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Katholizismus sind vorwiegend lithurgischer Art» im kirchlichen Leben wird statt der lateinischen nur die Muttersprache angewandt, an die Stelle der Ohrenbeichte treten gemeinschaftliche Bußandachten, die Feuerbestattung ist nicht verboten und den Geist­lichen die Ehe gestattet. Mit zunehmender Entf^- nung von den starken Gemütsbewegungen, welche das Unfehlbarkeitsdogma in der katholischen Welt erregt hatte, und nach dem Frieden, den das kaiser­liche Deutschland mit Rom schloß, ist dann die alt­katholische Bewegung in Deutschland zuruckgegan- gen, während sie in den andern nördlichen Landern größere Bedeutung behalten hat. Zum erstenmal seit sechzig Jahren ist nun wieder em altkatholischer deutscher Bischof von einem Minister des Reichs in fein Amt eingeführt worden.

Die deutsche Gozialordnung.

Dr. Leh über die soziale Selbstverwaltung.

Berlin, 18. Dez. (DRB.) Auf der Arbeits­tagung des Sozialamtes der Deutschen Arbeitsfront ging Reichsleiter Dr. Ley auf die Frage der Füh­rung von wirtschaftlichen Unterneh­mungen ein. Er erklärte, daß es eine Doktrin in wirtschaftlichem Sinne überhaupt nicht gäbe, son­dern auch hier die Frage von Wichtigkeit sei: Lei­stest du etwas und bi st du anständig? Was sozialpolitisch falsch sei, sei auch wirtschaftlich falsch, wie umgekehrt alles, was wirtschaftlich falsch sei, sich in der gleichen Weise sozialpolitisch als falsch Herausstellen müsse. Wer sich den natürlichen Ge­sehen nicht beuge, gehe zugrunde. Kapitalismus ist ein technisches Hilfsmittel, das ich zum Betrieb brauche. Es wird erst zum Kapitalismus übler Prä­gung, wenn das Geld nach politischer Macht strebt. Dann sagen wirH a l t". Wir haben auf dem Gebiet einer sauberen Verwaltung in den zwei Jahren Gewaltiges geleistet. Wir sind gesund, wir haben bares Geld, wir werden der Wirtschaft ein vorbildliches Versorgungssystem geben. Die Menschen müssen ihr Schicksal in der neuge­wonnenen Selbstverwaltung selber meistern. In vernünftiger Zusammenarbeit sollen sie gemeinsam arbeiten. Ich glaube, daß das eine vernünftige Volksgemeinschaft ist. Selbstverwaltung als die Le­benshaltung des Ganzen, die Lebensbejahung, Kraft durch Freude", das ist dann die neue soziale Ordnung Deutschlands.

Ein Weihnachtsgeschenk des Films an die Soldaten.

Berlin, 18. Dez. (DRB.) Der Präsident der Reichsfilmkammer Dr. L e h n i ch hat angeordnet, daß die Filmtheater ab sofort berechtigt sein sollen, Soldaten in Mannschaftsdienstgraden in Uniform auf allen Plätzen eine Eintritts­ermäßigung bis zu 50 v. H. zu gewähren. Der Mindesteintrittspreis darf 0,30 RM. nicht unter­schreiten.

Auf einer Pressebesprechung ließ der Vorsitzende des Reichsverbandes deutscher Filmtheater Frltz 0uhrmann erklären, daß durch diese Anordnung der ilm gewissermaßen zum eisernen,Be st and des Wochenprogramms eines jeden Soldaten gemacht werden solle. Die Anordnung verlange an manchen Orten von den Filmtheater­besitzern große Opfer. In Anbetracht der Wehrfrei­heit des deutschen Volkes werde jedoch jeder deut­scher Filmtheaterbesitzer diese Neuregelung begrü­ßen und ihrer Durchführung größtes Verständnis entgegenbringen.

Im Auftrage des Reichskriegsministers dankte Major Joost der Reichsfilmkammer für dieses großzügige Weihnachtsgeschenk. Er betonte, daß in dieser Maßnahme gewissermaßen eine Wieder­belebung alter Traditionen aus der Vorkriegszeit mit dem schönen WortM i l i t ä r vom Feldwebel abwärts die Hälfte" zu

erblicken sei. Er drückte seine Freude darüber aus, daß jene Art von Kriegsfilmen, die den Pa­zifismus verherrlichten, und sogenannte Militär­schwänke aus dem deutschen Film verschwun­den seien. Wehrmacht und Film wurzelten beide im gemeinsamen Boden der Nation. Die Soldaten würden nunmehr verstärkten Anteil am künstlerischen Schaffen des Films neh­men, und der Film werde somit dazu beitragen, den Soldaten nach der harten Tagesarbeit die Mög­lichkeit zur Entspannung zu geben. In diesem Sinne begrüßte er die Maßnahme der Reichsfilmkammer besonders dankbar und sprach die Hoffnuna aus, daß sie sich für Wehrmacht und Film fruchtbar auswirken möge.

Das blaue Licht."

Am 22. Dezember, 18 Uhr, sendet der Deutsch­landsender eine Hörfolge auslandsdeut­scher Weihnachtsgesänge, die von Claus Clauberg musikalisch bearbeitet wurden. Der Kam­merchor des Deutschlandsenders, das Landesorchester Gau Berlin unter Leitung von Hans Görner find

Oer Bombenangriff auf Defsie.

Der große Bombenangriff der italienischen Flieger galt hauptsächlich dem Kaiserlichen Hauptquartier in Dessie. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Addis Abeba, 18. Dez. (DNB.) Der Bericht über die Untersuchung der Vorgänge bei der Bom­bardierung von Dessie ist vom Internatio­nalen Roten Kreuz nunmehr nach Genf ge­sandt worden. In dem Bericht wird erklärt, daß das amerikanische Hospital in Dessie unmittelbar an das Gebäude des italienischen Konsulats angrenze, wo der Kaiser sein Quartier aufge- schlagen hatte. Alle acht Meter seien auf dem Dach des Hospitals sichtbare Rote-Kreuz- Fahnen angebracht worden. Ebenso seien sämt­liche Verbandplätze und Transportwagen mit Rote- Kreuz-Fahnen in 1 Quadratmeter Größe gekenn­

zeichnet gewesen. Das Hospital selbst sei von fünf Brandbomben getroffen worden, von denen zwei in den Operationssälen ge­zündet hätten. Auch ein Lazarettzelt sei durch eine Brandbombe zerstört worden, ebenso auch der I n st r u m e n t e n s a a l. Im ganzen seien etwa 1000 Bomben abgeworfen worden. Die endgültige Zahl der Toten betrage 50, verwundet seien 120 Personen. Die Ambulanzen 3 und 5 seien aus Dessie herausgezogen und an bie~ Nordfront verlegt worden. Auf den Straßen nördlich von Dessie zur Nordfront würden weitere Verband­plätze und Ambulanzen eingerichtet.

die Ausführenden. Den verbindenden Text schrieb Fritz Heinz Reimesch. WarumDas blaue Licht"? Seit einigen Jahren wird vom Volksbund für das Deutschtum im Ausland die blaue Kerze als das Symbol volksdeutscher Treue entzün­det. Hunderttausende reichsdeutsche Familien lassen dies blaue Licht an ihrem Weihnachtsbaum leuchten und fühlen sich dadurch innerlich mit den Volksbrü- dcrn im fremden Land herzlich verbunden. Aus­landdeutsche Weihnachtslieder aus Siebenbürgen und der Zips, aus Luxemburg wie von der Wolga, aus den Tälern Südtirols und den Dörfern des Sudetenlandes werden erklingen, Weisen, die seit Jahrhunderten zu dem Schönsten gehören, was das deutsche Volkslied kennt. In dem verbindenden Text wird über die Weihnachtsbräuche unserer auslandsdeutschen Volksgenossen geplaudert und es wird von den altgermanischen und christlichen Sit­ten und Bräuchen erzählt, die sich bei den fern vom Mutterlande lebenden Volksgenossen oft besser er­halten haben als im Deutschen Reich. So wird auch durch den Rundfunk das blaue Licht volksdeut­scher Verbundenheit leuchten.

Aus aller Wett.

Italiens neueste Autostraße.

In Anwesenheit des Königs von Italien wurde kürzlich die Camionale, eine Autobahn von Genua nach Norden, Richtung Mailand und Turin, in einer Länge von rund 50 Kilometer er­öffnet. Die Straße, die den Apennin überquert, besitzt 700 Kunstbauten, darunter 30 Brücken und elf Tunnels. Die Erdbewegungen betrugen drei Millionen Kubikmeter. Ein Parkplatz bei Genua umfaßt rund 50 000 Quadratmeter. Interessant ind die Vorgänge, die seinerzeit zum Bau der Straße geführt haben. Jahrzehntelang ging der Streit um dieDirittissima. Darunter verstand man eine geplante, kürzeste Eisenbahnverbindung zwischen Genua und Mailand. Im Februar 1932 hat Mussolini diesen Streit dadurch beendet, daß er durch einen Brief an den Präfekten von Genua sich für die zeitgemäßereDirittissima Autocamionale" aussprach, und zwar mit der Be­gründung, daß diese Straße gegenüber der geplan­ten Eisenbahnverbindung weniger koste, daß der Kraftwagendienst rascher arbeite und die Waren direkt vorn Hafen in die Magazine und Fabriken bringe.

Drei Tote bei einem Autounglück.

In der Nähe von Passau ereignete sich ein schwe­res Unglück, dem drei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein auf der Fahrt von Obernzell nach Passau befindlicher Personenwagen geriet kurz vor der Gemeinde Grubweg ins Schleudern und stürzte über die 6 Meter hohe Straßenböschung in die Do­nau. Von den Insassen konnte sich nur ein Mann in schwerverletztem Zustande retten, wäh­rend die Tochter Else des Tierarztes Jungwirth aus Birnbach im Rottal und die beiden Schwestern Vogel ertranken.

Oer Große Giaatspreis für Maler.

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Der Wettbewerb um den Großen Staats- preis derAkademie der Künste für Maler 1935 ist jetzt entschieden worden. Der Berliner Maler Carl Schneiders, den unser Bild vor einem Selbstporträt zeigt, erhielt den Großen Staatspreis. (Weltbild-M.)

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