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worden. General Carmona hatte 1926 den dama­ligen demokratischen Ministerpräsidenten da Costa gestürzt und sich an die Spitze einer Militär­diktatur gestellt. Als Staatspräsident wurde er 1928 durch Volkswahl bestätigt. Carmona hat an dem Neuaufbau Portugals nach den langjährigen revo­lutionären Erschütterungen größtes Verdienst; durch seine mutige und ritterliche Art hat er sich beim portugiesischen Volk große Sympathien erworben. Nachdem er bereits vor zwei Jahren wiedergewählt worden war, war auch dies­mal seine Wiederwahl so gut wie sicher.

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Der spanische Außenminister teilte der Presse mit, daß der bisherige spanische Gesandte in Prag Agramonte zum Botschafter Spaniens in Berlin ernannt worden sei. Der neue Bot­schafter war bereits als Botschaftsrat längere Zeit in Deutschland tätig.

Der Erzbischof von Bordeaux, Kardinal A n d r i e u, ist gestorben. Der Erzbischof, der ein Alter von 55 Jahren erreicht hat, war seit Januar 1909 in Bordeaux.

Das Verbot der Wochenschrift Oer Aeichswart" wieder aufgehoben.

Berlin, 18. Febr. (DNB.) Das Verbot der WochenschriftDer Reichswart" ist wieder auf- gehoben worden, nachdem die amtliche Unter­suchung ergeben hat, daß der Herausgeber und verantwortliche Schriftleiter Graf E. Ne­ve n t l o w den Inhalt des Artikels, auf Grund dessen das Verbot ausgesprochen wurde und auch den jungen Mann, der den Artikel verfaßt hat, nicht gekannt hat, da er in der fraglichen Zeit schwer krank zu Bett lag, und nachdem Graf Reventlow versichert hat, daß er selbst den Inhalt des Artikels auf das schärfste mißbillige, und nachweisen konnte, daß dieser Artikel nur durch ein Versehen in der Zeitschrift Aufnahme ge­sunden hat.

Ein japanischer Sondergesandter verhandelt in China.

Schanghai, 18. Febr. (DNB.) In Schanghai ist der in Sondermission nach China entsandte ja­panische Generalleutnant Dohihara eingetroffen. Dohihara hatte Besprechungen mit dem Bürgermei­ster von Schanghai Wutschen und dem zur Zeit in Schanghai weilenden Vorsitzenden des Peipinger politischen Rates Huangfu, in denen er eine voll­ständige Einstellung aller japanfeind­liche nPropaganda forderte. Nur dann könne ein chinesisch - japanisches Einvernehmen erreicht werden. Dohihara verurteilte die chinesischen Orga­nisationen, Rundfunkstellen und Zeitungen, die sich für einen Boykott japanischer Ware ein­setzten. Diese Einstellung käme einem Krieg passiver Art gegen Japan gleich. Dohihara wird dem leiten­den Direktor der Bank von China die japani­schen Anleiheangebote an China, die üb­rigens in chinesischen Bankkreisen kühl ausgenom­men worden waren, erläutern. Dohihara wird sich auch für mehrere Tage nach Nanking begeben, um der Regierung die gleichen Gedankengänge vorzutragen. Der Besuch Dohiharas hatte in chine­sischen Kreisen Schanghais eine gewisse Nervosität ausgelöst. Man wollte von neuen japanischen Plä­nen hinsichtlich Schanghais wissen.

Aus aller Welt.

SOS-Ruf des verschollenen russischen Fliegers Goljubew. Hilfe in äußerster Jlot

Der Leiter der Kommission für die Rettung des seit dem 1. Februar verschollenen sowjetrussischen Flugzeugs unter der Führung Goljubew erhielt von der Bahnstation Jdschima (40 Kilometer von Archangelsk) einen Funkspruch folgenden In­halts:Ich, Goljubew, und zwei meiner Beglei­ter sind bereits 17 Tage unterwegs. Wir sind am Verhungern. Im Sumpf mußten wir not­landen und ließen das Flugzeug mit einem meiner Begleiter als Wache zurück. Meine beiden Beglei­ter und ich haben nur von Unrat gelebt und sind schwer krank. Ob der beim Flugzeug zurückge­bliebene Begleiter noch lebt, ist ungewiß. Erst heute hat uns ein Fischer bemerkt, der uns mit einem Gespann nach dem Dors Jdschima gebracht hat. Wir bitten um die Entsendung zweier Flugzeuge mit Arzt und Lebensmitteln." Bereits eine Stunde nach dem Eintreffen dieses Telegramms starteten zwei Flugzeuge, um den Fliegern Hilfe zu bringen. Gol­jubew ist einer der besten Flieger der Sowjetunion und hat seinerzeit Flüge in die Arktis unternommen.

Das große Batlfcff der Stadt München in Köln.

Das große Ballfest der Stadt München,L a - chende Kunst", das in sämtlichen Räumen des Kölner Messehofes stattfand, bildete den Höhepunkt der Kölner Vorkarnevals-Veranstaltungen. In den von Münchener Künstlern festlich geschmückten Räu­men feierten MünchenerKunst undKölner Frohsinn Triumphe. Viel Beifall erhielten das Ballett t>er bayerischen Staatsoper und der bekannte Komiker Weiß Ferdl. Im Verlaufe des Abends hielten der Schirmherr des Münchener Faschings, Staatsminister Esser, Oberbürgermeister Fieh - l e r und Oberbürgermeister Dr. Riesen Anspra­chen, in denen sie den im Vorjahre angebahnten Faschingsaustausch zwischen Köln und München fei­erten. Die Vertreter der beiden Städte tauschten dann künstlerische Ehrengaben aus. Jrn weiteren Verlauf des Festes erfolgte die Proklamation des Prinzen des Kölner Karnevals 1935. Die Münchener Fa­sch ingsgäste verließen Köln in einem Sonderzug, umjubelt von ihren Gastgebern, die sie in festlichem Zuge zum Bahnhof geleitet hatten.

Drei Tote bei einem Gasrohrbruch in Stuttgart

Einem schweren Gasunglück fielen im Stutt­garter Vorort Ostheim drei Menschenleben zum Opfer. Infolge Bruches eines Gasrohrs verbreitete sich in der Nacht im Erdgeschoß zweier Häuser Gas, das erst am nächsten Morgen bemerkt wurde. Als die Polizei die Erdgeschoßwohnung des einen Hau­ses öffnete, fand man von einer Familie den Vater und den 12jährigen Sohn t o t auf. Die Mutter und der 10jährige Sohn waren bewußtlos. In der Erdgeschoßwohnung des Nebenhauses wurde die Wohnungsinhaberin, eine Witwe, ebenfalls t o t aufgefunden. Der Untermieter war bewußtlos. Die drei Uebertebenben wurden sofort ins Krankenhaus eingeliefert, während zehn weitere Gasvergiftete in ihren Wohnungen belassen werden konnten. Die Ursache für den Leitungsbruch dürfte vermutlich in Setzungen des Boden zu suchen sein, die infolge star­ker Durchfeuchtung des Bodens in den vergangenen Wochen eingetreten sind. Auf welchem Wege das Gas in die beiden Häuser eingedrungen ist, bedarf der näheren Untersuchung.

Zugspihflug 1935.

Der Zugspitzflug 1935 wurde bei teilweise böigem, aber sonnigem Wetter von München aus durchgeführt. 58 Teilnehmer aus allen Gauen des Reiches erfüllten ihre Startverpflichtung. Entgegen dem ursprünglichen Plan war München Start- und Zielplatz. Der Abflug erfolgte nach Gruppen geord­net. Als Erster startete der Stellvertreter des Füh­rers, Reichsminister Rudolf Heß, der Sieger des vorjährigen Zugspitzfluges. Nach knapp IV2 Stunden trafen die ersten Bewerber wieder auf Oberwiefen- feld ein. Als Erster kam Schmitt (Bayreuth) an. Gleich darauf zog Reichsminifter Heß die letzte Schleife über Oberwiefenfeld zur Landung. Mehr oder weniger größer waren die Abstände der weiter nach München zurückkehrenden Flugzeuge. Allgemein hörte man, daß das böige Wetter den Flug erheb­lich erschwerte und daß die Auffindung der Sicht­marken nicht leicht war, so daß die Buchung von Gutpunkten zu wünschen übrig ließ.

verheerende Feuersbrunst in einer argentinischen Stadt. Bisher drei Tote, 31 verletzte.

In Rosario de Santa Fe (Argentinien) entstand infolge der Explosion einer Getreidetrocknungs­anlage eine gewaltige Feuerbrunft. Das ge­samte Personal der Berufsfeuerwehr und die Frei­willige Brandwehr der Eisenbahn bekämpften das Feuer. Es besteht große Gefahr des Uebergreifens auf den Getreidespeicher und Hafenanlagen. Bisher sind drei Tote und 31 teilweise schwer Verletzte geborgen worden. Verschiedene Arbeiter sind noch unter den Trümmern begraben.

Der Tod hinter den Kulissen.

Bei einer Theateraufführung des VereinsJung­steirer" in St. Marein in Steiermark ereignete sich ein eigenartiger Unfall. Es wurde das Stück Andreas Hofer" aufgeführt. Ein Mitwirkender, der 26jährige Wagnermeister Josef Zach, über­nahm es, hinter der Kulisse aus einem Revolver mehrere im Stück vorgesehene Schüsse abzufeuern. Zach benutzte scharfe Patronen und als Kugelfang ein großes holzstück. Auf das Stichwort krachten hinter der Bühne zwei Schüsse. Gleichzeitig hörten die Zuhörer einen Aufschrei. Eine der von Zach abgefeuerten Kugeln traf einen Ast in dem holz- stück, prallte ab und drang Zach in die rechte Brust­felle. Der unglückliche Schütze war sofort 10 t. Zugentgleisung in Rumänien. Bisher drei Tote.

In der Nähe von Constanza am Schwarzen Meer (Rumänien) e n t g [ e i ft e ein aus 60 Wagen bestehender Güterzug. 30 Wagen stürzten über die Böschung des Eisenbahndammes und wurden voll­ständig zertrümmert. Don dem Begleitpersonal des Zuges wurden mehrere Personen getötet und verletzt. Bisher wurden drei Tote geborgen. Der Sachschaden ist sehr bedeutend.

Die Grippe-Epidemie in französischen Garnisonen. Neuerdings fünf Todesopfer.

Die Grippe-Epidemie hat weitere T 0 - desopfer in den französischen Garnisonen gefor­dert. In Bourges ist ein Stabsarzt, der die Er­krankten behandelte, an den Folgen der Ansteckung gtz st 0 r b e n. In Limoges wurden innerhalb einer Woche vier Todesopfer der Grippe in der dortigen Garnison verzeichnet. In Brive sind die Rekruten

des 126. Infanterie-Regiments wegen der Grippe- Epidemie für 14 Tage beurlaubt worden.

Ein amerikanischer Neger zum Tode durch den Elektrischen Stuhl verurteilt.

In Nashville (Tennessee) wurde ein Neger wegen eines Ueberfalles auf ein 14jähriges weißes Mädchen zum Tode durch den Elektrischen Stuhl verurteilt. Im Dezember v. I. hatte bereits eine Volksmenge versucht, das Gefängnis, in das der Neger nach feiner Verhaftung gebracht worden war, zu stür­men, um den Neger zu lynchen. Durch das Ge­wehrfeuer der Nationalen Garde waren damals vier Personen getötet worden.

Sich selbst gerichtet.

Der 33 Jahre alte Johann Z i r n g i b l aus Wil­lersdorf bei Abensberg in Bayern, der, wie gemel­det, die Bauerntochter Therme Lehner aus Wil­lersdorf erschossen und die Hausangestellte Anna G 0 e ß w a l d aus Wildenberg durch einen Schuß schwer verletzt hatte, hat sich in der Nähe von Rohr bei Regensburg erschossen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Vom Ostatlantik her setzt sich noch äußerst starke Wirbeltätigkeit fort, führt jedoch jetzt von England in mehr nordöstlicher Richtung über Skandinavien hinweg. Dabei ist zunächst einmal bei uns ab­steigende Luftbewegung und mit ihr Aufheiterung eingetreten. Vor Norwegen liegt ein kräftiger Sturmwirbel, der einen kräftigen Ausläufer nach Irland zu entwickelt hat, an dessen Rückseite kältere Luft unter heftigem Druckanstieg vorstößt. Er wird auch auf unser Wetter Einfluß nehmen. Außerdem zieht vom Ozean her bereits ein neuer Wirbel heran.

Aussichten für Mittwoch: Wieder un­beständig und überwiegend bewölkt, mit einzelnen Regenfällen, bei lebhaften über West nach Nord- west drehenden Winden im ganzen frischer.

Aussichten für Donnerstag: Bei leb­haften südwestlichen Winden milder und wieder verstärkte Niederschlagsneigung.

Lufttemperaturen am 18. Februar: mittags 9,4 Grad Celsius, abends 6,3 Grad; am 19. Februar: morgens 4,6 Grad. Maximum 9,4 Grad, Minimum 3,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Februar: abends 4,3 Grad; am 19. Februar: morgens 3,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 0,1 Stunden.

Wintersport.

Schwarzwald: Feldberg: heiter, 0 Grad, 117 Zentimeter Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel gut.

Alpen: Garmisch-Partenkirchen: heiter, 5 Grad, 12 Zentimeter Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck und Verlag: Drühl'sche Universitäts-Buch- and Steindruckerei

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