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Dienstag, tO.lHar? 1955

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 66 Zweites Blatt

SJ.Jport

Handball im Gau XII (Lahn-Dillkreis)

als Sieger.

kreisklasie.

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ber vorhin erwähnten Ansprache nachdrücklich be-1

Dor- nicht

dem Bahnsteig sportgebiet, von unterwegs, vom Weg durch das der Skier, dem

der Reise und den Ereignissen Aussteigen am Ziel und dem ersten

Der den und den

mit 2:42,4 heraus, bisheriger Rekordhalter war Eartonnet (Frankreich) mit 2:42,6. Den ersten der Europarekorde brachte wie auch den Welt­rekord, schon der Samstag, lieber 200 Meter Brust zog bei den Damen Frl. Martha Genenger (Krefeld) vom Start auf und davon und brachte die Strecke in 3:00,8 Minuten hinter sich. Ueberraschend

Luther schlug seine Zuhörer sehr rasch in den zaube­rischen Bann dieser reinen Welt und führte sie höher über Grate und Schründe, unter Wachten vorbei und über Gletscherbrüche, um schließlich im Geiste mit ihnen vom Gipfel eines Berges aus über die gesamte großartige Wunderwelt der winterlichen Alpen hinweg zu blicken. Er schilderte dann die Stunden in der Hütte, das Leben unter gleich­gesinnten Kameraden, alle die Freuden, die dem Skiläufer begegnen können und schließlich den hohen Genuß einer raschen Abfahrt. Daß er bei seinen Ausführungen auch den Anfänger in seiner tragikomischen Rolle nicht vergaß, versteht sich am Rande.

Im zweiten Teil seines Vortrages führte der Vortragende in Wort und Bild die hohe Schule des Kanusportes vor Augen. Auch hier erlebte man in gleicher konsequenter organischer Folge alle Freu­den und Härten eines begeisternden Sportes mit, von dem Augenblick an, da das Paddelboot hervor­geholt und dann in die reinen Gebirgswässer in 1100 Meter Höhe eingesetzt wird. Es würde zu weit führen, wollte man hier all das im Einzelnen schildern, was der Gast hier zu vermitteln wußte. Man begleitete ihn im Paddelboot in die Wild­bäche und Floßgassen, durch Strudel und über gischtige Wellen, in den Wildwassern zwischen Fel­sen hindurch bis herab in die besiedelten Gegenden, in denen es dann auch ruhigeres Wasser gab. In vielen Bildern war die Welt des Wasserwanderers wiedergegeben, wie sie sich von den Booten aus bietet, ober wie sie sich vom Ufer aus zeigt, wenn das Boot in den Wellen schaukelt und oftmals im Gischt verschwindet. In lebendigen Farben schilderte er ferner das Lagerleben, das reine Erleben in Gottes freier Natur, in der von allem Alltag ent­fernten Ferienfreiheit in großartiger landschaftlicher Umgebung. Q

Peer Gynt" als Film

Lichtspielhaus.

Dr. Gerhard B u h tz , Privatdozent an der Uni­versität Heidelberg, ist als ordentlicher Pro­fessor für gerichtliche' Medizin und naturwissen- schaftliche Kriminalistik an die Universität Jena berufen worden: er wird dort als Nachfolger von Professor Dr. Ernst Giese die Leitung des richtsärztlichen Institutes übernehmen.

Vor einigen Tagen erschien der sogenannte spann zu diesem Film: aber es war diesmal die übliche Folge von wirkungsvoll herausgeschnit­tenen und ineinander montierten Szenen und Bil-

zwei deutschen Rekorde verteilten sich auf beide Tage. Am Samstag verbesserte Fischer (Bremen) über 100 Meter Kraul (einen eigenen Rekord von 58,8 auf 58,6. Doch wurde dieser Rekord von ihm schon am Sonntag überholt. S l e t a s ver­besserte den deutschen Rekord über 100 Meter Brust auf 1:13,8. Mißglückt ist dagegen der Angriff auf den Weltrekord Cartonnets über 200 Yards, den Sietas und der Göppinger Schwartz unternahmen. Sietas blieb als Sieger mit 2:25,8 um 2/io Sekun­den hinter der Bestzeit.

Auch die übrigen herausgeschwommenen Zeiten brachten zum Teil hervorragende Lei­stungssteigerungen, selbstverständlich ging es dabei nicht ohne Überraschungen ab. Die Gaue Niederrhein und Niedersachsen bestritten das Was­serball-Programm. Am Samstag behielt die Niederrhein-Sieben mit 6:3 (3:2) die Oberhand, verlor aber am Sonntag 5:7 (2:1).

£üfgel)efmann=$ranffurf Deutscher Billardmeister.

Der jüngste Teilnehmer an der Deutschen Billard­meisterschaft, Lütgehetmann (Frankfurt a. M.), ist als Sieger aus dem Turnier hervorgegangen und hat damit den Titel eines Deutschen Billardmeisters errungen. Er gewann die Stichpartie um die Mei­sterschaft gegen Joachim in 39 Aufnahmen mit 400 zu 298 Punkten.

Maxie Herber und Ernst Baier in Neuyork.

Der Eiskarneval im Neuyorker Madison Square Garden wurde zu einem großen Erfolg für das deutsche Europameisterpaar Maxie Herber-Ernst Baier. Ihr glänzend aufeinander abgeftimmtes Kunstlaufen löste immer neue Beifallsstürme bet den 16 000 Zuschauern aus. Zugabe um Zugabe wurde verlangt, die zu erfüllen den Deutschen nicht leicht war. Überraschenderweise fand das große Können der Schwedin Divianne H u l t h 6 n weit- : aus weniger Anklang.

Hochschulnachrichten.

Professor Dr. Hans Duhm, Extraordinarius für altteftamentliche Wissenschaft an der Uniüerfi- tät Göttingen, hat den an ihn ergangenen Ruf als Ordinarius an die Universität Breslau angenommen.

Professor Dr. Kurt Böhmer, Extraordinarius an der Universität Kiel, ist als ordentlicher Pro­fessor für gerichtliche Medizin und als Direktor des gerichtsärztlichen Institutes an die Medizinische Akademie in Düsseldorf berufen worden.

An die Universität Jena wurden berufen Privatdozent Dr. Walther Brouwer auf Lehrstuhl für Pflanzenbau und Pflanzenzucht der Privatdozent Dr. Asmus Petersen auf Lehrstuhl für landwirtschaftliche Betriebslehre, beide von der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin; ferner der Professor Dr. August Kühl in Rothe- n o m auf den Lehrstuhl für wissenschaftliche Mikro­skopie und angewandte Optik.

Oie Bewerbung.

In der Zeitung stand dieses Inserat: Elegantes Fräulein, 1,55 bis 1,63 groß, als Verkäuferin für Eisbude an belebter Ausflugsstraße Sonntagsnach­mittags gesucht. Vorzustellen usw.

Else hat sich natürlich sofort gemeldet. Aber sie kam sehr enttäuscht wieder und erzählte:

Wir waren an die 20 Bewerberinnen. Aber da war ein Herr, der hat jede mit dem Zentimetermaß nachgemessen, vom Scheitel bis zum Absatz, und hat gesagt, wir wären alle zu groß. In der Zeitung hätte es anders gestanden. Wir wären ungeeignet und könnten wieder gehen.

Da habe ich denn doch erst noch einmal gefragt: Entschuldigen Sie bitte, Herr Direktor, aber warum darf denn eigentlich eine Eisverkäuferin nicht über 1,63 groß fein?"

Da ist der Herr ziemlich böse geworden und hat gesagt:Das geht Sie gar nichts an. Ich will's Ihnen aber trotzdem sagen: weil meine Eisbude bloß 1,64 hoch ist. Sie können doch nicht mit dem Kopp durch die Decke, Fräulein!"

Der Vortragende begann von ganz vorne. Er sprach zunächst in interessanter Weise über die Ent­stehung des WortesAlpen", über das Wasser und seine lebensspendende und freudenbringende Kraft um bann gleich in lückenloser Folge eine Skitour in das Hochgebirge zu schildern, angefangen beim Her­vorholen der Skier bis zum Hervorholen des Pad­delbootes. Man sah und hörte von dem Leben auf bei der Abfahrt in das Winter­

verschneite Dorf, vom Anschnallen Weg durch das Tal, den Bachlauf entlang und dann dem allmählichen Aufstieg in höhere Regionen. Er führte feine Zuhörer im Geiste auf die Märchenwelt des Winters, zeigte in herrlichen Bildern die Kunstwerke, die Rauhreif und Schnee zu zaubern vermögen, führte sie durch den tiefverschneiten Wald höher und höher. C. I.

Dr. Fritz W e n d h a u s e n führte Regie. Er hatte eine starke Chance und hat sie auszunutzen verstan­den. Er stellte die Fabel in eine große und echte Umgebung; hier ist nichts von verstaubten Kulissen, Soffitten, Versatzstücken und bemaItem Horizont Hier ist Norwegen in der ursprünglichen Eigenart seiner Landschaft, hier sind Berg und ^els und Fjord Himmel, Wolke, Fluß und Wasserfall echte weit­räumige, uneingeengte Natur. Hier versanken die starren Grenzen des Theaterspielraumes; die Welt­fahrt öffnete mächtige Perspektiven, und die Ka­mera zauberte ein buntes und bewegtes Panorama der Erde; Afrika wird für den Beschauer jeden­falls genau so lebendig wie Norwegen zuvor. Und auch sonst boten sich der Spielführung eine Fülle dankbarer Motive für eine großzügige optische Erfassung der Vorgänge: die Bauernhochzeit, das Taucherabenteuer, die Kupferbörse, das Pferde­rennen, die Anitra-Episode, der Seesturm

Leitsätze und Kernsprüche, die das Ideengebäude der Fabel tragen, der berühmte Imperativ: Sei du selbst! und die späte Erkenntnis: Hier war mein Kaisertum! die sind stehen geblieben, und also verschlägt es nicht viel, wenn die einzelnen Stationen von Peers Aufstieg und Weltfahrt nüch­tern und zeitgemäß gekennzeichnet und mit Namen genannt werden; daß er nicht nurKaiser von Afrika" wird, sondern porher auch em Taucher nach den gesunkenen Schätzen eines Goldschiffes, dann Begründer einer LeitfirmaPeer Gynt Com­pany der an allen Plätzen der Erde Geschäfte macht der auf dem Balkan verbotene Waffenliefe­rungen tätigt, die als Heiligenbilder deklariert sind, der Rennpferde im Derby laufen laßt, und dem viele Frauen durch bTe Hände gehen, bis er arm, alt und schiffbrüchig in die Heimat Zuruckfindet zu der einen der ewigen Braut, die m unerschütterlicher Treue auf ihn gewartet hat. Der Eindruck wird noch verstärkt durch die Gnegsche Musik^ deren berühmteste Motive Hochzeltsfest und Solveigs Lied, Aases Tod und Anitras Tanz non Dr. Giu­seppe Becce übernommen worden sind.

Kurz nach dem Wechsel glichen die Gäste, durch einen Deckungsfehler begünstigt, aus. Von nun nn setzte ein hartes Ringen um die Führung ein. . Hochelheim schickte seine beiden Außenstürmer immer wieder nach vorne, und sie konnten denn auch eine Führung von 7:4 herausarbeiten. Die Einheimi­schen versuchten zwar mit aller Macht, auch ihrer­seits etwas Zählbares zu erringen, sie scheiterten aber immer wieder an der zahlreichen Deckung der Gäste. Noch einmal konnten sie den ausgezeichneten Gästehüter bezwingen. Dann machte sich Hochel­heim frei und konnte durch einen unhaltbaren Schuß die alte Differenz wieder Herstellen. Damit ist dem Turnverein Hochelheim der große Wurf gelungen.

2. ftteisflaffe. Aufstiegfpiele.

Tv. Dorlar Tv. Herborn 18:2 (8:1). Man hatte zwar mit einem Siege der Einheimischen gerechnet. Daß dieser aber so klar und eindeutig errungen würde, hatte niemand erwartet. Dorlar war von Beginn an überlegen und schoß seine Tore wie es wollte. Mit dieser Mannschaft wird der Sieger der 2. Kreisklasse sehr wahrscheinlich Dorlar heißen.

Tv. Burggemünden Tv. Garben- heim 6:4 (5:1). Daß es schwer ist, in Burg­gemünden zu Punkten zu kommen, hat nun zuerst Garbenheim erfahren müssen. Garbenheim, bei Halbzeit noch im Hintertreffen, kam nach der Pause stark auf, zum Ausgleich langte es aber trotzdem nicht mehr.

Tv. Katzenfurt--- Mtv. Gießen 5:11 (3:4). Das Spiel trug keinesfalls den Charakter eines Pflichtspiels. Beide Mannschaften gaben ihr Bestes, so daß der Schiedsrichter ein leichtes Amt hatte. Die Einheimischen konnten zwar zu Beginn den

Nicht ohne Neid und nicht ohne den leidenschaft­lichen Wunsch, auch einmal in gleicher Umgebung zu fein, wie sie hier der Redner seinen Zuhörern vor Augen stellte, folgte man den Worten und den Bildern. Anhaltender Beifall war verdienter Lohn für die außerordentlich unterhaltsame Stunde, die C. I. Luther bereitet hatte.

Nach dem Vortrag fanden sich die Freunde der weißen Berge und der wilden Wasser noch zu kameradschaftlicher Unterhaltung in der Pulver­mühle ein.

58. Stiftungsfest

der Gießener HudergeseUschaft 1877.

Am Samstag feierte die Gießener Rudergesell­schaft 1877 ihr 58. Stiftungsfest. Nach der Begrü­ßung durch den Dereinssührer Herrn E. Nie­mann fand die Ehrung der Iubilare statt, die 25 Jahre ununterbrochen der GRG. 77 angehör­ten. Es waren die Herren: Arthur S ch a r m a n n , Fritz Schuchard, Gustav Schmidt, August Schmal! und Willi S p ö r h a s e. Herr Arthur Scharmann wurde wegen besonderer Verdienste um die Gesellschaft vom Vereinsführer mit der gol­denen Vereinsnadel ausgezeichnet. Nachdem der stellvertretende Vereinsführer Herr Levermann ür die Belange der Jugend gesprochen hatte, lei­tete ein gemeinsames Lied zu Ehren der Iubilare zum gemütlichen Teil über. Kurz vor 24 Uhr ge­dachte Dr. van Schrick, der inzwischen die Lei­tung des Abends übernommen hatte, der im Weltkrieg gefallenen Toten der GRG. und der zwei Millionen, die für Deutschlands Ehre und Wiederauferstehung gefallen sind. Nach dem Lied vom guten Kameraden fand mit einem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland die Feier einen wür­digen Abschluß. ' ± ,

Am kommenden Samstag wird im Bootshaus der Gießener Ruderqesellschaft ein Filmvortrag unter dem TitelSport in Amerika" von dem Sportjournalisten Paul E l s ch n e r, Frankfurt, ge-

Durch diesen Wirbel von Bildern, Szenen, Gestal­ten, Gesichtern geht in einer mächtig ansteigenden, auf ihrem Gipfel zu jähem Absturz sich zuruckbie- genden Kurve das Leben des Abenteurers Peer Gynt. Albers gibt, das ist merkwürdig, m ferner Auffassung und Ausgestaltung der Rolle für unser Empfinden gerade das am mindesten, was er m ' , > ii HnrnhriiiTllfn nd:

Ganz allmählich fetzt jetzt wieder der Freund­schaftsspielbetrieb ein, und am gestrigen Sonntag sand bereits eine ganze Anzahl Treffen neben den immer noch nicht beendeten Spielen der Gauklasse statt. In der Bezirks- bzw. Kreisklasse steigen die Aufstiegspiele, mit deren Beendigung die Runde 1934/35 erledigt ist.

In der Gauklasse wurden die beiden Spiele Tv. Wetzlar Tura Kassel und CT. Kassel SpV. 1900 Gießen abgeblasen. Das einzige Spiel kam zwischen Tuspo 86/09 Kassel und Tuspo Betten­hausen zustande und endete mit einem hohen 10:5: (7:1-)Sieg der Platzbesitzer.

Bezirkskiaffe.

Tv. K e s s e l st a d t Tv. Pohl-Göns 13:11 (4:3). Hier standen sich zwei wirkliche Meister­mannschaften gegenüber, die ein begeisterndes Spiel zeigten. Ein rassiger Kampf sah den Glücklicheren

Um ihn herum eine gewählte und qualitätsvolle Besetzung. Ausgezeichnete, altbewährte Schauspieler in nicht einmal besonders umfänglichen Rollen: Lucie Höflich gibt der Aase ihre große, warme Mütter­lichkeit und einen herben und derben Humor, der dieser zähen skandinavischen Bäuerin nicht übel zu Gesicht steht. Kayßlers starke Persönlichkeit, seine kluge und überlegene Menschengestaltung for­men die Züge eines bei Ibsen nicht vorkommenden amerikanischen Schwerindustriellen. Sehr gut Otto Wernicke in der konsequent geführten Rolle des rücksichtslosen und brutalen Geschäftemachers Par­ker Geschickt und kontrastreich abgestuft die Reihe der Frauen von der stillen, zarten, hingegebenen Solveig der Marieluise Claudius bis zu der schmalhüftigen, dunklen und großäugigen Exotin Zehra Achmed, die die Anitra tanzt. Die Tschechowa gibt mit eleganter Selbstverständlich­keit die schillernde, sirenenhafte Erscheinung der Ba­ronin v. d Brugge, Lizzi W a l d m ü l l e r das pi­kante Figürchen der Tatjana, Ellen Frank die Ibsensche'Ingrid, die den Mädchenreigen um Peer Gynt bei den Klängen des Hochzeitstanzes eröffnet.

Der Film, eine Produktion der Bayerischen Film­GmbH., erschien gestern zum ersten Male in Gießen und fand ein zahlreiches, offenbar lebhaft inter­essiertes Publikum. Ob Albers ober Peer Gynt die eigentliche Anziehungskraft bildete, vermögen wir natürlich nicht zu entscheiden.r

Was ist also geschehen, welche Verwandlungen hat die Kamera vorgenommen? Sie find, um es gleich zu sagen, nicht sehr wesentlich und tiefgrei­fend: Auftakt und Ende stimmen hier und dort nahezu vollkommen überein; was zwischen diesen beiden Polen liegt, das ist gewiß nicht wenig; es wurde ein großer, breit ausladender, viel Zeit beanspruchender Film daraus kann etwa am ehesten als eine Modernisierung der ursprünglichen Fabel angesprochen werden. Man hat die aben­teuerliche Weltfahrt Peer Gynts auf eine Formel gebracht, die uns näher liegt, auf einen Nenner, Der dem Besucher eines modernen Spielfilmes ohne welkeres geläufig fein und einleuchten muß. Man hat den romantischen Naturspuk aus des Dichters skandinavischer Heimat über Bord geworfen, die Grüngekleidete" und den Dovrealten, die Trolle, Hexen und Erdgeister, den Knopfgießer und die magere Person" beifeiteaetan. Aber die beiden

dem; vielmehr zeigte sich auf der Leinwand allein der Träger der Hauptrolle, Hans Albers, aber in Zivil, und sagte, verbindlich und in zwanglosem Plauderton, einige Worte über das Stück, d. h. über die Zentralfigur, die er hier zu spielen hat. Er schilderte Peer Gynt als den Träumer, Phan­tasten und sogar als den lustigen Lügner, wie wir ihn von Ibsen her kennen. Nun also, nichts Neues. So sehen wir ihn, und so ist er im Grunde auch im Film geblieben. Was Albers daraus gemacht hat, davon soll noch die Rede fein. In feiner klei­nen Ansprache erinnerte er auch daran, daß Peers Lügen und Phantastereien einmal in seinem gan­zen abenteuerlichen Leben einen rechten Segen und reines Glück bringen: das ist die berühmte Szene von Aases Tod, die in ihrem alten, zerlumpten Bett als in einem heiter klingelnden Schlitten vorn geliebten Sohn schmerzlos in die Gefilde der Seli­gen und ein phantastisch herauffabuliertes Traum­schloß geführt wird. Hier haben wir eine Szene, wo Film und Schauspiel völlig überemfttmmen und sich decken. Aber freilich: es ljanielte sich ja nicht um eine einfache Verfilmung der norwegi­schen Dichtung, sondern um eine, Neugestaltung nach Motiven aus Ibsens Drama"

halten.

TV. Herrnsheim an Ostern in Gießen.

Die Handballabteilung des DfB.-Reichsbahn hat sich für den 1. Ofterfeiertag den Altmeister der DT., den TSV. Herrnsheim, eingelaben. Herrnsheim steht in dem Gau Südweft an dritter Stelle. Die Turner befinden sich wieder sehr gut in Form, konnten sie doch in ihrem letzten Spiel den Deutschen Meister Polizei Darmstadt 6:3 schlagen.

Deutsche Handbaümeisterschast "1935 ohne Titelverteidiger.

Das wichtigste Ereignis des süddeutschen Hand­ballsonntags war die Entscheidung im Gau Sud­west. Der deutsche Meister, Polizei Darmstadt, ver­spielte seine letzte Aussicht, noch Gaumeister zu wer­den und an den Endspielen 1935 teilzunehmen durch eine nicht ganz unerwartete Niederlage in Herrns­heim, während der SV. 98 Darmstadt durch einen Heimsieg über Tgf. Offenbach feinen Vorsprung auf vier Punkte erweiterte und damit Gaumeister wurde.

Reichs-Olympiaprüfungsschwimmen in Düsseldorf.

Lin IBclfretorb, zwei Luroparekorde und zwei deutsche Rekorde.

Das Zusammentreffen der gesamten deutschen Schwimmsport-Elite bei den Reichs-Olympia-Pru- sungswettkämpfen in Düsseldorf wurde zu einem sportlichen Ereignis von größter Bedeutung. Die Begeisterung der Zuschauer kannte keine Grenzen, als in den beiden Tagen ein Weltrekord, zwei Eu­roparekorde und zwei deutsche Rekorde aufgestellt wurden.

Den Weltrekord schwamm Europameister Erwin Sietas (Hamburg) über 200 Meter Brust

Ernst Sietas.

belegte hier Frl. Wollschläger (Duisburg) den zweiten Platz. Der Sonntag brachte einen zweiten Europarekord durch den Bremer Fischer über 100 Meter Kraul. Fischer schob sich bei 50 Meter an den führenden Magdeburger Schwartz heran, zog dann unwiderstehlich davon und schlug mit einem Meter Vorsprung in 58,2 Sek. an. Des Ungarn Dr. Barany alter Rekord stand auf 58,4. Auch die

Von weißen Bergen und wilden Waffern.

L. 3. Luther erzählt...

Die Paddlergilde Gießen hatte für den Samstagabend den bekannten Sportschriftsteller, den eifrigen Skiläufer und Wasserwanderer C. I. Luther aus München zu einem Vortragsabend eingeladen Leider war der Kreis der Zuhörer nicht so groß, wie es der Vortrag verdient hätte. Die anwesenden Zuhörer aber waren Sportler, die den Ausführungen des Redners in jeder Hinsicht zu fol­gen bereit und imstande waren.

C. I. Luther erzählte in überaus rascher und flüssiger Rede, in einer fast dichterisch zu nennenden bilderreichen und gleichzeitig sehr humorvollen Sprache zunächst vom Skilauf. In engster und idealster Verbindung mit dem gesprochenen Worte zeigte er aber auch gleich eine Reihe feiner zum großen Teil künstlerischen Lichtbilder, in denen das Erlebnis des Wintersportes fast ebenso nachdrücklich seinen Niederschlag fand, wie im gesprochenen Worte.

Spiel um die Kreismeisterschaft der 1. Kreisklasse.

Tv. Heuchelheim Tv. Hochelheim 5:8 (4:3). Auch im Rückspiel mußte Heuchelheim eine Niederlage hinnehmen. Leicht wurde jedoch den Gästen der Sieg nicht gemacht. Mit dem Wind spielend eröffnete Heuchelheim in der dritten Mi­nute den Torreigen. Die Verteidigung der Gaste verschuldete mehrere Strafwürfe, von denen zwei verwertet werden konnten, so daß also Heuchelheim bereits klar mit 3:0 führte. Der Gäftefturm, der zu­viel Einzelspiel pflegte, konnte sich vorerst noch nicht durchsetzen. Erst gegen Schluß der ersten Halbzeit wurde es wesentlich anders. Strafwurfe und ein 13-Meter-Ball für die Gäste ergaben nach­dem auch die Platzmannschaft nochmals erfolgreich sein konnte, den Halbzeitstand von 4:3 für Heuchel­heim._________

tonte? Peer, den Träumer, den Lügner, den Phan­tasten. Das spielt alles zu Anfang auch nut, aber der dominierende Eindruck ist zunächst: Naturbursche. Urwüchsiges unbekümmertes Temperament, jugenö-- licher, gutmütig-prahlhansischer Kraftmensch, der seine alte Mutter aufs Hüttendach setzt, der hals­brecherische Wagenfahrten macht, himmelhohe Bäume umhackt, mächtige Floße steuert und in einer gedie­genen Hochzeitskeilerei Sieger bleibt. DerSieger , der Draufgänger, als den wir ihn aus früheren Rollen kennen, kommt dann später immer mehr zum Durchbruch; Albers ist als Schauspieler durchaus Aktivist. Seine Vitalität gibt sich ganz an die Rolle hin und findet viele Möglichkeiten überzeugender Entfaltung. Wie weit er damit dem Charakter des Ibsenschen Helden entspricht oder nahe kommt, ist Auffassungssache. Jedenfalls ist er hier m allen Dingen mehr Abenteurer als Träumer, mehr Ge­waltmensch und Selfmademan als Phantast. Die Licbesfzenen und die lyrischen Passagen liegen fei» nem Wesen am allerwenigsten.