Ausgabe 
22.2.1935
 
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darf es einer neuen Ermächtigung für den Reichsminister der Finanzen zur Beschaffung von Mitteln im Wege des Kredits. Die Höhe des Kre­dits wird durch den Führer und Reichskanzler auf Antrag des Reichsministers der Finanzen bestimmt.

Oie ansteigende Wirischastskurve.

Berlin, 22. Febr. (DNB.) Die R e i ch s p o st veröffentlich den Bericht über das dritte Vier­tel des Reichnungsjahres 1934 (Oktober-Dezember). In den meisten Verkehrszweigen sind gegenüber dem Vorjahr ansehnliche Steigerungen eingetreten. Wesentliche Zunahmen zeigen der Briefverkehr (plus 38,8 Millionen Stück), der Pa- ketverkehr (plus 5,1 Millionen Stück), der Bar­verkehr (plus 9,6 Mill. Stück) und der Postscheck­verkehr (plus 20,5 Mill. Buchungen). Auf allen Ge­bieten des Post- und Fernmeldewesens konnten wieder Verkehrs- und Betriebsverbes- s e r u n g en durchgeführt werden. Besonders zu erwähnen ist die Eröffnung des Luftpostverkehrs mit Australien. Die Zahl der Postscheckkonten betrug am Ende des Berichtsvierteljahres 1 046 314. Ausgeführt wurden 207 Millionen Buchungen über 32 Milliarden Mark, von denen 26 Milliarden Mk. oder 82,1 v. $). bargeldlos beglichen wurden. Die Gesamteinnahmen betrugen 449, die Gesamtaus­gaben 430 Mill. Mark gegenüber 452 und 446 Mill. Mark im gleichen Zeitraum 1933.

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Der Haushaltsplan der hannoverschen Provinzialverwaltung für das Jahr 1935/36 zeigt eine sehr günstige Finanz­entwicklung. Eines der wichtigsten Ziele der na­tionalsozialistischen Staatsführung ist die Gesun­dung der öffentlichen Finanzen, und daher wurde auch bei der Aufstellung des neuen Haushaltsplanes nach den Grundsätzen äußerster Sparsamkeit verfahren. Nach Abgeltung der Fehl­beträge der letzten Jahre ist die Zukunft nunmehr frei von Fehlbeträgen des ordentlichen Haushalt­planes.

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Dw Stadt Lüdenscheid schließt ihren ordent­lichen Haushaltsplan nicht nur ohne Fehl­betrag ab, sondern hat auch eine beachtliche Ermäßigung der Steuern vorgesehen. Die Gewerbe st euer vom Ertrag wird von 500 auf 400 v. H., die Gewerbesteuer nach der Lohn­summe von 1500 auf 1200 v. H. gesenkt. Die Be­rufsschulbeiträge fallen vom 1. April 1935 ab fort. Die Gasmessermiete wird ebenfalls in Zukunft nicht mehr erhoben. Diese Maßnahmen bedeuten eine Entlastung der Wirtschaft an Steuern und Abgaben um 168 000 Mark jährlich.

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Der Betrieb der stillgelegten Glashütte Siebenstern im Kreise Warburg ist nach vollständiger Modernisierung wieder er­öffnet worden. Eine ganze Anzahl Glashütten­arbeiter kommt damit wieder zu Arbeit und Brot. Die Hüttenindustrie des kleinen Eggedorfes läßt sich bis auf das Jahr 1597 zurück nachweisen.

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Durch vorbildliche Opferbereitschaft aller Arbeit­geber in der Gemeinde Bergenhusen, Kreis S ch l e s w i g, ist es gelungen, alle Er­werbslosen in Arbeit und Brot zu bringen. Nach genauer Einteilung und Abschätzung der Größe ihres Besitzes haben sich die Bauern und die Handwerker mit Landwirtschaft im Neben­betrieb bereit erklärt, alle Erwerbslosen zusätz­lich zu beschäftigen.

Vermieter und Mieter.

Tagung desBnndes deutscher Mietervereine

Berlin, 21. Febr. (DNB.) Nachdem der Zen­tra. lverband des deutschen Haus- und Grundbesitzes sowie der Reichsverband der Neuhaus- und Eigenhe i m be s i tzer kürzlich mit großen Kundgebungen an die Oeffent- lrchkeit getreten sind, veranstaltete der Bund deutscher Mietervereine E. V. einen Presseempfang, an dem u. a. auch Vertreter der Reichsministerien, des Reichskommissariats für Preisüberwachung, des Heimstättenamtes der NSDAP., der NS.-Hago und der NS.-Frauen- schaft teilnahmen. Daß Hausbesitzer und Mieter gemeinsam bestrebt sind, zu einer vernünftigen Lösung des Wohnungsproblems zu gelangen, be­wies die Anwesenheit des Präsidenten des Zentral­verbandes des deutschen Haus- und Grundbesitzes, Tri bi us, sowie eines Vertreters des Reichsver­bandes der Neuhaus- und Eigenheimbesitzer. Der Führer des Bundes deutscher Mietervereine, Herr­mann, äußerte sich eingehend über das Verhält­nis von Vermieter und Mieter, über die Frage eines gerechten Mietpreises, über die Auswirkungen der am 1. April 1935 bevorstehenden Senkung der Hauszinssteuer und schließlich über die Notwen­digkeit eines neuen Mietrechtes. Er be- fcmte die Bereitwilligkeit der Mieterschaft, zu ihrem Teile bei der Schaffung einer guten Hausgemein­schaft mitzuwirken. In das Lebenserneue­rungsprogramm, das der Nationalsozialismus ge­bracht habe, müsse selbstverständlich auch die Woh­nungswirtschaft einbezogen werden. Aufgabe der Mietervereine sei es, aus ihren Erfahrungen heraus an der Schaffung eines neuen Mitrechtes rmtzuarbeiten und den einzelnen Volksgenossen über feine Rechte und Pflichten aufzuklären. Der Ver­mieter dürfe sein Haus nicht als eine Quelle einer selbstverständlich fließenden und sich möglichst laufend erhöhenden Rente ansehen, sondern müsse sich als eine Art Treuhänder der Nation fühlen. Aus diesem Gefühl heraus könne er den Mietern keine anderen Pflichten abverlangen, als bei einer gesunden Hauswirtschaft notwendig sei.

. r Einheitsmietvertrag habe hier bereits eine Brücke geschlagen. Allerdings fehle es dieser Brücke vorläufig noch an der richtigen Tragfähig- Oie Veichsiagung der RGB.

Kassel, 21. Febr. Die Schulungs- und Arbeitstagung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt m Kassel wurde beherrscht durch Vorträge über das HilfswerkMutter und Kind". Pqn Finck berichtete über das HilfswerkMutter und Kind" als politische Erziehungsaufgabe, worauf Pgn. V i l l n o w über denKindergarten als so­ziale Einrichtung der Wohlfahrtspflege" sprach. Pg. Vage behandelte die Jugendhilfe als fami­lienpolitische Erziehungsmaßnahme der Wohlfahrts­pflege. Aus dem praktischen Arbeitsgebiet der Schule für sozial angewandte Korper- pflege in Schwarzerden in der Rhön erzählte Frl. H ö h b o r n , die besonders hervorhob, wie die Arbeit dieser Schule auch im HilfswerkMutter

England und die Befriedung Osteuropas.

Oie Einschaltung der Sowjetunion. Bleibt England derehrliche Makler? Konservative Bedenken gegen eine Verwicklung der Lage.

London, 22. Febr, (DNB.-Funkspruch.) Die gestern zum ersten Male in der Londoner Presse aufgetauchte Nachricht, daß es möglicherweise zu einem britischen Ministerbesuch in Mos­kau kommen werde, wird von den Blättern der Liberalen und der Arbeiterpartei mit großer Freude begrüßt. Jrn liberalen ..News C h r o n i c l e" heißt es, ein Moskauer Besuch Simons sei vorläu­fig nur eine Anregung, aber sie sei sehr gut. Wenn der britische Staatssekretär des Aeußern auf Grund seines Berliner Besuches zu der Ueberzeugung komme, daß er in der Lage sein werde, die jetzi­genMißverständnisse" zwischenDeutsch- land und S o w j e t r u ß l a n d zu beseiti- g en, dann sei es offenbar seine Pflicht, den Versuch zu machen. Im Augenblick könnte Europa und der Welt kaum ein größerer Dienst erwiesen werden. Der Hauptzweck seines Berliner Besuches würde darin bestehen, festzustellen, wie es mit der deutschen Politik in den Punkten stehe, die in der deutschen Antwort nicht behandelt worden seien. Die Frage sei, welche Sicherheit die deutsche Re­gierung als Ersatz für den Ostpakt Vor­schläge. Herr Hitler habe hinreichend Realismus in feiner Außenpolitik gezeigt, um Vorschläge zu machen, die die Lage in Osteuropa stabilisieren köynten. Diese Vorschläge würden vielleicht nicht unannehmbar für Sowjetrußland fein und Groß­britannien könnte als ehrlicher Makler auftreten.

Das Labourblatt, iderDaily Heralb" erwar- tet, daß die Sowjetregierung in den nächsten Tagen eine offizielle Einladung an Sir John Si­mon zu einem Besuch in Moskau richten werde, die angenommen werden würde. In diesem Falle würde Simon wahrscheinlich nach seinen Berliner Besprechungen nach Moskau gehen und in War­schau und vielleicht auch in Prag Halt machen. Simon werde nach einer Grundlage suchen müssen, die für Deutschland und Polen annehmbar und für Sowietrußland und die Kleine Entente befriedigend sei. Die Notwendigkeit eines Vermittelungsschrittes fei dringend. Das Problem der östlichen Sicherheit müsse durch den Bau einer Brückezwischen Moskau und Berlin gelöst werden.

Die konservativeCorning P o st" stellt fest, daß das Eingreifen Sowjetrußlands in die Verhandlungen zwischen Großbritannien, Frankreich und Deutschland eine bereits ver­wickelte Lage noch verwickelter mache. Die Sowjetregierung wiederhole nur bereits früher Gesagtes, sei aber nicht in der Lage, eine Vereinbarung unter den Westmächten zu erleichtern. Der entschlossene Wille der Sow­jets, eine Vereinbarung zu vereiteln, die ihren eigenen Interessen keinen Schutz biete, sei jetzt der wichtigste Faktor geworden. Die britische Regierung, die jetzt den Gedanken an eine Sonderbehandlung der Luftkonvention endgültig aufgegeben habe, werde in Berlin und Moskau auf eine Aenderung der Haltung hinarbeiten.

Diplomatischer Meinungs­austausch in Paris.

Auch der deutsche Botschafter bei Laval.

Paris, 21. Febr. (DNB.) Außenminister Laval empfing am Donnerstagvormittag den deut­schen Botschafter Roland Köster, den polnischen Botschafter Chlapowski und den italienischen Botschafter Grafen Pignatti. Der diplomatische Meinungsaustausch wird von der Presse stark beachtet.Petit Parisien" nimmt an, daß Laval und der italienische Botschafter sich über alle Einzelheiten des zweiten Verhandlungsabschnittes, der wahrscheinlich zur Entsendung eines Fragebogens an die Reichsregierung führen werde, unterhalten hätten. Italien sei Stunde für Stunde über die Vovbereitungsarbeiten im Foreign Office und im Quai d'Orsey unterrichtet worden. Der Donaupakt, der Italien besonders - angehe, sei eingehend zwischen Laval und dem italienischen Botschafter erörtert worden. Die Besprechung des Außenministers mit dem polnischen Botschafter habe sich hauptsächlich auf den Nordostpakt bezogen, der einen wesentlichen Teil des Londoner Protokolls bilde. Das Blatt sucht dann den Inhalt der Unterredung Lavals mit dem deutschen Bot­schafter zu ergründen. Dieser Besuch sei besonders bemerkenswert. Die Dinge scheinen sich sehr günstig zu entwickeln. Laval habe am Abend schließlich noch den englischen Geschäftsträger emp­fangen, den er von den Besprechungen mit den verschiedenen Botschaftern unterrichtete.

Das weitere

Verhandlungsyrogramm.

London, 22. Febr. (DNB. Funkspruch). Die Times" meldet: Es verlaute, daß die französische Regierung der britischen Regierung auf einer Liste zergliedert d i e Punkte mitge­

teilt habe, die nach französischer Ansicht der Aufklärung bedürfen. Hinsichtlich der Pakte zur Sicherung gegenseitigen Beistandes in O st - e ur o p a, der als Teil der allgemeinen Regelung vorgeschlagen werde, gehe die britische Auffassung dahin, daß bereits eine erhebliche Vor­arbeit geleistet sei, insofern, als ein Nicht­angriffspakt zwischen Deutschland und Polen und ein solcher zwischen Polen

und der Sowjetunion wie auch die Er­gänzungsverträge von Locarno be­ständen. Da die deutsche Regierung ihre Bereit­willigkeit zum Abschluß von Nichtangriffsverträgen mit allen Nachbarn Deutschlands ausgedrückt habe, glaube man, es könnte zweckmäßig sein, die Möglich­keit zu erwägen, daß Deutschland solche Pakte mit Litauen und der Tschechoflowakei abschließe.

Schuschniggs Besuch in Paris.

Oesterreich fordert gleiche Rechte im geplanten Oonaupakt.

Paris, 22. Febr. (DNB.) Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg und Außenminister Berger-Waldenegg wurden auf dem Pariser Vorortbahnhof N e u i l l y von Ministerpräsident Fl and in und Außenminister Laval empfan­gen. Sie haben die Weiterreise nach Paris i m Automobil zurückgelegt, da die Marxisten große Kundgebungen gegen den Besuch der österreichischen Staatsmänner angekündigt hatten. Junge Leute in der Nähe des Bahnhofes, in denen man Kund­geber vermuten konnte, wurden, wenn sie dem Be­fehl zum Weitergehen nicht sofort nachkamen, auf Polizei-Lastkraftwagen auf ein Kommissariat ge­bracht, wo sie bis zur Ankunft der österreichischen Gäste in Gewahrsam behalten wurden. Um 19 Uhr waren 500 in polizeilichem Gewahrsam.

Obwohl der österreichische Bundeskanzler noch keine Fühlungnahme mit offiziellen Stellen genommen hat, beschäftigen sich französische Morgenblätter schon lebhaft mit dem politischen Zweck dieses Besuches. Oeuvre" glaubt, Schuschnigg werde den französi­schen Ministern erklären, daß er sich keineswegs jetzt für die Herstellung der Monarchie hergeben wolle, doch müsse Frankreich einsehen, daß Oester­reich gerade im Rahmen des Grundsatzes von der Nichteinmischung sich nicht damit abfinden könne, daß die Kleine Entente ihre Vor­behalte aufrechterhalte. Da man in Rom ein System zweiseitiger Garantien für die Donauländer schaffen wolle, beanspruche Oester­reich für sich die Gegenseitigkeit, d. h., es möchte aus der passiven Rolle, in die es seit dem Kriege geraten sei, herauskommen, um seinerseits als Bürge für die übrigen Staaten auftreten zu können. Oesterreich wolle in das Konzert der Mächte

mit gleichen Rechten eintreten und sich gleichzeitig die Möglichkeit für politische Freiheit gegenüber dem einen oder anderen Nachbarland verschaffen. Das würde auf die Möglichkeit hinaus­laufen, eine Politik zu treiben, die zu verhüten die römischen Abkommen doch gerade getroffen wor­den seien.

DasEcho de Paris" schreibt, Flandin und Laval dürften mit den Oesterreichern den in Rom ausge­arbeiteten Donaupakt prüfen, der die territo­riale Integrität und politische Unabhängigkeit Oester­reichs gewährleisten soll. Das Gelingen des Donau­paktes sei für die Ruhe Europas wichtig. Das Blatt selbst macht jedoch auf die f a ft unlösbare Schwierigkeit aufmerksam, Italien, Deutsch­land, Polen, Ungarn und die Kleine Entente u n ter einen H u t zu bringen. Die österreichischen Minister seien nach Paris gekommen, um zu er­klären, daß sie nicht als passive Mitglie­der dieser Kombination behandelt werden müßten, da ihr Land doch der Hauptinteressent sei. Nun aber stehe die österreichische Regierung auf schwachen Füßen. Sie habe kaum die Volksmehrheit hinter sich, wie die in Kraft gesetzte und neue Verfassung beweise. Der österreichische Patriotismus versuche, einige Kraft aus Enzykliken zu schöpfen. Das Oester­reich von 1935 könne mit dem Belgien von 1830 verglichen werden, das, wenn es sich selbst über­lassen worden wäre, in Frankreich aufgegangen wäre. Die Forderungen der Oesterreicher müßten also mit großer Vorsicht ausgenommen werden. Beispielsweise könne die Nichteinmischungs­klausel nicht so abgefaßt werden, daß für eine Volksabstimmung oder die Rückkehr der abgesetzten Monarchie eine Tür offen bleibe.

England drängt auf Beilegung des italienisch-abessinischen Konflikts.

Kein Fortschritt der Verhandlungen.

London, 22. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Der Korrespondent desDaily Telegraph" in Addis Abeba meldet, in den Verhandlungen>zwischen Ita­lien und Abessinien über d i e Schaffung einer neutralen Zone zwischen Ualual und Gerlogubi, dem Schauplatz der letzten Grenzschar­mützel, sei kein Fortschritt erzielt worden. Wahrscheinlich werde die äthiopische Regierung eine neue Note senden, und eine schnelle Entscheidung in der Frage der Grenzzone und Ernennung eines Schiedsgerichtes verlangen. Sie wolle im übrigen dem Völkerbund die Verantwortung dafür zufchieben, Italien im Zaum zu halten und für eine gerechte Regelung des Streites zu sorgen.

Daily Telegraph" schreibt oazu: Italien be­schränke sich nicht mehr auf die Forderung nach Wiedergutmachung" wegen des Scharmützels von Ualual im Dezember,, sondern wolle anscheinend die Gelegenheit benutzen, um die seit langem begehrten Vorteile für den italienischen Handel in Abessinien zu gewinnen. Die Truppen- treinsporte nach Erythrea und Jtalienisch-So- malilanb deuteten darauf hin, daß die Forderungen mit Gewaltandrohung unter st ützt wer­den sollten. Die britische Regierung werde wähl die Aufmerksamkeit Italiens offiziell auf einige Folgen lenken. In Addis Abeba seien bereits drin­gende Vorstellungen erhoben worden. Groß­britannien und Frankreich wünschten die Notwen­digkeit eines Vorgehens gegen eine dritte europäische Macht zu vermeiden, deren Mitarbeit in Europa seit den Rom-Vereinbarungen so warm begrüßt worden sei. Die britische Regierung habe de n K a i - fer Ras Tafari davor gewarnt, sich bei seinen Verhandlungen mit Italien darauf zu ver­lassen, daß der Völkerbund ihn auch im Falle eines Mangels an Entgegenkommen unterstützen werde. Die Bemühungen in Rom und Addis Abeba zielten auf eine schnelle Regelung >der ursprünglichen Zwischenfälle und auf Festsetzung der strittigen Grenze hin.

Der Vertreter derTime s" in Rom sagt, der Streit mit Abessinien bilde, so ernst die ihm innewohnenden Möglichkeiten auch seien, kaum eine R e ch t s e r t i g k e i t für eine so ausführ­liche Aufzählung aller Maßnahmen zur Vervoll­kommnung der italienischen Kriegsorganisation. Die Erklärung werde daher als Mitteilung an die Freunde und möglicherweise die Feinde Italiens in der ganzen Welt und besonders in Europa betrachtet, daß Italien auf alle Möglichkeiten vorbereitet sei, und daß es im Falle eines Feldzuges gegen Abes­sinien dadurch nicht an der Fortsetzung feiner europäischen Politik verhin- d e r t werden würde. Hierauf deute der überr- raschende Beschluß hin, bei Bozen eineindu­strielle Zone" mit chemischen, Kraftwagen-, Eifen- und sonstigen Fabriken zu schaffen.

Ztak'ens wirtschaftliche Kriegsbereitschaft.

Rom, 21. Febr. (DNB.) Die Erklärung des Obersten Nates für Landesverteidigung wird von der italienischen Presse in größter Aufmachung mit ganzseitigen Schlagzeilen veröffentlicht. Die wirt­schaftliche Unabhängigkeit Italiens im Kriegsfälle fei, fo wird übereinstimmend erklärt, eine Tatsache von größter Bedeutung. Der furchtbare Gemeinplatz von der Rohstoffarmut Italiens und die Legende seiner wirtschaftlichen Abhängigkeit im Kriegsfälle, die bleischwer das Bewußtsein der Nation so lange belastet hätten, seien endgültig entthront. Wenn in anderen Ländern große Entdeckungen und wich­tige Fortschritte auf dem Gebiet der Kriegskunst und Kriegswirtschaft gemacht worden seien, so sei Italien nicht zurückgeblieben. Sollten eines Tages die Vorbereitungen auf diesem Gebiete auf biß Probe ge ft eilt werden müssen, so würde man viele Ueberraschungen erleben.

und Kind" praktisch verwertet werden kann. Gau» amtsleiter Pg. Dr. Benzing gab auf Grund der Arbeit der NSV. im Gau Kurhessen neue An­regungen, insbesondere über Gemeinschaftsausgabe von Gesundheits- und Erziehungsfürsorge des Kleinkindes, die in einem neuen Kindergar­ten t y p ihren Ausdruck finden müssen, Die Mit­tagspause wurde dazu benutzt, um dos N S V. - HausMutter und Kind" in der Altstadt zu besichtigen. Weitere Referate hielten Frl. Zim­mermann und Pg. ©labe.

Der letzte Tag ber Reichstagung ber NSV. in Kassel begann mit einem Vortrag bes Hauptstellen­leiters, Pg. Ianowsky II über bie Neugestal­tung ber Jugenderholungspflege, zu bem Pg.Berg- mann ben Gegenvortrag übernommen hatte. So­dann sprachen bie Parteigenossen Dr. Vogel­sang, Dr. von Holbeck, Roestel II unb Hahlinger, sowie Amtsleiter A 11 h a u s über Einzelarbeitsgebiete ber NSV. Eine rege Aus­sprache brachte bie Klärung zahlreicher wichtiger Emzelfragen. Den letzten Vortrag bes Tages hielt Gauamtsleiter Pg. Maierhofer über bie Auf­gaben ber NSV.-Schulung. Zum Abschluß ber Ta- gung faßte Amtsleiter Pg. A l t h a u s noch einmal all bas zusammen, was bie Tagung ben einzelnen Xetlnebmern gegeben hat. Mit bem Sieg-Heil auf ben Führer und bem Horst-Wessel-Lieb schloß bie Rerchstagung ber NSV.

Kommunistische Terroristen vor dem Volksgerichtshof.

Berlin, 21. Febr. (DNB.) Der Erste Senat bes Volksgerichtshofes trat in bie Ver­handlung gegen 18 ehemalige Kommu­nisten aus Schneeber und Zschorlau südöstlich von Zwickau ein, denen Vorbereitung zum Hochverrat, Fortführung der illegalenRoten Weh r", Sprengstoffoerbrechen, teilweise auch vor­sätzliche Brandstiftung bzw. Anstiftung hierzu und Schußwaffenoergehen zur Last gelegt wird.

Die Kerntruppe berRoten Wehr" war in ber sogenannten Os na (Organisationsschutz und Nach­richtenabteilung) zusammengefaßt, die nach ihrem Aufgabenkreis (Nachrichten- und Säuberungsdienst, Führerschutz) mit der s 0 w j e t r u s s i s ch e n GPU. vergleichbar war. Sie war besonders interessiert an der Beschaffung von Waffen und Sprengstoffen zur Durchführung von Terrorakten, die vor allem für bie Zeit kurz vor ber Wahl vom 5. März 1933 geplant waren. So wollten bie roten Morbbuben Hand- granaten in bie aus Anlaß der Uebertragung der Führer-Rede auf ben Marktplatz in Schneeber aufmarschierenben Mitglieder ber natio­nalen Verbänbe hineinschleubem. Es waren auch bereits brei Genossen ausgesucht worben, bie mit ben selbst angefertigten Handgranaten aus­gerüstet würben, weitere Genossen wurden m i t

Pist 0 len bewaffnet und sollten die Hand­granatenwerfer decken. Zum Glück fehlte den Be­teiligten im entscheidenden Augenblick aber ber Mut zur Ausführung ber Tat, so baß es zum Blut­vergießen nicht gekommen ist. Der Tatenbrang wurde in einer Brandstiftung abreagiert. Eine Scheune ging in Flammen auf, worauf die feigen Brandstifter flüchteten.

Schnellere Abwicklung bei der Verleihung des Ehrenkreuzes.

Berlin, 21. Febr. (DNB.) Im Reichs - unb preußischen Ministerium bes Innern find Zuschriften von Kriegsteilnehmern eingegangen, die sich über eine Verschleppung der Erle­digung ihrer Anträge auf Verleihung des Ehrenkreuzes beschweren. Der Reichs- und preußisch Minister des Innern hat daraufhin in einem Schrei­ben an die Verleihungsbehörden betont, es liege im Sinne der Stiftung des Ehrenkreuzes, das Ver­leihungsverfahren so rasch wie möglich abzu­wickeln. Der von einem großen Kriegsteilnehmer­vesband geäußerte Wunsch, daß feine sämtlichen Mitglieder noch zum diesjährigen Volks- * V Jf e r ta bem 1 7. März, bas Ehrenkreuz erhalten, werbe vielleicht nicht rechtzeitig zu erfüllen fein. Er spiegele aber deutlich ben großen Wert rote- ber, ber in ben Kreisen ber Kriegsteilnehmer bem baldigen Erwerb des Ehrenkreuzes beigemeffen werde.