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Lyzeum in den Saal im Haus der Deutschen Ar­beitsfront, Schanzenftraße 18, verlegt werden. Die Kurse laufen also:

Fröhliche Gymnastik ung Spiele, nur für Frauen. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr, Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schon- zenstraße 18, Saal.

Reiten. Don 16 bis 17 Uhr, Reitschule Schömüs. Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs.

Am kommenden Samstag und Sonntag müssen die Kurse für Hallentennis einer Versammlung we­gen ausfallen!

Schwere Autounfälle.

Am gestrigen Mittwochabend wurde die Familie des Seifenfabrikanten Franz M ö b s von hier auf der Landstraße GrünbergGießen, zwischen dem Straßenabzweig nach Harbach und dem Fußweg von Saasen über die Wiesen in Richtung Harbach, von einem folgenschweren Autounfall betroffen. Das Auto, mit dem die Familie aus dem Vogelsberg kam, geriet aus bis jetzt noch ungeklärter Ursache von der Straße ab und fuhr in den Straßen­graben, wo es sich um sich selbst drehte und mit der Spitze in Richtung Grünberg zu stehen kam. Bei dem Unfall des Kraftwagens, in dem das Ehe­paar vorne faß und die beiden Kinder^ die rück­wärtigen Sitze innehatten, erlitt Herr M ö b s einen Armbruch, feine Gattin eine Brustquetschung und Armoerletzungen, die beiden Kinder, die 11 und 12 Jahre alt sind, dagegen schwere Schädelver­letzungen. Alle Verunglückten wurden von der Frei­willigen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz bzw. das Töchterchen von einem vorbei kommende n Privatauto nach Gießen in die Chirurgische Klinik verbracht, wo leider das 11 Jahre alte Söhnchen in der letzten Nacht feinen schweren Verletzungen er­legen ist.

Ein zweiter Autounfall einer Gießener Familie ereignete sich gestern vormittag vor Niederursel. Dort kam der Kraftwagen, in dem der hiesige Kaufmann Willi Bette mit seiner Frau und seinen Kindern auf der Fahrt nach Mainz war, offensichtlich infolge glatter Straße ins Rutschen und fuhr «mscheinend gegen Bordsteine. Herr Bette wurde dabei durch Glassplitter am Kopfe verletzt und trug eine Ge- Hirnerschütterung davon, seine Gattin erlitt gleich­falls leichte Verletzungen am Kopfe; die beiden Kin­der blieben unverletzt. Das Ehepaar befindet sich im Bürgerhospital in Frankfurt a. M. in Behandlung.

Tödlicher Unglücfcfaii eines jungen Gießener Fliegers.

Am Samstag, morgens 7 Uhr, ereignete sich auf der Griesheimer Chaussee ein Verkehrsunfall, dem der im blühenden Alter von 22 Jahren stehende Sohn des hiesigen Zugführers Hofmann zum Opfer fiel. Als einer der ersten, der im Jahre 1933 dem Gießener Fliegersturm beitrat, wurde er im Jahre 1934 von der Luftsportlandesgruppe 11 in Darmstadt übernommen. Sein Streben und Wirken galt der deutschen Fliegerei. Bei allen Vorgesetzten und Kameraden durch seine Pflichttreue und Kame­radschaftlichkeit beliebt, verliert in ihm der deutsche Luftsport einen Anwärter, der zu großen Hoff­nungen berechtigte.

^ucyhnnde-prüfung.

Man berichtet uns: Der Gau Hessen der Fachschaft für deutsche Schäferhunde S. V. übertrug der Kreis­sachgruppe Gießen die Durchführung der Such- hundprüsung 1935. Am vorigen Sonntag wurde diese im Gelände rechts und links der Rodheimer Straße, nahe Heuchelheim, durchgeführt.

Um 6.30 Uhr wurden von den Spurenlegern die benötigten Verbrecherspuren gelegt (2000 Schritt lang, mit je drei auf der Spur verlorenen Gegen- ständen). Die Spuren lagen in geraden, spitzen Winkeln, Zickzack usw. über Wiesen, Sturzäckern, (Bräuen, längere Feldwege und stark begangene Straßen. Die Hauptspuren wurden nach zweistün­digem Liegen nochmals durch eine Verführerspur gekreuzt, so daß dem Hunde die Arbeit nicht leicht gemacht wurde, zumal sich noch auf der Spur rechts­seitig der Rodheimer Straße zwei Ketten Rebhühner und fast am Ende der Spur eine Katze niederließ, was aber bei dem Hunde keine Beachtung fand. Gemeldet waren zur Suche zwei Rüden und eine Hündin. Ein Rüde wurde kurz vor der Suche zu­rückgezogen. Als Richter war Polizeihauptwacht­meister B r e i t b a ch (Oberlahnstein) tätig. Die Aus­arbeitung der einzelnen Spuren wurde durch das Los bestimmt

Um 10.30 Uhr wurde als erster Hund angfetzt: Alma vom Dörnergrund 438 965 Sch. H. Besitzer und Führer Herr Georg Klös (Gießen). Note sehr aut. Als zweiter Hund wurde gegen 12 Uhr rechts­seitig angesetzt: Togo vom Lahnstrand Z. Pr. 461 107 Besitzer Herr Georg Huttenberger (Gießen), Führerin Frl. Virgine Hüttenberger (Gie­ßen). Note sehr gut

Beide Spuren wurden von den Hunden sehr gut ausgearbeitet, und die verlorenen Gegenstände vom Hunde dem Führer übergeben. Die Suche selbst wurde nach den Vorschriften der Fachschaft an der 10 Meter langen Leine gearbeitet. Gegen 13 Uhr war diese interessante Prüfung beendet.

Anschließend fand noch eine Jugendveranlagungs­prüfung statt, bei der neun Junghunde (sechs Rüden und drei Hündinnen) auf ihre Veranlagung geprüft wurden. Sechs Hunde waren vorzüglich und nur drei Hunde gut.

Bei der Preisverteilung auf der Puloe^mühle sprach der Richter seine volle Anerkennung für die Leistung der Suchhunde aus und hob hervor, daß im hiesigen Bezirk erstklassiges Material an deut­schen Schäferhunden stände. Die Vergebung des Gauwanderpreises mußte das Los entscheiden, da beide Suchhunde gleichwertig waren. Er wurde dem Hund Togo vom Lahnstrand Such. H. zugesprochen.

Gießener Dochenmarkipreife

* Gießen, 21. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, bas Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inländische Kühlhauseier, Klasse A 12, Klasse B 11, jugoslawische frische Eier Klasse C 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10 Pf., der Zentner 7 bis 8 Mk., Weißkraut, das Pfund 4 bis 8 Pf., der Zentner 4 bis 5 Mk., Rotkraut, das Pfund 8 bis 12 Pf., der Zentner 8 bis 10 Mk., Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 25 bis 40 Pf., Zwiebeln 7 bis 8, Meer­rettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mk., Birnen, das Pfund 15 bis 25 Pf., Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Gänse 80 bis 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Endivien 8 bis 12, Ober- kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.

Einrichtung von Poststellen.

Aus Anlaß der Umgestaltung des Landpostdien­stes werden in folgenden Orten des Kreises am 1. Dezember 1935 Post stellen eingerichtet:

Ruttershausen, Staufenberg, Mainzlar, Treis (Hessen), Odenhausen, Geilshausen, Lumda, Bel­tershain, Reinhardshain und Göbelnrod.

Mit den Poststellen sind öffentliche Fern­sprech stellen verbunden. Die Poststellen haben die Eigenschaft einer Postanstalt im Sinne des § 1 des Reichspostgesetzes vom 28. Oktober 1871 (RGBl. S. 347) und einer Telegraphenanstalt im Sinne der Telegraphenordnung mit der Befugnis zur An­nahme und Ausgabe von Postsendungen aller Art und von Telegrammen, sowie zur Vermittlung von Gesprächen. Sie nehmen ferner Bestellungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an

und zahlen für ihren Zustellungsbereich die Ren­ten aus.

Im Briefverkehr gelten die Ortsgebühren nur innerhalb des eigenen Zustellungsbereichs der Post­stellen. Wenn Poststellen mit anderen Poststellen oder Postanstalten in derselben Gemeinde liegen, so gilt in ihrem gegenseitigen Verkehr ebenfalls die Ortsgebühr. In allen übrigen Fällen gilt die Fern­gebühr.

Sämtliche Poststellen werden dem Postamt Gießen, das als L e i t p o st a m t gilt, unter­stellt und werden amtlich bezeichnet mit dem Namen des Ortes, in vvm sie liegen, sowie dem Namen des Leitpostamtes mit dem Zusatzüber

Gießen", z. B. Ruttershausen über Gießen.

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Olympiade-Wertzeichen

W 7 §

I

Die Deutsche Reichspost gibt anläßlich der voms 6. bis 16. Februar 1936 in Garmisch-Partenkirchen | stattfindenden Olympischen Winterspiele auch im i Auslandsverkehr zugelassene Sonderwertzeichen mit, Zuschlägen heraus, und zwar: Freimarken zu 6 und 4 Rpf. mit dem Bilde eines Eisschnelläufers, zu 12 und 6 Rpf. mit dem Bilde eines Skispringers, zu 25 und 15 Rpf. mit dem Bilde von Bobfahrern. Die Farbe der Freimarken ist den gewöhnlichen Freimarken gleicher Werte ähnlich. Die Postkarten zu 6 und 4 Rpf. (braun) und 15 und 10 Rpf. (röt­lich) tragen auf der linken Hälfte der Vorderseite die Abbildung einer Hochgebirgslandschaft, ihr Wert­

zeichen zeigt den Adler der Olympischen Glocke mit den 5 Ringen in den Fängen. Als Freigebühr gilt nur der N nnroert der Wertzeichen. Die Zuschläge sind für die Deckung der Kosten der Olympischen Spiele bestimmt. Entworfen sind die Freimarken von dem Künstler Max E s ch l e, die Postkarten einschließlich Wertstempel von dem Künstler Karl D i e b i t s ch , beide in München. Der Verkauf be­ginnt bei allen Postanstalten am 25. November 1935 und endet mit Ablauf des 31. März 1936. Ein Teil der Wertzeichen wird auch von den Sportoer­bänden vertrieben.

Reichsberufswettkampf 1936 im Gau Hessen-Nassau.

56860 Teilnehmer und Teilnehmerinnen gegen 34000 im Vorjahre.

LPD. Frankfurt a. M., 19. Nov. Künstlerisch umrahmt von musikalischen und chorischen Darbie­tungen der HI. wurde heute abend im Bürgersaal des Römers der Reichsberufswettkampf 19 3 6 durch den Zusammentritt des Gauausschusses Hessen-Nassau für den Berufswettkampf eröffnet.

Nach dem Einmarsch der Fahnen und einem Lied zu Ehren der Arbeit sprach zunächst zu den den Gauausschuß bildenden führenden Mannern der Bewegung, des Staates und der Wirtschaft

Gebietsführer potthoff

über die geplante Winterarbeit der Hitlerjugend. Er führte dabei u. a. aus: Zum dritten Male fckickt sich die HI. an, den Reichsberufswettkampf durchzu­fuhren, der eine Notwendigkeit ist und der inneren Bereitschaft der Jugend entspricht, im friedlichen Wettkampf ihre Kräfte zu messen. Die Bedeutung dieses Wettkampfes kann nur klar erkannt werden in Verbindung mit den anderen großen Arbeiten und Leistungen der Bewegung, die im Interesse des Volkes durchgführt worden sind. Es gilt dabei mit den alten Gedankengängen zu brechen und

in den jungen Volksgenossen den Gemeinschafts­geist wachzurufen, der in der Parole enthalten ist: Gemeinnutz gehl vor Eigennutz.

Der Führer selbst gab die Initiative zu diesem Kampf, und die HI. würde ihren Namen zu Un­recht tragen, wenn sie sich hier nicht entscheidend einsetzen würde, um dem Führer bei dieser feiner Aufgabe zu helfen. Der Reichsjugendführer hat die Parole zum Reichsberufswettkampf ausgegeben und freudig ist ihr die Jugend gefolgt. Mit Dan- kesworten an die Deutsche Arbeitsfront, die die technische Leitung des Berufswettkampfes wieder übernommen habe, schloß der Gebietssührer seine Ausführungen.

Dann sprach, auch im Namen des Gauleiters, der Gauwalter der DAF.,

Landesobmann Becker

der namentlich auf die Vorbereitungen zum Reichs­berufswettkampf, seiner Organisation und Durchfüh­

rung zu sprechen kam. U. a. sagte er: Wir können stolz darauf sein, daß die deutsche Jugend den Kampf begriffen har und das Wollen des Führers besser versteht, wie mancher Erwachsene. Die deutsche Jugend hat eine riesengroße Ausgabe durchzufüh­ren, und sie muß alles das behaupten und vertei­digen, was bereits erreicht und errungen worden ift, in erster Linie die Kameradschaft und die Freiheit.

Pg. Becker gab bann einen kurzen Umriß über die Vorbereitungen zum Reichsberufswett­kampf. Diese sind für 1936 bedeutend umfang­reicher, ist doch allein

die Zahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen von rund 34 000 im vergangenen Jahre auf über 56 000 für 1936 angesiiegen.

Die Durchführung des Berufswettkampfes werde sich in diesem Jahre, und das sei eine bedeutende Aenderung gegenüber den vergangenen Jahren, streng nach der Struktur der einzelnen Gaue rich­ten, also viel individueller sein. Der Landesoo- mann, richtete dann an die Arbeitgeber den dringenden Appell, den jungen Menschen während der Zeit des Berufswettkampfes restlose Unter­stützung und Wohlwollen zukommen zu lassen. Es gelte, tüchtigen fachlichen Nachwuchs heranzubilden, denn nur durch allerbeste Qualitätsarbeit könne Deutschland für die Zukunft sich auf dem Weltmarkt behaupten.

Darum müsse der unvergleichbare deutsche Oua- litätsarbeiter geschaffen werden, der mit dem deutschen Blute und dem deutschen Boden schicksalhaft verbunden sei.

Der Kampf der deutschen Jugend in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront ziele darauf ab, den jungen Deutschen der Zukunft zu schaffen, der die Stütze des Volkes und des Vaterlandes fein werde.

Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer schloß die feierliche Eröffnungssitzung des Gauausschusses Hessen-Nasiau für den Reichsberufswettkampf 1936.

* * Dienstjubiläum. Herr Karl W ä h r u m, der Kassenbote und Hausmeister der Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H. Gießen, konnte am Dienstag auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar zahlreiche Ehrungen zuteil. Die Belegschaft der Bank hatte sich schon vor Geschästsbeginn vollzählig zu einem Betriebsappell versammelt. Der Betriebsführer ge­dachte der langjährigen Tätigkeit des Jubilars und überreichte ihm ein Geldgeschenk. Die kleine Feier wurde durch ein Musikstück einiger Kameraden der SA.-Kapelle, deren Mitbegründer der Jubilar ist, eröffnet. Am Abend vereinigten sich Betriebsführer, Belegschaft und Aufsichtsrat der Bank zu einem geselligen Zusammensein, das im Geiste wahrer Volksgemeinschaft verlief.

** Sitzung des Provinzialausfchuf- s e s. Am Samstag, 23. November, vormittags 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungs­gebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung: Klage des Wilhelm R i e h m in Langd gegen den Bescheid des Kreis­amts Gießen vom 16. Juli 1935 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1935 Kj. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Stadtkreis Frank­furt a. M. gegen den Bezirksfürsorgeverband Kreis Friedberg wegen Erstattung von Für­sorgekosten für Jozfa Chaladyniak und deren Kind Stefanie. Antrag des Kreisamts Friedberg auf

Untersagung der Ausübung des Viehhandels durch Wilhelm V ö m e l I. in Vilbel. Klage des Karl Stern in Ulrichstein gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 3. Mai 1935 wegen Ver­sagung der Legitimationskarte für 1935 Kj. Klage des Hermann Rosenthal in Gedern gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 21. Mai 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj. Klage des Ludwig Rosenthal in Gedern gegen den Bescheid des Kreisamts Schotten vom 21. Mai 1935 wegen Versagung der Legitimations­karte für 1935 Kj. Klage des Ferdinand R o - f e n t h a l in Gedern gegen den Bescheid des Kreis­amts Schotten vom 21. Mai 1935 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1935 Kj.

** D i e tägliche Turnstunde. Der Reichs- und Preußische Erziehungsminister hat kürzlich mit Beginn des Winterhalbjahres 1935/36 die Einfüh­rung einer dritten Turnstunde für die männliche Jugend an den höheren Lehranstalten verfügt, die im wesentlichen zur Pflege der Hebungen verwendet werden soll, die besonders geeignet sind, die Jugend zu Mut, Kraft und Gewandtheit und Wehrhaftig­keit zu erziehen. Nun soll bereits ab Ostern nächsten Sabres die vierte Turnstunde eingeführt werden, so daß dann einschließlich der beiden Spielstunden die alte Forderung der Turnlehrerschaft und der Verbände für Leibesübungen nach Einführung der täglichen Turnstunde ihre Erfüllung gefunden haben wird.

Große Strafkammer Gießen.

Der Peter Heinrich Pfeffer zu Bad-Nauheim wurde wegen Verbrechens im Amt unter Zubilli­gung mildernder Umstünde zu einer Gefängnis­strafe von einem Jahr verurteilt, unter An­rechnung von 5 Monaten 3 Wochen Untersuchungs- haft. Der Angeklagte, der bei der Stadtverwaltung in Bad-Nauheim tätig war, eignete sich in den Jahren 1930 bis 1933 fortgesetzt als Beamter in amtlicher Eigenschaft empfangene Gelder, die er in Gewahrsam hatte, rechtswidrig an. Um den Fehl­betrag in Hohe von 240 Mark zu verdecken, schaffte er die ma^ebenben Akten beiseite. Der Angeklagte war im wesentlichen geständig.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde der Georg Tobias Krämer aus Heldenbergen wegen dreier Verbrechen im Sinne des § 176 Ziff. 3 StGB, zu einer ©efamtgefängnisftrafe von 1 Jahr 8 Monaten unter Anrechnung von 1 Monat 2 Wochen Untersuchungshaft verurteilt.

Wegen desselben Delikts in Tateinheit mit einem Vergehen nach § 175 a. F. StGB, wurde der Al­bert Richard Ulrichsohn in Bad-Nauheim zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. 2 Monate und 4 Wochen der erlittenen Unter­suchungshaft werden in Anrechnung gebracht.

Amtsgericht Gießen.

Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrs­ordnung wurde der H. W. aus Gießen durch Straf­befehl mit 3 5 Mark Geldstrafe belegt. Der Angeklagte fuhr am 11. April mit einem städtischen Lastwagen in zu hoher Geschwindigkeit die Ludwig- straße entlang und verursachte Ecke Bleichstraße einen Zusammenstoß mit einem anderen Wagen. Sein Einspruch blieb ohne Erfolg.

Am 26. Januar ließ der F. A. aus Gießen fein Pferd den ganzen Tag über an einer Leine im Schneewetter stehen. Er erhielt daher einen Straf­befehl über 25 Mark. Auf den Einspruch des Angeklagten blieb es bei der erkannten Strafe.

Oberhessen.

Ratssitzung in Grünberg.

+ Grünberg, 20. Nov. Da die Kleinkin- d e r s ch u l e seither die Mittel für die alljährliche Weihnachtsbefcherung ihrer Zöglinge durch eine Haussammlung aufbrachte, jetzt aber im Hinblick auf die Sammlungen für das Winterhilfswerk wohl kaum Aussicht auf Genehmigung zu einer Samm­lung besteht, erhält sie aus Mitteln der Gemeinde den Betrag von 25 Mark.

Der* Bürgermeister gab bekannt, daß er auf Emp­fehlung der Kreisleitung 10 Stück der SchriftD i e Neugestaltung des Gemeindeverfas­sungsrechtes" angeschafft habe, die zum Ge­brauch der Ratsherren bestimmt feien.

Wegen der Richtlinien für Erlässe auf kom­munale Gewerbe ft euer soll es auch für die Jahre 1934 und 1935 bei der in früheren Jahren geübten Handhabung bleiben.

Auf bas Gesuch des VHC. wegen einer Beihilfe für den Neubau auf dem Hoherodskopf sprachen sich die Ratsherren für die Bewilligung eines Zuschusses aus.

Bei der Besprechung des Punktes 750-Jahr- feier im Jahre 1 936 aus Anlaß der Wieder­kehr des Tages der Gründung der Burg Grünberg ist man allgemein der Ansicht, diese Feier in ange­messener Weise zu begehen. Als vorläufiger Zeit­punkt wird Ende Juni ober Anfang Juli in Aus­sicht genommen.

Landkreis Gießen

* Wies eck, 20. Nov. In den Uebungsabenben des hiesigen Turnvereins herrscht seit einigen Wochen reges Treiben. Alle Abteilungen, von ber Jugend bis zu ben Altersturnern, üben mit viel Fleiß und Hingabe, um am kommenden Samstag beim Werbeabend mit einem vorzüglichen Pro­gramm in bie Öffentlichkeit zu treten.

wg. Großen-Bufeck, 20. Nov. Im Schul­saal ber hiesigen Kochschule hielt bie Führerin der NS. -Frauenschast, Frau Schneider, einen Aufklärungsoortrag über die Lage der deut­schen Nordfeefischer und über bie Wichtigkeit des größeren Verzehrs deutscher Seefische. Die Rednerin betonte dabei, baß unsere Haushaltungen mehr als bisher auf den Verbrauch von Fischen umgestellt werden müßten. Kostproben von Fischgerichten wur­den am Schlüsse des Vortrags, zu dem auch der Alice-Frauenverein erschienen war, an die Hörerin­nen verabreicht. Der Abend wurde in üblicher Weise geschlossen. In unserer Gemarkung sind nunmehr die Feldarbeiten im wesentlichen abgeschlossen. Die Dreschmaschine, die bisher noch auf dem hiesigen Hofgut in Betrieb war, hat nun ebenfalls unseren Ort, verlassen. Mit dem Ernteertrag des Jahres 1935 ist man hier im allgemeinen zufrieden.

. Großen-Buseck, 19. Nov. Gestern feierte der Weichensteller i. R. Konrad Walther von hier in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 90. G e b u r t s t a g. Dem Jubilar wurden eine große Zahl Ehrungen und Glückwünsche aus nah und fern zuteil. Auch der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn sowie ber Präsident der Reichsbahnbirektion Frankfurt a. M. hatten burch den Vorstand des Betriebsamts Gießen ihre Glück­wünsche überbringen lassen. Der außergewöhnlich rüstige Mann hatte noch bis vor zwei Jahren bie Aecker bestellt, und heute noch zerkleinert er ben ganzen Holzbedarf, der im Hause seines Sohnes, wo er im Altersteil wohnt, gebraucht wird.

5 Steinbach, 21. Nov. Am Mittwoch starb an einem Herzschlag in Gießen, wo er Genesung von schwerer Krankheit suchte, ber Postagent i. R. Johann Georg G e r h a r b im 69. Lebensjahre. Da der Sohn des Verstorbenen als dessen Nachfolger die hiesige Poststelle innehat, so ist bie Post in Steinbach seit bem Bestehen der Post in ber Familie Gerhard. Der Großvater des Verstorbenen, Kaspar Gerhard, war ber erste Postexpeditor in Steinbach, fein Sohn Karl Julius war sein Nachfolger als Postexpeditor, dessen Sohn und Nachfolger war ber Verstorbene. Die Familie Gerharb gehört auch zu ben Familien, beten Ursprung sich bis zum Beginn der Kirchenbücher zurückverfolgen läßt. Der Fall, daß bie Post eines Ortes seit 4 Generationen in einer Familie ist, bürste einzigartig sein. Den gan­zen Wechsel ber Post über Fürstlich Thurn-und-Ta- xisches Postgebiet, Norddeutscher Postbezirk, Kaiser­lich Deutsche Reichspost bis yeute hat Die Familie Gerharb mitgemacht.

J) Reiskirchen, 19. Nov. In ber vorigen Woche fiel einer hiesigen Frau einGlasaufben B o b e n unb zerbrach. Sie kehrte bie Scherben zu­sammen. aber es muß boch ein winziges Stückchen liegengeblieben sein. Am folgenben Morgen lief ihr Töchterchen barfaß burch bie Stube und trat indie Glasscherbe. Das Kind bekam Schmer­zen am Bein, ber Arzt fand auch einen winzigen Glassplitter im Fuß und konnte ihn ent­fernen. Die Schmerzen liehen aber nicht nach. Das Kind wurde in die Klinik nach Gießen gebracht, wo