In vielen Tausenden deutscher Männer lebt er, wird Soldat und trägt voll Stolz das feldgraue Ehrenkleid. Er ist da, und anders wohl als in der Vorkriegszeit. Es sind zunächst jene Jahrgänge, die zwischen 1 9 0 0 und 1910 geboren, also heute 25—35 Jahre alt sind, die aber, für den Weltkrieg zu jung, für den aktiven Dienst im Heere zu alt, nun mit Bitternis jenes schwere Unrecht empfanden, welches sie erlitten habens um das vornehmste Recht des deutschen Mannes, das Wehrrecht, bisher betrogen zu sein.
Alle acht Wochen öffnen sich die Kasernen der E.-Einheiten für den neuen Nachschub: „Lehrgang" nennt man es. Da strömen sie in den zwölf Stunden des Tages zusammen, in SA.-Uniform und in bürgerlicher Kleidung, mit Lederkoffern und Schachteln, mit Bündeln und kleinen Taschen, aus allen Ständen des Volkes: Studienräte und Knechte, Landarbeiter und Attaches aus dem diplomatischen Dienst, Ministerialräte und Angestellte, Erbhofbauern und Studenten, Kumpels und Schriftleiter, Handwerker und Künstler, Sturmführer und Reichs- und Amtsleiter, Fabrikarbeiter und Beamte, — und schnell und pünktlich und sauber fügen sie sich in die ungewohnte straffe Ordnung der Kompanie, der Korporalschaft, der Stube ein.
Untersuchung und Einkleidung gehen im Fluge vorüber, und ehe der E.-Mann, der nun immer wieder jüngste feldgraue Soldat Adolf Hitlers, sieht, woran er eigentlich ist, hat er schon die Waffe m der Hand, und der Dien st beginnt: zwei Wochen — vier Wochen — zwei Wochen so ist die Zeit eingeteilt, und wenn der E.-Mann vielleicht mit Bedauern und Staunen feststellen muß, daß die äußerlich am leichtesten sichtbaren Kennzeichen straffen Soldatentums, nämlich der Exerziermarsch und die Griffe nicht geübt werden dürfen, so sieht er doch wohl bald die Bedeutung dieses sinnvollen Befehles ein. Es geht ja nicht um den Paradesoldaten, sondern um den Feldsoldaten, der das Vaterland in der Stunde der Not mit der Waffe verteidigen können muß, und so stehen G e - sechtsdienst und Gefechtsdrill im Vordergrund der Ausbildung überhaupt.
Also doch Drill: jawohl und mit Recht; denn gerade in der kurzen und knapp zusammengedrängten Ausbildung muß das drillmäßige Einüben der Handhabung der Waffen und Geräte sowie gewisser, immer wiederkehrender Formen und Gefechtshandlungen Grundsatz sein. Das Ziel, bedingungslosen Gehorsam und selbsttätige Pflichterfüllung des Soldaten auch im Augenblicke der Gefahr sicherzustellen, ist durch den Gefechtsdrill allein zu erreichen. Und heimlich freut sich der E.- Mann, wenn er allmählich dann auch das Umhängen des Gewehres in einen straffen Griff umbildet und wenn er anstatt des verbotenen Exer- ziermarsches mit besonders offenen Augen und besonders straffer Haltung an seinen Vorgesetzten vorbeimarschieren kann.
Im Gelände draußen aber, im Heidekraut und auf dem Sturzacker, auf dem sandigen Uebungsplatz, hinter Kieferbüschen und kleinen Erdwellen sieht der E.-Mann bei der täglichen Geländeübung sehr bald, wie bedeutsam für ihn diese Dienstverrichtun- gen des Gefechtsdrills sind. Er lernt sie schnell, er faßt gut auf, er bemüht sich mit starker und voller Hingabe, und er weiß dann auch, weshalb das alles geschieht: um gut zielen und schießen und treffen ,)u können, um eigene Verluste im Ernstfall möglichst zu vermeiden, um stumm und pflichttreu den harten Dienst zu tun, um den Sieg über sich selbst und über den Feind zu gewinnen. Ist das viel, ist das wenig? Nein, es ist alles, denn dahinter stehen Leben und Gedeihen und Größe von Volk und Staat.
Noch einmal, am Ende des Lehrgangs, beweist der E.-Mann, was er gelernt hat, bei der B e - s i ch t i g u n g ! Die höheren Dienstvorgesetzten erscheinen, sie prüfen genau und sorgfältig, und wie im letzten strahlenden Abglanz der acht harten Wochen steht der E.-Mann da und zeigt seine ausgereifte Leistung und beweist dem General mit den roten Streifen am Beinkleid, daß er sich dessen bewußt ist, was es heißt, ein feldverwendungsfähiger Soldat zu fein: ein Soldat, der geistig erfaßt hat, warum es geht, der seelisch gehärtet ist, und der das handwerkliche Können dieses stolzen Berufes beherrscht, ein Soldat, der auch im Feuersturm der feindlichen Waffen still und hart ausharren und seine Pflicht tun wird bis zum Tode.
Weitere Spenden für das WHW.
Dem Winterhilfswerk gingen weiter u. a. folgende Spenden zu: Generalleutnant der Landespolizei Daluege, Berlin, 900 Mark; Max Brandstädter, in Fa. M. Brandstädter, Königsberg (Pr.), 750; F. Lange, Maschinenfabrik, Rostock, 600; Wirtschaftsbank G.m.b.H., Düsseldorf, 600; Günther & Richter, Papier- und Holzstoff-Fabrik, Wernsdorf über Pockau, Flöhatal, 500; Heinrich Hagemeier G.m.b.H., Abt. Basaltwerk Dietrichsberg, Masbach (Rhön), 500; Brinker Eisenwerk Max H. Müller, Hannover- Brink, 500; Deutsche Versicherungsbank AG., Berlin, 500; Reichsstand des Deutschen Handwerks, Baugewerks-Jnnung, Hamburg, 500; Emil Kasten, Spezialhaus für Damen-Mäntel, Rostock, 500; Erbs- löh & Meyer G. m. b. H., Schraubenfabrik, Milspe (Wests.), 400; Carl Schleifer & Sohn, Textilwaren, München, 350; Dr. med. Hans Uhle, Chemnitz, 300; Varziner Papierfabrik, Hammermühle, Bezirk Köslin, 300; Gießerei Hammertal G. m. b. H., Sprockhövel i. W., 300; Max Bessin & Co., Gasapparate- Fabrik, Berlin, 300; Dr. Bach und Oehlschlägel, Rechtsanwälte, Bautzen, 300; Candofilm Verleih und Vertrieb G. m. b. H., Berlin, 300; August Spitta Söhne, Lederwerke, G.m.b.H., Brandenburg-Havel, 300; Continental - Gummi - Werke AG., Hannover, 100 000; Vereinigte Kugellager - Fabriken AG., Schweinfurt, 60 000; Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypotheken-Banken, Berlin, 30 000; Franz Haniel & Co., G. m. b. H., Duisburg-Ruhrort, 25 000; Po- lensky & Zöllner, Berlin-Charlottenburg, 25 000; AG. für Verkehrswesen und Eisenbahn-Tochtergesellschaft, Berlin, 24 000; Vereinigte Eisenbahn- Signalwerke, G. m. b. H., Berlin - Siemensstadt, 20 000; Vereinigte Deutsche Nickel-Werke AG., Schwerte (Ruhr), 20 000; Generaldirektor der Agrippina-Gruppe, Köln, 20 000; Dornier Metallbauten, G. m. b. H., und angeschlossene Konzernfirma, Friedrichshafen (Baden), 11000; Fritz Ho- mann AG., Margarine-Werke, Dissen, 10 000; Kaufmännische Krankenkasse Halle (Saale), Berlin, 10 000; Alte Leipziger Lebensversicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit, Leipzig, 7500; Allgemeine Häuserbau-AG., Berlin-Lichterfelde, 5000; Franz Prasse, Leder-Werke, Waida (Thür.), 5000; Ostpreußische General - Landschafts - Direktion, Königsberg (Pr.), 5000; Deutsche Messingwerke, CarlEver- king AG., Berlin-Niederschöneweide, 5000; Degea AG. (Auergesellschaft), Berlin, weitere 5000; Margarinewerk Gebr. Fauser, Eidelstedt-Sulzbach, erste Rate 5000; Ueberlandwerk Oberschlesien AG., Neiße,
.5000; Leipziger Feuer-Versicherungsanstalt, Leipzig, 5000; Pfälzische Hypothekenbank, Ludwigshafen a. Rh., 4000; Deutsche Schachtbau-AG., Nordhausen am Harz, 4000; Gödecke & Co., Chemische Fahrik AG., Berlin-Charlottenburg, 4000; Ungenannt 4000; Mühlenwerke Gottschalk AG., Krefeld- Hinn, 3500; Junkers & Co., G. m. b. H., Fabrik wärmetechnischer Geräte, Dessau, 3000; Aluminium- Werke Göttingen, G. m. b. H., Göttingen, 3000; Nassauische Landesbank, Nassauische Sparkasse, Wiesbaden, 3000; Gustav Lohse AG., Fabrik feiner Parfümerien und Toilettenseifen, Teltow-Berlin, 3000; H. Mende & Co., Radio, Dresden, 2500; Neues Deutsches Lichtspiel-Syndikat,Filmgesellschaft m.b.H., Zentrale Berlin, 2000; Otto Friedeberg, Getreide- Import, Hamburg 11, weitere 2000; Seidenhaus Paul Groß, Leipzig, 1800; Dr. Günther Donner, Rechtsanwalt und Notar, Berlin-Lichterfelde, 1500; Credit-AG. für Ford-Fahrzeuge, Köln-Niehl, 1225; Stettiner Straßen-Eisenbahngesellschaft, Stettin, 1000, Frau Dr. Frieda Lutze, Berlin, 1000; Rhenania-
Ossag Mineralölwerke AG., Werk Monheim, 1000; Rhenania - Ossag Mineralölwerk AG., Stuttgart, 1000; Gewerkschaft Bürbach, Benndorf, 1000; Ver- einsbank Hannover e.G.m.b.H., Hannover M., 1000; Glühlampenwerk Merkur G. m. b. H., Soest, erste Rate, 1000; Carl Ferd. Höffer G. m. b. H., Tannenberg, Erzgebirge, 1000; Faßbender G. m. b. H., Kon- fitüren-Fabrik, Berlin, 1000; Deutscher Verein für Vermessungswesen e. V., Berlin - Charlottenburg, 1000; Martha Ackermann, Rittergutsbesitzerin, Kutschlau bei Schwiebus, 1000; Rudolf Anders. Mitgesellschafter der Firma „Teekanne", Dresden, 1000; Fritz C. Meyerweißflog, Gera, 900; Allgemeine Elsässische Bankgesellschaft, Filiale Köln, 750; Meister, MdR., Berlin, 600; Derop-Deutsche Vertriebsgesellschaft für russische Oelprodukte AG., Nürnberg, 600; Filzfabrik Adlershof AG., Berlin-Adlershof, 500; Vereinigte Mitteldeutsche Lebensversicherungs-Gesellschaft a. G., Sitz Leipzig, 500; Hausbrandzentrale der Reichsbahndirekton, Erfurt, e. G. m. b. H., 500 Mark.
Oer Führer besichtigt die Leibstandarte.
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Der Führer und Reichskanzler hat den bisherigen Gesandten in Athen, Dr. Eifenlohr, zum Gesandten in Prag ernannt. — (Scherl-M.)
Der Vorbeimarsch. Hinter dem Führer der Kommandeur der Leibstandarte, SS.-Obergruppenführer Joseph Dietrich. — (Presse-Illustration Hoffmann-M.)
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Berlin, 17. Dez. (DNB.) Der Führer stattete der „L e i b st a n d a r t e Adolf Hitler" einen längeren Besuch in der Kaserne in Lichterfelde ab. Er besichtigte zunächst, nachdem der Kommandeur der Leibstandarte, SS.-Obergruppenführer Joseph Dietrich, die Standarte gemeldet hatte, die auf dem Hof des 1. Bataillons im feldgrauen Rock angetretenen drei Bataillone der Standarte. Der Führer schritt die Front der Kompanien ab und nahm dann den Parademarsch ab.
Im Anschluß an die Parade besichtigte der Führer die gesamten Kasernenanlägen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurden dann die technischen Anlagen der Leibstandarte in Augenschein genommen. Die vorbildliche hochmo
derne Kraftfahrwerkstätte, Garagen, die Waffenmeisterei und der Schießstand, der wohl der modernste Schießstand Deutschlands sein dürfte. Als es dämmerte, hielt der Führer an die gesamte Leib- standarte im großen Speisesaal eine längere A n - spräche und sprach bei dieser Gelegenheit dem Kommandeur der Leibstandarte, Obergruppenführer Joseph Dietrich, und den SS.-Männern der Leibstandarte seinen Dank aus für all das Vorbildliche, was er an diesem Tage hatte sehen können.
Die Anwesenheit des Führers hatte sich in Lichterfelde rasch herumgesprochen, und die Kaserne war den ganzen Tag umlagert von einer Menge begeisterter Menschen, die den Führer sehen und grüßen wollte.
Römische Kriegsweihnacht.
Von unserem römischen E.-Korrespondenien.
Rom, im Dezember.
Als Weihnachtsgeschenk wird Italien die Benzinsperre erhalten — so soll ein hochherziger Geber in Genf gesagt haben. In Rom geriet man darüber außer sich, aber Mussolini kannte wohl seine Pappenheimer, denn er ließ sich durch keine Drohung von seinem diplomatischen Schreibtisch weglocken und befahl nicht einmal dem neuen Generalissimus Badoglio, unverzüglich so schneidig vorzugehen, wie es die Kriegsberichterstatter „voraus- geahnt" hatten.
Wer denkt noch daran, den Benzinhahnen zuzudrehen? Wer möchte noch Italien in die Knie zwingen? Ach ja, wenn Baldwin reden dürfte! Und wenn er es darf und wenn er es tut, bann vernimmt die Welt doch nur die halbe Wahrheit. Es gehen Dinge um, die herzlich wenig mit Abessinien, nur einiges mit Aegypten und Ostasien, um so mehr jedoch mit M i 11 e I e u r o p a zu tun haben. Jedenfalls ist es Frankreich, dem Italien das wahre Weihnachtsgeschenk: den Umfall Englands,
verdankt. Freilich weiß man nie, ob er länger als ein Schneefall anhalten werde.
Zumal in Rom ist der Schnee eine unsichere Sache. Heute zwar treibt er tüchtig daher, auf dem beliebten Skigelände, zu dem die vornehme Welt im Auto hinauffährt, liegt er meterhoch, und wer es billiger haben will, braucht nur in die Castelli zu gehen, nach Frascati oder Rocco di Papa, wo die Götterhaine der Pinien und die Kastanienwälder genau so mollig versunken sind, wie die Weingärten, an denen noch die gelben Blätter hängen, und die Olivenhügel, wo wir gestern unter Mädchenlachen und Spatzenjubel die grünen und schwarzen Früchte ernteten. Krieg? Im Vertrauen gesagt, man merkt nichts davon und die Hoteliers ärgern sich nicht schlecht, wenn ihre alten Wintergäste besorgt anfragen, ob es denn wahr sei, daß man sich Proviant mitnehmen müsse.
Man lernt nie aus und es gibt immer wieder Leute, die bessere Augen haben. Ein Kind könne jetzt wieder getrost mitten auf der Straße spielen.
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Wahrend der heftigen Kampfe an der abessinischen Südfront gelang es den Abessiniern, in der Nähe ho? ^alremsche Tanks zu erbeuten. Die abessinischen Krieger, die sich bei der Eroberung
ber Tanks besonders hervorgetan haben, durften sich in die Tanks fetzen und zur Parade auffahren. ^cherl-Bilderdienst-M.)
habe ich in einer transalpinen Zeitung gelesen, der Autoverkehr in Rom habe vollständig aufgehört. Ich schüttelte mein Haupt, das bald ergraut sein wird, wenn es so weiter geht, und suchte straßauf, straßab nach einem Parkplatz. Er ist durchaus nicht leichter zu finden, zu erlisten, zu erkämpfen als gestern. Jenes spielende Kind muß in einem Verkehrsmärchen aus neunzehnhundertund- eins vorkommen; daß es gleichwohl ein Kollege in Rom gesichtet und feiner Zeitung gemeldet hat, das gehört zu den Mysterien unseres Berufs. Nehmen wir an, es sei nur ein Sonderberichterstatter gewesen. Man versteht den Meister unseres Faches, Mussolini, wenn er mit Anerkennung von den ständigen Vertretern der Auslandpresse in Rom, aber wenig erfreut von den journalistischen Oberflächenreisenden spricht. Uebrigens warnen auch die römischen Blätter vor demagogischen Uebertretbun* gen, wie der Forderung, man solle überhaupt nicht mehr Auto fahren. „Sanktionieren wir uns nur nicht selbst!"
In der Tat, die Gefahr der Arbeitslosigkeit ist die Kehrseite der Medaille, wenn alles in patriotischem Eifer auf die kleinen Freuden des Lebens verzichtet. In Italien bilden die Selbstfahrer immer noch die Minderheit, jeder eingestellte Wagen bedeutet daher Brotlosigkeit für einen „autista", wie die schnell üblich gewordene Bezeichnung für den Chauffeur lautet, der schon vor der Ausrottung aller Fremdwörter unter die Räder kam. Der hohe Benzinpreis (3,66 Lire) ist ohnehin die beste Bremse für überflüssiges Herumfahren. Und so gibt es eine Reihe von Kaufgegenständen und Annehmlichkeiten, die zurückzuweisen nichts anderes heißt als die Volkswirtschaft schädigen.
Leicht ist es allerdings nicht, beim Weihnachts- einkauf immer die verfemten Sanktionsländer und die Neutralen, die fremden und einheimischen Waren auseinanderzuhalten. Mancher brave Geschäftsmann glaubt besonders schlau zu handeln, wenn er Sanktionsware einfach durch einen Preis- a u f f ch l a g auszeichnet. Das ist natürlich nicht der Sinn der Uebung. Hingegen freuen wir uns von ganzem Herzen, daß mir nun endlich auch in Italien gute und billige Orangen bekommen, sogar gesunde Aepfel und Nüsse. Früher wurden die besseren Früchte samt und sonders ausgeführt.
Es ist also in dieser Hinsicht etwas da, mehr als bisher, das unter den Weihnachtsbaum gelegt werden kann. Nur der Baum selber... das haben Sie ja gelesen. Fremder Unfug, heidnische Sitte! Da kann man nix machen. So kauft man ihn eben nicht mehr als Ketzerwerk, sondern als exotische Pflanze, nicht mehr auf der Straße, sondern beim Gartner, wie Orchideen und Rivieranelken auch. Mit Wurzeln, im Topf oder strohumwickelt, wer will das verbieten? Uebrigens ist das schon seit Jahren so gewesen, nur die abgesägten Bäume durften nicht mehr auf den Markt kommen. Durchaus verständlich, wenn man Aufforstung betreiben will. Südtirol ausgenommen, gibt es ja im Lande keine Tannen- und Fichtenwälder, wie wir sie verstehen. Man braucht auch nicht zu fürchten, daß die herrlichen Wälder dort oben durch die Christbaumsitte geschädigt würden, fressen doch die Papierfabriken an einem Tage mehr Bäume, als in einem Menschenalter an Weihnachten gebraucht werden.
Wie erstaunte der Osservatore Romano, der über den protestantischen Frevel gewettert hatte, als ihm nun ein katholischer Bischof in Rom selber, der Deutsche H u ö a T; vorwarf, er verletze damit die deutschen Katholiken in ihren heiligsten Gefühlen! Wir werden alle unseren Lichterbaum in Rom haben, trotz Krieg und Vatikan, alle Nordländer. Die Südtiroler nicht minder, obwohl sie doch gewiß fromme Katholiken sind.
Schlechter geht es den Bewohnern der Wälder, den Tieren. Wie jeder voraussehn konnte, der um die italienische Jagdauffassung Bescheid weiß, hatte die Aufhebung der Reservate die unverzügliche Vernichtung des gesamten Tierbestandes zur Folge. Jäger selber sind es, die das nun öffentlich in der Presse beklagen. Nicht für ein Vermögen, kann man da lesen, wäre noch etwas Lebendes aufzutreiben, in vier Tagen wurde die mühsame Arbeit von vier Jahren zerstört. „Wir sind auf falscher Straße!" Allerdings, von wirksamen Abwehrmaßnahmen gegen den Aushungerungsplan des Völkerbunds kann man unter solchen Umständen nicht gut sprechen. Und wenn nicht den Vogeljägern, die um die Zurücknahme der wenigen Schutzbestimmungen jahrelang gekämpft und nun dank der Sanktionen gesiegt haben, so werden eines Tages den Bauern Die Augen aufgehen und damit schließlich auch den Volkswirtschaftlern.
Auf der richtigen Straße ist das Volk mit seinem Opfergang. Niemand wird an Weihnachten mit goldgeschmückten Fingern nach den Geschenken greifen oder vielmehr — denn der eigentliche Geschenktag ist der Dreikönigstag — nach dem guten Festessen. Sämtliche Trauringe sind der Nation von ihren Kindern geschenkt worden. Das ist eine Kriegsweihnacht, von der man fingen und sagen wird, so lange die Eisenringe währen.
Kunst und Wissenschast.
Stürmischer Erfolg eines Backhaus-Konzertes in Mailand.
Mailand errang der deutsche Klavierkünstler Wilhelm Backhaus bei einem Konzert einen turrnischen Erfolg. Die Kritik hebt die vollendete Technik und das edle Spiel des Künstlers hervor und zollt ihm das höchste Lob für fein Können.
Toscanini verläßt die Neuyorker Philharmonie.
Der berühmte italienische Dirigent Arturo Toscanini, der jahrelang die Konzerte der Neuyor- ker Philharmonie geleitet hat, gibt diese Stellung am Ende der diesjährigen Spielzeit auf. Ein Nach- folger ist noch nicht endgültig berufen worben.


