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Kunst und Wissenschaft

drei Monate. . .

die Agitation der Stommuniften, die auch

Dc. Erwin Liek f.

Im 58. Lebensjahre ist der in ganz Deutschland bekannte Arzt und Schriftsteller Dr. Erwin Liek an einem Herzleiden g e st o r b e n. Mit ihm hat die deutsche Aerzteschaft einen ihrer angesehensten Vor­kämpfer verloren. Die letzten Jahre seines Lebens hat er ganz der Krebsforschung gewidmet; neue Wege wies er in seinen BüchernKrebsver- breitung, Krebsbekämpfung, Krebsverhütung" und Der Kampf gegen den Krebs", indem er den Ge­danken der Krebsoerhütung in den Vordergrund stellte, der in der Zukunft zweifellos eine bedeutende Rolle spielen wird. Seinen Ruf als Schriftsteller und vorbildlicher Arzt verdankt er vor allem seinem in 40000 Exemplaren verbreiteten Buche:Der Arzt und seine Sendun g", das noch auf Generationen hinaus richtunggebend für die Er­ziehung der deutschen Aerzteschaft bleiben wird. Auch sein Werk überDas Wunder in der Heil­kunde" fand weiteste Verbreitung; es eröffnet innerhalb der Aerzteschaft neue Erkenntnisse und schuf die Voraussetzung für eine freie, vorurteilslose Behandlungsweise. In seinem Werk über dieScha­den der sozialen Versicherung" deckte er schwere Mißstände auf und gab den Anstoß zu einer wesent­lichen Umgestaltung. Alle diese Bücher sind in I. F. Lehmanns Verlag, München, erschienen.

Der Kampf um den absoluten Rullpunkt.

Der holländische Professor Haas in Leyden hat in seinem Laboratorium einen neuen Kälte­grad erreicht, und zwar ist es ihm gelungen, eine Temperatur von 19 Tausendstel Grad Celsius über dem absoluten Nullpunkt von 273 Grad unter Null herzustellen. Professor Haas hat damit seinen eignen Rekord vom Juli 1933 geschlagen.

Gießener Künstler

Verstärkte Landesverteidigung in der Schweiz.

Volksabstimmung über Verlängerung der Dienstzeit.

In der Schweiz herrscht zux Zeit eine starke politische Bewegung. Zunächst ist es die Reform der Bundesverfassung, die von den jun-

Hamburgs Entwicklung im nationalsozialistischen Mich.

Hamburg, 18. Febr. (DNB.) Die i n d u - strielle Aufwärtsentwicklung Hamburgs feit der Machtübernahme ergibt sich einwandfrei aus folgenden Zahlen: Vor dem Kriege gab es hier rund 1200 Industriebetriebe mit 130 000 bis 150 000 Arbeitern. Im Jahre 1931/32 war die Zahl der Jndustrieunternehmungen auf unter 1000, die der darin beschäftigten Personen auf 60 000 bis 70 000 -mrückqeqangen. Heute wird der Stand der ham­burgischen Industrie auf etwa 1100 B e t riebe mit 80 000 bis 90 000 Arbeitern geschätzt. Auch auf dem Baumarkt zeigt sich ein gewal­tiger Aufschwung. Die Aufwendungen für Neubauvorhaben für das erste Halbjahr 1934 beziffern sich auf 25 Millionen Mark Hmzu kommt die Sanierung der Altstadt, tue noch nach Jahrhunderten den Aufbauwlllen der nationalsozialistischen Regierung bekunden wird. Innerhalb von zehn Jahren sollen in der Altstadt 30 000 neue Wohnungen zu geringen Mieten gebaut werden. Umfangreiche Ardeits- Programme für Instandsetzung Ergänzung und Umbauarbeiten an Seeschiffen und Bin­nenschiffen für die Wasserversorgung der Marsch- und Vierlande für Deich­bauten und viele andere Zwecke sind bereits m An­griff genommen.

vorhandener kleinerer Einzelinstitute planvoll z«- sammenzufassen und der bisher vom Staat nicht hinreichend geförderten Musikforschung erstmalig eine großzügige Arbeitsmöglichkeit und eine zentrale Heimstätte zu bieten. Als eine der wichtigsten Aus« gaben des Instituts, die dieses gemeinsam mit den maßgebenden Wissenschaftlern in den deutschen Landschaften durchzuführen habe, bezeichnete der Minister die Wiederaufnahme der Erforschung und Veröffentlichung der musikali- schen Denkmale aus den früheren Kulturepochen. Auf diesem Gebiete war in der Ungunst der Nachkriegsjahre schließlich fast em Stillstand eingetreten. Reichsminister R u st betonte, daß hier alle Kräfte von neuem anzusetzen seien, und stellte eine weitgehende ideelle und finanzielle Förderung der wichtigsten Arbeiten in Aussicht.

Des Führers Glückwünsche für Sven hedin.

Der Führer und Reichskanzler hat an Sven Hedin, der zur Zeit auf einer Forschungsreise in Asien weilt, folgendes Glückwunschtele­gramm gesandt: ,,

Zu Ihrem 70. Geburtstage spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche aus. Sie gelten nicht nur dem großen Forscher und Gelehrten, son­dern auch dem stets bewährten Freunde des deut­schen Volkes. Mit mir gedenkt ganz Deutschland heute Ihrer in Dankbarkeit und mit den aufrich­tigsten Wünschen. (Gez.) Adolf Hitler.'

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Reichsminister Rust hat an Sven Hedin fol­gendes Telegramm gerichtet:

An Ihrem heutigen 70. Geburtstag gedenkt die deutsche Wissenschaft Ihrer unvergleichlichen Lei­stungen als Forscher, gedenkt die deutsche Jugend Ihres kühnen Entdeckermutes, gedenkt das ganze deutsche Volk des Mannes, der den Wiederaufstieg Deutschlands seherisch ooraussah. Gez. Rust.

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Dr. Sven Hedin hat seiner in Stockholm woh­nenden Schwester aus Nanking telegraphisch mrt- geteilt, daß er sich bei ausgezeichneter Gesundheit befindet. Am 21. Februar hält Dr. Hedin einen Vortrag vor der chinesischen Regierung. Nach kur­zen Besuchen in Hankau und Schanghai tritt Dr. Hedin von Nanking aus die Rückreise über Peipmg und Moskau nach Stockholm an.

Deutscher Spitzenfilm in Vorbereitung. Empfang der Mitwirkenden bei Reichsminister Dr. Goebbels.

Reichsminifter Dr. Goebbels empfing aüe an der Herstellung des von der Ufa geplanten Films ,D i e heilige Johanna" beteiligten Künstler, um ihnen in einer Ansprache darzulegen, mit wel­cher Erwartung die deutsche Öffentlichkeit gerade auf dieses im Laufe dieser Woche ins Atelier gehende Filmwerk blicke. Der Film liege! in der Linie der von ihm in seiner kürzlichen Rede im Hamackhaus angedeuteten filmpolitischen Entwick­lung, der Herstellung einiger richtungged en = der Schöpfungen, die für das gesamte deutsche Filmschaffen im eigenen Lande und irt der Welt beispielsweise sein sollen. Er ersuchte alle Reteillg- ten, sich mit besonderem Eifer und künstlerischer Leidenschaft an der Schaffung dieses Filmwerkes zu beteiligen, das nur in der solidarischen menarbeit aller Mitwirkenden eine wirkliche Spitzenleistung der deutschen Filmproduktion werden könne. Anschließend besichtigte Relchsmim-

auf einer Frankfurter Ausstellung.

Auf der gegenwärtig vom Frankfurter Kunstver­ein veranstalteten AusstellungDeutsche Gold- schm i e d e p o r t r ät s" ist, wie man uns mitteilt, auch der Gießener Maler Heinrich Will mit einem Bildnis des Gießener Metallbildhauers Heinrich K ü ch e l vertreten. Die Ausstellung ist das Ergeb­nis eines Wettbewerbes, der auf Anregung von Generalkonsul Dr. Roselius, Bremen, unter deutschen Porträtmalern ausgeschrieben wurde, zeigt die bedeutendsten Stücke und gibt einen guten UeberMck derzeitiger Porträtkunst. Metallbildhauer Küchel wurde vom Frankfurter Kunstverein auf­gefordert, handgetriebenen Schmuck dazu auszu­stellen.

Kleine politische Nachrichten.

Die Beisetzung des Luftschiffführers Hans Kurt Flemming fand in Friedrichshafen unter Beteiligung einer großen Trauergemeinde statt, in der man u. a. Vertreter des Reichsluftfahrtministe­riums und der Lufthansa, sowie die gesamte Besatzung desLuftschiffesGrafZep- p e l i n", an deren Spitze Dr. Eckener, Kapitän Lehmann und Chefkonstrukteur Dr. Dürr be­merkte. Nach der Gedenkrede des Pfarrers Duisberg sprachen u. a. Dr. Eckener und als Vertreter des Reichsluftfahrtsministeriums Luftschiffkapitän Breit­haupt. *

Um den Fehlbetrag in der Außenhan­delsbilanz zu verringern, hat die italieni­sche Regierung beschlossen, die Einfuhr jener Waren, die hauptsächlich diesen Fehlbetrag Hervorrufen, von der Erteilung von Einfuhrerlaub­nisscheinen abhängig zu machen, um die Haupt­lieferungen des Auslandes zur Erzielung eines größeren Gleichgewichtes im Güterverkehr mit den einzelnen Ländern zu regeln und die Ausfuhr italienischer Produkte als Gegenleistung für ge­währte Einfuhr fremder Erzeugnisse sicherzustellen.

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Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat in der G o l d k l a u s e l f r a g e entschieden, daß die Aufhebung der Goldklausel bei Verpflich­tungen der amerikanischen Regierung verfassungs­widrig, bei privaten Verpflichtungen jedoch zulässig ist, so daß die Gesellschaften, die Bonds mit einer Goldklausel aufgelegt haben, in Papierdollar bezahlen können. Die USA.-Staatsanleihen müssen mit 1,69 Dollar je Papierdollar Nennwert eingelöst werden. Es ist anzunehmen, daß die Regierung eine um günstige Auswirkung auf die Staatsanleihen ver­hindern wird.

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Der bisherige Staatspräsident von Portugal Carmona ist mit einer Mehrheit von 85 v. H. aller abgegebenen Stimmen wie- herum zum Präsidenten der Republik gewählt

gen Richtungen fast aller Parteien aufgeworfen wurde und zum Gegen st and einer Volks­abstimmung gemacht werden soll. Da aber das Ziel einer Verfassungsrevision nicht klar genug herausgestellt werden konnte, denkt man sich dar­unter etwas ganz Verschiedenes. Der eine Teil der Reformer will auf eine Stärkung der Zen­tra l g e w a l t des Bundes hinaus, während andere Kreise die Einführung einer Art korporativen Systems im Auge haben. Da­her hat die katholisch-konservative Par­tei nur in recht vorsichtiger Form die Unter­stützung des Referendums empfohlen, die frei­sinnig-demokratische Partei aber lehnt das ganze Projekt als noch unzeitgemäß ab. Es ist aber nicht abzusehen, ob die Bevölkerung selbst sich hinter die Parteien stellt. Bisher sind freilich alle Versuche, an der Bundesverfassung etwas Ent­scheidendes zu ändern, aussichtslos gewesen, weil man in der Schweiz den politischen Neuerunaen wenig geneigt ist. Dabei darf aber nicht übersehen werden, daß die letzten Jahre der Krise und der politischen Umstellungen in den größten Nachbar­ländern, auch die politischen Auffassungen in der Schweiz erheblich aufaelockert haben.

Wichtiger ist allerdings die Volksabstimmung über die Schweizer Wehrvorlagen, die am 23. und 24. Februar stattfindet. Daß die Volks­vertretung im Vorjahre rund 100 Millionen Franken für die Verstärkung der Lan­desverteidigung bewilligte, hat damals ein gewisses Aussehen hervorgerusen. Es war ein Zeichen dafür, daß auch im Gastlande des Völker­bundes das Vertrauen zu den Friedensinstitutionen nicht sonderlich groß geworden ist. Die Schweiz fürchtet, bei einem Zusammenprall großer Mächte überrannt zu werden. Sie verstärkt daher ihre Befestigungen an den Grenzen, häuft Munition und Waffen an, schafft sich eine modernen An­sprüchen genügende Organisation der Mobilmachung, um die Grenzen im Augenblick der Gefahr schnell zu besetzen. Unter dem Schutze solcher Maßnahmen soll bann die eigentliche Mobilmachung erfolgen.

Das Kernstück der Wehrvorlage ist die Ausdeh­nung der Dienstzeit auf mindestens

ßen Teil der Sozialdemokraten ins Schlepptau ge­nommen haben. Die Opposition hofft, allerlei Unzu­friedene, die au5 wirtschaftlichen Gründen mißge­stimmt sind, für ihre Stellung zu gewinnen. Die Re­gierung selbst ist nicht untätig, ihre Mitglieder hal­ten überall Vorträge, um die nichtmarxistischen Par­teien in ihrer zustimmenden Haltung zu stützen.

Jedenfalls ist es für die Schweizer eine Lehre, ihre Sozialdemokraten und Kommunisten in dieser Rolle zu sehen. Man hat in der Schweiz oft genug allzuviel Nachsicht für jene Kreise gehabt, denen der Gedanke der Landesverteidigung ein Greuel ist. Man hat insbesondere geduldet, daß die marxistischen Gruppen sich in einer kaum zu über­bietenden Gehässigkeit gegen das benachbarte Deutsche Reich und gegen den Nationalsozialismus wandten. Jetzt stehen sie im Kampfe gegen ihre eigene Regierung, die sich auf alle Traditionen der Demokratie berufen muß, um eine lebenswichtige Gesetzvorlage in der Volksabstim­mung zu retten. Daß die Schweiz ganz gewiß kei­nenMilitarismus" treibt, ist bekannt. Von den 483 Millionen Franken der Bundesausgaben im Jahre 1934 nahm das Heer nur 90 Millionen für sich in Anspruch.

Bundespräsident Minger für die neue Wehrvorlage.

fter Dr. Goebbels die Modelle und Skizzen zu diesem Film, die von seinem Regisseur U c i ck y er­läutert wurden. Sie sind in monatelanger Vorarbeit von den Architekten Herlth und Röhrig herge­stellt worden.

Der Film als Lehrmittel in den Hochschulen.

Der Reichserziehungsminister Rust hat 1934 die Reichsstelle für den Unterrichtsfilm geschaffen, um die Schulen mit Schmalfilmgeräten und Unterrichtsfilmen zu versorgen und dadurch die Verwendung des Films als Lehrmittel im Klassenunterricht zu ermöglichen. Bis Ende des Monats werden gegen 2000 Vorführ-Gerate und über 6000 Filmkopien den Schulen zur Verfügung stehen Die Herstellung von vorerst zehn neuen Un­terrichtsfilmen ist im Gang. Reichsminister Rust hat nun bestimmt, daß der Reichsstelle eine Abteilung Hochschulfilm angegliedert wird, die eine ver­mehrte Verwendung des Films an den Hochschulen anregen und den Austausch, den Ankauf und die Herstellung oder Finanzierung solcher Filme fördern oll die für den Hochschulunterricht von Bedeutung ind. Die Reichsstelle wird die Hochschulen und wis- enschastlichen Institute bei der Gerätebeschaffung unterstützen und für den Austausch von Filmen mit dem Ausland Sorge tragen. Es wird dabei die Eigenart, Initiative und wissenschaftliche Selbstän­digkeit der Hochschulen gewahrt bleiben. Der Abtei­lung Hochschulfilm wird ein Kuratorium von Hoch­schullehrern bei gegeben werden.

Das Erbe deutscher Musik. Reichsminister Rust vor den Musikwissenschaftlern der deutschen Hoch­schulen.

Im Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung fand dieser Tage eine Arbeits­tagung der führenden Musikwissen­schaftler Deutschlands statt, auf der neue Pläne für die Hebung und Betreuung des über­kommenen m u f i k a l i f ch e n E r b e s d e s d e u t - schen Volkes beraten wurden. Reichsminister Rust hob in seiner .Begrüßungsansprache hervor, welch unermeßlichen Werte die Meister der deutschen Musik vergangener Zeiten geschaffen hätten und wie viel von dem verpflichtenden Erbe noch der Ver­gessenheit zu entreißen und einem lebendigen Er­klingen im Volke zu erschließen sei. Er gab bekannt, daß im kommenden Frühjahr in Berlin ein In­stitut für deutsche Musikforschung er­stehen werde, das bestimmt sei, eine Reihe schon

schen haben sie ein gewisses Druckmittel in der Hand. Starke Strömungen in den USA. haben von der nordamerikanischen Regierung die Rücknahme der Anerkennung des jetzigen Regimes in Mexiko gefordert. Sie find damit zwar nicht durchgedrun­gen, aber immerhin ist es ein Warnungszeichen für Mexiko, den Bogen in der Kirchenfrage nicht zu überspannen. Der Amtsvoraänger des Präsiden­ten Cardenas, Abelardo Rooriguez, hatte in den letzten Wochen eine Reise nach Nordamerika angetreten und war dabei Mittagsgast bei Roose- 1 oelt. Daß beide sich bei ihrem zweistündiaem Zu- fammenjein nicht über das Wetter unterhalten ! haben, dürste wohl klar sein. Rodriguez ist nach 1 dieser Zusammenkunft ziemlich plötzlich nach Los 1 Angeles zum ehemaligen Präsidenten Calles ge- - reift, der noch immerder starke Mann Mexikos" 1 ist, und hat trotz dessen Krankheit mit ihm lange Besprechungen geführt. Rodriguez ist dann nach Mexiko zurückgekehrt, um von Präsident Carde­nas schon auf dem Bahnhofe persönlich begrüßt zu werden.

Worüber haben sich nun aber Rodriguez und Roosevelt in Washington unterhalten? Was hat Rodriguez dem obersten Führer der mexikanischen , Revolution, Calles, in Los Angeles berichtet und was sind die Aufträge, die dieser für Carde­nas mit auf den Weg gegeben hat? Man weiß es nicht, man kann nur Vermutungen anstellen. Maß­gebenden Kreisen nahestehende Persönlichkeiten wol­len wissen, daß in Kürze der übergroße Ra­dikalismus abgeblafen werden soll. Man munkelt von der bevorstehenden Entfernung des einen ober anderen besonders radikalen Kabinetts­mitgliedes, und spricht überhaupt von einer Reorga­nisation der Regierung, bei welcher Gelegenheit der frühere Präsident Rodriguez wieder einen Ka- binettsvosten erhalten würde. Man munkelt, daß der Kirchenkonflikt begraben werden, und daß den Propheten des Kommunismus etwas stärker auf die Finger gesehen werden soll. Gerade an letzterem Punkte dürften die Vereinig­ten Staaten besonders interessiert sein, angesichts des Anwachsens des Kommunismus im eigenen Lande. Es scheint, daß Präsident Roosevelt gewisse Zusicherungen bekommen hat; werden sie erfüllt, so wird er vielleicht als Gegenleistung der mexikani­schen Regierung zu einem nicht zu unterschätzenden Prestigegewinn verhelfen. Er will nämlich schon im kommenden Sommer nach Mexiko kom­men und drei oder vier Tage in der Hauptstadt bleiben. Es dürfte wohl in der mexikanischen Ge­schichte eine Erstmaligkeit darstellen, daß das Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten der süd­lichen Nachbarrepublik einen Besuch abstattet.

Mexiko protestiert gegen eine Einmischung Washingtons in den Kirchenstreit.

Mexiko, 17. Febr. (DNB.) Senator Borah hat Untersuchung der mexikanischen Religionsfrage durch den Senat der Ver­einigten Staaten von Nordamerika beantragt. Dazu erklärte W Präsident des n a t i o n a l r evo­lutionären Kammerblocks, der Antrag, der das Ergebnis einer aufwieglerischen Agitation einiger klerikaler verdünn­ten mexikanischen Politiker sei, wurde die herzlichen auf gegenseitiger Achtung basierenden Beziehungen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten schädigen und einen verderblichen internationalen Präzedenzfall schaffen, falls er vom Senat der Vereinigten Staa­ten angenommen würde. Der mexikanische Kammer­block protestiere energisch gegen den An­trag Borahs. Der Kammerblock beschloß eine Protest­botschaft an den nordamerikanischen Kongreß, in der die Erwartung ausgesprochen wird, daß bte Volksvertreter in den Vereinigten Staaten den An- nahestehende Blätter, darunter dieLibre Bel- gique", an dem Verbot der Regierung Kritik ge­ll b t hatten.

Basel, 18. Febr. (DNB.) Am letzten Sonntag vor der Volksabstimmung über die Wehrvorlage sprach Bundespräsident M i n g e r in Bern vor etwa 7000 Menschen. Alle militärischen und bür­gerlichen Vereine der Stadt waren aufmar­schiert, ferner die studentischen Korpora­tionen mit ihren Fahnenabordnungen. Bundes­präsident Minger erinnerte daran, daß in ernsten Augenblicken her Berner Bär noch im­mer auf feinem Posten gestanden habe. Wichtiger noch als die Londoner Neutralitätsver­pflichtung sei der Wille zur Verteidigung der Heimat. Die neue Wehrvorlage über die Verlängerung der Ausbildungszeit in den Rekruten­schulen' sei ein wichtiger Bestandteil des Aufbaues der Landesverteidigung. Deshalb hätten die Kom­munisten den Volksentscheid dagegen beantragt in dem Bestreben, den Staat zu vernichten. Die Ver- -n ii/te n uui uiiHvt Sammlung genehmigte einstimmig eine Hiergegen wendet sich besonders Entschließung im Sinne der Annahme Kommunisten, die auch einen gro-1 der Vorlage.

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