Ausgabe 
19.2.1935
 
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mischen müsse man zunächst verstehen, daß der Völkerbund, der sich um die Lösung des man­dschurischen Konfliktes mit wenig Glück durch die Entsendung der Lytton-Kommission bemüht habe, in vem abessinisch - italienischen Streitfall bisher nichts unternommen habe, obwohl beide Länder dem Völkerbund angehörten und obwohl die Entfernung zwischen Abessinien und dem Sitze des Völkerbundes nicht so weit wie diejenige nach dem Fernen Osten sei. Die japanische Außenpolitik habe nie geleugnet, daß Japan politische und

wirtschaftliche Interessen in Abessi- n i e n habe. Der italienische Vormarsch in Abessi­nien habe in Japan kein Verständnis ge­funden, das mit großer Sorge die weitere Entwicklung verfolge. Die Stellung der japanischen Regierung zu diesem Konflikt sei i n R o m wohl bekannt. Die politischen Kreise Japans hofften, daß den von Italien bereits getroffenen Maßnah­men nur ein demonstrativer Charakter zu­komme.

Charakter nicht gefestigt genug ist, um den Lockun­gen des Geldes oder den Einflüsterungen eines ver­derblichen Geistes zu widerstehen. Das deutsche Volk erkennt an diesem Urteil, daß sein Bestand und seine Ehre unter nationalsozialistischer Füh­rung bis zum letzten gewahrt werden und Ver­brechen gegen das Leben der Nation ohne Ansehen der Person geahndet werden.

Im Landesoerratsprozeß S o s n o w s k i stand ein Ausländer, der ehemalische polnische Ritt­meister Georg von Sosnowski, vor dem höch­sten deutschen Gericht dem Volksgerichtshof der in dem Glauben handelte, durch Spionage sei­nem Vaterlande dienen zu können. Das hat ihm das Leben erhalten, wenn er auch bis zum Tode hinter Zuchthausmauern bleiben wird. Mit ihm aber waren deutsche Staatsangehörige, deutsche Frauen, Trägerinnen alter und angesehener Adelsnamen, des schimpflichsten Verbrechens ange­klagt, das es nach der Grundauffassung des neuen Staates gibt: sie wurden überführt, für Judaslohn, für hohe Summen Geldes wichtige Geheimnisse ihres Vaterlandes verraten zu haben. Ein Fall, gegen den sich das Gerechtigkeits- und Ehrgefühl des letzten Volksgenossen empört. Ein Fall von niedri­ger Gesinnung, gegen den die ganze Strenge und Schärfe des Gesetzes sich zu richten hatte.

Zu der ehrlosen Handlung kommt noch das frevle Spiel der Täter mit dem Namen und den Ver­diensten der Vorfahren, kommt noch die Besudelung ältesten deutschen Adels. Beide Verräterinnen ge­hörten Familien an, deren Namen in Deutschland einen hohen Klang haben und die gerade deshalb zu letzter Treue und Hingabe an das Vaterland verpflichtet waren. Beide Familien sind alte preu­ßische Adelsgeschlechter, aus denen hervorragende militärische Führer und Generalstäbler hervorge- gangen sind und die unserem Volke die größten Dienste in Krieg und Frieden geleistet haben. Das ruhmreiche Wappen dieser Geschlechter muß rein- gehalten werden von den Rostflecken der Zeit. Für den vollendeten Landesverrat kennt das neue Recht nur die Todesstrafe. Wer seinem Vaterlande in den Rücken fällt, wird restlos aus der deutschen Volksgemeinschaft ausgemerzt.

Massen der Deutschen Arbeitsfront. Auf beiden Seiten der Rednertribüne waren die Fahnen zu Gruppen zusammengezogen, umlodert von den Flammen zweier Feuerpylone. Die Wehrmacht, die Landes- und Schutzpolizei und die Behörden hat­ten zahlreiche Vertreter entsandt. Gauamtsleiter Dr. B e n z i n g eröffnete die Kundgebung. Darauf sprach Hauptamtsleiter Pg. H i l g e n f e l d. Viele seien vom Gedanken der Schicksalsverbundenheit erfaßt, die im Winterhilfswerk ihren erhebendsten Ausdruck fände. Viele aber gebe es noch, die ab­seits ständen. Es sei Pflicht des Volksgenossen, den ersten Schritt zu tun, damit der Gedanke der Volksgemeinschaft wahr wird, und nicht auf den Schritt des Volkes zu warten. Für ein Volk spen­det man nicht, man opfert. Es kommt darauf an, was ein jeder für fein Volk getan hat, wenn er dereinst gefragt wird. Nur die Arbeit für das Volk ist wichtig. Alle, die sich für die NSV. und das WHW. einsetzen und Opfer geben, schaffen für das Volk.und ermöglichen dem Führer den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Wir alle b e - kennen uns zum Volk, zum Kampf im Auf­bau, wir find einig im Bekenntnis zum ewigen Deutschland.

Nach den großen Veranstaltungen des Sonntags begann am Montag mit einer feierlichen F l a g - genhiffung die Schulungs- und Ar­beitstagung im Kneippkurhaus in Wilhelms- Höhe. Amtsleiter A l t h a u s sprach über Sinn und Zweck dieser ersten Reichstagung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt. Hauptamtsleiter Pg. Hilgen- f e l d machte grundsätzliche Ausführungen über die Arbeit der NSV. und die große Verantwortung, die dieser jungen Organisation im neuen Reich zu­kommt. Nach ihm sprach der Reichsschulungsleiter Hauptamtsleiter Dr. Frauendorfer über die politischen Aufgaben des nationalsozialistischen Er­ziehungswerkes im neuen Deutschland, lieber die Grundfragen nationalsozialistischer Volkswohlfahrts­politik referierte Amtsleiter A l t h a u s. Zu diesem Vortrag hatte Gauamtsleiter S p i e w o ck (Berlin) das Gegenreferat übernommen. Die Reihe der Vor­träge wurde beendet mit einem Vortrag von Amts­leiter Dr. Barthels vom Hauptamt für Volks­gesundheit.

mehrere Personen vom Sturm zu Boden geworfen. Ein 18jähriges Mädchen erlitt einen Schädelbruch. In Vlisfingen wurde ein junges Mädchen vom Sturm vor eine Straßenbahn geschleudert und g e - tötet. Bei Herzogenbusch wurde der Direktor des Krankenhauses in Amersfoort, Dr. V e r b e ck, mit seinem Kraftwagen vom Sturm von einem Deich in die Maas geschleudert und ertrank.

Neue Lawinenstürze in der Schweiz und in Tirol.

Infolge des Tauwetters werden neue Lawi­nenunfälle in den Bergen Tirols gemeldet. So ist die Luckferhütte am Großglockner durch eine La­wine zerstört worden. Im Virgental in Osttirol wurde der Aussichtsjäyer Johann Unterwurz- ach er von einer Lawine getötet. Im Gurgl im Oetztal wurden das HotelGurgl" und eine Pen­sion durch eine Lawine beschädigt.

Trotz mehrfacher Warnungen unternahmen zwei Skiläufer eine Abfahrt vom Nebelhorn. Beim Kal­ten Brunnen wurden sie von einer Lawine über­rascht und verschüttet. Ein dritter Skiläufer, der den Vorfall beobachtete, alarmierte sofort eine Ret­tungsexpedition, der es auch bald gelang, einen der Verschütteten, Johann Eckhardt aus München, lebend und unverletzt zu bergen. Sein Begleiter, Jo­hann Hutter aus Neuburg a. d. Donau, wurde bis jetzt noch nicht aus den Schneemassen befreit. Es besteht kein Zweifel, daß der Skifahrer den Tod gefunden hat.

Oberhalb von Ponttesina zwischen dem Roseg- Gletscher und der Coa-Hütte ereignete sich ein schwe­res Lawinenunglück. Eine Filmgesellschaft von zehn Personen einer schweizerischen Gesellschaft war mit Aufnahmen für den FilmDie weißen Teufel" beschäftigt, als plötzlich an einer Stelle, wo sonst keine Lawinen niedergehen, sich eine Schnee­lawine loslöste. Drei Personen wurden verschüttet, Es gelang, einen der Verschütteten, den Skifahrer Maurer aus Davos, leicht verletzt zu bergen. Da­gegen lagen die beiden anderen so tief unter dem Schnee, daß sie erst nach längerer Zeit t o t gebor­gen werden konnten. Es handelt sich um die 28jäh- rige Frau des Oberregisseurs Kern aus Bern und um den bekannten schweizerischen Skifahrer Beni Schührer aus Graubünden. Die Coa-Hütte liegt etwa 2390 Meter hoch und ist der Ausgangspunkt für Touren nach dem Fextal und nach dem Piz Rofeg.

Das Gaarabkommen unterzeichnet.

Ein Treuhänderbezirk Saarland-Pfalz.

Rom, 18. Febr. (DNB.) Die Unterzeichnung der Abkommen über die Rückgliederung des Saar­gebietes an das Reich hat in Neapel in Gegen­wart des Vorsitzenden des Dreierausschusses Baron A l o i s i stattgefunden. Baron Aloisi dankte den beteiligten Delegationen für die geleistete Arbeit. Er dankte auch dem Vertreter der Regierungs­kommission des Saargebietes, Präsident Knor, und den Mitgliedern des Finanzausschusses des Völker­bundes. Botschafter von Hassel stattete den wärmsten Dank für die Mitarbeit der italienischen Herren ab. Seinen Ausführungen schloß sich der französische Botschafter C h a m b r u n an. Nach der feierlichen Unterzeichnung der Schlußvereinbarun­gen begaben sich die Botschafter Deutschlands und Frankreichs in Begleitung der beiden Delegationen und der Mitglieder des Dreierkomitees auf Ein­ladung des Vorsitzenden Baron Aloisi nach Capri zu einem gemeinsamen Frühstück.

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Der Reichsarbeitsmini st er hat in der 9. Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit bestimmt, daß mit dem Tage der Rückgliederung des Saarlandes in das Reichsgebiet aus dem Saarland und dem bayerischen Landesteil Pfalz das Wirtschaftsgebiet des Treuhänders der Arbeit Saarland-Pfalz gebildet wird. Mit dem gleichen Tage scheidet der bayerische Lan­desteil Pfalz aus dem Wirtschaftsgebiet des Treu­händers der Arbeit Bayern aus. Als Sitz des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Saarland-Pfalz wird Saarbrücken bestimmt.

Zur Rückgliederung des Post- und Fern- meldewefens des Saarlandes in die deutsche Reichspost vom 1. März an hat der Reichspost­minister eine Verordnung erlassen. Die jetzt schon bestehende Oberpostdirektion Saarbrük- ken wird in eine Reichspostdirektion um­gewandelt, die vorhandenen Verkehrsanstalten, dar­unter auch das Postscheckamt in Saar­brücken, bleiben bestehen. Vom 1. März an gelten im Saarlande die Postwertzeichen und im wesentlichen auch die Gebührensätze der Deutschen Reichspost. Der Post- und Fernmeldebetrieb er­leidet keinerlei Unterbrechung.

Studentinnen ata Fabrikarbeiterinnen.

DNB. K önigsberg, 18. Febr. Um die natio­nalsozialistische Verbundenheit zwischen Studentinnen und Arbeiterinnen noch enger zu gestalten, und um den Studentinnen einmal eine Einblicksmöglichkeit in die Arbeit der Fabrikarbeiterinnen zu geben, hat das Frauenamt der Deutschen Arbeits­front in Königsberg eine Aktion eingeleitet, die erfolgreich verlaufen ist. 21 bedürftige Arbeiterinnen, die längst eine längere Er­holung nötig gehabt hätten, haben für vier Wochen ihre Arbeitsplätze an 21 Stu­dentinnen abgetreten, die während der Semesterferien nun die Plätze der Arbeiterinnen einnehmen werden. Die Arbeiterinnen sind für die gleiche Zeit, z. T. mit der N S. - G e rn e i n - schäftKraft durch Freude", für vier Wochen verschickt worden, z. T. werden sie in Ostpreußen Gelegenheit z u ausrei­chender Erholung haben. Betriebsführer haben namhafte Zuschüsse zur Unterbringung dieser Arbeiterinnen in Erholungsheimen geleistet. Es wird dabei nicht verkannt, daß eine Ausdehnung dieser Aktion hier und da Schwierigkeiten begegnen muß, da auch die Studentinnen in den Semester- fa-rien teilweise für sich arbeiten müssen ober Verpflichtungen gegenüber Organi­sationen haben. Und trotzdem soll auf diesem Wege weiter fortgeschritten werden. Die Studentinnen stehen täglich 8 Stunden lang hinter der Maschine und lernen die Leistungen der Arbei­terinnen schätzen. Sie kommen mit den Kamera­dinnen der Erholungsbedürftigen zusammen und ge- winnen hier Verständnis für ihre Sorgen und Nöte. So ist diese neue Aktion sozusagen eine Brücke, die vom Arbeiter der Stirn zum Arbeiter der Faust führt.

Unruhiges Mexiko.

Von unserem K. B -O-Äerichterstafter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Mexiko-Stadt, 5. Februar. (Durch Flugpost.) Einige Leute messen den Rebellenbanden, über die die Tagespresse berichtet hat, Bedeutung bei. Was ist das wirkliche Ausmaß, das diesem Aufflammen der Rebellion zukommt?" fragten die­ser Tage die in- und ausländischen Pressevertreter den Präsidenten Cardenas. Und dieser erwi­derte:Sie stellen für die Regierung der Republik fein militärisches Problem dar. Gewiß hat es in einigen Teilen des Landes Störungen der öffent­lichen Ordnung gegeben, aber sie sind bedeu- tu n g s l o s und sind keineswegs eine Gefahr für die Ruhe des Landes. Die Bundesregierung hat die erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um eine Wie­derholung dieser Störungen zu verhindern. Sie kann damit auf die weitgehende Mitarbeit aller Schichten rechnen."

Damit finden die in letzter Zeit immer wieder auftauchenden Meldungen und Gerüchte von Un­ruhen i m Lande von höchster Regierungsseite eine amtliche Bestätigung. Präsident Cardenas hat zweifellos recht, wenn er sagt, daß diese Re­bellionsversuche kein militärisches Problem dar­stellen, denn es handelt sich nicht um eine einheit­lich geleitete Bewegung mit entsprechender Trup­penmacht, die es auf einen offenen Kampf mit den Regierungstruppen ankommen lassen könnte, son­dern um kleinere Gruppen, die heute hier und morgen dort auftauchen und den Bundestrup­pen zu schaffen machen. So schnell wie sie erschei­nen, ziehen sie sich auch wieder in die nur schwer Zugänglichen Gebirge zurück, wo sie dem Zugriff der Truppen entzogen sind.

Zweifellos herrscht in weiten Schichten der Be­völkerung starke Unzufriedenheit. Das Aufflammen des Kampfes gegen d l e katho­lische Kirche, die Einführung des sozialisti­schen Sch ulunterrichts und anderes haben die Gemüter erregt. Uebergriffe untergeordneter Regierungsorgane, gelegentliche Willkürakte der Gouverneure der Bundesstaaten haben das ihrige dazu beigetragen, die Unruhe zu fördern. Unter der Oberfläche gärt es. Wiederholt sind Komplotte gegen die Regierung aufgedeckt worden. Zahlreiche Verhaftungen sind erfolgt, aber in vielen Fällen mußte wegen Mangels an Beweisen eine Freilassung erfolgen. In diesen Tagen aber scheint der Regierung die Aufdeckung einer Ver­schwörung, die diesen Namen wirklich verdient, gelungen zu sein. Ihre Fäden ziehen sich nach der mexikanisch-nordamerikanischen Grenze hin, dem Eldorado mißvergnügter mexi­kanischer Politiker, die von dort aus ihre unter­irdische Tätigkeit ausüben. Zwei Offiziere, die sich in das Vertrauen der hiesigen Vertreter jener verbannten Politiker eingeschmeichelt hatten, haben das Komplott aufgeöerft und dem Kriegsministerium wertvolles Material geliefert. Der frühere Innen- Minister der Obregon-Regierung, Gilberto Baien- zue la, und der frühere General Marcelo Ca- raveo, die sich beide in El Paso, Texas, auf­halten, werden als Führer der Verschwörung genannt, zu deren Anhängern auch ein gewisser Acuna Pardo, mehrere Truppenführer, Geist­liche und andere Personen gehören sollen. Ein Verfahren ist gegen eine Reihe von in der Haupt­stadt ansässigen Personen eingeleitet worden, doch ist das Ergebnis noch nicht abzusehen, da Ankläger wie Angeklagte einander vollkommen widerspre- chende Aussagen machen und auch das beschlag- nahmte Material kein völlig klares Bild gibt. Der Besitz von aufwieglerischen Flugblättern usw. braucht ja noch keineswegs zu bedeuten, daß die Betreffenden irgend etwas gemein haben mit der­artigen Umtrieben, bekommt doch oft auch der Aus­länder derartige Flugblätter und Flugschriften auf der Straße in die Hand gedrückt.

Gilberto Valenzuela, das angebliche Haupt der Verschwörung, hat in El Paso erklärt, er denke überhaupt nicht an irgendeine Revolte, denn das jetzige Regime in Mexiko fei stark und fest und eglicher Versuch, sich aufzulehnen, sei heller Wahn- sinn. Valenzuela hat zweifellos recht: die Regie­rung hat alle Machtmittel in derHand. Das Heer ist glänzend ausgerüstet, es verfügt über eine beträchtliche Anzahl von Militärflugzeugen, die schon früher bei anderen Gelegenheiten eingesetzt wurden, und dabei ihre außerordentliche Wirksam- keit gezeigt haben. Auch jetzt wieder ist die Mili­tärfliegerei in Aktion getreten. Mexikanische Flugzeuge patrouillieren an der mexikanisch-nord- amerikanischen Grenze, um irgend welche verdäch­ten Bewegungen festzustellen; Militärflugzeuge md auch bereits im Staate Durango eingesetzt wor­den, um Rebellenbanden in ihren Schlupfwinkeln in den Bergen durch Bomben auszuräuchern. Leicht ist das natürlich nicht, und die Regierung wird noch manche Arbeit haben, ehe sie sagen kann, daß auch die letzte Bande vernichtet worden ist.

, Was für Leute sind die Rebellen? Das ist nicht immer leicht zu beantworten. In der Hauptstadt handelt es sich dabei zweifellos um Marodeure und anderes lichtscheues Gesindel, das unter der Behauptung, gegen die Regierung zu opponieren, nichts anderes will als rauben, plün­dern und morden. Aber auch andere, wertvoller^ Elemente sind unter ihnen zu finden; sogenannte Cristeros", die aus religiösem Fana­tismus sich den Banden angeschlossen haben in der Annahme, auf diese Weise ein gutes Werk für die Kirche zu tun. Sie erreichen damit aber nichts anderes, als die Unsicherheit im Lande zu ver­größern und vielleicht den einen ober anderen be« anders radikalen Funktionär zu beseitigen, art dessen Stelle aber schließlich irgendein anderer tritt Dabei laufen sie selbst Gefahr, bei erstbester Ge- tenheil aufgehängt oder erschossen zu werden. Mit Recht wendet sich die Regierung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln gegen derartigen Fanatis­mus, der dem Staat nur eine Waffe gegen die Kirche in die Hand spielt. Die breite Masse aber, die gewiß mit sehr vielem unzufrieden ist und unter der zweifellos eine starke Erbitterung herrscht, lehnt derartige Verirrungen ab.

Die ganze Lage in Mexiko ist augenblicklich wie m einen dichten Nebel gehüllt. Wirklich authentische Nachrichten über die Vorgänge im ßanbesinnern mb nur spärlich. Oft tauchen Nachrichten in ber Presse auf, um sofort bementiert zu werden; und einige Tage später stellt sich dann heraus, daß doch o manches Wahrheit ist, was man wegzuleugnen versuchte. Unter diesen Umständen ist es nur natür» lieh, daß d i e Gerüchtemacherei in voller Blüte steht.

Die Vereinigten Staaten haben infolge ihrer beherrschenden wirtschaftlichen Stellung in Mexiko starkes Interesse an den dortigen Vorgän­gen. Als Hauptabnehmer der mexikani« chen Ausfuhr und auch gegebenenfalls als Waffenlieferant irgendwelcher AufstandA

Berlin, 18. Febr. (DRV.) Der Volksgerichts­hof des Deutschen Reiches hat durch Urteil vom 16. Februar 1935 wegen Verrats militäri­scher Geheimniffe die geschiebene Benita von Falkenhayn, geborene von Zollikofer- Altenklingen, unb die Renate von Rahmer, beide aus Berlin, zum lobe verurteilt. Außerdem wurde wegen des gleichen Verbrechens gegen den polnischen Staatsangehörigen Georg von Sosnowski und die Irene von Jena auf lebenslanges Zuchthaus erkannt.

Das Urteil gegen von Falkenhayn und von Rah- mer ist. nachdem der Führer und Reichs­kanzler von seinem Begnadigungs­recht keinen Gebrauch gemacht hat, heute früh v o t l st r e ck t worden.

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Der Gefängnishof von Plötzensee bei Berlin ist zweimal kurz nacheinander der Schauplatz von Hin­richtungen wegen Landesverrats gewesen. Am 9. Fe­bruar waren es zwei Männer, am 18. Februar zwei Frauen, die unter dem Fallbeil endeten und so das schwerste und schändlichste aller Verbrechen m i t ihrem Leben büßten. Beide Male hat der Volksgerichtshof das Todesurteil wegen Verrats militärischer Geheimnisse ausgesprochen, beide Male hat ber Führer unb Reichskanzler es abgelehnt, von seinem Begnadi­gungsrecht Gebrauch zu machen. Nun weiß es jeber in Deutschland: Recht bleibt Recht im nationalsozia­listischen Staat; das Verbrechen aber, das das Le­bensrecht des deutschen Volkes antastet, wird mit dem Tobe gesühnt, wer auch ber Verbrecher fei!

Von ben beiden Urteilen hat das zuletzt voll­streckte am meisten Aufsehen erregt. Das ist ver­ständlich angesichts der äußeren Umstände dieses Spionagefalles und angesichts der Persönlichkeit der beiden Hingerichteten. Sie waren Frauen und sie waren Trägerinnen eines großen Namens. Um so mehr ist die Strafe geeignet, als Warnung und Abschreckungsmittel für alle diejenigen zu wirken, an die einmal die Versuchung herantritt und deren

Reichstagung der NSV. in Kassel.

LPD. Kassel, 28. Febr. Die erste große Reichs­tagung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt bei der Reichsleitung der NSDAP, nahm ihren Anfang mit einer Begrüßung der aus allen Gauen des Reiches nach Kassel gekommenen Amtswalter im Rathaus durch Oberbürgermeister Dr. L a h m e y e r. Reichs­hauptamtsleiter Pg. H i l g e n f e l d , der Reichs­beauftragte für das Winterhilfswerk, dankte für den herzlichen Empfang. Die kommunale Wohlfahrts­pflege unb bie NS.-Volkswohlfahrt müssen zum Segen bes Volkes auf bas Engste Zusammen­arbeiten. Unsere Arbeit'konnte nur bann von fruchtbaren Folgen für bas Volk getragen sein, wenn sie übereinstimmte mit ber nationalsozialisti­schen Weltanschauung, wenn ihr ein Inhalt gegeben würbe, ber sie oerbinbet mit ber nationalsozialisti­schen Jbee.

Am Nachmittag fanb in ber Stabthalle bie Gau­tagung sämtlicher Amtswalter ber NSV. sowie Helfer unb Helferinnen aus bem Gau Kurhessen statt. Gauamtsleiter Dr. B e n z i n g begrüßte bie Gauamtsleiter, bie (Sauabteilungsleiter unb bie ben Saal bis auf ben letzten Platz füllenben Volks­genossen. Nachbem Hauptstellenleiter A11 h a u s über bie Grunbzüge ber Arbeitsausrichtungen ber NS.-Volkswohlfahrt gesprochen hatte, machte Haupt­amtsleiter H i l g e n f e l b längere Ausführungen. Die Arbeit ber NSV. ist Erziehung unb Dienst am Volk. Ihre Arbeit richtet sich aus nach ben Gesetzen bes Lebens unb ist in ihrer Wirkung bestimmt auf bie fommenben Geschlechter. Sie richtet sich nicht auf bie Gegenwart. Wenn wir ein ewiges Volk wollen, bann müssen wir auch bie Arbeit in bie Ferne spannen unb in bie Ewigkeit ausrichten. Darum ist unser Denken nur dann richtig, wenn wir es auf die kommenden Geschlech­ter ausdehnen. Unsere Arbeit in der NSV. muß von heldischem Geist getragen sein. Auch in der kleinsten Arbeit müssen wir ein freier stolzer Mensch sein. Wohlfahrtspflege ist immer not­wendig. Man muß sie nur nach den Erfordernissen des lebendigen Lebens gestalten.

Den Höhepunkt ber Reichstagung bilbete bie große Kunbgebung auf dem Friedrichs- plalj. In tiefgegliederten Kolonnen waren die Formationen der Bewegung aufmarschiert, in lan­gen Reihen standen die Helfer der NSV. und die

Uebcroll schwere Sturmschäden.

Mehrere Todesopfer in Holland.

Der orkanartige Sturm, der über Ham- burg nnb der Wasserkante wütete, hat erheblichen Schaden angerichtet, ebenso im Unterweser-Gebiet und im Oldenburger Lande. In der Wesermündung stauten sich die Wassermassen zu außergewöhnlicher Höhe unb bebrohten die im Hafen liegenden Schiffe. Im Bremer Stadtgebiet unb außerhalb ber Stabt gab es zahlreiche Überschwemmungen.

Auch in Kiel hat ber schwere Sturm sich auf bie Schiffahrt sehr störend ausgewirkt. Erfreulicherweise sind aber schwere Unfälle nicht zu verzeichnen.

Der Sturm hat ferner im Kreise Hameln erheb­liche Schäden angerichtet. Die Lichtleitungen auf dem ganzen Lande wurden durch umstürzende Bäume großenteils zerstört. Aus Bad Pyrmont wird gemeldet, daß das Dach einer Fabrik vom Sturme zum größten Teil abgedeckt worden ist.

In den Waldungen des Okertales (Harz) wurde durch Windbruch großer Schaden verursacht, der im einzelnen noch nicht zu übersehen ist. Zwischen Vie­nenburg unb Schlaben bei Goslar sind die Wiesen und Aecker überschwemmt

Orkanartiger Sturm, ber von einem heftigen Gewitter begleitet war, richtet in Kassel unb in Der Umgebung schwere Schäden an. So wurde in Niederzwehren das Dach ber Turnhalle abgeberft, während eine Theatervorstellung in ber Halle statt- fanb. Wie burch ein Wunder blieben die in der Turnhalle Versammelten unverletzt.

Der außerordentlich schwere Sturm hat in ganz Holland großen Schaden angerichtet und auch T o - d e s o p f e r gefordert. In Umuiben wurden zwei junge Leute von der Hafenmole ins Meer geschleu­dert und ertranken. In Amsterdam kenterten aus einem See zwei Ruderboote mit zehn jungen Leuten, von denen einer ertrank. Im Amster­damer Hafen stürzte ein Kran auf zwei Schlepp­schiffe. Beide Schiffe wurden schwer beschädigt; eines von ihnen sank kurze Zeit darauf. Von der Besatzung wurde ein junger Mann getötet, wäh- renb eine Frau schwer verletzt wurde. Im Rotte^amer Hafen traten im Schiffsverkehr erheb- "che Verzögerungen ein. In ben Straßen wurden

Zwei Landesverräterinnen hingsrichtet.

Oer nationalsozialistische Staat zerbricht den Landesverrat.