Ausgabe 
21.6.1935
 
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Wirtschaft.

Oie Bautätigkeit im April.

Mit fortschreitender Jahreszeit verbesserte sich, rote einem Bericht vonWirtschaft und Statistik" au entnehmen ist, die Lage auf dem Baumarkt. Gegenüber dem Vormonat stieg in den Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern die Zahl der Bauerlaubnisse um 15 v. H., die der Baubeginns um 11 v. H. Bei den Bauerlaubnissen ist lediglich Berlin an dieser Entwicklung nicht beteiligt gewe­sen, bei den Baubeginnen wiesen die größeren Mittelstädte mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern eine leichte Abnahme auf. Die Zahl der Bau­vollendungen war nur um 1 v. 5). höher, als im Vormonat. Die Zunahme beschränkte sich auf die größeren Mittelstädte und die Großstädte mit mehr als 500 000 Einwohnern (ohne Berlin). Im Be­richtsmonat wurden 2941 (März 3092) Wohn­gebäude errichtet. Die Zahl der fertiggestellten Umbauwohnungen, die nur für die Groß- und Mittelstädte vorliegt, belief sich im April 1935 auf 2472. Der Reinzugang der in den Groß- und Mittelstädten durch Umbau, Teilung usw. gewon­nenen Wohnungen betrug 1638 (1743).

Oie Daimler-Benz AG. in 1934.

Der Bericht der Gesellschaft für 1934, der auf die günstige Entwicklung der Automobilindustrie hin­weist, beschäftigt sich u. a. mit dem Problem des Volkswagens. In Anbetracht der Gröhe und Be­deutung der Aufgabe habe die deutsche Automobil­industrie unter Führung ihres Reichsverbandes schon im Mai 1934 den Beschluß gefaßt, den Volks­wagen in gemeinsamer Arbeit zu schaffen. Die Daimler-Benz AG. fördere die Arbeit nach besten Kräften. Sie beteilige sich auch an dem Bau des Dersuchswagens durch Herstellung wichtiger Einzel­teile und durch Lieferung der Karosserie. Es sei zu hoffen, daß der Dersuchswagen in absehbarer Zeit seine Probefahrten aufnimmt.

Die Verkaufsabschlüsse der Gesellschaft in Per­sonenwagen liegen wertmäßig um rund 50 v. H. über denen des Vorjahres, der Verkauf von Nutz­kraftfahrzeugen erhöhte sich gegenüber dem Vor­jahre stückzahlmäßig um 74 v. $)., wertmäßig um rund 100 v. H. Im Export konnten eine Reihe neuer Absatzgebiete erschlossen werden. Der Aus­landsabsatz übersteigt seit Monaten den der Dor- jahresfrist wesentlich.

Durch den größeren Geschäftsumfang war ein Ausbau der Fabrikationsstätten erforoerlich/ die Aufwendungen hierfür beliefen sich aus rund 7 Mil­lionen Mark. Die Gefolgschaft konnte erheblich ge­steigert werden.

Nach Abschreibungen auf Anlagen von 6,46 (3,43) Mill, und anderen Abschreibungen von 0,54 (1,22) Mill. Mark ergibt sich ein Reingewinn von 4 125 445 (2 470 475) Mark, aus dem 2,62 Mill, dem gesetz­lichen Reservefonds zugewiesen, 0,62 zur Abschrei­bung der 6 v. H. Teilschuldverschreibungen-Disagio verwandt und 0,89 Mill. Mark oorgetragen werden. (Im Vorjahr wurde aus der Kapitalherabsetzung ein Buchgewinn von 17,45 Mill. Mark erzielt, aus dem der noch verbleibende Verlustvdrtrag von 10,92 Mill. Mark abgedeckt und der Restbetrag zu Son­derabschreibungen und Rückstellungen verwandt wurde.)

Der Verlaus des neuen Geschäftsjahres zeigt eine weitere erhebliche Steigerung des Absatzes, sowohl im In- als im Auslande. Die Zahl der Beschäf­tigten hat sich seit Jahresende 1934 weiter erhöht.

*

* Förderung des Absatzes von 31 ü = bewEraut (Rübensaft). Im Einvernehmen mit dem Reichsminister für Ernährung und Land­wirtschaft und dem Reichskommissar für die Preis­überwachung hat der Vorsitzende der Hauptoereini­gung der Deutschen Gartenbauwirtschaft eine An­ordnung über die Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft) erlassen. Die Aktion beschränkt sich auf die westlich der Weser liegenden Gebietsteile der preußischen Provinzen Westfalen und Hannover, auf die westlich der Fulda liegenden Gebietsteile der Preußischen Provinz Hessen-Nassau und auf die Rheinprovinz, Oldenburg, Lippe-Det­mold, Hessen, Baden, Württemberg, die bayrische Pfalz und das Saarland. In diesen Gebieten kann auf Grund der Anordnungen eine Vergütung zur Verbilligung von Rübenkraut (Rübensaft gewährt werden. Bedingung ist, daß das Erzeugnis den Vor- schriften derNomativbestimmungen entspricht. Ab 25. Juni besteht die Verpflichtung, beim Absatz des verbilligten Rübenkrautes (Rübensaft) an den Ver­braucher einen Kleinoerkaufshöchstpreis von 0,18 Mk. je lose ausgewogene Pfund einzubehalten. Die Ver­billigung gilt jedoch nur für den Absatz an den Verbraucher und nicht für den Absatz zu gewerb­licher Weiterverarbeitung. Mit der Durchführung dieser Maßnahme ist die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft betraut worden.

* Rütgerswerke AG., Berlin. In der HD. wurde der Abschluß für 1934 mit 6 (4) v. H. Dividende genehmigt, lieber die derzeitige Ge­schäftslage wurde u. a. ausgeführt, daß in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres bei den Betrieben die Umsatzzahlen etwas über denen des Vorjahres lagen. Auf Grund des bisherigen Ver­laufes des neuen Geschäftsjahres wird angenom­men, daß in 1935 wieder ein befriedigendes Ergeb­nis erzielt wird.

Zhein-Mainische Mittagsbörse.

Knapp behauptet.

Frankfurt a. M., 20. Juni. Gegenüber den vorbörslichen Erwartungen, wo man zumeist noch weiter schwächere Kurse nannte, eröffnete der amt­liche Verkehr verhältnismäßig widerstandsfähig. Die Geschäftsstille hielt indes unvermindert an, da so­wohl die Kundschaft, als auch die Kulisse nach den gestrigen Abschwächungen stärkste Zurückhaltung be­kundeten. Das Kursnioeau lag nicht ganz einheitlich, bröckelte aber angesichts der Geschäftslosigkeit ver­schiedentlich weiter etwas ab. Stärkere Verände­rungen waren nur vereinzelt und beruhten auf be­sonderen Motiven. So lagen auf dem Aktien­markt beispielsweise Kunstseideaktien im Angebot, da die letzten Ausführungen auf den Generalver­sammlungen von AKU. und Bemberg etwas ver­stimmten. AKU kamen nach Minus-Ankündigung mit 62 um 2,40 v. H. und Bemberg excl. Dividende mit minus 1,50 v. H. zur Notiz. Matt lagen auch Metallgesellschaft, die 1,50 v.H. einbüßten. Die gestern noch zu beobachtenden Verkäufe der Indu­strie zu Geldbefchaffungszwecken lagen heute kaum vor. Auch erhielt die Haltung von einigen günsttgen Nachrichten, wie die steigende Jndustrieproduktton, der vermehrten Reichseinnahmen und der erhöhten Braunkohlenförderung, einen gewissen Rückhalt. IG. Farben setzten 0,40 v. H., Rütgerswerke 0,25 v. H. höher ein, ferner waren Schiffahrtswerte und Reichsbankanteile leicht gebessert, und auch am Mon­tanmarkt erfolgten kleine Käufe, so daß Besserun­gen bis zu 0,75 v.H. zu verzeichnen waren, lieber« wiegend schwächer lagen noch Elektto-, Metall-, Maschinen- und Motorenwerke, außerdem gaben Westdeutsche Kaufhof 0,75 v. H., AG. für Verkehrs­wesen 0,40 v.H. nach. AEG. und Schuckert lagen gut gehalten, fest notierten Rhein. Braunkohlen mit plus 4 v.H. auf 232,50. Nach den ersten Kursen bröckelten IG. Farben um 0,25 v. H. ab, auch an­dere, anfangs noch festere Papiere lagen mir knapp behauptet.

Der Rentenmarkt lag zwar sehr ruhig, die Kurse -konnten sich aber überwiegend gut halten. Bis 0,13 v. H. höyer lagen Altbesitz, späte Schuld­buchforderungen und Kommunal-Umschuldung, Reichsbahn-Dorzugsaktien gewannen 0,25 v. H. auf 121. Don fremden Werten gingen Ungarn und Rumänen bis 0,13 v. H. zurück, Mexikaner lagen unverändert.

Bei fast völliger Gefchäftssttlle bröckelten die Kurse am Aktienmarkt in der zweiten Börsenstunde über­wiegend weiter leicht ab. Die Rückgänge betrugen durchschnittlich 0,25 bis 0,75 v. H., so bei IG. Far­ben, AKU., Elektro- und Montanaktten sowie bei Reichsbank. Auch die später notierten Werte lagen zumeist im Ausmaß von 1 v. H. schwächer, Bank für Brauindustrie verloren 1,50 v. H.

Am Rentenmarkt blieben die variablen Werte ziemlich unverändert. Lebhaft gesucht, aber ohne Material waren Städte-Altbesitzanleihen zu 111,50 (111). Pfandbriefe notierten meist unverändert, nur Liquidattvnspfandbriefe bröckelten teilweise bis 0,50 v. H. ab, auch Stadtanleihen gingen verschie­dentlich bis 0,50 v. H. zurück. Jndustrie-Obligattvnen lagen geschäftslos, ebenso ausländische Anleihen.

Tagesgeld unverändert 2,50 v. H.

Abendbörse: leicht erholt.

Die Abendbörse war auf den meisten Marktgebie­ten nach der Abschwächung von heute mittag leicht erholt. Die Kulisse nahm einige Rückkäufe und Deckungen vor, während die Zurückhaltung des Publikums fortbauerte. Der Umsatz erreichte keinen nennenswerten Umfang, zumal sich das wenige Ge­schäft fast ausschließlich auf die Kulisse beschränkte. Die Stimmung war etwas zuversichtlicher. Gegen den Berliner Schluß traten überwiegend Besserun­gen um 0,25 bis 0,50 v. H. ein. Gefragt waren vor allem IG.-Farben mit 148,50 bis 149 (148,40), AEG. mit 43,90 bis 44,40 (43,50), ferner Kunstseide Aku mit 62,50 (61,75), Felten mit 98,50 bis 99 (98), Rheinstahl mit 110,75 bis 111,13 (110,50) und Stahl­verein mit 82,25 bis 82,50 (82,13). Am Einheits­markt lagen Bankaktien unverändert, Jndustriepa- piere wurden kaum notiert.

Am Rentenmarkt hielt die Geschäftsstille an, doch lagen die Mittagskurse voll behauptet. Don Aus­landanleihen zogen 4proz. Schweizer Bundesbahn auf 192,25 (191) an.

11. a. notierten: Altbesitz 113, IG.-Farben-Bonds 130,13, Reichsbahn - DA. 121, Schutzgebietsanleihe

von 1908 10,40, 4V» Oesterr. Silberrente 1,65, 4pro- zentige Rumänen 6,13, Braubank 120,75, Commerz­bank 89,75, DD-Bank 91,50, Buderus 101, Harpener 109,50, Mannesmann 84, Klöckner 96,75, Mansfeld 116, Rheinstahl 110,75 bis 111,13, Stahlverein 82,25 bis 82,50, Aku 62,50, AEG. 43,90 bis 44,13, Be- kula 138,50, Bemberg 118,13, Cement Heidelberg 118, IG.-Chemie volle 178, dieselben leere 145,50, Conti Gummi 153,13, Deutsche Erdöl 109,50, Scheideanstalt 230,50, Licht & Kraft 127, JG.-Far- ben 148,50 bis 149, Felten 98,50 bis 99, Holzmann 90, Metallgesellschaft 104,50, Rheag 133, RWE. 125,75, Schuckert 118, Siemens 173, Südd. Zucker 188,50, Schöfferhos-Binding 178, AG. für Verkehr 88,50, Hapag 34, Norddeutscher Lloyd 36.

Frankfurter Schlachtviehmarkt. .

Frankfurt a. M., 20. Juni. Auftrieb: Rinder 32 (gegen 22 am letzten Donnerstagsmarkt), dar­unter befanden sich 6- Ochsen, 3 Bullen, 9 Kühe und 14 Färsen. Zum Schlachthof direkt zugeführt wurden 1 Ochse, 8 Bullen, 2 Kühe und 4 Färsen. Kälber 1022 (701), Schafe 41 (69), Schweine 370 (682). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 61 bis 63 (am 13. Juni 62 bis 66), b) 54 bis 60 (55 bis 61), c) 46 bis 53 (48 bis 54), d) 36 bis 45 (40 bis 47). Hammel b2) Weidemast 39 bis 40 (40),mittlere 37 bis 38 (38 bis 39). Schafe f) mittlere 31 bis 33 (). Schweine al) 48 bis 50 (48 bis 51), a2) 48 bis 50 (48 bis 51), b) 48 bis 51 (47 bis 52), c) 47 bis 51 (46 bis 51), d) 45 bis 50 (44 bis 49). Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, ausver­kauft. Schweine ruhig, Ueberftand (1 Ochse, 3 Fär­sen, 31 Schweine).

Großhandelspreise für Fleisch und für Fe11waren. Beschickung des Fleischgroß­marktes: 1531 Viertel Rindfleisch, 756 halbe Schweine, 213 ganze Kälber, 3 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kg in RM.: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Bullenfleisch b) 68 bis 74. Kuh­fleisch b) 58 bis 66, c) 48 bis 58. Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweine­fleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Speck aus hiesiger Schlachtung, roh, unter 7 cm 58 bis 63, Flomen 78 bis 83. Marktoerlauf: Rindfleisch belebt, Kalb- und Schweinefleisch ruhig.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Der Frankfurter Getreidegroßmarkt wurde auch in der dritten Jurüwoche von einer außerordent­lich ruhigen, aber doch durchaus stetigen Haltung be-

Die Zeiten des Ausverkaufsschwindels, des Ra­batt- und Zugabeunwesens, der sich häufenden marktschreierischen Sonderveranstaltungen sind vorüber. Es ist dem Werberat der deutschen Wirt­schaft gelungen, in verhältnismäßig kurzer Zeit die Anschauungen in der Kaufmannschaft darüber, was in der Werbung erlaubt und was verboten ist, zu wandeln. Es gibt heute nicht mehrKehr­austage",Schleuder"- oderMafsenschnellver- käufe",Räumungswochen",Vertrauenstage", Verlustpreise",Preise, die nie wiederkehren", bis zu 75 v. H. herabgesetzte Preise" und ähnliche Uebertreibungen, die immer lauter und maßloser wurden, bis sie schließlich infolge ihrer Ueberstei- gerung mehr und mehr an Wirkung einbüßten.

Zielbewußk hat man einen Schritt nach dem anderen getan, um das kaufende Publikum vor Ilebervorteitung durch solche Werbungs- arteu und den redlichen Wettbewerber vor un­lauterem Wettbewerb zu schützen.

Das Zugabeverbot, das Rabattgesetz, das Verbot gemeinschädlicher Schleuderei und schließlich die Anordnungen des Werberates der deutschen Wirt­schaft haben nach und nach die gesetzliche Grund­lage für den veränderten Rechtszustand geschaffen, wie er sich aus dem Wandel der Auffassungen von dem, was recht und billig ist, gebildet hat.

Einen weiteren Fortschritt bedeutet das vor kurzem erlassene Gesetz zur Aenderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb.

Durch diese neueste Reform des Wettbewerbs- gefehes werden alle Umgehungen der Ausver­kaufsbestimmungen unmöglich gemacht. Gleich­zeitig wird die Möglichkeit gegeben, die seit langer Zeit geforderte Regelung der Sonder­veranstaltungen einzuführen.

Die bisher fehlende gesetzliche Möglichkeit, auf diesem heftig umstrittenen Gebiet der Sonderver­anstaltungen ordnend einzugreifen und die infolge­dessen entstandenen Mißstände zu beseitigen, ist von weiten Kreisen der Kaufmannschaft stets be­dauert worden. Eine gehäufte Abhaltung von

herrscht. Allgemein gesehen hat sich die Orunb» tendenz weiter etwas befestigt, wobei der amtliche Saatenstandsbericht für Anfang Juni, der ange­sichts der unterschiedlichen Wetterlage seit dem Monat Mai eine gewisse Verschlechterung gegen die letzte Erhebung aufweist, von maßgeblkchem Einfluß war. In Auswirkung dieser Tatsache hegt man Befürchtungen für einen späteren Ernte- beginn, wenngleich nach den letzten Begutachtungen für den Ausfall der Ernte selbst man die besten Erwartungen hegt.

Daneben hat das Angebot am Brotgetreide- markt ganz beachtlich nachgelassen, insbesondere aus den hiesigen Erzeugergebieten, ferner aus der Wetterau und aus Kurhessen. Indes konnten sich die Großmühlen angesichts ihrer Vorräte und wegen des schwachen Mehlgeschäfts noch nicht zu größeren Käufen entschließen, immerhin hat sich der Absatz sowohl für Weizen, wie für Roggen gegen die Vorwochen merklich gebessert. Aus Norddeutsch­land und Bayern lagen dagegen noch sehr starke Angebote vor, die aber keine Beachtung fanden, insbesondere soweit Roggen in Frage kommt. Im Hinblick auf die feuchtwarme Witterung hegt man Schwierigkeiten für den Versand, hauptsächlich wenn er auf dem Wasserwege angeliefert wird. Für Roggen aus hiesiger Gegend zeigten die Land­mühlen weiterhin regen Bedarf.

Hafer wurde wieder nicht angeboten, auch Fu11ergerste in leichten Qualitäten fehlte, so daß den Bedürfnissen der norddeutschen Mäster nicht entsprochen werden konnte. Futterweizen und -roggen sind vernachlässigt, ebenso findet Eosin- Weizen kaum noch Interesse, zumal die bisher mitgelieferten Mengen ölhaltige Futtermittel zur Zeit von der Reichsstelle nicht mehr erfolgen.

Der Futtermittelmarkt zeigt eine deut­liche Entspannung. Zwar besteht noch Nachfrage, doch ist diese nicht mehr so dringend, da angesichts der das Wachstum begünstigten Witterung die Grünfütterung in starkem Umfange einge- setzt hat. Besonders leichte Futtermittel werden kaum noch verlangt, während für Oelkuchen ufw., sowie für Kleie seitens der keine Milchvieh hal­tenden Betriebe, also hauptsächlich Schweinemäster, der Bedarf noch anhält. Rauhfutter liegt ruhiger. Altes Heu wird nicht mehr angeboten, während neue Ware noch nicht am Markt ist, so daß eine amtliche Notiz zur Zeit nicht erfolgt. Stroh liegt nach der vorwöchigen Preiserhöhung wieder ruhiger.

Das M e h l g e s ch ä f t blieb schwach, insbeson­dere soweit Neuverkäufe in Frage kamen. Nur für Brotmehle, besonders Weizenbrotmehl, besteht lausende Nachfrage.

Sonderyerkäufen ist als unwirtschaftlich für den einzelnen Betrieb und als schädigend für das An­sehen des gesamten Einzelhandels zu vermeiden, da hierdurch ein falscher Eindruck gegenüber der normalen Preisgestaltung erweckt wird. Es ist vorgeschlagen worden, außer den Saisonschluß- und Jnventurverkäufen nur noch vier weitere Son» beroeranftaltungen von mäßiger Dauer, also ins­gesamt sechs Sonderveranstaltungen im Jahre als das Höchstmaß dessen zuzulassen, was mit den Grundsätzen einer kaufmännisch gesunden Ge­schäftsführung vereinbar ist.

Hierbei ist zu bemerken, daß die allgemein üb­liche Ankündigung von Osler-, Pfingst- oder Weihnachlsverkäufen, die zu regulären Preisen erfolgen, nicht als Sonderveranstaltungen gel­ten. Ebenso wenig fallen unter diesen Begriff Sonderangebote, die auf einzelne Artikel oder einzelne Warengruppen begrenzt sind.

Erstmalig ist von der dem Reichswirtschafts­minister erteilten Ermächtigung durch das Verbot der Veranstaltung von Weißwaren-Sonderverkäu- fen aller Art Gebauch gemacht worden. Durch diese, vorläufig nur für 1935 geltende Anordnung ist zunächst die Abhaltung vonWeißen Wochen" und ähnlicher Verkäufe unterbunden. Von Wich­tigkeit sind auch die neuen gesetzlichen Bestimmun­gen über die Saisonschluß- und Jnventurverkäufe.

Es ist zu begrüßen, daß durch diese Reform des Wettbewerbsgesetzes die Grundlagen des redlich geführten Geschäfts weiter gestärkt werden.

Aufgabe des Einzelhandels ist es, dem Publi­kum die Waren jederzeit so billig wie möglich anzubieken. Der Käufer muh die Gewähr haben, daß er immer dann, wenn der Bedarf bei ihm auftritt, aufs vorteilhafteste bedient wird.

Er darf nicht an Termine gebunden fein, die ihm vorn Kaufmann vorgeschrieben werden. Besonders in Zeiten schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse müssen die Preise des regulären Geschäfts stets so niedrig, wie möglich gehalten sein.

Bekämpfung des Ausverkaussschwindels

Von Johannes Müller, Berlin.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß« kurü

Schloßt. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag- börse

Datum

19 6

20.6.

19-6-

20.6.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

99,75

100

100,13

100,13

4% Deutsche Reichsanl. von 1934

97,5

97,5

97,75

97,75

bVr°/k» Doung-Anlelhe von 1930 ..

103

102,65

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.»Rechten .............

112,9

113

113

113

4/»% Deutsche Retchspostschatzan»

Weisungen von 1934, I.......

100,13

100,25

100,4

100,13

6% ebem.8% Hess. Boll'sstaat 1929

(rückzahlb. 102%) ............

98,5

98,5

98,5

98,5

4¥i% ehern. Hessische Landesbank

Darmstadt Gold 91. 12........

96,5

96,25

96 5

96,5

6¥i% ehern. Hess. Landes ^>ypo-

thekenbank Darmstadt Liaut ...

100,65

100,2

**

4Vi% ehern. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverlchr. R.6

92,25

92,25

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

127

127

Deutsche Komm. Sammelabl. Aw

leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten

115,65

115,5

115,9

115,9

4Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96

96

6'/2% ehern. 4y2% Franks. Hyp.-

Bank-Liqu.-Psandbriefe.......

100,9

100,9

6%% ehern. 4>/2% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ....

101,5

101,13

101

100,75

4%% ehern. 8% Pr. LandeSpsand-

briesanstalt, Pfandbriefe 91. 19

96,75

96,75

96,75

96,75

<-/>% ehern. 7% Pr. Landespfand.

briesanst., Gold Komm. Cbl.^

96,75

96,75

96,75

96,75

Lteuergutsch.Verrechnungsk. 35-39

106,4

106,5

106,4

106,5

4% Oesterretchische Golbrente....

33

32

32

4,20% Oesterretchische Silberrente

1,85

1,65

1,85

1,7

4% Ungarische Goldrente .......

11,65

11,4

11,6

11,5

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

11,4

11,25

11,4

11,3

11,25

11.75

11,5

5% abgesl. Goldmexikaner von 99

13

13

13

12,9

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie l.....................

U

Frankfurt a. M

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß- lurs

Schlußk. Mittag- börse

Datum

19 6-

20-6-

19-6.

20-6.

4% vesgl Serie II .............

_

_

5% Rumän. vereinh. Mente v. 1903

8

8,13

8,2

7,8

4/r°/oRumän.vereinh.Rentev.l913

*

10,13

10,25

10,25

4% Rumänische vereinh. Rente

6,1

6,13

6,25

6,1

2 yt% Anatolier ............

39,65

39,4

39,9

39,6

Hamburg-Amertka-Paket ....

0

33,5

34

33,65

34

Hamburg-Südam. Dampfschiff

. 0

27,5

27,4

Norddeutscher Lloyd ........

0

35,5

36

35,5

36

A.G. für Verkehrswesen Akt. .

0

89

88,5

89,5

88

Berliner Handelsgesellschaft ..

5

118

117

118

117

Commerz- und Prioat-Banl ..

0

89,75

89,75

89,5

89,5

Deutsche Bank und Disconio-

Gesellschaft...............

. 0

91,5

91,5

91,5

91,5

Dresdner Bank.............

. 0

91,5

91,5

91,5

91,5

Reichsbank ................

12

178

178,75

178,75

178,75

A.E.G.....................

. 0

43,5

44,4

44

43,9

Vekula....................

10

138,5

138,5

138,75

138,5

Eleklr. Lieferungsgesellschaft..

. 5

113,5

112,75

114

112

Licht und Kraft ...........

Wi

127,5

127

127

126,4

Felten L Guilleaume........

. 0

99,25

98,5

99,25

98

Gesellsch.s.EIektr.Unternehmung. 5

126,25

126,5

126,9

126,65

Rheinische Elektrizität .......

. 5

133

133

132

Rhein. Wests. Gleite.........

. 6

126

125,75

125,5

Schuckert & Go..............

. 4

118

118

118,5

118

Siemens & Halske...........

. 7

173,75

173

173,5

173

Lahmeyer & Go.............

. 7

198,5

_

129,25

128

Buderus ............... ..

. 0

102

101

101,5

101

Deutsche Erdöl .............

, 4

109,75

109,5

110,5

110

Gelsenkirchener.............

. 0

Harpener..................

. 0

109,5

109,5

109,65

109,5

Hoesch EisenKöln-Neuesten

. 0

104,25

104

Ilse Bergbau .............

. t

156,5

157

158

Ilse Bergbau Genüsse......

. (

129,5

129

129,5

127,65

Klöcknerwerke............

8-4

97,5

96,75

97

96,75

Mannesmann-Röhrn»......

. o

84

84

84,13

83,65

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag« börle

Datum

19.6

20.6

19 6-

20.6-

Marisfelder Bergbau.......

.. 8

116,5

116

117

115.75

Kokswerke................

.. 5

124

123

Phönix Bergbau ...........

.. 0

Rheinische Braunkohlen ....

12

228,5

231,5

229,5

233

Rheinstahl ................

8-/7

111

111,13

112

110,5

Vereinigte Stahlwerke......

.. 0

81,5

82,5

82

82,13

Otavi Minen .............

.. 0

16,5

16,25

16,75

16,25

Kaliwerke Aschersleben......

.. 5

121,5

121,5

120,5

Kaliwerke Westeregeln......

.. b

120

120

120

120,75

Kaliwerke Salzdetfurth.....

,

178

178

178

178

I. G. Farben-Jndustrie.....

.. 7! 148,75

149

149,75

148,4

Scheideanstalt.............

231

230,5

Goldschmidt ..............

102,13

103

102,25

Rütgerswerke .............

4

123,5

123,25

124,75

122,75

Metallgesellschaft...........

106

104,5

106,4

104,25

Philipp Holzmann.........

.. 0

90

90

90,5

90

Zementwerk Heidelberg ....

.. 5

118,13

118

-

,, 4

135

135

Schultheis Patzenhofer .....

112,5

110,65

Aku lAllgemeine Kunstseide)

.. 0

64,4

62,5

65

62,4

Bemberg.................

.. 0

124

118,13

124,9

118,25

Zellstoff Waldhof .........'.

.. 0

117,25

117

117,5

117

Hellstoff Aschaffenburg .....

.. 0

85

85

85,65

85

Dessauer Gas.............

.. 7

137,65

135

Daimler Motoren..........

.. 0

92

90,75

91,65

91

Deutsche Linoleum .........

.. 6

161

160,25

160,75

159

Orenstein & Koppel........

.. 0

87,25

87,25

Westdeutsche Kaufhof.......

.. 0

38,5

38,13

37,75

Chade....................

.. 0

296,5

296,75

294

Accu mulatoreu-Fabrik......

. 12

174,25

174,75

174

175

Contt-Gummt.............

153,13

154

153 ?5

Gritzner..................

.. 0

I 39,13

39,5

39

Mainkraftwerke Höchst a.M>.

.. *

89,5

-

Süvveulicher Zucker.......

.. e

1 188

1 188,5

I 189

, 188,5

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. HL

19-Iuni

20-Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld |

Brief

Geld

Brief

Buenos Lire

0,658

0,662

0,658

0,662

Brüssel ....

41,98

42,06

41,98

42,06

Rio de Jan.

0,149

0,15

0,149

0,151

Sofia.....

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen

54,62

54,72

54,55

54,65

Danzig ....

46,82

46,92

46,82

46,92

London....

12,23

12,26

12,215

12,245

Helsingfors.

5,39

5,40

5,385

5,395

Paris .....

16,38

16,42

16,38

16,42

Holland ...

168,36

168,70

168,46

168,80

Italien....

20,42

20,46

20,42

20,46

Japan .....

0,718

0,720

0,717

0,719

Jugoslawien

5,649

5,661

5,649

5,661

Oslo.....

61,47

61,5«

61,40

61,52

Wien......

48,95

11,095

49,05

48,95

49,05

Lissabon...

11,115

11,08

11,10

Stockholm..

63,07

63,19

62,99

63,11

Schweiz ...

81,03

81,19

81,03

81,19

Spanien...

33,96

34,02

33,93

33,99

Prag......

10,355

10,375

10,35

10,37

Budapest ..

Neuyock ...

2,478

2,482

2,478

2,482

banfnolen.

Berlin, 20-Juni

Geld

Amerikanische Noten.......

2,43

2,45

Belgische Noten...........

41,82

41,98

Dänische Noten ..........

54,34

54,56

Englische Noten ..........

12,18

12,22

Französische Noten........

16,32

16,38

Holländische Noten........

168,04

168,72

Italienische Noten.........

19,86

19,94

Norwegische Noten .......

61,19

61,43

Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling

Rumänische Noten........

Schwedische Noten........

62,77

63,03

Schweizer Noten..........

80,80

81,12

Spanische Noten..........

33,46

33,60