185. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Nr. 192 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, 19.August 1935
Annahme von Anzeigen
Erscheint täglich, außer W W für die Mittagsnummer
Sonntags und Feiertags ▲ I ▲▲ bis8'/,Uhr des Vormittag,
Heimat >m Md Di-Scholle ■ BW W MM HZ MM W M MM W f I II |r W M W 8 y ■ für Anzeigen
-ZM- KDlviivIlvl ZllnilUvl -----
Auch bei Nichterscheinen ■ ■ » Ermäßigte Grundpreise:
von einzelnen Nummern fV^ Stellen-, Vereins., gemein»
ZWM General-Anzeiger für Oberhessen
richten: Anzeiger Gießen v ’ behördliche Anzeigen 6Npf.
8i«niiurt?Ä‘nll686 Druck und Verlag: vriihl'sche Unioerfität;-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 M°ng°n°b,chlüsi° Staff-, s
Paris HM den Krieg für unvermeidlich
Das Echo in England
be, Englands Interessen in t des Tana-Sees erneut anzu-
man ohne große Hoffnung entgegen.
„Times" kritisiert die wenig höfliche Behandlung, die Mussolini Frankreich und England auf der Pariser Konferenz habe zuteil werden lassen, und sagt, der Ernst der italienischen Entscheidung könne gar nicht übertrieben werden. Mussolinis Ehrgeiz gehe weit über alles hinaus.
tischen Vorschläge, die von den Italienern sofort abgelehnt worden seien, hätten die abessinische Souveränität derartig eingeschränkt, daß es wahrscheinlich schwierig gewesen wäre, den abessinischen Kaiser zu ihrer Annahme zu überreden. „Daily Telegraph" will wissen, daß ÄtaNen sich geweigert habe, En ' “ 1 11 ■* -
dem Gebie----—-------- -
erkennen. Den diplomatischen Verhandlungen steht
Paris, 18. Aug. (DJIB.) Die um 15.30 Uhr aufgenommenen Dreierverhandlungen sind kurz nach 17 Uhr unterbrochen worden. Ministerpräsident und Außenminister Laval hat um 20 Uhr der presse folgende amtliche Mitteilung zugehen lassen:
Laval als Vertreter Frankreichs, Eden als Vertreter Großbritanniens und Baron Aloifi als Vertreter Italiens waren in Paris zusammengetreten, um nach einer Möglichkeit für die friedliche Regelung des abessinisch-italienischen Streitfalles zu suchen. Dir haben noch nicht eine Verhandlungsgrundlage finden können, welche die Lösung des Konfliktes erlauben würde. Die Schwierigkeiten, auf die man bei der Prüfung der im Laufe der Erörterungen gemachten Anregungen gestoßen ist, lassen eine v e r t a g u n g der eingeleiteten Prüfung notwendig werden. Diese wird auf diplomatischem Dege fortgesetzt werden. Der Völkerbundsminister Eden wird vor seiner Abreise nach London am Montag mit Ministerpräsident Laval eine Zusammenkunft haben. Auch Baron Aloifi wird Laval einen Besuch abff a H e n, ehe er nach Rom zurückreist.
Wie es zur Vertagung kam.
Sine Richtigstellung.
Berlin, 17. Aug. (DNB.) In der ungarischen Dresse war gemeldet worden, daß Graf v o n d e r Schulenburg, der Leiter der Auslandabteüung des Reichssportführers, eine Dame vom Tode des Ertrinkens gerettet habe. Graf von der Schulenburg erklärt diese Meldung für unzutreffend. Eine vom Schwimmen ermu- bete ungarische Dame sei von dem Motorboot, in dem sich der Präsident des ungarischen Landessenates für Körperkultur, der Reichssport, führet und seine Begleitung befanden, von den Insassen des Bootes übernommen und an Land gebracht worden.
Die pariser Dreierkonferenz ergebnislos abgebrochen
Mussolini lehnt die ihm von Eden und Laval gemachten Vorschläge ab.
Diplomatische Verhandlungen werden fortgesetzt.
London, 19. August. (DNB. Funkspruch.) Die Vertagung der Pariser Dreirnächte-Konferenz wird in der Londoner Morgenpresse als ein Zusammenbruch bezeichnet. England und Frankreich waren bereit, Italien eine Art wirtschaftlichen Monopols in Abessinien zuzugestehen. Italien sollte dafür die politische Unabhängigkeit und gebietsmäßige Unverletzlichkeit Abessiniens an- erkennen. Großbritannien sollte nur ferne Sonderrechte hinsichtlich des Tana-Sees behalten und Frankreich seine Sonderrechte hinsichtlich der Eisenbahn Dschibuti—Addis-Abeba. Italien scheint auch französische und britische finanzielle 5) 11 f e bei der wirtschaftlichen Erschließung Abessimens versprochen worden zu sein. Der Pariser Korrespondent der „Morning Post" sagt, die franzostsch-bn-
Dann wäre aber der Arbeitslohn der betreffenden Bergleute monatelang mit den zusätzlichen Ansprüchen belastet gewesen, die sich aus der Unter» Versorgung insbesondere auf dem Gebiet der Bekleidung ergeben.
Der Führer in Nürnberg, yau einer großen Kampfbahn für Sportveranstaltungen.
Nürnberg, 17. Aug. (DNB.) Der Führer be- sichtigte am Samstag in Nürnberg eingehend das gesamte Reichsparteitaggel an be , insbesondere auch das neue Zeppe11nselb und den L u i t p o l d h a i n und uberzeuate sich vom Stand der Bauarbeiten. Anschließend hielt der Führer mit einer Reihe von führenden Mannern der Partei Besprechungen ab, die der Ausgestaltung des Reichsparteitages 1935 galten. Dazu waren u. a. erschienen die Reichsrnimster Dr. Goebbels, Darrö, Dr. Frank und Kerrl, die Reichsleiter Dr. Dietrich Rosenberg, Amann, Bormann, Reichsarbeitsfuhrer Hier! der Reichsleiter der NSV. Hilgen- feldt die Gauleiter Streicher, Wagner,
weitgehende Befriedigung geboten hatte, indem Frankreich und England keine neuen D o r t e i l e f ü r f i d) in Abessinien suchen wurden.
Da diese Vorschläge jedoch von der italienischen Regierung ab gelehnt wurden, war es schwierig, eine andere Formel zu finden, die mit der Selbständigkeit Abessiniens und mit dem Dölkerbundspakt zu vereinbaren wäre.
Eden ist von Beginn der Verhandlungen an mit Nachdruck für die Innehaltung der Paktsbestimmungen eingetreten. Die fr a n- zösische Regierung blieb ihrerseits eben- falls dem Völkerbunde treu, da Frankreich feine gesamte Außenpolitik auf den Völkerbund aufgebaut hat. Daher hätten sowohl Laval wie Eden in keine Aussprache eintreten können, die sich außerhalb der Genfer Gesetze bewegen würde. Da außerdem Baron Aloisi nicht ein einziges Mal die genauen Absichten seiner Regierung hinsichtlich Abessiniens bargelegt habe, hätte man daraus die Schlußfolgerung ziehen müssen, daß Italien die Errichtung eines vollen Protektorats zum mindesten über einen Teil Abessiniens ins Auge gefaßt habe. Ern solcher Plan würde aber die Gegnerschaft des N^- gus finden.
Paris, 19. August (DNB. Funkfpruch). „Der Krieg zwischen Italien und Abessinien ist unvermeidlich", das ist der Eindruck, den der Leser am Montagmorgen nach dem Scheitern der Dreier- Verhandlungen aus der Pariser Presse gewinnt. Man erklärt zwar in Nebensätzen, daß man. noch nicht jede Hoffnung auf eine friedliche Regelung aufzugeben brauche, aber an einen Erfolg der in der amtlichen Mitteilung angedeuteten, auf diplomatischem Wege fortzusetzenden Verhandlungen glaubt man nicht. Die heikle Lage Frankreichs im abessinischen Streitfall wird aus den Bemühungen ersichtlich, sich zwar dem englischen Standpunkt zur Aufrechterhaltung der Völkerbundsoerpflichtungen betont zu nähern, gleichzeitig aber die freundschaftlichen Beziehungen zu Italien nicht abreißen zu lassen.
Das „Echo de Paris" schreibt, man müsse annehmen, daß Rom Abessinien in b er Farm eines Protektorats beherrschen wolle. Der Negus sei aber entschlossen, solche Absichten mit den Waffen zurückzuweisen. Man müsse sich fragen, ob Mussolini mehr baran liege, sich für bie lieber» läge von Abua zu rächen und sein Ansehen durch einen militärischen Erfolg zu verstärken, als Aus« dehnungsmöglichkeiten für feine Bevölkerung zu finden. Wenn es so fei, werbe keine Macht ihn zurückhalten können; nach Schluß ber Regenzeit im September werde er marschie- r e n, und damit beginne ein großes Abenteuer für Italien und für Europa. Da-
den durch bie verstärkte Nachfrage nach ben von ihnen hergestellten Erzeugnissen bessere und sichere Verdienstmöglichkeiten erlangen. Auch bie Produzenten solcher Waren wie natürlich auch die Verkäufer werden aus ber Aktion Nutzen ziehen. Wirtschaftlich wirb also biefer Teil bes Hilfswerks eme ähnliche Wirkung haben, wie bte Ehestanbsdarlehen, für die ja auch die Mittel von bessergestellten Volks- teilen (den in Arbeit und Verdienst stehenden fleht- gen) aufgebracht werden.
Es ist gewiß kein leichtes Schicksal, das unser Volk zu meistern hat. Ohne engen Zusammenhalt werden wir uns nicht durchsetzen können. Solidan- tät muß wenn sie lebendig bleiben soll, Gelegenheit zur Betätigung finden. Ehrliche Patrioten haben es in früheren Jahren schmerzlich bedauert, daß sich so wenig Gelegenheit zu zweckool en Opfern bot Die Hilfsaktion für ine Bergarbelterschaft geht unmittelbar vor der natürlichen Äonjunt« tuTbelebung vor sich, die bei Beginn ber kälte- ren Jahreszeit einzusetzen pflegt. Es hatte nahe- gelegen zu sagen, daß im Herbst und Winter für einen Teil der Bergarbeiter bessere Erwerbsbedingungen eintreten werden und daß man daher auf eine besondere Hilfsaktion verzichten tonne.
zwischen liege der 4. September. Eden werde im Völkerbundsrat die Verantwortung Italiens für ben brohenden Krieg barlegen, Laval aber werbe sich, was es auch Frankreich kosten möge, ben Beschlüssen bes Rates an schließen müssen. Italien werde alsdann ben Völkerbund verlassen, der eine solche Krise vielleicht nicht überdauern werde.
„Oeuvre" erklärt, daß noch niemals m der Geschichte der Kolonialgebiete einem Lande solche günftigen Angebote gemacht worden seien, wie Italien. Aber Mussolini ziehe kalt und ruhig den Konflikt vor. Die Italiener seien überzeugt, daß sie siegen würden, und Mussolini wolle nichts an- deres, als in den Augen seines Volkes zu triumphieren. Der „Motin" nimmt in letzter Stunde noch einmal Italiens Partei, man könne ben Halbbarbarenstaat Abessinien nicht wie anbere Staaten be» hanbeln. Als man vor 30 Jahren Abessinien m Einslußszonen aufgeteilt habe, habe sich eben gegeigt, daß Abessinien kein selbständiger Staat sei. Jetzt werde die Sprache der Kanonen bie Sprache ber Diplomaten ablösen. Der „Figaro" empfiehlt die Methobe unmittelbarer Besprechung en mit Mussolini, wie sie im Falle des französisch-italienischen Verhältnisses zum Erfolg geführt habe. Man möge also in Rom ober in einer anderen italienischen Stadt weiterverhandeln und Baldwin oder Sir Samuel Hoare mögen felbft bie Reise nach Italien antreten.
rer Dauer ber Arbeitskampf abgebrochen wurde, , war zwar der eine Teil siegreich geblieben, aber Verluste hatten beide Teile erlitten. Nicht selten ; war der Hauptleidtragende das unbeteiligte Publi- , tum. Dies trat besonders deutlich in Erscheinung, wenn es sich um einen Arbeitskampf in einem Verkehrs- ober Versorgungsbetrieb gehanbelt hatte und das Publikum längere Zeit ohne die gewohnten städtischen Verkehrsmittel ober auch ohne lebens- wichtige Bebarfsgegenftänbe auskommen mußte. Uebrigens führten dann meistens beide Teile, die Unternehmer und die Arbeiter, die Leiben ber unversorgt bleibenden Verbraucherschaft ins Feld, um einen Druck auf den Gegner auszuüben und ihn ber Gewissenlosigkeit gegenüber öffentlichen Interessen xu zeihen. Keinen Ankläger gab es jeboch für Die Verluste, die der gesamten Volkswirtschaft durch die Stillegung der Produktion oft in einer Vielzahl von Betrieben zuyefügt worden war
Auch um die Solidaritä innerhalb ber Berufs- unb Standesgemeinschaft war es früher oft rlcht schlecht bestellt, selbst wenn man das Wort „Solidarität" ständig im. Munde führte. In den Organisationen der Arbeitnehmer, den G e - werkschaften, gab es zwei grundverschieden eingestellte Gruppen: bie eine wollte wirklich eine Besserung bes wirtschaftlichen Loses der Arbeiter und Angestellten, die andere dagegen wollte eine solche Besserung nicht, um den revolutionären Elan lebendig zu halten. Beiden Gruppen war es nicht unlieb, wenn es innerhalb eines Wirtschaf szweiges Unternehmungen gab, bie nur fortgefuhrt werben konnten, wenn sich die Belegschaft mit bescheibenen Löhnen und Gehältern begnügte. Die Verhältnisse in solchen Unternehmungen wurden bann tn ben Versammlungen in brastlschen Farben geschildert unb zur Erregung ber Gemüter benutzt. Eine wirk liche Solidarität der Berufs- und Standesgenos- fen, bei der ein Teil für den anderen Opfer zu bringen bereit ist, war das nicht. , . .
Der Feierschichtenausgleich vom 13. August bringt einem Teil ber Bergleute eine Verringerung ber Zahl ber Feierschichten, bem anberen Teil Dagegen eine Vermehrung biefer Zahl. Der imi neuen tanb herrschende Geist ber Kameradschaft unb Einsatzbereitschaft schließt es aus baß sich em^lne ba« gegen auflehnen, mit den schlechter gestellten Ar veitskameraden in einen Ausgleich emzutreten. D Hilfswerk der NSV. ist im Grunde eine ’ dar itätsbekun düng bes g es a mt e » Volks gegenüber einer Berufsgruppe, die besonders schwere Arbeit zu verrichten hat, und die m der letzten Ze unter Kurzarbeit unb bamit unter Lohnausfallen xu leiben hatte. Die Bezugsscheine, bie von ber NSV an solche Bergleute ausgegeben werben, bie in den letzten zwei Jahren besonders viel Feier- chichten verfahren mußten, werden aus Geldern eingelöst, die das ganze deutsche Volk zur Linderung der Not beigesteuert hat. Die gesamte Aktion ist vom Führer und Reichskanzler gebilligt unb an» aeorbnet worden. Die Spenden des deutschen Volkes sind dem Führer zu treuen Händen gegeben worden Es wird überall freudig begrüßt werden, daß jetzt eine Gruppe von Volksgenossen, die eine besonders schwere Zeit durchlebt haben, m den Stand gesetzt werden soll, eine bisher vernachlaj- siate Bedarfsdeckung nachzuholen.
Erfahrungsgemäß nehmen die Familien, deren Ernährer in Kurzarbeit und Minderverdienst geraten, Abstriche in erster Linie an Bebarfsgeaen- ständen zweiter Dringlichkeit vor. Solcher Art sind die Waren die sich die Inhaber von Bezugsscheinen werden kaufen können, nämlich Wasche K etbungs- ftürfp iinh sonstiges Hausgerät. Bei der Betrachtung M » deutsch- Bergarbeiter,chast dar, die Belebung nicht Der* werden, die das Geschäft in den betreffenden Warengruppen erfahren wird Die in ber Wäsche-, Bekleidungs- unb Hausrat-Industrie beschäftigten Arbeitskräfte wer-
Welche Vorschläge hat 3ialien abgelelml?
Ueber die Italien gemachten Vorschlägeer- fährt man aus gut unterrichteten Kreisen folgendes: Man war bereit, Italien
1. umfangreiche wirtschaftliche Ausdeh - nungsmöglichkeiten in Abessinien anzubieten; ,.
2 dieSicherheitderGrenzenSomalis unb Erythreas zu gewährleisten;
3. den Schutzder italienischen Staatsangehörigen in Abessinien zu garantieren. Diese Vorschläge hätten Italien weitgehende Befriedigung gegeben. Gleichzeitig verlangte man jedoch die Achtung folgender drei Grundsätze:
In französischen Kreisen wird erklärt, datz trötz der Bemühungen Lavals keine nennenswerte Angleichung zwischen dem italienischen unb bem englischen S t a n d- punkte möglich gewesen sei. Nachbem wahrend der drei Konferenztage über den Verlauf der Verhandlungen unb über bie im einzelnen gemachten Vorschläge mehr Vermutungen als Tatsachen bekannt geworden waren, kann man sich nunmehr ein klareres Bild von den einzelnen Abschnitten der Konferenz machen. Freitag sind dem italienischen Vertretet Anregungen ub ermittelt worden, bie dieser sofort nach Rom weiter geleitet hat. Der Samstag per ging in vergeblichem Warten a u f eineAnt- w o r t. Am Sonntagvormittag teilte Baron Aloisi bem französischen Ministerpräsibenten mit, daß Mussolini bie ihm gemachten Vorschläge verworfen habe. Darauf fand am Sonntagnachmittag zwischen Laval, Eben unb Baron Aloisi ein neuer Meinungsaustausch statt, der zwei Stunben bauerte. Die brei Vertreter mußten bie Unmöglichkeit feststellen, bie Verhandlungen fortzusetzen. Baron Alosi wies die ihm gemachten französischen unb englischen Anregungen zuruck mit der Begrünbuna, baß sie keine zufrieben- stellenbe Berpanblungsgrunblagen bilbeten. Zugleich verzichtete Aloisi aber barauf, irgenbeine Forderung zu erheben, die Stoff zu Verhandlungen hätte bieten tonnen. Darauf erklärte Eden, baß er b i s zu rau fee r- ft e n Grenze in ben Zug e sta nbn i s s e n gegangen fei, bie er im Namen seiner Regierung hätte anbieten können. Unter biesen Umftanben war eine „Vertagung" unvermeiblich.
Forster, Generalinspektor Dr. Todt unb Oberbürgermeister Liebel. Der Führer hat bei ber Besichtigung bes Zeppelinfelbes Architekt Speer ben Auftrag gegeben, im ©tabion eine Kampfbahn für sportliche Großveranstaltungen zu schaffen, die ber Große ber Kampffelder und der Stabt der Re.chspartettage entspricht und 150 000 bis 200 000 Personen Platz bietet Architekt Speer hat den Auftrag angenommen.
Soziale Solidarität.
Von Dr. Carl Wellthor.
Die doppelte Maßnahme zugunsten ber Bergleute vom 13. August ist von ber NSK., die als erste darüber berichtet, als ein Akt des Führers und Reichskanzlers bezeichnet worden, der sich vollster Solidarität und Einsatzbereitschaft des deutschen Volkes sicher sei. Bei ber Aktion vom 13. August hanbelt es sich zunächst um einen Feierschichtenausgleich innerhalb bes Ruhrkohlenbergbaus und dann um eine Hilfsmaß - name der NSV. zugunsten derjenigen Bergleute aller Reviere, die in ben letzten zwei Jahren über-burchschnittlich unter Kurzarbeit zu leiben hatten. Betrachtet man die einzelnen Maßnahmen näher, so findet man, daß an eine vierfache Solidarität appelliert wird, nämlich zunächst eine Solidarität zwischen Unternehmern unb Wirtschaftsführern auf der einen Seite, der Gefolgschaft auf der anderen Seite, sodann eine Solidarität innerhalb ber einzelnen Berufs- unb Stanbesgenossen, weiter eine Solibarität zwischen ber Volksgesamt- heit unb einzelnen notleibenben Gruppen unb schließlich eine Solibarität zwischen dem Volk und Teilen der Produktion sowie des Einzelhandels, die den Hauptteil des Ausfalls an Kaufkraft in der Berg« orbeiterfchaft zu tragen hatten.
Die Solidarität zwischen den Betriebsführern und der Gefolgschaft ist bie Grunbibee, bie bei ber Auflösung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933 an die Stelle des Klassenkampfs getreten ist. Wenn es früher an einem Wirtschafts- zwei Streitigkeiten über die Verteilung des Pro- outtionsergebniffes gab, — also zwischen Kapitalrente unb Unternehmergewinn auf ber einen Seite, Arbeitslohn auf ber anberen Seite, — gab es zwar zunächst Verhanblungen. Sehr häufig würben fie jeboch als ergebnislos abgebrochen und an ihre Stelle trat ein Arbeitskampf, Aussperrung oder Streik. Wenn bann nach kürzerer ober länge»
1. die Aufrechterhaltung der politi- schen Unabhängigkeit unb ber gebietsmäßigen Unversehrtheit Abessiniens;
2. bas Einverstänbnis bes Negus mit einer Regelung;
3. die UebereinstimmungderRegelung mit bem Dölkerbundspakt.
Diese Vorschläge würben praktische Gestalt in ber Form angenommen haben, daß Abessinien an ben Völkerbunb bas Ersuch enge- richtet haben würbe, zur Entwicklung seiner Wirtschaft unb Verwaltung eine gemeinsame Hilfe fremder Mächte zu erhalten. Der Völkerbundsrat würde dann naturgemäß für diese Ausgabe bie europäischen Mächte bezeichnet haben, bie Besitzungen an ber abessinischen Grenze haben, also Englanb, Frankreich und Italien. Die Zusammenarbeit dieser Mächte würde in einem Abkommen nie» ber gelegt worben sein, bas eine Erweiterung bes Vertrages von 1906 barstellen unb bem Abessinien seine Zustimmung geben würbe. Weiter habe man z. 18. e tn Vierer-Abkommen auf der Grundlage des Vertrages von 1906 vorsehen können, das Italien


