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Landwehr angehörte, eine vierzehntägige Uebung bei dem alten Regiment und tat sich nicht wenig darauf zugute, daß man es noch allemal mit dem jungen aktiven Gemüse aufnahm. Gerade rüstete man, in die Landwehr II übergeführt und damit jeder unmittelbaren Dienstpflicht los und ledig zu werden, da kam der Krieg und der Reserve- und Landwehrmann bewies durch die Tat, daß seine militärische Lehrzeit nicht u m s o n st gewesen war.

Das Friedensdiktat hat den Reservemann aus deutschen Gauen verschwinden lassen. Der Frei­willige, der nach zwölfjähriger Dienstzeit aus der Reichswehr ausschied, mußte alle Bindungen mit der Wehrmacht lösen. Der Durchbruch des Führers zur Wehrfreiheit hat ihn uns wiedergeschenkt. Zum er st en Mal seit siebzehn Jahren traten jetzt Scharen junger Deutscher am Ende der zwölf oder achtzehn Monate, zu denen sie sich als die letzten Freiwilligen der alten Reichs­wehr verpflichtet hatten, aus den Kasernentoren in das bürgerliche Leben. Sie werden bis in das letzte Dorf die Kunde tragen von dem neuen Leben, das die Wehrmacht durchpulst. Sie wer-

Lebe wohl, du altes schönes Städtchen, Von dir ziehen wir sehr trauervoll..."

Anderen Tags ging man wieder hinter dem Pflug, stand wieder hinter dem Schraubstock. Die Dienstzeit versank. Aber sie leuchtete weiter durch das ganze Leben als Erinnerung an eine stolze Zeit, in der man zum Manne heranreifte, sich sei­ner Pflichten gegen Staat und Volk bewußt wurde. Ein-, zweimal im Jahre nahm die Erinnerung

wieder sichtbare Gestalt an, stand man einen Tag auf der Kontrolloersammlung wieder ein-, zweimal machte man

singen wird:

Und ruft das Vaterland uns wieder Als Reservist und Landwehrmann, So legen wir die Arbeit nieder Und folgen seinen Fahnen dann.

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den durch die eigene Haltung im Beruf und in der Volksgemeinschaft lebendige Zeugen werden, daß die Wehrmacht wieder zu dem geworden ist, was sie seit Jahrzehnten war und nach dem Willen des Führers bleiben soll: Die soldatische Er. ziehungsschule des Volkes.

Sie werden sich aber auch darüber klar sein, daß mit dem letzten Schritt aus der Kaserne ihr mili. tärisches Erleben noch nicht abgeschlossen ist, daß sie auf Grund des Wehrqesetzes vom 21. Mai 1935 bis zum 31. März des Kalenderjahres, in dem sie ihr 35. Lebensjahr vollenden, in der Reserve und von da ab bis aurn 31. März des auf die Voll­endung ihres 45. Lebensjahres folgenden Jahres i n l.. Landwehr zu verbleiben haben, daß die Hauptstärke jedes Volksheeres, um das Wort des Marschalls Foch zu gebrauchen,im Kriegsfall aus Zahl und Tüchtigkeit der Reserven beruht." Sie werden die Verpflichtung in ffch

Festigung und Erweiterung ihres soldatischen Wis- sens und Könnens, die Erhaltung ihrer körperlichen und geistigen Rüstigkeit Sorge zu tragen. Die Er­fahrungen des Auslandes gehen dahin, daß Re­serveübungen heute noch wichtiger sind als in der Vorkriegszeit. Wir sind gewiß, daß der deutsche Reservemann der Zukunft allen Anforderungen, die an ihn in Friedenszeiten gestellt werden, freudigen Herzens nachkommen wird, daß falls das Va­terland einmal in Not kommen sollte er gleich seinen Vätern und Großvätern in den Kriegen der Vergangenheit denken und handeln, daß er wie sie

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Die wenigen Tage, die nach der Rückkehr dem Manöver bis zur Entlassung noch blieben, waren mit Abgabe dbr Sachen, Ausstellen

denAlten", den Kompaniechef nachzuahmen, schonte mit gutmütigem Spott auch keinen der an­deren Vorgesetzten vom Spieß bis zum jüngsten Kapitulanten. Feierlich wurde der Löffel als Sinnbild des Kasernenlebens begraben und mit einem Parademarsch vor den gesamten Vorgesetzten und dem jüngeren Jahrgang der offizielle Teil ge­schlossen. Lange stand man dann noch um die lo­dernden Wachfeuer und sang die alten Reservisten­lieder, die nach Volksliedart zwischen Gefühlsüber­schwang und derbem Witz wechselten:

Eine Frau wird sich genommen, Kinder kommen kompanieweis an ..."

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Der Reservemann.

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Wenn die jungen Deutschen der Vorkriegszeit bei der Musterung ihres Jahrgangs für wehrtauglich befunden wurden, dann schmückten sie Hut und Jacke mit bunten Bändern und Blumen und zogen mit lärmender Fröhlichkeit durch Gassen und Fel­der. Zwei oder drei Jahre wurde ihnen die Kaserne Heimat. Oft stöhnten sie unter ihrem Zwang und ihrer Enge und sahen voll Sehnsucht nach dem Tage aus, der ihnen die Freiheit wiederbringen würde. Sie hingen an das Innere ihrer Schranktür den Reservekalender", der getreulich an jedem Tag verzeichnete, wieviele Tage ihn noch vom Ent­lassungstage trennten und dazu vermerkte, ob es an ihmBrot" oderGeld" gäbe. Sie grüßten sich, wenn sie die Stube betraten, alsalte Knochen" mit dem Spruch: Reserve hat noch 23, noch 17 Tage, dann ewige Ruh!"

Und doch schlich, je näher der Tag kam, ein leises Bangen durch ihr Herz. Sie wurden sich immer klarer bewußt, daß der Lebenskampf, der draußen ihrer wartete, härter sein würde als aller Schliff und Drill beimKommiß", und daß sie ihn be­stehen mußten ohne die leitende Hand fürsorgender Vorgesetzten und ohne die stützende Kameradschaft einer großen Schicksalsgemeinschaft. Sie feierten viel und nicht immer still Abschied. Am letzten Biwakstage hob es an. Mit gerollten Achsel­klappen und schieffitzenden Mützen sammelte sich der scheidende Jahrgang. Der Redegewandteste, mit Strohschärpe und Strohbandelier geschmückt, über­nahm von den Schultern des Strammsten das Kommando, wußte in Tonfall und Redewendung

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der Papiere ausgefüllt. Der Photograph bannte noch einmal den ganzen Jahrgang mit dem Offi­zier- und Unteroffizierkorps in der Mitte auf die Platte und stellte von jedem Einzelnen drei Kopf­bilder her, die sorglich in die Figuren des Bunt­druckes geklebt wurden, der je nach der Waffen­gattung den Musketier, Dragoner oder Kanonier dreimal im Dienst-, Ausgeh- und Paradeanzug am Geschütz oder auf feurigem Pferd zeigte und der den Ehrenplatz in der guten Stube erhalten sollte. Und dann kam die Stunde, wo es die Regi­mentsmusik voran schon im schlichten Rock des Bürgers, zum letzten Mal in Marsch­kolonne, den Pappkarton in der Linken, den Stock mit der Kompanietroddel in der Rechten, zum Bahnhof ging, Freunde und Freundinnen dräng­ten sich an den Zug. Der Schaffner pfiff, die Musik setzte mit demMuß i denn, muß i denn ..." ein, und aus allen Abteilen klang es brausend:

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