Ausgabe 
19.7.1935
 
Einzelbild herunterladen

OerVölkerbun-wir-mit-em Abeffinienstreit befaßt

Japan sei in gewisser Hinsicht wirtschaf11 tch

die Verlautbarung ohne Wissen des sapani.

e i n v e r st a n d e n ist.

ning

einem Ausruf an das

mit

Der und

Kaiser wird mit seinem sterben, als die Freiheit

Tode zu verteidigen. Volk lieber kämpfen verlieren."

wiederholen. Mit Gottes Hilfe hat Abessinien diesen Krieg gewonnen, es hat aber den Ausgang der Adua-Schlacht politisch nicht ausgewertet. Dir haben alles getan, um den Frieden zu wahren. Um der Ehre der Ration willen aber lehnen wir ein italienisches Protektorat ab. Wir haben ein reines Gewissen und find schuldlos am Krieg. Abessinien kämpft bis zum letzten Mann für seine Unabhängigkeit. Abessinien wird den modernen Waffen Italiens die Bereitschaft ent­gegensetzen, sein Land und seinen Kaiser bis zum

Japan sei in gewisser Hinsicht wirtschaftlichischen Botschasters erfolgt sei. Man neigt interessiert, wobei auf die beträchtliche Aus- auch zu der Auffassung, daß das japanische Aus­fuhr nach Abessinien hingewiesen wird. 9n japani- wärtige A m t die Erklärung Sugimuras für schen Kreisen wird die Vermutung geäußert, daß überflüssig hält und deshalb nicht mit ih r

England läßt den Singen ihren lauf.

Abessiniens Kaiserpaar.

KaiserhatleSelassie während eines Empfanges mit seiner Ge­mahlin im kaiserlichen Palast zu Addis Abeba. Im Hinter­grund die Prinzessin Jahai (d. h. die Sonne). jScherl-M.f

Rom habe am Mittwoch an Mussolini Die Ein­ladung gerichtet, auf der Sitzung des Döl° kerbundsrates über Abessinien den i t a

zusammenzustehen. Die Frauen forderte er auf, sich als Pflegerinnen bereitzuhalten.Es lebe Abessinien! Wir sterben für Abessiniens Freiheit! Gott mit uns!" Unter Tränen der Begeisterung brachen die Versammelten in stürmische Beifallsrufe aus. Die Rede hat auf die Bevölkerung tiefen Ein­druck gemacht. Ueberall finden riesige Volksver­sammlungen unter freiem Himmel statt, bei denen Priester Ansprachen halten und die Leitgedanken der Parlamentsrede erläutern Die Versammlungen werden mit gemeinsamen Gebeten abgeschlossen. Ruhe und Zuversicht herrschen im ganzen Lande. Die Regierungskreise hegen immer noch die Hoffnung auf eine friedliche Lösung und auf ein Nachgeben Italiens. Die vor einigen Tagen gegründeteVereinigung der Äugend Abessiniens" hat starken Zulauf. Sie zählte am Donnerstag 14 000 Mitglieder.

Der Kaiser schloß , ,

abessinische Volk, alle Stände-, Klassen- und Reli­gionsunterschiede beiseitezulassen und im Kampf

und Sklaverei bezichtigt, die tatsächlich be­reits beseitigt sei.

Der Kaiser betonte, daß sein Land alle Verträge gehalten habe und daß es sich auch bereitgefunden habe, die Völkerbunds-Entscheidung anzunehmen und Italien au ent­schädigen, falls der Völkerbund hierüber entschieden hätte. Trotz all dieser Verstän­digungsbereitschaft habe jedoch Italien weiterhin Truppen und Kriegsmaterial in seine beiden Kolonien entsandt. Der Kaiser erklärte dann wörtlich:

Run steht der Krieg vor der Tür. Trotz unseres gezeigten Friedenswillens rückt der Krieg stündlich näher. Es ist un­sere Pflicht, unser Land zu ver­teidigen. Auch im Jahre 1896 hat Abes­sinien keinen Krieg gewollt. Damals haben die Italiener unser Land mit Eroberungs­absichten angegriffen und wollen dies heute

seine Erfahrungen bei der Unterwerfung seiner nordafrikanischen Kolonien Tripolis und Cyre- naita gewachsen zu sein hofft. Insbesondere in die Person des Generals Rodolfo G r i z i a n i, der den Oberbefehl in Somaliland führt, setzt man die größten Erwartungen, zu denen seine außer­gewöhnliche militärische Karriere, sein abenteuerliches Soldatenleben und die Eigenart seiner Persönlich­keit in gleicher Weise zu berechtigen scheinen.

Er hat von früher Jugend an ein fanatisches Interesse an den Kolonien und namentlich an Afrika gezeigt, wohin ja die großen römischen Tra­ditionen weisen Nach Beendigung feiner Rechts- studien trat er 1907 als Freiwilliger in die Kolo­nialarmee in Eritrea ein und nahm in den Jah­ren 1911/12 an dem wenig erfolgreichen Krieg in Tripolis teil. Im Weltkrieg machte er eine schnelle Karriere und war bei seiner Beendigung der jüngste Oberst der italienischen Armee mit der Aussicht auf weitere schnelle Beförderung. Aber der Friedensdienst sagte dem unruhigen und aben­teuerlichen Manne nicht zu-, er nahm seinen Ab­schied und ging dorthin, woetwas los" war: nach Mazedonien, in den Kaukasus und nach Klein­asien, bis man ihm ein Kommando in Tripolis übertrug, wo die italienische Herrschaft sich auf die Küstenplätze beschränkt sah, während des Innere des Landes nach wie vor in den Händen der einheimischen feindlichen Stämme, namentlich der S e n u s s i war, die in Omar el Muktar, einer Art von mohammedanischen Heiligen, einen gefähr­lichen Führer hatten.

In zweijährigen, sehr schwierigen Kämpfen, in denen er alle Künste des Kolonial- und Wüsten- krieaes anwandte und die er in einem interessanten Buche beschrieben hat, gelang es Graziani, den ganzen Süden von Tripolis mit Fest an und den Süden der Cyrenaika mit den Oasen von Kufra der italienischen Herrschaft zu unterwerfen, die Grenzen der neuen Kolonie gegen Tunis und Aegypten end­gültig zu sichern und die immer wieder aufflam- menben Empörungen der Stämme zu unterdrücken. Als Meisterwerk seiner kolonialen Kriegführung die Ziehung einer 300 Kilometer langen Stacheldrahtbefestigung gerühmt, die vom Mittel- meer<»Sj an9 der ägyptischen Grenze bis zur Oase von Dscharabub lief und die Tag und Nacht durch Panzerwagen befahren wurde, so daß die Ver­proviantierung und Bewaffnung des Aufstandes von Aegypten aus unmöglich wurde.

Die Schilderer dieser interessanten Persönlichkeit rühmen den suggestiven Einfluß auf seine Soldaten,

Arabische Sympathie.

Jerusalem, 18. Juli. (DNB.) Emir Ab- dallah von Transjordanien erklärte einem Pressevertreter sein tiefstes Bedauern darüber, daß eine christliche Macht wie Italien eine andere christliche Nation wie Abes­sinien zu unterjochen suche. Als Araber drücke der Emir Abessinien seine volle Sympathie aus. Arabischen Blättern zufolge haben sich Fellachen aus Nablus an den abessinischen Konsul in Jerusalem mit der Bitte um Aufnahme in das abessinische Heer gewandt. Auch sonst seien viele Fellachen bereit, im Falle eines Krieges im abessinischen Heer zu kämpfen.

Der abessinische Kaiser erklärte dem Korrespon­denten der ägyptischen ZeitungAl Ahram", daß er es als unfreundliche Handlung betrachten würde, wenn die ägyptische Regierung das Ueberflie- gen ägyptischen Gebietes durch ita­lienische Flugzeuge gestatten würde. Eine solche Erlaubnis würde einer Erleichterung des italienischen Vorgehens gegen Abessinien gleichkom­men. Der Kaiser sagte, er sei über die S y m p a thieäußerunaen, die von östlichen Staaten an Abessinien gerichtet worden seien, beglückt. Er wies schließlich auf die sehr freund­schaftlichen Beziehungen hin, die seit Jahrhunderten zwischen Aegypten und Abessinien bestünden, und druckte die Hoffnung aus, daß eine Vereinbarung über die Frage des Tanasees bald erreicht werden würde.

Japan und derAbefsinienkonW Eine Neutralitätserklärung ohne Auftrag.

Tokio, 19. Juli (DNB. Funkspruch). In Kreisen des Auswärtigen Amtes beschäftigt man sich lebhaft mit einer Meldung aus Rom, wonach der dortige japanische Botschafter am Dienstag den italienischen Regierungschef auf Weisung seiner Regierung formell erklärt haben soll, daß Japan keinerlei Absicht habe in den italienisch-abes- sinischen Streitfall e i n z u g r e i f e n, und daß Japan keine politischen Interessen in Abessinien habe.

Dazu wird hier erklärt, der Botschafter habe außer den allgemeinen Weisungen, die ihm schon vor längerer Zeit erteilt worden seien, keinen besonderen Auftrag erhalten Man erwarte noch den eingehenden Bericht des Botschafters aus Rom. Im übrigen fei die Haltung Japans in dieser Frage unverändert. Eine Einmischung in den italienisch-abessinischen Konflikt sei nicht beab- i ch t i g t. Dagegen werde die allgemeine po­litische Entwicklung in der Haltung von Genf hier aufmerksam beobachtet.

Abessinien käinpst bis znm letzten Bann für seine Unabhängigkeit."

Großer Eindruck der parlarnerrtsrede des Kaisers auf die Bevölkerung.

Addis Abeba, 18. Juli (DNB.) Der Kaiser von Abessinien nahm am Mitt­wochvormittag die Parade von 3000 Mann der kaiserlichen Garde ab und begab sich sodann in das Parlament, um seine angekündigte große Rede zu halten. Das Parlament war von ungeheuren Men­schenmassen umlagert. Alle Führer Abes­siniens hatten sich eingefunden.

Der Kaiser erklärte, daß Italien trotz der ständigen Beteuerungen seiner Friedensliebe seine Rüstungen für einen Er­oberungskrieg sortsetze. Abessi­nien habe dagegen dreimal den Völker­bund zur friedlichen Lösung des Streit­falles angerufen. Der Kaiser erwähnte den englischen Versuch, durch eigene Gebiets­abtretungen den Frieden zu erhalten Mussolini habe jedoch alle Friedens­angebote zurückgewiesen, habe Abessinien beleidigt und es der Barbarei

London, 19. Juli (DNB Funkspruch).Mvr- Post" berichtet, der britische Botschafter in habe am Mittwoch an Mussolini die Lin­

der 70er Jahre bahnte sich langsam die Wandlung an: 1849 gehörten nach einer damals durchgeführten Zählung zwei Drittel der Bevölkerung zur Land­wirtschaft, 1867 nur noch die Hälfte. 1882 rund 40 o. H., 1895 etwa ein Drittel, 1907 nur 27 o. H und 1933 sogar nur 21 v. H Dementsprechend stieg die Zahl der in Industrie, Handel, Verkehr und den freien Berufen beschäftigten Personen von kaum 25 o. H. um die Mitte des vorigen Jahrhunderts auf fast 70 v. H im Jahre 1933. Von den rund 32 Millionen Erwerbstätigen, die die Berufszählung von 1933 ermittelt hat, sind heute über 20 Mil­lionen auf eine Kost angewiesen, die neben pflanz­lichen Erzeugnissen auch tierische Nahrungsmittel, vor allem Fleisch, in ausreichender Menge enthält, um ihnen genügend Eiweiß zuzuführen und damit Körper und Geist gesund und leistungsfähig zu er­halten.

Dies zu betonen erscheint mir heute notwendig, denn eine gute und zweckentsprechende Ernährung ist die Vorbedingung für die Gesund­erhaltung und Leistungsfähigkeit un­seres Volkes. Es machen sich jetzt aber wieder Strömungen bemerkbar, die unter der Angabe zu einernaturgemäßen Ernährungsweise" zurückzu- kehren, auf eine mehr vegetarische Ernährung und insbesondere auf eine Einschränkung des Fleisch- genufjes hinzielen. Fleisch wird geradezu für einen Nährschaden gehalten. Selbstverständlich kann e i n Uebermah schaden-, und daß eine kleine Anzahl Begüterter manchmal zu viel Fleisch verzehrt, soll keineswegs bestritten werden. Für die große Masse unserer werktättgen Volksgenossen trifft dies aber keineswegs zu. Sie verzehren höchstens zu wenig, nicht zu viel Fleisch. Nach den letzten großen amtlichen Erhebungen kamen in Arbeiter- kreisen auf dieVollpersonen" 46,3 Kilogramm und in Angestelltenkreisen 48,5 Kilogramm Fleisch im Jahr. Nach der Stattstik der Schlachtungen wurde im Jahre 1933 für die Gesamtbevölkerung ein Fleischverbrauch von 49 Kilogramm pro Kopf er­mittelt. Das ist keinesfalls zuviel. Eine Einschrän­kung des Fleischgenusses der großen Masse unserer Bevölkerung würde im Gegenteil die Leistunas­fähigkeit unseres Volkes beeinträchtigen, denn unser Volk braucht entsprechend seiner Arbeit und Lebensweise eine an tierischen Erzeugnissen reiche Nahrung.

Dagegen ist den vegetarischen Ernährungsformern darin beizustimmen, daß der Verbrauch an Gemüse und Ob st noch gesteigert werden muß. Nach den letzten Erhebungen kamen in Arbeiter­kreisen nur knapp 40 Kilogramm Gemüse und 31 Kilogramm Obst aus dieVollperson" Das ist im Hinblick darauf, daß diese Nahrungsmittel die lebenswichtigen Vitamine enthalten, zu wenig. In dieser Hinsicht nicht bezüglich des gestiegenen Fleischverbrauchs hat sich unsere Ernährung gegenüber der unserer Vorfahren verschlechtert. Diese erhielten unmittelbar aus ihrem eigenen Grund und Boden die frischen vitaminreichen Früchte in reicher Menge; der Großstädter muß sie kaufen und spart vielfach daran, da ihm die Ein­sicht fehlt, wie notwendig diese zu seiner Ge­sunderhaltung sind. Unser deutsches Volk steht im Begriff und ist gewillt, sich neu aufzubauen Dazu gehört aber auch eine kräftige der Arbeit- und Lebensweise entsprechende Ernährung. Hier richttge Aufklärung zu schaffen, die auf den Forschungs­ergebnissen der Wissenschaft fußt und nickt ein­seitig, wissenschaftlich völlig haltlose Behauptun­gen zu propagieren, ist dringend notwendig.

Trauer über -em Ruhrgebiet.

Die Beisetzung der Opfer des Gruben­unglücks aus ZecheAdolf von Hanfemann'.

Dortmund 18. Juli. (DNB.) Am Tag der Bei­setzung der Opfer des Grubenunglücks auf Der Grube Adolf von Hansemann", wehen überall die Fahnen halbmast. Dortmund, das Ruhrgebiet und darüber hinaus ganz Deutschland trauern um die Toten der Arbeit. 15 verunglücke Ruhrkumpels treten ihren letzten Gang an: sie haben treueste Pflichterfüllung mit dem Leben bezahlt. Der Stadtteil Mengede geigt würdigen Trauerschmuck. Hinter Den spalier- bildenden Formationen der NSDAP, stehen Tau­sende von Volksgenossen, die die toten Knappen auf ihrem letzten Weg noch einmal grüßen wollen

Nachdem die Abordnungen mit Hunderten von Fahnen in weitem Umkreis um das mit den Sym­bolen des neuen Deutschland geschmückte Redner­pult Aufstellung genommen haben, erklingt der ChoralNäher, mein Gott au Dir" Generaldirektor Dr Brandt spricht als Vertreter der Gelsenkir­chener Bergwerks°AG. den toten Knappen Dank für ihre Arbeit und ihre Pflichterfüllung aus Oberberg­hauptmann Schlattmann bringt das Beileid der Reichs- und preußichen Staatsregierung zum Ausdruck. Darauf sprach

Jteirfyfliorganifationeileifer Or. Ley

Ihr, meine lieben Hinterbliebenen, trauert mit uns allen, und wir mit Euch um diese Helden, die auf dem Felde der Arbeit fielen. Ich hatte die traurige Ehrenpflicht, dem Führer den Tod die­ser Tapferen zu melden. Er läßt Ihnen durch mich sein Beileid ausdrücken, und ich kann versichern, es ist nicht das übliche Bei­leid wie früher, sondern es ist tief emp­funden. Heute in unserem herrlichen Deutschland seht Ihr eine große Familie, und wenn einer von uns fällt, so empfinden wir, daß ein Herz- stück uns hinweggetragen wurde. Ihr Toten seid gefallen in diesem Kampf um Deutschlands Größe und Eyre auf dem Schlachtfeld der Arbeit, und so werdet Ihr Toten ewig in unserer Mitte fein, Ihr, die unbekannten Bergleute, die Ihr das Schicksal Deutschlands mitgezimmert habt Und so möge auch Euch, Ihr lieben Hinterbliebenen, der Trost bleiben: Diese Tapferen sind nicht umsonst gefallen, aus dem Tod dieser Helden und all derer, die oorangegangen sind, erwächst ein neues Deutschland, er­wächst neues Leben, denn wir haben den Tod über­wunden, weil wir eine Hoffnung in uns tragen und diese Hoffnung heißt Deutschland!

Anschließend sprachen die Geistlichen beider Kon- sessionen. In stummer Ergriffenheit verharrte die i Trauergemeinde, als die Sarge auf die mit schwär- i Am Tuch behängten Leichenwagen gehoben wurden. ' Bergleute mit angezündeten Grubenlampen und ! SA.-Männer mit brennenden Fackeln begleiteten die i vier Wagen mit den 15 Särgen auf der Fahrt zum evangelischen Friedhof, wo ein großes gemeinsames Grab die toten Arbeitskameraden aufnimmt. i

1 denen er mit unbedingter Hingabe an die folonifa- l torische Berufung Italiens in Afrika beispielhaft vorangeht. Obwohl das Oberste Kommando aller in Ostafrika stehenden Truppen der in Eritrea residierende General De Bono, einer der Füh­rer des Marsches der Schwarzhemden auf Rom im Spätjahr 1922, innehat, fällt nach den italienischen Kriegsplänen Graziani die eigentliche militä­rische Führung des Feldzuges zu, da der Vor­marsch nach Abessinien nicht von Eritrea, sondern von Somali aus, durch die Wüste von Ogaden erfolgen soll, die dem langsam ansteigenden äthiopi­schen Bergland vorgelagert ist. Man wird also von dem General Graziani, in dem das traditivns- freudige Italien einen neuenScipio Africanus" sieht, bald sehr viel hören.

Englands Friedensmifsion.

Wie Sir Samuel Hoare seine Aufgabe auffatzt.

London, 18. Juli. (DNB.) Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare erklärte am Donnerstag auf einem Frühstück der Foreign-Preh- Association u. a.:Mein Ziel im Foreign Office wird es sein, Öen Tatsachen ins Gesicht 3 u sehen; es gibt viel unangenehme Tatsachen in der Welt der heutigen Außenpolitik; ich werde versuchen, Frieden zu machen und die Aussöhnung vorzubereiten. Wie sehr auch die An­sichten voneinander abweichen mögen, so werde ich doch zum mindesten versuchen, die persönlichen Beziehungen so freundlich wie mög­lich zu halten. Es besteht heute ein Wirbel von Problemen, die ebenso entzündbar, halsstarrig und dringend sind wie irgendwelche Probleme, denen sich die Welt seit 1914 gegenübergesehen hat. Aber wir müssen unseren Blick nicht von den Tatsachen, wie sie sind, wegwenden. Das ist die gefährlichste Sache in der Welt. Wir müssen versuchen, die vielen un­zweifelhaft vorhandenen Schwierigkeiten nicht zu übertreiben, sondern zu mildern."

Mehr Ilugabwehrgeschühe für die englische Flotte.

London, 19. Juli (DNB Funkspruch.) Wie Daily Telegraph" von amtlicher Seite erfährt, ist die brittsche Kriegsmarine im Begriff, ihre Luft­abwehrausrüstung zunächst zu verdoppeln, um sie später z u vervierfachen Damit fei stillschweigend anerkannt, daß ein Angriff aus der Lust auch Kriegsschiffen gefährlich werden kön­ne. Mit dem Fortschritt der Flugwissenschaft werde die Wirksamkeit solcher Angriffe noch furchtbarer werden. Die neuesten englischen Schlachtschiffe und Kreuzer waren bisher nur mit vier Luftabwehr­geschützen, Kaliber 10 Zenttmeter, ausgerüstet. Die

tigenbe Aufmerksamkeit und geistige Spannkraft er- fordernde Tätigkeit gegeben.

Auch unser deutsches Volk gehörte früher einmal au den Völkern, die sich überwiegend von pflanz­licher Kost ernährten. Das war zu jener Zeit, als noch der weit überwiegende Teil in der Landwirt­schaft tätig war. So betrug im Jahre 1816 der Fleischverbrauch pro Koos der Bevölkerung nur 13,6 Kilogramm und 1840 21 Kilogramm, gegen­über 50 Kilogramm 1913. Aber etwa von der Mitte

lienischen Standpunkt öffentlich darzu- legen. Bisher sei keine Antwort bekannt. Die Anzeichen seien aber u n g ü n ft i g. Die Zu- fammenfunft des Völkerbundsrates werde wahr­scheinlich am 29. Juli erfolgen. Die Weigerung Italiens, sich mit bloßen wirtschaftlichen Zugeständ­nissen zu begnügen, und die Weigerung Abessiniens, irgendeine Art politischer Abhängigkeit anzunehmen, seien unüberwindliche Hindernisse. Es sei daher beschlossen worden, den Dingen ihren Lauf z u lassen

lieber die Haltung des britischen Vertreters auf der Sitzung des Völkerbundsrates habe das Kabi­nett am Donnerstag beraten. Eine endgültige Ent­scheidung werde aber erst in der nächsten Woche getroffen werden. Es verlautet, daß das Kabinett entschieden für die Anwendung des Grundsatzes kollektiver Sicherheit sei. Natürlich könne dieser Grundsatz In verschie­dener Weise ausgelöst werden. Wenn z. B. die Italiener die von ihnen fortgesetzt Abessinien zur Last gelegte 21 n g r i f f s 1 u ft beweisen würden, so würde der Völkerbund vielleicht entscheiden, daß Abessinien Unreckt habe und würde Italien beauftragen, für Ordnung z u sorgen. Es sei natürlich noch die Frage, ob diese Lösung endgültig angenommen werde, aber sie gehöre be­stimmt zu denen, die ins Auge gefaßt worden seien. Allerdings müßte Italien feine Haltung gegen­über dem Völkerbund in diesem Falle ändern

Frankreich in heikler Lage.

Was lagt der NatsPräfdent Litwinows

Paris, 19.Juli (DNB.-Funkspruch.) Nachdem bis zur Stunde keine Einigung zwischen Rom, Paris und London über eine friedliche Lösung des abessinischen Konflikts hat gefunden werden können, scheint man in Paris fest mit dem Zusammen­tritt des Völkerbundsrates Ende Juli zu rechnen.Niemand kann den Völkerbund hin­dern, nach dem 25. Juli zusammenzutreten", schreibt Pertinax imEcho de Paris" und fügt hinzu, daß Frankreich sich in Genf in einer heiklen Lage befinden werde. Auf der einen Seite wolle es feine Freundschaft mit Italien nicht beeinträchtigt sehen, zum anderen könne es aber nicht aktiv an der Zerstörung von Grundsätzen Mitwirken, die es bisher unterstützt habe, denn dann werde es feine Verbündete verlieren

ImDeuore" stellt Frau labouts ähnliche Be­trachtungen über den abessinischen Streitfall an. Die Anregung der französischen Regierung, Italien möge selbst in Genf feine Anklagen gegen Abessinien oortragen, sei in Rom sehr ungünstig aufgenommen worden. Man scheine nun zwischen Paris und London eine freund­schaftliche Lösungsmöglichkeit zu suchen. Auf jeden Fall aber könne s i ch niemand der Einbe­rufung des Völkerbundsrates wider­setzen, falls Abessinien sie verlange.

Für diesen Fall sei es bedeutsam, die Haltung zu wissen, die der Präsident des Rates, Litwinow, dem Streitfall gegenüber einnehme. Die Sowjet- regierung scheine ihren Standpunkt noch nicht feftgelegt zu haben. Die Meldung von einem bevorstehenden Besuch Litwinows in Pans träfe im übrigen nicht zu. Zwar fei Lit­winow nach Paris eingeladen worden, aber der Be­such fei noch nicht feftgelegt. Wenn Litwinow Mos­kau jetzt verlasse, so nur, um in Frankreich eine Heil kur durchzumachen, und um Genf näher zu fein.

Der Krieg, den Italien zur Eroberung Abessiniens zu führen sich anschickt und mit dessen Eröffnung man jeden Tag zu rechnen hat, wenn es der euro­päischen Diplomatie nicht noch in letzter Stunde ge­lingt, ihn zu verhindern, stellt Italien vor schwere und eigenartige Aufgaben, denen es jedoch durch

Wer wird Italiens Truppen in Ostasrika führen?