Ausgabe 
21.9.1935
 
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Samstag, 21. September 1935

Nr. 221 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesten)

Wehr und Waffen

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Verbände

cs seinem Betreuer, dem Soldaten, bis zum letzten

nach jeder Jagd die Remonten. Der Husten, der sich es seinem in der ersten Zeit bei vielen Jungpferben einstellt, Atemzug, miik midfuriert werden. Es kommt vor. baß die >

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Zwei gute Reiter sprengen in die Koppel und knal­len mit langen Peitschen. Eine wilde Jagd hebt an. Staub wirbelt, Hufe dröhnen. Pferdeleib an Pferde­leib gedrängt geht es in scharfem Galopp immer reihum. Dann sprengen die Reiter wieder zurück. Der Stabsveterinär mit seinen Helfern untersucht

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Krankheit des einen oder des anderen Pferdes Ein­zelbehandlung verlangt und dieses aus der Menge herausgenommen wird. Die Rückkehr eines solchen Pferdes nach seiner Heilung ist immer ein Sorgen­tag für den Futtermeister. Die Gemeinschaft nimmt das Tier nicht so ohne weiteres wieder auf. Es ist fremd geworden, wird vom Futter weggedrängt und von der Tränke verjagt. Aber es gibt mutige und feige Pferde. Die Mutigen haben sich schnell wieder durchgesetzt.LDen Feigen muß der Futtermeister helfen. Alles renkt sich mit der Zeit wieder ein.

Eine hohe, braune Stute, eine besonders starke und feurige Remonte, führte sich durch einen elegan­ten Sprung über das hohe Gitter bei der Nachbar­koppel ein. Ein Rennen, Toben und wildes Schla­gen empfing die kühne Springerin. Die Stute setzte in großen Sätzen über die Koppel und sprang leicht­füßig in hohem Bogen wieder über das Gitter zu­rück. Seit sechs Tagen ist es ihr besonderes Ver­gnügen, die Gitter und Koppeltore zu überspringen zum großen Erstaunen aller Depotbeamten. Der Inspektor hat über diese Springkünstlerin nun schriftlich seiner vorgesetzten Stelle berichtet, und nun wird die Stute in diesen Tagen zur Spring­schuleversetzt". Vielleicht wird sie hier, ihrer na­türlichen Veranlagung gemäß, zu einer Größe in unserer international bekannten Pferdegruppe wer­den.

Nach einem Jahr Pflege und Gewöhnung im Depot werden die Remonten nochmals durch die Kommission gemustert. Einzeln werden die Tiere vorgeführt und nach Bau und Stärke eingeteilt. Die Regimenter aus dem ganzen Reich entsenden ihre Transportmannschaften, um das zu ergänzende Pferdematerial aus dem Depot zu holen. Vom frü­hen Morgen bis zum Abend werden Pferde und immer wieder Pferde vvrgeführt und an die Trup- pen übergebenReitl" oderZug!" sind die Worte, die ununterbrochen gerufen werden. Ein schöner, guter Rappe mit einer weißen Stirn und weißen Kronen über den Hufen wird alsPauker" ausgerufen. Er kommt zu einer Reiterkapelle als Paukenpferd.

Bei der Truppe wird die Remonte allmählich an den Dienst gewöhnt. Die Reitpferde werden gejat« telt und erst eine Zeitlang herumgeführt. Wenn der Sattel zur Gewohnheit wird, dann erst schwingt sich ein guter Reiter auf den Pferderücken und reitet die Remonte ein. Als siebenjähriges Pferd ist die ehe» malige Remonte volldienstreif", schön und stark, ausdauernd und treu. Die liebevolle Pflege fofjn*

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schätzen. Nach verhältnismäßig kurzer Betätigung ist außerdem regelmäßig eine gründliche Ueber­hol u n g der Fahrzeuge erforderlich. Motorisierte ~ bleiben immer rückwärts angebunden,

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Tarnung spart Blut.

Don Oberstleutnant a. O. Benary.

Wir sollten im Herbst 1915 mit der Batterie im Brückenkopf von Kupzcince in Stellung gehen. Wir hatten Bedenken: 500 Meter hinter der vordersten Linie, kein deckender Höhenzug, den Fluß mit einer Kriegsbrücke unmittelbar hinter uns. Aber es blieb dabei. Wir fügten uns in unser Schicksal, schlugen in einer Reihe von Panjehäusern die Vorderwand heraus und stellten die Geschütze in die gute Stube von M a t k a. 300 Meter südlich des Dorfes wurde eine tadellose Scheinbatterie mit einem Arbeitsgeschütz aufgebaut. Der feind­liche Flieger kam. Das Arbeitsgeschütz tat feine Pflicht.Moskali" beehrte unsere Holzgeschütze mit einem gehörigen Segen. Das Dorf, in dem er mit Recht noch Einwohner, seine Freunde, die Ruthenen vermutete, bekam keinen Schuß. Wir blieben ein paar Monate ungeschoren in unserer Stellung.

Ein Jahr später bei Halicz, im Ausklang der Brussilow-Offensive: Wir waren am Westufer des Dnjestr in einem Kusselwald in Stellung gegangen. Wir standen, unsere Geschütze wohlgedeckt gegen Sicht aus der Luft und vom überhöhenden Ost­ufer, unter Kiefern- und Birkenbüschen. Wieder suchten wir die Hauptarbeit mit einem A r - beitsgeschütz zu leisten. Aber der Rauch der Mündungsfeuer und der Kartuschen wurde an dem sehr heißen und regenschwülen Tage niedergedrückt, legte sich schwer auf die Kusseln und zog das feind­liche Artilleriefeuer auf sich. Wir hatten schmerz- liche Verluste und mußten bei Beginn der Dunkel-

An der nunmehr abgesagten großen Flotten,chau der deutschen Kriegsmarine sollten zum erstennml die neuen 250-Tonnen°U-Boote in Erscheinung treten. Unser Bild zeigt zwei U-Boote im Kieler U-Boots- hafen am Kanalturm. (Scherl-Bilderdienst-M.)

B. Duncan über den deutschen Soldaten im Weltkriege abgegeben hat:Der deutsche Soldat ist der größte, den . die Welt je gesehen hat!" Der amerikanische General Lee Bullard schließt sich seinem Kameraden mit den Worten an:Der deutsche Soldat war jederzeit drei seiner Feinde wert!"

Sportliche Ertüchtigung muß unserer Jugend die Nerven stählen, militärische Erziehung und Ausbil­dung einen Soldaten schaffen, der allen technischen Kampfmitteln sowohl in der Beherrschung wie in der Bekämpfung gewachsen ist. Eine vorzügliche Schießfertigkeit mit der Pistole bis zur Maschinen­kanone ist aber vor allem zu fordern. Von Jugend an hat sich jeder wehrhafte Deutsche in dieser Kunst mit der Handwaffe zu üben; er wird dann auf dem Schlachtfelde in jeder Lage seinen Mann stehen.

In der Literatur über Kampfwagen erscheint auch die Auffassung, als wenn es, wie bei den Flotten­kämpfen auf See, zu Tankschlachten kom­men würde, bei denen Tankdreadnoughts eine große Rolle zu spielen hätten. Hierfür müßte eine besondere Taktik ausgearbeitet werden. Ich kann mich mit diesem Gedanken, der für Flugzeug­geschwader wohl zutrefsen mag, nicht befreunden. Der Kampf Tank gegen Tank muß immer zum Nahkampf führen. In ihm ist eine einheitliche Führung größerer Verbände unmöglich. Auf See liegen die Verhältnisse ganz anders. Hier entscheidet gewandte Flottenführung den zum Siege führenden Artilleriekampf, der sich auf recht großen Schuß­weiten abspielt.

Eine Waffengattung, die s e l b st ä n d i g Entschei­dungen herbeiführt, wird die Motorkampftruppe niemals werden. Sie wird immer nur Hilfs- waffe, hauptsächlich der Infanterie, blei­ben, die schlachtentscheidend kämpft. Der Infante­rist muß und wird im Verein mit den vorhandenen Spezialabwehrwaffen auch Herr der angreifenden Panzergegner werden, solange er moralisch und in soldatischer Ausbildung auf der Höhe ist.

da die Tankstellen in Feindesland ziemlich sicher nicht gefüllt angetroffen werden. Das Vorwärts- fommen von Mann und Pferd ist zweifellos siche- Beide Wesen können genügsamer werden sowie n Willen und eine Lebenskraft einsetzen, die

einen Willen und eine Lebenskraft einsetzen, Die über die größten Schwierigkeiten hinweghilft. Dem Motor fehlt diese Seelenstärke von dem Augenblick an, wo der letzte Tropfen Brennstoff aufgebraucht ist. Wie die Bäume nicht in den Himmel wachsen, so sorgt auch der liebe Gott dafür, daß der Benzin- fresser nicht auf zu hohe Touren kommt.

Bei klarer Betrachtung verliert also der Tank recht viel von seiner Gefährlichkeit. Selbst der ein­zelne Mann mit einer guten Schußwaffe in der Hand braucht sich, wenn er ein ganzer Kerl ist, nicht von dem stählernen Ungetüm einschüchtern zu lassen. Unerschrockene Männer der Sage wie Sieg­fried sollen uns Vorbild sein. Furchtlos ging dieser Dem Fafnir zu Leibe. Trotz hornsester Haut und giftigem Brodern erlag der Lindwurm dem kühnen Helden, dessen Nothung ihm das Herz durchstieß. Dem Tank muß man als Großwildjäger gegenüber» treten. Wie man einen Elefanten nur zur Strecke bringt, wenn man ihm über dem Rüsselansatz zwi­schen den Lichtern die Kugel anträgt, um das sehr kleine Hirn des großen Tieres zu treffen, so durch­schießt der sichere Schütze den Sehschlitz des Kampfwagens, macht ihn blind und führerlos oder erledigt die Waffenbedienung. An Treffsicherheit ist, wie vorher erläutert, der Schütze im freien Felde dem Schützen im Wagen, solange ersterer nicht den Mut verliert, unbedingt überlegen. Mögen unsere Kämpfer, sollte wieder einmal zu den Waf­fen gegriffen werden müssen, dasselbe Werturteil erhalten, das der amerikanische General George

Derartige Streuung, daß Treffen Zufall ist. Dadurch verlieren die Panzerkarossen schon viel von ihrem Schrecken und ihrem Kampfwert.

Es sprechen aber noch andere bedenkliche Um­stände mit. Da ist vor allem die Brennstoff- Versorgung ein recht wunder Punkt. Selbst bei reichlichem Vorhandensein dieses Motorlebens- elexiers können schon geringe Fehler beim Nach­schub motorisierte Verbände lahmlegen. Die Tank- roagenfdlonnen werden selbstverständlich ein Magnet für die Flieger des Gegners fein. Mangel an Brennstoff und sonstige Pannen können dann bei den sich nicht mehr selbst bewegenden schweren Fahrzeugen Straßenverftopsungen entstehen lassen, die au recht erheblichen Nachteilen führen. Was die Geschwindigkeit größerer motorisierter 23er- bänbe anbetrifft, so haben die französischen Manö­ver ergeben, daß sie beim Marsch gegen den Feind der der früheren Kavalleriedwifionen entspricht. Be­denkt man, daß im Kriege mit den Kavalleriedivi­sionen die Jägerbataillone zu Fuß mitgekommen sind, so kann man sich die Marschgeschwindigkeit leicht errechnen. Niemand wird abstreiten, daß bei outen Straßen hinter der Front außerhalb der Feindwirkung mit Hilfe des Motors große Strecken mit großen Verbänden in kurzer Zeit zurückgelegt werden können. Kleine Verbände werden auch im Kampfgebiet des öfteren mit Schnelligkeit zu be­wegen sein. Im großen und ganzen darf man aber die Marschgeschwindigkeit motorisierter Verbände aus vorher erwähnten Gründen nicht über»

In der Mitte des Platzes ist eine größere Aus­lauffläche durch Seile abgetrennt. Die Bewohner des Städtchens und der umliegenden Dörfer bilden das interessierte und fachliche Publikum. Zwei Gen­darmen hoch zu Roß regeln den im Städtchen sonst so ungewohnten starken Verkehr. Jedes Pferd wird den Kommissionsmitgliedern vorgeführt. Schnell, aber sehr kritisch ist diese erste Musterung. Von 130 erschienenen Pferden kommen nur 32 in die engere Wahl. Der Rest, der nicht gekauft wird, ist keines­falls minderwertig, sondern nur in der Größe ober im Bau für ben Dienst im Heer ungeeignet.

Jebem ber ausgewählten Tiere wird mit einem daumendicken Rotstift eine große Nummer auf den Hals gemalt. Kurz vor der Zurschaustellung unter­ziehen die Besitzer ihre Pferde nochmals einer Ge­neralmusterung Da wird gestriegelt, gekämmt und gebürstet. Das unruhig stehende Pferd wird ge­klopft und getätschelt.

Kupierte Pferde scheiden von vornherein aus. Diese Modenarrheit, die bas Pferb hilflos ben Sti­chen ber quälenben Insekten aussetzt, macht unsere Wehrmacht nicht mit. Nurenglisch frisierte" Pferbe sind erwünscht. Dem Laien wird ber Be­griffenglisch frisiert" vom Stabsveterinär bereit­willig erklärt:Der Schweif ist in Sprunggelenk­höhe breit verschnitten unb die Mähne kurz ver­zogen."Es gibt hier keine Schimmel unb Hengste?" Lachenb antwortet ber Gefragte:Ein Hengst zwi­schen all ben Stuten beim Schwabronsexerzieren? Das gäbe ein schönes Durcheinanber. Unb Schim­mel leuchten meilenweit im Gelänbe. Braune, Füchse, Rappen unb höchstens noch Falben werben

sie ist klug unb gutwillig!" erklärt ber Bauer bem Unteroffizier.

Die Pferbe werben gleich verloben. In jebem Eisenbahnwaggon mit 8 Pferben fahren zwei Solbaten mit. Noch am selben Abenb finb bie Tiere im Remontenamt.

Morgens würben bie Jungpferbe gekauft abenbs schon würben sie im Rernontebepot abgelie­fert. Die Begleitmannschaften hatten sich kleine Weibenstöcke geschnitten, um bie Tiere vom Bahn­hof auf bem brei Kilometer langen Weg zum Depot mit ben Gerten leichter zu birigieren.

Am großen Tor bes Remontenamtes von Ma- rienfee im Hannoverschen empfängt sie ber Inspek­tor mit einem Donnerwetter:Stöcke weg! Sie ver­sauen mir ja mit ihren Knüppeln bie besten Pferbe- tugenben!" Verlegen lassen bie jungen Solbaten bie Gerten fallen. Die 32 jungen Pferbe kommen in eine große, abgezäunte Koppel. Mannshoch ist bas Gitter. Am Rönbe ber Koppel ist eine Tränke mit fließenbem, immer frischem Wasser. In ber Mitte ber Koppel liegt ein Haufen Heu. Die Depot­beamten beobachten gespannt bie neuen Pferbe.

Aufgeregt, in wilben Attacken jagen bie Rosse am Gitter entlang. Fremb ist ihnen ber Platz, fremb sind bas Gitter, das Heu und bie Tränke. Fremd er­scheinen ihnen die Menschen. Fremd sind sie selbst noch untereinander. Aber schon nach drei Tagen haben sie sich an die neue Umgebung gewöhnt. Wei­tere dreißig junge Pferde werden in die Koppel getrieben. Und nun setzt wieder ein Rennen ein. Die ersten 32 jagen die neuen Pferde. Dann beschnup­pern sie sich und abermals nach einem Tag haben auch sie sich aneinander gewöhnt. Ost hält die erste Stallgemeinschaft zusammen. So werben Pferbe, bie von ein unb bemfelben Bauernhof stammen, auch hier in ber Koppel als unzertrennliche Freunbe nebeneinanber zur Tränke rennen, sich tummeln unb zusammen grasen. Ein ganzes Jahr lang bleiben bie Tiere hier im Depot. Sie sollen sich in biefem Jahr an bas Zusammenleben gewöhnen, sollen sich herausfuttern unb entwickeln, unb können in Ruhe auf ihren Gesunbheitszustanb beobachtet werben.

Morgens unb am frühen Nachmittag werben all bie vielen Remonten in ihren Koppeln bewegt.

Renwntenmartt.

23on E K Beltziq

Zsrotz aller Motorisierungen kann keine Armee Welt auf ben vierbeinigen Kameraben, bas hk-l-b, verzichten. Gerabe bas letzte kriegerische Er- [igtiis der Vormarsch ber Japaner in Manbschuko ifete den alten Marsch zu Pferde wieder zu Lm. Wo Tanks unb Panzerwagen m Morast lut Sanb versanken, überwand das Pferd die wei- ki SStreefen. Zwar hat sich das äußere Bild einer tarnen Kavallerie geändert. Nicht mehr die ge- Mene Reiterattacke soll die feindlichen Limen tagen, sondern der Kavallerist ist dank dem k'eide unabhängig von schwierigem Gelände zu iBian schnellen Schützen geworden, der mit leichten t Diraenroerfern und Maschinengewehren den An- pif der gepanzerten Infanterie mederwerfen oder I Kn feindlichen Widerstand brechen soll. Die Ver- : (vhcrung unseres Volksheeres und die neue Ber- : »mungsart des Pferdes sind die Hauptgründe, »rum die Zahl der Militärpferde des deutschen lükriegsheeres heute bei weitem uicht mehr er» nidt wird. Deutschland hat es in der p einer hohen Leistung gebracht. Die Remonte- lütte, auf denen die dreijährigen Pferde, die Re- ulten, angefauft werden, beweisen, daß nicht nur »r Großgrundbesitzer dank des Raumes und der i Birel hervorragende Zuchtergebnisse hervorbringt, Wisern neuerdings auch der bäuerliche Züchter in (ir.im Jungpferden dem Ausland Ebenbürtiges an u -Seite stellen kann. Frankreich, Holland, Polen ml viele andere Staaten find in ihrer Pferdezucht n:c von anderen Ländern abhängig. Hauptliefe- minnen dieser Armeen sind England und Italien.

9rom Frühjahr bis zum Hochsommer reift die Rmontekommission durch Deutschland, von Markt jj Markt Ein Major leitet sie. Helfend zur Seite Mm ihm ein Rittmeister, ein Stabsveterinär, Oberleutnants und ein Inspektor (Zahlmeister). Llcndenburgische, Oldenburger, Hannover und Ost- pelften sind mit die hauptsächlichsten Pferderassen, L Ion ber Armee benötigt werben. Die ostpreußi- scei Züchter bringen ein Pferbematerial auf ben Erft bas sich wie ein Ei bem anberen gleicht.

I;ir besuchen einen solchen Remontemarkt im Sn-nbenburgischen. Auf. 9 Uhr ist der Beginn an- titot Aber schon kurz nach 7 Uhr treffen die eit in Aussteller mit ihren Jungpferden ein. Guts- Ätzer bringen fünf und mehr Tiere, Erbbos- tii?rn und kleinere Hofbesitzer treiben ein und zwei Guten zum Markt. Im Schatten großer Buchen »hin die Pferde von chrem Anmarsch aus.

Ser Rotor im Kriegswesen.

Bon Oderst a O. Kleinhons.

Ber den vor Kurzem in diesem Blatte wieder- ]Cfl-benen belehrenden Aufsatz:Das Heer von n r g e n" gelesen hat, könnte zu dem Glauben 'ommen, das Kriegswesen werde allein vom Witor regiert. Der Verfasser bes Aufsatzes ist lncehöriger ber Kraftfahrtruppe unb wirbt selbst- »erLändlich pro domo. Wer seine Truppengattung iid: über alles stellt, leistet in ihr nicht bas, was ie son ihm verlangt. Fanatisch unb für einen Eng- äroer gerabezu phantastisch fasziniert schon seit Jahren ber in bem Aufsatz auch erwähnte Vor- üippfer für Motorisierung in England, General 5iill er, seine Lanbsleute. Der kühl berechnenbe Zr e ist ihm aber bisher noch nicht restlos nach Bnfd) gefolgt, und so wollen auch wir an die mi sellos hochwichtige Frage der Motorisierung nil ber notwendigen Sachlichkeit Herangehen, zu-

i6l es feststeht, daß ein neuzeitliches Heer ohne mo- :imlerte Kräfte, sei es für den Kampf, sei es für >!ie Beförderung, nicht mehr zu denken ist.

Such bei der blendendsten Medaille ist es ratsam, 'id)i)ie Rückseite genauestens anzusehen. Schon dem Rcito, das dem Aufsatz vorangesetzt ist, muß wider­lichen werden. Nicht Kampfwagen und sl eg er hoben uns niedergezwungen, wie der ^viZösische General Deberney behauptet, sondern i (iad andere Gründe führten zu unserem . Julummenbrud). Ist die moralische Wirkung beim lirsun Erscheinen der Kampfwagen auch nicht ab» j Eignen, so haben unsere Truppen im Felde ihren ;j<it sehr bald wiedergefunden. Jrn Nahkampf hat r.mr Feldgeschütz vernichtend gewirkt. Einzelne Ge- s htzführer waren geradezu Sportkünstler im Zer- | cn der Stahlkarossen. Beherzte Leute erkletter- irnstogar die Kampfwagen unb bliesen ihnen mit .jaögranaten bas Lebenslicht aus. Die sonstigen lbtiebrmittel, bie sich immer finben werben, sobald sichmn Kampfmittelneuling zeigt, waren zu Kriegs- «ad erst im Entstehen. Der Krieg ging für uns iP wegen der Kampfwagen und Flieger der Geg- i ler verloren. Die Gesamtmacht des Feindes «:in über unsere Kräfte, die dann auch noch durch 1 cn Treiben eigensüchtiger Verräter bis zum Er­ahnen geschwächt wurden.

jur Zeit hoben sich die Abwehrmittel den nchiischen Fortschritten der- Kampfwagen ange­raut, es hat sich immer gezeigt, daß die Angriffs- i-iitd den Schutzmitteln nur überlegen sind, solange sichLer Mensch allein auf letztere verläßt. Panzer- ftiiz und Geschwindigkeit gewährleisten allerdings ! ßc^roirtung. Hierzu müssen bie Tanks über ben Jener hinwegrollen also bicht an ihn heran. Sie ihmnen bann aber in bie erfolgreiche Wirkung ber llinehrwaffen bis herab zur Honbgranate. Nur lin Panzerwagenbesatzung, die i h r e Schuß- Ipoiffen zweckentsprechend bebient, wirb zum I liairfjbaren Kampfmittel ber taktischen Führung. Jur Schießen muß man aber sehen können. Die (deiichlitze unb Ausschauoorrichtungen in ber Pan- j jenrag dürfen nicht zu klein, und die rotierenden tsiihitzhauben in ihrer Betriebssicherheit unbedingt (luoirlätjig fein. Neben dem schwierigen Sehen, be- I pnh?rs bei schneller Fahrt durch kleine Schlitze, wird I sie W a f f e n b e d i e n u n g, sei es an der kürz­lich igen Kanone oder an dem Maschinengewehr er- Öm^rt. Wer in einem Panzerwagen, in dem durch im Enge, Hitze unb ben Geruch ber Aufenthalt so- isiiev keine Annehmlichkeit ist, außerhalb bes ten- 1 kn: rügen Bobens ber Schieß- und Uebungsplotze ilini Waffe zum Schießen bedient hat, wird mir ich geben, daß bei schneller Fahrt über holperigen !tan und erst recht über Granatlöcher ein treff- lldres Feuer unmöglich ist. Auch die Maschinenge- iM-garbe mit ihrer schnellen Schußfolge Hot eine

gekauft!"

In einem nachbarlichen Stall, der total verdun­kelt ist, untersucht der Stabsveterinär die Augen der ausgewählten Tiere. Gebiß und Fesseln werden geprüft. Mit einem Brandstempel wird das Kaufjahr den Pferden ins Fell gebrannt. Dieses Brennen" ist ein leichtes Betupfen des Felles, bas oom Pferb gar nicht wahrgenommen wirb. Ein Oberleutnant nimmt inzwischen bieNationalisie- rung" vor. Alle besonberen Kennzeichen bes ein­zelnen Tieres werben hinter besten Namen, Alter unb Abstammung in ber Remontenliste vermerkt.

Mit frohen Gesichtern empfangen bie Verkäu­fer ihre Barschecks. Ein Unteroffizier unb zehn Solbaten sorgen sofort für bie Fouragierung der jetzt in den Besitz des Heeres übergegangenen Re­monten. Verstohlen klatscht ein Bauer noch einmal schnell den Hals seines Falben. Der Abschied wirb ihm schwer.In meinem Stall ist sie geboren, auf meiner Weibe herumgelaufen, unb nun kommt bie ... ... ..... , .. . . ,

Liese zu ben Solbaten. Aber sie wirb es gut haben, muß auskuriert werben. Es kommt vor, daß die