was Abessinien annehmen oder der Völkerbund billigen könne. Non den geplanten diplomatischen Besprechungen dürfe man nicht viel erwarten. Ein unmittelbarer Konflikt zwischen Italien und dem Völkerbund sei anscheinend unvermeidlich. Wenn Mussolini sich nicht mit vernünftigen Zugeständnissen abfinden wolle, dann müsse man sorgfältig und ohne Ueberstürzung überlegen, welche Schritte England gemeinsam mit allen anderen Mächten des Völkerbundes unternehmen solle. England habe wichtige Interessen in Abessinien, die ihm einen besonderen Anspruch darauf geben, sich zu äußern, und es habe ein noch größeres Interesse an der Erhaltung des Friedensapparates des Völkerbundes.
„Daily Telegraph" erklärt, weder Frankreich noch England sollten die Bemühungen um Erhaltung des Friedens aufgeben; wenn der Völkerbund das letzte Wort habe, dann werde dies Italiens Schuld sein. „M o r n i n g P o st" stellt fest, daß eine europäische Macht beabsichtige, Krieg als Werkzeug der Politik zu gebrauchen, und zieht daraus den Schluß, daß England mit der Wahrscheinlichkeit rechnen müsse, in der Zukunft einmal gegen seinen Willen in einen neuen und noch furchtbareren Krieg verwickelt zu werden. In dem liberalen „News C h r o n i c l e" heißt es, das einzig hoffnungsvolle Ergebnis des Pariser Zusammenbruches sei, daß er England und Frankreich einander bei der Verteidigung des Grundsatzes der kollektiven Sicherheit viel näher gebracht habe. „Daily Mail" erhebt Einspruch gegen jede Politik, die geeignet wäre, England und Italien zu veruneinigen.
Mussolini an die Division vom „28. Oktober".
Rom, 18. August. (DNB.) Mussolini richtete am Sonntag auf dem Flugplatz in B e n e v e n t bei Neapel eine Ansprache an die scheidenden Schwarzhemden der Division „28. Oktober", die nach dem Datum des Marsches auf Rom benannt ist. Mussolini führte aus: In dieser für Euch feierlichen und für die Nation entscheidenden Stunde sind Reden überflüssig. Schon Euer Name bedeutet das Kommando für Euch, Ihr werdet alle Hindernisse überwinden bis zu dem Ziel, das Euch gesteckt werden wird." Mussolini richtete hierbei die Frage an seine Schwarzhemden: „Wollt Ihr das?" Von allen Seiten scholl ihm hierauf ein brausendes „Si!" entgegen, worauf der Duce fort- srchr: „Das ganze italienische Volk nimmt von Herzen Anteil an diesem Euren mächtigen Bekräf- tigungsruf."
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Die Sonntagszeitung des halbamtlichen „Gior- n a l e d'J t a l i a" bringt einen Leitartikel Gaydas, in dem er alle englischen Lösungsvorschläge von vornherein als Kartenhäuser geschlossen a b l e h n t, da sie in keiner Weise den berechtigten Forderungen Italiens entsprächen. Mit großer Deutlichkeit spricht das Blatt aus, daß es heute nur noch ein Mittel gebe, um die abessinische Gefahr zu beseitigen: Seine mili- tärische Macht, die sich für alle bedrohlich herausgestellt habe, derart niederzuschlagen, daß sie nie mehr schaden könne. Dieses Mittel zeige Italien mit auffälliger Klarheit gegenüber den englischen Kartenhäusern durch seine Million Soldaten, die in Afrika und Europa konzentriert seien.
Die Kriegsvorbereitungen in Ostafrika schreiten fort.
London, 19. August (DNB. Funkspruch). Wie aus Port Said berichtet wird, war der italienische Schiffsverkehr durch den Suez- Kanal am Wochenende besonders lebhaft. Die südwärts gehenden Dampfer hatten Tanks und Panzerwagen, Lastautomobile und sonstige Kraftwagen jeder Art sowie Bier und Wein geladen; auch kam ein riesiger Schwimmkran durch. Die Ankunft eines Dampfers mit 2000 Soldaten an Bord gab Anlaß zu großen Freudenkundgebungen der italienischen Kolonie. Die nordwärts fahrenden Schiffe waren teils leer, teils hatten sie Kranke an Bord. In Bank- und Schifffahrtskreisen werden die bisher von der italienischen Regierung gezahlten Kanalgebühren auf 750 000 Pfund Sterling geschätzt.
In Hargeisa (Britisch-Somaliland) wird Montag eine Konferenz britischer Beamter ab- aehalten, um über die Maßnahmen Beschluß zu fassen, die im Falle des Ausbruchs eines italienifch- abefsinischen Krieges getroffen werden sollen.
Vittgottesdienst in Addis Abeba.
A d d i s A b e b a, 18. Aug. (DNB.) Unter außerordentlich großer Beteiligung der Bevölkerung fand am Sonntag auf Anordnung des Kaisers in der Hauptstadt ein feierlicher Bittgottesdienst für die Erhaltung des Friedens statt. Die kaiserliche Familie war anwesend. Unter den Be- suchern sah man auch den amerikanischen Geschäftsträger Endert. Nach Schluß des Gottesdienstes kam es zu großen Ovationen für die Amerikaner. Der amerikanische Geschäftsträger dankte in herzlichen Worten.
Gegenüber Vermutungen, daß die abessinischen Somalis angeblich gegen die Person des Kaisers seien, wurde dem DNB.-Vertreter erklärt, daß an einer treuen Gefolgschaft auch der Somalis im Falle eines Krieges nicht zu zweifeln sei. Die Somalis hätten eine besondere Abneigung gegen Italien. Während der letzten sechs Monate seien einige tausend Somalis, die von Italien angeworben worden seien, mit den ihnen ausgehändigten Waffen, mit Pferden und der gesamten Munition nach Abessinien zurückgekehrt, von der Absicht beseelt, gegen Italien zu kämpfen. Man jnüffe die Uebertritte von Eriträanern und Somalis innerhalb der letzten Monate auf etwa 10000 schätzen.
Gin Regiment Zuluneger dem Aegus angeboten.
Ladysmith (Natals, 17. Aug. (DNB.) Der Häuptling des Zulustammes der Amakulwa Walter Kumalo hat dem Kaiser von Abessinien für den Fall eines Krieges mit Italien ein ganzes Regiment Zuluneger zur Verfügung a e st e l l t, das gewillt sei, jeden Widerstand zu brechen. Kumalo hat während des Weltkrieges mit Eingeborenenkontingenten in Frankreich an der Front gestanden.
Oer Rationalsozialismus und die Kirchen
Alfred Rosenberg spricht auf einer Volkskundgebung des Eichsfelds.
Heiligenstadt, 18. Aug. (DNB.) Am Sonntag sprach hier Alfred Rosenberg auf dem Eichsseld. In dem sonst so ruhigen Städtchen waren 30 000 Menschen zusammengekommen, um die grundsätzlichen Ausführungen des Beauftragten für die gesamte weltanschauliche Erziehung der NSDAP, zu hören. Der Kundgebung wohnten u. a. der Gauleiter, Reichsstatthalter Sauckel und Ministerpräsident Marschler bei. Reichsleiter Alfred Rosenberg führte u. a. folgendes aus:
Nach dem Siege von 1933 hätten alle Nationalsozialisten den früheren Gegnern gegenüber ein ritterliches Gefühl empfunden. Der neue Staat hätte seine Bereitwilligkeit erklärt, einen Strich unter die Vergangenheit zu ziehen. Das fei aber mißverstanden worden. In zunehmendem Maße könne heute beobachtet werden, daß die Gegner von früher bemüht wären, die gemeinsame Front im geheimen erneut aufzurichten. Es sei bezeichnend, wenn neben den Juden und Bolschewisten die Zentrumsemigranten einen konzentrischen Kampf auch heute noch gegen Deutschland führten. Der Jesuitenpater Muckermann habe für die Kirche nicht nur das Recht, über Moral und Religion zu urteilen beansprucht, sondern erklärt, daß auch die Bestimmungen über die „Fundamente des Staates" der Beurteilung der Kirche unterworfen feien. Wie die Fundamente eines Staates aussähen, für den die Zentrumsprälaten kämpften, das hätten wir in der Tätigkeit des Matthias Erzberger wie im Wirken der Novemberrepublik 14 Jahre lang gesehen, die nichts unversucht gelassen habe, die wirkliche Grundlage eines deutschen Staates zu zerschlagen und für immer das Erwachen der deutschen Nation zu verhindern. Als Folge vieler furchtbaren Korruption der Zentrumsführerschaft er- Säben sich heute die Devisenprozesse der rden mit nahezu logischer Konsequenz. Erschütternd sei zu sehen, daß der Begriff „Deutschland" bei den Angeklagten überhaupt keine Rolle spiele. Von diesem Staatsnihilismus sei es nur ein Schritt zu der Behauptung Muckermanns, nicht die Devisen schiebenden Ordensschwestern und «brüber seien Auld, sondern die Gesetzgebung des Deutschen Reiches sei sittenwidrig!
Das sei die freche Leugnung der Berechtigung des deutschen Daseins überhaupt und so sei es uns Nationalsozialisten heute mehr als je klar gewor- den, daß die alten Kräfte des Zentrums politisch mit dem Weltbolschewismus in einer Front ständen und es bedürfe gar nicht der Aufforderung aus Moskau, daß sich katholische Jugendverbände mit Rotfront zu vereinigen hätten, um, wenn auch mit verschiedenen Zielen, die Gemeinsamkeit dieser gegen Deutschland gerichteten Tätigkeit nachzuweisen. „Wenn wir dieses feststellen, so sprechen wir doch die Hoffnung aus, daß die irregeführten unter unseren Gegnern doch noch den Weg zurück zur deutschen Nation finden."
Mit dem Siege über die Novemberrepublik haben wir einen entscheidenden Schlag gegen die internationale bolschwestische Unterwelt geführt. Mr haben damit nicht nur das deutsche Volk aus einer tödlichen Umklammerung gerettet, sondern die Kultur ganz Europas vor dem Verderben bewahrt. Wer heute gegen Deutschland kämpft, kämpft für den
Weltbolschewismus. Ich glaube, daß es an der Zeit wäre, zu überlegen, ob es im Interesse der geschichtlichen Wahrheit nicht notwendig erscheint, ein Untersuchungsgericht zu berufen, das aktenmäßig die von uns allen erlebte Zusammenarbeit zwischen Zentrum und Marxismus im Jahre 1918 feststellt und die Tätigkeit der Zentrumsführer in der Separatistenzeit näher aufzeigt.
Weiter ging Reichsleiter Rosenberg auf das Prinzip der Gewissensfreiheit ein und erklärte, daß nach wie vor die NSDAP, als Bewegung nicht an einem religiösen dogmatischen Kampf teilzunehmen gedenke, daß sie jede echte religiöse Ueberzeugung programmatisch achte, deshalb in dieser Frage aber nicht der einen oder anderen Konfession ein Monopol Hubilligen könne. „Was die nationalsozialistische Bewegung fordert, ist nur das seelische Selbstbestimmungsrecht eines jeden Deutschen. Das ist zu sichern gegen alle Angriffe. Die Aufgabe des Nationalsozialismus ist aber vor allen Dingen, die Lebensgrundlagen der gesamten Nation zu erkennen und diese zu festigen, auszubauen und für alle Zeiten zu schützen. Wenn von der gegnerischen Seite erklärt wurde, daß die Gewissensnöte zum Widerspruch zwängen, so glauben wir ihnen nicht!" Denn diese Gewissensnöte hätten die Konfessionen von 1918 bis 1933 haben müssen, wenn sie echt gewesen wären. Sie hätten aber alle kirchenfeindlichen Kräfte, weil sie sich fürchteten, geduldet, ja sie hätten mit ihnen die innigste Koalition gegen die deutsche Wiedergeburt geschlossen. Der Nationalsozialismus habe den Kommunismus vertrieben, die Gottlosenoerbände aufgelöst, die Freimaurerei für immer ausgeschaltet, er habe also das vollbracht, was alle Kirchen und kirchlichen Parteien zusammengenommen nirgends zustande gebracht hätten.
Reichsleiter Rosenberg ging dann auf den Schutz des gesunden Blutes ein und erklärte, wenn die Natur auch nach kirchlicher Lehre von Gott geschaffen sei, so sei es eben Pflicht, diese gesunde starke Natur auch in uns Menschen zu schirmen. Wenn die Menschen durch die Errichtung der Weltstädte eine ungesunde Gegenauslese verursacht hätten, bann fei es heute ihre Pflicht, diese Schäden wieder gut zu machen. In der Erhaltung des Gesetzes zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses gebe es keine Kompromisse, und die alten Mächte würden sich damit abfinden müssen. Sie hätten einst den großen Albertus Magnus auf den Index gefetzt, später aber heilig gesprochen — und so würden sie auch dieses Gesetz einmal anerkennen, lieber die Proteste der Vergangenheit wird unser Jahrhundert zur Sicherung der Lebensgrundlagen des deutschen Volkes zur Tagesordnung übergehen. Wir sagen das aber alles nicht, um einen Kampf zu entfesseln, sondern nur, um nach der Feststellung der Unerschütterlichkeit unserer Anschauung allen Gutwilligen nach wie vor die Hand zu reichen. Sie werden einmal erkennen müssen, daß auch sie als ehemalige Gegner mit ihren Nachkommen die Vorteile aus dieser nationalsozialistischen Haltung ziehen müssen. Die Wiedergeburt des deutschen Volkes einzuleiten, das ist die Aufgabe unserer großen Epoche, die einmal Ernst Moritz Arndt verkündete: Ein Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit.
Der Austakt zum Internationalen Straf, rechtskongreß in Berlin.
Empfang im Verliner Schloß.
Der Reichsjustizminister begrüßt die fremden Gäste.
Berlin, 18. Aug. (DNB.) Einen einzigarttgen Auftakt erhiell Sonntagabend der 11. Internationale Strafrechts- und Gefängniskongreß, der ab Montag in Berlin tagt. Der preußische Ministerpräsident, General der Flieger, Göring und Reichsminister Rust hatten der Kongreßleitung die Empfangsräume des B e r l i n e r S ch l o f s e s zur Verfügung gestellt, in denen im Auftrage des Führers und Reichskanzlers und der Reichsregierung Reichs- justizminister Dr. Gürtner die Teilnehmer des Kongresses und zahlreiche Ehrengäste empfing. Neben den vielen Juristen der 54 auf diesem Kongreß vertretenen Staaten sah man auch zahlreiche Mitglieder des diplomatischen Korvs, so u. a. die Botschafter von Frankreich und Polen, fast sämtliche in Berlin beglaubigten Gesandten und Geschäftsträger. Ferner waren erschienen die Reichs- Minister Dr. Gürtner und D r. Frank, die Staatssekretäre Dr. Freister, Dr. Schlegel- b e r g e r , v. Bülow, Koenigs und Milch, der stellvertretende Reichspressechef Ministerialrat I a h n ck e, der Präsident der Internationalen Strafrechts- und Gefängniskommission, R e i ch s g e - richtspräsident Dr. Bumke, der Generalsekretär der Kommission, der holländische Professor Dr. Simon von der A a, der Ehrenpräsident der Kommission, Sir Evelyn Ruggles-Brise, der Vizepräsident der Kommission, Lord Pol- warth, Oberreichsanwalt Dr. Werner, der Direktor der Akademie für deutsches Recht, Dr. Lasch, Kammergerichtspräsident Staatssekretär Hölscher, Generalstaatsanwalt Dr. Jung, sowie fast sämtliche Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte.
Führer zu neuer Rechtskultur.
Die Aufgabe des Nationalsozialismus auf dem Kongreß.
Berlin, 18.Aug. (DNB.) Die Reichsfüh- rung des Bundes nationalsozialisti. scher deutscher Juristen hatt am Sonntag- vormittag die Teilnehmer an dem Kongreß, s o - weit sie Mitglieder des Bundes sind, zusammenberufen. Der Reichsjuristenführer, Reichs- niinister Dr. Frank, umriß die Aufgaben, die insbesondere den nattonalsozialisttschen Rechtswah. rern auf dem Kongreß gestellt sind. Sie seien die Repräsentanten eines im tiefsten Sinne wieder f r e i g e m o r b e n e n Volkes, sie seien unabhängig von irgenbwelchen Kompromißnotwendigkeiten und müßten ihren Stolz darin erblicken, die nattonalsozialisttsche Jdeenfreiheit auf dem Gebiet der Strafrechtspolitik so einbeutig, nachdrücklich und schöpferisch klar zum Ausdruck zu bringen, daß sie damit einen Teil des Gesamtwertes des Führers erfüllten. Die deutschen Vertreter würden unter der Devise „Rettung der Geisteskultur der Welt vor dem landesbedrohenden
internationalen Judentum und Bolschewismus" kämpfen. Der nationalsozialisttfche Strafrechtspoli- tiker fei Repräsentant der Antiverbrecherfront der Welt gegenüber solchen Staatssystemen, die sich auf die Seite des gemeinen Verbrechers gestellt hätten, wie es der Kongreß der Kommunistischen Internationale gezeigt habe. Die nationalsozialistische Regierung fei entschlossen, s i ch auf keinerlei internationale Verhandlungen über bie Grunbsätze unserer Strafrechtspolitik einzulassen, sie könne in gar keiner Beziehung über Grundsätze in Bezug auf vorbeugende Maßnahmen, die mit der Eugenik Zusammenhängen, über Verschärfung des Strafvollzugs und Sicherungsverwahrung paktieren, denn hier gehe es nicht um Rechtsanschauung, sondern um die Erkenntnisse der unmittelbaren ße b e n s » notmenbigfeiten eines bis ins tiefste hinein getroffenen Dolkskörpers. Der Nationalsozialismus wolle nicht zum Ausbau einer Organisation beitragen, in ber Kompromisse geschlossen würben, fonbern wolle Führer sein in eine ganz neue Rechtskultur hinein.
Reichsmimster Frank ruft zur Bildung der Antt- verbrechersronk aus.
Berlin, 18. August. (DNB.) Aus Anlaß bes Zusammentritts des XI. Internationalen Strafrechts- und Gefängniskongresses hielt Reichs- Minister Dr. Frank namens der NSDAP, eine Begrüßungsansprache, in der er die Abordnungen des Auslandes auf das herzlichste willkommen hieß. Reichsminister Dr. Frank, der als R e i ch s l e i t e r des Reichsrechtsamtes der NSDAP, die maßgebende Führung der Rechtspolitik des Reiches hat, wies darauf hin, daß gerade auf dem Gebiete des Strafrechts- und Ge- fangniswefens, des Strafprozesses und der Strafvollstreckung in Deutschland unter nationalsozialistischer Staatsführung Außerordentliches an Neuerungen geschaffen worden sei. Wie der Nationalsozialismus in den Ausgangspunkten in den Mittelpunkt und in den Zielbereich des Gesamtwirkens ausschließlich das Volk als Leitbegriff gestellt habe, so sei auch die Strafrechts- und Gefängnispolitik eine Angelegenheit des Gefamtvolkes. Der nationalsozialistische Jurist ist in diesem Sinn ein fanatischer Verfechter des Vergeltungsprinzips, ja des Abschreckungsprinzips. Denn das Volk als wertvollster Bestandteil unseres staatlichen Daseins verdient diesen äußersten Schutz mit allen Mitteln. Die nationalsozialistische Regierung rechnet es sich mit Stolz an, daß dank ihrer Maßnahmen es geglückt ist, die Kriminalität in Deutschland im Vergleich zu den früheren Jahren anders gearteter Regierungen wesentlich herabzuschrauben. Wir haben Zeiten gehabt in Deutschland, wo Tag um Tag die Toten auf den Straßen lagen; wir haben Zetten erlebtr
wo der Mord geradezu öffentlich propagiert wurdH Wir haben Zeiten erlebt, da im Solde Moskaus stehende Apostel erklärten: Schlagt den National sozialisten, tötet den Nationalsozialisten, wo ihr ihn trefft. Aus dieser Kampfstimmung allein heraus können Sie, meine Herren, die Härte und dis Entschiedenheit des n a t i o n a l s o z l a. listischen Regimes gegenüberden Der« derberdervolkischen Gemeinschaft oer, stehen und ebenso, daß wir auf dem Gebiete des vorbeugenden und sichernden Maßnahmen ganz revolutionäre Schritte gegangen find. Aufbauens auf dem Urgrund der gesunden Rasse haben wir den Begriff des Dolksangehörigen als blutmäßigeq Bestandteil einer Gemeinschaft erfaßt. So kommt es, daß unsere eugenische Gesetzgebung die Ausscheidung der Minderwertigen, für dis Fortpflanzung nicht berufenen Elemente aus die« fern Fortpflanzungsprozeß mit aller Entschieden« heit im Wege der Sterilisation betreibt ,
Der Appell, den ich an Sie, meine Herren, dis Sie hier aus der ganzen Welt in Deutschland zu» fammenfommen, richte, ist: dienen Sie dies fern Recht ber gesunben Kulturvölker ber Erbe gegenüber ben bewußten Verderbern unserer Gemeinschaft! Das nationalsozialistische Deutfchlanb reicht Ihnen in vollem Bewußtsein seiner Friebensmission bie Hand. Wollen wir gemeinschaftlich eine Antioerbrecherfront bilden und wollen wir aus dem Bewußtsein, baß bie Jahrtausenbe alten Kulturwerte unserer Völker in Gefahr find, uns nicht scheuer, bas Strafrecht zum wesentlichen Schutzinstrument unserer Kultur gegenüber ben Niedergangsverderbern biefer Zeit aufrichten.
Rote -Kreuz -Auszeichnung für Dr.BumckeundprofSimon van derAa.
Berlin, 18. Aug. Jrn Auftrag bes Füh - rersunb Reichskanzlers überreichte Reichs« justizminister Dr. Gürtner bem Präsibenten bet Internationalen Gefängnis- unb Strafrechtskommis« sion Reichsgerichtspräsibenten Dr. B u m k e unb bem Generalsekretär ber Kommission, bem hollänbischen Professor Dr. Simon vanberAa ben Stern des Ehrenzeichens bes Roten Kreuzes.
Auflösung aller Freimaurerlogen.
Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern Dr. Frick hat die Landesregierungen sowie den Reichskommissar für die Rückgliederung des Saarlandes angewiesen, sämtliche Freimaurerlogen, die sich nochnicht selbst aufgelöst haben, auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (RGBl. I S. 83) auszulösen. Lr hak ferner auf Grund des Gesetzes über die Einziehung von Volks - und siaatsfeindlichemver- mögen vom 14. Juli 1933 (RGBl. I S. 479) festgestellt, daß das Vermögen solcher Freimaurerlogen zu volks- und staatsfeindlichen Bestrebungen gebrauchtundbe stimmt war, und hat die Landesregierungen angewiesen, diese Vermögen zu beschlagnahmen und einzuziehen.
Verbot der „pommerfchen Tagespost'-
Stettin, 17. Aug. (DNB.) Die Dienststelle Pommern des Reichsministeriums für Volksauf» klärung unb Propaganba teilt mit, baß auf Er« such en des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda die in Köslin erscheinende Tageszeitung „Pommersche Tagespost" auf drei Monate verboten worden ist. Entgegen der vom Reichsministerium auf- gestellten Forderung, daß es nur eine Aufgabe für die Tageszeitungen gebe, nämlich ihren gesamten Inhalt aus nationalsozialisti- I ch e m Geiste heraus zu gestalten unb sie zum Träger ber nationalsozialistischen Weltanschauung zu machen, haben Verlag unb Schristleitung ber „Pommerschen Tagespost" gezeigt, daß sie nicht gewillt sind, diese Aufgabe zu erfüllen. Die „Pommersche Tagespost" hat schon wiederholt Anlaß zu Beanstandungen gegeben. Ein Verbot war daher im Interesse der Erzielung einer einheitlichen Linie der Betätigung der deutschen Presse erforderlich.
Auflösung der Synode des Bischofs Zänker.
Berlin, 17. Aug. (DNB.) Unter Führung des Bischofs Zänker ist die Bekenntnisfront an Schlesien dazu übergegangen, an die Stelle der amtlichen schlesischen Prooinzialsynode eine eigene, unter Ausschaltung anderer kirchlicher Gruppen gebildete Synode einzusetzen und sie für die amtliche zu erklären. Gegen die ausdrückliche Warnung ber Staatsbehörbe würbe ein „Prä« f e s" gewählt unb würben „amtlich e" Kundgeb ungen an die Kirchengemeinden erlassen. Während sich sonst überall die „Bekenntnissynoden" von amtlichen Synoden deutlich unterscheiden, wurde hier der Versuch gemacht, unter Irreführung der Öffentlichkeit die „Bekenntnissynode", also die Synode einer kirchlichen Gruppe, für die amtliche Synode auszugeben. Die Synode des Bischofs Zänker ist daher im Interesse der öffentlichen Ordnung aufgelöst worden. ,
Sühne für den feigen Ueberfall auf Krefelder Hitler-Jungen.
Düsseldorf, 17. August. (DNB.) Wie sei. nerzeit gemeldet, wurden am Sonntag, 4. August, in den Abendstunden in Krefeld-Böckum 15 Hitler-Jungen von einem Dutzend junger Burschen angepöbelt und angegriffen. Der (Befolg- sch aftss (ihrer wurde durch einen Fußtritt in ben Unterleib unb burch einen Schlag mit einem harten (Begenftanb auf den Kopf derart verletzt, baß er ins Krankenhaus gebracht werben muhte. Ein 1 4jähriger Junge würbe vom Fahrrad geriffen unb geschlagen. Die übrigen würben mit Steinen beworfen. Nach dieser „Hel» bentat" suchten bie Flegel bas Weite unb konnten zunächst unerkannt entkommen. Drei Tage später würben acht Täter ermittelt, von denen sieben Mitglieder einer katholischen Jungenschaft waren.
Heute wurden die Beschuldigten dem Sondergericht in Düsseldorf vorgeführt. Es handelt sich um einen holländischen Staatsangehörigen und sieben Burschen aus Krefeld-Bockum. Nur einet gehörte ber genannten Jungenschaft nicht an. Dis Angeklagten würben wegen gefährlicher Körperverletzung zu zehn bis fünf Monaten Gefängnis Der urteilt


