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Wie sieht es in der Wirtschaft aus?
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Rücktritt gegeben.
Aber die Hauptschwierigkeit lag darin, daß aus dem Lande selbst in den letzten Wochen unter ausdrücklicher Bezugnahme auf die parlamentarischen
biologischen Grundlagen ihres Daseins zu sichern und 'in ihren Kindern die Voraussetzung für die Bewahrung der kulturellen Güter zu schaffen, die wir in unserer Geschichte der Welt schenken durften. Gerade der rassenhygienisch denkende Politiker sei zwangsläufig gegen den leichtfertigen Krieg eingestellt, weil Kriege eine Verachtung wertvollster Anlageträger bedeuteten und deshalb selbst ein gewonnener Krieg bio- logisch einen unersetzlichen Verlust bar» stelle. Weil das nationalsozialistische Deutschland rassisch denke, wolle es den Frieden. Wir lehnen jeden Chauvinismus und Imperialismus ab,, so erklärte Dr. Groß, weil wir den anderen Rassen dieser Erde das gleiche Recht zubilligen, das wir selbst für uns in Anspruch nehmen. Wir wünschen für unser Volk keine Vermischung mit fremden Rassen, weil dadurch das ursprüngliche Gute in beiden Teilen zerstört werden müsse. Aber nach wie vor sind uns Gäste auch aus fremden Kulturkreisen herzlich willkommen. Wir achten ihre besondere Eigenart genau so, wie wir unsere bluts- mäßigen völkischen Besonderheiten von der Welt geachtet wissen wollen.
Verhältnisse sich eine Baisse-Partei gebildet hat. Der kleine Mann hamsterte Goldmünzen, der Großkapitalist warf seine Belga auf die Finanz- plätze des Auslandes oder flüchtete in die Sachwerte. Hinzu kam, daß zahlreiche parlamentarische Zierden und Minister in Finanzskandale verwickelt wurden, die u. a. zum Rücktritt des Ministers van Cauwelaert führten. Die Finanzabenteuer dieser Parlamentarier, die frisch vom Dorf weg durch ihren Abgeordnetensitz in Aufsichtsratsstellen gelangten, hatten die Sozialdemokratische Arbeiterbank ruiniert, und nur durch den
antworten haben.
Französisches Militärflugzeug abgeslürzt. — Sechs Tote.
Ein schweres Flugzeugunglück, bei dem sechs Mann den Tod fanden, ereignete sich m unmittelbarer Nähe von Brest. Seit einigen Tagen fanden in diesem französischen Kriegshafen Lustmanöver statt, an denen sich die dort stationierten Wasserflugzeuge beteiligten. Bei einer Hebung waren fünf große Wasserflugzeuge mit je sechs Mann Besatzung gestartet. Schon roer/ge Augenblicke nach dem Start sah man einen der Apparate in Flammen ab stürzen. Obgleich sofort Hilfe zur Stelle war, war es nicht möglich, die sechsköpfige Besatzung aus den Trümmern zu bergen, so daß sie bei lebendigem Leibe verbrannten.
Das Schlußwort der Angeklagten im Memelprozeß.
Das zerrissene Belgien.
Gtaatspolitische Hintergründe der Regierungskrisis.
Leningrad, 22. März. (DNB.) Sechzehn amte eines Leningrader Maschinenbautrusts wurden verhaftet, weil sie über 200 Personen aus „bürgerlichen" Kreisen für den Dienst ihres Trusts angeworben hatten, die wegen ihrer „bürgerlichen Abstammung" nicht in den Staatsdienst hätten eingestellt werden dürfen. Außerdem hatten die erwähnten Personen keinWohnrecht in Leningrad. Auf Veranlassung der Behörden wurden die 200 Angestellten sofort wieder entlassen und nach Sibirien verbannt. Die sechzehn Beamte, denen auch noch andere Straftaten zur Last gelegt werden, werden sich vor Gericht zu ver-
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K o w n o , 21. März. (DNB.) Im Memelländer- Prozeß sprachen in der Donnerstagsitzung 3 1 A n - geklagte das Schlußwort. Mit besonderer Spannung wurde den Ausführungen Dr. Neumanns entgegengesehen. Er erklärte, man habe gehofft, daß während der Verhandlung Licht in 1 das Dunkel der Anklagen kommen und zunächst einmal die Presse objektiv über die wahren Vorgänge berichten würde. Man sei aber schwer enttäuscht worden. Die Verteidiger hätten nicht den Mut gehabt, mit rechtlichen Argumenten gegen die Strafanträge vorzugehen, sondern hätten auch zu der öffentlichen Meinung, die von Anfang an gegen die Angeklagten voreingenommen war, Stellung nehmen müssen. Er müsse daher befürchten, daß alles, was hier gesprochen worden sei, nur ein leerer Schall bleiben werde. Er glaube wohl, daß aus Gründen der Staatsraison manchmal Vorbeugungsmaßnahmen notwendig seien. Wir sind aber, so betonte Dr. Neumann, kein staatszersetzendes, sondern e i n staatsaufbauendes Element. Es mag sein, daß der eine oder andere an feinem Platz eine besondere Rolle gespielt hat, aber alle Angeklagten sind memelländische Bürger und sind das, was die ganze memelländische Bevölkerung darstellt. Wenn wir aus unbekannten Gründen bestraft werden sollten, so werden wir einen solchen Richterspruch als Schicksal hinnehmen und ins Gefängnis gehen. Dr. Neumann ersuchte —
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Weil Oeuischland rassisch denkt, will es den Frieden.
Or.Sroß auf einem Empfangsabend des Außenpolitischen Amts der NSDAP.
aufzunehmen. Ebenso ist der B a u m w o l l m a r k t zusammengebrochen. Der jetzige Preis von 10,65 vom Hundert, liegt 17 Prozent unter dem der Vor» woche und entspricht einem Goldpreis von 6,32 Cents. Der K a u t s ch u k m a r k t sieht Preise, die geradezu katastrophal sind. Sie liegen heute, in Gold umgerechnet, etwa auf dem Preisstand des Jahres 1933/34, alle Restriktionsmaßnahmen find also vergeblich gewesen und man scheint doch ganz erheblich die Aufnahme vornehmlich der amerikani- schen Äutomobilindustrie überschätzt zu haben. Der Preissturz der amerikanischen Baumwolle drückt auch auf den Weizen- und Maispreis der USA. Das alles zu einem Zeitpunkt, wo auch der Dollar zur Schwäche neigt.
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der Bedeutung, die Belgien als Wirtschaftsgebiet auf dem Weltmarkt hat, ist man sehr gespannt, ob es ihm gelingen wird, die Währung zu halten. Bröckelt der Goldblock erst mal an einer Ecke ab, bann ist noch nicht zu Übersehen, was weiter folgen wird. Die Erholung des Pfundes, von der es keineswegs feftsteht, ob sie von Dauer fein wird, hat zu einem Rückströmen des ausländischen Wanderkapitals geführt, das vor zwei Wochen England fluchtartig verlassen hatte. Dieses hin und 'her flutende Wanderkapital ist eine Erscheinung der Nachkriegszeit und eine recht üble dazu. Es ist eine Folge der unsicheren Währungslage und der nicht zü Übersehenden politischen Verhältnisse. Die nächste Zeit wird daran kaum etwas ändern.
Während sich im Verlaufe der Woche das Pfund etwas befestigen konnte, der französische Franken gut gehalten wurde und nur die Lira international etwas schwächer lag, haben sich die P r e i s e i n - brüche auf dem internationalen Rohstoff m a r k t fortgesetzt. Trotz der Bildungsver- suche von neuen Rohstoffkartellen haben vor allem der Z i n n m a r k t und der K u p f e r m a r k t unter Preisverfall zu leiden, obgleich die Erzeugerfirmen kartelliert sind. Zinn verlor infolge der un- genügenden Nachfrage fast 20 Pfund Sterling, die Kupferkonferenz in Neuyork tagt zwar weiter, aber alle Nachrichten darüber sind mit großer Skepsis
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Als am Montag die belgische Regierung die Devisenkontrolle einführte, reagierten darauf die Finanzrnärkte günstig, der belgische Franken stieg. Aber als Theunis zurücktrat mit der Begründung, weder Land noch Parlament hätten ihn in der Verteidigung der Währung unterstützt, begann der belgische Franken wieder zu sinken. Während die Devise Brüssel'zunächst noch ausgesprochen fest lag und sich z. B. in Zürich von 71,85 auf 72,40 erholen konnte, ging sie auf 72 zurück. Auch aus Paris wurde ein Rückgang von 356,25 auf 354 gemeldet. Wenn also der belgifche Franken nicht stabilisiert wird, dann ist damit d i e erste Bresche in die Goldblockländer geschlagen. Es wäre Frankreich ein Leichtes gewesen, die belgische Währung zu retten, aber formale Bedenken haben die Oberhand gewonnen. Inzwischen hat die belgische Regierung Verfügungen Über die Organisierung des Kredites erlassen. Um gesunden belgischen Unternehmungen Kredite gewähren zu körnten, sind zu diesem Zweck Fonds in Höhe von einer halben Milliarde Franken vorgesehen. Der Tilgungsfonds für die öffentliche Schuld wird eine neue Tranche von 500 Millionen Vorzugsaktien der belgischen Eisenbahngesellschaft auflegen. Diese Vorzugsaktien, die Eigentum des Staates sind, sowie die übrigen bereitgefteUten 500 Millionen belgischer Franken, werden als Garantie für Industrie, Handel und Landwirtschaft dienen. Bei
Berlin, 21. März. (DNB.) Das Außenpolitische Amt der NSDAP, veranstaltete im Hotel Adlon für die Diplomaten und die ausländische Presse einen Empfangsabend, der der Aufklärung des Auslandes über die Bevölkerungs- und Aussenpolitik des neuen Deutschlands galt Der Reichsamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes der NSDAP., Dr. Groß, führte dabei u. a. aus, daß nach den Lehren der Geschichte und Bevölkerungswissenschaft drei Vorgänge biologischer Art zur Zerstörung der rassiischen Kraft eines Volkes und damit der Grundlagen von Staat und Kultur führen: der Rückgang der Zahl, das An- schwellen untauglicher Erbanlagen und die wahllose R a s s e n m i s ch u n g. Angesichts der bedrohlichen Lage des deutschen Geburtenrückganges seien energische Maßnahmen erforderlich gewesen. Die Erfolge der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik hätten sich bereits in einer merkbaren (Steigerung ber Geburtenziffer gezeigt, doch fei die Gefahr des Geburtenrückganges in Deutschland keineswegs bereits endgültig überwunden. Deutschlands Bevölkerungspolitik stelle nicht eine Bedrohung seiner Nachbarn, sondern den tatkräftigen Versuch einer großen Nation dar, die
Eingriff der mächtigen Großbank der Sociöts Generale wurde sie vor dem völligen Zusammenbruch gerettet. Das Ergebnis war, daß die Sozialdemokratie in Belgien als Opposition eine geradezu lächerliche Rolle spielte. Ferner brach die große Bank des „Belgischen Boerenbondes" zusammen, die Bank der Katholiken, deren Leiter eben Staats- minifter d an Cauwelaert gewesen ist. Dieser Rücktritt erregte ungeheures Aufsehen, zumal van Cauwelaert vom Flamentum als Verräter angesehen wurde. Seine Neigung, mit den Wallonen zu paktieren, war schon immer verdächtig. Seine Parole: „Erobert Machtpositionen, werdet reich!" erregte gewaltiges Aufsehen und erinnerte an die schamlose Parole des französischen Ministerpräsidenten Guizot: „Enrichissez-vous!“, Bereichert Euch. Die Krise fegte mit Cauwelaert diese „Machtpositionen" eines korrupten Parlamentarismus hinweg, aber die Verfilzung ist so stark, daß die Kammer auf jeden Verderb hin Zusammenhalten muß, und daher setzte sie allen Regierungsversuchen einen rede- reichen und unsachlichen Widerstand entgegen.
Auf ber einen Seite ist Theunis mit feinen Liberalen im Kampfe mit ben eigenen Gruppen unterlegen, benn als Liberaler konnte er boch nicht um ber Allgemeinheit willen sich dem Rettungsmittel aller Eigennützigen verschreiben, den belgischen Franken sinken zu lassen. Auf der anderen Seite ist durch das Ausscheiden van Cauwelaerts die Flamenbewegung wieder frei g e - worden und sie hat diese Lage sofort dazu benutzt, um im Parlament sich 3U der Regierung Theunis in Opposition zu setzen. Daß der liberale Bürgermeister von Brüssel, Max, einen für Ende März angesetzten Demonstrations- 3 U g b er Flamen verbot, t)ie bie Hauptstabt erobern wollten, brachte alle Flamen in Opposition. So ist bas Lanb mit ber wallonischen unb ber flämischen Seele heillos zerrissen. Theunis, der den Versuch machte, das alte Belgien zu retten, hat müde und angeekelt das Ruder aus der Hand gegeben. Was jetzt kommen soll, weiß niemand.
Freispruch.
200 „Bürgerliche" nach Sibirien verbannt.
Rätsel um Lindberghs Sind.
Die Frau des wegen der Entführung des Lindhberg-Babys zum Tode verurteilten Hauptmann weilt, wie am Donnerstag in Neuyork bekannt wurde, in Detroit. Sie will dort das Kind^fuchen, das in einem kürzlich aus Pontiac (Michigan) in Neuyork eingetroffenen anonymen Briefes als angebliches Lindhberg-Baby bezeichnet wurde. Dieser Brief spricht von einem angeblichen Geständnis, das der Entführer des Kindes kurz vor feinem Tode einem Detroiter Gangster abgelegt habe. Dieser Gangster selbst sei im Dezember vorigen Jahres von andern Gangsters in Detroit ermordet worden. In dem angeblichen Geständnis heißt es: Das Lindhberg-Kind wurde in der Entführungsnacht nach Broocklyn gebracht. Gleichzeitig wurde die Leiche eines anderen Kindes, das auf dem Friedhof im Neuyorker Vorort Bronx begraben worden war, in der Nähe des Landsitzes des Oberst Lindhberg zurückgelassen, nachdem man der Leiche die Kleider des Lindhberg-Kindes angezogen hatte. Dies fei geschehen, so heißt es in dem angeblichen Geständnis weiter, um dem Oberst Lindbergh einen Schreck oinzujagen, weil bekannt gewesen fei, daß er das Lösegeld gekennzeichnet hatte. Der Entführer habe das Kind Lindberghs später nach Detroit gebracht und es dort in einem Kino zurückgelafsen. Es sei dann von den Behörden in einem Waisenhaus untergebracht worden. Die New Jerseyer Polizei erklärte hierzu, sie Habs keinen Zwei.fel daran, daß die in New Jersey gefundene Leiche tatsächlich die Leiche des Kindes Lindberghs gewesen sei.
stelle des Ausgeschiedenen abzuliefern und die übrigen Uniformteile, die nicht schwarz ober bunfelblau finb, umzu färben. Die Ablieferung unb Umfärbung ist nicht notroenbtg, wenn der Ausgeschiebene mit Zustimmung feiner vor- gesetzten Dienststelle innerhalb von drei Monaten nach dem Ausscheiden die Abzeichen unb Uniformen o n zugelassene V e r k a u f s st e l l e n ober un zum Tragen berortiger Uniformen "nb Abzeichen berechtigte Angehörige der NSDAP, ober ihrer Gliederungen veräußert Bei ehrenvollem Ausscheiden oder Ausscheiden infolge Ablebens kann die vor- Üesetzte Dienstbehörde dem Ausaeschledenen oder dessen Erben den Besitz der Abzeichen ober der Uniform belassen. Hierüber ist eine Bescheinigung zu erteilen.
Beginn der neuen Arbeitsschlacht im Gau Hessen-Nassau Verstärkter Siedlungsbau.
LPD. Frankfurt a. M., 21. März. Im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit stellt, wie das „Volksblatt" berichtet, bas Sieblungswerk der Partei einen wesentlichen Faktor bar, bei dem das Heimstättenamt in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Mainischen Industrie- und H a n d e l s t a g als Beauftragter ber Partei fungiert. Die Führung bes Sieblungswerkes liegt in Hänben b e s Gauleiters, besten Initiative bie Flüssigmachung ber Mittel für eine umfassenbe Sieblungsaktion zu Derbanfen ist. Es hanbelt sich um Werksieblungen, bie sich [ebenbig unb selbstverstänblich ber Lanbschaft einordnen, die unabhängig vom Werk dem schaffenden Menschen und seiner Familie ein gesundes, gemütliches Heim bieten. Geplant sind vorerst 2000 Siedlungen, von denen ein Teil bereits in Angriff genommen wurde. Weitere 400 Siedlerstellen sind jetzt baureif unb werben 3000 Erwerbslosen Arbeit geben. Diese 400 Sieblerstellen, die jetzt zur Ausführung kommen, stellen nur eine Etappe bar, weitere Projekte sinb in Vorbereitung. Auch bie übrigen Siedlungsgesellschaften haben ihre Bauprogramme fertiggestallt, so baß in unserem Bezirk von einer großen Offensive gegen die Arbeitslosigkeit gesprochen werden kann.
Fortgang des Arbe tsdienstes.
Berlin, 21. März. (DNB.) Von zuständiger Stelle erfahren wir, daß durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht der Fortgang des Arbeitsdienstes nicht berührt wird. Die zum 1. April 1935 abgeschlossenen Verpflichtungen zum Eintritt in den Freiwilligen Arbeitsdienst bleiben daher unter allen Umständen gesetzlich bindend.
Belgien ist nicht nur Schauplatz eines Kampfes ! zwischen Flamenund Wallonen, sondern I auch des Niederganges des liberal-de- ' mokratischen Parlamentarismus. Seit : Jahren ist das kleine Land erfüllt vom Parteien- : hader. Als Ministerpräsident de Brocqueville im November vorigen Jahres zurücktrat, da er ein vieltes Kabinett mit den Parteien dieses Parlaments nicht zu bilden vermochte, und I a s p a r für sein Kabinett ber Schwerindustrie nicht die Genehmigung erhielt, hat Theunis ein Ministerium zustanbe gebracht, in bem neben Vertretern ber Großindu- ftrie auch einige christliche Vertreter der Arbeiterschaft saßen. Aber bas Parlament hat Theunis nicht genügenb unterstützt, unb so hat er, mutlos geworben, die Flinte ins Korn geworfen.
Nichts ist diesem Parlament gelungen. Der Druck der Krise, die mit außerordentlicher Schwere auf das kleine Land drückt, erforderte die Wiederaufrichtung d-r Wirtschaft, die Herstellung des Budget- Gleichgewichts und die Verteidigung des belgischen Franken. De Brocqueville hatte versucht, mit 32 Notverordnungen gewissermaßen ein faschistisches Regiment innerhalb einer Demokratie für einige Zeit durchzuführen. Das mißlang. Georges Theunis aber unterzog sich einer Aufgabe, für bie feine Kräfte nicht zulangten. Denn biefer ehemalige .Präsident der belgischen Nationalbank und Präsident großer Jndustriegesellschaften wußte wohl, woraus es ankam, die von ihm vorgeschlagenen Mittel waren auch an und für sich geeignet, bem Hebel abzuhelfen, aber bie Zuchtlosigkeit ber Kammer, bie Zerfahrenheit ber Parteien unb die Stimmung im Volke vereitelten sein Werk.
Noch Mitte ftebAmr wurde in der Frankenfrage ein Ausschuß gebildet, der aus 12 Vertretern der Regierunasgruppen und aus 9 Sozialisten bestand. Aber diese Notgemeinschaft hielt nicht lange, denn die Marxisten können sich eine Ankurbelung der Industrien, die für die Ausfuhr fabrizieren, nur durch Abwertung ber Belga (bes belgischen Franken) vorstellen. Genau wie in Frankreich, in Englanb unb vorher in Deutschlanb eine ausgesprochene Linksregierung bie Währung entwertete, bis bie bürgerlichen Parteien sich aufrafften, soll es in Belgien geschehen. Als bie Marxisten bie Stützungsfront verließen, fetzte ber Frankenver- fall ein, unb bas Ministerium Theunis erhielt von ber Bank von Frankreich nicht bie Zusage, baß sie den belgischen Franken unter allen Umständen stützen würde. Damit war das Signal zu seinem
digend.
Heber die Finanzierung der Bauwirt- i chaft gibt der Geschäftsbericht der Deutschen Bau. und Bodenbank für 1934 interessante Zahlen, die für sich selbst sprechen. Im Wohnungsbau sind 300 000 Wohnungen durch Neu- und Um= bau entstanden, wovon 100 000 Wohnungen auf Umbauten entfallen. Damit ist der Rohzugang an Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 50 v. H. gestiegen. Die Kapitalbeteiligung im Wohnungsbau hat sich von 800 Millionen Mark 1933 auf 1200 Millionen im vorigen Jahr erhöht. Das Kapital ist dabei ip-it 350 Millionen beteiligt. Der Tiefbau nimmt in der gesamten Bautätigkeit wieder die erste Stelle durch die öffentlichen Arbeitsbeschaffüngs- Maßnahmen ein. Eine bemerkenswerte Steigerung nach den Jahren des Tiefttandes nimmt der g e ° werbliche und öffentliche Hochbau ein. Ein sicheres Zeichen der Wirtschaftsbelebung ist das Steigen des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Der Umsatz hat sich um sechs Milliarden Mark oder 12 v. H. erhöht, teilweise verursacht durch die Steigerung ber Warenpreise.Jm Verkehr mit öffentlichen Kassen gewinnt der Scheckverkehr immer mehr Boden.
Die deutsche M a s ch i n ft.n i n d u st r i e konnte soeben über weitere Neueinstellungen von Arbeitern und Angestellten berichten. Der Beschäftigungsgrad dieser bekanntlich stark mit dem Auslandsgeschäft verknüpften Industrie betrug im Monat Februar 68 Prozent der Normalbeschäftigung. Die herannahende Frühjahrsbelebung kündigte sich namentlich durch einen starken Auftragseingang bet der Landmaschinenindustrie an. Anderen Zweigen des Maschinenbaues hat wieder die Leip° ziger Technische Messe einen erfreulichen Auftragszugang gebracht. — Die deutsche Eisenindustrie hat den konjunkturellen Aufstieg, den ihr die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung ermöglichten, behaupten und ständig fortführen können. Die in letzter Zeit bekanntgegebenen Geschäftsberichte zahlreicher industrieller Gesellschaften zeigen die Auswirkungen der Besserung des Absatzes, die vielfach bereits zur Wiederherstellung der in der Wirtschaftskrise zerstörten Rentabilität geführt haben. Ein Musterbeispiel dieser gesunden Aufwärtsentwicklung gibt uns der Geschäftsbericht der Interessengemeinschaft Mittel ft ahl - Maxhütte. Diese bildet heute den Kern eines neuen Montankonzerns, der feinen Hauptstützpunkt nicht im Westen, sondern in Mitteldeutschland hat. Durch die im vorigen Jahre durchgeführte Verschmelzung der Charlottenhütte mit den Mitteldeutschen Stahlwerken und den Erwerb eines Teils der Aktien der großen Harpener Kohlenbergbaugesellschaft seitens der Maxhütte (die ihrerseits bereits die Steinkohlenzeche Mont-Cenis besaß) hat sich der mitteldeutsche Stahlkonzern, der ursprünglich auf Braunkohlenverbrauch eingestellt war, eine sehr breite und feste «Stein» kohlenbasis geschaffen. Er hat sich kürzlich noch das in der Nähe Berlins gelegene St ah l - und Walzwerk Hennigsdorf angegliedert. In dem Berich des Konzerns über die gegenwärtige Geschäftslage wird ausgeführt, daß die fräfticje Steigerung der montaninbuftrieüen Erzeugung m erster Linie der Ausweitung des Jnlandabfatzes durch die erfolgreichen Arbeitsbefchaffungsmaßnah- men der Reichsregierung zu verdanken fei, daß aber in letzter Zeit auch die Ausfuhr von Eifen und Eifenwaren gesteigert werden konnte. In den bayrischen und thüringischen Hochöfen der Jnteresfen- gemeinschaft sind im letzten Jahre mehr als 245 000 ' Tonnen Roheisen erblosen worden. Die Stahl- und > Walzwerke erzeugten 267 000 Tonnen Rohstahl und - 214 000 Tonnen Walzfabrikate. Der Auftragsein- : gang ist bis in die neueste Zeit hinein sehr befrie-
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