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Aus der Provinzialhauptstadt

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stündlich möglich. Durch diese Regelung haben Sir

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Nachdruck verboten!

26 Fortsetzung

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Was nicht im Theater-Werbehest steht?

Aus dem Gießener Stadtcheaterbüro wird uns geschrieben:

Sie haben sicherlich bereits von der Neuerung int Stadttheater Gießen für die kommende Spielzeit 1935/36 gehört? m

Wahlabonnement! Was ist em Wahl, abonnement und welche Vorteile bringt das Wahl, abonnement, werden viele Theaterfreunde fragen, die sich etwa aus beruflichen Gründen an em festes Abonnement mit bestimmtem Tag nicht binden können. , , ,

Die Vorteile des Wahlabonnements liegen auf der Hand: Der Wahlabonnent hat bei

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Zu jedem kommt einmal das Glück

Vornan von Ellen Kulm

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

der schon lange erstrebte wirksame Schuß verliehen worden. Möchten sich dadurch namentlich auch alle, die das unberechtigte Fischen als harmlos ansehen, von Fischwilderei abhalten lassen. In den meisten Fällen wird die Verurteilung wegen Fischwilderei, im Gegensatz zu bisher, auch in das <5trafregifter eingetragen und den Ortspolizei- und Fischerelauf­sichtsbehörden mitgeteilt. .

Jeder weidgerechte Jäger und Fischer wird der jetzigen Regierung Dank wissen, daß sie der Jagd wie der Fischerei mit fester Hand den gebührenden Schutz verliehen hat.

von 20 bis 22 Uhr.

Kohlenscheine werden im kommenden Win­terhilfswerk nur an kranke und alte bedürftige Volksgenossen abgegeben. Alle anderen bedürftigen Volksgenossen haben Gelegenheit, ihren Winter- bedarf an Brennholz durch Lesen in den Gießener Waldungen Zudecken und können daher keine Kohlen­scheine erhalten.

ßef ef d) eine werden auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, Freitags von 20 bis 22 Uhr aus- gegeben.

Mietbücher, Quittungskarten und alle sonstigen Unterlagen über die Einkommensverhältnisse sind vorzulegen.

Der Ortsgruppenamtsleiter.

Ich heirate die Tochter des Majors von Jnnemann, oder ich bleibe zeitlebens allein. Denn niemals werde ich ein anderes Mädchen zur Frau nehmen!"

Run wußte sie alles. Arme Evi, die ihm ihr junges Herz geschenkt hatte, und für die es keine Hoffnung gab! .

Aber jetzt war sie es, die zuerst das Schwelgen brach. Und ihre Stimme war klar und rein:

Ich habe es immer gewußt. Und ich werde Gott immer für mein so kurzes Glück danken. Friedrich, nur das eine mußt du mir versprechen: niemals darf Monika von dem allen erfahren. Na­türlich wirst du sie heiraten. Sie ist so gut und so schön, und wenn ich einmal fort bin aus deinem Leben, dann wird sicher die Zeit kommen, da du sie auch lieben wirst... Und nun mußt du mich nach Hause bringen. Wir haben einander alles gesagt, und um Monikas willen dürfen wir nicht mehr länger bleiben..."

Schweigend schaltete Gerling den Motor ein. Er wußte, daß dieses kleine zarte Mädchen recht hatte, und daß sie stärker war als er selbst.

18. Kapitel.

In großer Abendtoilette saßen Shirley und Maud in der Loge.

Nun wo sind unsere Herren?" fragte Maud etwas spöttisch.Für dieses kleine, spießige, halb leere Lokal hat man sich doch wirklich nicht so großartig ankleiden müssen ..."

Na, du kannst mir doch auch einmal etwas zu­liebe tun!* sagte Shirley verdrießlich.

Ich sehe nicht ein, was du davon hast!" ant­wortete Maud gutmütig, ohne sich aus ihrem Phleg­ma herausreihen zu lassen.

Sie werden doch noch kommen: mach' einen doch nicht so nervös! Ah, Herr Klinke, ich habe Sie schon mit Sehnsucht erwartet!"

Johnie entschuldigte sich höflich. Trotz der lan­gen Autoreise fühlte er sich frisch, Er war von dem Erfolg mehr als befriedigt; er hatte durchge­führt, was er sich vorgenommen hatte.

Wieso sind die Damen allein?" fragte er höf­lich.

Herr von Gerling hat sein Erscheinen zsgesagt ich weih gar nicht, wo er bleibt..."

Maud sah immer wieder nach der Tür.

Johnie sah sich unterdessen im Raum um. Er begriff eigentlich nicht recht, was die beiden Damen in ihten prunkvollen Toiletten hier wollten. Er ging selten in diese Lokale. Eigentlich zuletzt da­mals, als er jeden Tag auf Evi von Tanner war­tete.

Richtig, in solchen Lokalen hatte Evi immer ge­lungen. War das vielleicht der Grund, daß die bei­den Damen diese Exkursion hierher unternommen hatten? Wollten sie Evi fingen hören? Aber wo- yer das plötzliche Interesse an ihr?

Er wandte sich an Shirley.

Darf ich fragen, was die Damen gerade hierher geführt hat?"

Shirley lächelte.

Sie werden schon sehen, Herr Klinke! Es gibt eine Ueberraschung."

fängnls bis zu 3 Monaten bedroht war, tft auf Gefängnis bis zur höchstzulässigen Grenze von 5 Jahren erhöht worden. (§ 292 Abs. 1.) In den erschwerten Fällen des § 293 Abs. 2 betragt di Mindeststrafe 3 Monate Gefängnis, ebenso bei ge- werbs- und gewohnheitsrnähiger Wilderei; in be­sonders schweren Fällen letzterer Art betragt die Strafe Zuchthaus bis zu 5 Jahren.

Man ersieht hieraus, daß die Strafen für Wil­dern und die damit in Zusammenhang stehenden Delikte durch die neue Gesetzgebung ganz .erheb­lich erhöht sind. Dadurch ist der Jagd und Fischerei

noch erhöhen.

Frau Müller war sogleich bereit, Frau von ner zu begleiten. Sie war sehr lebenslustig, und &« Gelegenheit, ein bißchen auszugehen, bot sich nicht oft.

So hatten die beiden Frauen kurz vor Monika«« Auftreten den Sal betreten und sich in eine D« dunkle Ecke gesetzt, die fast unbeleuchtet war.

Und nun starrte Frau von Tanner mit fiebern* den Pulsen das Mädchen auf der Bühne an, da» ihre Evi nicht war und dieser doch so wunderbaa ähnelte.

Frau Müller war kurzsichtig und flüsterte Frav von Tanner zu:

Ich hätte sie gar nicht erkannt, unser Evchru Nein, wie die Beleuchtung auf so einem PodnM verändert ..

Aber Frau von Tanner antwortete nicht. mußte sich festhalten, um nicht umzusinken. war nicyt ihre Evi, und doch vor oer ErreguW die sie empfand, je länger sie das Mädchen a» starrte, vergaß sie sogar die Sorge, wo denn 8 eigentlich geblieben war.

Monika fang und blickte gar nicht in das Publv

Sie dachte nur daran, ihre Aufgabe gut zu machen, damit Evi nicht den Platz öeriir obwohl ja, sie würde bestimmt nie mehr Y auftreten müssen. Monika fühlte das ganz geM»

Jetzt spielte der Klavierbegleiter noch einmal Austakt zu dem Restain:

Zu jedem kommt einmal das Glück, Vielleicht kommt es heute zu dir...

(Fortsetzung folgt 1)

schäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werden.

2. Erlengasse, Kreuzplatz, Katharinengasse, Wolken- gaffe, Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bleich­straße am 18.9., von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr.

Seltersweg, Plockstraße, Hindsnburgwall, Bahn­hofstraße, Grabenstraße, Hinter der Westanlage, Löberstrahe am 19.9 von 15 bis 18 Uhr und

Wehmütig« Begegnung.

Das ist ein eigenartiges Gefühl, bei einem Gang durch die Straßen plötzlich vor einem Haus zu stehen, in dem man früher einmal gewohnt hat. Immer ist diese Begegnung ein wenig wehmutig. Und ob wir gleich in diesem Haus, in dieser Woh­nung auch manchmal unfroh waren, und die Zeit in ihr oft eine schlechte Zeit gewesen ist immer ist eine kleine Sehnsucht nach Verlorenem da, und wenn es nur die Sehnsucht nach einer Vergangen­heit ist, in der wir noch jünger waren als heute und die nie mehr wiederkommt.

Wer lange Jahre, vielleicht Jahrzehnte in em und derselben Stadt gelebt hat, der kann mitunter in manchen Vierteln und manchen Straßen solchen alten Bekannten begegnen, Häusern, die er nickt nur von außen kennt, sondern deren Inneres sich ihm einstmals erschloß und ihm Heimat war, steinernes Gesäß einmal gelebten Lebens. Und je nachdem, wie heiter ober trübe dieses Leben gewesen ist, wird ein Ächeln oder eine Bitternis bei Dem Wiedersehen um uns fein, und stets die kleine leise Wehmut.

Wenn man dann auf der Straße verharrt und zu jenen Fenstern emporsieht, aus denen man selbst so viele Male geblickt, morgens und abends, bei Re­gen und Sonnenschein, bann ist es plötzlich,_ als durchdrängen unsere Augen die steinernen Wände. Dann gehen wir wieder umher in den längst von uns verlassenen Räumen und wissen: hier stand der große runde Tisch unter der gelben Lampe, hier war Mutters Nähtisch und dort die grüne Ecke der Zimmerpflanzen. Nach hinten zum Hof hinaus lag das Schlafzimmer mit den taubengrauen Tapeten und dem raschelnden Birnbaum vor den Scheiben. Und uns ist so, als könnten wir jetzt einfach hinauf­gehen und die Flurtür aufschliehen und alles noch so finden, wie es einstmals war. In der Küche werden wir die Schwester mit den Tellern klappern hören, wir hängen den Hut an den Flurhaken, und treten ein in das Helldunkel der vertrauten Stuben. So stehen wir und sinnest, bis plötzlich dort oben ein fremder Kopf zwischen den Gardinen erscheint und der Traum verfliegt in jäher Ernüchterung.

Das aber ist das tiefste Erlebnis: dem Haus feiner Jugend zu begegnen. Fast schmerzlich wer­den wir dann angeruhrt von dem Zauberstab nie vergessener Vergangenheit. Aus der Reihe gleich­gültiger Fassaden wächst dies eine, einzige Haus uns entgegen, und mag es feit vielen Jahren von uns nicht mehr betreten und längst von gleitf)- gültigen Menschen bewohnt fein es wird nie aufhoren, uns eine Heimat zu bedeuten. Zwischen seinen Wänden liegt für immer der Reichtum jener beschwingten und heiteren Stunden beschlossen, in denen uns die große Welt da draußen noch nicht schrecken konnte, in denen wir noch sicher geborgen waren hinter Vaters breitem Rücken und unter Mutters zärtlichen Händen.

Jede Treppenstufe und jeder Winkel, jede Tür und jeder Fußbreit der Dielen tft unserem Inneren herzlich vertraut und voller Bedeutung. Hier lag für uns einmal die ganze Welt, die Welt des Kleinen, in der wir jedes Ding begriffen und in der uns alles freunblid) zugetan war. Und wie in

16 Vorstellungen

1. freie Wahl des Tages: Dienstag, Mitt- wach ober Freitag;

2. freie Wahl bes Stückes: Schauspiel, Oper, Operette ohne jeglichen Preisaufschlag;

3. eine Ersparnis von 20 Prozent im Vergleich zum burchschnittlichen Tagespreis.

Weitere Vorteile bringt bie Art bes Roll, s y st e m s . Die Karte bes Wahlabonnenten besteht aus 16 Abschnitten mit je vier Abschnitten für ben 1. Ring (Sperrsitz, Reihe 1 bis 7; 1. Rang, Reiht 1 bis 2), für ben 2. Ring (Sverrsitz, Reihe 8 bis 11; 1. Rang, Reihe 3 bis 6), für ben 3. Ring (Sperrsitz, Reihe 12 bis 15) unb für ben 4. Ring (Sperrsitz, Reihe 16 bis 18). Für jeben Abschnitt tauscht ber Besucher an ber Theaterkasse eine ent- sprechende Tageskarte ein; eine Vorbestellung Don Tageskarten auf bas Wahlabonnement ist selbstvel-i

ober Fischereiausübungsrechts überschreitet. Wer * B. bie Erlaubnis zum Fischen mit ber einfachen Banbangel hat, bars nicht mit KödSr fischen ober Spinnern ober ber Schleppangel fischen.

Als Strafe für obengenanntes Vergehen ist Ge­fängnis bis zu zwei Jahren ober Gelb- Grafe angebroht. In befonbers schweren Fällen, tnsbefonbere, wenn bie Tat zur Nachtzeit ober in ber Schonzeit ober unter Anwenbung schädlicher ober explosiver Stoffe begangen worben ist, muß auf Gefängnis nicht unter 1 Monat er­kannt werben (§ 293 Abs. 2).

Bei gewerbs- unb gewohnheitsmäßiger Be­gehung Der Tat ist auf Gefängnis nicht un­ter 3 Monaten zu erkennen (§ 293 Abs. 3). Ge­werbsmäßig begeht einer eine Tat, wenn er einen in Vermögensvorteilen bestehenben bauernben Er­werb erstrebt. Verbrauch ber Fische im eigenen Haushalt genügt zur Annahme ber Gewerbsmäßig­keit. Zur Gewohnheitsmäßigkeit wirb geforbert mehrmaliges Handeln unb weiter, baß baburch in dem Täter ein Hang zur wiederholten Begehung der Tat hervortritt.

Eine besonders wirksame Handhabe zur Verhin­derung von Fischwilderei bieten bie neu gefaßten §§ 295 unb 296 StGB. Früher konnten Fischerei- geräte, bie ber Täter ober Teilnehmer zur Fischerei bei sich führte, nur eingezogen werben, wenn ber Fall bes erschwerten Fischereivergehens (alter tz 296), wie er jetzt in bem oben aufgeführten § 293 Abs. 2 behandelt ist, vorlag, unb zwar nur bann, wenn bie Geräte bem Täter ober Teilnehmer ge­hörten. Nach ben neuen Bestimmungen müssen sie eingezogen werben, auch wenn sie roeber bem Täter ober Teilnehmer gehören. Nur in befonbers aufgeführten, gewiß selten vorkommenben Fällen, kann von ber Einziehung abgesehen werben.

Nach § 296 wirb schon berjenige mit Gefängnis (also bis zu 5 Jahren) bestraft, ber Fischereigeräte im Besitz ober Gewahrsam hat, ober von einem an­deren für sich verwahren läßt, nachdem er weaen gewerbsmäßiger Wilderei (im neuen Sinne), ober wehr als einmaliger Wilberei rechtskräftig verurteilt worben ist, sofern sich nicht aus ben Umftänben er­gibt, baß bie Geräte nicht zur Wilberei bestimmt waren. Die Geräte brauchen also nicht zur Ausübung der Fischwilderei benutzt worden zu sein, es ge­nügt bie Gefahr der Verwendung für solche Zwecke.

Eine weitere Handhabe zur Verhinderung unbe- rechtsten Fischens bietet der neue § 360 Zisf. 10. Danach wird mit Haft bis z u 6 Wochen ober Gelbstrafe bis 150 Mark bestraft, wer sich auf ober an einem fremben Fischgewässer außerhalb ber zum allgemeinen Gebrauch bestimmten Wege mit gebrauchsfertigem Fischereigerät jeher Art aushält. Bisher konnte ber Betreffend nur belangt werben, wenn er bie Fischerei tatsächlich ausübte.

Erhöhter strafrechtlicher Schutz wirb nach bem neugefaßten § 117 StGB, jetzt auch bem Fischerei- berechtigten ober bem Eigentümer eines Fischge- wässers, einem Fischereiberechtigten ober Fischerei- ausübungsberechtigten, ober einem von biefen be­stellten Aufseher gewährt, wenn ihnen in ber recht- mäßigen Ausübung ihres Amtes ober Rechtes burch Gewalt ober Bebrohung mit Gewalt Wiberstanb geleistet wirb, ober wenn sie während ober in Aus­übung ihres Amtes ober Rechtes tätlich angegrif­fen werben. Die Strafe beträat Gefängnis bis zu 3 Jahren. Letztere Strafe erhöht sich in ben erschwerten Fällen ber §§ 117 unb 118 (Be­drohung mit Schießgewehr usw. ober mit Gewalt an ber Person) auf Gefängnis nicht unter 3 Mo- naten bzw. bei Wiberstanb unter Körperverletzung auf Zuchthaus bis zu 10 Jahren. Bei Begehung der Tat durch mehrere gemeinschaftlich kann die Strafe bis um die Hälfte des angedrohten Straf- maßes, die Gefängnisstrafe jedoch nicht über fünf Jahre erhöht werden.

Analoge Bestimmungen gelten für den Jagd­schutz. Die Strafe für einfaches jagdliches Wil­dern, das früher nur mit Geldstrafe ober mit Ge-

Gehorfam nahm Friebrich von Gerling bas ihm gereichte Blatt. Das Licht bes Monbes war stark genug, baß er es erkennen konnte. Mit Staunen erkannte er Monikas Bilb. Fragenb richtete er feine Augen auf Evi.

,Hch weiß, baß bu sie lieb hast, unb baß bu sie heiraten wirst. Aber hoch bin ich froh, baß ick bich gekannt habe, auch wenn mein weiteres Leben nur Kummer unb Einsamkeit sein wirb."

Wie schlicht sie bas sagte! Jhr reines Herz trieb sie zu diesem Bekenntnis. Wie sehr er sie liebte! Sein halbes Leben würde er darum geben, wenn er ihre Hand ergreifen dürfte und sagen:Evi, bleibe bei mir für immer..."

Unb plötzlich erinnerte er sich ber Worte bes treuen Rolf Werbers, als sie vor bem Zelt saßen unb bie Sterne so klar über ihnen standen wie jetzt in der Heimat.

Er hörte von neuem seine Worte, seine warnen­den Worte:

Weißt du denn überhaupt, ob du für diese fremde junge Dame auch nur einen Funken Liebe empfinden wirst?"

Und er hörte sich antworten:

Ja, ich weiß es! Es wird vielleicht keine glü­hende Leidenschaft sein; aber ich werde Monika gewiß eine aufrichtige, tiefe Zuneigung entgegen- bringen."

Und wieder Rolf:

Friedrich, du kennst die große, berauschende, einmalige Siebe nicht.. .*

Ja, jetzt kannte er sie. Er nahm leise Evis Hand in die seine und erzählte ihr alles von Anfang an und wenn auch manchmal die kleine Hand in seiner zuckte, sie unterbrach ihn mit keinem Wort. Und auch als er geendet hatte, schwieg sie. Jhr helles Gesicht leuchtete im Schein des Mondes, und unter ihren geschlossenen Augenlidern tropften Tränen hervor.

Du weinst, Evi!" flüsterte er.

Da schlug sie die Augen auf und sah ihn an.

Ich bin so glücklich, Friedrich weil du mich lieb hast...!"

Er nahm ihre Hand unb küßte sie, bann sagte er mit abgeroanbtem Gesicht:

Ich würbe mein Leben um bich geben, Evi, unb ich habe auch schon baran gedacht, baß Monika mich vielleicht jeher Verpflichtung freisprechen würbe. Aber auch bas würbe uns nicht helfen, Evi, benn ich habe ben feierlichen Schwur getan, bas erstemal an ber Bahre meines Majors unb noch einmal zu meinem Freunde Rolf Werden

von 20 bis 22 Uhr.

Neustadt, Horst-Wesssl-Wall, Mühlstraße, Bruch- stratze, Goethestraße am 20.9., von i5 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr.

5. Die Entgegennahme von Anträgen aus den Straßen Schanzenstraße, Tiefenweg, Sandgasse, Rittergasse, In Löbers Hof, Marktstrahe, Markt­platz, Mäusburg, Wagengasse, Kleine Mühl­gasse, Alicenstraße, Bismarckstraße erfolgt nicht am 21. 9., sondern am 23.9 von 15 bis 18 und

Nun, dann will ich geduldig sein!"

Er lächelte vor sich hin.

Shirley ahnte ja wohl nichts davon, daß er Evi von Tanner von früher her kannte. Sie glaubte wohl wirklich, daß ihn ihr Auftreten hier über­raschen sollte.

Arme, kleine Evi! Jetzt, wo er ihr Schicksal kannte, wußte er erst genau, wie schwer ihr bas alles fiel. Wie ungern sie auftrat! Nun, es würbe ja nun alles anbers werben! Sie würbe Augen machen; ja, es war hoch gut, haß man Gelb Hatte unb manchmal etwas ganz Besonberes bamit tun konnte. Er wollte gleich nachher hinter bie Bühne gehen unb mit Evi sprechen. Aber viel­leicht wußte sie, baß bie beiben Damen ba waren, unb würbe nachher selbst zu ihnen kommen. Nun, bann fanb sich auch noch Gelegenheit genug.

Der Klavierspieler setzte ein. Johnie blickte nicht auf. Dann setzte eine süße Mäbchenstimme ein. Evis Stimme! Er kannte bock noch jebe Schwin­gung barin. Wie traurig biefe Stimme war, wie sterbenstraurig...

Erschrocken blickte er auf.

Die kleine Aaust Shirleys stieß hart gegen den Logenranh. Ein leiser, zorniger Laut entrang sich ihren Lippen, bie ganz weiß geworben waren. Er sah sie einen Augenblick an, bann glitt sein Blick auf bie Bühne, seine Augen öffneten sich weit, unnatürlich weit, seine Hände wollten nach ben Brillengläsern greifen unb glitten hilflos zurück... Monika ftanb ba oben! Monika fang. Mit ber gleichen Stimme wie Evi. Aber es war Monika! Unb hatte er vorher mit Anbacht unb Rührung ge­lauscht, so schlug sein Herz jetzt in einem rafenben Tempo. Wunberbar war biefe Ähnlichkeit! Aber nun wußte er es ja: er hatte Monika gern gehabt, weil sie ihn an Evi erinnerte; aber bas war nur im Anfang. Vom ersten Augenblick an, ba Evi wieher aufgetaucht war, wußte er, haß sie nur eine liebe Erinnerung geworben war, unb baß alles, was es in feinem Herzen an Wärme unb Liebe gab, Monika gehörte ...

Er beachtete feine Nachbarinnen nicht, die die Köpfe zueinander bogen unb erregt zu flüstern be­gannen.

Er sah gebannt Monika an. Jetzt fang sie ein -weites Lieb, ebenso ernst wie bas erste. Unb nun ging ber Klavierspieler nach einer kurzen Pause in eine Melobie über, bie man augenblicklich an allen Straßenecken hörte. Nur den Text kannte Johnie nicht.

Ader warum fang Monika nur diesen Schlager gar so traurig? Was war denn eigentlich mit ihr los? Nie hatte er diese Augen so tief verschleiert gesehen. Natürlich war sie aus irgendeinem Grunde für Evi eingefprungen. Das war Johnie ganz klar. Aber so tief konnte doch die Erregung des ungewohnten Auftretens nicht wirken. Uno sie erschien ihm auch gar nicht gar so aufgeregt. Nur eben furchtbar traurig ...

,r$u jedem kommt einmal das Glück, Vielleicht kommt es heute zu dir ...

Er lauschte jedem Ton, saß vorgebeugt und ftarrti Monika wie verzaubert an.

Aber noch jemand war im Saal, der Monika mll: weit aufgerissenen 2Iugen anstarrte, als wäre sii eine Erscheinung aus einer anderen Welt ...

So oft hatte Evi ihre Mutter gebeten, sie M1 einmal anzuhören.

,,Jck möchte so gern, daß bu siehst, baß es ni^l: so schttmm ist, Muttchen! Viel Freube wirb es bir aber auch nicht machen. Deine unbegabte Evi mach: ihre Sache gar nicht gut ..."

Aber immer hatte Frau von Tanner abgewehri. Sie hatte eine fast krankhafte Angst, ihr Kinb oben auf her Bühne zu sehen. Sie wußte ja, wie barunter litt.

Heute jeboch fühlte sie eine seltsame Unruhe. wußte, baß Evi in irgenbeinem Konflikt ftanb, ben: sie ihr verheimlichte. Vielleicht hatte Frau Mülls' eine Ahnung. Aber warum war sie selbst nicht ein- geweiht?

Heute hatte sie keine Ruhe, auf Evis Heimkch zu warten. Wie wäre es, wenn sie ben Wunsch 1# Tochter erfüllte unb sie einmal überraschte? Es bestimmt besser, wenn Evi nicht wußte, baß Mutter zuhörte, es würbe sonst ihr ßampenfieW

einem fernen Spiegel sehen wir uns durch die Zimmer dort oben laufen, in den kleinen Kitteln, die wir damals trugen und bie nun längst ver­loren sind.Weißt du noch" undEs war einmal steht mit unsichtbaren Buchstaben für uns über der alten Haustür geschrieben, und das Herz wird uns schwer von der Fülle der vierhundert Erinnerungen, denen dieses Haus ein Schatzkästlein bleiben wird, bis es die Spitzhacke niederreißt.

Wir möchten dann hinaufgehen und die Leute fragen, ob wir einmal eintreten dürfen in das ver­lorene Paradies unserer Kindheit, damit uns alles nochmals gegenwärtig werde, wie es damals war. Aber besser ist es, draußen stehen zu bleiben unb nur zu den Fenstern hinauf zu spähen, benn so chön kann das Wiedersehen nie sein, wie bie Ver­gangenheit sich in uns leuchtend malt. Vielleicht er­schiene uns manches grau, was bis heute noch hell unb bunt war, vielleicht hockte die Enttäuschung dort, wo wir die Beglückung erwarten. Verlassene Paradiese soll man nicht mehr betreten, man soll sich nur ihrer heimlichen Schönheit still und be­hutsam erinnern. H. B. v. M.

Winterhilfswerk 1935/36.

Ortsgruppe Metzen-Mitte.

Unterstützungsanträge für das WHW. 1935/36 der Volksgenossen aus den Straßen:

1. Neuenweg, Weidengasse, Kaplansgasse, Mai­gasse, Ludwigstraße können nur am 17.9., von 15 bis 18 und von 20 bis 22 Uhr auf der Ge­

hen im Kreise Gießen und den unmittelbar angren« zenden Straßenteilen an. Die Versteigerungen be­ginnen am 25. September und enden am 1. Oktober. Das Obst wird nur gegen Barzahlung versteigert. Juden sind von der Versteigerung ausgeschlossen. Weiteres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich.

Denkt an das Fallobst!

Wie feiten in einem Jahre lohnt sich heiitk' das Sammeln unb die Ablieferung des früher in vielen Obstgärten gering eingeschätzten Fallobst« Der Gründe dafür sind mehrere. Fürs erste bürflr' nach den bisherigen Feststellungen die Ern/-- in den meisten Obstsorten nur eine knappe Mitteinnir ergeben. Fürs zweite kommt namentlich der Dn» forgung mit Aepfeln heute eine weit größere Bedeu- tung zu, als früher. Der Aepfelkonfum, wie üben

außerdem

4. den Vorteil, zu einer Vorstellung aud gleichzeitig mehrere Abschnitte elnhui. scheu zu können bzw. mit einem Abonnemen mit mehreren Personen die gleiche Vorstellung au besuchen.

5. Jeder Wahlabonnent hat die Möglichkeit, da; die ganze Spielzeit vom 1. Oktober 1935 bii Aum 31. Mai 1936 geltende Wahlabonnemeni jederzeit und beliebig oft zu en neuern.

6. Durch Aufzahlung der Differenz ist auch bei Umtausch gegen eine höhere Platzart möglich

7. Das Wahlabonnement ist trotz des nichtigen Preises in vier Raten zu bezahlen.

Warum sind Sie bei diesen, Vorteilen noch kein Wahlabonnent? Meldungen auch zum Wahl, abonnement nimmt die Theaterkasse entgegen, werk- täglich von 10 bis 13 Uhr, oder telephonisch untei der Nummer 2930.

Obstversteigerungen an den Provinzialstraßen.

Straßenverwaltung der Prvvinzialdirektioi. Oberhessen kündigt in unserem heutigen Anzeigen« teil die Obstversteigerungen an den Prvvinzialstra"