinbürger, der einen etwas rascheren Aufstieg suchte, als die alte Heimat ihn zu bieten vermochte Er wurde rote die anderen auf feinem neuen Wege bet Sonne und größerer Freiheit immer näher an das Schicksal gerückt, er stand ihm eines Tages einsam gegenüber, ganz erbarmungslos Auge in Auge, und dann zeigte sich freilich vor dem Unabwendbaren auch bei ihm ein Stück Heldentum."
Menschen dieser vorbildlichen Haltung tn der Auseinandersetzung mit dem Schicksal unter engster Anlehnung an die erlebte Wirklichkeit zu fdjib dem, das ist der Sinn der dichterischen Kunst Hans Grimms. Er hat ihr stets eine dienende Rolle zugewiesen. So ist er auch nie der „Literatur der Intellektuellen verfallen. Er zügelte vielmehr ferne angeborene dichterische Begabung, die die Mutter schon in frühesten Jahren erkannte, bis ihn das Leben gelehrt hatte, wirklich etwas zu sagen, das Daseinshilfe für die Mitmenschen und Wegweiser in völkischen Nöten ist. Denn „in der echten Kunst hat nie eine andere Bedeutung gelegen, als daß fit von neuem sichte', was durch die Vielheit der
tage und 6 Eistage (d. h. Tage, an denen auch die höchste Temperatur noch unter 0 Grad liegt), Köln dagegen nur 7 Frvsttage und in der Regel gar keinen Eistag.
Wie stark neben den räumlichen Unterschieden die Abweichungen von Jahr zu Jahr sein können, das haben wir in diesem Jahre wieder erlebt, in dem die Tage vom 3. bis 9. März, die einzelnen Gebieten Deutschlands Temperaturen von 20' und mehr Grad unter Null brachten, gewiß nicht früh- lingsmäßig, sondern ausgesprochen winterlich gewesen sind.
Durch die klimatischen Verschiedenheiten kommt es, daß die Gesamtheit der Naturerscheinungen, die wir nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch als „Frühling" bezeichnen, selbst in einem so verhältnismäßig kleinen Lande wie Deutschland nicht gleichzeitig eintritt. Am besten läßt sich dieser Frühlingsbeginn an der Wirkung der Witterungs- Dorgänge, nämlich am Wachstum der Pflanzen, besonders am Eintritt der Blüte bestimmter Gewächse, verfolgen. Mit dem Aufblühen der Anemone und Kornelkirsche beginnt der erste Teil des Frühlings, der Vorfrühling. Den Beginn des Hauptteils, des „D o ll f r ü h 1 i n g s" kündigt sehr gut der Anfang- der A p f e l b I ü t e an.
Das Datum des Beginns des Vollfrühlings bezeichnet man meist als den Tag des „Frühlingseinzuges". Er tritt im deutschen Tiefland (Seehöhs unter 400 Meter) am frühesten in der Oberrheinebene, im unteren Neckartal, im Rheingau und Moseltal, am spätesten im östlichen Pommern (Gegend von Lauenburg) und im südöstlichen sowie nördlichsten Ostpreußen ein. Dabei kann man im Binnenland die beachtenswerte Feststellung machen, daß das mittlere Datum des durch dis Apfelblüte und einige andere phänologifche Beobachtungen bestimmten Frühlingseinzuges kurz nach dem mittleren Datum des letzten Frostes liegt. So tritt z. B. in der Oberrheinebene und im Rheingau der letzte Frost (im Mittel vieler Jahre)
aus feinem Arbeitszimmer heraustreten und mit dem römischen Gruß die Parade abnehmen, sind sichtlich wenige oder keine, die alle Uniformen und alle Fahnen und Wimpel kennen. Sie würden sonst vielleicht verwundert gewesen sein, daß die ersten, die zu Cäsar die Schwurhand hinaufhoben, die Freiwilligen und „Azzurri" von Dalmatien waren. Fast immer führt die dalmatische Fahne, wenn es zu patriotischen Kundgebungen kommt.
Man könnte nun manches Bedenkliche erwähnen, an vieles erinnern, was über die Ansprüche Italiens auf die Adria, das mare nostro, geschrieben wurde. Kein Italiener, kein Neurömer vor allem, der dort drüben am andern Ufer nicht eine offene Wunoe fühlen würde. Aber weit wichtiger als diese Gefühle find gegenroätig die Tatsachen, und sie zeigen, daß Mussolini sogar das Herz seines Volkes in Händen hat und zu zügeln vermag, wenn es am ungestümsten sich gebärden mochte. Am Tage vor der Cäsarfeier überreichte der neue italienische Gesandte in Belgrad, G r a s Viola di Campa! to, dem jugoslawischen Prinzregenten sein Beglaubigungsschreiben und fand dabei Worte, die man noch vor einem Jahre nicht für möglich gehalten hätte, am wenigsten in Belgrad selber:
„Ich bin von meiner Regierung beauftragt, ausdrücklich zu erklären, daß ich auf eine wirk t i ch e Wiederannäherung unserer beiden Länder hinarbeiten soll. Ich bin ermächtigt zu wiederholen, daß Italien gegen Jugoslawien keine anderen als freundschaftliche Gefühle hat und nicht beabsichtigt, Jugoslawien in feiner Entwicklung zu stören oder feine Gebietshoheit a n d u t a ft e n, sondern im Gegenteil alle Möglichkeiten auszuschöpfen gedenkt, um zu einer herzlichen und tatsächlichen Zusammenarbeit auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet zu gelangen."
Man muß das zweimal lesen. Ist das ein feierlicher und endgültiger Verzicht auf D a l matten? Wenn ja (um im parlamentarischen Stil
Auf der großen Ausstellung „Wunder des Lebens" in Berlin wird dieses Riesenauge die Einzelheiten dieses kostbaren menschlichen Organs deutlich veranschaulichen. Dahinter erkennt man eine große Nachbildung des menschlichen Gehirns.
Auch dieses Riesenauge wird auf der Schau „Wunder des Lebens" zu sehen sein.


