Reichsregierung ist daraufhin unverzüglich an die britische Regierung herangetreten, um sie darauf aufmerksam zu machen, daß nach Auffassung der deutschen amtlichen Stellen das Verlangen der Beifügung von Ursprungszeugnissen für deutsche Waren in diesem Falle mit den Einzelbestimmungen des deutsch-englischen Handelsvertrages nicht im Einklang stehe.
Or. Schacht über Probleme der deutschen Wirtschaft.
Dresden, 16. Nov. (DNB.) Auf der ersten Arbeitstagung des Beirates der Wirtschaftskammer Sachsen nahm auch Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht das Wort. Er wies zur Frage des Kredits, insbesondere für das Kleingewerbe, darauf hin, daß naturgemäß die Sicherheit nicht außeracht gelassen werden könne, denn niemand könne einen Kredit geben, der sich zwangsläufig oder im Laufe der Zeit in die Form einer verlorengegangenen Subvention verwandele. Mit allem Nachdruck betonte der Minister sodann die Notwendigkeit, die Spartätigkeit des deutschen Volkes zu fördern und so zu einer Anhäufung von Rücklagen für etwaige Notstände und Konjunkturschwankungen zu kommen. Jeder müsse auch aus Eigenem soviel wie möglich an Rücklagen zu schaffen suchen. Ohne solche Rücklagen könne eine Wirtschaft auf die Dauer schwerlich bestehen. Wenn es nicht möglich sei, diese Reserven schon jetzt wieder zu schaffen und damit dem Wirtschaftsleben ein gewisses Rückgrat zu geben, werde bei jeder Krise sofort wieder der Ruf nach Subventionen erschallen, der zwangsläufig wieder zu einem (Eingreifen des Staates in die Wirtschaft führen müsse. Man sei sich aber doch wohl darüber einig, daß das Eingreifen des Staates in die Wirtschaft auf ein Mindestmaß beschränkt werden müsse, wenn nicht die Initiative und die Leistung des einzelnen wieder entspannt werden solle. Die Regiebetriebe und Selb st Versorgungsbetriebe müßten auf das dringend notwendige Maß beschränkt werden. Mit größtem Nachdruck betonte Dr. Schacht, daß trotz der erheblichen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Rohstoffen die Regierung entschlossen sei, die Preise für Jndustrieerzeug- nisse im Jnlande nicht steigen zu lassen. Der Minister unterstrich die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit m i t der Deutschen Arbeitsfront. Die deutsche Wirtschaft werde nie wieder hochkommen, wenn der alte Gegensatz zum Arbeitertum wieder aufklaffe. Er könne nur allen Wirtschaftsführern bei Durchführung der feiner Initiative entspringenden Leipziger Vereinbarung dringend ans Herz legen, einen dauernden engen Kontakt mit der Gefolgschaft zu pflegen und insbesondere in den in der Bildung begriffenen Arbeitsausschüs- s e n von Mensch zu Mensch zu sprechen. Dann werde auch die Verständigung mit dem Arbeiter leicht sein.
Oer Oevsienprozeß gegen den Bischof von Meißen.
Berlin, 16. Nov. (DNB.) Im Devisenprozeß gegen den Bischof von Meißen bat der Verteidiger, den Bischof von Berlin, Dr. Konrad Gras Preysing als Zeugen darüber zu hören, daß es nicht zu den Pflichten eines Bischofs gehöre, sich um alle Einzelheiten verwaltungstechnischer Angelegenheiten. insbesondere auch in finanzieller Hinsicht, zu kümmern, daß er das vielmehr feinen Mitarbeitern überlassen dürfe.
Es wurde dann der beschlagnahmte Briefwechsel verlesen. Dr. Theodor Segge forderte in einem dieser Briefe Dr. S o p p a auf, alle Korrespondenz, die mit der Obligationsangelegenheit zu tun hat, am besten in seiner Privatwoh- nung aufzubewahren. In einem anderen Schreiben teilt Dr. Soppa mit, die holländische Bank T., die Treuhänderin für die Bistumsanleihe, sei unvorsichtig gewesen und habe klare Rechnungen geschickt. Hoffentlich habe das niemand gesehen. Die Briese werden größtenteils als „streng vertraulich" bezeichnet. Im D"^ember 1934 schreibt Dr. Soppa an Dr. Segge: „Wir haben eine kleine Dummheit begangen. Die T.-Bank hat die Zinsscheine von den Obligationen hier auf dem Zettel erwähnt. Infolgedessen fragt das Sandesfinanzamt an, mit welcher Genehmigung wir die Zinsscheine übersandt haben. Sie wollen den Rat des uns bekannten f^rrn einholen. wie mir am besten antworten." Die Antwort Dr. Segges fiel dahin aus, Dr. Soppa möge angeben, daß es sich um rechtmäßig aekaufte Stücke handele und sagt dann weiter: „Sie geben an, daß Sie durch die Verrechnung der Zinsen dem Deutschen Reich Geld sparen wollten Sie werden dann belehrt werden, daß das trotzdem verboten war, und Sie werden sich diese Belehrung zur Richtschnur dienen lassen." Dr. Segge verlangt in demselben Briet von Dr. Soppa die Uebersendung einer Blanko- v o l lm a ch t zur Erstattung einer Volksverratsanzeige. Dr. Soppa verteidigt sich damit, daß diese Vollmacht nur zur Erstattung einer Volksverratsanzeige über den vorerwähnten Zinsbetraa von 87 Gulden verwendet werden sollte. In Wirklichkeit ist sie aber benutzt worden für eine Valksver- ratsanzeige, die den inzwischen von Dr. Hofius angekauften Obligationsbetrag von 95 000 Gulden betraf. Dr Soppa will davon nichts gewußt haben. Der Bischof erklärte, daß Dr. Soppa ihn mit Rücksicht auf seinen leidenden Zustand stets geschont habe. Er sei daher auch nicht über die näheren Einzelheiten der Dolksverratsanzeige unterrichtet worden Die als Sachverständige zugezogenen Aerzte stellen übereinstimmend fest, daß der Bischof an Nierensteinen und auffallend hohem Blutdruck gelitten habe. Im Zusammenhang damit hätten sich auch seelische Depressionen eingestellt.
Der Vorsitzende gab dem Antrag auf Vernehmung des Bischofs von Berlin, Dr. Graf Preysing statt. Er soll als Sachverständiger zu der Frage vernommen werden, inwieweit sich ein Bischof um die verwaltungstechnischen Dinge seiner Diözese bekümmern muß. Mehrere katholische Geistliche, mit denen der Bischof zusammengearbeitet hatte, bekundeten übereinstimmend, daß der Bischof von Meißen stets in erster Sinie Seelsorger war. Seine Ungewandtheit in geschäftlichen Dingen sei allgemein bekannt gewesen. Auch die Privatsekretärin des Bischofs betonte, daß er sich um den verwaltungstechnischen Kleinkram nicht bekümmert habe. Zuweilen habe er sogar Briefe unterschrieben, die er gar nicht gelesen hätte. — Pfarrer Bayer aus Seipzig schilderte eine Priesterkonferenz, in der der Bischof von Meißen die versammelten Seipziger Geistlichen aufgefordert habe, sich durchaus positiv zum Staate zu stellen und ihn aus innerer Ueber= zeugung zu bejahen
Oer Abschluß des Reichsbauerntags.
Oie Erzeugungsschlacht steht ganz im Zeichen der Leistung.
Goslar, 17. Nov. (DNB.) Zum letzten Male versammelten sich am Sonntagmittag die 3000 Bauernführer und Gäste zur letzten Haupttagung. Schon lange vor Beginn war die Halle bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einer Rede des Reichsobmanns im Reichsnährstand und Mitglieds des Deutschen Bauernrates, Staatsrat M e i n b e r g , über die Gesetze völkischer Geschichtsbetrachtung bestieg Reichsminister R. Wall her Darre die Rednertribüne. Der Agrarpolitik des Nationalsozialismus ist, so ^erklärte er, ein voller Erfolg be schieden. Die Reichsregierung hat in allen wesentlichen Punkten die Verpflegung des deutschen Volkes sicher stellen können. Daß wir heute noch an den Folgen der Wirtschaftspolitik der Vergangenheit leiden, fei selbstverständlich, das zeige sich am ehesten auf dem Gebiete der Fettversorgung. Die heutige Verknappung gehe zurück auf die geradezu sträfliche Vernachlässi-
' U •
'n
I'V ■
I ' sÄ K
Auf der Sitzung des Deutschen Reichsbauernrates in der Kaiserpfalz zu Goslar gab Reichsbauern- führer Darre die Stiftung einer Ehrenkette für Altführer des Deutschen Reichsbauernrates bekannt und überreichte dem Alt-Sandesbauern- führer der Kurmark, Bredow, und dem Alt- Sandeshauptabteilungsleiter Schneider (San? desbauernschaft Schlesien) als ersten die Ehrenkette. (Weltbild-M.)
gung der Erzeugung von Fett in den Jahrzehnten vor der Machtübernahme. Das Fettproblem sei heute in Deutschland ein D e - visenproblem und könne nicht ohne Beziehung zum R o h ft o ff Problem, das ebenfalls ein Devisenproblem sei, beurteilt werden. Das deutsche Volk müsse sich immer wieder die Frage vorlegen, ob es lieber ausreichend Butter esse oder im Interesse seiner Arbeitsbeschaffung sich vorübergehend einschränke. Wenn in Deutschland mehr Nahrungsmittel verbraucht würden als in den Elendsjahren seit 1918, so könne er mit Befriedigung feftfteüen, daß d i e Sebenshaltung sich im nationalsozialistischen Staat erheblich gebessert habe. In Uebereinftimmung mit dem Führer könne er erklären, daß weder der Führer noch er daran denke, zum Kartensystem überzugehen. Die Marktordnung müsse man beurteilen auf Grund ihrer Sei- stung gegenüber der Nahrungsmittelversorgung des deutschen Volkes. So habe die Ordnung des Milchmarktes in Württemberg zu einer Steigerung der Milcherzeugung um fast 30 v. H. geführt.
Die Freiheit des Dauern besieht in erster Linie darin, den Ertrag feiner Arbeit wiederum in den Dienst feiner Arbeit, seines Daseins stellen zu können. Daher setzte die Freiheit des Bauern Sie Waffe voraus, um den durch Arbeit geschaffenen Arbeitsertrag auch verteidigen zu können. Es ist auch geradezu symbolhaft zu nennen, wenn in diesem Jahre der Wehrfreiheit. dem Feldmarfchall von Mackensen, durch die Aeberreichung des Erbhofes Brüssow der Ehrentitel „Baue r“ verliehen wurde. Der Bauernsohn Scharnhorst schuf die Grundlagen der deutschen Armee, deren letzter heute noch lebender Generalfeldmarschall an seinem Lebensabend wieder Bauer wird im Reiche Adolf Hitlers, der die Schmach von 1918 zu tilgen wußte und uns das Bolksheer von 1935 gab.
Bei der Erzeugungsschlacht kommt es sehr viel weniger darauf an, die an sich gut geleiteten Betriebe zu einer äußersten Kraftanstrengung und Spitzenleistung anzuregen, als vielmehr die unter dem normalen Durchschnitt liegenden Betriebe auf ein normales Maß der Erzeugung zu bringen. Wir können allerdings die Erzeugungsschlacht nur gewinnen, wenn wir uns ganz rücksichtslos zur Seistung bekennen. Ich kündige daher heute bereits an, daß wir z. B. auf dem Gebiete der Tierzucht künftig nur noch der Seistung des Tieres eine Anerkennung zuteil werden lassen, und zwar Seistungszucht auf eigenwirtschaftlicher Futtergrundlage. Denn ich halte es bei der heutigen Sage unseres Volkes für einen groben Unfug, auf unseren landwirtschaftlichen Ausstellungen noch irgend eine Exterieurspielerei zuzulassen oder gar zu gestatten, daß Formenakrabatik mit unseren Tieren getrieben wird. Darüber hinaus will ich der bodenständigen Seistungszucht wieder zum Siege verhelfen, denn in ihr sehe ich die größten Seistungsreseroen, um ohne erkünstelte Rezepte lediglich auf wirtschaftseigener Futtergrundlage Leistungssteigerungen zu bewirken. Ich habe mich entschlossen, abgesehen von der Vollblutzucht
bei dem Pferde, zukünftig keine Tiere mehr zu Prämiierungen zuzulassen, die auf ein ausländisches Tier als Vater oder Mutter zurückgehen, es sei denn daß die Einfuhr des ausländische.n Elterntieres von mir aus Gründen der Zucht ausdrücklich gebilligt worden ist. Ich muß auch gegen den Einwand Stellung nehmen, als wenn das Reichserbhofgesetz die letzten wirtschaftlichen Möglichkeiten im Dienste der Erzeugungsschlacht verhindere, da der Erbhof es nicht gestatte, genügend B e t r i e b s m i t- t e l aufzunehmen, um ihn mit höchstem Kräfteeinsatz zu bewirtschaften. Dies stimmt sachlich nicht. Denn die Aufnahme einer dinglich gesicherten Schuld auf den Erbhof ist ja mit Einwilligung des Anerbengerichtes jederzeit möglich.
Die Führung des Reichsnährstandes ist entschlossen, auf dem Gebiete der Blutsfragen die durch Reichsgesetz geforderte Aufgabe zu bewältigen. Als ein Mittel zur Wiedererweckung des Blutsgedankens, d. h. des Gedankens der bäuerlichen Sippe, werde ich alles das fördern, was, wie z. B. das Wappen, Ausdruck des Blutsstolzes darstellt. Allerdings werden wir uns dabei von heraldischen Spielereien und feudalen Wichtigtuereien fernhal
ten. Aber überall dort, wo noch Hausmarken oder Bauernwappen vorhanden find, werden wir den Stolz des Bauerntums auf diese alten Kennzeichen seines Geschlechtes fördern und den alten Wappenschild wieder zur Geltung bringen. Wir werden diesen Gedanken aber auch aus einem sozialen Gedanken heraus tun, weil ja gerade in der Frage des Blutes am einfachsten die Brücke zwischen Stadt und Sand, zwischen Bauerntum und Arbeitertum geschlagen werden kann.
Es ist eine Beleidigung unseres Bauerntums und unseres gesamten Sandvolkes, so fuhr der Reichs- bauernfüijrer fort, ihm die Religion absprechen zu wallen. Allerdings eines habe ich zu verhindern gewußt, daß nämlicy der Streit um kirchliche Dogmen in das vom Nationalsozialismus nun glücklich geeinte Sandvolk hineingetragen wird und von neuem Trennungslinien aufreißt. Wir sind entschlossen, als Nationalsozialisten und als verantwortungsbewußte Bauernführer unbeirrt unseren Weg zu gehen, damit nicht nur gesichert ist das deutsche Bauerntum, sondern auch das ganze deutsche Volk und damit das heilige, ewige Dritte Reich unseres Führers Adolf Hitler!
Die Erzeugungsschlacht ein Sieg über Den Bolschewismus.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß,
entbot dann dem deutschen Bauernvolk die Grüße des Führers. Er betonte zunächst, daß nirgends anschaulicher als hier zum Bewußtsein gebracht werde, daß im deutschen Bauerntum beste Art unseres Volkes durch die Jahrtausende erhalten geblieben sei. Im Marxismus und im Bolschewismus sei der Kampf des Judentums gegen Deutschland geführt worden, ein Kampf, der sich mit dem Versailler Vertrag und nach dem Kriege in erster Sinie gegen d i e Ernährungsgrundlage des deutschen Volkes gerichtet habe. Durch den Hunger sollte Deutschland in den Bolschewismus getrieben werden. Nachdem Adolf Hitler mit feiner Gegenorganisation in zwölfter Stunde die bolschewistische Organisation in Deutschland niederwarf, ihre Führer festsetzte und damit den Drahtziehern der Welt- revolution die Rechnung durchkreuzte, setzte der im Judentum verkörperte Bolschewismus seinen Kampf von außen her fort, denn nichts anderes fei die jüdische Boykotthetze gegen deutsche Waren. Man wollte Deutschlands Ausfuhr weiter abwür- gen, damit die Einfuhr von Sebensmitteln weiter zurückginge mit der Folge, daß Hunger in Deutschland doch noch ausbreche und daß das Hitler-Regiment endlich durch den Bolschewismus abgelöst würde. Wenn diese Rechnung fehlgeschlagen sei, so sei dies in erster Sinie neben den zielsicheren Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung der wiedererweckten Kraft des deutschen Bauerntums zu danken.
„Die Erzeugungsschlacht ist im wesentlichen eine Abwehrschlacht gegen den Bolschewismus: Mt Stolz stellen wir fest, auch diese Schlacht in unserem Verteidigungskrieg gegen die rote Flut war erfolgreich."
Nur den könne es wundern, daß im Verlauf dieser Schlacht auch Schwierigkeiten aufgetreten seien, der eine Schlacht mit einem Parademarsch verwechselt. Aus den E n d e r f o I g komme es an, und der sei in der gelungenen Abwehr des Hungers als des gefährlichsten Kampfmittels des Bolschewismus erreicht. Was bedeuten demgegenüber zwischendurch auftretende kleine Schwierigkeiten wie das Fehlen von 10 o. H. des Fettbedarfs oder des Schweinefleischs.
„Ich weiß sehr wohl einzuschähen“, sagte Rudolf Heß, „was es für einen Schwerarbeiter bedeutet, wenn er nicht ganz das Quantum Fett erhält, das er benötigt. Aber ich weih auch, daß nichtsdestoweniger der deutsche Arbeiter es ist, der sich am weni gsten durch einen vorübergehend auftretenden Verzicht erschüttern läßt in seiner Treue zu einer Idee und einer Führung, die für gut anzuerkennen er sich im schweren inneren Kampf durchgerungen hat. Um so weniger wird er sich erschüttern lassen, als er sieht, daß nicht böse Preistreiberei auf dem Buttermarkt infolge der Verknappung etwa unter dem Einfluß ausländischer Spekulanten geduldet wird. Der deutsche Arbeiter sieht vielmehr, daß die Bukterverknap- pung nicht auf feinem Rücken ausgetragen wird, sondern daß das gesamte deutsche Volk in nationaler Disziplin einen vorüber- gehenden Mangel dadurch leichter erträgt, daß es ihn unterschiedslos auf sich nimmt“
Der deutsche Bauer habe, so führte Rudolf Heß zum Schluß aus, neben der ehrenvollen Aufgabe, die materielle Sebensgrundlage unseres Volkes zu sichern, noch ein weiteres kostbares Gut zu betreuen: Das beste deutsche Blut, was in so reichem Maße im deutschen Bauerntum vorhanden ist. Viel Schönes und Edles, das vergessen und verschüttet war, sei schon jetzt wieder freigelegt. Nie möge das Bauerntum vergessen, daß es auch seine Rettung zugleich mit der Rettung des ganzen deutschen Volkes — nächst dem Führer — den alten SA.- und SS -Männern und politischen Streitern verdankte, die in langen Jahren eines schier hoffnungslosen Kampfes treu zu Adolf Hitler standen.
„Der Kampf geht weiter, wenn auch immer wieder mit anderen Mitteln. Hauptträgcr des Kampfes bleiben die braven treuen Kämpfer an der Front draußen im Volk." Mit einem Sieg-Heil auf Adolf Hitler, dem Führer in diesem Kampf, schloß Rudolf Heß seine Ansprache.
Der Sprecher des Reichsbauernrates, G r a n • zow, gab unter lebhaftem Beifall dem Dank des deutschen Bauernvolkes an den Stellvertreter des Führers Ausdruck: „Der Reichsnährstand und die neuen Bauerngesetze sind aus dem Nationalsozalis- mus heraus gewachsen und dies konnte nicht schöner unterstrichen werden als durch die Tatsache, daß Sie, Stellvertreter des Führer, das Wort ergriffen haben." Damit erklärte er den 3. Reichsbauern- tag in Goslar für geschloffen.
Mchsarbeiisdienü und Schutzstaffeln Seite an Seite mit den deutschen Zauern.
Goslar, 16. Nov. (DNB.) Waren am ersten Tag der Haupttagungen der Ordnunggedanke und der Blutgedanke behandelt worden, so brachte die Haupttagung am Samstag grundlegende Vorträge über Fragen, in denen wirtschaftliche und blutsmäßige Fragen aufs engste verknüpft find. Der Sprecher des Reichsbauerntages Ministerpräsident a. D. Granzow begrüßte die Ehrengäste, verlas ein Grußtelegramm des Reichssportführers und erteilte darauf dem Stabsführer Dr. Reischle das Wort zu feinem Vortrag über „Gesittung aus dem Blu t". Die Reihe der Vorträge über wirtschaftliche und blutsmäßige Fragen der Erzeugungsschlacht wurde dann fortgesetzt mit einem Vortrag des Staatssekretärs im Reichsernährungs- minifterium Backe über „Volksgebundene Wirtschaft im Gegensatz zur jüdischen Wirtschaftsweise".
An diese beiden Vorträge schlossen sich mit großem Beifall aufgenommene Reden von Ehrenmitgliedern des Reichsbauornrotes an. Reichsminister Kerr 1 sprach über „Der Raum als Grundlage des deutschen Volkes". Reicharbeitsführer H i e r l betonte in feinem Dortrgv ..Der Reichsarbeits- dienst als Di e n ft am B l u t und Boden" die besondere Verbundenheit des Arbeitsdienstes mit dem Bauernvolk, und abschließend sprach der Reichs- führet-SS. Himmler, ebenfalls Mitglied des Reichsbauernrates, über „Die Schutzstaffeln als antibolschewistische Kampforganisation".
Der Reichsführer-ZS.
ging aus von dem geschichtlich bedingten Kampf gegen das Judentum, in dem ein Gegner ausgetreten sei, der nüchtern, Schritt für Schritt, rechnend mit den Wirklichkeiten des politischen Kampfes auf dieser Erde trotz des minderen Blutes und trotz der geringsten Kultur oft gesiegt habe. Nun fei es an der Zeit, aus dieser geschichtlichen Entwicklung heraus grundsätzlich zu lernen. Als erste Richtlinie gelte für die SS. die Erkenntnis vom Wert des Blutes und der Auslese. Die Art der Auslese gehe für alle Zukunft auf die Auswahl derjenigen, die körper- I i ch dem Wunschbild, dem nordisch bestimmten Menschen am meisten nahekommen. Jahr um Jahr wür
den die Forderungen in demselben Maße schärfer, je mehr durch die Auswirkung der Rassegesetze das zunehmende Verständnis für Blut und Zucht und der Aufstieg der deutschen Menschheit anhebe. Die zweite Richtlinie für die Schutzstaffeln seien der F r e i - h e i t s w i 11 e und der Kampfgeist. Die dritte Richtlinie die Begriffe Ehre und Treue. Wer die Treue verletzt, schließt sich aus unserer Gesellschaft aus. Als vierte Richtlinie stellte dann der Reichsführer den Gehorsam heraus, der bedingungslos aus höchster Freiwilligkeit kommt, aus dem Dienst an unserer Weltanschauung.
In einem Büchlein „50 Fragen und Antworten für den SS.-Mann" steht als zweite Frage: „Also g l a u b ft d u an einen Gott?" Die Antwort lautet: „Ja, ich glaube an einen Herrgott." Die dritte Fraae lautet: „Was hälft du von einem Menschen, Der an keinen Gott glaubt?" Die Antwort lautet: „Ich halte ihn für überheblich, grüßen- wahnsinnig und dumm; er ist nicht für uns geeignet." Seien Sie überzeugt, so betonte der Reichs- führer-SS., wir wären nicht fähig, dieses zusam- mengeschworene Korps zu fein, wenn wir nicht die Ueberzeugung und den Glauben an einen Herrgott hätten, der über uns lebt, der uns und unser Vaterland, unser Volk und diese Erde geschaffen und uns unseren Führer geschickt hat. Wir sind heilig davon überzeugt, daß rott nach den ewigen Gesetzen des Sehens für jede Tat, für jebes Wort und für jeden Gedanken einzustehen haben. Die SS. verbittet es sich, deswegen, weil sie sich als Gemeinschaft nicht für diese oder jene Konfession feftlegte, unter Mißbrauch des Wortes „Heide" als Atheisten verschrien zu werden.
Da, wo die Bauern Adolf Hitlers stehen, so schloß der Reichsführer, werden sie die Schutz- staffeln als treue ft en Freund an ihrer S e i t e haben, genau so wie die Schutzstaffeln wissen, daß auch der deutsche Bauer ihnen als bester Kamerad und Freund zur Seite steht.
Nach der Pause begrüßte der Sprecher des Reichsbauerntages, Granzow, mit besonderer Herzlichkeit die anwesenden ausländischert


