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Immer war es für mich ein parkendes Erlebnis: Conrad gab sich ganz kameradschaftlich und gestal­tete meinen Lortrag zu einem interessanten Mei­nungsaustausch über Lage und Zukunft beider Reiche. Er war lebhaft, mitteilsam, interessiert; man hörte seinen klugen Darlegungen gespannt zu. Con­rad erschien damals in Wien als der vergötterte Liebling der k. u. k. Wehrmacht; ich habe niemals fo unmittelbar das Empfinden eines ganzen Heeres: Der i st unser Mann" auf eine Persönlichkeit gerichtet gesehen.

Als General v. Conrad am 2 5. September 1914 sich vom Landwehrkorps in Tarnow ver­abschiedete, da war er allerdings ein anderer als 1910, da ich mich in Wien zum ersten Male bei ihm meldete: ein anderer sowohl als Mensch als auch, worauf es hier ankommt, ein anderer als Führer. Er hatte wohl den Glauben an fein Soldatenglück verloren; er arbeitet weiter aus Pflichtgefühl, aber ihm fehlte fortan die ihn als Führer fo auszeichnende Kraft, feine Untergebenen zu begeistern und mit sich fortzureißen; er trug sichtlich schwer an den Vorgängen des Au­gust und September 1914. Damals wurde mir zum ersten Male klar, wieSiedlec" als bitterstes Erlebnis des Krieges nie wieder aus der Seele des Feldherrn Conrad zu entfernen war.

Das Landwehrkorps hat als einzige deutsche Truppe noch jenes erste österreichisch-ungarische Heer kennengelernt, das unter Conrads Führung in fester Einigkeit aller Stämme, in Treue und Hin­gebung zu Kaiser und Reich, bewußt und wage­mutig den weit überlegenen russischen Massen ent­gegenging. Der Plan Conrads war hierbei einfach, fest und kühn. Die Absichten, die er verfolgte, lagen klar und eindeutig in der treuen Durchführung der als Bundesgenosse übernommenen Verpflichtung, 3 u e r ft d i e Hauptentfcheidung i m W e - ft e n zu fördern und, bis der Sieg über Frankreich errungen, im Osten gegen die Russen mit Unter­legenheiten auszukornrnen.

Conrad tat recht daran, daß er seinen Auftrag offensiv löste; sonst hätte er sich der Ueberlegen- heit der sich mehr und mehr verstärkenden Russen überhaupt nicht wehren können. Zudem entsprach auch bie Offensive, wie die Kämpfe im August und September 1914 bewiesen haben, der Ausbildung und dem Geist des k. u. k. Heeres von 1914, das in Ehren bestanden hat. Die Oesterreichervorzu- reißen", wie der erste Auftrag des Landwehrkorps lautete, hatten wir wahrlich damals nicht nötig. Bewundernswert bei dieser ersten Offensive 1914 ist des Führers Conrad Wagemut, der an die glücklichsten Tage österreichischer Kriegsführung unter Erzherzog Karl, Radetzky und Erzherzog Albrecht erinnert. Feldmarschall Conrad übersah alle Schwierigkeiten seines Planes und suchte sie in siebzehntägigen schwersten Kämpfen zu über­winden. Es ist ihm auch gelungen, das, was er wollte, durchzuführen: er hat f i ch am Russen fest gebissen und ihn dadurch festgehalten. Das müssen wir Deutschen ihm und seinem Heere danken!

Eine solche Anerkennung für das österreichisch- ungarische Heer liegt auch in den Worten des da­maligen Feindes, des russischen Generals Dani- lof f, wenn er schreibt:Die große Anstrengung und die hohe Ziffer der Verluste bei Lemberg- Lublin verhinderten unglücklicherweise unsere (rus­sischen) Armeen, den Erfolg durch Verfolgen des Feindes auszunützen". Die Elite des österreichisch- ungarischen Heeres 1914 wurde durch die August- und Septemberkämyfe dahingerafft und das Heer dadurch vorzeitig zur Schlacke ausgebrannt. Die Ersatzverhältnisse der Heimat gestatteten es dabei nicht, das Heer in gleicher Güte je wieder aufzu­bauen.

Je schwerer nach und nach die ersten bedeutenden Verluste in ihren Folgen im österreichisch-ungari­schen Heere fühlbar wurden, um so bitterer wurde auch der Groll Conrads, daß der ihm zugesagte Hilfe st o ß der Deutschen aus Ostpreußen über den Rarem auf Siedler" unterblieben war, den Moltke ihm persönlich und verantwortlich versprochen hatte. Eine Durchführung dieser Opera­tionsgedanken Conrads, einVorstoß auf Siedler", wäre bei dem deutschen Mobilmachungsvorsprung auch im August 1914 tatsächlich möglich gewesen, wenn die 8. Armee erst die Riemen-Armee und dann die Rarew-Armee nacheinander geschlagen hätte.

Die Entwicklung der Dinge in Ostpreußen nahm indessen einen anderen Verlauf. Zwar wurde Rennenkampf zuerst bei Stallupönen und dann am 20. August bei Gumbinnen angepackt, aber Pri11witz schlug diese Schlacht nicht durch, sondern trat den Rückzug an, weil der Vor­marsch der Rarew-Armee seine Verbindungen zur Weichsel zu bedrohen schien. Die schwersten Ge­fahren, die Aufgabe Ostpreußens bis zur Weichsel, ja der Zusammenbruch der ganzen Ostfront drohten, bis das Feldherrnpaar Hindenburg und L u d e n d o r f f in der Schlacht bei Tannenberg die Rarew-Armee vernichtete und die Lage wieder­herstellte, worauf auch Rennenkampf bis an die masurische Seenplatte zurückwich.

Das Landwehrkorps hat es am eigenen Leibe

miterlebt, wie nötig in jenen Tagen, Anfang Sep­tember 1914, tatsächlich solche Hilfe unseren mit der russischen Uebermacht von Lemberg bis Lublin schwerringenden österreichisch-ungarischen Kämpfern war, und das Landwehrkorps hat auch schon da­mals, und nicht erst nachträglich, ermessen können, wie andererseits auch der von Conrad erbeteneVor­stoß Siedler" gerade jetzt auch noch rechtzeitig ge­kommen wäre, um die schwere Lage des österreichisch­ungarischen Heeres zum vollen Erfolg umwandeln zu können. Hindenburg-Ludendorff hatten aber noch den ungeschlagenen Rennenkampf in der Flanke und glaubten, diesen erst abtun zu müssen, bevor sie über den Rarem nach Polen hinein vorstießen. Conrad hat den Deutschen dies als Bevorzugung der eigenen Provinz Ostpreußen ausgelegt und ihnen die Vernachlässigung der bun­destreuen Verpflichtungen vorgeworfen. Denn, als schließlich nach der Schlacht an den Masurischen Seen Rennenkampf aus Ostpreußen geworfen war, war schon die Schlacht bei Lemberg-Lub­lin entschieden, und Conrad hat schweren Herzens und erbittert nach 17 Tagen härtesten Kampfes den Rückzug hinter den San be­schien müssen. Das österreichisch-ungarische Heer war nunmehr tatsächlich bis zur Schlacke ausgebrannt.

Von dieser Zeit an konnte man aber im Heere Kaiser Franz Josephs bald das Schwinden des alten aktiven Geistes spüren. Das alte stolze Heer war tatsächlich dahin! Die wenigen alten Offiziere, auch die wenigen alten deutschen und unga­rischen Soldaten blieben noch dieselben. Aber zwi­schen den Rationalitäten brachte der neue, minder-

Oie Industne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

1259:Liste der ausfuhrverbotenen Waren" unter Berücksichtigung der Verordnung vom 9. No­vember 1935. Preis zirka 20 Pf. Bestellungen nimmt die Kammer bis 22. d. M. entgegen.

11260: Bekanntmachung KP 61 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreife.

1261: Beurlaubung von SA.-Führern zu Prü­fungen.

1262: Gutachten der Reichswirtschaftskammer zu Fragen des Zugabeverbots: Handelsübliche Verpackung und gekoppelte Verkäufe.

Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Bei zumeist etwas höherer Beschickung als in der Vorwoche nahm der Schlachtviehmarkt weiterhin einen glatten Verlauf, die erzielten Preise waren befriedigend. Die Qualität des zugeführten Viehes mar meist mittelmäßig.

Am S ch m e i n e m a.r f t hat die Zufuhr schon mieder eine recht erfreuliche Höhe erreicht, standen doch 2022 (1766) Tiere zum Verkauf. Das Angebot dürfte sich nach und nach meiter erhöhen. Gleich­zeitig hat die Qualität eine meitere Besserung er­fahren, vor allem stehen mieder mehr fette Schmeine zur Verfügung. Die Zuteilungen an die Metzger konnten infolge des höheren Äuftriebs etmas reich­licher vorgenommen roerben.

Der Großviehmarkt blieb meiter fest, die Zufuhren an Weidevieh blieben befriedigend, so daß die Qualität den Ansorderunaen ziemlich entsprach. Der Austrieb stellte sich auf 996 (842) Stück, mobei allerdings noch zuviel Kühe (684) darunter sind. Die Preise blieben die gleichen mie in der Vormoche, das Geschäft mar sehr lebhaft.

Am Kälbermarkt haben die Preise mieder etwas angezogen, die Nachfrage war trotzdem leb­haft und die Qualität zufriedenstellend. Die Zufuhr von 1094 (977) Tieren wurde glatt geräumt.

Für Hämmel und Schafe mar die Nachfrage etwas weniger lebhaft, immerhin. nahm das Ge­schäft bei ziemlich unveränderten Preisen einen guten Verlauf; die verringerte Beschickung von 338 (629) Stück mürbe ausverkauft.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Das Angebot ber Landrnirtschaft in Brotge- treibe hat sich nicht wesentlich verstärkt. Immer­hin reichte das vorhandene Material in Verbindung mit dem Angebot des Handels aus, um die hiesigen und oberrheinischen Mühlen mit Mahlgut hinrei­chend zu versorgen. Die Nachfrage von dieser Seite blieb aus den bekannten Ursachen noch klein, zeigte aber doch schon eine leichte Belebung, wobei jedoch nur beste Weizengualitäten gefragt werben; mittlere Sorten finben nur schwache Unterkunft. Der Absatz von Roggen beschränkt sich nur auf die Lanbmühlen, wobei sich diese hauptsächlich aus ber näheren Umgebung versorgen, währenb über ben Großmarkt nur wenig Abschlüsse getätigt wur-

merkige, jetzt schon angeseuchte und aufsässige Er- s a tz Risse. Als ich kurze Zeit ein deutsches Land­wehr - Infanterieregiment nördlich Baranomitschi führte, machte der Kommandeur des benachbarten k. u. k.deutschen" Regiments aus Siebenbürgen, Oberst von Spieß, mit mir dauernd gemeinsam die Prüfungsgänge durch die Stellungen beider Regimenter und führte mir auch feine Hebungen hinter der Front, feine Appells, feinen inneren Dienst vor. Unvergeßlich bleibt mir aus dieser Zeit die Tatsache, daß die Kenntnis von fünf (!) Sprachen für den Vorgesetzten in der k. u. k. Armee meist nicht ausreichend war! Mit welcher Sprache trifft man da das Herz feiner Leute?

Am tiefsten habe ich jedoch 1916 die Not und bas Leid des Bundesgenossen empfunden, als früh am Morgen der Chef des Stabes des AOK. Woyrfch unterstellten k. u. k. Korps schluchzend vor mir mit der Meldung stand, in der Nacht seien viele Tschechen einer Division mehrere Offiziere (!), Unteroffi­ziere, Leute zu den Russen überge­gangen; er müsse bitten, die ganze Division aus der Front zu ziehen. Derartiges hatte ich bis dahin nicht erlebt. Als mir dann später gemeldet wurde, die Eltern des Anstifters jenes nächt­lichen Ueberlaufens, eines Hauptmanns (!), befänden sich seit Kriegsbeginn in Wien im Ge­fängnis,weil sie eben Tschechen seien", da erkannte ich doch, wie leicht die Wirklichkeit des Nationalitätenstaates dem Gegner Propaganda­material in die Hände liefern kann. Ich gedachte meines alten Geschichtslehrers Schiemann.

ben. Futterweizen und -rogaen find nach wie vor wenig gefragt, währenb das Angebot stark bleibt.

Am F u 11 e r g e t r e i b e marft haben sich die Angebots- und Nachfrageverhältniffe gegen die letz­ten Wochen nicht geändert. Futtergerste und Fut­terhafer bleiben sehr gesucht, während das nur in unzureichenden Mengen vorhandene Angebot die Nachfrage nicht befriedigt. Ostpreußischer Hafer wurde nur in kleinen Posten gehandelt.

Am Futtermittelmartt ist die Nachfrage nach preisgebundenen Artikeln weiterhin sehr groß, doch standen Kleie, Oelkuchen und zuckerhaltige Fut­termittel nicht zur freien Verfügung. In Kleie sind für den November noch keine Zuteilungen erfolgt, mit Oelkuchen ist die Landwirtschaft etwas besser versorgt, wenngleich seitens der Milchvieh haltenden Betriebe noch großer Bedarf vorhanden ist. In freien Futtermitteln blieb bas Geschäft gering, Kar­toffelflocken, Melasse und Mischfutter fanden kaum Interesse.

Das Mehlgeschäft beschränkt sich fast aus­schließlich nur auf die Deckung des laufenden Be­darfs. Weizenmehle Type 790 und 1600 (Brot­mehle) sind lebhaft gefragt, während das Geschäft in Auszugsmehlen noch keine Belebung aufweift. Roggenmehl verzeichnet normales Bedarfsgeschäft.

Futtermehle sind aus Norddeutschland stark gefragt, dagegen haben Nachmehle weiterhin schwie­rigen Abzug.

Nhein-Mainische Börse.

IHiffagsbörfe etwas leichter.

Frankfurt a. M., 16. Nov. Die Wochenschluß­börse brachte am Aktienmarkt nach ben gestri­gen Steigerungen eine leichte Abschwächung. Bei ben Banken lagen zwar viele Kausvrders ber Kund- schaft vor, doch kam ziemlich überraschend Angebot heraus, was vielfach zur Zurückhaltung Anlaß gab. Das herauskvmmende Material fand nur zu er­mäßigten Kursen Aufnahme. Abschwächungen er­gaben sich insbesondere am Montanmarkt, wo Stahl­verein 1,50 v. H., Mannesmann 1,25 v. H., Bude­rus und Hvesch je 0,75 v. H. und Rheinstahl 0,50 v. H. verloren. Auch am Elektromarkt traten durch­weg Rückgänge von 0,50 bis 1 v. H. ein, Gesfürel gaben 1,50 v. H. nach. Von chemischen Werten gingen IG. Farben auf 148,25 bis 147,50 (148,65) zurück, Scheideanstalt lagen nochmals 1 v. H. fester. Höher lagen weiterhin Bankaktien, Reichsbank 183 bis 182,75 (181,50), Bank für Brauinduftrie 114 (113), ferner Cement Heidelberg 115,50 (114,50) und Feldmühle Papier 114,25 (112) sowie Nordd. Lloyd 16,90 (16,65). Maschinenaktien lagen gut behauptet, etwas schwächer nur Muag. Leicht rückläufig waren noch Daimler, Kunstseideaktien und AG. für Ver­kehrswesen.

Der Rentenmarkt lag freundlich, bas Ge­schäft war aber klein. Kommunal-Umschulbung 88,45 (88,35), Zinsvergütungsscheine 90,80 (90,75), Späte Schuldbuchforderungen unoeränbert 97,13, Reichs­bahn-Vorzugsaktien fester mit 123 (122,65), dagegen Altbesitz 113 (113,13) unb 6 v. H. Stahlverein 102,90 (103,13).

Nach ben ersten Notierungen bröckelten bie Kurse verschiedentlich weiter leicht ab, während in ber zweiten Börsenstunbe bie Haltung widerstandsfähig

war. Zu ben ermäßigten Kursen zeigte sich teklwesie leichte Nachfrage. Die später zur Notiz gekommenen Werte brachten überwiegend Abschwächungen bis zu 1,25 v. H. Fest lagen Eßlingen Maschinen mit ca. 78 (75,50).

Am Rentenmarkt erhöhten sich Kommunal-Um- schuldung auf 88,65 nach 88,45, sonst blieben die Kurse unverändert. Vfandbriefe und Stabtanleihen lagen still unb behauptet. Auslanbrenten waren ohne nennenswerte Veränderungen.

Tagesgeld etwas leichter mit 3 (3,25) v. H.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 18. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 994 Rinder (179 Ochsen, 52 Bullen, 642 Kühe, 121 Für- sen), 315 Kälber, 106 Schafe, 1899 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 40 bis 42 Mark, Bullen 41 bis 42, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 42, Kälber 50 bis 76, Hämmel 40 bis 48, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktverlauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt.

Preußen.

Neuordnung im Krankrnkaffenwesen des Kreises Biedenkopf.

LPD. Gladenbach, 16. Nvo. Ab 1. Januar 1936 werden die bisherigen Krankenkassen Bieden­kopf und Wallau aufgehoben und die O r t s k r an­te nk ässe Gladenbach zur Kreiskranken­kasse des Kreises Biedenkopf erhoben. In Biedenkopf wird eine Zahlstelle errichtet wer­den. Die bisher zur Ortskrankenkasse Gladenbach gehörige Zahlstelle R o d h e i m, zu der neben R o d- h e i m bie Orte Waldgirmes, Fellings­hausen, Hermannstein, Crumbach und Frankenbach gehören, wird an die Orts­krankenkasse Wetzlar abgetreten. Damit ist der Bezirk der Krankenkasse Gladenbach genau der Kreisgrenze des Kreises Biedenkopf angeglichen.

Kreis Wetzlar.

0 Wetzlar, 15. Nov. Unter reger Beteiligung aus dem ganzen Kreise fand hier die Jahreshaupt­versammlung der Viehverwertungsgenos- senschaft für den Kreis Wetzlar statt. Vorstandsmitglied Bürgermeister Langsdorf (Groß-Rechtenbach) berichtete einleitend über die bisherigen Erfolge der Viehverwertungs-Genossen­schaft. Stabsleiter Fischer von der Kreisbauern- schäft sprach anschließend über die Neuregelung der Fleischversorgung und beschäftigte sich besonders mit der Frage der Hausschlachtungen. Kreisstellenleiter Berg trug den Geschäftsbericht und die Jahres­bilanz vor. Die Zahl der Mitglieder beträgt 694. Der Umsatz belief sich im Jahre 1934 auf 722 692 Mark. Der Reingewinn betrug 43,80 Mark. Ins­gesamt wurden 1852 Stück Vieh umgesetzt. Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die von dem Reichsverband der deutschen Genossenschaften vorgeschriebenen Dienstanweisun­gen und die Geschäftsordnung wurden angenommen. Sodann schritt man zur Wahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Der erste Vorsitzende Friedrich Reitz (Hochelheim), der der Genossenschaft fünf Jahre lang Vorstand, legte fein Amt nieder. Vor­sitzender wurde Bauer Johann Schäfer (Horns- heim). Bauer Lotz (Steindorf) wurde in den Vor­stand gewählt. Dem Aufsichtsrat wurden einige Mit­glieder neu hinzugewählt, lieber die Nutzoiebbescha"- fung, die in diesem Jahre als Geschäftszweig mu aufgenommen wurde, berichtete Bürgermeister Langsdorf. In reger Aussprache wurde über Rindviehrassen gesprochen, über den Molarer Fleischmarkt und über die Versteigerungen der N"tz- viehbeschafsungs-AG. Mit einem Gruß an den Füh­rer fand die Versammlung ihren Abschluß.

<£ Rodheim a. d. B., 15. Nov. Gestern fand hier in der Schule in Gegenwart der Vertreter der Gemeinde, der NSDAP., der Betriebe, der Lehrer­schaft ufw. die feierliche Eröffnung der Mäd- chenfortbildungsschule statt. In Rvdheim, das mit Waldgirmes zu einem Bezirk zusammen­gelegt wurde, werden künftig in drei Abteilungen zu je vier Wochenstunden etwa 70 Mädchen in allen hauswirtschaftlichen Dingen theoretisch und praktisch unterrichtet werden. Als Lehrerin für die beiden Orte ist, wie im Vorjahre, Fräulein Martha H e 11 w i g (Gießen) angestellt worden. Die Gemeinde Nodheim hat im Schulhaufe einen geeigneten Raum zur Kochküche ausgebaut, in der an vier Herden gekocht werden kann und Platz genug für theore­tische Anweisungen vorhanden ist. In Waldgirmes ist die Küche noch nicht fertiggestellt, doch wird auch dort die Frage demnächst endgültig gelöst werden.

T Waldgirmes, 15. Nov. In unserem Orte wurde eine NS.-Frauenschaft gegründet. Zur Führerin wurde Frau Kroll bestimmt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Fran.«Ul. u. jji.

Ber..

Schluß­kurs

Gchlußk. Abend­börse

Schluß­kurs

Schlußk. Mittag­börse

Oatum

15.11.

16.11.

15.11-

16.11.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

100,4

100,4

100,5

100,5

4% Deutsche Reichsanl. von 1934

97,5

97,5

97,5

97,5

5%% Doung-Anleihe von 1930 ..

101.75

101,75

102

102,25

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

Auslos.-Rechten .............

113,13

113

113

113,1

4*/,% Deutsche ReichSpostschahan

Weisungen von 1934, 1.......

100,25

100,25

100,4

100,3

6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929

(rückzahlb. 102%)............

4K% ehem. 8% Hessische Landes-

banl Darmstadt Gold R. 12....

96

96,25

6y2% ehem. 4^%Hess. Landes

Hypothekenbank DarmstadtLigui

1*0,75

100,75

*%% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverichr. R.6

92

92,25

Oberhessen Provinz-Anleihe mil

Auslos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. An-

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

113

113

113,13

113

4Yi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96,25

96,25

_

W/o ehem. 4-/r% Franks. Hyp..

Bank-Ligu.-Pfandbriefe.......

5/i% ehem. 4/,% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe.....

100,9

100,9

101

101,25

4'/»% ehem. 8% Pr. Landespfand-

briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

97

97

97

97

4*/i% ehem. 7% Pr. Landespsand-

briefanst., Gold Komm. Obl.Vl

97

97

97

97

Steuergutsch.BerrechnungSk. 34-38

107,65

107,65

107,65

107,65

4% Oesterreichische Goldrente....

29

_

29,13

29

4,20% Oesterreichische Silberrente

1,25

1,25

1,25

1,25

9,35

9 25

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

9^35

9,15

9,35

9,15

<y«% desgl. von 1913..........

9,25

9,25

9,4

6% abgest. Goldmexikaner von 99

10,8

10,7

10,8

4% Türkische Bagdadbahu-Anleihe

Serie l......... ........

*

v uni ur c.

x,eru..

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß« kurs

Schlußk. Mittag- börle

Oatum

15.11.

16.11.

15.11.

16-11.

4% oeegi. Serie n ...........

11,9

5% Rumän. vereinh. Rente 0.1903

5,9

5,9

_

6

4^r"/(>Rumän.vereinh.Rentev.l913

8,25

8,25

8,3

8,5

4% Rumänische vereinh. Rente

4,8

4,75

4,75

4,75

2%% Anatolier .............

38 75

39

3R 75

Hamburg-Amerika-Paket .....

0

15

15,13

15,4

15,13

Hamburg-Südam. Dampfschiff.

0

-

28,5

28,65

Norddeutscher Lloyd .........

0

16,65

16,9

16,5

16,9

A.G. für Verkehrswesen Akt. ..

0

81,5

80,5

80,5

81,25

Berliner Handelsgesellschaft ...

6

108,75

108,75

109

110

Commerz- und Privat-Bank ...

0

85,5

84,5

85

84,5

Deutsche Bank und Disconto»

Gesellschaft................

0

85,25

84,75

84,5

84,75

Dresdner Bank..............

0

85,25

85

85

85

Reichsbank ................

12

181,5

132,75

181,5

183

A.E.G......................

0

37,75

36,75

37,4

37

Bekula....................

10

141

141,4

141,25

141,25

Elektr. Lieferungsgesellschaft...

5

112,5

111,25

112,4

111,75

Licht und Kraft ........... 6 yt

129

129

128,5

Felten & Guilleaume.........

4

104,5

104,25

104,75

104,5

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung.

6

124

122

123,25

121,9

Rheinische Elektrizität ........

6

126,75

127,5

129,75

Rhein. Wests. Elektr..........

6

124

123,5

123,4

123,25

Schuckert LCo...............

4

118,75

117,5

118,5

117,5

Siemens L Halske............

7

164,75

165,13

164,5

164,13

Lahmeyer & Eo..............

7

123,75

125,5

124,5

Buderus ...................

102

100,75

102

100,75

Deutsche Erdöl ..............

4

103,5

102,75

103,25

102,5

Harpener...................

0

109,75

109

109,75

109,5

Hoesch EisenKöln-Neuessen ..

3

86

85

85,75

85

Ilse Bergbau ...............

6

150

152,5

151,5

152,5

Ilse Bergbau Genüsse........

6

125

125

125,4

125,25

Klöcknerwerke ...............

83,5

83

83,5

83

Mannesmann-Rühren

o

82

81,13

81,25

80,9

Fram,Ul u. i.

Zierim

Schluß­kurs

Schlußk. Abend­börse

Schluß- kurs

Schlußk.

Mittag, börse

Oatum

15-11.

16.11.

15-11.

16.11.

ManSselder Bergbau.......

.. 6

116

116,5

116,5

117

Kokswerke................

.. 6

115,25

114,4

Rheinische Braunkohlen ....

. 12

210

210

210

Rheinstahl................

.. 4

105,5

104,5

105

104

Vereinigte Stahlwerke......

.. O

79,25

77,75

78,4

77,9

Otavi Minen .............

.. O

18,65

18,65

18,65

18,65

Kaliwerke Aschersleben......

.. 5

126,5

126

126,5

126

Kaliwerke Westeregeln......

.. 6

122,5

122,5

123,25

123

Kaliwerke Salzdetfurth.....

7 %

181

181,5

184

I. G. Farben-Jndustrie.....

.. 7

148,65

148

148,4

148,25

Scheideanstall.............

.. 9

217

217

Goldschmidt ..............

.. 5

105,5

105,25

105,75

105

Rütgerswerke .............

.. 6

113

112,5

113,5

113

Metallgelellschaft...........

.. 4

107,75

108,4

107

107,5

Philipp Holzmann.........

Zementwerk Heidelberg ....

Cementweü Karlstadt.......

=!

87,5

114,5

129

88,25

115,5

129

s

88,24

Schultheis Pahenhofer .....

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 4

_

104

103

.. O

52,9

52,25

52,4

52,4

Bemberg.................

.. 5

103,25

103

102,9

102,9

Zellstoff Waldhof ..........

.. 6

110,25

111,5

110,25

111,25

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. O

76

76,5

76

75,75

Dessauer Gas .............

.. 7

126,75

126,25

Daimler Motoren..........

.. O

91,5

90,65

91 .75

90,9

Deutsche Linoleum.........

.. 8

136,65

137

136,5

136,5

Orenstein & Koppel ........

.. O

78,5

77,75

Westdeutsche Kaufhof.......

.. O

26,9

25,5

26,25

25

Chade....................

7'/,

297,5

296,5

294,65

296,5

Accumulaloren-Fabrik......

12

170

170

168,25

Eontt-Gummt.............

.. 8

157

157,5

157,5

157,5

Gritzner..................

.. o

27,75

27,5

-

Mainkraftwerke Höchst a.M..

.. 4

88,5

88,5

-

-

Süddeutscher Zucker.......

10

202

202

200

202

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. Bl.

Banknoten.

15-November

16-November

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

»ries

Geld

Brief

Buenos Airev

0,678

0,682

0,676

0,680

Brüssel.....

42,00

42,08

41,98

42,06

Rio de Jan.

0,139

0,141

0,139

0,141

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,60

54,70

54,60

54,70

Danzig.....

46,80

46,90

46,80

46,90

London .....

12,225

12,255

12,225

12,255

Helsingfors..

5,39

5,40

5,39

5,40

Paris ......

16,37

16,41

16,37

16,41

Holland ....

168,73

169,07

168,73

169,07

Italien.....

20,16

20,20

20,16

20,20

Jaoan ......

0,713

0,715

0,712

0,714

Jugoslawien

5,654

5,666

5,654

5,666

LSlo..... :

61,39

61,51

61,39

61,51

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,09

11,11

11,09

11,11

Stockholm...

63,02

63,14

63,02

63,14

Schweiz ....

80,78

80,94

80,79

80,95

Spanien....

33,93

33,99

33,93

33,99

Prag.......

Budapest ...

10,265

10,285

10,265

10,285

Reuyork ...

2,486

2,490

2,486

2,490

Berlin, 16.November

Geld

»rief "

Amerikanische Noten..............

2,438

2,458

Belgische Noten..................

41,84

42,00

Dänische Noten .................

54,39

54,61

Englische Noten .................

12,19

12,23

Französische Noten...............

16,32

16,38

Holländische Noten...............

168,31

168,99

Italienische Noten................

19,46

19,54

Norwegische Noten ..............

61,23

61,47

Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

Schwedische Noten...............

62,85

63,11

Schweizer Noten.................

80,61

80,93

Spanische Noten.................

33,57

Ungarische Noten................