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Elefanten im Odenwald

Vmehen und Werden in der Geschichte desLebens

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c$ Staufenberg, 19. Dez. Im festlich schmückten Saale des Gastwirts Zecher hielt

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Alsdann saßen die Eheleute Christian S ch e p p aus Burkhardsfelden wegen Mißhandlung bzw. Verletzung der Obhutspflicht im Sinne des § 223b RStGB. auf der Anklagebank. Die Angeklagten, die eine größere Landwirtschaft betreiben, sind die Eltern von fünf Söhnen. Einer davon leidet schon seit längerer Zeit an Epilepsie. Dieses Leiden gab den Angeklagten Veranlassung, den Sohn als min­derwertigen Menschen anzusehen, zumal er in An­betracht seiner Krankheit nicht in der Landwirt­schaft tätig sein konnte. So sank der Sohn mehr

und Reptilien.

Wendet man diese aus der Geschichte des

mit den K o si e n der O b e r r e a l s ch u l e beschäf- tigt. Da die geringere Zahl der auswärtigen Schü­ler im Verhältnis zu den einheimischen sich un­günstig für den städtischen Zuschuß auswirkt und das kommende Jahr demnach eine größere Belastung der Stadt bringen würde, wurde der Bürgermeister beauftragt, mit der Regierung zu verhandeln, um ohne weitere Beanspruchung der Stadt ein Fort­bestehen der Anstalt zu erreichen zu suchen. Die un­

bewahrt heute noch einige herrliche Arbeiten auf.

Das kostbarste Material der Odenwaldschnitzer ist so das Elfenbein, aber auch anderes Beinmate­rial und Kunstharz werden verarbeitet. Während man früher als Massenartikel je nach der Mode Rosen, Hirschbroschen und andere Schmuckstücke herstellte, sind in letzter Zeit besonders die Edelweiß­abzeichen gefragt, die in großen Mengen hergestellt und in alle Welt versandt werden. Daneben gibt es selbstverständlich auch zahlreiche andere kunstvolle Beinschnitzereien, die von der Werkstatt des Oden­waldschnitzers ihren Weg in die Welt nehmen. Die herrlich geschnitzen Figuren, Elefanten und anderen Tiere aus Bein und schwarzem Ebenholz, die in Aegypten, Afrika und Indien von den Eingebore­nen an die Reisenden auf den Schiffen verkauft werden, stammen nicht selten aus unserem heimat­lichen Odenwald.

Platzelf konnte der Lollarer Meistermannschaft nur in der ersten Halbzeit ernsthaften Widerstand lei­sten und fiel nach der Pause ihrem eigenen Tempo zum Opfer. Lollar trat die Reise mit gemischten Gefühlen an, muhte doch noch im letzten Augen-

spielten:

Großen-Buseck I Lollar I 0:3,

Großen-Buseck II Lollar III 0:1, Lollar III Fellingshausen I kampflos für Lollar.

festlich geschmückten Tischen wurde gemeinsam Tee und Weihnachtsgebäck genossen und die Unter­haltung in froher Weise geführt. Die Führerin der Frauenschaft, Frau Zecher, schloß den Abend mit dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer.

# Allertshausen, 19. Dez. Unsere (Be­rn e i n b e versammelte sich am Dienstagabend im Saale der Wirtschaft Hormann zu einer gemein­samen Weihnachtsfeier. Zur Einleitung hielt der Lehrer eine Ansprache, in der er auf den Sinn der deutschen Weihnacht im Dritten Reich hinwies und zu steter Dankbarkeit für den Führer und Reichskanzler, den Retter des deutschen Volkes, aufforderte, dem die fteudigen Sieg-Heil-Rufe der Gemeinde galten. Bei Gesangsvorträgen des Frauenchors und einem schönen Weihnachtsspiel der Jugend, bei gemeinsamen Gesängen und froher Unterhaltung vergingen die Stunden nur allzu rasch.

blick einer der besten Spieler, der Mittelläufer Geißler, ersetzt werden. Das Spiel begann mit einigen ungestümen Angriffen der Platzelf. Doch Lollar stellte sich hierauf ein und zog einen Stiir- mer zurück. So ging Großen-Buseck in seiner Drangperiode leer aus. Als sich bann die bessere Spielweise Lollars durchsetzte und man den vier­ten Läufer wieder in den Sturm sandte, wurde Großen-Buseck zurückgedrängt. Für die Folge ver­legte sich die Elf des Platzvereins auf rauhes Spiel. Einer der Lollarer Spieler mußte dabei verletzt ausscheiden. Trotz alledem spielten die restlichen zehn Lollarer ihr Spiel weiter und verließen als sichere Sieger den Platz. Die Tore selbst fielen zwei durch schöne Stürmerleistungen, während das dritte aus einem Elfmeterball resultierte. Ein weiterer Elfmeter wurde von Lollar ausgelassen.

Die Lollarer Elf benötigt nun noch aus den vier ausstehenden Spielen nur noch einen Punkt, um sicher zur Meisterschaft zu kommen.

Die Reserve gewann kampflos, weil der Gegner nicht antrat.

Die dritte Elf gewann ebenfalls in Großen-Buseck gegen die dortige zweite Elf, und zwar knapp mit 1:0 Toren.

Deutscher Eisbockeysieq gegen Oxford.

Im Olympia - Kunsteisstadion in Garmisch- Partenkirchen standen sich am Donnerstagnachmit­tag eine deutsche Auswahlmannschaft und die Ox­ford-Studenten vor etwa 1500 Zuschauern gegen­über. Die englischen Studenten, die schon in Prag hoch geschlagen worden waren, mußten auch in Garmisch eine Niederlage einstecken und der deut­schen Auswahl einen glatten Sieg mit 5:0 (0:0, 3:0, 2:0) überlassen.

Nach einem torlosen ersten Drittel konnte Jae- necke, der beste Mann auf dem Felde, im zweiten Spielabschnitt innerhalb einer Minute zweimal einsendcn. Den dritten Treffer erzielte der Rie- ßerseer Lang auf Vorlage Jaeneckes. Der Kampf, der bis dahin ziemlich temperamentlos war, wurde im letzten Drittel etwas bewegter. Eine schöne Ein­zelleistung Jaeneckes führte zum vierten Tor und Dr. Strobl verbesserte kurz vor Schluß auf 5:0.

Am kommenden Sonntag findet im Olympia- Kunsteisstadion in Garmisch-Partenkirchen ein Spiel des deutschen Eishockeymeisters SC. Riessersee gegen Universität Cambridge statt.

abzuleitenden Gesetze auf den Menschen kommt man zu der Feststellung, daß der . , zwar in seiner körperlichen Entwicklung verhältnis­mäßig einfach und damit grundsätzlich anpassungs­fähig' geblieben ist, daß aber für ihn eine gewisse Gefahr in feiner geistigen Hochentwicklung liegt. Die auf den geistigen Fähigkeiten des Menschen

hiesige Frauenhilfe gemeinsam mit Frauenschaft eine Adventsfeier ab. sangsvorträge wechselten in schöner Weise mit The­ateraufführungen und Gedichtvorträqen ab. Pfar­rer G u ß m a n n , Kirchberg, hielt die Adventsan­sprache, bei der er auch der schönen Zusammen­arbeit unserer deutschen Frauen gedachte. An den

durch besonders ungünstige, schwierige Lebensbedin­gungen Stämme ausgebildet werden, die sehr zäh und langlebig sind: Beispiele dafür finden wir vor allem unter den Süßwasser-bewohnenden

Winterhilfskegeln

des Vereins der KeglerLahn-Vufeckerlal- Wiefeck".

Auch für die Kegler ist die Beteiligung am Win­terhilfswerk eine Ehrenpflicht Der Deutsche Keg­lerbund hat in der Zeit vom 30. November bis 8 Dezember Wettkämpfe angesetzt, deren Reinerlös restlos dem Winterhilfswerk überwiesen wird. Lei­der war dem Wiesecker Verein (Lahn-Buseckertal) die Einhaltung des festgesetzten Termines nicht möglich, weil durch ungünstiges Wetter die neuen Bundesbahnen in Wiefeck nicht fertiggestellt wer­den konnten. Nunmehr sind die Arbeiten soweit vorgeschritten, daß mit dem Winterhilfskegeln am kommenden Samstag begonnen werden kann. Alle Kegler des Kreises Gießen, ob Sport- oder Gesell­schaftskegler werden daher erneut aufgerufen, an diesen Einzelkämpfen teilzunehmen. Der Deutsche Keglerbund (DKB.) hat eigens für diese Wettkämpfe wiederum Ehrenurkunden geschaffen, die gleichzeitig für die Erringer ein Dokument des Sieges, aber auch der Opferbereitschaft bedeuten.

Die Wettkämpfe sind offen für alle deutschen Volksgenossen, insbesondere für alle Kegler, ohne Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zum DKB. Die Kämpfe werden getrennt gewertet und zwar für die Kegler, die dem DKB. angehören und für die Nichtorganisierten Kegler. Der Wettbewerb beginnt am Samstag, 21. Dezember 1935, 21 Uhr und Sonntag, 22. Dezember 1935 auf 10 Uhr im Bun- deskegler-Heim in Wiefeck, bei Gastwirt Heinrich Braun.

Sportverein 1920 Lollar.

Am Sonntag griffen alle drei aktiven Mann­schaften des SV. 1920 in die Pflichtspiele ein, und

erste Mannschaft konnte auch die schwere Klippe in Großen-Buseck glücklich umschiffen und verdient und sicher mit 3:0 Toren siegen. Die

Am letzten Dienstag hatte sich zu einem Vor­tragsabend der Biologischen Fachschaft im Hörsaal des Geologischen-Paläontologischen Instituts eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden. Der Leiter Der Fachschaft, Dr. Heidt, eröffnete die Sitzung und erteilte Herrn Prof. Dr. Hummel das Wort zu seinem Vortrag, dem wir folgendes entnehmen:

Die von der Paläontologie erforschte Geschichte des Lebens zeilgt uns einen ewigen Gestalten­wandel, ein Vergehen und Werden der Lebens­formen: dieser Gestaltenwandel hat manche Gesetz­mäßigkeiten, die auch für unser Leben als Volk von Bedeutung sind, weil wir denselben Gesetzen unterworfen sind wie die übrige Natur.

Als gemeinsames Merkmal der aussterbenden, verschwindenden Stämme des Tier- und Pflanzen­reiches können wir feststellen, daß es im allgemei­nen hochentwickelte, formen- und individuenreiche Gruppen sind, die dem Aussterben verfallen, wäh­rend kleine, einfach gebliebene Gruppen sich weiter entwickeln. Selten ist unmittelbarer Kampf mit Feinden die Ursache der Stammesvernichtung, meist führt irgendein scheinbar unbedeutender Wech­sel der Lebensbedingungen zum Aussterben, und zwar folgt dieses Aussterben in der Regel unmittel­bar auf eine besondere Blütezeit des betreffenden Stammes. Die Hauptursache des Aussterbeps ist daher darin zu erblicken, daß in Zeiten besonders günstiger Lebensbedingungen die zur Gesund­haltung des Stammes nötige Auslese fehlt, so daß auch schwächliche, wenig widerstandsfähige Lebe­wesen zur Fortpflanzung kommen. Diese Stammes- verschlechternng führt dann bei einer auch nur ge­ringfügigen Verschlechterung der Lebensbedingun- gen zum Stammestod.

Als Beispiel für eine derartige Stammesver- fchlechterung wird der eiszeitliche Höhlenbär ange­führt, bei dem wir zahlreiche körperliche Verände­rungen feststellen können, die z. T. auch bei un­seren Haustieren und ebenso beim Menschen auf­treten. Der Höhlenbär ist am Ende der Eiszeit ausgestorben, während der weniger hochentwickelte, aber gesünder gebliebene braune Bär weiterleben konnte.

Im Gegensatz dazu kann man feststellen, daß

LPD. Aus dem Odenwald, 19.Dez. Wenn man durch das Tal der Mümling, durch die Odenwaldstädtchen Erbach, Michelstadt, Höchst, König und wie sie alle heißen, fährt, so kann man an vielen Häusern einen kunstvoll geschnitzten Ele­fanten sehen. Er ist das Symbol der Oden- wälder Elfenbeinschnitzer, deren kunst­volle Erzeugnisse von hier aus in alle Welt gehen. Es ist eine alte Geschichte um diesen Elefanten im Odenwald. Ein Erbacher Edelmann, der Graf Franz zu Erbach, war für allen Fortschritt ausgeschlossen und hat nicht nur die Lage der Land­wirtschaft gehoben und Straßen gebaut, sondern auch die Elfenbeinschnitzkunst im Odenwald einge­führt. Nach alter Familiensitte selbst in einem Handwerk ausgebildet, wurde der Graf später Obermeister der Drechslerzunft und brachte es in der Kunst des Beinschnitzens zu beachtlicher Fertig­keit. Das Museum im Gräflichen Schloß zu Erbach

Tragischer Tod eines atten Mannes.

+ Grünberg, 19. Dez. Hier wurde am heuti­gen Donnerstagmorgen der 65 Jahre alte, ledige Hermann Jockel III. tot in seiner Woh­nung aufgefunden. Der Arzt stellte Tod durch Kohlenoxydgasvergiftung fest. Vor einigen Tagen war der Mann schon einmal be­wußtlos von Nachbarsleuten aufgefunden worden. Er konnte aber damals mit ärztlicher Hilfe noch ins Leben zurückgerufen werden. Da er jedoch die ihm von anderer Seite angeratene Instand­setzung des Ofens nicht veranlaßt hat, ist ihm diese Unterlassung jetzt zum Verhängnis geworden.

Landkreis Gießen.

* Wiefeck, 20. Dez. Am morgigen Samstag, 21. Dezember, kann der Bäckermeister und Landwirt Ludwig Müller in Wiefeck in geistiger und kör­perlicher Frische seinen 7 2. Geburtstag be­gehen. Der alte Herr ist schon feit mehr als 35 Jah­ren treuer Bezieher seines Heimatblattes, des Gießener Anzeigers.

< M a i n z l a r , 19. Dez. Bei der hiesigen Pftmd- Jammlung, die von der NS.-Frauenschast durch- aeführt wurde, kamen insgesamt etwa 70 Pfund Lebensrnittel zusammen.

terdessen vom ersten Beigeordneten Alb ach wäh­rend der dreiwöchigen Abwesenheit des Bürger­meisters geführten Verhandlungen haben nun zu einer Vereinbarung geführt. Eine Erhöhung des Staatszuschusses kommt nicht in Frage, dagegen soll auf Vorschlag der Schulabteilung und mit Zustim­mung der hiesigen Leitung der Oberrealschule eine Zusammenlegung der beiden Primen in den meisten Fächern erfolgen, so daß hierdurch eine Stelle eingespart wird. Für die Stadt bedeutet dies eine Ersparnis von etwa 7000 Mark.

Anzeigenteil einen Buchenstamm, und Schwellen­holzverkauf an, zu dem die Angebote bis Montag, 6. Januar, einzureichen sind. Interessenten ersehen Näheres aus der Bekanntmachung.

** Rückständige Krankenkassen bei- träge vom November werden von der Allg. Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil zur Zahlung angemahnt. Säumige Zahlungspflichtige feien besonders auf die Bekanntmachung hingewiesen.

* Verkehrsunfall. Gestern vormittag ge- gen 10.15 Uhr ereignete sich auf der Grunberger Straße, unweit der Gansebura ein Verkehrsunfall. Ein Gießener Geschäftsmann fuhr mit seinem Per­sonenkraftwagen gegen den entgegenkommenden Lastkraftwagen einer Gießener Molkerei. Der Un- iall kam dadurch zustande, daß der Führer des Lastkraftwagens, der unmittelbar vor dem Zusam­menstoß einen Radfahrer überholt hatte, sich noch auf der linken Straßenseite befand. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden.

Große Strafkammer Gießen.

Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte das Gericht gegen den Georg Wolf III. von Rockenberg und verurteilte ihn wegen dreier Ver­brechen nach § 176, Z. 3 StGB, zu einer G e - famt(träfe von 1 Jahr 6 Monaten Ge­fängnis. Auf die erkannte Strafe werden 4 Monate 3 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet.

Wegen desselben Delikts wurde der August Schell aus Friedberg, zur Zeit in Untersuchungs­haft, zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt, unter Anrechnung von einem Monat der erlitte­nen Untersuchungshaft. Außerdem wurde die Ent­mannung des Angeklagten angeordnet.

und mehr im Ansehen der Eltern. Man sorgte nicht mehr für ihn, ließ ihn zerlumpt und zerfetzt im Dorfe umherlaufen und gab ihm auch wenig zum Essen. Es kam nicht selten vor, daß der 22jäh- rige Mann infolge eines Anfalles hinstürzte und irgendwo im Dorfe blutend und hilflos am Bo­den lag. Trotzdem man die Angeklagten benachrich­tigt hatte, fanden sie es erst nach geraumer Zeit für notwendig, einmal nach ihrem Sohne zu sehen. Man schaffte ihn dann mehr oder weniger gefühl­voll nach Hause zu Bett. Dort ließ man ihn einige Tage liegen, bis man dem völlig Erschöpften einen Arzt schickte.

Gelegentlich des Besuches eines Arztes des Kreis­gesundheitsamtes und eines Beamten der Gieße­ner Kriminalpolizei bot sich den Zeugen ein gerade­zu trostloses Bild. Der Patient lag gänzlich abge­magert in einem vollkommen verschmutzten Bette. Die angeklagte Ehefrau nahm in mürrischem Tone zu der Angelegenheit Stellung und wollte die Schuld der Erschöpfung des Kranken zuschieben, der im Essen besonders wählerisch sei. Es ergab sich jedoch, daß er, als man ihm Essen anbot, die Speisen ge­radezu gierig zu sich nahm. Dieselbe Verwahr­losung des Sohnes stellte man auch in der Nerven­klinik in Gießen fest, wo sich der junge Mann drei­mal befand. Trotzdem man sich seitens der Aerzte gegen eine Entlassung des Patienten wandte, drängte die Angeklagte darauf, das, wie die Be­weisaufnahme ergab, einzig und allein auf ihre gei­zige Einstellung zurückzuführen ist. Obwohl die An­geklagten als wohlhabend geschildert werden, fragte die Angeklagte ständig wegen der durch eine even­tuelle Behandlung des Sohnes entstehenden Kosten. Ihre wahre Einstellung tritt in dem einen Satz zutage:Wer nichts arbeitet, braucht auch nichts zu essen", den die Angeklagte öfters anzuwenden pflegte. Man schreckte selbst nicht davor zurück, den Kranken während eines Anfalles zu schlagen.

Während der Vertreter der Anklage eine Ge­fängnisstrafe von je 1 Jahr 3 Monaten beantragte, erkannte das Gericht gegen den Ehemann auf 6 Monate, gegen die Ehefrau auf 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 2 Wochen 4 Tagen erlittener Untersuchungshaft. Das Gericht hielt zwei Mißhandlungen für erwiesen. Bezüglich der übrigen Punkte ist das Gericht der Auffassung, daß die Angeklagten nicht böswillig, sondern aus ihren Verhältnissen heraus gehandelt haben.

00 Klein-Linden, 19. Dez. Die von den chariatioen Verbänden durchgeführte Sammlung für das Winterhilfswerk war in unserer Ge­meinde der Evangelischen Frauenhilfe übertragen worden. Der Sammlung war ein schöner Erfolg beschieden. Neben einigen Geldbeträgen wurden ins­gesamt etwa 200 Pfund hochwertige Nahrungsmit­tel gespendet. Am Dienstagabend fand in der estlich geschmückten Kleinkinderschule die Weih­nachtsfeier der Evangelischen Frauen­hilfe statt. Gemeinsam gesungen Weihnachtslieder wechselten mit Chorvorträgen eines kleinen Chores. Zwischendurch trugen Kinder von Mitgliedern schone Weihnachtsgedichte vor. Pfarrer König, der Vor- itzende der Frauenhilfe, sprach über den tiefen Sinn des schönsten unserer kirchlichen Feste. Um die Ausgestaltung und das gute Gelingen der Feier- tunde hatte sich namentlich die beiden Schwestern der Krankenstation und der Kleinkinderschulstation verdient gemacht.

"Y" Watzenborn-Steinberg, 12. Dez. Bei der Viehzählung wurden hier gezählt: Pferde 55 (davon 2 unter einem Jahr): Jungvieh bis 2 Jahre 263 (davon 39 Kälber unter drei Monate): Rindvieh mehrjährig 525 (davon sind 133 Kühe zur Milchgewinnung und 362 Kühe zur Milchgewin­nung und Arbeitsleistung): Schafe mehrjährig 89, unter einem Jahr 52; Schweine unter 8 Wochen 61, bis einem halben Jahre 341, bis zu einem Jahr 496 und älter 30; Puchtsauen 5, insgesamt 933; Ziegen 276; Hühner 4770; Gänse und Enten 131 und 48 'Bienenstöcke.

+ Grünberg, 19. Dez. In einer Sitzung der Ratsherren im November hatte man sich

Aktion der HZ.! Zweiter Tagt Du gabst gestern nichts?

Gib heute doppelt!

Zeder Deutsche trägt das h o l z r e i t e r ch e n l

beruhende Zivilisation schafft (besonders im Stadt­leben) günstige Lebensbedingungen, dadurch wird die natürliche Auslese ausgeschaltet. Die Volksge­sundheit kann daher nur dann dauernd erhalten bleiben, wenn wir die fehlende natürliche Auslese durch künstliche Auslese ersetzen. Der Nationalsozia­lismus hat durch das Sterilisationsgesetz und das Reichserbhofgesetz die ersten Erfolg versprechenden Folgerungen aus diesen biologischen Naturgesetzen gezogen.

Weiter wurde die Frage des Entstehens neuer Lebensformen behandelt. Entwicklungsfähig sind einfache, anpassungsfähige Lebewesen. Weitere Vor­bedingung für das Entstehen formenreicher neuer Gruppen ist jedoch auch das Vorhandensein freien Raumes. Wanderungen spielen bei der Entstehung und Erhaltung neuer Formen eine sehr wichtige Rolle. Im Anschluß daran wurde die Frage der Entstehung der Menschen und insbesondere der Rassenbildung erörtert. Der Mensch ist ein in den Steppen des jüngsten Tertiärs entstandenes und durch die wechselnden Lebensbedingungen der Eis­zeit hochgezüchtetes Lebewesen. Die heutigen Men­schenrassen sind durch die verschiedenartigen Aus­lese-Bedingungen ihrer Heimatgebiete herausge- gezüchtet worden. Die Einzelheiten der Entstehungs- Bedingungen sind uns bei den meisten Rassen bis­her unbekannt. Leicht erklärbar ist jedoch die Ent­stehung der für uns Deutsche besonders wichtigen nordischen Rasse. Deren Heimatgebiet liegt in den Ländern um Ost- und Nordsee, die während der letzten Eiszeit völlig vergletschert und daher un­bewohnt waren. Wenige, gesunde und tatkräftige Sippen sind nach Ende der Eiszeit in das eisfre gewordene Gebiet eingewandert; unter den zunäch besonders harten Lebensbedingungen des nordischen Landes hat sich in scharfer Auslese und Reinzucht die besonders hochwertige Rasse entwickelt, der un­ser deutsches Volk seine Eigenart und Kultur ver­dankt.

Aufgabe der Paläontologie als Teil der Biologie ist es, die Naturgesetze zu erforschen, welche die ge­schichtliche Entwicklung des Lebens auf der Erde beherrschen. Adolf Hitler hat einmal darauf hinge- wiefen, daß wir unser höheres Dasein als Men­schen nur der Erkenntnis und rücksichtslosen An­wendung eherner Naturgesetze verdanken. Die na­turwissenschaftliche Forschung verschafft uns allo die Kenntnis der Naturgesetze, durch deren rücksichts­lose Anwendung der Politiker in Stand gesetzt wird, die Erhaltung unseres Lebens als Volk zu sichern.

Der Fachschaftsleiter danke Droieffor Hummel für feine grundlegenden und bedeutungsvollen Aus­führungen. an die sich eine sehr rege A'isfvrache anschloß. Nach einigen Mitteilungen über Fachschafts­und Studentenschaftsarbeit und der Bekgnrck""be der Veranstaltnnaen im zweiten Quartal de? Win­tersemesters 1935/36 wurde die Sitzung geschlossen.