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Potsdams. Sie verweilten dabei einige Z< am Grabe Friedrichs des Großen. S<

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Betriebsappell des Handels

in Berlin weilenden Vertreter der franzö­landwirtschaftlichen Organisationen besich- am Sonntag die geschichtlichen Stätten

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DieGazeta P o l s k a" schreibt: Dieselben Grunpen Nationaldemokraten, Sozialisten und Nationale Minderheiten, die im schlesischen Sejm den Abgeordneten Korlanty schützten, dieselbe Opposition habe jegliche Mitarbeit am Um­bau des polnischen Staatssystems und der polni­schen Verfassung a b g e l e h n t. Sie strebe nur da- nach, sich gegenseitig die Unverantwortlichkeit und die Straflosigkeit, das Recht zu Mißbrauch und 311 staatsschädigender Haltung zu sichern. Nicht Volk und Freiheit seien ihnen das höchste Gut des Han­delns, sondern das Parteiinteresse. Die neue polnische Verfassung, die der Sejm annehmen werde und gegen die die Opposition stimmen wolle, wolle keinen Einparteien st aat schaffen, aber sie werde ein für allemal die Aufteilung des Sta.ates zwischen die Parteien beenden und den Staat über die Par­teien stellen. Daher werde alles, was eine

Zusammenarbeit zwischen den Bauern

Deutschlands und Frankreichs

Berlin, 21. Jan. (DNB.) Bei Besprechungen zwischen Vertretern des französischen Bau­erntums unter Führung der Herren Augö, Laribe und Achard und dem Reichsnährstand unter Führung des Staatshauptabteilunasleiters Dr. Winter wurde von deutscher Seite zunächst ein Bild von der Organisation und den Methoden der deutschen Marktregelung für landwirtschaft­liche Erzeugnisse gegeben. Als außenpolitische Fol­gerung ergibt sich für das deutsche Bauerntum hier­aus die Möglichkeit, nach Maßgabe der innerdeutschen Versorgungslage mit dem Bauerntum anderer Länder freundschaftliche Vereinbarungen über die Einfuhr be­stimmter Mengen ausländischer land­wirtschaftlicher Erzeugnisse zu treffen. Diese Möglichkeit soll zukünftig auch zwischen dem

Genf, 21. Jon. (DNB.) Der Vizepräsident des Memelländischen Landtags, Schulrat Meier hat die Signatarmächte des Memelabkommens in einer be­sonderen Eingabe auf die Auswirkungen des neuen litauischen Staatsschutzgesetzes im Memel­gebiet aufmerksam gemacht. Auf Grund dieses Ge­setzes ist ein Strafverfahren gegen die Mit­glieder des gewaltsam abgesetzten verfassungs­mäßigen Direktoriums Schreiber einge­leitet worden. Dr. Schreiber, Wolaahn und Szie- gaud sind unter verschärfte Polizeiauf­sicht gestellt worden und dürfen ihre Wohnun-

zur Zeit eine größere Anzahl von Schiffen aus deut­schen Werften gebaut.

Die Aussichten des deutschen Schiffsbaus für das Jahr 1935 sind recht günstig. Der am Jahres- ende vorhandene Auftragsbestand der deutschen Werften war sechsmal so groß wie vor einem Jahre. Der starke Eingang von Neube­stellungen gewährleistet den deutschen Schiffsbau­werften noch für längere Zeit eine stetige und gute Beschäftigung.

dem politischen Einfluß ihrer Her­kunftsländer gebeugt hätten.In diesem Falle", fuhr Borah fort,riefen Führer der euro­päischen Politik die Hilfe des Haager Gerichtes an, um politische Ziele zu erreichen. Das Ergebnis der Entscheidung war bekannt, bevor die Entscheidung bekanntgegeben wurde; Oesterreich und Deutschland mürben gleichsam m i t Knüppeln gezwungen, sie anzunehme n." Das Haager Gericht sei ein beratendes Tribunal, das sich von politischen und wirtschaftlichen Erwägun­gen sowie von nationalen Gefühlen nicht freihälten könne. Deshalb kämpfe er seit zwölf Jahren gegen Amerikas Beitritt.

Memels Kampf um die Autonomie.

Das litauische Gtaatsschutzgeseh ein Eondergesetz zur Unterdrückung deS memelländischen Deutschtums.

Napoleon ist es das erstemal, daß amtliche fran­zösische Vertreter am Sarge Friedrichs des Großen, gestanden haben. Die französischen Bauernführer erkannten seine bäuerliche und kolonisatorische Tätigkeit an.Zwei Aehren statt einer habe er wachsen lassen."

Der Aufschwung des Weltschiffsbaues

Deutschland an zweiter Stelle.

Kampf um unser Recht. Bei den nächsten Wahlen muß es heißen: Status quo oder Gleich­berechtigung für die Deutschen! Zum Teufel mit dem Status quo, dem jetzigen Jammer­zustand! Dann wird hoffentlich eine einheit­liche deutsche Front die Folgerung aus der bitteren Erkenntnis ziehen: So kann, so darf es nicht weitergehen, unser Kampf richtet sich nicht gegen das tschechische Volk, sondern will Versöhnung der Völker im Staate, aber auf Grund der politischen Gleich­berechtigung. Man lädt uns ein, mit unseren anderssprachigen Mitbürgern die tschechoslowakische Nationalhymne zu singen. Wir werden gern mit einstimmen, aber gebt uns vorher unsere Heimat wieder, unser schönes, freies, deut­sches Heimatland! Heute wird es uns schwer ge­macht, da unsere eigene Scholle bedroht, der Deutsche in der eigenen Heimat be- spitzelt wird und jedes tschechische Postfräulein im deutschen Gebiet sich mehr zu Hause fühlen kann, als der erbeingesessene Bauer, als der Bürger, dessen Vorfahren die Geschicke seiner Stadt bestimmt haben. Gebt uns unsere Heimat wieder, und froh und frei werden wir mit euch singen: Böhmen ist mein Heimatland!"

Oer alle Geist in Genf.

Die ausländische Presse beschäftigt sich unaus­gesetzt mit der angeblich in absehbarer Zeit vor sich gehenden Rückkehr Deutschlands in den Völker­bund. Wir brauchen nicht erneut zu unterstreichen, warum wir von Genf weggegangen sind. Leider müssen mir feststellen, daß zrnischen dem Damals und dem Heute, zrnischen den seinerzeit geübten Methoden, die uns zum Ausscheiden zrnangen, und der gegenmärtigen geistigen Richtung im Bund oft noch kein Unterschied zu erkennen ist. Wir brau­chen nach Berneisen für unsere Auffassung nicht lange zu suchen. Eben erst hat der Völkerbund d i e Beschwerde des Für st en Pleß in einer Form behandelt, die ganz gewiß nicht geeignet ist, Sympathien für den Genfer Bund zu wecken. Wir verlangen wirklich nicht, daß Dinge^ die uns als Volk unmittelbar berühren, eine Extrabehandlung erfahren, wir wenden uns aber gegen alles, was sich nicht im Rahmen des Rechtes und der Gerechtigkeit hält. Und das trifft für die Er­ledigung der Pleßschen Beschwerde zu. Sie ist in Genf im alten Verfahren aufgearbei- t e t worden, also in rein politischem Sinne, während hier mehr denn je das Recht hätte zu Worte kommen müssen. Wie aber kann man sich der Hoffnung hingeben, uns dort wieder zu sehen, wo vom Rechte keine Spur zu finden ist? Trium­phiert auch weiterhin der alte Genfer Geist, dem Europa Gutes nicht zu danken hat, dann ist der ausländischen Presse nur zu raten, sich erst f ü r eine Genfer Erneuerung einzusetzen, die für alle weiteren Ueberlegungen und Betrachtun­gen über das Verhältnis Deutschlands zum Völker­bund maßgebend ist.

Am die Selbstverwaltung OstoberMsiens.

K a t t 0 w i tz , 21. Jan. (DNB.) Im schlesischen Sejm kam noch einmal die Frage der S e l b st - Verwaltung der Wojewodschaft Schle­sien zur Sprache. Der Redner der Regie­rungspartei bezeichnete den mit Stimmen­mehrheit des Sejm erhobenen P r 0 t e st gegen die Eingriffe in die Selbstverwaltung Oberschlesiens als Gipfel des Partikularismus. Es gehe nicht an, daß in ein und demselben Staat zwei gesetzgebende Körperschaften be­stünden. Die Erklärungen des Sejm-Marschalls Wollny, der für die Unverletzlichkeit der schlesischen Selbstverwaltungsrechte eintrat, seien daher zurück­zuweisen. Aus diesem Grunde sehe die Regierungs- vartei sich genötigt, dem Sejm-Marschall das Mißtrauen auszusprechen.

Der Sprecher der Korfanty-Partei ver­trat demgegenüber den Standvunkt, daß die Auf­rechterhaltung der schlesischen Autonomie nicht nur für die Wojewodschaft Schlesien, sondern für den gesamten polnischen Staat von Nutzen sei. Denn aerade durch die Selbstverwaltung habe Polnisch-Schlesien den Beweis erbracht, daß es im- ""nde sei, d»n Gesamtbelangen des polnischen Staates gerecht zu werden. Polen habe die mora­lische Vsticht, Schlesien die ihm bisher zugestan­denen Rechte weiter zu gewähren.

Der Vertreter der Deutschen Partei hob hervor, daß die Erfahrungen der vergangenen Jahre bewiesen hätten, welche Vorteile die Selbst-, verwaltung sowohl für Schlesien als auch für den polnischen Gesamt st aat gebrockt höbe. Niemand leugne, daß Schlesien ein organi­scher Teil Volens sei und als solcher ber Oberhoheit hpr zentralen aesetzgeberischen Körperschaft unter­stehe. Man könne aber ni-mand den Vorwurf machen, daß er gegen die Belange des Staates arbeite, wenn er die Selbstverwaltung der Woje­wodschaft Schlesien erhalten sehen wolle.

Am Montag konnten die Kauflustigen in ganz Deutschland erst eine Stunde später als sonst mit ihren Einkäufen beginnen. Die Reichsbetriebs­gemeinschaft Handel in der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete von einem Berliner Handelsbetrieb aus einen Betriebsappell, an dem sich der gesamte Handel Deutschlands beteiligte.

Was bezweckte ein solcher Betriebsappell? Die große Mehrzahl aller Handelsbetriebe beschäftigt nur wenige Angestellte, für die es sich nicht lohnt, den Beginn der Arbeit in feierlicher Weise zu be­gehen. Grundsätzlich aber ist die Arbeit in Klein- und Mittelbetrieben des Handels derselbe Auf­schwung zu zweckvollem Handeln und der gleiche Dien st an der Volksgemein­schaft wie die Arbeit in gewerblichen Großbe­trieben. Für die Groß- und Mittelunternehmungen der Industrie hat der Organisationsleiter Dr. Ley neue Formen einzubürgern unternommen, mit denen die tägliche Arbeit eingeleitet und oas neue Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolg­schaft veranschaulicht werden soll. An Stelle der kalt-mechanischen Kontrolluhr, die für jedes Mitglied der Gefolgschaft den Beginn der Arbeit verzeichnet, aber natürlich keine Werte mit auf den Arbeitsweg gibt, soll eine Begegnung von Führern und Geführten des Betriebs treten, die es gestatten soll, auch etwaige persön­liche Spannungen und unerfüllte Ansprüche aus­zugleichen.

Die Menge der im Handel beschäftigten Ar­beitnehmer beläuft sich auf mehrere Millio­nen. Da es unmöglich ist, für die Kleinbetriebe ge­sonderte Appells abzuhalten, wurde am Montag für eine größere Anzahl von Belegschaften benach­barter Klein- und Mittelbetriebe ein Gemein­schaftsempfang am Rundfunk eingerich­tet. Da der Betriebsappell des Handels auf alle deutschen Sender übertragen wurde, erhielt jeder Betriebsführer und jedes Gefolgfchaftsmitqlied im deutschen Handel die Möglichkeit, dem Betriebs­appell beizuwohnen und sich mit Millionen seiner Berufskollegen solidarisch zu fühlen. Der Kern des Gemeinschaftsempfangs war eine Ansprache des Organisationsleiters Dr. Ley. Dr. Ley sprach von einem Handelsbetrieb der Berliner Innenstadt aus. Bei der Wahl des Betriebs war Vorsorge getrof­fen, daß die Anwesenheit des Organisationsleiters nicht geschäftlich ausgebeutet werden konnte. Man hatte daher als Stätte für den Betriebsappell ein nahezu monopolartiges Handelsunternehmen für Uhrmacherbedarf ausgesucht, das allen einschlägigen Betrieben bekannt ist und daher jeglicher Propa­ganda entraten kann.

Es gab eine Zeit, da sagte man dem National­sozialismus nach, er sei dem Handel grundsätzlich feindlich gesinnt und betrachte ihn bestenfalls als ein notwendiges Uebel, das zwar in beschränk­tem Umfang geduldet, aber doch nach Möglichkeit eingeschränkt werden müsse. Diese Ausstreu­ungen sind durch die gesetzgeberischen Akte der nationalen Regierung während der letzten zwei Jahre gründlich widerlegt worden. Nicht einmal eine grundsätzliche Bankenfeindschaft wagt man dem Nationalsozialismus mehr anzudichten. Im Gegenteil ist in den zwei Jahren, die seit dem Umbruch verflossen sind, für den Handel mehr ge­schehen, als in den vorhergehenden zwei Jahr-

Dle statlftischen Uebersichten, die in Lloyds Re­gister of Shipping veröffentlicht werden, zeigen am 31. Dezember 1934 einen kleinen Rückgang der Auftragsbestände des Weltschiffbaus gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahrsende an. Wäh­rend am 30. September ein Auftragsbestand von 296 Schiffen und 1,31 Millionen Brutto-Registertonnen festgestellt worden war, betrug dieser am Jahres­ende nur 271 Schiffe von insgesamt 1,25 Millionen Bruttoregistertonnen. Aber dieser Rückgang ist wohl mehr auf Zufälligkeiten der Zählung zurückzuführen. Betrachtet man die Entwicklung auf längere Sicht, so haben sich die Auftragsbestände des Weltschiffbau während des ganzen Jahres 1934 f a ft ständig erhöht. Sie betrugen Ende 1933 nur 0,75 Millionen Bruttoregistertonnen, haben sich also im Verlauf des Jahres 1934 um fast zwei Drittel vermehrt. Zweifellos hat sich die Lage im Weltschiff­bau auch im vierten Quartal 1934 weiter g c = bessert. Das beweist u. a. die Zunahme der ein­gegangenen Neubestellungen, die gerade im letzten Viertel des Jahres mit 400 000 Tonnen besonders hoch war. Doch wird ein Teil dieser Neubestellungen erst im laufenden Vierteljahr in Arbeit genommen werden und ist darum noch nicht unter den Auf­tragseingängen des Jahres 1934 verbucht morden.

Allerdings verteilt sich der Aufschwung der Schifss-

deutschen und französischen Bauerntum ausgenutzt werden. Zu diesem Zweck werden gemischte deutsch-französische Landwirtschafts­kommissionen eingesetzt, die die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit klären sollen.

Aus der bevorstehenden Rückgliederung der Saar ergibt sich für diese Ausschüsse die Aufgabe, eine möglichst reibungslose Abwicklung der Übergangszeit nach der Rückgliederung her­beizuführen. Zu diesem Zweck sollen alsbald ge­mischte deutsch-französische Ausschüsse aus Sachver­ständigen auf dem Gebiete der Milch- und Molke­reiwirtschaft, des Obst- und Gartenbaues einschließ­lich der Kartoffelwirtschaft und der Vieh-, Fleisch­und Fettwirtschaft zusammentreten. Die v e t e r i - när- pflanzenpolizeilichen Bestim­mungen sollen in beiden Ländern auf das unbedingt Notwendige beschränkt wer­den. Die bisherige Belieferung des Saargebiets mit leicht verderblichen und schwer transportfähigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen der benachbarten französischen Gebiete soll keinesfalls von heute auf morgen abgedrosselt werden unter der Voraus­setzung, daß Vereinbarungen auch eine Ausfuhr saarländischer Erzeugnisse nach Frankreich ermög­lichen.

b e d r 0 h f, diedie litauischen Interessen schädigen, das litauische Nationalbewußtsein einschläfern oder schwächen, den Forderungen der litauischen Regie­rungsbehörden nicht nachkommen, wenn daraus eine Schädigung der litauischen Interessen entstehen kann." DasVergehen" des Direktoriums Schrei­ber besteht darin, daß es im Frühjahr 1934 den Schulleitern des M e m e lg e b i e t e s eine Verfügung hat zugehen lassen, wonach ber vom litauischen Gouverneur widerrechtlich mit ber Aufsicht über die autonomen Schulen bes Memel­gebietes beauftragte litauische Schulrefe­rent nicht ohne Genehmigung des Di- rektoriums dem Unterricht in den memelländi­schen Schulen beiwohnen sollte. Mit dieser Ver­fügung hat bas Direktorium Schreiber nichs anderes getan, als den autonomen Standpunkt ge­genüber dem Gouverneur verteidigt. Das eingeleitete Strafverfahren zeigt, daß die Verteidigung der auto­nomen Rechte durch die verfassungsmäßige Vertre­tung der Bevölkerung im Memelgebiet auf Grund des litauischen Staatsgesetzes als staatsfeind­lich behandelt wird. Damit wird auch der Zweck dieses für das Memelgebiet geschaffenen litauischen Sondergesetzes offenbar, nämlich es den Me­melländern unmöglich zu machen, sich gegen die Uebergriffe der litauischen Behörden zu wehren.

Wiederaufnahme des Memelländer Prozesses.

K 0 w n 0, 21. Jan. (DNB.) Nach fast zweiwöchi­ger Unterbrechung wurde der Prozeß gegen die Memelländer wieder aufgenommen. Das Interesse für die Verhandlung ist nur sehr gering.

Die Verhandlung begann mit der Vernehmung eines Zeugen zum Falle Jesuttis. Der Zeuge, der mit Jesuttis ad)t Jahre lang in einem Amts­zimmer tätig war, schilderte diesen als einen jäh­zornigen, nachtragenden und leicht reizbaren Meu­chen, der wegen seiner dauernden Beschwerden bei seinen Vorgesetzten und Mitarbeitern nicht be­liebt war. Wegen seines mehrmaligen Par- t e i w e ch s e l s hatte man auf keiner Seite mehr Vertrauen zu ihm. Davon, baß Jesuttis die Befürch­tung geäußert habe, man könne einen Anschlag gegen ihn verüben, sei ihm nichts bekannt. Zwei Zeugen, die die Leiche von Jesuttis auffanben, er­klärten, baß die Leute in der Umgebung des Ortes, an dem man die Leiche auffand, davon gesprochen hätten, Jesuttis sei ertrunken. Die Vernehmung brachte keine Anhaltspunkte für die Be­hauptung der Anklage, daß die Leiche des Jesuttis an bestimmter Stelle in den Jura-Fluß ge­rn orf en worden sei. Die Zeugen machen über die Richtung der Spur vollkommen von einander ab­weichende Angaben. Der 18jährige Zeuge Herbert Kramer bestritt die Richtigkeit seiner Angaben vor dem Untersuchungsrichter. Die Protokolle habe er unterschrieben, weil er fürchtete, sonst ins Gefängnis zu kommen.

Das Deutschtum im Valtikum.

Gegen lettische Verleumdungen.

R i g a , 21. Jan. (DNB.) Im Zusammenhang mit einem in der lettischen ZeitungJaunakas Sinas" erschienenen Aufsatz, der sich g e g en das bal­tische Deutschtum richtet und besonders dem Deutschtum in Lettland mangelnde Treue vorwirft, veröffentlicht der Präsident der deutschen Spitzenorgane in Lettland, Rechtsan­walt von Rüdiger, in derRigaschen Rund­schau" eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Un­serer Gefolgschaft kann ber Leiter unseres Staates gewiß sein. In bem Bewußtsein bieser unserer Bereitschaft, unserem Staat zu dienen und seiner Leitung zu folgen, wollen wir nicht ver­schweigen, daß alle gegen uns Deutsche gerichteten Maßnahmen, wie sie in den Janaukas Sinas" propagiert werden und uns z u Bürgern zweiter Kategorie machen wollen, uns mit schwerster Sorge erfüllen. Zu sol­chen Maßnahmen haben wir keinen Anlaß gegeben. Die kulturelle Verbunden- heit mit dem deutschen Volk werden und wollen wir nicht verleugnen. WirsindDeutsche und wollen Deutsche bleiben. Wir wollen unsere Kinder als Deutsche und als treue lettländische Staatsbürger er« ziehen. Dahin gehen unsere Bemühungen, nicht um uns vom Lettentum abzuschließen, sondern um in uns Werte zu erhalten, die allein unser Beitrag an Lettlands Volk sein können, Lettlands Volk, das dazu berufen ist, im Osten ein Bollwerk abend­ländischer Kultur zu sein.

So Darf es nicht weitergehen!

Auch dieSudetendeutschen kämpfen um ihre Gleichberechtigung.

P r a g, ^1. Jan. (DNB.) Der durch sein tapferes ; Eintreten für die Sudetendeutschen bekannte christ­lich-soziale Senator, Universitätsprofessor Dr. H j l. genreiner hat in einer Marienbader Dersamm- ; hing bemerkenswerte Ausführungen gemacht, die : ihm von tschechischer Seite bereits die gehässigsten Angriffe eingetragen haben. Der Senator sagte u. a.: Die Sudetendeutschen sind loyale Staats- < b ür g er und haben das volle Recht auf Gleich- i berechtigung. Wenn diese ihnen bisher nicht gewährt 1 wurde, [o bleibt nichts anderes übrig, als ber :

gen nicht verlassen. Ihnen wird zur Last gelegt, sich gegen bas litauische Staatsschutzgesetz vergangen haben, bas alle mit vierJahren Zuchtha

einnahme auslänbischer Schiffbau- a u s t r ä g e zurückzuführen. Das ist beshalb außer- orbentlich wichtig, weil ber Bau von Schiffen auf deutschen Wersten für ausländische Rechnung den Eingang von Devisen fordert. Außerdem aber ist ber Schiffsbau ein wertvolles Mittel zur Bekämpfung ber Arbeitslosigkeit. Denn er gibt nicht nur ben Werften, fonbern auch zahlreichen Roh st offin du st rien Beschäftigung. Na­mentlich für norwegische Rechnung wird

baufätigfeit nicht gleichmäßig auf die verschiedenen Länder. Er war groß t n England und Deutschland, während in Holland, Japan, Ita­lien und in den Vereinigten Staaten eine Verringe­rung der Neubautätigkeit eingetreten ist. Daß allein in Großbritannien 212 Schifffe von insgesamt 517 000 Bruttoregistertonnen neu in Auftrag gege­ben worben sind, kann angesichts der führenden Stellung, die England in der Weltwirtschaft und auch im Weltschiffsbau einnimmt, nicht überraschen. Auffällig ist dagegen, daß im Jahre 1934 in den Vereinigten Staaten nur 64 Schiffe von insgesamt 58 000 Tonnen neu in Auftrag ge­geben worden sind. Damit bleiben die Vereinigten Staaten inbezug auf die Schisfsbautätigkeit selbst hinter weit kleineren Ländern wie Dänemark und Schweden beträchtlich zurück.

Bemerkenswert ist ferner der ft arte Auf­schwung des deutschen Schiffsbaus. Auf den deutschen Werften betrug der Neueingang von Bestellungen im Jahre 1934 insgesamt 72 Schiffe von 173 000 Tonnen. Damit steht Deutschland un­ter den Schiffbauländern an zweiter Stelle. Die Zunahme des Auftragsbestandes ber beutschen Werften ist nicht nur auf ben lebhaften Eingang pon Bestellungen ber beutschen Seeschiffahrt, sondern in besonderem Maße auf die vermehrte Her­

zehnten. Es war die größte Handelsfeindschaft, wenn die früheren Regierungen es zuliehen, daß z. B. der Einzelhandel von berufsfremden und fachlich un­geeigneten Elementen überflutet wurde. Anderthalb Jahre Neugründungsfperre im Einzel­handel hat die Ueberfetztheit dieses Berufsstandes erheblich gemindert und sogar wieder die Möglich­keit neuen gesunden Zuzugs geschaffen. Worin der Handel grundsätzlich unter anderen Wirtschaftsgrup­pen zurückstand, war der geringe Zusammenhang zwischen den einzelnen Berufsangehörigen. Das er­schwerte es, den neuen Geist von Arbeitswürde und Betriebskameradfchaft zur Geltung zu bringen, der sich in Unternehmungen mit Dutzenden, Hunderten oder sogar Tausenden von Betriebsangehörigen mühelos pflegen ließ.

Der Betriebsappell beim Handel kann und soll keine regelmäßige Einrichtung werden. Dagegen spricht schon der große Zeitaufwand, der notwendig wäre, um die Angehörigen zahlreicher Kleinbetriebe so zusammenzufassen, daß der Appell eindrucksvoll wurde. Trotzdem können von dem einmaligen Be­triebsappell Beziehungen ausgehen, die mindestens die Belegschaften benachbarter Handelsbetriebe ein­ander näherbringen. Die Beteiligung des ganzen deutschen Volkes am Betriebsappell des Handels, wie sie durch Verbreitung ber Feier auf alle deut­schen Sender sichergestellt war, wird bei den Be­rufsangehörigen des Handels das Gefühl steigern, daß sie im neuen Deutschland durchaus nicht als ein notwendiges Uebel, sondern als vollwer­tige Glieder in der P r 0 d u k t i 0 n s g e- meinschaft der Nation anerkannt sind. Als der Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter Lehmann am Montag dem Organisationsleiter Dr. Ley die Zahl der zum Appell Versammelten meldete, wird auch den Unkundigen im Volk das Verständnis über die zahlenmäßige und wirtschaftliche Bedeutung des Handels und der in ihm arbeitenden Volks­genossen aufgegangen sein.

Ist die starke Zersplitterung des Handels in Mit­tel- und Kleinunternehmungen für die Zusammen­fassung der Menschen unter größeren Gesichtspunk­ten und höheren Ideen ein Nachteil, so ist das Fehlen starker sozialer Gegensätze, wie sie besonders in Großbetrieben der Industrie bestehen, ein ausgesprochener Vorteil. Im Handel ist wie im Kleingewerbe (Handwerk) die Wer­tung der persönlichen Leistung leichter als im industriellen Großbetrieb. Häufig ist sogar die persönliche Tüchtigkeit des einzelnen Gehilfen von ausschlaggebender Bedeutung für das wirt­schaftliche Gedeihen des Unternehmens und damit für die Aufrechterhaltung der betreffenden Produk­tionsstätte Anderseits kommen Berufserfahrungen, die im einzelnen gewonnen werden, nur langsam zur Kenntnis der Gesamtheit. Die Folge davon ist auf der einen Seite große Uneinheitlichkeit in den Arbeitsmethoden und auf der anderen Seite eine besondere Schwierigkeit bei der Durchsetzung tech­nischer Fortschritte. Es wäre natürlich zuviel ver­langt, wenn man von einem einmaligen Betriebs­appell im Handel eine Wandlung auf diesem Ge­biet erwarten wollte. Zunächst galt es aber einmal, die Menschen in dieser großen vielverzweigten Be­rufsgruppe einander näherzubringen undm ihnen das Gefühl für ihre Zusammengehörigkeit leben­dig zu machen