Partei im alten Vorkriegssinne dieses Wortes gewesen sei, zerbrochen, vernichtet und begraben werden.
Ein altes Unrecht wieder gut gemacht.
Die deutsche evangelische Gemeinde in Kairo hat nach langwierigen Verhandlungen ihre Kirche und ihr Gemeindehaus sowie einen wesentlichen Teil ihres Vermögens z u - rückerhalten. Der gesamte Besitz der Gemeinde war während des Krieges von den Engländern beschlagnahmt worden. Nach dem Kriege waren die Engländer zwar zur Rückgabe der Kirche bereit, aber da sie in diesem Angebot einen „Gnadenakt" sahen, der weitere Forderungen ausschloß, lehnte die Gemeinde ab und hielt ihren Rechtsanspruch auf ihren Gesamtbe- s i tz ausdrücklich aufrecht. Im Jahre 1933 wurden dann weitere Verhandlungen geführt, bei denen der Vorsitzende des Internationalen Missionsrates und andere englische Missionsmänner die Vermittlung übernahmen. Jetzt endlich ist es gelungen, der deutschen evangelischen Gemeinde Kirche, Pfarrhaus und Schule sowie einen wesentlichen Teil ihres Vermögens zurückzugeben. Diese Nachricht ist um so erfreulicher, als' die englische Regierung früher ihre ablehnende Haltung mit den Bestimmungen des Versailler Vertrages begründet hatte.
General Lihmanns 85. Geburtstag.
Der Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, hat dem General der Infanterie Li tz m a n n aus Anlaß seines heutigen 85. Geburtstages durch einen Offizier folgendes Glückwunschschreiben überreichen lassen:
„Ew. Exzellenz übermittele ich meine und der Wehrmacht aufrichtigsten Glückwünsche zur Vollendung des 85. Lebensjahres. In den Herzen der alten Frontsoldaten lebt d i e Erinnerung an die ruhmvollen Tage von Brzeziny.Kowno und Wilna fort und wird als verpflichtendes Vermächtnis der alten Armee und ihrer Führung stets lebendig bleiben. Ew. Exzellenz, dem erfolgreichen Heerführer des Weltkrieges, aber auch dem leidenschaftlichen Vorkämpfer für Deutschlands Wiedergeburt ist es vergönnt, am heutigen Tage die Glückwünsche des wieder geeinigten deutschen Volkes entgegenzunehmen. Möge es Ew. Exzellenz vom Schicksal beschieden sein, den weiteren Aufstieg des Vaterlandes in Ehre, Kraft und Frieden zu erleben. Mit diesem Wunsche und Heil Hitler! bin ich
Ihr stets ergebener
gez. von Blomberg Generaloberst."
Glückwünsche für General Lihmann.
Am heutigen 85. Geburtstag des Siegers von Brzeziny sprachen im Namen der damals von ihm geführten 3. Garde-Jnfanterie-Division und aller Mitkämpfer der Durchbruchsschlacht Generalleutnant von Roeder als letzter Kriegskommandeur der Division und Hauptmann Krukenberg als früherer Ordonnanzoffizier des Generals Litzmann diesem unter Ueberreichung einer Ehrengabe ihre Glückwünsche aus.
Hinrichtung
des kommunistischen Mörders Hahn.
Am 22. Januar 1935 ist auf dem Hofe des Untersuchungsgefängnisses in Breslau der vom Schwurgericht Breslau zum Tode verurteilte Paul Hahn aus Breslau h i n g e r i ch t e t worden. Die Hin-
Gprachenkrieg in Finnland.
Am 6. Dezember 1917 schüttelte mit deutscher Hilfe Finnland das r u s s i s ch e I o ch ab, seit dem Frühjahr 1918 ist der Kampf gegen den Bolschewismus in Finnland mit den schärfsten Mitteln durchgeführt worden. Aber die Finnen sind, bevor sie russisch wurden, schwedisch gewesen und seitdem kämpfen die Finnen um ihre Sprache. Als im 13. Jahrhundert die Schweden in das damals noch unzivilifierte Finnland einbrachen, fanden sie eine ugrische Rasse vor, die der überlegenen schwedischen Kultur erst langsam erschlossen werden mußte. Es herrschte schwedisches Recht, es herrschte schwedischer Handel, und während die finnischen Bauern ihre Sprache treu behielten und sich ihre Eigenart bewahrten, wurde die Bildung schwedisch. Im Jahre 1640 gründete der schwedische Generalgouverneur Per Brahe eine schwedische Akademie in Abo, und Königin Christine versah sie mit guten Lehrern. Als 1808 d i e Russen sich Finnlands bemächtigten, blieb zunächst alles beim alten, bis 1827 mit dem größten Teil der Stadt auch die Universität abbrannte. Sie wurde nach Helsingfors verlegt und in den 70er Jahren schien die Universität Helsingfors rein schwedisch zu werden. Aber inzwischen waren die eigentlichen Finnen schon so zivilisiert worden, daß sie das Recht auf ihre Sprache mit Nachdruck verteidigten. Im ganzen Lande spricht ungefähr ein Zehntel der Bevölkerung schwedisch, neun Zehntel dagegen sprechen finnisch, und dieser Sprachgegensatz beherrscht das ganze innerpolitische Leben.
Die jetzigen Kundgebungen in Helsingsfors, die Streiks an der Universität haben den Zweck, d i e
F i n n i s i e r u.n g der U n i v e r s i t ä t zu erreichen, während der finnische Reichstag einer Versöhnungspolitik das Wort redet. Dieser Sprachenstreit ist aber zugleich ein Ausdruck der geographischen Lage. Die schwedisch sprechenden Finnen wohnen meist an der W e st k ü st e und ihre Verbindung mit dem Auslande hat sie derart beweglich gemacht, daß sie nicht nur in den intellektuellen Berufen, sondern auch im finnischen Offizierskorps eine stärkere Vertretung haben, als ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. Diese Tatsache hat den Sprachenstreit nicht nur auf die Universität begrenzt, sondern auch in der Armee ist es zu heftigen Kämpfen gekommen, wobei nur mit Mühe äußerlich die Ruhe wiederhergestellt wurde.
Die Finnen sind im Kampf um ihre Sprache durchaus von jenem Gedanken getragen, den vor hundert Jahren Arvidson, ein schwedisch sprechender Finne, aussprach: „Schweden sind wir nicht, Russen sind wir nicht, also müssen wir finnisch werden." Im Jahre 1835 erschien in finnischer Sprache das nationale Epos Kalevala, 1863 wurden Schwedisch und Finnisch Amtssprache, alle anderen Gesetze über die Sprachbehandlung laufen darauf hinaus, daß die Mehrheit der Bevölkerung eines Bezirks entscheidet. Demgemäß wurde auch zunächst im Universitätsgrundgesetz von 1923 festgesetzt, daß 90 finnischen 25 schwedische Dozenten gegenüberstehen, aber die von einem lebhaften Nationalgefühl erfüllte akademische Jugend will radikal die Finnisierung der Universität und verweist darauf, daß für die Schweden die wiedergeöffnete Akademie in Abo vorhanden ist.
richtung stellt die Sühne für den Mord an dem Stahlhelmmann Gustav Müller dar, der am Abend des 30. Januar 1931 im Anschluß an die Skagerrakfeier des 12. Reichsfrontsoldatentages von Hahn erschossen wurde. Müller ist, als er in der letzten Reihe einer Fahnengruppe des Stahlhelms marschierte, von einer größeren kommunistischen Menschenmenge überfallen, zu Boden geschlagen und mit Fäusten, Knüppeln, Gummischläuchen und Dolchen schwer m i ß - handelt und verletzt worden. Als die Menge auf einen Warnruf „Weg! Feuer!" beiseite trat und Müller sich mühsam wieder aufzurichten versuchte, gab Hahn auf ihn drei Schüsse a b, von denen einer den alsbaldigen Tod zur Folge hatte. Der preußische Ministerpräsident hat von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrau ck gemacht, da die Tat an dem wehrlos am Booen liegenden schwer mißhandelten Stahlhelmer einen besonder s rohen und feigen Mord darstellt.
Kleine politische Nachrichten.
Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht vollendet am 22. Januar sein 58. Lebensjahr.
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Der Völkerbundsrat nahm von der französischen Denkschrift über internationale Fürsorge für die S a a r e m i g r a n t e n Kenntnis und beschloß, daß der Berichterstatter für Flüchtlingsfragen, der Vertreter Mexikos, im Mai Vorschläge unterbreiten soll. Der Generalsekretär des Völkerbundes hatte darauf hingewiesen, daß für die finanziellen Forderungen der französischen Denkschrift keine Kredite vorhanden seien.
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Das Erfordernis einer besonderen Einreisegenehmigung für das Saargebiet für die Zeit vom 27. Dezember 1934 bis 26. Januar 1935 wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben.
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Der Völkerbundsrat hat seine 84. Tagung beendet. Die Frage der Entschädigung für die während des Weltkrieges von England beschlagnahmten finnländischen Schiffe wurde einem Juristenausschuß überwiesen, der prüfen soll, ob es zweckmäßig ist, das Schlichtungsverfahren fortzusetzen, was vori England bestritten wird. An den gleichen Ausschuff^wurde auch die schweizerische Entschädigungsforderung aus dem Weltkriege verwiesen. In der Beschwerde des Irak über persische Grenzverletzungen sollen die Schlichtungsbemühungen bis zur nächsten Ratstagung fortgesetzt werden.
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Havas berichtet aus Dschibuti (Franz. Somaliland), daß ein französischer Admini- st r a t o r, 18 Mitglieder der französischen Miliz und 28 Somalileute auf französischem Gebiet bei einem Raubzug von Stämmen aus dem abessinischen Grenzgebiet ermordet worden sind.
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In Patras (Peloponnes) fand eine große P r o- teftkundgebung gegen die Unterdrückung der griechischen Bevölkerung auf den Italien gehörigen Dodekanes statt. Italienische Faschisten versuchten die Kundgebung zu stören. Die erregte Menge stürzte sich auf sie, und nur das Einschreiten der Polizei schützte sie vor dem Gelynchtwerden.
Aus aller Wett.
2000.— R2U. Geldstrafe für unsozialen Detriebsführer.
Vor dem Arbeitsehrengericht für den Treuhänderbezirk Südwest-Deutschland fand ein ehrengerichtliches Verfahren gegen E. P. F., Röhrengroßhandlung in Waiblingen (Württemberg), statt. Der Angeklagte war beschuldigt, als Betriebsführer unter Mißbrauch feiner Machtstellung im Betrieb böswillig die Arbeitskräfte seiner Gefolgschaftsangehörigen ausgenutzt und ihre Ehre gekränkt zu haben, indem er keine geordnete Arbeitszeit einhielt und die Gefolgschaftsangehörigen mit beleidigenden Ausdrücken belegte, auch teilweise unter Tarif bezahlte. Außerdem soll der Betriebsführer des öfteren betrunken in feinem Geschäft gewesen sein und auch in sittlicher Beziehung sich nicht ganz einwandfrei benommen haben. Das Arbeits-Ehrengericht erkannte auf eine Geldstrafe von 2000.— RM. und Tragung sämtlicher Kosten. Nur weil es sich um einen kleineren Betrieb handelte, wurde davon Abstand genommen, die Aberkennung der Befähigung „Führer eines Betriebes zu sein" auszusprechen.
Tagung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt in Vertin.
Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Luftfahrt hält in den nächsten Tagen in der Reichshauptstadt ihre 23. Mitgliederversammlung ab. Die Tagung begann mit einer Sitzung des Vor- standsrates. Unter den Teilnehmern, die Geheimrat Schütte begrüßen konnte, befanden sich u. a. Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums, des Reichspostministeriums, des Reichswehrministeriums, des Deutschen Luftsportverbandes, der Luftfahrtindustrie und der Technischen Hochschule. Bei einem Begrüßungsabend im Adlon konnte Ge- heimrat Schütte u. a. den Senior der deutschen Luftfahrt Professor P a r s e v a l begrüßen.
Geburtstagsfeier im hause der „Lindenwirtin".
Das alte Gasthaus „Zur L i n d e n w i r t i n" in Godesberg übte in diesen Tagen eine besondere Anziehungskraft aus. Arn Vorabend des 75. Geburtstages der Inhaberin Aennchen Schuhmacher, der viel besungenen „Lindenwirtin" fanden sich der Bürgermeister des Ortes und viole andere Persönlichkeiten im Gasthaus ein, um der Lindenwirtin ihre Geburtstagswünsche zu überbringen. In herzlichen Worten wandten sich Bürgermeister Ales und ein Vertreter der Bonner Studentenschaft an das Geburtstagskind. Tief bewegt nahm Aennchen Schuhmacher die Glückwünsche entgegen.
Der älteste Offizier der alten österreichischen Armee gestorben.
In Wels (Oberösterreich) st a r b der älteste Offizier der alten österreichischen Armee, General der Infanterie von Hirsch, im Alter von 10 0 Jahren.
Sühne für den Word von Piktupönen.
Das Reichsgericht verwarf antragsgemäß die von dem Angeklagten Emil Dobels gegen das Urteil des Tilsiter Schwurgerichts vom 28. 9. 1934 eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist Dobels wegen gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen rechtskräftig zweimal zum Tode unter Aberkennung der Ehrenrechte auf Lebenszeit und wegen versuchten Mordes zu 10 Jahren Zuchthaus rechtskräftig verurteilt. Der Angeklagte war, wie seinerzeit gemeldet, in der Nacht zum 29. 11. 1932 gemeinsam mit zwei litauischen Komplizen in die Wohnung des Gastwirts Gennees in Piktupönen (Memelgebiet) eingedrungen. Als die Familie um Hilfe rief, erschossen die Räuber die Ehefrau
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