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Olympia-Auswahlturnen
-er Turnerinnen des Gaues XII Hessen.
Zum letzten Wochenende fände« sich in Kassel die besten Turnerinnen des Gaues Hessen zusammen, um sich dem Olympia-Ausscheidungsturnen zu unterziehen. Am Samstagnachmittag begann die Arbeit mit einer nochmaligen gründlichen Schulung. Es zeigte sich^ dabei, daß gegenüber den Leistungen beim letzten ^chulungslehrgang ein merklicher Fortschritt zu verzeichnen war. Insbesondere wurden die Hebungen aus der Gymnastik weit besser beherrscht. Natürlich ist auch jetzt noch viel zu verbessern und mancher Fehler auszumerzen.
Am Sonntagvormittag fand dann der eigentliche Wettkampf statt. Nach dem feierlichen Einmarsch der Turnerinnen erklang das Olympialied, gesungen von den Kasseler Äugendturnerinnen. Im Mittelpunkt der Morgenfeier standen Ausführungen der Gaufrauenführerin Mimmi Eisfeld-Kassel über die Olympischen Spiele und ihre nationale Aufgabe. Begonnen wurde der Kampf mit der Gymnastik, in der recht gute Leistungen zu sehen waren.
Die dann folgenden Keulenübungen hatten in der Ausführung besser sein dürfen. Besondere Schwierigkeiten ergaben sich beim Mühlschwung; es fällt den Turnerinnen nicht leicht, aus dem früher geübten reinen Keulenschwung zu einem harmonischen Körperschwung zu kommen.
Den Abschluß bildete das Geräteturnen; hier ist die Schulung noch dringend notwendig. Am besten schnitten die Turnerinnen noch an dem von ihnen so gefürchteten Schwebebalken ab. Der Pflichtsprung am Pferd konnte noch nicht befriedigen, und am Barren gelang den meisten Bewerberinnen der allerdings sehr schwierige Einschwung noch nicht. Auch von den Kürübungen darf man mehr erwarten; sie müssen, uni vollwertig zu sein, noch mehr Schwierigkeiten aufweisen.
Das Endergebnis des Kampfes lautet: 1. Anneliese Kunkel, Tv. 1861 Eschwege, 845 P. (324 Gymnastik + 188 Keulen + 333 Geräte); 2. Friedel Schwab, Hanau a. M., 829 P. (312 + 178 + 339); 3. Erika Schneider, To. Wetzlar, 828 P. (328 + 188 + 324); 4. Anna Schwarz, Tv. Dillenburg, 814 P. (316 + 180 + 318); 5. Helma Schmieder, Tv. 1846 Gießen, 764 P. (276 + 164 + 324); 6. Gretel Dietrich, Tusp. Marburg, 751 P. (284 + 176 + 291); 7. Marie Weller, Tschft. Lauterbach, 691 P. (264 + 166 + 261); 8. Hilde Meyer, Tv. Karlshofen, 621 P. (274 + 104 + 243). Die sechs erstgenannten Siegerinnen, d. h. die Turnerinnen, die zwei Drittel der erreichbaren Punktzahl erzielten, werden den Gau bei den Gau- gruppen-Ausscheidungsturnen (Gau Hessen, Südwest, Mittelrhein) am nächsten Samstag und Sonntag in Wiesbaden vertreten.
Handball im Männer-Turnverein.
Mtv. I — Tuspo Marburg I 6:5.
Mtv. Äugend — Tv. Lang-Göns Igd. 1:13.
Mtv. Schüler — Tv. Heuchelheim Schüler 5:4.
Die erste Handballelf des Männerturnvereins Gießen empfing auf eigenem Platze die gleiche des Turn- und Sportvereins Marburg zum fälligen Verbandsspiel. Der Sieg der Männerturner war verdient, hätte aber genau so umgekehrt lauten können. Spielerisch waren beide Mannschaften vollkommen gleichwertig, beide gaben ihr Bestes und .lieferten sich in jeder Beziehung ein schönes, flottes und durchaus faires Spiel. Mit 1:0 gingen die Mtv.er kurz nach Beginn in' Führung; jedoch dauerte die Freude nicht lange. Auf eine schöne Vorlage des Linksaußen sandte der Marburger Mittelstürmer für den Gießener Torwart unhaltbar ein. Stand 1:1. Abwechselnd wurde der Ball von Tor zu Tor getragen, weitere zählbare Erfolge ließen zunächst auf sich warten. Hartes Angehen der Gie
ßener Hintermannschaft brachte die Marburger Elf durch zwei schön verwandelte Strafstöße zu einer 3:1-Führung. Der Gießener Sturm gab sich redlich Mühe das Resultat zu verkürzen, scheiterte jedoch an seinem vollkommen planlosen Spiel. Kurz vor Halbzeit konnte dann einer der Gießener Verteidiger den zweiten Treffer für seinen Verein buchen. Mit 3:2 für Marburg wurden die Seiten gewechselt.
Nach der Halbzeit zeigte sich dasselbe Bild. Aufopfernde Arbeit der Gießener Hintermannschaft verhinderte den Marburgern weitere Erfolge. Schöne Leistungen bot der Mtv.-Schlußmann, der immer wieder in letzter Minute mit Erfolg eingreifen mußte. Ein Strafstoß für die Männerturner wurde 3um Tor verwandelt und somit wieder der Gleichstand erzielt. Nachdem im Verlaufe der zweiten Halbzeit beide Mannschaften abwechselnd je zwei weitere Tore gewannen, konnte der schön freigespielte Halblinke der Männerturner kurz vor Schluß das letzte und somit das Siegestor für seinen Verein einsenden. Eine letzte Anstrengung der Marburger blieb erfolglos.
Die Äugendmannschaft konnte, wie vorauszusehen war, ihr Spiel in Lang-Göns nicht gewinnen. Die Lang-Gönser sind in ihrer Gruppe zweifellos die beste Mannschaft; allerdings scheint das Ergebnis für die Spielstärke beider Mannschaften etwas zu hoch. Berücksichtigt muß jedoch werden, daß die Männerturner das Spiel mit vier Mann Ersatz bestreiten mußten und außerdem noch einen ganz schwarzen Tag hatten. Vor allen Dingen vermißte man die Schußfreudigkeit des Sturmes.
Die Schülermannschaft konnte auch ihr drittes Pflichtspiel gewinnen. Dank der vielen Freundschaftsspiele haben sich die Jüngsten des Männer- turnvereins recht gut eingespielt und bedeuten zweifellos für den Verein guten Nachwuchs.
Adler fährt neun internationale Klassenrekorde
Der Adler-Trumpf-Stromlinien-Wagen, der feit Samstagabend auf der Avus bei Berlin die internationalen Rekorde der Klasse F (1100 bis 1500 ccm) am „laufenden Band" erjagte, hat am Mittwochabend seine Fahrt beendet. 96 Stunden war der Wagen ohne Unterbrechung in Fahrt, nicht weniger als neun Klassen-Bestleistungen wurden dabei erzielt. Sie alle waren bisher im Besiy der französischen Firma Peugeot gewesen, der Adler- Wagen verbesserte sie um zum Teil 25 Prozent. Vorbehaltlich der Anerkennung durch die ALACR. hält Adler seht folgende Weltrekorde:
4 000 km: 31:11:34.8 Std. = 128,4 km/st,
3 000 Meilen: 37:33:33,4 Std. - 128,3 km/st,
5 000 km: 39:02:01 Std. = 128,09 km/st,
4 000 Meilen: 50:03:34,6 St. = 128,593 km/st,
5 000 Meilen: 62:59:35 Std. --- 127,7 km/st,
10 000 Meilen: 79:08:54 Std. = 126,345 km/st,
48 Std.: 6168,045 km = 128,5 km/st,
72 Std.: 9 245,607 km = 128,4 km/st,
96 Std.: 11 875,284 km -- 123,709 km/st.
lkrsolareiche Gießener Schwimmer.
Bei dem gauoffenen Schwimmen in Marburg (unter der Leitung von Gauschwimmwart Loewe) konnten die Gießener Schwimmer vom Schwimmverein und eine Schwimmerin vom Turnverein neue Siege errinaen. Zimmer von der Jugend errang im 100-Meter-Kraulschwimmen einen 1., sein Vereinskamerad Albold sicherte sich im aleichen Wettbewerb den 3. Platz. Äm Jugend- Brustschwimmen wurde H a b r i ch Dritter und im Herren-Kraul der Ib-Klasse über 100 Meter kam Herbert trotz aller Kasseler Konkurrenz noch auf den 2. Platz.
Auch die Schwimmerinnen zeichneten sich aus und kamen im Jugend-Kraul durch Frl. Brüning
sowie im Brustschwimmen über 100 Meter durch Frl. Georg zu je einem 2. Platz. Frl. G o l d - Hagen vom Turnverein errang im Jugend-Rückenschwimmen der 3. Klasse einen 3. Sieg.
Fußball im Turnverein Großen-Linden
GrohenLinden II — Leihgestern komb. 8:3 (3:1).
Am Sonntag spielte die zweite Mannschaft gegen eine kombinierte von Leihgestern. Die Gäste traten unvollständig an und mußten sich hoch geschlagen bekennen. Hervorzuheben war die famose Abseitstaktik des Leihgefterner Verteidigers Funk, der hierdurch eine höhere Niederlage verhinderte.
Vorher spielte die Jugend gegen die gleiche von Rodheim. Die Gäste hatten in diesem Spiel nie eine Chance und muhten sich 5:1 geschlagen bekennen.
Auf dem Waldsportplatz wurde gestern nachmittag ein Fußballspiel zugunsten der Winterhilfe ausgetragen, dem zahlreiche Zuschauer beiwohnten. Eine Stadtmannschaft und eine Mannschaft aus Spielern der Vereine des Kreises standen sich gegenüber. Man sah gute Gesamtleistungen, aber auch beachtliche Einzelleistungen.
In den Mannschaftsaufstellungen hatte es, den vorher genannten Aufstellungen gegenüber, einige Veränderungen gegeben. Die Landmannschaft war ursprünglich nur mit neun Mann angetreten, so daß zwei Spieler aus den Reihen des VfB. und der Spielvereinigung einspringen mußten. Die Gegner traten in folgenden Aufstellungen an:
Land: Happel (Watzenborn-Steinberg); Börstel (Lollar), Walther (Daubrinaen); Stumpf II. (Garbenteich), Krämer (Nieder-Girmes), Michel (VfB.- Reichsbahn); Gabriel und Kreiling (Lollar), Michel (Daubringen), Stumpf I. (Garbenteich), Schalch (1900).
Stadt: Fischer (1900); Leutheuser I. und II. (DfB.-R.); Mank (1900), Knauß (VfB.-R.), Schäfer (1900); Dörr (1900), Anthes, Heß, Erben (VfB.-R.), Henkelmann (1900).
Das Spiel begann bei einer leichten Feldüberlegenheit der Landmannschaft, die recht forsch an das Leder ging und tatsächlich gefährliche Situationen für den Gegner schuf. Die Stadtmannschaft fand sich jedoch auch bald und der Kampf verlief mehr und mehr ausgeglichen. Einzelne Spieler der Landvertretung überraschten durch ihre saubere Balltechnik, deren einige im Ballstoppen geradezu Meister waren. Nachdem Fischer im Tor der Stadt einige Male eingreifen mußte, kamen die Platz- besitzer durch Heß, der eine Flanke rasch verwandelte, zu ihrem ersten Erfolg. Das war in der 16. Minute. Angespornt durch diesen Erfolg ging nun die Stadtelf mehr aus sich heraus. Es kam zu einer kritischen Situation vor dem Tor der Gäste. Anthes tag im Kampf mit dem Tormann, der ihm den Ball von den Füßen nehmen wollte, aber nicht sicher zugegriffen hatte. Anthes drückte geistesgegenwärtig den Ball in das Tor. Die Landmannschast ließ sich aber auch nicht anfechten, sondern kämpfte unentwegt weiter. In der 25. Minute gelang es ihnen denn auch, ein Tor aufzuholen. Nach einem Strafstoß gab es zweimal hintereinander aus kürzester Entfernung Schüsse auf Fischers Tor, aber beide Male wehrten Tormann und Verteidigung ab. Schließlich kam aber das Leder dem Linksaußen der Gäfts vor die Füße, der aus wenigen Metern Entfernung unhaltbar einsenden konnte. In der Folge gab es hüben und drüben etliche Ecken, die aber nichts einbrachten. Fischer bekam kurz vor Halbzeit noch einmal Gelegenheit, fein Können zu beweisen. Mit 2:1 wurden die Seiten gewechselt.
Bald nach Wiederbeginn vermochten die Gäste auszugleichen. Der Kampf nahm nun lebhaftere Formen an. Es ging um die Entscheidung. Die Freude war bei der Landmannschaft groß, als der
(ßrüningen I — Großen-Linden I 2:2 (1:2).
Die erste Mannschaft weilte zum fälligen Ves- dandsspiel in Grüningen. Das Spiel endete nach hartem Verlauf unentschieden 2:2.
Kurze Sportnotizen.
Oeltzschners Streckenrekord mit dem Segelflugzeug, den der leider tödlich verunglückte Pilot am 29. Juli 1935 von der Rhön nach Brünn 6504,2 Kilometer) ausgestellt hat, ist jetzt von dar FAJ. als Weltrekord anerkannt und bestätigt worden.
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Die Berufsringer gehören in DeutschlarÄ jetzt nicht mehr dem Reichsbund für Leibesübungen an. Sie find der DAF. eingegliedert und dort bdr Fachschaft „Theater-Film-Varietö" unterstellt woe- den.
flinke Halbrechte durch einen schönen Schuß — er hatte sich geschickt freigespielt — feine Elf in Führung bringen konnte. Daraufhin griff die Stadtmannschaft zu einer Umstellung. Leutheuser I wurde nach vorne genommen, Knauß ging in den Sturm, Schäfer wurde in die Verteidigung zurückgenommen. Tatsächlich gelang bald darauf der Stadtmannschaft der Ausgleich. Heß schoß, freistehend aus etwa 20 Meter Entfernung placiert, in die linke untere Ecke, unhaltbar für Happel. Der Kampf nahm nun dramatische Formen an. Beide Mannschaften zogen heftig los. Die Land-Elf schuf wieder verschiedene kritische Situationen vor dem Tor der Gastgeber, aber zweimal konnte Schäfer in letzter Sekunde retten. Die Bemühungen des Gästesturmes blieben vergeblich. Allerdings wurden in der Folge auf beiden Seiten zwingende Torchancen vergeben. Es blieb bei dem gerechten Ergebnis von 3:3 Toren.
Das Spiel wurde sehr fair ausgetragen. In beiden Mannschaften sah man ausgezeichnete Leistungen. Die Landmannschaft überraschte verschiedentlich nach der angenehmsten Seite, während man von der Stadtelf etwas mehr hätte erwarten müssen. Das Spiel nahm einen sehr anregenden Verlauf. Der Schiedsrichter amtierte, von wenigen Entscheidungen abgesehen, einwandfrei.
Spiele für die Winterhilfe im Gau Aordhessen.
Marburg: Kurhessen — Bezirksklasse Marburg 6:1 Gießen: Stadtelf — Kreiself Gießen 3:3
Friedberg: VfB. Friedb. — Bezirkskl. Friedb. 8:1 Hanau: 93/60 kombiniert — Dunlop-Kesielftadt 1:1 Fulda: Gauliga Fulda — Bezirksklasse Fulda 1:1 Hersfeld: Stadtelf — Breidenbach-Heringen 3:0 Bebra: FV. Bebra — Kurhessen Kassel 2:3 Büdingen: Büdingen-Vilbel—SD. Bad-Nauheim 2:0 Kassel: Gaumannschast — Stadtelf Kassel 4:4
Keine Ablieferung bei Hausfchlachtungen.
LPD. Frankfurt a. M., 20. Nov. Die Presse« stelle der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit:
Aus böswilliger Absicht ist in den letzten Tagen vielerorts das Gerücht verbreitet worden, daß demnächst von jeder Hausschlachtung ein erheblicher Hundertteil abzuliefern fei. An diesem Gerücht ist nicht das gering st e wahr. Um peinliche Schädigungen der Allgemeinheit, wie sie durch überhastetes Abschlachten entstehen können, zu verhindern, muß die Erwartung ausgesprochen werden, daß man sich in solchen und ähnlichen Fällen an die jederzeit erreichbaren Dienststellen wendet und die Verbreiter der beunruhigenden Gerüchte namhaft macht.
Wmlerhilsespiel: Stadl gegen kreis Gießen 3:3.
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Amtliche Bekanntmachung.
Ausruf zur Anmeldung zum Wehrstammblall der Jahrgänge 1913 und 1916.
Auf Grund der Erklärung der Reichsregierung an das deutsche Volk und auf Grund des Gesetzes über den Aufbau der Wehrmacht vom 16.3.35, des Wehrgesetzes vom 21. 5. 1935, des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 26.6.1935 und der Verordnung über das Erfassungswesen vom 22. Mai 1935 in der Fassung der Verordnung vom 7.11.1935 werden für den Bereich der Stadt Gießen (Bereich der Polizeidirektion Gießen) alle männlichen Personen des Jahrgangs 1913 für den aktiven Wehrdienst und 1916 für den Reichsarbeitsdienft zur Anmeldung zum Wehrftammblatt bei der Polizeidirektion Gießen, Zimmer 26 p, Landgraf-Philipp-Platz 1, aufgerufen.
Auch Nichtarier sowie alle männlichen Angehörigen, bei denen die Staatsangehörigkeit nicht feststeht, haben sich zu melden.
Befreit sind nur diejenigen Personen, die zu diesem Zeitpunkt bereits Arbeitsdienstpflicht leisten oder in der Wehrmacht aktiv dienen.
Ist ein Dienstpflichtiger von dem Ort der polizeilichen Meldebehörde, bei der er sich anzumelden hat, vorübergehend abwesend, so hat er sich bei ihr zunächst schriftlich und nach Rückkehr unverzüglich persönlich anzumelden.
Die Anmeldung beginnt am 18.11.1935.
Die Dienstpflichtigen werden durch die Polizeidirektion Gießen vorgeladen und haben hierzu pünktlich zu erscheinen.
Diejenigen Dienstpflichtigen, die bis zum 15.1. 1936 keine Vorladung erhalten haben, melden sich unaufgefordert unter Vorlegung der Personalpapiere.
An Personalpapieren hat jeder Dienstpflichtige mitzubringen:
a) den Geburtsschein,
b) Papiere über den Nachweis feiner Abstammung, soweit sie in seinem oder feiner Angehörigen Besitz sind,
c) die Schulzeugnisse und Nachweise über feine Berufsausbildung (Lehrlings- und Gesellenprüfung),
d) Ausweise über Zugehörigkeit zur HI. (Marine- - HÄ ), zur SA. (Marine-SA.), zur SS., NSKK., zum DLD. (Deutscher Luftsportoerband), zum DASD. (Deutscher Amateur- und Sende-Emp- fangsbienft), zur Freiwilligen Sanitätskolonne (Rotes Kreuz),
e) den Nachweis über Teilnahme am Wehrsport (Wasserwehrsport),
f) den Nachweis über geleisteten Arbeitsdienst (Arbeitspaß, Arbeitsdienstpaß, Dienstzeitausweis oder Pflichtenheft der Studentenschaft),
g) den Nachweis über geleisteten aktiven Dienst in der Wehrmacht oder Landespolizei oder über die bereits ausgesprochene Annahme als Frei
williger im Reichsarbeitsdienst oder in der Wehrmacht,
h) den Nachweis über den Besuch von Seefahrtschulen und über Seefahrtzeiten,
i) den Nachweis über den Besitz des Reichssportabzeichens oder des SA.-Sportabzeichens,
k) den Führerschein für Kraftfahrzeuge, Flugzeugs ober bes Deutschen Seglerverbanbes.
Zurückstellungsanträge seitens bes Dienstpflichtigen, feiner Ehefrau ober feiner Eltern von ber Ableistung bes Reichsarbeitsbienftes unb bes aktiven Wehrbtenftes aus häuslichen, wirtschaftlichen ober beruflichen Grünben finb tunlichst gleich bei ber An- melbung zu stellen unter Vorlage evtl. Beweisstücke.
Jeder Dienstpflichtige arischer Abstammung hat bei der persönlichen Anmeldung eine vvrgeschriebene Erklärung abzugeben, die er bei der Anmeldung auf der Polizeidirektivn erhält.
Jeder Deutsche, der freiwillig in den Reichs- arbeitsdienst ober aktiven Wehrdienst eintreten will, hat sich persönlich unter Vorlage der Personal- papiere bei ber Polizeibirektion zu melben. Heber diese Anmeldung stellt die Polizeidirektion einen Freiwilligenschein aus, der vom Freiwilligen bet ber Melbung zum Truppenteil vorzulegen ist. Dieser Schein gilt jeweils nur bis zu bem barauffolgenben 31. März.
Der Freiwilligenschein wird nur ausgestellt:
a) für den Eintritt in den Reichsarbeitsdienft, wenn der Freiwillige zum Zeitpunkt feines beabsichtigten Eintritts das 17. Lebensjahr vollendet hat,
b) für den Eintritt in den aktiven Wehrdienst, wenn er bas 18. Lebensjahr vollenbet hat,
c) bei einem Minberjährigen, wenn eine schrift- liche, amtlich beglaubigte Einwilligungserklärung bes gesetzlichen Vertreters zum freiwilligen Eintritt in ben Reichsarbeitsbienft ober aktiven Wehrbienft vorgelegt wird.
Dienstpflichtige, dazu gehören auch Geistes- schwache, Nervenkranke, Krüppel, die durch ihre Krankheit an der Anmeldung verhindert sind, haben hierüber ein Zeugnis des Amtsarztes einzureichen. Wer an Epilepsie zu leiden behauptet, hat auf eigene Kosten die glaubhaften Zeugen hierfür zu stellen ober bas Zeugnis eines Amtsarztes beizubringen.
Der Dienstpflichtige hat alle Behauptungen über feine Person burch Vorlegen von Urkunben, Personalpapieren, Ausweisen usw. ober burch Stellung von Zeugen zu erhärten ober auf anbere Weise standhaft zu machen. Die Urkunben müssen ur- chriMch vorgelegt werben ober Abschriften ber- eiben amtlich beglaubigt sein.
Wer nicht zur Anmelbung erscheint, hat, wenn keine höhere Strafe verwirkt ist, eine Geldstrafe bis zu 150 Reichsmark ober entsprechende Hast zu erwarten. Er wird zwangsweise vorgeführt. 6681D
Gießen, den 19. November 1935.
Hessische Polizeidirektion.
M cs c l.


