Einzelbild herunterladen

M

*

WM!

Nr. 27s Erster Blatt

Dienstag, (9. November 1955

185. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

gss.'Äa; wv * a. w o .......... w.«

K.SS2KS HliAHAHAil llit4A4

Heimat im Bild Die Scholle HnA Ä W M w M W B V|| Grundpreise für 1 mm höhe

Monats-Vezug§prei§: H H B HLr BBk Bz B BJr B W B B B WV III B für Anzeigen von 22 mm

Mil 4 Beilagen RM.1.95 H V B B Bk B Bk B B Bk B Ä B B B B B B Br B Breite 7 Rpf., für Text-

Ohne Illustrierte 1.80 H ®L M BVL. B B W. B JflL ZB B B B Bk _ B B. B Bk . B anzeigen von 70 mm Brette

Zustellgebühr.. ▼▼ I |W| B W | B I 50 Npf.,Platzvorschrift nach

Auch bei Nichterscheinen HB ~ ~ "^1 ▼B vorh.Dereinbg.25°/o mehr.

?nO"olg:nÄe7U= W V «W= Grundpreise:

Seneral-Anzeiger für Vberhessen WW

5ranifurt am Main 11686 Druck uitö Verlag: Vrühl'sche llniversttatsvuch- und Steinörudcrei R. Lauge in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B

h

lZ ?§ ;<P

- 5

3m Zeichen her Vekämpsung des Kommunismus

Marschall Badoglio, der neue Oberkommanüiereude.

'LS»

Karte von Nordchina, die entmilitarisierte Zone südlich der chinesischen Mauer. (Scherl-M.)

Chinas unter seinen Willen, entgegenstrebt. Ein Stück nach dem andern wird vom chinesischen Staatskörper amputiert und dem japanischen ange­fügt: vor 25 Jahren Korea, vor kurzem die Mandschurei und jetzt Nord-China. Der Weg, den diese Länder gegangen sind, bzw. gehen, ist derselbe: erstUnabhängigkeit", d. h. Los­lösung von China, daraufProtektorat" Ja­pans, d. h. Angliederung an und schließlichA n - n e x i o n", d. h. Einfügung in das japanische Staats­wesen.

und Geschick. Die weltpolitische Lage ist derartig, daß niemand ihm in die Arme fallen kann. China ist infolge militärischer Schwäche und mangelnder innerer Geschlossenheit nicht imstande, mit Erfolg Widerstand zu leisten. Unaufhaltsam geht China einem Zustande entgegen, der schon mehrere Male in seiner vieltausendjährigen Geschichte bestanden bat. nämlich dem Zerfall in zwei Teile. Die Chinesen haben aber ein Sprichwort, das tröstend sagt:Lange vereint, trennen wir uns wieder, und lange getrennt, vereinigen wir uns wieder". Bis jetzt ist noch jedes Eroberervolk von der lebens-

bien-Plateau, nordöstlich vom Takazze-Fluß. Er versucht, weitere Truppen heranzu^iehen. Das Angebot Ras Kassas, eine gemeinsame Front zu bilden, hat er abgelebt mit der Erklärung, daß er das Tembien-Gebiet um jeden Preis ver­teidigen wolle. Auf Grund dieser Nachrichten haben zwei italienische Kolonnen von Makalle und Haussien aus Umgehungsmanöver begon­nen.

Sungfcheyuan ohne Ha re Anweisungen gelassen hat. Der General Hal feine Vereilwilligung erklärt, an der Bildung einesNordchinesischen Aus­schusses der Republik China zur Verteidigung gegen den Kommunismus" teilzunehmen. Sungscheyuan verlangte hinsichtlich der Anstellung von japanischen Beratern, daß den chinesischen Behörden freie Hand gelassen werde. Weiterhin hat er den Vorschlag Doi- haras, die nordchinesischen Seezolleinnahmen nur von Nordchina verwalten zu lassen, auf Grund von Anweisungen aus Nanking obgelehnt. Sungscheyuan hat keinen Zweifel gelassen, daß er keinesfalls gegen die Zentralregierung Stellung nehmen werde. Cr hat die Außerkraftsetzung des Waffenstillstandsab­kommens von Tangku und aller folgenden ähn­lichen Abkommen und die Wiederherstellung einer chinesischen Zivilverwaltung im Gebiet von Dotonor (Provinz Dschehol) verlangt.

Japan schützt die Separatisten.

Schanghai, 18. Nov. (DNB.) Nach einer Meldung aus Tschangkschun hat der Sprecher der japanischen Kwantung-Armee folgende Erklärung abgegeben: Jedem Versuch der Regierung in Nanking, die autonomistische Bewegung in Nordchina durch Entsendung von Trup­pen zu unterdrücken, wird von der Kwan­tung-Armee mit Waffengewalt begegnet werden. Die Vorbereitungen hierfür sind schon ge­troffen. Ein Einmarsch der Nanking-Truppen in Nordchina verstößt gegen das Boxer-Abkommen und den Waffenstillstand von Tangku.

Peiping, 18. Nov. (DRV.) Die in Bildungi begriffene autonomistische Regierung Nordchinas wird unter dem Namen »Jtorb- chinesischer Ausschuß der Republik China zur Bekämpfung des Kommu­nismus" vor die Oeffentlichkeit treten. Dieser Ausschuß soll drei Unterausschüsse umfas­sen, die Fragen des Unterrichts, der Wirt- schaftunddesverkehrsbearbeitenund japanische Berater zu Mitgliedern haben. Die auto- nomistischen Provinzen hopei, Schantung, Schansi, Tschachar und Sucyuan bleiben als solche bestehen und erhalten im übrigen Selbstverwaltung.

Der japanische General Doihara ist von Pei­ping nach Tientsin abgereiff. Er wird in den näch­sten Tagen nach Peiping zurückkehren, um mit den Gouverneuren von hopei und Schantung zusam­menzutreffen. General Doihara ist der Vertrauens­mann der in Mandschukuo konzentrierten japani­schen Kwantung-Armee. Nach seinen Erklärungen ist Japan bereit, die Souveränität Chinas anzu­erkennen, die Unverletzlichkeit chinesischen Gebietes zu garantieren und sich der Einmischung in die in­nere Politik zu enthalten unter der Dornuefebung, daß Nordchina sich innerhalb der Chinesischen Republik selbständig organisiert und ja­panische Berater anstellt.

Wortführer der nordchinesischen Belange ist Ge­neral Sungscheyuan, der als Kommandant von Peiping und Tientsin eine wichtige Rolle spielt. Es scheint, daß die Regierung in Nanking General

Der erste große Lustkamps in Abessinien.

20 italienische Bombenflugzeuge im Abwehrfeuer abessinischer Truppen

Geht Japan aufs Ganze?

Von B. Bleyhoeffer, Oberstleutnant a. O.

Die Ereignisse in Abessinien und die Kriegsgefahr am Mittelmeer ließen m der letzten Zeit die ande­ren Gefahrenzentren der Welt in den Hintergrund treten. Besonders im Fernen Osten bemerkte man nichts, wenigstens an der sichtbaren Oberfläche, was die scheinbar im Gange befindliche friedliche Auseinandersetzung zwischen Japan und China hätte stören können. Plötzlich zuckt ein kurzer Funk zu uns herüber durch den Aether:Japanisches Ulti­matum an China"; ein zweiter:Protestnote der 'Nanking-Regierung an Japan"; ein dritter:Nord­china erklärt seine Autonomie!" Der Londoner Daliy Telegraph" meldet:Ostasien kann bald den Abessinienstreit in den Schatten stellen."

Was bedeuten diese Meldungen? Sie bedeuten, daß Japan unbeirrt, begünstigt durch die Weltlage, in Ostasien seinem Ziele, der Unterwerfung

Asmara, 19. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Luftkampf zwischen italienischen Bombenflugzeugen und gegnerischen Streitkräften, der am Montag zwischen Ambaladschi und Anat a l o stattfand, wird von militärischer Seite als die größte Lu s t o p e r at i o n seit Kriegs­beginn bezeichnet. ,

Zwei Geschwader, bestehend aus zwanzig Flug­zeugen, sichteten im Talkessel bei Buja südlich von Makalle starke abessinische Truppenabteilungen. Sie gingen, um die Truppen besser bombardieren zu kön­nen in die Tiefe. Dabei kam es'zu einem ebitterten Kampf. Die Abessinier hatten die Anhöhen besetzt und feuerten nun von oben her auf die in den Talkessel niedergehenden Flug- zeuge. Rund 7000 Abessinier nahmen die italieni­schen Apparate in ein wütendes Abwehr­feuer aus Gewehren, Maschinengewehren und Luftabwehrgeschützen. Sämtliche Flugzeuge wurden von den Kugeln stark durchlöchert. Insgesamt rme- fen sie mehr als hundert Einschuss- auf doch konnten sie alle die Feuerstnie verlassen. Em Bord­mechaniker wurde durch einen Beinschuß sehr schwer verletzt Das Flugzeug des Propagandaminlsters Ciano mußte bei Makalle notlanden; an einem anderen Apparat zerbrach bet der Landung in haussiert der Landungsschlitten.

Die Zahl der bei dem großen Luftbombardement getöteten und verwundeten Abessinier soll sehr groß sein. Heber 5000 abessinische Soldaten sollen getötet oder verwundet worden fern. Die Starke der abessinischen Truppen, die das Feuer auf die ita- lienischen Flugzeuge eröffneten soll nach privater Quelle nicht 7000, sondern 20 000 Mann be­tragen haben.

Gegenoffensive der Abessinier?

Es scheint sich zu bestätigen, daß Ras Kassa und Ras Seyoum vor der Ankunft Badoglws eine große Aktion unternehmen wollen. Ras Seyoum steht mit ziemlich starken Truppen, die gegen 20 000 Mann betragen sollen, tm Tem-

Das europäische Gespräch.

Von Or. Hans von Malottti

Immer deutlicher schieben sich in den ostafrikani­schen Krieg und die Aktion des Völkerbundes die Konturen einer neuen Auseinandersetzung um die Grundfragen der europäischen Politik. Zum Teil gewiß eine natürliche Folge der Erschütterung, die das zielstrebige Vorgehen des Duce ausgelöst hat; denn mit dem historischen Marschbefehl wurden die rechtlichen und machtpoli- ttschen Voraussetzungen des europäischen Nachkriegs­daseins zur Diskussion gestellt. Zum anderen aber auch ein Effekt, auf den die Regierung Baldwin planmäßig hingearbeitet hat und der den eigent­lichen Kern der ungeahnten Aktivierung der bri­tischen Politik darstellt. Es handelt sich also, was festgehalten werden muß, um zwei sehr verschiedene Triebkräfte, die zur Erweiterung der politischen Szenerie geführt haben: um die Besinnung, daß die gegenwärtige Krise gebieterisch eine schöpferische Neuordnung der zwischenstaatlichen Verhält­nisse verlangt und um das politische In­teresse der englischen Weltmacht, die im Gewände des europäischen Führungsanspruches auftritt.

Die Bestätigung dieser neuen englischen Politik durch die Unterhauswahlen schafft zunächst Klar­heit nur in einem Punkt: London wird diese Politik, gestützt auf das Votum des Volkes, in verstärk­tem Maße weiterführen. Aber welches ist die Konzeption, die Herrn Baldwin und Herrn Hoare bei dieser europäisch gedachten und emp­fundenen Politik leitet? Eine entscheidende und um so schicksalsschwerere Frage, als die gegenwär­tige Nationalregierung gewiß nicht an einem Man­gel an Energie und Tatenfreudigkeit leidet. Wel­chen Gebrauch wird sie von diesen ihren Qualitäten machen? Wird er zum Segen werden für diesen fiebernden Kontinent oder zu neuer Unruhe und weiterem Absturz führen?

Die Wahllegende, die englische Anteilnahme am europäischen Geschehen und an der Wiederbelebung des Völkerbundes fei allein von der selbstlosen Ver­antwortung und dem Wunsch nach Friedenssiche­rung diktiert, war gewiß ein Meisterstück interner Hauspropaganda, vor dem Irrtum, sie deshalb * auch schon für ein stichhaltiges Argument der Welt i gegenüber zu halten, bewahrt Herrn Baldwin sicher- i lich seine eigene Klugheit. Das britische Jnselreich ist . heute, politisch und militärisch, kein Eiland mehr, die Möglichkeit selbstzufriedener Abkehr von den festländischen Ereignissen endgültig dahin, und ur- eigenstes Interesse verlangt die aktive Ein- ' schaltung in das Schicksal des Konti- ' n e n 15, von dem heute auch die Zukunft Eng­lands abhängt. Es würde der englischen Politik keinen Abbruch tun, wenn sie diese realpolitischen Zusammenhänge ruhig beim Namen nennen würde. . Auch die These, daß nur ein starkes, der Gefahr der . Erpressung und interessierten Beeinflussung enthobe­nes England seine nützliche Rolle in Europa spielen könne, ist ein Argument, dem gerade Deutschland auf Grund feiner eigenen Erfahrungen durchaus Verständnis entgegenbringen kann, und auch die Be- i finnung auf die eigene Macht, auf die stolze Tradi- ! tion britischer Weltreichspolitik steht, an sich, nicht in Widerspruch zu einer Einstellung, die von der Verantwortung gegenüber der europäischen Zukunft ; getragen ist.

Die notwendigen Zweifel gelten vielmehr der Frage, welche Vorstellungen die englischen Staatsmänner bei der Durchführung ihrer Aufgabe leiten, auf welche Weise sie die Befriedung Europas zu erreichen vermeinen. Denn man scheint sich in London dem Irrtum hinzugeben, daß die gegen­wärtige Aktion des Völkerbundes gewissermaßen das allein ausreichende Allheilmittel darstelle und daß es nur des jeweiligen späteren Rückgriffs auf > dieses Modell bedürfe, um alle Schwierigkeiten zu i bannen. Der Grundsatz, das Recht müsse gegenüber i der Gewalt gesichert und geschützt werben, ist ge= ' miß zu billigen. Aber abgesehen davon, daß die i Vorkämpfer des Genfer Bundes den Beweis noch 1 durchaus schuldig sind, daß dieses Prinzip auch ' dann gilt, wenn einmal wie im Falle Memel ihre eigenen Interessen nicht das geltende Völker­recht als solches auf feinen Sinn und Wert geprüft wird, ist dieses Recht unmoralisch und zukunfts­widrig: wie kann dann eine selbst mit Gewalt auf- gezwungene Aufrechterhaltung von Segen sein? Herr Hoare hat in feiner berühmten Genfer Rede einen hoffnungsvollen Ansatz gemacht, er hat in seinem Wort, daß die Elastizität ein Teil der Sicherheit sei, Statik und Dynamik des Dölkerledens wohl abzuwägen gewußt. Es kamen dann aber jene im Halbdunkel betriebenen fran­zösisch-englischen Sonderoerhandlungen, in denen diese Erkenntnisse doch wohl sehr stark gelitten haben. Denn das Interesse galt seitdem nur der Bekämpfung desAngreifers . Des gegenwärtigen und vor allem aber des zukünftigen.

Wenn sich jetzt wieder die Blicke von London und Paris auf Deutschland richten, von der Wie­derbelebung des Viererpaktes, von Rüstungsverein­barungen und Zusammenarbeit mit Deutschland die Rede ist, so ist das alles kein Anlaß zu besonderem Optimismus und noch weniger zu der Annahme, daß sich diese beiden Mächte zu einer vernünftigen Einstellung gegenüber Deutschland durchgerungen hätten. Sind der Völkerbund und die kollektive Sicherheit, diese beiden uns immer wieder vorge­haltenen und vorgelobten Kronzeugen einerbesseren Zeit", nicht gerade jetzt erst recht die Bühne, auf der das ewige Drama des Nationalinteresses ge­spielt wird, von dem einen gegen Italien, von

dem anderen gegen Deutschland?

So halten wir auch die Zeit noch nicht reif für eine offene und produktive Begegnung der bei­den großen Nachbarnationen Deutschland und

Die nordchinesischen Provinzen reißen sich von Nanking los

Japan stellt dieBerater" für eine autonomistische Negierung Nordchinas.

nissen in China eine Richtung und ein Tempo gibt, welches die oben angedeutete Ansicht desDaily Telegraph" bestätigt.

Wohin der Kurs geht, zeigen folgenbe Forderun­gen, die der japanische Außenminister dem chine­sischen Botschafter übermittelt hat:Zusammen­arbeit beider Länder", das bedeutet Unterwer­fung Chinas.Anerkennung der Unabhängig­keit Nordchinas", das ist für Nanking aus inner- politischen Gründen unmöglich.Die Aufrechterhal­tung der Ordnung im unabhängigen Gebiete über­nimmt Japan", d. h. dieser Teil wird Japan ein­verleibt. Japan operiert im Fernen Osten mit Glück

sitzenden. Japan wagt diese Brüskierung der wei­ßen Rasse, da niemand da ist. der deshalb von ihm Genugtuung verlangen kann. Das japanische Ebinageschwader ist angewiesen worden,geeignete Maßnahmen für die Ehre und Sicherheit der Ja­paner in Schanghai zu treffen". Es ist möglich, .. .. ,

daß dieser Zwischenfall von Schanghai den Ereig-1 kräftigen chinesischen Rasse aufgesaugt worden.

nesische Währungsreform wird zur Begründung des japanischen Vorgehens herangezogen: durch die Un­abhängigkeitserklärung solle ein Herausziehen des Silbers aus diesem Gebiete verhindert werden. Schon jetzt findet in Tientsin eineFlucht in den Pen" statt. Der folgenschwersteZwischenfall" ist der unlängst aus Schanghai gemeldete, nämlich die Ermordung eines japanischen Marinesoldaten, was Konsequenzen haben kann, die augenblicklich noch gar nicht zu übersehen sind.

Daraufhin geht Japan anscheinend aufs Ganze! Vorbeugend sind sämtliche Straßen der internationalen (!) Niederlassung Schanghais, in denen Japaner wohnen, von den Japanern be­setzt worden. Das ist ein Gebiet, das nicht der chi­nesischen, sondern in gewissem Sinne der englischen, zum mindesten der internationalen Sou­veränität untersteht! An seiner Spitze steht ein internationaler Staotrat mit einem englischen Vor-

Unter allerhand Vorwänden waren die Japaner im Jahre 1933 über die Große Mauer ins eigent­liche China eingefallen; sie zwangen die Zentral­regierung von Nanking zum Abkommen von T o n g k u,das zunächst Japan, Mandfchukuo und Nord-China wirtschatlich zusammenfassen sollte." Dieses Abkommen erfüllte aber nicht die japanische Hoffnungen. Darauf wurde unter Führung der Südmanschurischen Eisenbahn, mit Beteiligung der Regierung von Mandschukuo, eine kapitalstarke Ge­sellschaft 'gegründet mit einem umfassenden Pro­gramm: Ausbau des Eisenbahnnetzes in Nord- China und der Inneren Mongolei, Entwicklung der Kohlenbergwerke in Schansi, der Eisenminen in Tschaschar'und der Ölvorkommen in Schenst, sowie Förderung der Baumwollpflanzung in Schantung.

Gleichzeitig mit dieserwirtschaftlichen Durchdrin­gung" ging der Umbau des Beamtenappa­rates' vor sich: die Anhänger der Nanking-Regie­rung wurden durch Nordchinesen ersetzt; der Nord­chinese liebt nicht den Japaner und fühlt sich nicht zu ihm hingezogen, wohl aber zu seinem alten angestammten Kaiserhause, dessen letztes Reis auf dem Kaiserthrone von Mandschukuo sitzt. Un- svmpathisch ist ihm die in Nanking regierende Par­tei, die Kuo min tang, deren Organe und Statt­halter es in all den Jahren nicht verstanden haben, sich ein Herz zu gewinnen. Süd- und Nord-Chinese unter cheiden sich physisch und seelisch wie Tag und Nacht; in ihrer Muttersprache können sie sich nicht v e r st ä n d i g e n. Als ich in Nanking lebte, hatte der Dizekönig zwei Dolmetscher, einen aus Kanton, den andern aus Tientsin gebürtig; beide unterhielten sich nur englisch mit einander. Alles zieht den Nordchinesen m die gleiche Rich­tung, nämlich in die Richtung der japanl- chen Wünsche, die in einer Abtrennung Nord- Chinas von dem übrigen China gipfeln.

DieUnabhängigkeitserklärung" ist der erste Schritt dazu. Um sie auch äußerlich ZU rechtfertigen, müssen zunächstZwischenfalle" geftiaffen werden. Bei der herrschenden Stimmung ist nichts leichter als das, wie man aus den A^^^^snach- richten der letzten Wochen leicht feftstellen kann. Nivvon Dempo", eine japanische Agentur meldete Inter bein 12 November, daß an verschiedenen L?N°rd-ChiE °ut°n°mMch° Bewegungen