Einzelbild herunterladen

Wir sitzen alle in einem Boot!"

Vertrauen und Gparwitte die Grundlagen des deutschen Wiederaufstiegs. Reichsbankpräsident Or. Schacht auf der Königsberger Ostmeffe.

Königsberg, 18. Aug. (DNB.) Die 23. Deut­sche Ostmesse wurde in der Stadthalle Königsberg am Sonntagvormittag feierlich eröffnet. Im Mit­telpunkt der Eröffnungsfeier stand eine Rede des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht, der nach Uebermittlung der ihm aufgetragenen Grüße des Führers, der Reichsregierung und des Mini- sterpräsidenen Göring und nach einem Dankeswort an den Oberpräsidenten der Provinz Ostpreußen seiner Genugtuung Ausdruck gab über die große Beteiligung des Auslandes. In einer Zeit, in der man sich in manchen Auslandskreisen darin gefällt, jede in Deutschland eingeworfene Fensterscheibe zu einer Kulturschande zu stempeln, ohne zu bedenken, daß diese Kreise selbst mehr Fensterschei­ben ein geworfen haben, als jemals die poli­tischen Leiter der Welt mit ihren Friedensbemü­hungen bezahlen können. In einer solchen Zeit lege ich Wert darauf, namens der Regierung festzustel- len, daß wir den lebhafte st en Wunsch haben, mit allen Völkern und Ländern der Welt friedlichen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zu treiben. In einer Zeit, wo Kredit und Vertrauen fast aus der Welt verschwunden sind, wollen wir zum Ausdruck bringen, daß Selbstachtung die Achtung anderer bedingt, daß Behauptung niederer Eigenart nicht die Herabsetzung der Eigenart an­derer bedeutet, daß die Anerkennung frem­der Leistung unsere eigene Leistung nur herauf setzen kann, und daß ein wirt­schaftlicher Konkurrenzkampf auf die Dauer nur durch vorbildliche Leistung, nicht aber durch Methoden der Gewalt oder der Verschlagenheit gewonnen werden kann.

Reichsbankpräsidenl Dr. Schacht wandte sich sodann gegen die Leute, die die Phrase an die Stelle der praktischen Arbeit setzten und erklärte: Meine deutschen Volks­genossen, über den Ernst unserer deutschen Aufgabe mit billigen Redensarten Hinwegzu­gleiten, hat nicht nur keinen Sinn, sondern ist verdammt gefährlich. Die ganze Welt rings um uns herum befindet sich in Rot, Sorgen und Schwierigkeiten, und es wäre geradezu lächerlich anzunehmen, daß wir davon eine Ausnahme machten. Im Gegenteil, unsere Aufgabe ist noch wesentlich schwieri­ger als die des Auslandes. Deutschland, das den größten Krieg aller Zeiten mit ungeheue­rem Aufwand an Vlut und materiellen Opfern verloren hat, aus dem nach dem Kriege durch das törichste Friedensdiklat aller Zeiten Tri­bute bis zum Weißbluten erpreßt wurden, das in der Inflation um die letzten Ersparnisse feiner fleißigsten Arbeiter betrogen wurde, und dem schließlich die nun schon sechs Jahre dauernde Weltwirtschaftskrise die schlimmsten Wunden schlug, Deutschland, dieses vielgeprüfte Land, reißt sich zu einer riesenhaf­ten Anspannung seiner ihm ver­bliebenen Kräfte empor, um die politische Freiheit der Ration zu­rückzugewinnen. Es tut dies, weil ihm ein Führer erstanden ist, der in Millionen die Uebeuzeugung hineinhämmert, daß kein Volk feine materielle Sicherheit ohne diese po­litische Freiheit gewinnen und bewahren kann. Mit grenzenlosem Mut, mit staatsmännischer Kühnheit und mit unbeirrbarem Verantwortungs­gefühl vor der Geschichte hat Adolf Hitler das deutsche Volk zu dieser neuen, schier unmöglichen Anstrengung aufgerufen; und das für unmöglich gehaltene ist E r e i g n i s g e w o r d e n. Ein in zwei Jahrzehnten der Not erschöpftes Volk schüt­telt unter seinem Führer die läh mende Schwäche ab, erhebt sich inmitten einer ihm nicht wohlgesinnten Welt, ehemaliger Kriegsgegner zu neuer Wehrhaftigkeit und gewinnt seine nationale Ehre und Freiheit vor aller Welt zurück, um sich für alle Zukunft ferne materiellen und kulturellen Grundlagen wieder zu sichern. Von dieser geschichtlichen Aufgabe ist die gesamte Staatspolitik beherrscht; alle Zweige dieser Staatspolitik, zu denen in erster Linie die Fi­nanz- und Wirtschaftspolitik gehört, sind auf dieses eine Ziel ausgerichtet. Wer in diese Wirtschafts, und Finanzpolitik unbefugt und störend eingreift, ist ein Schädling. Die Politik unseres Führers kann nur gelingen, wenn das Volk in einmütiger Geschlossenheit, in einer einzigen Willenskonzentra­tion sich dahinterstellt. Genau wie der Soldat in der Wehrmacht seine Pflicht tut, so muß jeder Volksgenosse auch in der Wirtschaft das Gefühl haben, daß er im Dienst des Ganzen steht. Der Wehrpflicht und dem Wehrwillen entspricht die Wirtschaftspflicht und der Wirtschaftswille. Dr. Schacht warnte die 10 v. H. der Unbelehr­baren, die bewußten Opponenten und Saboteure, an deren Adresse der Führer jüngst sehr deutliche Worte gerichtet haben. Er emp­fahl, nicht eigene Schritte zu unternehmen und führte dazu aus: Für Geheimbünde, auch wenn sie harmlos sind, ist k e i n P l a tz im Dritten Reich. Die Pfarrer und Kapläne sollen Seelsorge treiben und keine Politik machen. Die I u d e n müssen sich damit abfinden, daß ihr Einfluß bei uns ein für allemal vorbei ist. Wir wünschen unser Volk und unsere Kultur rein unb eigen zu erhalten, wie es die Juden seit dem Propheten Esra für ihr Volk als For­derung jeder Zeit aufgestellt haben.

Aber die Lösung aller dieser Aufgaben muß unter staatlicher Führung geschehen und kann nicht ungeregelten Linzel- a k t i o n e n überlassen bleiben, die eine schwere Beunruhigung der wirtschaft be­bauten und die deshalb auch immer wieder von den staatlichen wie von den Parteiorganen verboten worden sind. Er werde diejenigen, die disziplinlos handelten, dafür verant­wortlich machen, wenn die finanz- und wirtschaftspolitische Durchführung der vom Führer gestellten Aufgabe unmöglich gemacht werde. Da unsere wirtschaft auf das engste mit derjenigen des Auslandes verflochten ist, so kann es keinem von uns gleichgültig sein, welche

F o l g e n die erwähnten Störungen für uns im In- und Auslande haben. Es ist für die Füh­rung unserer Wirtschaftspolitik unerläßlich, daß das Vertrauen in Deutschland als einem Rechtsstaat unerschüttert bleibt.

Riemand in Deutschland ist rechtlos.

Ohne gegenseitiges Vertrauen der Wirtschaften zueinander ist keine Wirtschaftspolitik zu führen. Daß dieses Vertrauen in der ganzen Welt heute so gering ist, ist einer der Hauptgründe für die lange Dauer der Wirtschaftskrisis. In einem Punkte timme ich zunäckt mit meinen ausländischen Kri­tikern überein, nämlich, daß die auswärtige Schuld, die wir haben, eine schwere Bela- t u n g für uns ist. Die Mißachtung despri- Daten Eigentums, die unsere Feinde im Kriege unb m den Friebensbiktaten gezeigt haben, hat leiber Schule gemacht. Das, was bie feinblichen Regierungen auf biesem Gebiete gesündigt haben, bürfen wir mit vollem Recht als bie größte Barbarei ber Weltgeschichte bezeichnen. Diese planmäßige unb überlegte Barbarei ist in ber Tat weit schlimmer als amerikanische Lynchjustiz ober Einzelentgleisungen, bie auch anderswo Vorkommen. !lls Deutscher habe ich nicht ben Wunsch, eine solche Barbarei nachzuahmen. Ich bebauere es auf

Sehr maßgebliche unb sachverständige Leute im In- unb Auslände zerbrechen sich den Kopf darüber, woher denn eigentlich das Gelb für die Ar­beitsbeschaffung kommen soll. Ich kann diese Frage, die mich selbst tätlich beschäftigt, nicht verübeln, aber ich kann versichern, daß weder Hexerei noch Trick dabei ist. Das Geheimnis beruht lediglich auf der einheitlichen unb t raffen Zusammenfassung der ge­samten Finanz- unb Wirtschaftspoli­tik, wie sie nur ein autoritäres Staats- genüge ermöglicht. Mit einem demokratischen Parlament würbe die Ausgabe nicht zu lösen sein. Tatsache ist, baß bie Steuereinnahmen sich mit dem Fortschreiten ber wirtschaftlichen Beschäfti­gung erheblich gebessert haben. Die Flüf sigkeit des Gelb Marktes hat es dem Reich gestattet, in beträchtlichem Umfange unverzinsliche unb verzinsliche Schatzanweisungen zu be­geben. Die R e i ch s b a n k konnte, so weit es wäh­rungspolitisch vertretbar war, Hilfestellung leisten, weil bie Privatwirtschaft im sinkenden Ausmaß an sie herantrat. Die Auflockerung der Debitoren infolge gewinnbringenderer Beschäftigung hat es ermöglicht, Teile der für bie Arbeitsbeschaf­fung erforderlichen Kredite auch auf diepriva- ten Stellen des Bankgewerbes umzu­legen. Das Gelb, das durch bie öffentlichen Auf­trage in ben Wirtschaftsprozeß hineingegeben wor­den ist, wird also von der Wirtschaft selbst wieder dem Reich für seine großen Aufgaben zur Verfügung aestellt. Die sehr geringe Aus- weitung des Geldumlaufes und die etwas größere Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ist eine natürliche Folge ber erhöhten Umsatztätigkeit in ber Wirtschaft.

Dir haben also zu Lasten der kurzfristigen Gelder Vorgriffe auf eine spätere Dauerfinan­zierung gemacht. Diese spätere Konsoli­dierung ist selbstverständlich eine wichtige und unerläßliche Ausgabe, und ich stehe nicht an zu erklären, daß die Hauptschwierig­keit noch vor uns liegt. Es darf niemand vergessen, daß es dem Arbeitsbeschaffungspro­gramm der Regierung und insbesondere der Wehrhaftmachung zu danken ist, daß wir das große Heer der Arbeitslosen nahezu beseitigt haben. Die Summen, die hierfür erfor­derlich sind, sind, an normalen Wahstäben gemes­sen, unerhört groß, und sie müssen einmal auf Leistungen und Ersparnissen des Volkes fundiert werden. Immer und immer wieder müssen wir dem deutschen Volke sagen, daß wir nicht im Schlaraffenland leben. Die Gröhe der Summen, die für die Arbeits­beschaffung ausgegeben werden, könnte an die­ser ober jener Stelle leicht zu der Ansicht ver­leiten, daß es auf ein paar Willionen mehr oder weniger nicht ankommt. In einer Zeit, die es uns verbietet, an eine Verbesserung der Löhne heranzugehen, ist jeder unnötig ausgegebene Pfennig eine Er­schwerung der Gesamtlage, und es kann nicht genug an das Verantwortungsge­fühl aller geldausgebenden Stellen appelliert werden. Denn wir bei der bisherigen Finan­zierung der Arbeitsbeschaffung den Weg über den kurzfristigen Geldmarkt gewählt haben, so ist das keine leichtsinnige Finanzge­barung, sondern eine wohl überlegte Heber- gangsmahnahme bis zu dem Tage, wo sich ausreichende Sparkapitalien für eine langfristige Konsolidie­rung angefammelt haben. Die Sparkraft un­seres Volkes ist es, der wir letzten Endes diese Konsolidierung anvertrauen müssen. Spar­kraft wird sich aber nur zeigen, wenn Sparwille vorhanden ist; und ich hoffe, daß die vielen Geldtheoretiker, die immer wieder Kunststücke präsentieren möchten, aus meinen Ausführungen erkennen werden, welches Unheil sie anrichten, wenn sie immer wieder allerhand Geldabwer- tungspläne und dergleichen propagieren. Der meinen Ausführungen gefolgt ist, der wird erkennen, daß die finanzielle Durchfüh- rung der großen Aufgabe des Führers steht und fällt mit dem Vertrauen In die S.icherheit und Beständigkeit der Schuldverschreibungen des Rei­ches und feiner Betriebe. Es wäre geradezu Selbstmord und würde die Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms und der Dehr- haftmachung unmöglich machen, wenn die

bas äußerste, daß Deutschlanb zur Zeit nicht in ber Lage ist, ben Verpflichtungen an bas Auslanb infolge ber Transferfchwierigkei- ten in vollem Umfange nachzukommen, aber ich werde nicht aufhören, alle Bemühungen daran zu fetzten, soweit es irgenb möglich ist, bie nun einmal bestehenden Forderungen zu befriedigen.

Ausländische Kritiker verbreiten gern die Mei­nung, daß Deutschland nicht imstande sein werde, die ausländischen Rohstoffe, die es braucht, herbeizuschaffen. Ls ist jetzt genau ein Jahr her, daß ich mit Billigung des Führers es zum Grundsatz der deutschen Han­delspolitik erklärt habe, nicht mehr kaufen zu wollen, als was wir bezahlen kön­nen, und in erster Linie das kaufen zu wollen, was wir nötig haben, und erst in zweiter Linie, was für uns entbehrlich ober Überflüssig ist. Ls ist richtig, daß sich seitdem unsere Handelsbeziehungen sehr erheblich ver­schoben haben, aber gerade das hat für eine Reihe von Ländern ganz neue Möglich­keiten des Absatzes auf den deut­schen Märkten geschaffen.

Reichsregierung die Interessen der Sparer ver­letzen würde. Die Arbeitsbeschaffung wird au» ben ersparten Ueberschüsseu der Wirtschaft und Arbeit finanziert werden, niemals darf und kann die» auf Kosten der Währung geschehen. Riemals dürfen und können sich aber auch Wirtschaft und Arbeit dieser Aufgabe entziehen.

Don Zeit zu Zeit taucht bei gewissen Leuten immer wieder einmal bie sogenannte Sachwert» Psychose auf, b. h. ber Versuch, sich burch Kauf von Sachwerten, Aktien unb sonstigen Sachwert­anteilen einer vermeintlichen Entwertungsgefahr zu entziehen. Meine beutschen Volksgenossen, ber Herr Neichsfinanzminister unb ich, wir haben, glaube ich, bereits burch unsere bisherigen Maßnahmen gezeigt, baß wir solchen Schlaumeiern beizukommen wissen. Ich betone hier: Wir sitzen alle in einem Boot, unb es wirb niemanben Gelegenheit ge­geben, auszusteigen. Es gibt nur eins: Vertrauen in bie Seetüchtigkeit bieses Bootes unb in bie Führung des Kapitäns, der dem deutschen Reichsschiff befiehlt. Dieser Kapitän aber hat am 21. März 1934 jene Rebe über bie beutsche Svarkapitalbilbung gehalten, bei der er die Worte sprach:Wir werden die

Die Jones ermordet wurde.

Die Ermordung des britischen Journalisten Gareth Jones durch chinesische Banditen wird durch die Provinzialregierung von Tschachar bestätigt. Die bri­tische Botschaft hat bereits scharfen P r o t e st bei der Nanking-Regierung angekündigt. Der Führer eines Salztransportes hatte südlich von Paotschan- ahsien einen Polizisten getroffen, ber berichtete, die Leiche eines Auslänbers mit brei Schuß­wunden gefunden zu haben. Ein Genbarmeriekom- mando stieß auf bie Banditen» unb verfolgte fite, wobei bie Banditen fünf Tote zurückließen. Nach Aussagen eines schwerverwundeten Gefangenen sei Jones von ben Anstrengungen ber langen scharfen Ritte burch bas Gebirge bei schlechter Nahrung so erschöpft gewesen, baß er schließlich bie Wie» derbe st eigung des Pferdes verwei» g e r t e. Um auf der Flucht nicht weiter behindert zu werben, erschossen daraufhin bie Banbiten Jo­nes. Die Provinzialbehörben hatten die größten An­strengungen unternommen, um Jones zu befreien. Der tapfere Gendarmeriewachtmeister Chang Puenchi, der ben DNB.-Vertreter Dr. Müller befreite, würbe bei seinem zweiten Besuch im Lager ber Banbiten halb totgeschlagen. Ein anberer Unter« Händler befinbet sich heute noch in ihrer Gefangen­schaft, wenn er nicht auch inzwischen getötet wor­ben ist.

Erwerbsloser gewinnt einen Fernsehempfänger.

Auf ber Berliner Funkausstellung kann jeher Be­sucher bei Erwerb eines Loses für nur 50 Pfennig einen Fernsehempfänger gewinnen. Wir zu erwarten war, finben bie Lose bieser Lotterie des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer rei­ßenden Absatz, weil ber Kauf eines Fernsehempfän­gers heute für bie meisten Volksgenossen angesichts bes immer noch sehr hohen Preises bieses modern- sten Rundfunkgerätes nicht in Frage kommt. Der erste Fernsehempfänger ist jetzt von einem er» werbslosen Berliner Volksgenossen gewonnen worden. Da dem Erwerbslosen im Hinblick auf seine materielle Bedürftigkeit mit dem Gegenwert bes Fernsehempfängers in Bargelb mehr gebient ist, hat er wunschgemäß ben Gelbeswert bes gewon­nenen Fernsehgerätes erhalten.

Vadeverbote für Fremdrafsige in England.

WieDailv Telegraph" berichtet, weigert sich die englische Südbahn, farbigen Personen bie besonderen Fahrscheine zu verkaufen, bie eine Reife nach Drpington und bie Benutzung bes dortigen Schwimmbades ermöglichen. Ein Beamter der Eisenbahngefellschaft erklärte einem Vertreter bes Blattes, baß bie Gesellschaft bem Ersuchen bes Schwimmbabbesitzers entsprechenb handele, mit dem sie eine Abmachung hinsichtlich ber Ausgabe ber Sonderfahrscheine getroffen habe. Der Direktor bes Schwimmbades sagte auf Befragen, baß feit Eröffnung des Bades vor drei Jahren farbigen Besuchern der Zutritt verweigert werde. Dor etwa einem Monat seien einige indische Stuben» Iten aus London gekommen; sie seien aber zurück- qewiesen worben. Es sei nur angemessen, daß Farbigen von dem Verbot Mitteilung gemacht werde, bevor sie eine Eisenbahnreise vom 24 Kilo­meter antreten. Aus diesem Grunde sei die Eisen­bahndirektion ersucht worden, den Farbigen keine Sonderfahrkarten zu verkaufen.Daily Telegraph" meldet ferner auf Grund einer Rundfrage, in einem ober zwei Schwimmbädern in unb bei ßon»

Kapitalbildung fördern unb uns babet keiner Mittel bebienen, Die irgenbroie bie Achtung vor Eigentum ober V e r t r a g s r e ch t e n hintansetzen. Das Vertrauen ber beutschen Sparer wirb auch in Zukunft von her Regierung b ur ch keinerlei willkürliche Eingriffe unb durch keinerlei leichtsinnige Finanz­gebarung enttäuscht werden."

Meine deutschen Volksgenossen, es gibt für keinen Deutschen eine bessere ober nützlichere Anlage für seine Ersparnisse, als daß er sie bem Deutschen Reich leihweise zur Durchführung ber Arbeits- b eschaf f una zur Verfügung stellt. Die Reichs­regierung hat Durch ihre kühnen unb umfassenben Maßnahmen zur Beseitigung her Arbeitslosigkeit überhaupt erst wieher eine Sparbilhung ermöglicht. Jeher einzelne muß beshalb in seinem eigensten In­teresse dazu betragen, haß bas gigantische Aufbau­werk des Führers fortgefetztund vollendet werden kann, in bem jeher feine Ersparnisse so lange in ben Dienst dieser vordringlichen, für jeden ein­zelnen lebenswichtigsten Ausgaben stellt, bis wieher normale Weltwirtschaftsverhältnisse zurückgekehrt sind. Nur so kann ber ftiebliche Bestand unb bie friedliche Arbeit unseres Volkes sichergestellt werben.

Der österreichische Eportführer verbietet den sportlichen Verkehr mit Deutschland.

Wien, 18. Aug. (DNB.) Der Oberste Sport­führer hat verfügt, baß bis auf weiteres ber ge­samte sportliche Verkehr mit Deutschlanb ver­boten ist wegen ber Angriffe imVölkischen Be­obachter" gegen die österreichische Regierung. Die Zurückziehung sämtlicher bewilligter Starts wurde angeoronet.

Die sachliche Antwort auf einen polemischen Auf­satz einer deutschen Zeitung besteht in einem Startverbot für die österreichischen Sportler. Allerdings ein überzeugendes Argument. Waren es nicht gerade bie Wiener Zeitungen, bie bei ber Er­nennung bes Reichssportführers von einer Ver­quickung von Sport und Politik sprachen. Dabei waren für bie einheitliche Zusammenfassung aller Körperkulturverbänbe ausschließlich staatspolitische Gesichtspunkte maßgebend, österreichische Sportler aber werden gemaßregelt für einen Zeitungsaufsatz, von bem sie wahrscheinlich auch nicht eine blasse Ahnung haben.Neuigkeitsweltblatt^ unbTele­graph" strotzen alltäglich von schwersten Beleidigun­gen bes deutschen Volkes unb seiner Regierung. Wenn deutsche Behörben ähnlich reagieren wollten, dürfte es baß) keinen Musiker, Schauspieler unb Geschäftsmann österreichischer Staatsangehörigkeit in Deutschlaick) mehr geben.

Aus aller Wett.

hon bestehe ein ähnliches Verbot. Der Be­sitzer eines der größten Freilustbäder nördlich von London habe erklärt:Für uns hat sich bie Frage noch nicht ergeben. Sollte es allerdings dazu kom­men, bann würde ich wohl mein Bestes tun, farbige Besucher fernzuhalten. Ich glaube, viele Leute würden an ihrer Anwesenheit Anstoß nehmen." Der Besitzer eines großen Schwimmbades am ©üb- ufer ber Themse sagte:Wir halten es für nötig, mit Rücksicht auf bie Gefühle ber Frauen, bie bas Schwimmbassin benutzen, farbigen Leuten ben Zu­tritt zu versagen. Es ist etwas anberes, ob man mit Farbigen gemeinsam in bem gleichen Wasser schwimmt, ober ob man mit ihnen in Autobussen unb Trambahnen zusammen fährt."

(Eine jüdische Familie des Verbrechens nach dem Volksverralsgefeh Überführl.

In Bonn a. Rh. konnte von ber Zollfahnbungs» stelle Köln eine iüdische Familie bes Verbre­chens nach bem Voltsverratsgesetz überführt werden. Es hanbelt sich um ben 51 Jahre allen Metzger Leo Grüneberg, besten Ehefrau Henriette, geb. Levy, unb ben 26jährigen Sohn Karl Grüneberg, die sämtlich festgenommen wurden. Nach bem bisherigen Gestänbnis haben bie Verhaf­teten ben größten Teil ihres Vermögens, in angeb­licher Höhe von 20 000 RM., nach bem Aus» l a n b e verschoben. Es besteht jeboch ber hringenbe Verdacht, daß es sich um einen bedeutend größeren Betrag handelt. Die Schiebungen wurden auf äußerst raffinierte Weise durchgeführt, z. T. mit Hilfe von in Holland wohnenden Verwandten sowie angeblich unbekannten Personen, die dafür ent­schädigt wurden. Durch das schnelle Zugreifen der Zollfahndungsstelle Köln konnten noch Vermögens­werte in Höhe von 14 0 0 0 Mark beschlag­nahmt werben. Das Grunbstück bes (Brüneberg würbe mit Beschlag belegt. Im Interesse ber Beleg­schaft bes Metzgereibetriebes, bie natürlich keine Ahnung von ben verbrecherischen Machenschaften bes Grüneberg hatte, hat sich bie Deutsche Arbeits­front sofort eingesetzt,^um ben Betrieb fortzuführen.

kommunistische Strahentumutte in Amsterdam.

In den nördlich des Hafens gelegenen Arbeiter­siedlungen wurden Mitglieder der nationalsoziali­stischen Bewegung (NSB.), die für ihr Partei­organ Propaganda machen wollten, von einer grö­ßeren marxistischen Menge umringt unb angegrif­fen. Polizeistreifen wurden von der Menge mit Steinen beworfen unb konnten nur unter Anwen­dung ber Schußwaffe bie Ordnung wiederherstellen.

Aus verschmähter Liebe in den Tod.

Ein aus bem Dorfe Bingert unweit von Bad Kreuznach ftammenber 29jähriger Mann unterhielt längere Zeit hindurch ein Liebesverhältnis mit einem in Bad Kreuznach in Stellung befindlichen Mädchen; dieses Verhältnis wurde in ben letzten Tagen von bem Mädchen gelöst. Der Mann wurde kurz darauf von feiner Mutter in einer Blutlache im Bett liegend aufgcfunben. Der sofort herbei­gerufene Arzt stellte fest, daß ber Mann sich mit einem Messer den Hals Durchgeschnitten hatte; er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er bald darauf feinen Verletzungen er« legen ist.

Ein gerissener Dieb gefaßt.

Der Kölner Kriminalpolizei gelang es, einen Burschen festzunehmen, der vor einigen Tagen auf

Einheitliche Finanz- und Wirtschaftspolitik.