OerVölkerbun-wir-mit-em Abeffinienstreit befaßt
Japan sei in gewisser Hinsicht wirtschaf11 tch
die Verlautbarung ohne Wissen des sapani.
e i n v e r st a n d e n ist.
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einem Ausruf an das
mit
Der und
Kaiser wird mit seinem sterben, als die Freiheit
Tode zu verteidigen. Volk lieber kämpfen verlieren."
wiederholen. Mit Gottes Hilfe hat Abessinien diesen Krieg gewonnen, es hat aber den Ausgang der Adua-Schlacht politisch nicht ausgewertet. Dir haben alles getan, um den Frieden zu wahren. Um der Ehre der Ration willen aber lehnen wir ein italienisches Protektorat ab. Wir haben ein reines Gewissen und find schuldlos am Krieg. Abessinien kämpft bis zum letzten Mann für seine Unabhängigkeit. Abessinien wird den modernen Waffen Italiens die Bereitschaft entgegensetzen, sein Land und seinen Kaiser bis zum
Japan sei in gewisser Hinsicht wirtschaftlichischen Botschasters erfolgt sei. Man neigt interessiert, wobei auf die beträchtliche Aus- auch zu der Auffassung, daß das japanische Ausfuhr nach Abessinien hingewiesen wird. 9n japani- wärtige A m t die Erklärung Sugimuras für schen Kreisen wird die Vermutung geäußert, daß überflüssig hält und deshalb nicht mit ih r
England läßt den Singen ihren lauf.
Abessiniens Kaiserpaar.
KaiserhatleSelassie während eines Empfanges mit seiner Gemahlin im kaiserlichen Palast zu Addis Abeba. Im Hintergrund die Prinzessin Jahai (d. h. die Sonne). jScherl-M.f
Rom habe am Mittwoch an Mussolini Die Einladung gerichtet, auf der Sitzung des Döl° kerbundsrates über Abessinien den i t a •
zusammenzustehen. Die Frauen forderte er auf, sich als Pflegerinnen bereitzuhalten. „Es lebe Abessinien! Wir sterben für Abessiniens Freiheit! Gott mit uns!" Unter Tränen der Begeisterung brachen die Versammelten in stürmische Beifallsrufe aus. Die Rede hat auf die Bevölkerung tiefen Eindruck gemacht. Ueberall finden riesige Volksversammlungen unter freiem Himmel statt, bei denen Priester Ansprachen halten und die Leitgedanken der Parlamentsrede erläutern Die Versammlungen werden mit gemeinsamen Gebeten abgeschlossen. Ruhe und Zuversicht herrschen im ganzen Lande. Die Regierungskreise hegen immer noch die Hoffnung auf eine friedliche Lösung und auf ein Nachgeben Italiens. Die vor einigen Tagen gegründete „Vereinigung der Äugend Abessiniens" hat starken Zulauf. Sie zählte am Donnerstag 14 000 Mitglieder.
Der Kaiser schloß , ,
abessinische Volk, alle Stände-, Klassen- und Religionsunterschiede beiseitezulassen und im Kampf
und Sklaverei bezichtigt, die tatsächlich bereits beseitigt sei.
Der Kaiser betonte, daß sein Land alle Verträge gehalten habe und daß es sich auch bereitgefunden habe, die Völkerbunds-Entscheidung anzunehmen und Italien au entschädigen, falls der Völkerbund hierüber entschieden hätte. Trotz all dieser Verständigungsbereitschaft habe jedoch Italien weiterhin Truppen und Kriegsmaterial in seine beiden Kolonien entsandt. Der Kaiser erklärte dann wörtlich:
„Run steht der Krieg vor der Tür. Trotz unseres gezeigten Friedenswillens rückt der Krieg stündlich näher. Es ist unsere Pflicht, unser Land zu verteidigen. Auch im Jahre 1896 hat Abessinien keinen Krieg gewollt. Damals haben die Italiener unser Land mit Eroberungsabsichten angegriffen und wollen dies heute
seine Erfahrungen bei der Unterwerfung seiner nordafrikanischen Kolonien Tripolis und Cyre- naita gewachsen zu sein hofft. Insbesondere in die Person des Generals Rodolfo G r i z i a n i, der den Oberbefehl in Somaliland führt, setzt man die größten Erwartungen, zu denen seine außergewöhnliche militärische Karriere, sein abenteuerliches Soldatenleben und die Eigenart seiner Persönlichkeit in gleicher Weise zu berechtigen scheinen.
Er hat von früher Jugend an ein fanatisches Interesse an den Kolonien und namentlich an Afrika gezeigt, wohin ja die großen römischen Traditionen weisen Nach Beendigung feiner Rechts- studien trat er 1907 als Freiwilliger in die Kolonialarmee in Eritrea ein und nahm in den Jahren 1911/12 an dem wenig erfolgreichen Krieg in Tripolis teil. Im Weltkrieg machte er eine schnelle Karriere und war bei seiner Beendigung der jüngste Oberst der italienischen Armee mit der Aussicht auf weitere schnelle Beförderung. Aber der Friedensdienst sagte dem unruhigen und abenteuerlichen Manne nicht zu-, er nahm seinen Abschied und ging dorthin, wo „etwas los" war: nach Mazedonien, in den Kaukasus und nach Kleinasien, bis man ihm ein Kommando in Tripolis übertrug, wo die italienische Herrschaft sich auf die Küstenplätze beschränkt sah, während des Innere des Landes nach wie vor in den Händen der einheimischen feindlichen Stämme, namentlich der S e n u s s i war, die in Omar el Muktar, einer Art von mohammedanischen Heiligen, einen gefährlichen Führer hatten.
In zweijährigen, sehr schwierigen Kämpfen, in denen er alle Künste des Kolonial- und Wüsten- krieaes anwandte und die er in einem interessanten Buche beschrieben hat, gelang es Graziani, den ganzen Süden von Tripolis mit Fest an und den Süden der Cyrenaika mit den Oasen von Kufra der italienischen Herrschaft zu unterwerfen, die Grenzen der neuen Kolonie gegen Tunis und Aegypten endgültig zu sichern und die immer wieder aufflam- menben Empörungen der Stämme zu unterdrücken. Als Meisterwerk seiner kolonialen Kriegführung die Ziehung einer 300 Kilometer langen Stacheldrahtbefestigung gerühmt, die vom Mittel- meer<»Sj an9 der ägyptischen Grenze bis zur Oase von Dscharabub lief und die Tag und Nacht durch Panzerwagen befahren wurde, so daß die Verproviantierung und Bewaffnung des Aufstandes von Aegypten aus unmöglich wurde.
Die Schilderer dieser interessanten Persönlichkeit rühmen den suggestiven Einfluß auf seine Soldaten,
Arabische Sympathie.
Jerusalem, 18. Juli. (DNB.) Emir Ab- dallah von Transjordanien erklärte einem Pressevertreter sein tiefstes Bedauern darüber, daß eine christliche Macht wie Italien eine andere christliche Nation wie Abessinien zu unterjochen suche. Als Araber drücke der Emir Abessinien seine volle Sympathie aus. — Arabischen Blättern zufolge haben sich Fellachen aus Nablus an den abessinischen Konsul in Jerusalem mit der Bitte um Aufnahme in das abessinische Heer gewandt. Auch sonst seien viele Fellachen bereit, im Falle eines Krieges im abessinischen Heer zu kämpfen.
Der abessinische Kaiser erklärte dem Korrespondenten der ägyptischen Zeitung „Al Ahram", daß er es als unfreundliche Handlung betrachten würde, wenn die ägyptische Regierung das Ueberflie- gen ägyptischen Gebietes durch italienische Flugzeuge gestatten würde. Eine solche Erlaubnis würde einer Erleichterung des italienischen Vorgehens gegen Abessinien gleichkommen. Der Kaiser sagte, er sei über die S y m p a • thieäußerunaen, die von östlichen Staaten an Abessinien gerichtet worden seien, beglückt. Er wies schließlich auf die sehr freundschaftlichen Beziehungen hin, die seit Jahrhunderten zwischen Aegypten und Abessinien bestünden, und druckte die Hoffnung aus, daß eine Vereinbarung über die Frage des Tanasees bald erreicht werden würde.
Japan und derAbefsinienkonW Eine Neutralitätserklärung ohne Auftrag.
Tokio, 19. Juli (DNB. Funkspruch). In Kreisen des Auswärtigen Amtes beschäftigt man sich lebhaft mit einer Meldung aus Rom, wonach der dortige japanische Botschafter am Dienstag den italienischen Regierungschef auf Weisung seiner Regierung formell erklärt haben soll, daß Japan keinerlei Absicht habe in den italienisch-abes- sinischen Streitfall e i n z u g r e i f e n, und daß Japan keine politischen Interessen in Abessinien habe.
Dazu wird hier erklärt, der Botschafter habe außer den allgemeinen Weisungen, die ihm schon vor längerer Zeit erteilt worden seien, keinen besonderen Auftrag erhalten Man erwarte noch den eingehenden Bericht des Botschafters aus Rom. Im übrigen fei die Haltung Japans in dieser Frage unverändert. Eine Einmischung in den italienisch-abessinischen Konflikt sei nicht beab- i ch t i g t. Dagegen werde die allgemeine politische Entwicklung in der Haltung von Genf hier aufmerksam beobachtet.
„Abessinien käinpst bis znm letzten Bann für seine Unabhängigkeit."
Großer Eindruck der parlarnerrtsrede des Kaisers auf die Bevölkerung.
Addis Abeba, 18. Juli (DNB.) Der Kaiser von Abessinien nahm am Mittwochvormittag die Parade von 3000 Mann der kaiserlichen Garde ab und begab sich sodann in das Parlament, um seine angekündigte große Rede zu halten. Das Parlament war von ungeheuren Menschenmassen umlagert. Alle Führer Abessiniens hatten sich eingefunden.
Der Kaiser erklärte, daß Italien trotz der ständigen Beteuerungen seiner Friedensliebe seine Rüstungen für einen Eroberungskrieg sortsetze. Abessinien habe dagegen dreimal den Völkerbund zur friedlichen Lösung des Streitfalles angerufen. Der Kaiser erwähnte den englischen Versuch, durch eigene Gebietsabtretungen den Frieden zu erhalten Mussolini habe jedoch alle Friedensangebote zurückgewiesen, habe Abessinien beleidigt und es der Barbarei
London, 19. Juli (DNB Funkspruch). „Mvr- Post" berichtet, der britische Botschafter in habe am Mittwoch an Mussolini die Lin
der 70er Jahre bahnte sich langsam die Wandlung an: 1849 gehörten nach einer damals durchgeführten Zählung zwei Drittel der Bevölkerung zur Landwirtschaft, 1867 nur noch die Hälfte. 1882 rund 40 o. H., 1895 etwa ein Drittel, 1907 nur 27 o. H und 1933 sogar nur 21 v. H Dementsprechend stieg die Zahl der in Industrie, Handel, Verkehr und den freien Berufen beschäftigten Personen von kaum 25 o. H. um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf fast 70 v. H im Jahre 1933. Von den rund 32 Millionen Erwerbstätigen, die die Berufszählung von 1933 ermittelt hat, sind heute über 20 Millionen auf eine Kost angewiesen, die neben pflanzlichen Erzeugnissen auch tierische Nahrungsmittel, vor allem Fleisch, in ausreichender Menge enthält, um ihnen genügend Eiweiß zuzuführen und damit Körper und Geist gesund und leistungsfähig zu erhalten.
Dies zu betonen erscheint mir heute notwendig, denn eine gute und zweckentsprechende Ernährung ist die Vorbedingung für die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit unseres Volkes. Es machen sich jetzt aber wieder Strömungen bemerkbar, die unter der Angabe zu einer „naturgemäßen Ernährungsweise" zurückzu- kehren, auf eine mehr vegetarische Ernährung und insbesondere auf eine Einschränkung des Fleisch- genufjes hinzielen. Fleisch wird geradezu für einen Nährschaden gehalten. Selbstverständlich kann e i n Uebermah schaden-, und daß eine kleine Anzahl Begüterter manchmal zu viel Fleisch verzehrt, soll keineswegs bestritten werden. Für die große Masse unserer werktättgen Volksgenossen trifft dies aber keineswegs zu. Sie verzehren höchstens zu wenig, nicht zu viel Fleisch. Nach den letzten großen amtlichen Erhebungen kamen in Arbeiter- kreisen auf die „Vollpersonen" 46,3 Kilogramm und in Angestelltenkreisen 48,5 Kilogramm Fleisch im Jahr. Nach der Stattstik der Schlachtungen wurde im Jahre 1933 für die Gesamtbevölkerung ein Fleischverbrauch von 49 Kilogramm pro Kopf ermittelt. Das ist keinesfalls zuviel. Eine Einschränkung des Fleischgenusses der großen Masse unserer Bevölkerung würde im Gegenteil die Leistunasfähigkeit unseres Volkes beeinträchtigen, denn unser Volk braucht entsprechend seiner Arbeit und Lebensweise eine an tierischen Erzeugnissen reiche Nahrung.
Dagegen ist den vegetarischen Ernährungsformern darin beizustimmen, daß der Verbrauch an Gemüse und Ob st noch gesteigert werden muß. Nach den letzten Erhebungen kamen in Arbeiterkreisen nur knapp 40 Kilogramm Gemüse und 31 Kilogramm Obst aus die „Vollperson" Das ist im Hinblick darauf, daß diese Nahrungsmittel die lebenswichtigen Vitamine enthalten, zu wenig. In dieser Hinsicht — nicht bezüglich des gestiegenen Fleischverbrauchs — hat sich unsere Ernährung gegenüber der unserer Vorfahren verschlechtert. Diese erhielten unmittelbar aus ihrem eigenen Grund und Boden die frischen vitaminreichen Früchte in reicher Menge; der Großstädter muß sie kaufen und spart vielfach daran, da ihm die Einsicht fehlt, wie notwendig diese zu seiner Gesunderhaltung sind. Unser deutsches Volk steht im Begriff und ist gewillt, sich neu aufzubauen Dazu gehört aber auch eine kräftige der Arbeit- und Lebensweise entsprechende Ernährung. Hier richttge Aufklärung zu schaffen, die auf den Forschungsergebnissen der Wissenschaft fußt und nickt einseitig, wissenschaftlich völlig haltlose Behauptungen zu propagieren, ist dringend notwendig.
Trauer über -em Ruhrgebiet.
Die Beisetzung der Opfer des Grubenunglücks aus Zeche „Adolf von Hanfemann'.
Dortmund 18. Juli. (DNB.) Am Tag der Beisetzung der Opfer des Grubenunglücks auf Der Grube „Adolf von Hansemann", wehen überall die Fahnen halbmast. Dortmund, das Ruhrgebiet und darüber hinaus ganz Deutschland trauern um die Toten der Arbeit. 15 verunglücke Ruhrkumpels treten ihren letzten Gang an: sie haben treueste Pflichterfüllung mit dem Leben bezahlt. Der Stadtteil Mengede geigt würdigen Trauerschmuck. Hinter Den spalier- bildenden Formationen der NSDAP, stehen Tausende von Volksgenossen, die die toten Knappen auf ihrem letzten Weg noch einmal grüßen wollen
Nachdem die Abordnungen mit Hunderten von Fahnen in weitem Umkreis um das mit den Symbolen des neuen Deutschland geschmückte Rednerpult Aufstellung genommen haben, erklingt der Choral „Näher, mein Gott au Dir" Generaldirektor Dr Brandt spricht als Vertreter der Gelsenkirchener Bergwerks°AG. den toten Knappen Dank für ihre Arbeit und ihre Pflichterfüllung aus Oberberghauptmann Schlattmann bringt das Beileid der Reichs- und preußichen Staatsregierung zum Ausdruck. Darauf sprach
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Ihr, meine lieben Hinterbliebenen, trauert mit uns allen, und wir mit Euch um diese Helden, die auf dem Felde der Arbeit fielen. Ich hatte die traurige Ehrenpflicht, dem Führer den Tod dieser Tapferen zu melden. Er läßt Ihnen durch mich sein Beileid ausdrücken, und ich kann versichern, es ist nicht das übliche Beileid wie früher, sondern es ist tief empfunden. Heute in unserem herrlichen Deutschland seht Ihr eine große Familie, und wenn einer von uns fällt, so empfinden wir, daß ein Herz- stück uns hinweggetragen wurde. Ihr Toten seid gefallen in diesem Kampf um Deutschlands Größe und Eyre auf dem Schlachtfeld der Arbeit, und so werdet Ihr Toten ewig in unserer Mitte fein, Ihr, die unbekannten Bergleute, die Ihr das Schicksal Deutschlands mitgezimmert habt Und so möge auch Euch, Ihr lieben Hinterbliebenen, der Trost bleiben: Diese Tapferen sind nicht umsonst gefallen, aus dem Tod dieser Helden und all derer, die oorangegangen sind, erwächst ein neues Deutschland, erwächst neues Leben, denn wir haben den Tod überwunden, weil wir eine Hoffnung in uns tragen und diese Hoffnung heißt Deutschland!
Anschließend sprachen die Geistlichen beider Kon- sessionen. In stummer Ergriffenheit verharrte die i Trauergemeinde, als die Sarge auf die mit schwär- i A€m Tuch behängten Leichenwagen gehoben wurden. ' Bergleute mit angezündeten Grubenlampen und ! SA.-Männer mit brennenden Fackeln begleiteten die i vier Wagen mit den 15 Särgen auf der Fahrt zum evangelischen Friedhof, wo ein großes gemeinsames Grab die toten Arbeitskameraden aufnimmt. i
1 denen er mit unbedingter Hingabe an die folonifa- l torische Berufung Italiens in Afrika beispielhaft vorangeht. Obwohl das Oberste Kommando aller in Ostafrika stehenden Truppen der in Eritrea residierende General De Bono, einer der Führer des Marsches der Schwarzhemden auf Rom im Spätjahr 1922, innehat, fällt nach den italienischen Kriegsplänen Graziani die eigentliche militärische Führung des Feldzuges zu, da der Vormarsch nach Abessinien nicht von Eritrea, sondern von Somali aus, durch die Wüste von Ogaden erfolgen soll, die dem langsam ansteigenden äthiopischen Bergland vorgelagert ist. Man wird also von dem General Graziani, in dem das traditivns- freudige Italien einen neuen „Scipio Africanus" sieht, bald sehr viel hören.
Englands Friedensmifsion.
Wie Sir Samuel Hoare seine Aufgabe auffatzt.
London, 18. Juli. (DNB.) Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare erklärte am Donnerstag auf einem Frühstück der Foreign-Preh- Association u. a.: „Mein Ziel im Foreign Office wird es sein, Öen Tatsachen ins Gesicht 3 u sehen; es gibt viel unangenehme Tatsachen in der Welt der heutigen Außenpolitik; ich werde versuchen, Frieden zu machen und die Aussöhnung vorzubereiten. Wie sehr auch die Ansichten voneinander abweichen mögen, so werde ich doch zum mindesten versuchen, die persönlichen Beziehungen so freundlich wie möglich zu halten. Es besteht heute ein Wirbel von Problemen, die ebenso entzündbar, halsstarrig und dringend sind wie irgendwelche Probleme, denen sich die Welt seit 1914 gegenübergesehen hat. Aber wir müssen unseren Blick nicht von den Tatsachen, wie sie sind, wegwenden. Das ist die gefährlichste Sache in der Welt. Wir müssen versuchen, die vielen unzweifelhaft vorhandenen Schwierigkeiten nicht zu übertreiben, sondern zu mildern."
Mehr Ilugabwehrgeschühe für die englische Flotte.
London, 19. Juli (DNB Funkspruch.) Wie „Daily Telegraph" von amtlicher Seite erfährt, ist die brittsche Kriegsmarine im Begriff, ihre Luftabwehrausrüstung zunächst zu verdoppeln, um sie später z u vervierfachen Damit fei stillschweigend anerkannt, daß ein Angriff aus der Lust auch Kriegsschiffen gefährlich werden könne. Mit dem Fortschritt der Flugwissenschaft werde die Wirksamkeit solcher Angriffe noch furchtbarer werden. Die neuesten englischen Schlachtschiffe und Kreuzer waren bisher nur mit vier Luftabwehrgeschützen, Kaliber 10 Zenttmeter, ausgerüstet. Die
tigenbe Aufmerksamkeit und geistige Spannkraft er- fordernde Tätigkeit gegeben.
Auch unser deutsches Volk gehörte früher einmal au den Völkern, die sich überwiegend von pflanzlicher Kost ernährten. Das war zu jener Zeit, als noch der weit überwiegende Teil in der Landwirtschaft tätig war. So betrug im Jahre 1816 der Fleischverbrauch pro Koos der Bevölkerung nur 13,6 Kilogramm und 1840 21 Kilogramm, gegenüber 50 Kilogramm 1913. Aber etwa von der Mitte
lienischen Standpunkt öffentlich darzu- legen. Bisher sei keine Antwort bekannt. Die Anzeichen seien aber u n g ü n ft i g. Die Zu- fammenfunft des Völkerbundsrates werde wahrscheinlich am 29. Juli erfolgen. Die Weigerung Italiens, sich mit bloßen wirtschaftlichen Zugeständnissen zu begnügen, und die Weigerung Abessiniens, irgendeine Art politischer Abhängigkeit anzunehmen, seien unüberwindliche Hindernisse. Es sei daher beschlossen worden, den Dingen ihren Lauf z u lassen
lieber die Haltung des britischen Vertreters auf der Sitzung des Völkerbundsrates habe das Kabinett am Donnerstag beraten. Eine endgültige Entscheidung werde aber erst in der nächsten Woche getroffen werden. Es verlautet, daß das Kabinett entschieden für die Anwendung des Grundsatzes kollektiver Sicherheit sei. Natürlich könne dieser Grundsatz In verschiedener Weise ausgelöst werden. Wenn z. B. die Italiener die von ihnen fortgesetzt Abessinien zur Last gelegte 21 n g r i f f s 1 u ft beweisen würden, so würde der Völkerbund vielleicht entscheiden, daß Abessinien Unreckt habe und würde Italien beauftragen, für Ordnung z u sorgen. Es sei natürlich noch die Frage, ob diese Lösung endgültig angenommen werde, aber sie gehöre bestimmt zu denen, die ins Auge gefaßt worden seien. Allerdings müßte Italien feine Haltung gegenüber dem Völkerbund in diesem Falle ändern
Frankreich in heikler Lage.
Was lagt der NatsPräfdent Litwinows
Paris, 19.Juli (DNB.-Funkspruch.) Nachdem bis zur Stunde keine Einigung zwischen Rom, Paris und London über eine friedliche Lösung des abessinischen Konflikts hat gefunden werden können, scheint man in Paris fest mit dem Zusammentritt des Völkerbundsrates Ende Juli zu rechnen. „Niemand kann den Völkerbund hindern, nach dem 25. Juli zusammenzutreten", schreibt Pertinax im „Echo de Paris" und fügt hinzu, daß Frankreich sich in Genf in einer heiklen Lage befinden werde. Auf der einen Seite wolle es feine Freundschaft mit Italien nicht beeinträchtigt sehen, zum anderen könne es aber nicht aktiv an der Zerstörung von Grundsätzen Mitwirken, die es bisher unterstützt habe, denn dann werde es feine Verbündete verlieren
Im „Deuore" stellt Frau labouts ähnliche Betrachtungen über den abessinischen Streitfall an. Die Anregung der französischen Regierung, Italien möge selbst in Genf feine Anklagen gegen Abessinien oortragen, sei in Rom sehr ungünstig aufgenommen worden. Man scheine nun zwischen Paris und London eine freundschaftliche Lösungsmöglichkeit zu suchen. Auf jeden Fall aber könne s i ch niemand der Einberufung des Völkerbundsrates widersetzen, falls Abessinien sie verlange.
Für diesen Fall sei es bedeutsam, die Haltung zu wissen, die der Präsident des Rates, Litwinow, dem Streitfall gegenüber einnehme. Die Sowjet- regierung scheine ihren Standpunkt noch nicht feftgelegt zu haben. Die Meldung von einem bevorstehenden Besuch Litwinows in Pans träfe im übrigen nicht zu. Zwar fei Litwinow nach Paris eingeladen worden, aber der Besuch fei noch nicht feftgelegt. Wenn Litwinow Moskau jetzt verlasse, so nur, um in Frankreich eine Heil kur durchzumachen, und um Genf näher zu fein.
Der Krieg, den Italien zur Eroberung Abessiniens zu führen sich anschickt und mit dessen Eröffnung man jeden Tag zu rechnen hat, wenn es der europäischen Diplomatie nicht noch in letzter Stunde gelingt, ihn zu verhindern, stellt Italien vor schwere und eigenartige Aufgaben, denen es jedoch durch
Wer wird Italiens Truppen in Ostasrika führen?


