genossen ein stets bereiter Helfer in allen Nöten der Zahnerkrankung.
Achtzehnjähriger wegen Mordes zum Tode verurteilt.
Dor dem Schwurgericht Trier gelangte ein scheußliches Verbrechen zur Aburteilung. Dem 18jährigen Josef Breuer aus Conzerath im Kreise Bern- kastel legte die Anklage zur Last, die 74 Jahre alte Mutter seines Stiefvaters im Walde erschlagen und öv? Tote um einen Betrag von 15 Mark b e« raubt zu haben. Mit ihm angeklagt war seine Mutter wegen Anstiftung zum Mord, da der Bursche angab, von seiner Mutter zu der grausigen Tat gedrängt und verführt worden zu sein. Der jugendliche Angeklagte wurde wegen Mordes gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Das Gericht befürwortete mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten trotz des scheußlichen Verbrechens die Umwandlung der Todesstrafe in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe.
Grohfeuer in einer Torfbrikeltfabrik.
Im Madruck-Werk in Stallach bei Kochel (Oberbayern), das Torfbriketts herstellt, brach ein B r a n d aus, der eine Explosion zur Folge hatte. Das Feuer dehnte sich schnell auf einen großen Teil des Jnnenraumes aus und zerstörte die westliche Wand. Nach Stunden war der Brand soweit eingedämmt, daß nur noch alle Vorratsbunker in Flammen stehen. Diese Bunker sind zum großen Teil mit Staubtorf, gröberem Torf oder mit Fertigerzeugnissen gefüllt. Bei den Löscharbeiten wurden ein Arbeiter und ein Feuerwehrmann leicht verletzt.
Jleun Tote bei einer politischen Schießerei in Argentinien.
Bei einer Nachwahl zu den Gouverneurswahlen, die am 3. November stattfanden, kam es in der kleinen Ortschaft Plaza Merchedes in der argentinischen Provinz Cordoba zu einem blutigen Zwischenfall. Eine Gruppe von Radikalen, die 30 Mann stark war, wollte einen Wahlumzug veranstalten. Dabei kam es zu einer Schießerei mit der Polizei. Neun Tote und mindestens sechs Verletzte blieben auf dem Kampfplatz. Unter den Toten sind einige Polizeioffiziere und drei Polizeibeamte. Vier Polizisten wurden lebensgefährlich verletzt. Bei der Untersuchung des Vorfalls beschuldigten sich beide Seiten des Angriffs. Die Radikalen sind nicht Ortsansässige, sondern waren aus der Stadt Cordoba nach der Ortschaft gekommen. Plaza Merchedes hat nur etwa 500 Einwohner und ist weder an eine Bahnlinie noch an ein Telegraphen- oder Fernsprechnetz an- geschlossen. Dieser Umstand erschwert die Untersuchung außerordentlich. Die Provinzialregierung macht in einer amtlichen Erklärung die radikale Gruppe für den Zwischenfall verantwortlich.
Das Unwetter in Frankreich.
Nach einer Meldung aus Grenoble ist infolge des wieder einsetzenden Regens zu befürchten, daß die von einem Erdrutsch schwer heimgesuchte Karthäus er- Brennerei neue Schäden erleidet. In den letzten Tagen ist ein als Lagerraum dienendes Gebäude von etwa 50 Meter Länge und 15 Meter Breite eingestürzt. Ein zweites Gebäude droht ebenfalls einzustürzen. Es besteht wenig Hoffnung, das Hauptgebäude, in dem sich die Deftil- lationsanlagen befinden, zu retten. Eine Pionierabteilung von etwa 400 Mann versucht eine Ausdehnung des Erdrutsches zu verhindern. Durch die bisherigen Verwüstungen sind 300 Personen obdach
los geworden. Es besteht die Gefahr, daß durch den Erdrutsch der unweit der Brennerei fließende Gebirgsbach aufgestaut wird, jo daß man dann mit einer Überschwemmung rechnen muß.
Die Wolkenbrüche haben die Eisenbaynstrecke zwischen Marseille und Grenoble bei dem Bahnhof Dolx so überschwemmt, daß der Bahnverkehr eingestellt werden mußte.
In Le Havre war der Nordweststurm, der bereits am (Sonntagmorgen eingesetzt hatte, im Lause des Tages so stark geworden, daß der Cu- nard-Dampfer „Ausonia" nicht in den Hafen einlaufen konnte. Ein Schlepper wurde vom Sturm gegen eine Brücke getrieben. Schornstein, Mast und Kommandobrücke des Schleppers gingen dabei über Bord.
Schießerei bei einem Ball in Marseille.
In einem Vorort von Marseille kam es vor einem Ballsaal aus unbekannten Gründen zu einer blutigen Auseinandersetzung, in deren Verlauf etwa 40 Schüsse fielen. Als die Polizei hinzukam, fand sie vier Personen, darunter den Wirt des Lokals, schwer verletzt auf. Ein Araber aus Algier ist während der Ueberführung ins Krankenhaus gestorben. Am Aufkommen von drei weiteren Personen wird gezweifelt. Die übrigen Beteiligten hatten beim Erscheinen der Polizei das Weite gesucht.
Schwerer Verkehrsunfall des Münchener Ratsherrn Grimminger.
In einer der letzten Nächte ist der SS.-Standar- tenführer Ratsherr Grimminger in München von einem schweren Verkehrsunfall betroffen worden. Als er sich auf dem Heimweg von einem Konzert befand, geriet plötzlich ein Kraftwagen auf der infolge des Nebels glattgewordenen Fahrbahn ins Schleudern und fuhr auf die Gehbahn. Der Wagen erfaßte den Ratsherrn und schleuderte ihn zur Seite, so daß er mit einem Schädelbruch und anderen Verletzungen in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Ratsherr Grimminger ist einer der ältesten Kämpfer Adolf Hitlers. Er ist der Träger der Blutsfahne vom 9. November 1923 und hat auch in diesem Jahre bei dem historischen Marsch vom Bürgerbräukeller zur Feld- herrnhalle die Blutsfahne vor dem Führer getragen. Unglück beim Bau einer Schwebebahn in der Tatra.
Beim Bau einer Schwebebahn in der Nähe von Zakopane in der Tatra (Karpathen) ereignete sich ein Bauunglück. Ein Arbeiterwagen, der an einem Drahtseil hochgezogen wurde, kippte um, und elf Arbeiter stürzten 12 Meter tief ab. Einer von ihnen wurde getötet, die anderen zehn mehr oder weniger schwer verletzt.
Hinrichtung des Mörders Dollo.
In München ist der vorn Schwurgericht beim Landgericht München II wegen Mordes zum Tode verurteilte Alvis Dollo hingerichtet worden. Dollo hatte am 15. November 1934 in Starnberg seine 26 Jahre alte schwangere Geliebte, die er um ihr Vermögen betrogen und dann verlassen hatte, ermordet.
Reichsminisler Rust beglückwünscht Jakob Schaffner.
Reichsminister R u st hat dem Dichter Jakob Schaffner zu seinem 60. Geburtstage folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: Zum 60. Geburtstag sende ich Ihnen meine besten Glückwünsche. Ich gedenke dabei Ihrer großen Verdienste um das deutsche Schrifttum und wünsche Ihnen noch viele Jahre erfolgreichen Wirkens, gez. R u ft.
Oberhessen.
Kreis Büdingen.
I Nidda, 15. Nov. Der hiesige Zweigverein des Ob st - und Gartenbauvereins des Kreises Büdingen hielt feine erste Winterveranstaltung im Gasthaus „Zur Krone" ab. Einleitend wies der Vorsitzende, Lehrer i. R. Bopp, auf die Wichtigkeit der Aufklärung im Obst- und Gartenbau hin. Ferner machte er auf die Reichsbeihilfe für Neu- anpflanzungen von Obstbäumen im Herbst aufmerksam. Sodann sprach Dr. N i g g I • Darmstadt über das Thema: „Die Bedeutung von Moostorf, mull und Kalk im Obst- und Gartenbau". Zahlreiche Fragen an den Redner bekundeten das rege Interesse der Zuhörer. Obstbauinspektor Metternich - Büdingen trug im weiteren Verlaufe der Versammlung zur Aufklärung auf dem Gebiete des Obst- und Gartenbaues bei. Nach Dankesworten des Vorsitzenden an die Redner wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen.
Kreis Alsfeld.
<£ Nieder-Ohmen, 15. Nov. Die zweite Eintopfsammlung brachte in der Ortsgruppe Nieder-Ohmen den Betrag von 105 Mark ein. — Gestern fand hier an bedürftige Volksgenossen die Verteilung von Kleidungsstücken statt.
st Kirtorf, 15. Nov. Der Vvlksbund für das Deutschtum im Ausland hielt in der Gastwirtschaft Becker eine Versammlung ab, die durch ein Lied der Schüler der Oberklasse und einen Gedichtvortrag eingeleitet wurde. Der Amtsleiter der Ortsgruppe Kirtorf der NSV., Pg. Lehrer Erdmann, leitete den Abend. Reichsredner Pg. P e tz o l d hielt sodann einen mit großem Interesse aufgenommenen Vortrag über den heldenhaften Kampf der deutschen Brüder in den Grenzgebieten. Der Erfolg des Abends fand in mehreren Neuaufnahmen feinen Ausdruck. Der Abend wurde in der Üblichen Weife geschloffen.
ss. Grebenau, 15. Nov. Die Mechanische Kleiderfabrik Georg DietrichBücking in Alsfeld, die vor einigen Jahren hier eine Filiale errichtete und zur Zeit über 100 Mann (Männer und Frauen) beschäftigt, will nunmehr ihren B e - trieb vergrößern und etwa weitere 40 Personen neu ein ft eilen. Nachdem die Firma im vorigen Jahre ihren Betrieb schon vergrößert und die frühere Scheune einschließlich Saal der Gastwirtschaft Jvhs. Krug in Fabrikräume umgewandelt hatte, werden jetzt noch etwa 15 laufende Meter angebaut, damit in diesen Räumen 150 Mann beschäftigt werden können. Diese Vergrößerung des Betriebes wird in unserer industrie- armen Gegend lebhaft begrüßt. Mit den Bauarbeiten ist dieser Tage begonnen worden. — Dieser Tage fand in der Turnhalle eine Versammlung des VDA., Ortsgruppe Grebenau, statt. Reichsredner Pg. P e h o l d schilderte die große Not unserer Ausländsdeutschen, die trotz aller Leiden und Entbehrungen ihrem deutschen Vaterlande die Treue halten. Die Versammlung wurde bann in der üblichen Weise geschlossen.
Rundfunkprogramm.
Dienstag. IS. November.
6 Uhr: Choral: Morgenspruch: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwi
schen Zwei und Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.181 Die deutsche Frau: Marianne von Stein. Ein Spiel. 16: Konzert. 16.30: HJ.-Funk. Unsere Instrumentalgruppe. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Die deutsche Hanse. Hörspiel von Dr. Karl Klinghardt. 19: Und jetzt ist Feierabend. Das Unterhaltungsorchester des Deutschlandsenders spielt. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Opernkonzert. Von Briefen und Taschentüchern, Nadeln und Schlüsseln, Kisten, Waschkörben und anderen Theater-Requisiten. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sende» bezirk. 23.30: Volkstümliche Weisen. 24 bis 2t Nachtkonzert.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleilung.)
A. R. Grundsätzlich unterliegt die Bestimmung des Zinsfußes bei Gewährung eines Darlehns der freien Vereinbarung von Gläubiger und Schuldner. Ist jedoch ein höherer Zinssatz als 6 v. H. für das Jahr vereinbart, so kann der Schuldner nach dem Ablauf von sechs Monaten das Kapital unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von sechs Monaten kündigen: dieses Kündigungsrecht kann durch Vertrag nicht ausgeschlossen oder beschränkt werden. (§ 247 BGB.)
Weiterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Noch immer kommen im Azorengebiet Tiefdruckwirbel zur Entwicklung, die von hier aus über England nordwärts wandern, aber auch Teilwirbel ins Mittelmeergebiet entsenden. Ein solcher ist für einen starken Temperaturensturz in den Hochalpen und stärkere Schneefälle in den Ostalpen zur Zeit verantwortlich. Für uns besteht immer noch eine Grenzlage zwischen der Wirbeltätigkeit im Westen und dem Hochdruckgebiet über Osteuropa, so daß sehr unzuverlässiger Witterungscharakter herrscht. Eine wesentliche Aenderung der derzeitigen anormalen Großwetterlage ist vorerst noch unwahrscheinlich.
Aussichten für Dienstag: Anfänglich Witterungsbesserung, doch vielfach wieder dunstig ober nebelig, so baß roieber neue Verschlechterung und Regenneigung einsetzen, östliche und südöstliche Winde.
Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der unbeständigen Witterung mit Neigung zu meist geringfügigen Niederschlägen.
Lufttemperaturen am 17. November: mittags 6,7 Grad Celsius, abends 6,7 Grad; am 18. November: morgens 2,6 Grad. Maximum 6,8 Grad, Minimum 0,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. November: abends 5,3 Grad; am 18. November: morgens 4,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,0 mm.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein» bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 21. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen.
6649 D
In tiefer Trauer.-
Im Namen aller Angehörigen:
Frau Milly Köhler.
Dr. Karl Köhler.
Gießen (Schiffenberger Weg 19), den 17. November 1935.
Am Samstagabend 12 Uhr verschied sanft aus einem arbeitsreichen Leben nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Gatte, mein herzensguter, treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel
Karl Köhler, Kaufmann
im fast vollendeten 70. Lebensjahre.
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