penrod abgegeben. Beides konnte dem Eigentümer! zurückerstattet werden. — Das Jungvolk sammelte auch in unserem Orte mit großer Begeisterung Brot für die notleidenden Volksgenossen in Offenbach. lieber 400 Brote wurden gespendet.
Q Harbach, 16.Nov. Bei der Brotsammlung durch das Jungvolk hat die hiesige Einwohnerschaft erneut ihre Gebefreudigkeit bewiesen. Es wurden 53 Laiv gespendet. Wenn man bedenkt, daß etn beträchtlicher Teil der Ortsbevölkerung finanziell schwer zu kämpfen hat, dann muß man sich immer wieder über den Opferwillen besonders freuen. Es ist dies der beste Beweis, daß Harbach den Nationalsozialismus der Tat tief erfaßt hat.
# Harbach, 16. Nov. Hier fand in der Gastwirtschaft Herzberger eine sehr gut besuchte Bürgerversammlung statt. Sie war zwecks Werbung für den Luftschutzbund einberufen worden. Der Leiter der hiesigen Untergruppe, Bürgermeister Heinrich Münch VII., eröffnete die Versammlung. Dann erteilte er dem Schulungsleiter, Lehrer Söhngen, das Wort zu einem Vortrag über die Ziele des Reichsluftschutzbundes und seine praktische Bedeutung in Kriegszeiten. Der Redner verstand es, die Zuhörer von der Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit des Bundes zu überzeugen. Sämtliche Anwesenden erklärten ihren Beitritt. Während die Untergruppe Harbach seither nur fünf Mitglieder hatte, zählt sie jetzt 5 3. Die Werbung ist damit nicht abgeschlossen. Werbewart Schmidt wird bemüht fein, auch noch den letzten Volksgenossen zum Eintritt zu bewegen. Im Laufe der nächsten Woche erfolgt die Ernennung der Blockwarte, der Blockfeuerwehrleute und der Laienhelfer. Die Ausbildung derselben wurde dem hiesigen Feuerwehrkommandanten Wilhelm Schmidt übertragen.
+ Grünberg, 17. Nov. Am Samstag vollendete Frau S e i f a r t, Witwe des verstorbenen Seilermeisters Georg Seifart, bei guter Gesundheit ihr 8 5. Lebensjahr.
0 ©rüningen, 16.Nov. Bei der Brotsammlung, die vom Jungvolk durchgeführt wurde, sind in der Ortsgruppe Grüninaen insgesamt 216 Laib Brot für notleidende Volksgenossen in Offenbach gespendet worden. Hiervon entfallen auf die Zelle Dorf-Gill 65 Laib, auf die Zelle Grü- ningen 71 Laib und auf Zelle Eberstadt 80 Stück.
cxd Eberstadt, 16. Nov. Bei der vom Jungvolk durckgesührten Brotsammlung wurden hier 80 Vierpfünder-Laib Brot gespendet. Die Knaben gingen in keinem Hause leer aus, es gab jeder nach feinen Kräften.
* Nieder-Beffingen, 16. Nov. Die 7jäh- rige Schülerin Irmgard Lang, Tochter des Landwirtes Lang Hierselbst, kam so unglücklich zu Fall, daß sie sich einen Oberschenkelbruch zuzog und durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen" der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden mußte.
Kreis Schotten
0 Laubach, 15. Nov. Ein zahlreich besuchter Pflichtabend der NS.-Frauenschaft, Ortsgruppe Laubach fand' gestern im Versammlungssaal im Gräflichen Schloß statt. Auch viele Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe hatten sich eingefunden. Zu Beginn des Abends gedachte die Leiterin der Toten vom 9. November 1923, dann wechselten Lieder und Verlesungen einzelner Aufsätze aus der NS.-Frauenwarte. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Oberamtsrichter Dr. Schmitt über „Die Familie im Spiegel des Rechts". In anschaulicher Weise verstand er es, vor allem die Bedeutung der nationalsozialistischen Gesetzgebung zum Schutze der Familie den Zuhörerinnen klar zu machen. Oberster Grundsatz, der die Gesetzgebung des Dritten Reiches beherrscht, ist der der Volksgemeinschaft. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die nachgenannten Gesetze geschaffen worden: Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, das Ehegesundheitsgesetz, das Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre, das Erbhofgesetz, die Schaffung der Ehestandsdarlehen, hie Gewährung von Beihilfen an bedürftige kinderreiche Familien Der Redner verstand es, feine Zuhörerinnen von der wahrhaft staatsmännischen Bedeutung dieser Gesetze zu überzeugen, die in der Zukunft ihren unschätzbaren Wert offenbaren werden. Er schloß mit einem Appell, der Regierung Adolf Hitlers Dank zu zollen für die Schaffung dieser Gesetze zum Schutze der deutschen Familie und der immer festeren Verankerung der deutschen Volksgemeinschaft. Em dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und der nationale Gesang beschloß den Abend.
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Fußball-Sonntag der ileberraschnngen
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Einen etwas über Erwarten hohen Sieg erfocht 1900s Zweite gegen Garbenteich. In der ersten Halbzeit war die Ausbeute recht mager. Nach dem Wechsel klappte es jedoch besser, und die Platzbesitzer konnten sich einen klaren Vorsprung sichern. Als die Gäste noch ihren Torwart ersetzen mußten, fiel ihre Niederlage fogar ziemlich deutlich aus.
ders. Zwei Strafwurfchancen wurden von Gästen erfolgreich ausgenutzt, damit sich Sieg Punkte sichernd.
Schiedsrichter V o p f (Nieder-Weise!) gab Mühe, konnte jedoch vielfach nicht überzeugen.
1900 II — Io. Garbenleich 8:2.
waren schon dadurch gesunken, daß außer Schüler im letzten Augenblick auch noch Schott II. ersetzt werden mußte. Hier liegt gleichzeitig die Erklärung für die Niederlage. Die gute Kasseler Hintermannschaft konnte von dem Gießener Jnnensturm allein nicht entscheidend geschlagen werden.
Die Mannschaften.
Es standen sich gegenüber:
19 00: Enders; Funke, Cremers; Betz, Knop, Hoffmann; Herbert, Steines, Hamann, Krüger, Gurt.
Kur Hessen: Schuch; Kleinwegen, Naewie; Heim, Ritter, Kapellen; Jaeckel, Orthen, Fischer, Pilgermann, Thiel.
Der Kampf.
Das Spiel fing vielverheißend für die Spielvereinigungsleute an. Nach etwa 3 Minuten Spielzeit kam Krüger frei an den Wurfkreis und sandte unhaltbar ein. Zwei Minuten später erhöhte derselbe Spieler auf 2:0, und zwar durch Strafwurf. Der Kasseler Stürmer Thiel hatte hierbei weniger Glück und warf vorbei. Seinem Nebenmann gelang jedoch kurz darauf 'aus dem Hinterhalt der erste Gegentreffer. Der Kampf wogte hin und her. Im 1900er Sturm war Hamann gut durchgekommen, wurde aber unfair beim Werfen gehindert. Krüger vollstreckte das Urteil in Form eines dritten Tores. Als kurz darauf den Kurhessen ebenfalls ein Strafwurf zugefprochen wurde, hieß es 3:2.
Nun kamen schwarze Minuten für die Blauweißen. Der Sturm fand sich nicht recht und in der Hintermannschaft herrschte große Verwirrung, hauptsächlich dadurch, daß von einzelnen Spielern nicht Platz gehalten wurde. Die Folge davon war, daß die Gäste nicht weniger als fünf Tore vorlegen konnten. Das Schicksal der Blauweißen schien besiegelt zu sein. Die Mannschaft riß sich jedoch^zu- sammen. Bis zum Halbzeitpfiff wurden durch Steines und Krüger zwei Tore aufgeholt
Dramatische zweite Halbzeit.
Nach dem Wechsel kämpfte 1900 unverdrossen weiter und bald hatten Krüger und Hamann schöne Kombinationen erfolgreich abgeschlossen und den Gleichstand von 8:8 'herbeigeführt. Doch Kurhessen ging erneut in Führung. Die 1900er quittierten dies durch ein neuntes, zehntes und elftes Tor, verstanden es aber nicht, den Vorsprung zu halten. Die Kasselaner legten sich mächtig, teilweise nicht gerade rücksichtsvoll, ins Zeug. Sie kamen nicht nur auf 11:11 heran, sondern schufen auch eine 12:11-Füh- rung. Noch immer gaben die Platzbesitzer die Partie nicht verloren. Als sie nun gar durch Krüger ausgeglichen und durch Steines eine 13:12-Führung erreicht hatten, glaubten wohl die wenigsten Zuschauer noch an eine Niederlage. Doch es kam an-
S.Upori Knappe Handballniederlage der 1900er gegen „Knrheffen" Kassel.
1900 Gauliga-„Knrheffen" Kassel Sauliga 13:14 (5:8).
VfB.er ließen sich auf eigenem von den Sinncrn schlagen und dürsten damit end-
Kußbatt-Ergebniffe der Bezirksklasse.
VsB.-R. Gießen — VC. Sinn 1:2. Dillenburg — 1900 Gießen 6:0. Frohnhausen — 05 Wehlar 6:1. Niedergirmes — Naunheim 0:1.
den Spielen gegen die Kasseler Kurhessen scheint die 1900er ein wenig glücklicher Stern zu begleiten. Wie im Vorjahre, so konnten auch diesmal die Gäste erst unmittelbar vor Schluß Sieg und Punkte sicherstellen. Das gestrige Treffen gestaltete sich zu einem hochdramatischen Kamps, dem ungeheures Tempo und technisch hochstehende Leistungen das Gepräge gaben. Ein unentschiedener Ausgang wäre wohl den beiderseitigen Bemühungen am ersten gerecht geworden. Aber die 1900er Aktiven
Lehrmund, Haupt, Ritter, Erben, Wlodareck, Schmidt I und Ranft.
Die Gießener hatten Anstoß und konnten sofort einen Freistoß erwirken, der aber abgewehrt wurde. Die Gäste spielten steil und konnten kurz hintereinander zwei Ecken erzwingen, von denen die zweite von Haas durch energisches Fausten blendend ab- gewehrt wurde. Auf der Gegenseite führte ein schnelles Zusammenspiel von Ranft, Ritter und Schmidt. Durch letzteren, der mit wuchtigem Schuß das Leder unter die Latte jagte, zum ersten Erfolg. Unentmutigt griffen die Gäste an. Der Rechtsaußen konnte feinen Bewachern davonziehen, feine Flanke verfehlte Haas und der Linksaußen schoß zum Aus- aleich ein. Schon drei Minuten später konnte derselbe Spieler aus 25 Meter Entfernung die Führung erzwingen. Haas stand zu weit vor dem Tore und mußte den haltbaren Ball passieren lassen. Jetzt drehten die Gießener mächtig auf. Haupt gab schräg über das Feld zu Ranft, dieser sofort zu Wlodareck, der freistand, aus 5 Meter daneben schoß und damit eine sichere Torgelegenheit vergab. Auch Ritter konnte zweimal aus guter Stellung das Tor nicht finden und schoß daneben. Kurze Zeit später schoß Ranft zu schwach, so daß der Sinner Tormann halten konnte. Zwei Ecken für die Hiesigen, die nichts einbrachten, und dann war Halbzeit.
Nach Wiederbeginn kämpften beide Mannschaften im Mittelfeld, ohne vorerst Torchancen herausarbeiten zu können. Die Gäste zogen ihre Halbstürmer zurück und spielten schon jetzt auf Zeit. Da den Hiesigen auch nichts gelingen wollte, verfielen sie in den alten Fehler und stellten um.Das Spiel verlor jetzt jedes Niveau. Der Schlußpfiff sah die Sinner als glückliche Sieger. Der Schiedsrichter war dem Spieler ein gerechter Leiter.
gültig aus der Spitzengruppe ausscheiden. Die 1900er leisteten sich die Sensation des Sonntags und verloren mit Klassenunterschied. Es war vorauszusehen, daß die Wetzlarer in Frohnhausen verloren, aber die Höhe der Niederlage ist überraschend. Die Naunheimer landeten in Niedergirmes einen glücklichen Sieg. Die besseren Torgelegenheiten hatten die Gastgeber.
VfB.-R. Liga erneut geschlagen.
Man wußte in diesem Spiele im voraus, daß die Gießener einen sehr schweren Stand haben würden und man könnte sich daher leichter mit der Niederlage abfinden, wenn diese auf das Versagen der Ersatzleute zurückzuführen wäre. Aber gerade Haupt, Schmidt und Ritter ließen nicht erkennen, daß sie nur als „Ersatzleute" spielten. Haas spielte wieder leichtsinnig. Die Verteidigung und die Läuferreihe taten ihre Pflicht. Erben zeigte diesmal im Sturm eine größere Aktivität. Die übrigen befriedigten bis auf Wlodareck. Die Sinner überraschten nach der angenehmsten Seite. Die ganze Mannschaft war bedeutend schneller als die Gießener und auch ihr Kopfspiel viel ausgeprägter. In spielkultureller Hinsicht konnten sie aber auch nicht befriedigen. Ihre treibenden Kräfte waren die Außenstürmer. Dem Unparteiischen Keller (Naunheim) stellten sich die Hiesigen mit: Haas, Schmidt I., Leutheuser II., Heß,
vfv.-N.N — Lollar I 4:8 (3:3).
Ein sehr hartes Spiel beider Mannschaften! Nur die erste Halbzeit war in den Leistungen ansprechend. Der Sieg der Lollarer ist verdient.
Schwere Niederlage der Spielvereinigung 1900.
Dillenburg — 1900 6:0 (2:0).
Das war eine Ueberraschung. Mit diesem Spielausgang hatte niemand gerechnet. Die Mannschaft schien aber auch von allen guten Geistern verlassen. Nicht ein einziger war richtig im Bilde. Glaubte man etwa im Handgalopp zu gewinnen? Anders dagegen der Gastgeber! Da wurde mit Hingabe und Aufopferung gekämpft, und als er kurz nach Halbzeit mit 3:0 in Führung lag, witterte er seine große Chance und nutzte sie redlich aus.
Dillenburg drückt und geht in der 12. Minute durch einen Weitschuß seines Halblinken in Führung. Anaespornt durch diesen Erfolg wird ihr Druck stärker. Nur mit Mühe gelingt es den Blauweißen, weitere Erfolge abzuwehren. Kurz vor der Pause fällt der zweite Treffer. Einer Vorlage an den Rechtsaußen geht Fischer entgegen, kann sie aber nicht erreichen. Der Ball kommt zum Mittelstürmer und der schießt ins leere Tor.
Nach der Pause erhofften die wenigen Reisebegleiter einen Umschwung in ihrer Elf. Aber weit gefehlt! Nach wie vor ist Dillenburg überlegen. Als auf einen Strafstoß von 30 Meter, den der Halbrechte mit Kopfstoß verwandelte, der dritte Treffer fiel, war die Mannschaft nicht mehr zu halten. Angriff auf Angriff rollt auf das Tor der Gäste und in kurzen Abständen fallen die restlichen Tore. Ganz zuletzt, als Heilmann verletzt den Platz verlassen hatte, kommen die Blauweißen mit einigen Vorstößen vor das Tor des Gegners, aber selbst aus drei Meter Entfernung bringen sie den Ball nicht über die Linie. Als der Schlußpfiff ertönte, herrschte eitel Freude bei den Zuschauern ob des unverhofft hohen Sieges der Platzherren.
Bei der Krittk der Mannschaften kommt Dillenburg besser weg. Vor allem der Sturm und hier besonders die linke Seite zeigte gutes Verständnis. Auch die Läuferreihe arbeitete recht eifrig. Die Verteidigung wurde auf keine allzu große Probe gestellt.
1900, mit der Mannschaft: Fischer; Schad, Lippert; Hers, Heilmann, Mank; Hammer, Wilhelmi, Jäger, Schäfer, Henkelmann, erntete in diesem Spiel keine Lorbeeren. Durch den vollkommenen Ausfall der Läuferreihe war dem Sturm jegliche Unterstützung genommen und die Verteidigung durch Ueberlastung der gegnerischen Angriffe in harte Bedrängnis gebracht. Die Mannschaft durfte sich aber in der zwei- ten Halbheit nicht auf diese Art und Weise deklassieren lassen. — Schiedsrichter Post (Wieseck) war ein aufmerksamer Leiter.
Fußball der Gauliga-Manuschasteu.
Gau Nordhessen: Borussia Fulda — VfB. Friedberg 4:0; Spielverein Kassel — 1. FC. Hanau 93 2:2; Hessen Hersfeld — Kurhessen Marburg 2:2.
Gau Südwest: FK. Pirmasens — Eintracht Frankfurt 0:0; FSV. Frankfurt — FV. Saar- brücken 2:1; Kickers Offenbach — Wormatia Worms 1:1 Opel Rüsselsheim — Borussia Neunkirchen 2:2; Phönix Ludwigshafen — Union Niederrad kampflos für Union.
Gau Bayern: Spvgg. Fürth — ASV. Nürn- > berg 1:1; Wacker München — 1. FC. Nürnberg : 2:2; Bayern München — FC. 05 Schweinfurt 3:1. ; HandballimKreisLahn-Nill(GauXII) > Ergebnisse des Sonntags:
Mtv. Gießen — Tuspo. Marburg 6:5 (2:3); TV. t Heuchelheim — TV. Wetzlar 4:10 (0:8); TV. Münch- t holzhausen — TV. Roth, Roth nicht angetreten; i TV. Gr.-Rechtenbach — TV. Dorlar 11:5 (8:2); . TV. Atzbach — TD. Holzheim 5:5 (2:2); TV. Nau- I born — TV. Mendorf (Lahn) 5:6 (0:4); TV. Wetz- : lar II — TV. Dutenhofen 4:10; TV. ©rüningen — ' TV. Hausen 12:8 (8:4); TV. Mandeln — TV. ■ StraßebSrsbach 3:3 (1:3).
Jugend: TV. Wetzlar — SpV. 05 Wetzlar 4:4 (2:2); TV. Münchholzhausen — TV. Garben- i heim 13:1 (7:0); TV. Garbenteich — TV. Lieh 10:0 : (8:0); TV. Lützellinden — TV. Lang-Göns II 12:1 . (3:1); TV. Lang-Göns I — Mtv. Gießen 13:1 (7:1); , TV. Herborn — TV. Katzenfurt 3:4 (1:3).
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Koman von $ranf $. Braun.
14 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Oberinspektor Reußing leistete der Aufforderung denn auch Folge. Er trat vom Fenster zuruck, von wo er die beiden auf dem Gansemarkt noch hatte unterfangen sehen. Er nickte der Wirtm zu und ging zur Tür.
Sie hielt ihn schüchtern und dreist zugleich auf. „Haben Sie etwas hären können? wollte sie
Reußing war so in Gedanken, daß er vergaß, diese Frage zurückzuweisen.
Er schüttelte den Kops. „Gar nichts , gestand er ehrlich.
Da ließ sie ihn hinaus.
Als sie sich allein in der Wohnung wußte, betrat sie Jollys Zimmer und wischte Staub an den sonderbarsten Orten. Sogar in Jollys Handkoffer, auf dem der Schlüssel steckte. Sie hatte feinen Auftrag dazu.
Die Kriminalpolizei konnte sich denken, daß offen- stehende Koffer keine belastenden Geheimnisse enthalten würden. Reußing hatte schon selber einen Blick in das Zimmer geworfen.
Sie fand denn 'auch weder blutige Messer, noch gestohlene Brieftaschen. Die Wahrheit zu gestehen, das enttäuschte sie beinahe ein bißchen.
7. Kapitel.
Kriminaloberinspektor Reußing war ein vorsichtiger Mann. Er wartete einen Nachmittag lang und zögerte zuzupacken. Er rechnete, daß Jolly ahnungslos sei und in seine Behausung am Gänse- markt zurückkehren würde. Aber die Beamten, die ausaeschickt waren, ihn festzunehmen und vorzuführen, kamen ohne Jolly zurück. Der Vogel war gewarnt und entflogen.
Oberinspektor Reußing entschloß sich trotzdem noch immer nicht für den Haftbefehl gegen Jolly. Was er von dem Manne wußte, wog, als Beweis gebracht, so gut wie nichts. Nur sem Gefühl sagte ihm, daß, wo Basilius die Hand im Spiel hatte, auch Jolly dabei sein würde.
Basilius hatte im Augenblick, als die Tat geschah, mit dem Sekretär des Konsuls gesprochen. Beweise, auch nur gut fundierte Derdachtsgründe, daß Jolly den Sekretär Zerny niedergeschlagen und getötet hatte, besaß er nicht. Peinlich, wenn man einen Fehlgriff tat, wenn die beiden Halunken die Schwurhand erhoben und alles weit von sich wiesen.
Er beschloß, es bei einer Ueberwachung des Basilius au lassen. Aus die Art kam die Polizei dann früher oder später auch dem Jolly auf die Spur.
Er erfuhr nicht mehr an diesem Abend, daß Basilius seit Mittag sein Hotel verlassen und nichts über seine Rückkehr hinterlegt hatte. Vielleicht hätte ihn das sonst doch gewarnt. Denn er kannte Basilius und wußte, daß der sein unerbittlicher Feind war. So meinte er Basilius gut beschattet und vielfach überwacht.
Dieser Irrtum ward sein Verhängnis.
Reußing wohnte in der Eibenstraße, einer stillen, fast verkehrslosen Wohnstraße. Nummer 7 war ein mäßig großes Etagenhaus; wie alle anderen Häuser der Straße vor dem Kriege gebaut, war es ein bißchen unmodern mit weinumrankten Baikonen und Loggien.
Der Oberinspektor verließ die Straßenbahn an der Ecke und bog in seine Straße ein. Es war qeaen acht Uhr abends, aber der Tag war trübe gewesen, und es war schon recht dunkel. Die Gaslaternen hatten ein gelbes Licht, das em Wind noch dazu alle Augenblicke duckte; etn leichter Nebel fiel herab.
Am Straßenrand stand ein Auto. Es war etn Privatwagen, aber Reußing kannte zufällig die Nummer; diesen Wagen konnte man mte en. Er schritt vorüber; den Fahrer bemerkte er nicht.
Wenig vor seinem Hause kam ihm ein Schutz- mnnn entaeaen. Er kannte den Beamten Nicht, £ber ber Mann erkannte ihn wohl. Der Schutzmann 0r“|err Dberinfpetfor", fagte er und die Erregung mar feiner Stimme anzumerken gut, dich ich Sie treffe Sm Hausflur Nummer 7 liegt em Mann an der Erde. Er ist gestochen worden.
Reußing setzte sich s°s°ri neben dem Beamten m Trab „In Numm-r 7 in — .HausI haben Sie etwas Dort dem Tater gesehen?
„Nichts, Herr Oberinspektor, aber ich kann den Verletzten nicht verstehen, er spricht eine fremde Sprache."
„Das werden wir gleich herausfinden." Reußing durchzuckte ein Gedanke, den er nicht zurückweisen konnte.
War da im Hausflur, in feinem Hausflur, ein Unschuldiger überfallen worden, hatte der Messerstich ihm gegolten? Sie waren vor dem Hause angelangt. Der Aufgang zwischen den Vorgärten war mit Fliesen belegt. Die Schritte hallten.
Der Schutzmann blieb ein wenig zurück. Er knöpfte seinen Mantel auf, der ihn hinderte. „Im Hausflur", sagte er.
Reußing nickte und öffnete die Tür.
Er sah Den Mann am Boden. Das Flurlicht war nicht sehr hell. Er trat nahe heran und beugte sich herab. Der Mann lag auf der Seite.
War er tot? Reußing rief ihn gedämpft an. Ein Röcheln antwortete ihm. Er kniete sich hin. „Wer sind Sie, was ist Ihnen geschehen? Können Sie Antwort geben?"
Er war dicht über den Liegenden gebeugt; vorsichtig rührte er ihn an, versuchte, ihn auf den Rücken zu drehen. „Wo sind Sie verletzt?"
In der Sekunde geschah es.
So rasch ging alles, daß niemand eine Gegenwehr gefunden hätte. Im Moment, wo Reußing den Mann herumdrehte, ihn auf den Rücken legte, erkannte er auch das Gesicht.
Basilius! Instinktiv gewarnt, wollte er sich auf* richten, von diesem Menschen konnte nichts Gutes kommen — da fuhren ihm zwei Hände an die Kehle, und Basilius riß ihn zu sich herab. Reußing vermochte keinen Laut von sich zu geben; er konnte nichts tun, als versuchen, mit beiden Händen die Krallen von seiner Gurgel abzureißen. Aber er kam nicht dazu.
Der Schutzmann war da. Ein Tuch, em Wattebausch wurde ihm vor das Gesicht gehalten. Er spürte noch den Aethergeruch, Chloroform. Schurken... Da war es schon aus.
Basilius erhob sich, sein Gesicht wies ein infernalisches Grinsen. Er betrachtete den reglosen Reußing. „Endlich", knirschte er, „warte, alter Freund."
Jolly, der falsche Schutzmann, meinte leise: „Es scheint, er hat dich noch erkannt. Sahst du, wie er in letzter Sekunde zurückprullte?"
„Gewiß. Das schadet nichts. Er soll uns ja kennen lernen!" Ihr Lachen war gleichzeitig. Sie hoben den Bewußtlosen auf, nahmen ihn rechts und links unter den Armen und traten auf Die Straße.
Ein Herr kam ihnen entgegen. Er blieb stehen. Der Aufzug war nicht alltäglicher Art.
Aber Jolly kam der Fremde gerade zurecht. „Fassen Sie bitte mit an, Herr", sagte er, „Schlaganfall auf der Straße. Wir wollen ihn in das Auto dort bringen." rer Herr faßte mit an. Eigenhändig schloß er die Wagentür.
Der Zivilist saß am Steuer. Bei dem Bewußtlosen blieb der Beamte in Uniform. „Das nächste Krankenhaus ist beim Schlump", sagte er noch dienstbereit. Basilius nickte und fuhr an. Er fuhr ein rasches Tempo. Das war gut. Denn Jolly zog sich gerade um und nahm die Verwandlung in einen bartlosen Zivilisten wieder vor. Der Schupomann konnte jetzt nichts mehr nützen.
„Wie lange bleibt er noch ohne Bewußtsein, Jolly?" Mit 60 Kilometern fuhr er die belebte Varmbecker Straße hinunter!
„Ich konnte natürlich in der Eile nicht die Tropfen abzählen. Aber sein Herz geht regelmäßig. Sterben wird er uns nicht vor der Zeit, Basil."
„Lege ihm Handfesseln an. Vielleicht kommt er sehr plötzlich zu sich, oder er markiert nur die Ohnmacht und —"
„Basil, Mensch, ich habe ihn doch natürlich sofort gefesselt!"
Jolly war umgekleidet. Er drehte sich weit zurück in seine Ecke. Ihm blieb Zeit, nachzudenken.
Die Affäre hatte eine Wendung genommen. Dieser Reußing mit seinem Schnüffeleifer hat nicht nur Basilius, sondern auch ganz besonders ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Trotzdem, vielleicht würde er doch morgen Lena Bassenberg an- rufen und mit ihr eine Zusammenkunft verabreden. Brachte die Frau dann das Geld, wollte er Wort halten und ihr des Basilius zweite Ehe mit der Frau Oberst Filimon da in Arad verraten.
Wenn sie sich dann aus Ungarn ober Rumänien die Beweispapiere kommen ließ, mußte Basilius abziehen; er hatte bei der Geschichte 30 000 Mark verdient, die ihm Basilius nie abgegeben haben würde, wenn der Ziegeleiverkauf geglückt wäre.
(Fortsetzung folgt!)


