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kam. Häufig mußten die Fahrer aus den Kraft­wagen aussteigen und ein oder mehrere Motor­räder zur Seite heben helfen, wenn sie ihre Fahrt fortsetzen wollten. Einige Kraftwagen und eine stattliche Anzahl Motorräder blieben auf der Strecke, obwohl sich die Fahrer immer wieder bemühten, Schäden zu beheben, um die Fahrt fortsetzen zu können. Einige Fahrer brachen, wenn ihnen die Strecke verleat war, rasch entschlossen durch Hecken hindurch. Als besondere Schwierigkeit war ein Bach mit durchaus nicht flachen Ufern und etwa 30 Zentimeter Wassertiefe zu überwinden.

Die Kontrollstellen Ulrichstein und Altenhain brachten den Fahrern kurze Zwangsaufenthalte; über Rebgeshain führte dann die Fahrt weiter bis Ilbeshausen, von dort aus in den einsamen Ober­wald, vorbei am Taufstein zum Hoherodskopf. Wie­der konnte ein kurzes Stück die Rennstrecke benützt werden. Am Hoherodskopf erhielt aber dann jeder Fahrer eine Spezialkarte in die Hand gedrückt, denn die Strecke HoherodskopfRudingshain (A bis E) war nicht markiert und auch nicht mit Wegweisern bestellt. An Hand der ausgehändigten Karte mußten die Fahrer selbst den besten und kürzesten Weg feststellen. Die meisten fuhren vom Klubhaus aus rechts die Wiese hinab, vorbei an der Sprung­schanze, hinüber zum Gackerstein, der rechts liegen­blieb und dann auf zum Teil sehr schlechten Wegen nach Rudingshain zu. Zahlreiche Ouerrinnen stell­ten höchste Anforderungen. Bon Rudingshain aus ging es dann wieder auf die Rennstrecke, die den Kraftfahrern gestattete, das äußerste an 'Tempo herauszuholen und aus Zeit zu fahren. Im Tempo bis zu 120 Kilometer brausten sie dem Ziel ent­gegen. Direkt am Ziel galt es, die Fahrt zu stop­pen, die Kontrollkarte abzugeben und dann sofort weiterzufahren zum Parkplatz im Schulhof.

Am Ziel

Das Ziel war von einer stattlichen Anzahl von Zuschauern umlagert. Es waren seit dem Start noch keine zwei Stunden vergangen, da kamen die ersten Fahrer (in bunter Reihe Wagen und Motor­räder) im Ziele an. Ein SA.-Musikzug spielte schneidige Märsche. Rasch wurden die abgegebenen Karten mit dem Zeitstempel versehen. Oft brausten vier, fünf und sechs Kraftwagen zu gleicher Zeit an. Motorräder folgten einander dicht auf. Auf dem letzten Teil der Strecke gab es noch manchen harten Kampf um den besseren Platz, der, wenn ihn auch der Fahrer nicht sofort beurteilen konnte, doch in der Zeit zum Ausdruck kommen mußte. Um 9 Uhr erfolgte der Start, gegen 11 Uhr trafen die ersten Teilnehmer der Geländefahrt im Ziel ein.

Wagen und Motorräder, wie auch die Fahrer selbst, ließen die Strapazen erkennen, die die knap­pen, zwei Stunden brachten. Wagen und Motor­räder waren über und über mit Erde bespritzt, mancher tiefliegende Wagen hatte die aufgeweich­ten Wege förmlich gepflügt. Mancher Kotflügel hatte mehrere Beulen aufzuweisen, Motoren waren glühend heiß, Bremsen, Kupplung und Gangschal­tungen waren teilweise schwer mitgenommen, ganz abgesehen von jenen Fahrzeugen, die mit irgendwel­chen schweren oder leichteren Schäden auf der Strecke lagen. So hörte man u. a. von den Fahrern, daß sich ein Wagen überschlagen hatte (einer der In­sassen wurde verletzt), ein anderer Wagen hatte einen Baum umgerissen und stand irgendwo im Wald, ohne daß er weder vorwärts noch rückwärts zu bringen gewesen wäre. Unerhörte Kühnheit hatten die Beiwagenfahrer bei dieser Fahrt zu be­weisen, die immer wieder in kritischsten Situationen ihr Körpergewicht einzusetzen hatten.

Die Fahrt in ihrer Gesamtheit bewies, daß es in den Reihen der Wehrmacht, der Polizei, der Motor- SA., wie auch in der Hitler-Jugend und im NSKK. eine große Anzahl fähigster und ausdauerndster Kraftfahrer gibt, die mit unerhörtem Mut und mit großer Willenskraft begeistert zur Sache des deut­schen Motorsportes stehen. Gleichzeitig wurde aber auch bewußt, daß die deutschen Kraftfahrzeuge äußersten Leistungsprüfungen gewachsen sind.

Motor-SA.147Gießen tm Wettbewerb

Die Standarte 147 der Motor-SA., die unter dem Kommando des Standartenführers Nagel­

Gießen steht, nahm verhältnismäßig zahlreich teil. Es starteten vier Wagen, und zwar Otterbein - Schlitz auf Mercedes-Benz und Boller- Lang- Göns auf Opel (beides Tourenwagen), Lindt- Wetzlar auf Ford (Sportwagen) und Standarten­führer Nagel- Gießen auf DKW. (Kübelsitzwagen). Ferner lagen von der Motor-Standarte 147 etwa 15 Krafträder (Solo- und Beiwagenmaschinen) im Wettbewerb. Standartenführer Nagel sicherte sich in seiner Wagenklasse den ersten Sieg. Eine Glanz­leistung gelang auch dem Wetzlarer Lindt, der die Strecke in 1:44 Stunden bewältigte.

Eine geradezu bravouröse Fahrt brachte Stan­dartenführer N a g el hinter sich, der die Strecke in 1:45,0 Stunden zurücklegte und, nachdem er als 12. hinter den schweren Kübelwagen der Wehrmacht (Kassel) startete, 10 der Wegen der Wehrmacht auf der Strecke überholen und den 11. Wagen unmittel­bar im Ziel einholen konnte. Er passierte als zwei­ter Wagenführer das Ziel. Auf der Strecke selbst hatte er, wie er erzählte, manchen Aufenhalt durch steckengebliebene Wagen und Motorräder, so daß er einige Male quer über Sturzäcker fahren mußte, wenn er sich durchsetzen wollte. Kurz vor Götzen befand er sich mit seinem Beifahrer D a u st e r in kritischster Situation wenige Zentimeter am steil ab­fallenden Hang, einmal fuhr er im 80-Kilometer- Ternpo über eine tiefe Querrinne, die er erst sehr spät sehen konnte (der Aufschlag verlief glimpflich), mit 120-Kilometer-Tempo jagte er in das Ziel. Die Wagen der Motorstandarte 147 konnten sämtlich das Ziel in guter Zeit und strafpunktfrei erreichen.

Auch die Motorradfahrer schnitten fast durchweg sehr gut ab.

Der Abschluß.

Nach der Beendigung der strapaziösen Fahrt yab es im Schulhof, m dem eine Feldküche stationiert war, zunächst einen anständigen Schlag Erbsen­suppe mit Fleisch im eigenen Saft. Das kräftige Mittagessen, das in rauhen Mengen zur Verfügung stand, wurde in hygienischen großen Bechern ver­abreicht und mundete ausgezeichnet. Die weiteren Nachmittagsstunden waren der Ruhe gewidmet. Ge­duldig harrte man der Ergebnisse, die imPost­häuschen" in anstrengender Arbeit errechnet wur­den. Die Siegeroerkündigung im Schulhof stellte den würdigen Abschluß der großartigen sportlichen Veranstaltung dar. Bei einbrechendem Abend mach­ten sich die Fahrer, die aus allen Himmelsrichtun­gen gekommen waren, auf den Heimweg.

Die Ergebnisse

Krafträder bis 350 ccm: F. Kern, II/M. 50, auf Horex. Heinrich Bingemer, 4 M. 46, auf DKW., Karl VoMner, HI. 166, auf DKW., Theo Lubbe, NSKK., auf UT., Max Naujoks, IM.- 49, auf NSU., Robert Zschekn, DDAC., auf DKW., Ham­merstein, WH., auf Triumph, Heinrich Nauheim, 13/M. 49 auf DKW., Tausendpfund, DDAC., auf NSU., Gabriel, NSKK., auf NSU., H. Krüger, DDAC., auf Jmperia.

Krafträderüber350 ccm: Förster, 2/M. 49, auf BMW., Dinges, DDAC., auf NSU., Wenzel,

SS, 1/2, auf BMW., Schadt, 1/M. 150, auf DKW^ Roth, DDAC., auf DKW.

Krafträder mit Seitenwagen bis 6 0 0 ccm: Eickelmann, SSM. 7/3, auf Zündapp, Kobe, 1/M. 48, auf Triumph, Scheel, 1/M.49, auf NSU., Siegfried, SSM. 7/2, auf Victoria, Ickes, 1/M. IV, auf NSU.

Krafträder mit Seitenwagen über 600 ccm: Klapproth, 3/M. 47, auf BMW., Men­geler, 3/M. IV, auf BMW., Oblt. Riemen, Landes- Polizei, auf BMW., Waas, 10/M. IV, auf BMW.

Personenkraftwagen bis 1100 ccm: Schwamm, SS. 7/2, auf Dixi, Lind, 22/M. 147, auf Ford, Hammerschmidt, 11/M. 48, auf NSU.-Fiat, Jourdan, 32/M. 49, auf NSÜ.-Fiat, Brendel, 32/M. 49, auf NSU.-Fiat, Klein, DDAC., auf NSU.-Fiat.

Kübelsitzwagen bis 1100 ccm: Nagel, M. 147, auf DKW.

Personenkraftwagen 1100 bis 2000 ccm: Karl Heil, 32/M. 49, auf Hanomag, Klein, II/M. 48, auf BMW., Hptm. Meffert, Landespolizei, auf Opel, Walter Glöckler, MSS., auf Hanomag.

Personenkraftwagen über 2000 ccm: Sauermilch, I/M 46, auf Ford.

Kübelsitzwagen über 2000 ccm: Hptm. Tellmann, Landespolizei, auf Wanderer, Ltn. Legen­decker, WM., auf Wanderer, Oblt. Wegener, Lan­despolizei, auf Wanderer, Utffz. Feipel, WM., auf Adler, Oblt. Moll, WM., auf Adler, Ltn. Buchholz, WM., auf Adler, Ltn. Fiechner, WM., auf Adler. Major Schmitz auf Horch, Utffz. Horchler, WM., auf Adler.

Standartenführer Nagel (Gießen), der Sieger feiner Klasse.

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Nach der Schlacht. Reparatur tut not! Der Bei­wagen hat gelitten.

Mittagspause im Schulhof. (Aufnahmen: [5] Neuner, Gießener Anzeiger).

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Auf der Strecke in der herbstlichen Vogelsberg-Landschaft.

Im Ziel. Rasch werden die Kontrollkarten abgegeben.

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Bekanntmachung

Grundslücksverpachtung der Stadt Gießen.

Donnerstag, den 24. Oktober, und Freitag, den 25» Oktober 1935, sollen die leihfällig gewordenen Grundstücke der Stadt Gießen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf weitere sechs Jahre ver­pachtet werden, und zwar: 6041C

Donnerstag, den 24. Oktober 1935:

a) 9 Uhr Zusammenkunft in der StraßeAm Nahrungsberg" bei der Gärtnerei Lieh:

4 Gartenstücke Flur IV bei der Gärtnerei Lietz.

1 Gartenstück bei der früheren Oberhessischen Werkstätte.

b) 9% Uhr Zusammenkunft bei der heyligenstädt- schen Fabrik:

26 Grabstücke Flur XII, rechts am Ohlebergs- weg.

7 Grabstücke Flur XII, links am Aulweg bei der Schönen Aussicht.

2 Grabstücke Flur V, neben der Schönen Aus­sicht.

c) 14 Uhr Zusammenkunft Ecke Aulweg und Schubertstraße:

49 Grabstücke Flur VII auf dem Aulweg hinter dem Weiher.

9 Grabstücke Flur IX am Schlangenzahl auf dem Aulweg. »

Freitag, den 25. Oktober 1935:

a) 9 Uhr Zusammenkunft in der Rodheimer Straße bei dem Schlachthaus:

1 Grabgarten Flur XXXVIIIAn der Lei­menkaute".

25 Grabstücke Flur XXXVIIIAuf der Hohl­eiche hinter dem Schlachthaus".

1 Acker Flur XXXVIII daselbst.

2 Gräben Flur XXXIV auf der Hardt an der Koppelhut.

Hieran anschließend:

8 Gartenstücke Flur XXXVIIIAm Hamm" hinter dem Elektrizitätswerk.

2 Grabstücke Flur IIIn der Schwarzlach an der Ederstraße".

b) W/2 Uhr Zusammenkunft an der Sandgrube bei der Liebigshöhe:

34 Grabstücke Flur XX vor der ehemaligen WirtschaftZum Philofophenwald" (Ar­beitsdienstlager).

9 Grabstücke Flur XVIIIIn der Sandgrube bei der Liebigshöhe".

Gießen, den 18. Oktober 1935.

Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm.

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Anzeigen-Aktiengesellschaft

Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften

Glotzen / SrhrMvatze Z

Gewinnauszug

1. Klasse 46. Preußisch-Süddeutsche (272. Preuß.) Klassen-Lotlerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten

Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II

2. Ziehungstag 19. Oktober 1935

In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen

4 Gewinne zu 3000 M. 165342 388963

8 Gewinne zu 1000 M. 49342 96966 177874

198558

16 Gewinne zu 800 M. 127620 128582 17260t 197072 231428 235622 308518 333838

56 Gewinne zu 500 M. 23155 39322 65204 73543 75062 79245 80468 81990 93298 107983 126866 165063 190056 210238 237483 259494 300171

307500 313384 320137 323809 330056 341463

373032 376508 385675 391842 391892

190 Gewinne zu 200 M. 9032 21193 21823 29818 42473 48772 58452 62808 65262 68719 71158 74569 79617 81816 89405 89494 100011 105202 105829 114870 117846 125144 126701 130080

133568 138709 143203 144929 150816 152359

154713 161682 163143 163636 166380 169762

175327 177653 185258 188530 197104 199056

199324 205300 208468 208663 210958 21252t

214367 214782 216048 220903 227898 238094

238328 242239 242871 247632 249295 254304

263164 267215 273972 286589 289137 289255

290044 290637 293631 298847 300131 301514

303816 304607 305693 315097 317475 317711

326764 327644 330343 332684 332696 336846

338026 342360 343602 344932 360085 362161

362983 374986 378179 398780 399637

In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M. gezogen

2 Gewinne zu 50000 M. 125877

2 Gewinne zu 5000 M. 39596

2 Gewinne zu 3000 M. 380277

6 Gewinne zu 2000 M. 36759 174520 174913

16 Gewinne zu 1000 M. 86244 89623 92213 135332

146120 205771 223177 261654

8 Gewinne ju 800 M. 6668 140405 144036 315502

50 Gewinne zu 500 M. 755 6680 20919 40462 41662 58334 78165 78776 85399 111039 120177 134782 140787 146755 160639 164107 228240

228377 234030 270405 281034 321325 336205

362786 384571

95683 118388 156184 185955 200243 218325 243049 263400

299075 320391

342903 376031

106675 119168 160552 188284 204025 218896 243937 265219

301025 325565 345876 387619

107224 132464 177262 188999

212649 225980

246595

270876

313838 326694 362793

390956

109529 134931

177946 191304 213799 233232

248648 275606 316515

338064 364463 392874

89964 110497 150167 180908 196846 216421 234045 250983 277590 318235 338445 367861 393401

182 Gewinne,u 200 M. 5626 5797 7611 9992 15614 23072 23731 30956 31016 35363 52897 57766 57912 62125 80922 84041 87236 89041 -----

93910 ----- ------ ------ ------

117314 156004 183052 197096 217759 235173 262834 279719 318498 339347 371678

Die Ziehung der 2. Klasse der 46. Preußisch- Süddeutschen (272. Preußischen) Klassen°Lotterie findet am 13. und 14. November 1935 statt.