Ausgabe 
21.6.1935
 
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Es

steht

zeigte

Das ist der Mein

Von Heinrich Lersch

Wissenschaft im Dienst am Volk.

Oie Erforschung des Durchgangs der Elektrizität durch Gase.

** Von der Universität. Von der Presse­stelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor in der juristischen Fakul­tät unserer Universität Dr. Wilhelm Gallas h-at einen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Straf­recht, Strafverfahren und Rechtsphilosophie an der Universität Königsberg zum 1. Oktober 1935 er­halten und angenommen.

Am gestrigen Abend war Gelegenheit, im Physi­kalischen Institut der Universität etwas aus der Fülle der Naturwissenschaftslehre zu erfahren. Prof. Gerthsen hielt einen Experimental-Physik- Vortrag über das Thema:Die Erforschung des Durchgangs der Elektrizität durch G a s e". Wenn der Laie sich dieses Thema ansah, so dachte er wohl, daß es sich hier sicher um ganz komplizierte, fremde Fragen handeln würde, aber er wurde bald davon überzeugt, daß gerade dieser Teil der Physik zu den populärsten physikalischen Erscheinungen unserer Umwelt gehört. So nannte Prof. Gerthsen als typisches Beispiel für ein Durchgehen der Elektrizität durch Gas den Blitz, den wir oft im Sommer zu beobachten Gelegenheit hätten. Jeder wisse, daß die ganze Technik auf der Physik beruhe, und gerade die letzte Schöpfung der Technik, die schon ganz zu unserem Leben gehöre, der Rundfunk, wäre nicht da, wenn nicht eine große Arbeit der Physiker geleistet worden wäre. Der Naturforscher frage nicht, was bringt mir die Beschäftigung mit den Lehren der Natur ein, son­dern ihn treibe der Drang nach der Erkenntnis der Dinge dieser Welt. Er wolle die Natur von allen Seiten her kennenlernen. Es mußten zuerst Wege geschaffen werden, an die komplizierten Erschei­nungen überhaupt näher heranzukommen. Erst müsse das Einfache verstanden werden, dann könne man sich auch an das Schwere heranwagen.

Jeder wisse, daß es einen elektrischen Strom gebe, aber wir sehen den Strom nicht. Im Jahre

**EinProbealarmderFeuersirenen findet am morgigen Samstag um 15 Uhr statt. Es besteht kein Anlaß zur Beunruhigung, wenn das Signal der Sirenen zu hören ist.

** Vorn Botanischen Garten. Arn näch­sten Sonntag, 23. Juni, wird von 10 bis 12 Uhr in der Kalthausabteilung (Id) der neu erstellten Schau­häuser des Gartens eine Gruppe Insektivoren (fleischfressende Pflanzen) ausgestellt werden. Zu­gleich wird in Haus II aus dem Privatbesitz des Herrn Garteninspektors Nessel eine Käfer- und Schmetterlingssammlung von seltener Schönheit sichtbar gemacht werden.

** Postpaketenach überseeischenL an­der n müssen dauerhaft verpackt sein. Die Versender von Postpaketen nach Uebersee wer­den darauf aufmerksam gemacht, daß diese Pakete eine sorgfältige und dauerhafte Verpackung erfor­dern, damit sie den Bestimmungsort in gutem Zu­stande erreichen. Wellpappe mit Zinkeinlage, Sperr­holzkisten und widerstandsfähige Holzstoffkisten haben sich im Ueberseeverkehr als Verpackung be­sonders gut bewährt. Bei Sendungen mit zerbrech­lichem Inhalt müssen die Gegenstände fest liegen und die Zwischenräume gut ausgefüllt sein. Gegen­stände mit scharfen Kanten oder Ecken müssen gut umwickelt sein, damit sie die äußere Umhüllung nicht durchschneiden können.

Es sind zehn Lohnklassen vorgesehen. Die ersten acht gelten für Pflichtversicherte, die Lohn­klasse neun und zehn für freiwillige Höher­versicherte. Für Versicherte, deren regelmäßi­ges wöchentliches Entgelt 6 Mark nicht übersteigt, entrichtet der Arbeitgeber die vollen Jnvalidenver- sicherungsbeiträge. Bei einem Wochenverdienst von mehr als 6 Mark sind die Beiträge je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Versicherten zu tragen. Der Versicherungspflichtige muß sich bei der Lohn­zahlung die Hälfte des Beitrags vom Lohn abziehen lassen. Der Beitrag wird nach dem Brutto- wochenlohn (also ohne Abzug von Steuern, Kassenbeiträgen usw.) erhoben. Als Lohn rechnen auch Gewinnanteile, Trinkgelder, Fahrgeldentschä­digung von und zu der Arbeitsstätte, Sachbezüge (freie Kost und Wohnung, Kleidung, Feuerung), Weihnachtsgeschenke und andere wechselnde Bezüge, die der Versicherte vertraglich oder gewohnheits­mäßig erhält. Dazu gehört auch der Arbeitnehmer­anteil, den der Arbeitgeber über seinen Anteil hin­aus vertraglich für den Versicherten zur Sozialver­sicherung oder Lohnsteuer zahlt, ohne sich diesen

der Ingenieur, sonst stürzt das Waffer in den Brunnen mit Macht, nun aber rieselt und rieselt es leise.

Ich habe das schon oft erlebt. Wie soll es auch anders sein, wenn der Rhein keine Fluten mehr zu Tal treibt! Mit dem Rhein lebt und leibt das ganze Land am Niederrhein.

Die rechte Seite hat Berge und Wälder mit Quel­len und Bächen. Wir haben nichts als Windmühlen und Schornsteine, und aller Regen versickert im Sand.

Doch der Rhein ist breiter als seine Ufer. Mit ihm ihm fängt alles an und hört alles auf. Du siehst die Früchte reifen in Garten und Feld ... die wären nicht ohne den Rhein.

Ohne den Rhein wäre alles nur dürre Heide, wie zwischen Brügge, Venlo und Roermond. Warum nicht hier? Des Rheines Wellen schlagen bis zu uns ins Land hinein. In unterirdischen Strömen sendet er uns sein lebendiges Blut.

Daran saugen die Wurzeln und Halme, saugen aus Humus und lehmigem Grund die Feuchte. Da saugen die Wiesen mit durstigem Mund und der Rhein steigt empor durch Kiesel und sandige Schich­ten wie durch haarfeine Röhrchen.

Wie der Dunst in feinen Fluten zum Himmel steigt, um als Regen die Blätter zu tränken, so steigt er auch von unten auf zu Acker und Scholle, um die Wurzeln der Wälder und Felder zu er­nähren.

Drum sag ich immer nur:

Du Vater Rhein! Was trinken wir anders aus Quellen und Brunnen, aus allen Leitungsröhren, in Bier und Wein, als dein kühles Blut? Alles, was wächst auf unserer Scholle, Korn und Kartof- felder, Obst und Gemüse. Der Kühe Milch für un­sere Mädels und Buben ...

Ach, Vater Rhein, du wirfst deine kühlen Wellen hinein bis in unsere Stuben!"

as man von -erInvalidenversicherung wissen muß.

nicht mehr.

Höhe der Beiträge.

wieder erstatten zu lassen. Den Wert der Sachbe­züge setzt das Versicherungsamt fest. Der festgelegte Betrag ist dem Wochenlohn zuzurechnen. Sehr wichtig ist, daß für Hausgehilfinnen nach einer Verordnung vom 16. Mai 1933 d ie Beiträge zur Invalidenver­sicherung nach der Lohnklasse II zu 60 Rpf., und wenn der Barlohn 50 Mk. monatlich übersteigt, nach der Lohn­klasse III zu 90 Rpf. zu entrichten sind. In diesen Fällen ist also die Kontrolle über die Richtigkeit der Markenoerwendung sehr einfach.

Arl der Beitragszahlung.

Die Beiträge entrichtet der Arbeitgeber durch Ein- kleben von Marken in die Quittungskarte des Ver­sicherten. Für jede Kalenderwoche ist eine Marke zu verwenden, auch wenn in der Woche nur teilweise gearbeitet wurde. Die Kalenderwoche rechnet von Montag bis Sonntag. Beschäftigen den Versicherten während der Woche mehrere Arbeitgeber, jo zahlt der erste von ihnen den ganzen Beitrag. Hat weder dieser, noch der Versicherte selbst den Beitrag ent­richtet, so hat der nächste Arbeitgeber den Beitrag zu zahlen, kann aber von dem ersten Ersatz bean­spruchen. Die Beitragsanteile des Versicherten sind auf die Lohnzeiten gleichmäßig zu verteilen. Sind Abzüge bei einer Lohnzahlung unter­blieben, so dürfen sie nur noch bei der nächsten nachgeholt werden, es sei denn, daß der Arbeitgeber ohne sein Verschulden wirksame Beiträge nach­träglich entrichtet. Die Marken sind zu ent­werten durch Aufschrift des letzten Tages der Woche (Sonntag) mit Firmenstempel, Tinte oder Tinten-

Versicherungspflicht.

Für den Fall der Invalidität und des A l - t e r s sind u. a. auch die gegen Entgelt beschäftigten Hausgehilfinnen pflichtversichert. Eine Be­schäftigung, für die als Entgelt nur freier Un­ter h a l t gewährt wird, ist dagegen v e r siche- r u n g s f r e i, und zwar auch dann noch, wenn zum freien Unterhalt ein geringes Taschengeld ge­zahlt wird. Eine Altersgrenze nach unten be-

Das ist der Rhein, sagte der Lehrer und .. auf der Landkarte eine schwarze Linie, die hoch aus dem Blau des Meeres kam und in vielerlei Win-

_ war ein guter Gedanke, in diesem Semester die VortragsreiheWissenschaft im Dienst am Volk", eine Veranstaltung der Universität und der OrganisationKraft durch Freude", ins Leben zu rufen. Wohl kaum etwas anderes ist besser geeig­net, die Universität aus der Isoliertheit in die sie

düngen und mancherlei Farben sich in einen brau­nen Flecken verlief.

Er erkärte uns, was ein Strom sei, wie er ent­steht und daß er unserem Lande den Namen gebe, Den wir durch alle Zeit behielten.

Er war ein Maler, der Lehrer und brachte uns viele Bilder mit, die er gezeichnet und photogra­phiert: wie groß und bunt war die Alpenwelt, die auf der Landkarte nur braune Farbe mit weißen Flecken war.

Riesige Berge sahen wir auf den Bildern und Schnee daraus im heißen Sommer.

Das war die Schweiz. Und dann zeigte er uns den Bodensee und den Rheinfall.

In jeder Stunde besonders erzählte er von den Schiffen, die er so liebte; von den Segelbooten, die der Wind treibt, der nichts kostet, nicht qualmt und keinen Lärm macht.

Wie er in solchem Boot den Rhein hinaufgefah» * ren, in den großen Ferien bis Straßburg, der wunderschönen Stadt. Alle Dörfer und Berge ge­sehen und alle Burgen: alle Städte und Häfen und die vielen fremden Menschen.

Don geschmückten Sonntagsschiffen erzählte er, mit Musik und Sängern, Wanderburschen mit Rän­ge! und Stock.

Don Schiffen und Flößen wußte er viele Ge­schichten; was er alles erlebt, wenn er in der Mond, nacht auf den Schiffsplanken gelegen, das erzählte er uns!

Daß ihm des Nachts die holden Gestalten der Sagen, des Schwanenritters von Cleve samt Sieg­fried dem Recken und Hagen dem Grimmen be­gegnete.

Dann nahm er wohl manchmal die Geige aus dem Kasten und spielte und sang und lehrte auch uns das traurige Lied von der Loreley und dem Schiffer im kleinen Kahne.

Wie freuten wir uns, wenn der Lehrer kam, die Landkarte herunterließ und sagte: .^Jungens, das ist der Rhein!"

Vierzehn Vaterhäuser habe ich gehabt in der Fabrikstadt am Niederrhein. In den langen Som­merabenden, wenn ich nicht schlafen konnte, suchte ich uüd fartb in den vielen Sprüngen des rissigen Kalks die gewmcklene Linie des Rheines wieder,

Sergeant Brown ist der beste Koch?

Bei einem Preiskochen, das kürzlich im Savoy- Hotel in London veranstaltet wurde, hat Sergeant Brown von der Armee-Kochschule den ersten Preis aewonnen. Er erwies sich nicht nur als der beste, sondern auch als der billiaste Koch unter secks- hundert Bewerbern, was nicht nur zu seinem Ruym ist, sondern die ganze englische Armee mit Stolz erfüllen darf. Aber noch jemand anderes kann mit dieser Preiszuteilung zufrieden sein und einen Teil des Verdienstes des Sergeanten Brown für sich

nus statt. Die Fahrt kostet einschl. eines guten und reichlichen Mittagessens 4 Mark. Anmeldungen bis zum 26. Juni beim Ortswart und den Block- waltern der DAF.

Vottreuztag 1935 in Gießen.

In Verbindung mit dem Rotkreuztag 1935 in unserer Stadt, der eine Straßen- und eine Haus- fammlung bringen wird, findet am morgigen Sams­tag, 22. Juli, 16.45 Uhr, eine Kranznieder, leaung am Gefallenendenkmal statt. Anschließend wird eine Kundgebung und eine feierliche Flaggenhissung am Depot der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Sonnenstraße 2, abgehalten. Die Kapelle unserer Garnison hat ihre Mitwirkung zugesagt. Im An- schluß an die Kundgebung und die Flaggenhissung ist ein Platzkonzert voraesehen. Die Einwoh­nerschaft ist zu diesen Veranstaltungen eingeladen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

Kulturfest des Forstamts Gchiffeuberg.

In Anlehnung an einen alten Brauch und zur Pflege der Betriebsverbundenheit feierte das Forst­amt Schiffenberg, als Abschluß der diesjährigen Arbeiten, die dem Aufbau des Waldes dienen, zum zweiten Male sein sog. Kulturfest. Diese Betriebs­veranstaltung, die auch weiterbin in jedem Jahre nach beendeter Forstkulturperiooe begangen werden soll, fand in dem festlich geschmückten Saale der Wirtschaft Schaum in Großen-Linden statt.

Außer den Kulturarbeiterinnen und Kulturarbeitern nahmen die Bürgermeister der waldbesitzenden Ge­meinden, sowie die Beamten des Forstamts Schif­fenberg mit ihren Angehörigen an der Veranstal­tung teil.

Nach dem von Beamten des Forstamts auf Jagd­hörnern geblasenen Begrühungsruf, einem von einer Arbeiterin vorgetragenen Prolog und einem Lied ergriff der Leiter des Forstamts Schiffenberg, Oberforstmeister Nicolaus, das Wort und hieß die Gefolgschaftsmitglieder und die Vertreter der waldbesitzenden Gemeinden herzlich willkommen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß so viele der Einladung Folge geleistet hatten. Es zeuge das von dem im Forstamt herrschenden Zu­sammengehörigkeitsgefühl aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wie der Wald ein organisches Ganzes bilde, das nur gedeihen kann, wenn alles, was in ihm webt und lebt Bäume, Sträucher, Bodenflora, Kleinlebe- und Tierwelt in einem gewissen gesunden Gleichgewichtszustand vorhanden ist, so ist auch in der großen Volksgemeinschaft jeder an seinem Platze für das Gedeihen des Gan­zen nötig. Einer ohne den anderen ist ein Nichts in dem großen Getriebe, und auch innerhalb des Forstamts muß jeder an seiner Stelle freudig mit­arbeiten, damit die gestellten Aufgaben zum Wohle unseres deutschen Waldes und damit unseres deut­schen Vaterlandes in vollem Umfange erfüllt wer­den.

Beim anschließend eingenommenen Kaffee mit von den Waldarbeiterinnen gebackenen Kuchen waren die Tische förstereiweise geordnet. Zahlreiche Darbietungen, die auf sehr beachtlicher Höhe stan­den, sorgten für die nötige Unterhaltung und Stim­mung. Neben schönen, von den Waldarbeiterinnen gelungenen Liedern fanden zwei DuetteSteieri­scher Tanz undDer Nagelfranz und seine Frau", die voki Frl. Weiß, Frl. Klotz und Herrn D e - gen gesungen wurden, besonderen Beifall. Lustige Gedachte in hessischer Mundart, von dem Wald­arbeiter Albert Keßler vorgetragen, erregten große Heiterkeit. So sah man manche Stunde bei­

sammen, wobei auch das Tanzbein geschwungen wurde.

Bürgermeister und Kreisschulungsleiter Michel dankte im Namen der anwesenden Bürgermeister für die Einladung zum Kulturfest, das ein wahres Fest der Volksgemeinschaft sei. Es sei auch er­freulich, daß die erhöhten Einnahmen aus dem Walde es jetzt gestatten würden, Arbeiten auszu­führen, die früher nicht ausgeführt werden konnten, was ja in erster Linie den Arbeiterinnen und Ar­beitern wieder zugutekomme. Zum Schluß dankte Oberforstmeister Nicolaus nochmals denen, die durch ihre Gesänge, Aufführungen und Vorträge das Fest verschönern halfen, und besonders Förster Seipp vom Forsthaus Hüttenberg, unter dessen tatkräftiger Leitung alles so schön einstudiert wurde.

Das Fest wird den Teilnehmern noch lange in bester Erinnerung bleiben.

in den letzten Jahren vor der Machtübernahme ge­kommen war, herauszulösen, als gerade diese Vor­tragsabende. Hier ist Gelegenheit geboten worden, einen Einblick in das Arbeitsgebiet deutscher Wis­senschaftler zu tun, zu sehen, wie auch der Arbeiter der Stirn große und verantwortungsvolle Aufgaben zum Wohle des gesamten Volkes zu lösen hat. So gewannen wir in den letzten Vorträgen Kenntnis von der Arbeit des Veterinärmediziners, des Rasse­hygienikers, des Mediziners, des Geologen, des Ju­risten und des Theologen. Viel Interessantes wurde geboten, und viel Neues werden wir noch in den kommenden Vorträgen zu hören bekommen. Sehr begrüßenswert war es, daß die einzelnen Vortragen­den sich einer allgemein-verständlichen Sprache be­dienten, und auch sehr oft ihre Ausführungen mit Bildern und Tafeln näher erläuterten.

greifen könnten, und in Wirklichkeit haben wir es hier mit den Elektronen zu tun. Diese Erkenntnis sei die Geburtsstunde der modernen Physik gewor­den. Man habe erkannt, daß die Materie aus Atomen bestehe.

Der Vortragende gab dann einen guten Einblick in die Lehre der Atome und sprach vom Bau und der Stärke dieser kleinsten Teilchen. Eine der wichtigsten Anwendungen der Gasentladung sei die Erzeugung von Röntgenstrahlen. Denn bei diesen Strahlen würden die Kathodenstrahlen beim Durch­gang durch Gase von einem dazwischen gehalte­nen Hindernis festgehalten. Die Röntgenröhren von heute sähen anders aus, als früher, heute lasse man die Strahlen, die ein zerstörendes Wir­ken auf das Gewebe des Menschen ausüben, nur noch aus einem kleinenFensterchen" heraus. Gerade die Durchleuchtung habe eine ungeheure Bedeutung bekommen.

Dann kam Prof. Gerthsen noch auf das Licht zu sprechen, nannte das Bogenlicht, dann die Quecksilberlampe und das ultraviolette Licht, das uns auf hohen Bergen oder an der See begegnet. Der Mensch brauche das Licht, und die Industrie dieser Gaslampen gebe vielen Menschen Arbeit und anderen Heilung. Heute sei man damit be­schäftigt, die Lichtquellen rentabler zu gestalten. Das meiste der gebrauchten Energie gehe bei den Lichtquellen durch Wärmestrahlen verloren. Man sei heute schon in der Lage, Lampen zu erzeugen, die fast die ganze eingelassene Energie restlos in Licht umsetzen. Die Natriumlampen seien heute schon bei vielen Straßenbeleuchtungen und in Fabrikräumen zur Zufriedenheit im Gebrauch. Gerade bei der Beleuchtung der Arbeitsräume könne man die Farbenzusammensetzung des Lich­tes so nehmen, daß man bei der Arbeit nicht durch das Licht ermüdet werde. Man sehe also aus den angeführten Beispielen, daß auch der Physiker in der Lage sei, vieles für unser Volk zu leisten.

Der Vortrag von Prof. Gerthsen fand großen Beifall bei den aufmerksam zuhörenden Volksge­nossen. Gerade die vielen Experimente, die der Vortragende vorführte, erweckten großes Interesse.

Am Schlüsse des Vortrags war noch Gelegen­heit geboten, die Räume und die Werkstätten des Physikalischen Instituts zu besichtigen.

wie sie der Lehrer uns gezeigt, mit allen Flüssen: Saar, Mosel, Nahe, Ahr und Erst.

Die Berge waren die grauen Schimmelflecken; und ich ging im Traum mit dem Lehrer auf Reisen in seinem Segelboot. Wir lagen vor Köln und Bonn und sahen den Mond über den sieben Bergen aufgehen.

Wenn es draußen gewitterte, banden' wir unser Boot an die Hafenmauer und saßen bei Fischern, Schiffern und allem fahrenden Volk.

O, so im Wind über den Rhein zu fliegen, das Steuer in fester Hand, ich sah mich schon als Kapi­tän! Wenn ich nicht schlafen konnte, wie wurde da die Dachkammer weit ...

Das danke ich dem Lehrer noch heute und all den Rissen in den Dachkammerwänden, daß der Rhein lebendig in meine Kindheit hineinrauschte, mit allen Flüssen und Nebenflüssen, mit Bodensee, Alpen und Gletscher, dem Rheinfall, dem donnernden, mit allen Städten und Menschen, Schiffen und Sagen ...

Das danke ich dem Schicksal noch heute, daß meine nackten Füße in seinen Wellen plätscherten, seine Burglaternen mir winkten, daß ich die Burgen und Schlösser im Mondlicht sah das danke ich dem Lehrer, den Kalkrissen, dem Schicksal und mei­nen vierzehn Vaterhäusern am Niederrhein.

In des Vaters Schmiede saß ich als Lehrling nach Feierabend zwischen den Gesellen. Sie hockten, die Bierflaschen zwischen den Knieen und erzählten von der großen Welt, von fremden Städten und Werken.

Sie waren als Heizer oder als Maschinisten auf den Schiffen gefahren von Basel bis Rotterdam. Sie hatten über den Strom die großen Brücken geschlagen, in den Wersten große Stromschlepper­böden auf die Helling gelegt.

Oft lachten sie in meine staunenden Augen und sagten:Jung', was für ein Glück hast du, daß du nicht als Krämerssohn auf die Welt gekommen bist. Dann hocktest du als papierener Taglöhner auf der Schreibstube.

So aber wirst du einst, wie mir, in die Welt hinausfahren. Schaffen wie wir in Frankfurt, Mannheim und Basel!" Und ehe ich die Lehre be­endet, da kannte ich alle Werften und Schiffbau- Firmen den Rhein hinauf und hinab. Und ihre Namen waren mir mehr als bloßer Schall und Rauch.

Im städtischen Wasserwerk II flickten wir Filter­rohre, da nahm mich eines Tages der Schlosser­

Hochschulnachrichien.

Geh. Hofrat Professor Dr. Otto Frank, der emeritierte Ordinarius für Physiologie an der Universität München, vollendet am 21. Juni sein 7 0. Lebensjahr. Geh. Rat Frank, ge­boren zu Groß-Umstadt bei Darmstadt, hat bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1934 26 Jahre lang als Ordinarius in München gewirkt. Seine Arbei­ten sind zum Teil chemischen Charakters, liegen aber auch auf dem Gebiete des Stoffwechsels sowie der Lehre von der Herzbewegung und vom Kreis­lauf.

Professor D. Dr. Johannes Geffcken, der emeritierte Ordinarius für klassische Philologie an der Universität Rostock, ist im Alter von 75 Jah­ren in Rostock g e ft o r b e n. Geffcken ist durch zahlreiche Arbeiten auf dem Gebiet der antiken, besonders der griechischen Literatur sowie der anti­ken Religionsgeschichte bekannt geworden.

1820 gelang es, den Nachweis des elektrischen Stro­mes beim Durchgleiten durch einen Leiter zu er­bringen. Hier stecke der Anfang zur großen Ent­wicklung, die in der späteren Zeit gerade die Er­scheinung der Induktion und der Kraft genommen habe.

Dann kam Prof. Gerthsen auf die Kathoden- strahlen zu sprechen und zeigte im Experiment, wie abhängig diese Strahlen sind, denn sie werden jchon abgelenkt, wenn man nur mit einem Magnet in ihre Nähe kommt. Diese Strahlen müßten kleine Körperteilchen sein, an denen solche Kraftfelder an-

Preiskochens nämlich darnach fragte, wo er seine großen Kenntnisse in der Kochkunst erworben habe, gestand er ehrlich ein, daß er die setzten Feinheiten von seiner Frau erfahren habe, die eine ganz aus­gezeichnete Köchin sei.Ich schulde viel von meinem Erfolg meiner Frau, die mir viele kleine Tips gab. Schon von meiner Kindheit an wünschte ich mir nichts lieber, als einmal ein guter Koch zu werden. Das ist ein sehr interessanter Beruf, denn es gibt immer etwas Neues hinzuzulernen, und wenn man glaubt, alle nur erdenklichen Leckerbissen zubereiten zu können, dann erfährt man von einem neuen Rezept und ruht nicht eher, bis man es ausfindig gemacht und vielleicht noch etwas verbessert hat. An dem Preiskochen haben sich übrigens außer Konkurrenz auch drei der berühmtesten Suppen­köche Englands beteiligt, die ihre neuesten Erfin­dungen vorführten. Der eine ist der Koch des eng­lischen Königs, Henry Cedard, der andere der Küchenchef des Savoy-Hotels, Francois Latry, zu denen sich noch. Ewan Kriens, der Vorsitzende des Köcheoerbandes, gesellte. Den zweiten, dritten und vierten Preis nach Brown gewannen übrigens in der Reihenfolge eine Köchin, ein Koch und wieder eine Köchin, so daß der Ruhm der Frauen als Kochkünstler also nicht geschmälert worden ist. Die Rezepte der Preisttäger sollen veröffentlicht wer­den, und bald werden auf allen englischen Mittags­tischen die preisgekrönten guten und billigen Spei­sen auftauchen. Sergeant Brown befürchtet durch diese Verbreitung seiner Kochkünste offenbar nicht, etwas von seinem Ruhm als bester Koch Englands einzubüßen.

meister mit hinab in den Brunnenschacht. Gib acht, .

es liegt gar nicht am Filterrohr. Das meint aber I buchen seine Frau! Als man den Sieger des