Einzelbild herunterladen

Das goldene Jubiläum des Männerlurnveeeins Gießen

Studienrat Adolf Fischer

!

.iu

>1"

f

VA

Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Platze des Männerturnvereins. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

=f =

<

tc

iM;

L

£

1

I

die die

; V

der Pro- erinnerte

e

o.E

v- L § *3 e

L

9 :c N

c

e>

:s

§

Regierungsral Weber vom Kreisamt Gießen die Glückwünsche vinzialdirektion und des Kreisamtes. Er an den bekannten SatzNur in einem

MnnschastsgerätewMampf der Turnvereine Krosdorf-Rodheim-Kinzenbach.

<5.- E u x:

Ä

Ä-5 ^5

E g

Die Feier des 50jährigen Bestehens des Männer­turnoereins Gießen, die der Verein mit seinen zahl­reichen Anhängern und Freunden am Samstag und am Sonntag begehen konnte, nahm in allen Teilen einen würdigen Verlauf. Das Jubiläum wurde in drei verschiedenen Veranstaltungen begangen. Der Samstag brachte im Cafe Leib einen turnerischen Abend, der Sonntagvormittag eine Gefallenen- Gedenkfeier^auf dem Turnplatz am Schiffenberger Weg, der Sonntag abend eine kameradschaftliche Zusammenkunft im Hause des Gesellschaftsvereins.

Ser turnerische Abend.

Der turnerische Abend am Samstag im Saale des Cafe Leib nahm einen überaus ' anregenden Verlauf. Der Verein nahm die Gelegenheit wahr, vor -'inem breiten Kreis Rechenschaft abmlegen über die Arbeit, die in seinen Hebungsstunden geleistet wird. Vor allem erbrachte der Abend die Bestäti­gung der wertvollen Arbeit der Ertüchtigung der Juaend.

Nach einem, dem Charakter der Feier trefflich an­gepaßtem Dorspruch hielt der

Vereinsführer Karl Müller

eine kurze Begrüßungsansprache. Er hieß vor allem die Vertreter der NSDAP, und ihrer Gliederungen, die Vertreter der Provinzial- und Kreisbehörden, der Stadt, der Wehrmacht, der Universität, der

E

O, II ft!

= 3

tionalmannschaft überraschend hoch mit 5:1 (2:1) Toren.

D i e deutsche Olympia-Hockey-Kern­mannschaft spielte in Bremen gegen die Mann­schaft des Gaues Niedersachsen und siegte knapp mit 2:1 Treffern.

Die Gaue Mittelrhein und Südwest trugen in Koblenz einen Boxkampf aus, der 8:8 unentschieden endete.

Kunstturnmeister des Gaues Süd- w e st wurde bei den in Mainz ausgetragenen Titel­kämpfen der Mombacher Georg G ö b i g mit 212,1 Punkten vor R. Lüttinger (Ludwigshafen) mit 210^5 Punkten.

D i e Rekordfahrten des Adler-1,5-Liter- Stromlinien-Wagens auf der Avus wurden am Samstag abgebrochen, weil der Wagen einen Defekt an der Nockenwelle erlitten hatte. Nach erfolgter Reparatur wurde die Fahrt am Samstagabend jedoch wieder ausgenommen.

Italiens Radfahrer tagten in Rom und beschlossen dabei, sich 1936 wegen der Sanktionen nicht an der Tour de France und am Radrennen in Spanien zu beteiligen. Dagegen gehen sie bei der Radrundfahrt durch die Schweiz an den Start. Außerdem sollen die BeziehungeiO zu Deutschland und Ungarn ausgebaut werden.

P hönix Ludwigshafen wurde von Deut­schen ^uhball-Bund wegen Verstoßes gegen die Amateurbestimmungen für die Zeit vom 11. No- oember bis 10. Dezember 1935 für alle Ligaspiele gesperrt. Die termingemäß in diese Zeit fallenden Meisterschaftsspiele werden den jeweiligen Gegnern als gewonnen angerechnet.

Polizei-Fünfkampfmeister wurde der Berliner Oberwachtmeister K r a n e i s mit 32 Punk- ten vor Wachtmeister A r e n d e s (Nürnberg) mit 45 Punkten und Oberwachtmeister Hoffmann (Berlin) mit 48 Punkten. Die Wettbewerbe wurden am Mittwoch und Donnerstag in Berlin aus­getragen.

Der Oe st erreicht sche Schwimmver­band wurde jetzt aufgelöst, weil in ihm angeblich volitische Tendenzen aufgetaucht sein sollen.

_ ......gesunden

Körper wohnt ein gesunder Geist", der in das na-

^3

o £

Q E'A

Oy S«

Zu einem turnerischen Ereignis wurde der Ge­rätewettkampf der Turnvereine Krofdorf, Rodheim und Kinzenbach, der in seinem Turnus zum zwei­tenmal am Samstagabend stattfand. Als die Mann­schaften der drei Vereine unter den Klängen einer Musikkapelle einmarschierten, war der Saalbau Peusch bis auf den letzten Platz besetzt. Der Vor­sitzende des Turnvereins Kinzenbach Ludw. B e p p - l e r begrüßte in einer kurzen Ansprache Turner und Zuschauer, stellte die beiden Kampfrichter Rinn (Heuchelheim) und Groh (Atzbach) vor und wünschte dem Kampf einen reibungslosen Ver­lauf.

Die Mannschaften, bestehend aus je vier aktiven, zwei Alters- und zwei Jugendturnern, setzten sich aus folgenden Teilnehmern zusammen:

R o d h e i m : K. Pausch, Wilh. Becker, K. Gissel, K. Failing, Alb. Schlierbach, Otto Schlierbach, Rud. Reeh, Otto Bender.

Krofdorf: Christian Schmidt, K. Wagner, Wilh. Röhrsheim, Walter Schneider, Otto Röhrs- heim, K. Würtz, Ad. Leib, Eduard Heyer.

Kinzenbach: Wilh. Schmidt, Rich. Mandler, Ewald Viehmann, Alwin Pfaff, Ewald Leib, Reinh. Viehmann, Wilh. Beppler, Rich. Beppler.

Im Verlauf des Kampfes kam gleich beim ersten Gerät, dem Barren, der Tv. Krofdorf gut auf. Er erzielte 135 Punkte, Rodheim 123 Punkte und Kinzenbach 119 Punkte.

Die Hebungen am Pferd brachten Krofdorf 117 Punkte, Rodheim 114 Punkte und Kinzenbach 103 Punkte.

Die Freiübungen, von je einem Turner der Mannschaften geturnt, ergaben für Krofdorf 15, für Rodheim 14 und für Kinzenbach 16 Punkte.

Die Resultate am Reck waren: Krofdorf 103, Rodheim 116 und Kinzenbach 113 Punkte. Die niedrige Punktzahl Krofdorfs erklärt sich aus der Tatsache, daß ein guter Turner dieser Mannschaft

stein nach Lich, den der Verein allein bestritt, von den Gauturnfesten, vom Mittelrheinischen Kreis- turnfest usw. Diele vorzügliche Porträts zeigten verdiente Männer des Vereins. Auf vielen Bilder» konnte sich mancher Turner und manche Turnerin wiedererkennen. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen.

Ehrungen.

Im weiteren Verlauf des Abends stand die Ehrung verschiedener verdienter Mitglieder im Mit­telpunkt des Interesses.

Kreisführer Dauperl-Wiefeck

übermittelte zunächst nach einer kurzen Ansprache Gauehrenbriefe für die Turnbrüder Karl Lang und Louis Frech, für ihre aufopfernde Arbeit im Dienste der Turnsache. Der Ehrenbrief des Kreises 8 (Lahn-Dill) wurde den Turnbrüdern Konrad Steinhäußer (Wuppertal-Elberfeld), Adalbert Bindewald, Christian Franz, Karl Tertor, Dr. Fritz Schliephake, Dr. Kurt Spohr, Otto Ber­gen, Theodor Baumann, Fritz Wenzel, Wilhelm Georg, Ferdinand Nennstiel (sämtlich Gießen) und Ferdinand Bach (Großen-Linden) zuteil.

Sodann gab der Vereinsführer davon Kenntnis, daß die Mitglieder Heinrich Elges, Gustav Hamann, Adolf Schäfer (Berlin) und Wilhelm Weiß (Bre­men) zu Ehrenmitgliedern des MTV. ernannt wurden.

Die Ehrenurkunde für über 2 5 jäh - rige Zugehörigkeit zum MTV., für be­wiesene Treue und verdienstvolle Mitarbeit erhielten Engelbert Bürd, Heinrich Dechert, Georg Dreher, Wilhelm Gerhardt, Otto Gutjahr, Rudolf Leißler und Peter Ritsert.

Für 25jährige Mitgliedschaft und bewiesene Treue wurden ferner folgende Mit­glieder ausgezeichnet: Johannes Altaufen, Ser narb Blümig, Gustav Geiße, Heinrich Guthardt, Jakob Häuser, Ernst Hebstreit, Heinrich Horn, Georg Keil, Theodor Kleinhenn, Valentin Lotz, Georg Merkel, Hugo Möhl, Ernst Schmidt, Heinrich Steinhäuser, Georg Todt und Wilhelm Jullmann.

In das dreifacheGut-Heil!" auf die geehrten Turnbrüder stimmte jedermann kräftig ein. Der weitere Verlauf des Abends galt dem Tanz und dem kameradschaftlichen Beisammensein.

Die Jubiläumsfeier in ihrer Gesamtheit nahm, wie es nicht anders zu erwarten war, den denk­bar würdigsten Verlauf.

Um den deutschen Handball-Pokal.

Für die Vorschlußrunde um den Deutschen Hand­ball-Pokal haben sich die Gaue Südwest, Baden, Niederrhein und Schlesien qualifiziert. Die Er­gebnisse der Zwischenrunde lauteten: Südwest Mitte 14:10, Niedersachen Baden 5:9, Westfalen Niederrhein 7:8, Schlesien Sachsen 7:4.

Gauliga-Handball-Ergebnisse

Kurhessen Marburg CT. Kassel 7:9; Tuspo. Bettenhausen Tuspo. 86/09 Kassel 6:9, abgebr.; 1900 Gießen Kurhessen Kassel 13:14; TV. 61 Eschwege Spielverein Kassel 6:7.

7!eue Schwimm-Rekorde.

Weltrekord schwamm Adolf Kiefer abermals, und zwar im Magdeburger Wilhelmsbad im 200- Meter-Rückenschwimmen mit 2:25,6 Min. und ver­besserte damit seine eigene Höchstleistung um 1,6 Sek. Im 100-Meter-Brustschwimmen stellte der Dortmunder Jugendschwimmer Joachim Balke mit 1:12,5 Min. im toten Rennen mit dem Amerikaner Brydenthal einen neuen deutschen Rekord auf. Die amerikanischen Schwimmer gingen dann am Sonntag in Hildesheim noch einmal an den Start. Ser Führer im Prinzregenten-Gtadion.

Eishockey: Süd gegen Korb 2:0.

Der Führer und Reichskanzler wohnte am Sams­tag dem Münchener Eissportfest im Prinzregenten- Eisstadion bei. Vor 7000 Zuschauern siegte im Eishockeyspiel Süddeutschland über Norddeutschland mit 2:0 Toren. Am Sonntag fand im Olympischen Eisstadion zu Garmisch-Partenkirchen vor 4500 Zu­schauern eine Veranstaltung statt, bei der eine deutsche Auswahlmannschaft die Olympia-Kernmann- schaft mit 2:1 Toren schlug.

Kurze Gportnotizen.

Im dritten Rugby - Länder kämpf gegen Holland errang Deutschland auch den dritten Sieg. Die Holländer wurden in Köln mit 11:5 (5:0) sicher geschlagen

Belgiens Fußballmannschaft schlug in Brülle! vor 15 ooo ZuscdxutLrn bw schuld ische Nx».

Schulen, des Abeitsdienstes, nicht zuletzt des Gaues Hessen der DT., des Bezirks und des Kreises 8 (Lahn-Dill), den Gauehrenturnwart und den Leiter der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Lei­besübungen herzlich willkommen. Sein Gruß galt ferner den freundschaftlich verbundenen Vereinen, dann dem 86jährigen Turnbruder und Mitbegrün­der des Vereins, Steinhäußer, der die weite Reife von Wuppertal-Elberfeld hierher nicht scheute, ferner den hochbetagten Turnbruder Louis Frech und Adalbert B i n d e w a l d.

In feinen folgenden Ausführungen erinnerte der Redner an den Tag der Gründung (18. November) und gedachte in Dankbarkeit der Männer, die sich von Anfang an für den Verein einsetzten. Den Gründern könne heute nach 50 Jahren gesagt wer­den, daß ihr Erbe in Treue verwaltet worden sei, eingedenk der Pflichten als Turner und Deutsche. Die Einstellung des Turners sei völkisch, deutsch. Arbeits- und Opferbereitschaft zeichneten ihn aus, Hilfsbereitschaft sei ihm in dtzn Turnstunden aner­zogen worden. Pflege der Kameradschaft sei jedem Herzenssache. Turnergeist sei identisch mit den Be­griffen Volk, Heimat, Vaterland, die von jeher hei­lig gehalten wurden. Sie würden es bleiben bis zum letzten Atemzug. In diesem Sinne gedachte der Pereinsführer und die stattliche Zuhörerschaft der gefallenen Helden des Weltkrieges und jener, die für das Dritte Reich fielen. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden.

Für gute und schwere Tage der Gegenwart und der Zukunft gelte das Gelöbnis der Treue zueinan­der, mitzuhelfen am Aufbauwerk des Führers, für ein starkes freies, großes und glückliches Vaterland. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Horst-Wessel-Liedes' und des Deutschlandliedes klang die Ansprache des Vereins­führers aus.

Im weiteren Verlauf des Abends übermittelte

sprach aus reichem gefckichtlichem Wissen um Sendung Friedrich Ludwig Jahns, über Person, bas Leben und Wirken dieses Vorkämpfers der vaterländischen Sache, zu einer Zeit, da es verboten war, von deutscher Einigkeit zu reden. Er schilderte Jahn als den Begründer zweier vater- ländischer Bewegungen, als den Begründer des Turyertums und der Burschenschaften. An einem gleichnishaften Beispiel schilderte der Redner die glühende Vaterlandsliebe Jahns, der in tiefstem Schmerz versank, als er von der Niederlage bei Jena hörte. In seinen abschließenden Worten er­innerte der Redner daran, wie klar und eindeutig

infolge einer plötzlich auftretenden körperlichen Be­hinderung freiwillig auf seine Hebung verzichtete.

Trotzdem ging Krofdorf mit einer Gesamt- Punktzahl von 370 Punkten als Sieger aus dem Kampf hervor. An zweiter Stelle folgte Rodheim mit 367 Punkten uno an dritter Stelle Kinzenbach mit 351 Punkten. (Die Sieaerreihenfolge des ersten Kampfes war: Krofdorf, Kinzenbach, Rodheim.)

Als die besten Einzelturner zeigten sich: 1. O. Bender (Rodheim) mit 54 Punkten; 2. O. Röhrsheim (Krofdorf) mit 52 P.; 3. K. Würtz (Krofdorf) mit 50 P.; 4. Ad. Leib (Krofdorf) und K. Failing (Rodheim) mit je 49 P.; 5. Wilh. Beppler (Kinzenbach) mit 48 P.; 6. Wilh. Röhrsheim (Krofdorf) und Rud. Reeh (Rod­heim) mit je 47 P.; 7. Rich. Beppler (Kinzen­bach) mit 45 P.; 8. Ewald Viehmann (Kinzen­bach), Walter Schneider (Krofdorf), K. Gisse! und O. Schlierbach (Rodheim) mit je 44 P.; 9. Alb. Schlierbach (Rodheim) und Reinhard Viehmann (Kinzenbach) mit je 43 P.; 10. Karl Wagner (Krofdorf), Ewald Leib und Alwin Pfaff (Kinzenbach) mit je 42 Punkten.

In seiner Ansprache zur Siegerehrung dankte der Vereinsoorsitzende Ludw. Beppler den Teil­nehmern für die gezeigten Leistungen und stellte die gerechte Wertung des Kampfgerichts fest. In werbenden Worten für die deutsche Turnsache wandte er sich dann an die zahlreich anwesenden Kinzenbacher Jugendlichen, wobei er diesen unter Hinweis auf ihre zukünftige Militärdienstpflicht ernstlich ins Gewissen redete, mehr als bisher Leibesübungen zu treiben, um sich auch dadurch als Förderer und Kämpfer des Dritten Reiches zu zeigen. Ein begeistert aufgenommenesGut Heil!" auf Führer, Vaterland und Turnertum schloß den ersten Teil des Abends, dem ein geselliges Bei­sammensein folgte, in dessen Verlauf die Kinzen­bacher Turnerinnen mit beifällig aufgenommenen Gymnastik-Hebungen aufwarteten.

der Führer Adolf Hitler die hohe Bedeutung Jahns und des von ihm' begründeten Gedankengutes zu würdigen weiß. Zum Abschluß der Feier legte Studienrat Fischer am Zahnstein einen Kranz nieder.

Oer Samilienabenb.

Den Abschluß der Feierlichkeiten aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des Mtv. bildete der sehr harmonisch verlaufene Familienabend in den Räu­men des Gesellschaftsoereins. Nach kurzen Worten herzlicher Begrüßung hielt Turnbruder

Engelbert Burd

einen mit größter Aufmerksamkeit verfolgten hoch­interessanten Lichtbildervortrag über die Geschichte des Vereins. Mit großer Sorgfalt hatte der Redner die geschichtlichen Begebenheiten im Verein zusam­mengetragen und aus eigenem Miterleben ergänzt, so daß ein vollkommenes Bild der Vereinsgeschichte zustandekam, die nicht nur als charakteristisch für den Verein, sondern für die Turnerschaft überhaupt am gesehen werden konnte. Verschiedene Bilder und Darstellungen konnten sogar als von kulturhistori­schem Wert genannt werden. Der Redner wußte in Wort und Bild die wichtigsten Begebenheiten der Vereinsgeschichte vor dem geistigen Auge der Zu­hörer lebendig zu machen, er erinnerte an den Turnstundenbetrieb in früherer Zeit, an die Arbeit in den Frauenriegen, in der Fechterriege, er sprach von den Turnfesten und den Glanzzeiten des Män­nerturnvereins, während derer die Mannschaften Überall als hervorragend tüchtig bekannt waren. Man hörte von dem großen Staffellauf vom Tauf­

schaft hinwies, die von den Gießener Schwarzen her bis auf den heutigen Tage bestehen geblieben sei. Aus Anlaß des Jubiläums solle aber der Blick nicht nur rückwärts gerichtet fein, sondern auch vorwärts. Der Tag des Festes bedeutete für den Verein nicht nur einen Abschnitt in feiner Ge­schichte die nächsten Tage würden, so führte er weiter aus, auch eine Neuordnung im deutschen Sport, eine Neugestaltung des RsL. bringen. Mit dem Wunsche, daß der Mtv. seine tätige Kraft auch in den neuen RsL. hineintragen möge, schloß Dr. Mödelmann.

Der weitere Verlauf des Abends war den turne­rischen Vorführungen gewidmet. Die Abteilungen des Vereins traten mit den mannigfaltigsten Dar­bietungen auf, die einen Einblick gaben in die Ar­beit, die in den Hebungsstunden des Mtv. geleistet wird. Zunächst zeigte die männliche Jugend luftige Kampfspiele, Ballspiele und kühnes Springen am Pferd. Die jüngsten Schülerinnen des Vereins ge­fielen mit einem schönen rhythmischen Ballspiel, daß in seinem Takt durch Keulen wirkungsvoll un­terstützt wurde. Sehr gut unterhielten ferner die Laufschule der weiblichen Jugend und die feinen Hebungen am Schwebebalken. Jugendturner zeigten dann mutige Sprünge am hohen Pferd und lösten damit viel Beifall aus. Jugendturnerinnen warte­ten dann ihrerseits auch mit Ballgymnastik auf und zeigten einige schöne Hebungen am Barren mit un­gleichen Holmen. Das Keulenschwingen wie auch die Sprungübungen am Kasten fanden alle Auf­merksamkeit. Zwei tänzerische Darbietungen der Turnerinnen fanden starken Beifall Höhepunkte der turnerischen Darbietungen stellten die Vorfüh­rungen der Riege der Kreisbesten am Red und am Barren dar, die begeistert ausgenommen wurden. Die Altersturner stellten mit ihren Freiübungen ihre Elastizität unter Beweis und ernteten beson­ders lebhaften Beifall. Ein Sprechchor der Turner­jugend, sowie der würdige Fahnenausmarsch be­schlossen den Reigen der Darbietungen des Abends.

Mit einem kurzen Schlußwort, mit der Verlesung einiger Glückwünsche (u. a. des Gaubeauftragten des Reichssvortführers Meister-Kassel, des Generalleut­nants Lüdtke, des Staatspräsidenten a. D. Professor Dr. Werner) schloß der Vereinsführer den anregen­den Abend

Oie Gefallenengedenkfeier

Zu der Gefallenen-Gedächtnisfeier, die am Sonn­tagvormittag auf dem Turnplatz des Mtv. am Schiffenberger Weg stattfand, hatten sich viele Teil­nehmer eingefunden. Nach dem Aufmarsch der Jugend in zwei Säulen, voran die Fahnen, sang der Bauersche Gesangverein als ernste stimmungs­volle Einleitung einen Choral, der durch den inni­gen Vortrag zur rechten Vorbereitung für die Feier wurde. Dann hielt

Pfarrer kalbhenn

eine Ansprache, in der er das Opfer der Helden würdigte, die im Kriege fielen, er schilderte sie als Männer, von turnerischem Geiste erfüllt, die mit Begeisterung für ihr Vaterland zu Felde zogen, er schilderte sie als deutsche Menschen, wie sie eben in Turnvereinen heranwachsen, in einer Schule des Volkstums und des Deutschbewußtseins. In be­redten Worten forderte Pfarrer Kalbhenn zur Dankbarkeit auf jenen gegenüber, die ihr Höchstes für ihr Vaterland gaben. Im Anschluß an die Ge­denkrede legte der Vereinsführer Müller mit ernsten Worten des Gedenkens im Namen des Ver­eins einen Kranz am Ehrenmal nieder. Mit dem LiedvortragDas Heldengrab" fand die Feier ihren Abschluß.

Zahn-Ebrung.

Eine weitere, eindrucksvolle, kurze Feier fand am Jahnftein (Ecke Berg- und Gartenstraße) statt.

Ehrenmitglied Schneider (Dehlar), der ehemalige Vertreter des Mittelrheinkreises der DT., hielt eine weitere Ansprache, in der er ein­gangs betonte, daß wir alle mithelfen wollten, der Jugend den Weg leichter zu machen, wie sich auch die heute Aelteren dessen bewußt seien, daß sie aus den Schultern der Vorhergeganaenen standen. Der Wahlspruch der vergangenen 75 Jahre der Deutschen Turnerschaft lautete:Frisch, fromm, fröhlich, frei!" Kein anderer Leibesübung treibender Verband, auch nicht in einem anderen Lande, kennen einen so tiefen, lebensvollen Wahlspruch. Möchten Sie nie­mals, so rief der Redner aus, den Wahlspruch ver­gessen und immer danach handeln. Dann werde es um den Verein, um die DI. und um das Vater­land gut bestellt sein. Die DT. habe nichts hervor­zuheben, aber auch nichts zu verschweigen. Der Geist der Volksverbundenheit, der stets ihr Wollen leitete, soll den Turnern immer erhalten bleiben. Mit einem dreifachenGut Heil!" auf den Mtv. klang die Ansprache aus. Schließlich ergriff noch der Führer der Ortsgruppe Gießen des Reichs­bundes für Leibesübungen

Dr. rNöckelmann

das Wort, der gleichzeitig im Auftrag feiner Ma­gnifizenz des Rektors der Hniversität, Prof. Dr. Pfähler, sprach und zunächst auf die enge Ver­bundenheit zwischen Turnerschaft und Studenten­

tionalsozialistische Programm übernommen worden sei. In den vergangenen Jahrzehnten sei in den Schulen viel zu wenig Wert auf die Leibesübungen gelegt worden. Heute sei das anders. In der Aus­bildung der Jugend in körperlicher Hinsicht hätten sich die Turnvereine bisher große Verdienste erwor­ben. Die Arbeit der Turnvereine fei wertvolle Auf­bauarbeit im Dritten Reich.

Anschließend sprach der Mitarbeiter im Gauführer­stab der DT., der Bezirksführer des Bezirkes II und Kreisführer des Kreises 8 (Lahn-Dill)

Earl Daupert-Wiefeck.

Er übermittelte die Grüße des Gaues Hessen der DT., des Bezirks Sieg und des Kreises 8. Der Mtv. habe, so führte er u. a. aus, im Laufe der 50 Jahre seines Bestehens im Gau viel wertvolle Arbeit ge­leistet. Der Verein könne stolz auf feine Errungen­schaften sein. Turnbrüder und -schwestern hielten dem Verein jahrzehntelang die Treue. Diese Treue binde im Glauben an Volk und Vaterland. Diese Treue der Mitglieder zu ihren Vereinen sei der DT. belohnt worden in der Stellung der Turnerschaft im RfL. Echtes Turnertum sei Grundlage der Arbeit in den Vereinen. Wenn auch die deutsche Leibesübung jetzt ein anderes Gepräge erhalten werde, so bilde doch Jahnsches Gedankengut die Grundlage. Der Führer Adolf Hitler habe Friedrich Ludwig Jahn in seine Ehrenrechte eingesetzt. Jahnsches Gedankengut soll in Zukunft hineingetragen werden in den RfL. Mit dem Wunsche, daß die weitere Arbeit des Ver­eins reiche Früchte tragen möge, schloß der Redner.

i .L

2 = ua' S='

E ?= ., u

L- Q