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Gießen in der Ordnung der GeireidewMaff

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Festpreis pro Tonne

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Preisgebiete und Preise für das Gelreidegebiet Gießen.

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festgesetzt.

und Preisstaffelung im Gießener Gebiet.

Der Aufbau der ländlichen Berufsschule.

Die Landesregierung teilt in einem Schreiben . die Kreis- und Stadtschulämter folgendes mit:

10 Wochen alte Kücken, entwendet. In der Nacht Zum Freitag, den 19. d. M., haben die Diebe wiederum aus einem Hühnerstall in der Marburger Straße 16 Stück 10 Wochen alte Kücken gestohlen. Bei diesen Tieren handelt es sich um 14 Stück weiße Amerikanische Leghorn, 1 gesprenkeltes und 1 schwar­zes Kücken.

Personen, die sachdienliche Mitteilungen machen können, die auf Wunsch vertraulich behandelt wer­den, werden ersucht, der Kriminalpolizeistelle, Zim­mer 5, Nachricht zu geben.

Z. mi M ert Qb( in An, pun Mo vrd.

Wir sanden zueinanoer

Vornan von Klothilde v. Stegmann

Vrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.)

Durch die genaue Festsetzung der Preisgebiete und der Preise für die vier Getreidearten, wurde das Gesetz zur Ordnung der Getreidewirtschaft äußerst umfangreich und kompliziert. Das Getreide­wirtschaftsgebiet des Stadt- und Kreisgebiets Gie­ßen wurde in den vier folgenden Getrejdearten geteilt:

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16. Juli bis 31. August 1935 für Futtergerste........

16. August bis 31. August 1935 für Weizen.........

im August 1935 für Roggen . . .

im September 1935 für Futterhafer _________

3n den jeweils folgenden Monaten steigt der Preis für die einzelnen Getreidearten monattich um 2 Mark die Tonne. Dies gilt für Roggen bis zum 15. Juli 1936, für Weizen bis zum 15. August 1936, für Futtergerste bis zum 15. Juli 1936 und für Futterhafer bis zum 15. August 1936. Die Zeit ab 1. Juni 1936 bis zur Beendigung der Verkaufs­zeit gilt nur für einen Monat. Die Staffelung be­trägt also in den einzelnen Verkaufsgebieten beim Roggen 20 Mark, beim Weizen 22 Mark, bei der Futtergerste 20 Mark und beim Futterhafer 22 Mark.

Da hatte sie heimlich mit dem Leiter des Sanato- rmms, Doktor Langgisser, über Marlen gesprochen.

Doktor Langgisser war ein noch junger Arzt, der sich trotzdem durch seine Tüchtigkeit sehr schnell einen Ruf geschaffen hatte. Er schien Karla unter allen feinen Patienten besonders gern zu betreuen. Oft hatten sie, nachdem die ärztliche Besprechung beendet war, noch ein gemütliches Plauderstündchen miteinander. So fragte ihn Karla eines Tages:

Würden Sie etwas dagegen haben, Herr Dok­tor, wenn ich Marlen Korda, Ihre junge Gärtnerin, etwas naher an mich heranzöge?"

Erstaunt hatte Doktor Langgisser Karla an­gesehen und gefragt:

Da hatte Karla von ihren Frühspaziergängen im Park und ihrem Zusammentreffen mit Marlen be­richtet.

Doktor Langgisser hatte lächelnd mit dem Fin­ger gedroht:

Da erfährt man nun die Unbotmäßiakeit feiner bravsten Patientin so ganz nebenbei, Fraulein von Weckenroth. Sie sollen doch früh recht lange liegen und nicht in der Weltgeschichte herumsttolchen!^

Karla hatte gelächelt:

Sie wissen gar nicht, Herr Doktor, welche Er­frischung und Freude solch ein Spaziergang mor- 'n dem schönen rheinischen Frühling einem gibt. Wenn alles so blüht und' duftet, so taufrisch und unberührt daliegt, das gibt mehr Kraft, als stundenlang im dumpfen Zimmer zu liegen."

Ihre Augen hatten geleuchtet. Ihr blasses Ge­sicht hatte sich zart gerötet.

Doktor Langgisser sah mit einem schnellen Blick auf Karla:

"Also schön. Nehmen wir's als eine Art Heil­methode, Fräulein von Weckenroth. Ich will ja alles roas Ihnen gut tut und Ihnen Freude macht. Und daß Sie mit Fräulein Korda in nähere Be­ziehungen gekommen sind, das finde ich wunder­schön. Ich selbst schätze Fräulein Korda sehr hoch. Ich habe schon selbst daran gedacht, ob ich sie fi­nanziell^ nicht ein bißchen aufbessern kann.

' raTi^i111 3l,I(fen war über sein energisches, gütiges Gesicht geglittendie Zeiten sind für uns letzt recht schwer. Außerdem, wenn ich Fräu­lein Korda ein höheres Gehalt bewilligt hätte, waren die anderen Gärtnereiangestellten auch ge­kommen. Das trägt der Betrieb ja nicht. Aber

?ie Uf §röulein Korda etwas tun könnten, wäre das wunderschön.

an datierte die Freundschaft zwischen Marlen und Karla. Marlen war zuerst L".befangen, als Karla sie gebeten, ob sie ihr

s Ä 3U SAich der Arbeitszeit Ge­sellschaft leisten wollte.

Gausängeriag 1935 nach Darmstadt gelegt.

Auf Anordnung des Gauführers des Gaues Xlj Hessen-Darmstadt findet der diesjährigeGau» sängertag anläßlich der großen Jubiläums- - Gartenbau-Ausstellung in Darmstadt am 28, - und 2 9. September statt. Dem Sängerkreis t Darmstadt wurden die Vorbereitungen übertragen.

Die Arbeiisauffaffung des deutschen Menschen.

Für den Marxismus war Sozialismus immer nur eine Angelegenheit wirtschaftlichen Denkens, die Arbeit wurde als Ware angesehen. DerBour­geois" kaufte die Arbeit für Gelv, der Arbeiter ver­kaufte. Entscheidend war die Frage nach der Ren­tabilität. Den radikalsten Ausdruck fand dann die­ses unpersönliche Arbeitsverhältnis zwischen Ar­beiter und kapitalistischem Unternehmer der ver­gangenen Zeit in der sogenannten wissenschaftlichen Betriebsführung des Amerikaners Taylor: der Wert einer Arbeit sollte nach der Zeit berechnet werden, die für ihre Fertigstellung benötigt wjrd, die Stopp­uhr war das Symbol. Schnelligkeitsrekord zer­mürbte den Menschen und nahm ihm jedes Verhält­nis zum Gelingen oder Nichtgelingen feines Arbeits­stückes. Die Arbeit wurde eine mechanische Folge von Bewegungen.

Der bäuerliche Mensch ist dagegen seit jeher ein- gespannt in die Gesetzmäßigkeit der Natur. Früh­ling, Sommer, die Jahreszeiten kommen und gehen, der Bauer erfüllt seinen Auftrag. Es wird gesät und geerntet, die Tiere verlangen ihre Pflege. Jeder Tag im Jahr hat seine Ordnung. Es wird solange geschasst, bis die Arbeit fertig ist. Wenn das Rentabilitätsstreben zeitweilig auch auf dem Lande Platz greifen konnte, so hat doch der deutsche Bauer im Nationalsozialismus wieder be­griffen, daß er nichts vermag außerhalb der lebens­gesetzlichen Ordnungen der Natur und feines Vol­kes, in die er hineingestellt ist.

Der Nationalsozialismus hat jedem einzelnen und jedem Stand feinen Platz in der Volksgemeinschaft zugewiesen. Der Arbeiter wie der Bauer erfüllen, jeder zu seinem Teil, die großen ihnen gesetzten Aufgaben. Das bloße Erfolgsstreben ohne verpflicht tenben Einsatz gegenüber der Gemeinschaft ver­schwindet. Es ist wieder ehrenvoll geworden, von seinem Ich absehen zu können. Es gilt das Wort, das Graf Schliessen, der große strategische Dorbe­reiter des Weltkrieges, seinem Leben vorangestellt hat: Wenig reden, viel leisten, mehr sein als schei­nen! Die Arbeit wird grundsätzlich bejaht, man er­füllt seine Pflicht ohne Ansehen des (Ertrages. Es wird begriffen, daß das Recht auf Arbeit, das jedem zugebilligt ist, auch zu guter Arbeit verpflichtet.

Aus der Zerrissenheit der Arbeitsziele, die der Kampf aller gegen alle bedeutete, ist jetzt ein großes Ziel geworden, das uns der Führer gestellt hat: Diener zu sein der Volksgemeinschaft.Die Wirt­schaft des deutschen Volkes wird die erste Wirtschaft der Welt fein, die aus einer neuen Ordnung aufge­baut ist, in der nicht mehr die Geldsucht des Händ­lers, sondern das Ethos der Arbeit die Achse aller Ueberlegungen ist."

Gießener Dochenmarktpreise.

* G i e ß e n , 20. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markte kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,40 bis 142 Mark, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing (grün), das Pfund 12 bis 15, Weißkraut 12, Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 12 bis 15, Rote Rüben 12 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Erbsen 18 bis 25, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 15 bis 18, Rha­barber 8 bis 12, Kartoffeln (alte), bas Pfund 4%, der Zentner 4 bis 4,50 Mark, (neue), das Pfund 8 bis 11, der Zentner 6,60 bis 7 Mark, Pfirsiche 50

Nachdem die Vorverhandlungen über die ländliche Berufsschule zu einem gewissen Abschluß gekommen sind, wird nunmehr mit ihrem Ausbau begonnen. Zu grundlegenden Besprechungen sind die Kreis- und Stadtschulräte von Oberhessen auf Dienstag, den 20. August, 10 Uhr, nach Gießen (Kreisschul- amt), diejenigen von Starkenburg und Rhein­hessen auf Donnerstag, den 22. August, 9 Uhr, nach Darmstadt (Abteilung II) eingeladen. Auf folgende wesentlichen Gesichtspunkte wird hingewiesen:

1. An Stelle der allgemeinen Fortbildungsschule aus dem Lande tritt die ländliche Berufsschule, die auf den bäuerlichen Beruf abgestimmt ist.

2. Der Unterricht ist ganzjährig mit mindestens vier Wochenstunden und nimmt auf die Arbeits­spitzen der bäuerlichen Bevölkerung Rücksicht.

3. Der Stützpunkt ist die bäuerliche Werkschule. Ilm sie herum werden Schulbezirke mit etwa 8 bis 10 Kilometer Anmarschweg gebildet. Auf all­gemeine Derkehrsverbindungen ist Rücksicht zu neh­men, dagegen spielen die Kreisgrenzen keine Rolle.

4. Die ländliche^ Berufsschule liefert die Grund- schulung für die bäuerliche Werkschule, die den Erb- Hofbauer formt; sie vermittelt die allgemein not­wendigen Kenntnisse und Fertigkeiten.

Im besonderen wird für die Besprechung er­sucht vorzubereiten:

a) Welche Schulbezirke werden voraeschlagen?

b) Wie groß ist die Zahl der dort zusammenge- zogenen Schüler nach Jahrgängen?

c) Welche Lehrkräfte werden zu Einsatz vorge- schlagen?

d) Welche Beträge aus den Ihnen für den ne­benamtlichen Unterricht zur Verfügung gestellten Mitteln werden bei der Neuformung frei, wieviel werden neu benötigt?

e)' Welche Lehrmittel stehen an den neuen Schul­orten bereits zur Verfügung? Kann Land für Ver­suchszwecke usw. bereitgestellt werden?

Zu Beginn des nächsten Monats beabsichtigt der Reichsreserent für das ländliche Berufsschulwesen, Herr Ministerialrat Döring, einige gut gelei­tete ländliche Fortbildungsschulen zu besichtigen.

Ehrengabe des 7K5S8, im Schwimmen

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung teilt in einem Schreiben an die Direktionen der Höheren Schulen und an die Kreis- und Stabt- fchulämter folgendes mit:

Das Hauptamt für Erzieher im NSLB. fordert auch in diesem Jahre zum Wettkampf um die Ehren­gabe des NSLB. auf. Ein bestimmter Tag zur Durchführung des Kampfes ist nicht vorgeschrieben. Die Meldung muß jedoch bis spätestens 25. Septem­ber 1935 aus den Kreisen bei der Geschäftsstelle des NSLB., Darmstadt, Wendelstadtstraße 15, durch den Kreisfachberater eingegangen sein.

Die Hebungen sind die gleichen wie im vorigen Jahre mit der Erleichterung, daß bei der zweiten Leistung ein Sprung aus mindestens 1 Meter Hohe genügt.

Die Wertungen bleiben ebenfalls wie im Vor­jahre bestehen. Bei den Altersklassen gilt folgende Einteilung: Altersklasse I Jahrgänge 1925 bis 1923; Altersklasse II Jahrgänge 1922 bis 1920; Alters­klasse III Jahrgänge 1919 bis 1917. Wer vor dem . 1. Januar 1917 geboren ist, scheidet aus.

Sogernb hatte sie gemeint, oh das auch gehe und was die anderen Angestellten des Sanatoriums dazu sagen wurden. Aber Karla hatte energisch erklärt, das brauchte sie und Marlen nichts amu> gehen. Schließlich wäre Marlen dem Sanatorium nur für bte vorgeschriebene Arbeitszeit verpflicht? i?ffenbmaTfieJ,e d^atperson und könnte tun und s uEe Im übrigen hätteder Kahl. 'an scherzhafter Weise Doktor Langgisser bezeichnete, seine Zustimmung gegeben

Marlen selbst war ja nur zu glücklich wenn sie

t,nTaS1* e.,nem jungen Mädchen ihrer Kreise plaudern konnte. Denn so aut und fnm». radschaftlich sie mit den anderen Gärtnereigehilfen stand es waren doch schließlich immer Männer - und dazu Manner aus einem ganz anderen Le­benskreis. lieber bie Arbeit hinaus gab es keine

3n ber Folgezeit freute sich Karla jeben Morgen, wenn sie auf ihrem Spaziergang burch ben Park Marlen Korba traf. Die beiben jungen Mäbchen schlossen sich innig aneinanber an. Balb wußte jede von bem Lebensschicksal ber anberen. Marlen von Karlas Leben, bas burch ihren Unfall von Kinb auf in ganz anbere Bahnen gelenkt worben war- von Karlas Vater, an bem Karla mit in­niger Liebe hing, unb von ihrem einzigen Jugenb- freunb Dietrich von Veltheim. Karla roieberum lernte aus Marlens Erzählungen ben einzigen ßruber Marlens kennen, ber Chemiker geworben war.

Jetzt war ber Bruber arbeitslos unb suchte ver­geblich einen Gelbmann, um eine Grfinbung, bie er gemacht hatte, auszuprobieren unb in bie Praxis umzusetzen. Marlen schickte von ihrem kar­gen Gehalt bem Bruber ben größten Teil.

"AH habe ja hier Essen unb Trinken unb Woh- nung , sagte sie, als Karla nicht begreifen wollte, baß sie säst ohne Gelb auskommen konnte.Nun unb Luxuskleibung brauche ich ja auch nicht. Eine Gärtnerin braucht nichts weiter als ein Paar feste Stiefel unb ein paar Arbeitskleiber." Dabei hatte sie an ihrem blauen Arbeitskittel heruntergesehen, in bem sie schlank unb rank wie ein Knabe aus­schaute.

Karla hatte voll Rührung unb Bewunberung 3ugebort. Wie selbstverstänblich sich Marlen in lhre Armut fügte! Dabei hatte sie doch auch ein- mal bessere Tage gesehen. Sie schien sich damit abgefunben zu haben, daß ihr Leben aus nichts als Arbeit bestand. Unb boch wußte Karla, Marlen sehnte sich auch nach anderen Dingen: nach guten Buchern, nach schöner Musik, nach allem, was die Menschen über bie Arbeitsfron hinausheben kann

Der Reichsminister für Ernährung unb Lanbwirt- schaft hat in seiner Bekanntmachung vom 10. Juli 1935 bie Versorgung auf bem Gebiete ber Getreide­wirtschaft neu geregelt. Nach dieser Verordnung ist das Reichsgebiet in zahlreiche Preiszonen eingeteilt worden, in denen der Verkaufspreis der Erzeuger ganz genau festgesetzt wird und auf keinen Fall über­schritten ober unterboten werben barf.

Das Interessante an bem neuen Reichsgesetz ist bas, baß in ben einzelnen Kreisen besfelben Regie­rungsbezirks bie vom Reichsminister für Ernährung unb Landwirtschaft festgesetzten Preise manchesmal recht verschieden ausfallen. Nach dem Reichsgesetz zur Ordnung der Getreidewirtschaft gibt es vier ver­schiedene ©etreibeftufen, unb zwar für Roggen bie Preisgebiete R I bis R XIX, für Weizen bie Preisgebiete W I bis W XX, für Futter- g e r ft e bie Preisgebiete O I bis O XIV unb für Futterhafer bie Preisgebiete H I bis H XIX.

Diese Regelung bedeutet also, bah es im gan­zen Reichsgebiet nunmehr 72 verschiedene Preisgebiete gibt.

Je höher bie Nummer der Preisgebiete ausfällt, um fo höher ist der Preis für die betreffende (Se­treibeart. So ist beispielsweise in bem Preisgebiet für Roggen in ber ersten Preisstufe R I ber Preis für eine Tonne inlänbifchen Roggen im August 1935 mit 145 Mark festgesetzt unb in bem letzten Preis­gebiet R XIX mit 165 Mark.

Da bas Gesetz zur Ordnung ber Getreibewirtschaft für Deutschland von außerorbentlicher Wichtigkeit ist, wollen wir nachstehenb eine Uebersicht geben über bie Preisgebiete, wozu unsere Stabt bzw. unser Getreibewirtschaftsgebiet gehört. Außerbern werben nachstehenb bie von ber Reichsregierung für bie Zeit vorn 16. Juli 1935 bis 15. August 1936 fest­gesetzten Preise ber vier (Setreibearten, bie für unser Gebiet zutreffen, angeführt.

I RASIERCREME

( O macht das Rasieren zum Genuß

rlWW Große, langreichende Tube S" Pf.

Für ben Verkauf von den inländischen Getreide- arten Roggen, Weizen, Futtergerste unb Futter- Hafer durch ben Erzeuger werden für unser engeres Getreibewirtschaftsgebiet für bie Zeit vorn 16. Juli 1935 bis 15. August 1936 bie folgenben Festpreise pro Tonne ' " ''

(Betreibend

So empfanb sie bas Zusammensein mit Karla boppelt beglückend. So manchen Abend schlüpfte sie nach Arbeitsschluß schnell aus ber Arbeitskiei. bung, duschte unb wusch sich. Dann zog sie sich eins ihrer einfachen Sommerkleidchen an unb klopfte balb barauf an Karlas Zimmer. Zuerst hatten bie Angestellten ja etwas eigentümlich ge­blickt, wenn Marlen hier in bem Hauptgebäube bes Sanatoriums gleichberechtigt mit ben Gästen er- fdjien. Aber bann hatte bas Stubenmäbchen von Karlas Etage berichtet. Fräulein Karla von Wecken­roth behandelte die junge Gärtnerin wie ihres­gleichen und sähe sie wie einen lieben Gast zum Tee unb Slbenbbrot bei sich. Sehr schnell hatte man sich daran gewöhnt.

Viele schöne Abendstunden verplauderten bie jungen Mädchen in Karlas behaglichem Sanato- numszimmer ober auf bem Balkon, ber ihm vor- gelagert war. Zum ersten Male, baß Marlen emen Menschen fand, ber alles oerftanb, was in ihr vorgmg, ber ihre Fragen nach Gott unb ber Welt unb bem Leben beantwortete, ihr Bücher unb ihrem wisfensburstigen Geist Nahrung gab. Karla Weckenroth war durch ihre Krankheit auf sich angewiesen. So hatte sie mehr gelesen unb für UZ gelernt als wohl sonst junge Mäbchen ihres Alters. Sie war glücklich, Marlen von bem geben ju können, was sie selbst erfüllte. So schlossen sich bic beiben Mäbchen immer enger aneinanber an An ihren Briefen an ben Vater schrieb Karla im­mer roieber von ihrer Freundin Marlen. Eines Tages erschien Hauptmann Weckenroth im Sana- tonum, um Karla zu besuchen. Etwas ängstlich war Marlen ihm entgegengetreten. Wie würde sie vor den Augen von Karlas Vater bestehen? Haupt­mann Weckenroth sah Marlen scharf an. Dann streckte er ihr die Hände entgegen:

«,'Z^u' mich. Sie kennenzulernen, Fräulein Äorba! D'e Karla hat mir schon mächtig von Ihnen vorgeschwarmt. Da wollt' ich doch selbst einmal sehen, wie bas Menschenkinb beschaffen ist, bem mein Mabel mit feinem scheuen Herzen sich so eng angeschlossen hat. Ich glaube, sie hat recht ge- t°n. Besuchen Sie uns recht balb, Fräulein jtoroai

£*a batte Karla ganz glücklich ausgesehen, unb uuch Marlen fiel ein Stein vom Herzen. Sie batte ja zu gern einmal Karlas Heimat gesehen. Aber es war ja ganz unmöglich, ber Einlabung ^u folgen. Sie hatte ja nur brei Tage Urlaub, sie bollen kaum zur Hin- unb Herreise gereicht. So

f lochen Herzens von Karla, die mit ' ».mBater in bie Heimat zurückkehrte.

SnnnÄr^Qr a ^H'bn der Abschieb von bem schönen Ö ÄT Unb Mcrrlen sehr schwer zu werben: , letzte? Ab^ E immer Marlen!" sagte sie am : (Srhrpih, b ,mit <. tranenerstickter Stimme.

bkr ih ® Vs dir geht, und was ihr alle !

~DDtror ßan98i|fer"'

Roggen- Preisgebiet R XV

Weizen- W XVI

Futtergerste- G IX

Futterhafer- H XIII

1 , Unb bann hatte sie das Gesicht in bie Hänbe ge­legt unb nichts mehr gesagt.

, Da wußte Marlen genug. Aber zartfühlenb, wie sie war, wagte sie nicht, an Karlas Geheimnis zu rühren. Karla schätzte Doktor Langgisser offenbar ; nicht nur als Arzt. Aber Marlen wußte, baß Karla niemals solchen Gefühlen in sich Raum , geben würbe. Sie hatten einmal über Ehe unb Liebe gesprochen. Marlen war ganz entsetzt ge- wesen, wie hart Karla jebe Möglichkeit einer Ehe für sich selbst abgelehnt hatte.

Ein Mäbchen wie ich, bas keine gesunden Glie­der mehr hat, barf keinen Mann an sich binben" hatte sie erklärt. Vergebens hatte Marlen versucht, ihr klarzumachen, baß die s e e l i s ch e n Werte eines Menschen mehr bebeuten konnten als eine vollkom­mene, äußere Schönheit.

Aber Karla hatte nur ben Kopf geschüttelt:

"Das kann jemanb sagen, ber gesund ist an Leib unb Seele wie bu, Marlen! Aber glaube mir, ein Man wirb über einen körperlichen Mangel bei einer Frau niemals hinwegsehen können. Jeben- hjUs würbe ich immer bas Gefühl haben, einem Manne nur Hemmschuh zu sein. Ich m u ß mich abfinben, unb ich habe mich abgefunben. Ich habe ja ben Jöater. Ich habe meine Bücher. Unb ich habe dich, Marlen! Ich wollte nur, ich könnte bim immer bei mir haben. Warum willst bu benn nicht für immer zu mir kommen?"

Aber Marlen hatte abgelehnt. Sie wußte, wie gut Karla es meinte. Aber bennoch war es un- Don ber Freundm olles zu empfangen.

Mensch, ber arbeiten konnte, mußte arbeiten unb bürste sich nicht auf bie Güte anberer verlassen.

So war sie traurig zurückgeblieben. Karla kehlte ihr an allen Ecken unb Enben. War bie Arbeitszeit vorbei, faß sie in ihrem kleinen Stüb- chen ober auf einer Bank hinten bei ben Ge- wachshausern, bann fühlte sie ganz, was ihr bie Gemeinschaft mit Karla gegeben. Ihr einziger ^i?c^?or es, baß Doktor Langgisser oft nach Ar- beitsschluß einen Spaziergang durch ben Park machte unb für ein Viertelstünbchen mit ihr plan-

2)em>9RlrtteIPr"uL ^rcr ^spräche roar immer Äarla. aRad^ füllte: auch Doktor Langgisser konnte Karla Weckenroth nicht vergessen. Unb eine Ahnung kam ihr, als ob er ber Mann fein fonnte ber Karla von ihrem Unglauben an wirf- ^fiO!S$elI«n konnte. Don ihrem Unglauben an Liebe bie über Neuerliches hinwegfah. Hätte ie nur Karla sprechen können unb ihr von Doktor or?nrn .fragen nach ihr erzählen. ?ber brieflich ließ sich fo etwas schwer machen. Aebes Wort klang plump unb ungeschickt. Sa muffte sie warten, bis sie Karla einmal wieberfab. Aber wann würbe bas fein?

(Fortsetzung folgt!)

Nach bem Ausschreiben der Hauptamtsleitung des NSLB. beteiligen sich nur bie Orte, bie Schwimm­gelegenheit haben. Um Zweifelsfälle zu klären, wirb bestimmt, baß unter biefer Gelegenheit eine Ein­richtung unb Möglichkeit verstauben wirb, bie es gestattet, schul- und lehrmäßig das Schwimmen durchzuführen.

Die Verantwortung für bie Durchführung ber Kämpfe tragen bie ß e i t e r ber beteiligten Schulen. Verpflichtet zur Teilnahme finb nur biejenigen Schulen, an benen im Unterrichtsbetrieb planmäßig bas Schwimmen zu pflegen ist. Sie bestimmen einen Uebungsleiter, ber für bie vorschriftsmäßige Erledigung ber Leistungsprüfungen unb bie Mel° bung an ben Kreisfachbearbeiter zu sorgen hat. Zur Melbung ist bas überfanbte Muster (Punktwer­tungsliste) zu wählen. Bezüglich ber Leistungsprü­fungen unb anberer Fragen ist ber Kreisfachberater angewiesen, in feinem Gebiet zur Verfügung zu stehen. Äon feiten des NSLB. steht für jeden Kreis für das prozentual beste Gesamtergebnis aller Al­tersstufen an einer Schule eine besondere Auszeich­nung in Form eines Schemm-Bildes bereit.

Jeder e nrnal am Mikrophon

Sonberzüge zur Runbfunkausstellung nach Berlin.

Jeder einmal am Mikrophon!" So lautet bie Parole, bie zu der diesjährigen Funkausstellung ausgegeben ist. Jeder Volksgenosse kann auf der Funkausstellung in einem eigens hierzu erbauten Volksfender während ber Ausstellung im Runbfunk mitwirken. Ein Funkhaus mitten in den Aus­stellungshallen unb mitten im Volk, ein Funk­haus, das bem Volk gehört, unb in bem bas Volk fenbet. Jeber Besucher ber Ausstellung ist in ber Lage, feine zu Haufe gebliebenen Volksgenossen von Berlin aus burch ben Volkssender zu be­

grüßen. Das Programm bes Volksfenbers wirb nur burch Darbietungen ber bie Ausstellung be- suchenben Volksgenossen bestritten.

Wir suchen zur Teilnahme heimatliche Trachten­gruppen, Gesangvereine, Belegschaftskapellen, Hei- matbichter, Jugenbspielscharen ber HI. unb bes Jungvolks usw. Jebermann kann über ben Volks- fenber feine Darbietungen bringen, sofern biefelben einer Sendung wert finb. Meldungen hierzu neh­men bie zustänbigen RDR.-Kreisgruppen entgegen.

Um jebem Volksgenossen bie Beteiligung am Volkssenber zu ermöglichen, organisiert ber RDR. aus allen Teilen bes Reiches Sonberzüge zu den Funktagungen in Berlin mit einer Fahrpreisermäßigung von 75 v. H. Nach bem heutigen Stand der Anmeldungen ist mit einer überaus großen Beteiligung zu rechnen. Nicht allein der Volkssender bietet einen besonderen An­ziehungspunkt, sondern auch der Fernsehfunk steht in diesem Jahre im Brennpunkt der Ausstellung. Liegen boch erstmalig Fernsehempfänger zum Kauf auf. Funkische Veranstaltungen aller Art, Stabtfahrten, Besichtigungen unb viele« anbere werben bie Teilnehmer ber Sonberfahrten in Berlin mitmachen können, so baß jeber Besucher wirklich auf feine Kosten kommt. Die Sonberzüge bes Gaues Hessen-Nassau fahren am 17. August (brei- tägiger Aufenthalt) und am 18. August (sieben­tägiger Aufenthalt). Der Fahrpreis einschl. Pla­kette unb Ausstellungskarte beträgt ca. 14, Mark. Als letzter Melbetermin ist ber 1. August 1935 fest- gesetzt. Melbungen nimmt entgegen ber Reichsver­band Deutscher Rundfunkteilnehmer, Kreisgruppe Gießen, in ber Geschäftsstelle (Kreisrunbfunkstelle) Gießen, Marktlaubenstraße 2. Geschäftszeit von 10 bis 11 unb 17 bis 19 Uhr außer Samstags. Es können nur Melbungen von Volksgenossen aus bem Kreise Gießen angenommen werben.