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Freitag, 18. ®!fobet 1955

Lietzen« Anzeiger (Leneral-Mzelger für Gderhetzenl

244 Blatt

Einweihung der neuen Infanterie-Kaserne in Gießen

Das ll. Bataillon unseres Infanterie-Regiments bezieht feine schöne Ltnterkunst in der Waldkaferne

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N bmarsch des II. Bataillons von der bisherigen Unterkunft in der alten Kaserne.

wähnte zunächst, daß am 18. Juli 1934 der Befehl an das Heer^sbauamt zur Errichtung dieser Kaserne erteilt wurde. Er habe heute die Ehre, zu melden, daß dieser Befehl ausgeführt sei. Aus der Bau­geschichte ist mitzuteilen, daß der Rohbau Mitte Ja­nuar 1935 fertiggestellt war, an dem Bau rund 300 Unternehmer mit etwa 400 Aufträgen und zirka 5000 Arbeitern auf der Baustelle beschäftigt waren, am 5. Juni 1935 mit 900 Teilnehmern das Richtfest gefeiert wurde. Don den rund 400 Aufträgen ent­fallen auf die Stadt Gießen und die nähere Um­gebung bis Friedberg, Wetzlar, Lollar und Lich rund 270 Aufträge, auf die weitere Umgebung (die Bezirke von Marburg, Kassel, Dill, Taunus und Vogelsberg) kommen rund 50 Aufträge, die übrigen verteilen sich auf die Bezirke von Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Odenwald und das übrige Reich. Der Redner be­tonte, daß alle Helfer am Bau treu und eifrig zu­sammengewirkt hätten, um ein schönes Werk zu schaffen. Er gab dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß die Gebäude in allen Teilen sich als zweckmäßig erweisen würden, und wünschte am

das dem Aufbau des deutschen Volksheeres und so der Wiedererstarkung unseres geliebten deutschen Vaterlandes dient. Auch wir Soldaten sind stolz auf unseren Anteil an dieser ehrenvollen Aufgabe, das neue deutsche Volksheer zu schaffen, und so gehen unsere Gedanken in dieser Feierstunde voll tiefer Dankbarkeit und Verehrung zum Führer, der, mit starker Hand das Reichsschiff lenkend, dem deut­schen Volke am 16. März dieses Jahres seine na­tionale Ehre und seine Wchrfreiheit wiedergab.

Die Fesseln von Versailles sind gesprengt. Wieder wie ein Jahrhundert lang zuvor wird nun jeder wehrfähige Deutsche zum Soldaten erzogen werden. Wehrdienst ist wieder Ehrendienst, und die Wehr­macht wird wieder zur Schule des ganzen deutschen Volkes. Das ist eine herrliche, große Aufgabe, die uns Soldaten ernste Pflichten auferlegt. Denn nicht

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wandte sich dabei in einer Ansprache an den Divi­sionskommandeur und an das Bataillon. Er er-

Das II. Bataillon im Hofe der neuen Kaserne bei dem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland.

mentskommandeur, Herrn Oberst V i e r o w, den Vertreter dos Herrn Reichsstatthalters, stellvertre­tenden Gauleiter Reiner. Ich begrüßte die Abord­nungen der hiesigen Truppenteile und militärischen Dienststellen, den Rektor der Landesuniversität, die Vertreter der Stadt Gießen, der Partei und ihrer Gliederungen, die Spitzen der hiesigen Behörden, die Abordnungen unserer stolzen, ruhmgekrönten Traditionstruppenteils, des Infanterie-Regiments 116, die Vertreter der Presse und im besonderen die Betriebsführer und Arbeiter, die an diesem Werk mit­schufen und nun heute ihr Werk vollendet Wieder­sehen.

Sie alle, meine Kameraden und Volksgenossen, haben durch Ihr Erscheinen Ihrer Verbundenheit zum Bataillon und zur Wehrmacht Ausdruck ge­geben, für die ich Ihnen herzlich und aufrichtig danke. Für jeden aber, der hier mitschuf, sei es als Beamter, als Unternehmer, als Angestellter oder als Arbeiter, ist der schönste Dank das stolze Be­wußtsein, daß er hier sein ganzes Können und seine ganze Erfahrung einfetzen durfte für ein Werk,

Soldaten und Zivilisten beim gemeinsamen Mittag­essen; ein Teil der großen, mehrere hundert Köpfe starken Tischgemeinschaft. (Aufnahmen s7j: Photo- Pfaff, Gießen.)

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den Kasernengebäuden waren als Willkommen an die Soldaten mit frischem Grün geschmückt.

Ser Einmarsch des Bataillons.

Bereits von 11 Uhr ab wanderten viele Volks­genossen der Kaserne zu. Kurz vor 11.30 Uhr rückte das Bataillon, die Regimentsmusik an der Spitze, von der bisherigen behelfsmäßigen Unterkunft aus heran und hielt unter klingendem Spiel feinen Ein­zug in die neue Kaserne. Das Bataillon marschierte auf dem Kasernenhof in offenem Viereck auf. Rach der Meldung des Bataillonskommandeurs, Oberst­leutnant Schmidt, an den Divisionskommandeur, Generalmajor Lüdke, schritt dieser gemeinsam mit dem Regimentskommandeur, Oberst V i e r o w , in Begleitung des Bataillonskommandeurs, die Front ab. Anschließend folgte die Uebergabe der Kaserne

Der Bataillonskommandeur verliest im Anschluß an seine Rede die Mahnworte des Führers auf dem Reichsparteitag der Freiheit.

allein Fertigkeiten sollen gelehrt und anerzogen werden, sondern jener soldatische Geist, durch den ein Volk erst stark wird, soll in der deutschen mili­tärischen Jugend gepflegt und eingeimpft werden, auf daß sie in Vaterlandsliebe, Opfermut, Gehorsam, Treue, Zuverlässigkeit und Kameradschaft den höch­sten Anforderungen gewachsen ist, die der Kampf mit dem Feinde stellen wird. Von dem Erfolg dieser unserer geistigen Arbeit, von dem Wehrwillen, von der Wehrfreudigkeit des ganzen deutschen Volkes wird, wieder wie einst, das Schicksal unseres Vater­landes abhängen, und so sollen die herrlichen Worte des Führers, die er am Reichsparteitag der Freiheit der Wehrmacht zurief, uns stets Mah - nung und Vermächtnis fein für unsere Ar­beit in unserer neuen Kaserne. Euch, ihr Kameraden vom Bataillon, rufe ich sie unter präsentiertem Ge­wehr noch einmal ins Gedächtnis zurück:

Die alle Armee, deren Fortführung ihr seid, deren Repräsentant und Traditionsträger ihr sein müht, hat auf dem Altar des Vaterlandes die größten Opfer dargebracht, die jemals von einer Wehrmacht ihrem Volke gegenüber ge­fordert worden waren. Zeigt euch dieser Opfer würdig und wert! Sorgt dafür, daß sich die Kation auf euch genau so verlassen kann, wie sie sich einst verlassen konnte auf unser altes herrliches Heer, auf unsere alte Armee und Wehrmacht. Sorgt ihr dafür, daß das Ver­trauen der Ration euch immer genau so ge­hören kann, wie es einst der Armee gehört hat, deren Helm aus ruhmvollster Zeit ihr tragt. Dann wird das deutsche Volk euch lieben, es wird in euch seinen besten Teil sehen, sowie es Jahr für Jahr seine besten Söhne in diese einzigartige Organisation schickt. Dann wird dieses Volk an seine Armee glauben und wird jedes Opfer freudig dafür bringen in der Ueber- zeugung, dah dadurch der Friede der Ration gewahrt wird und die Erziehung des deutschen

Volkes gewährleistet iff!"

Kameraden, in diesem Geist wollen wir arbeiten und Deutschland dienen. Wir folgen dem Führer und feiner Fahne und bekräftigen dies mit dem Ruft

das Bataillon.

Regierungsbaural Geißler,

der Vorstand des Heeresbauamts,

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Der Divisionskommandeur General Lüdke (in der Mitte) nimmt den Vorbeimarsch ab; rechts der stellv. Gauleiter Regierungsrat Reiner.

Öc; Divisionskommandeur schreitet die Front des Bataillons ab; von rechts nach links: General Lüdke, jiir Bataillonskommandeur Oberstleutnant Schmidt, der Regimentskommandeur Oberst V i e r o w.

Der Vorbeimarsch vor dem Divisionskommandeur; an der Spitze des Bataillons Oberstleutnant Schmidt.

Run zu Ihnen, den verehrten Gästen, die . am Ehrentage des Bataillons unserer Einladung so bereitwillig Folge leisteten. Ich habe die Ehre, die Vorgesetzten des Bataillons hier zu begrüßen, den Divisionskommandeur und Standortältesten, Herrn General Lüdke, unseren hochverehrten Regi-

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Schlüsse dem Bataillon, daß es in dieser Kaserne allezeit für die Ehre und Freiheit des deutschen Vaterlandes reiche, ersprießliche Arbeit in der mili­tärischen Ausbildung leisten und sich in der Unter« kunft wohlfühlen möchte. Mit diesem Wunsche über­reichte er dem Bataillonskommandeur den Schlüssel.

Der Zalaillonskommandeur Oberstleutnant Schmidt

sagte hierauf in seiner Ansprache: Im Namen des II. Bataillons Jnf.-Regts. 36 danke ich Ihnen, hochverehrter Herr Baurat, herzlich für Ihre freund­lichen Willkommensgrüße und Ihre guten Wünsche für das Bataillon. Besonderer Dank aber gebührt Ihnen, als Vorstand des Heeresbauamts, Ihren treuen Mitarbeitern, den am Bau beteiligten Bau- firmen und allen den tüchtigen Arbeitern, die hier bei Wind und Wetter, ja vielfach in Wasser und Lehm, unermüdlich tätig waren, so daß heute dieses herrliche Bauwerk fertiggeftellt ist. Seien Sie da­von überzeugt, daß wir es hüten werden und wir uns ganz besonders darüber freuen, daß durch gärtnerische Anlagen noch eine weitere Verschöne­rung unseres neuen Heims eintreten soll.

Unser Dank gilt aber auch der Stadt Gießen, die dem Militärfiskus den Grund und Boden zur Ver­fügung stellte und die die sehr erheblichen Kosten für die Aufschließung des Baugeländes, für Herstel­lung der notwendigen Anschlüsse, für Kanalisation, Gas- und Strom übernahm. Hierbei hat auch die Reichsarbeitsdienstabteilung 2/225 fleißig mitgewirkt und schwere Arbeit bewältigt.

In klarer Erkenntnis der vom Führer vorgezeich-

M einer schlichten, eindrucksvollen Feier nahm m gestrigen Donnerstagmittag das II. Bataillon I's Jnf.-Regts. 36 Besitz von der neuen Bataillons- lafirne an der Licher Straße. Dort stehen der irmpe Unterkünfte zur Verfügung, in denen sich lie Soldaten wohlfühlen werden, da alle Raume mb Einrichtungen in weitestgehender Weife nach |?m Gesichtspunkt ausgestaltet wurden, den Sol- lalci das Leben in der Kaserne zur Annehmlich- lit zu machen, soweit der militärische Dienst es ibpiiaupt nur gestattet.

(bgen 11.30 Uhr hatte sich am Haupttor des lcisiinengrundstückes eine große Gemeinde gelade- iet Gäste um den Bataillonskommandeur, Oberft« luhant Schmidt, und die dienstlich anwesenden öorzesetzten versammelt. Von der Wehrmacht waren lef Divisionskommandeur General Lüdke, I?r Regimentskommandeur Oberst Vierow, ferner iigreife Offiziere des Standortes Gießen zugegen. IIi Stellvertreter des Reichsstatthalters und Gau- itzrs wohnte der stellv. Gauleiter Regierungsrat iner ber Feier bei. Die Parteiorganisation in iMen war durch Pg. Klo st ermann vertreten, I iefSA. durch Standartenführer Lutter, die SS.

ry den Führer der SS.-Standarte 83 SS.-Ober- Mmführer Jakober, der Arbeitsdienst durch Üen Führer der Gießener Arbeitsdienstabteilung feldmeister Loesch Als Vertreter der Stadt tiili&en, die sich von jeher mit ihrer Garnison in s^hoister Weise verbunden fühlte, war Oberbürger- nOTer Ritter aus feinem Urlaub gekommen, um iiefem denkwürdigen Tage als Leiter der Garni-

«dt selbst die Feierstunde mitzumachen. Für die erjität war Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Pfähler zugegen Die Polizeidirektion war -) ihren Chef, Polizeidirektor M e u f e l, :eten. Die früheren Offiziere des ehemali-

Gießener Regiments 116 vertraten der itzende der Gießener Offiziersvereinigung 116, sralmajor a D. Mohr, und einige weitere zlieder der Vereinigung. Ferner hatten sich die Teter der an dem Bau beschäftigten Firmen, n Angestellte und Arbeiter, die beteiligten Hand- "smeifter und viele weitere Volksgenossen ein- nben. Die Fahnenmasten trugen bie Hakenkreuz- M.e unb bie Reichskriegsflagge, bie Eingänge zu

ncten Linie hat bie Stabt Gießen eng mit ben militärischen Stellen zusammengearbeitet unb burch ihr Entgegenkommen sehr wesentlich bazu beige­tragen, baß bie Projekte für bie Vergrößerung ber Gießener Garnison alsbalb Wirklichkeit werben konnten. Sie stellte u. a. ben großen Exerzierplatz zur Verfügung unb hat burch Überlassung ber Pcstalozzischule unserer 6 unb 7. Kompanie ein freunbliches unb sauberes Quartier verschafft, in dem sich beibe Kompanien stets wohlgefühlt haben. Unseren Dank auch hierfür ber Stabt Gießen. Möch­ten Wehrmacht unb Stabt auch weiterhin in kichern Einvernehmen miteinanber arbeiten Wohle ber Stabt Gießen unb bes gesamten

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