Ausgabe 
18.7.1935
 
Einzelbild herunterladen

Der Adolf-Wer-Mrsch der Hitler-Jugend

Tei-

Wie die S t a a t s p o l i -

mitteilt,

Zahl ling, als Kreisphysikus in Eschwcge ftatb. Höfling eher-1 dichtete dieses berühmte Studentenlied im Jahre

Breslau, 17. Juli, zeistelle Breslau

Waen Rassenschande in Schutzhaft gekommen.

verabschiedet wird. Ein ein Ehrenfähnlein des

den Pflichten der Berichterstattung in gewissen len der ausländischen Presse festzunageln.

wurden wegen unmittelbarer

Der Führer und Reichskanzler an -er Gruft Heinrichs des Löwen, lleberraschender Besuch in Braunschweig. Fahrt zum Kyffhäuser.

sie vom stellvertretenden in einer schlichten Feier HJ.-Ehrenunterbann und

Der amerikanische Senat hat mit 44 gegen 41 Stimmen beschlossen, aus dem Zusatz zu der Vor­lage, durch die die Befugnisse der Agrar« behörde.erweitert werden sollen, die Be« stimmung zu st r e i ch e n , die den Landwirtschafts­minister Wallace ermächtigt, die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse festzu- setzen. Dies ist eine neue Niederlage für die Regierung Roosevelt, die diese Be­stimmung als den w i ch t i g st e n Teil der Vorlage bezeichnete.

Berlin, 17. Juli. (DNB.) Der Reichs-Jugend- Pressedienst teilt mit: Zum diessährigen Reichspar­teitag veranstaltet die Hitler-Jugend einen großen Bekenntnis- und P r o p a g a n d a m a r s ch durch ganz Deutschland, der die Einheit der gesamten deutschen Jugend und den Leistungs­willen der jungen Generation eindrucksvoll bezeugen soll: den A d'o l f - H i t l e r - M a r s ch. Aus allen Gebieten der HI. marschieren die Marscheinheiten mit sämtlichen Bannfahnen auf vorgeschriebener Marschstrecke nach Nürnberg. Am Tage der Eröff­nung des Parteitages, am 10. September, treffen die Formationen in der Stadt der Parteitage ein und werden dort 'zu einer großen HJ-Fahnen- Einheit zusammengestellt.

Aus den Standorten der 25 Gebiete der HI. marschieren die für den Adolf-Hitler-Marsch sorg­fältig zusammengestellten Marschformationen in einer Stärke von etwa 50 bis 100 Hitler-Jungen

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

Am 21 Juli sind 55 Jahre verflossen, daß der Dichter des bekannten StudentenliedesD alte Burschenherrlichkeit ...", Dr. Eugen H ö f-

Rassenschande in Verbindung mit

Flottenmanöver vor König Georg.

London, 17. Juli. (DNB.) Die Jubiläumsschau der englischen Kriegsflotte wurde am Mittwoch durch ein großes Manöver auf derHöhe von Portsmouth abgeschlossen. König Georg, begleitet vom Prinzen von Wales uno den Her­zögen von Kent und York, nahm an den Manövern teil. Einen Höhepunkt der Hebungen bildete der Angriff eines feindlichen Bombenge­schwaders, das durch zwei der neuen F e r n lenkflugzeuge dargestellt wurde. Kurz nach ihrem Aufstieg wurden beide Maschinen von den Geschützen der Schlachtkreuzer getroffen und stürzten in die See ab. Im weiteren Verlaufe der Manöver wurden Zielübungen auf feste und bewegliche Ziele und auf das FernlenkschiffVin- dictive" ausgeführt. Am Nachmittag kehrte der König wieder nach Portsmouth zurück.

Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sechs männliche Juden und sechs soge­nannte deutschen Frauen in Schutz­haft genommen. Diese sehen ihrer lieber» führung in ein Konzentrationslager entgegen. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro ferner mitteilt, sind seit Ende 1934 in Sachsen auf Anordnung des sächsischen Innenministeriums 14 Frauen und 1 Mann wegen rassenschänd.erischer Beziehungen mit Juden in Schutzhaft genommen wor­den. Die jüdischen Partner wurden, soweit es sich um Ausländer handelt, des Reichs verwie-" f e n. Die übrigen find einem Konzentrationslager zugeführt worden.

!ln formverbot für konfessionelle Lugendverbände in der Vfalz.

Speyer, 17. Juli. (Lpd.) Die Regierung der Pfalz hat verboten: Das Tragen von ein­heitlicher Kleidung, von uniformähnlichen Klei­dungsstücken sowie von Abzeichen einschließlich Fahnen, Wimpel und dgl., durch welche die Zu­gehörigkeit zu einem konfessionellen Jugend- oder I u n g m ä n n e r v e r b a n d zum Ausdruck gebracht wird: den konfessionellen Jugend-, Jungmünnerverbänden und -Vereinen wird jede sportliche insbesondere g e - lände - und oolkssportliche Betäti­gung verboten. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften werden mit Haft bis zu sechs Wochen oder mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.

Wegen Anstiftung

zu Oev senschiebungcn verhaftet.

Berlin, 17. Juli. (DNB.) Die Justiz­pressestelle Berlin teilt mit: Auf Veran­lassung des Generalstaatsanwaltes bei dem Lan­desgericht Berlin wurde am Dienstag im Rahmen der Ermittlungsaktion gegen Angehörige katholi­scher Orden der Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Aachen, Dr.-Jng. Josef Pirlet ver­haftet und in das Untersuchungsgefängnis Berlm- Moabit eingeliefert. Gegen ihn liegt richterlicher Haftbefehl rangen Teilnahme an De­visenverbrechen vor. In der vor einigen Wochen durchgeführten Verhandlung gegen die Ge­neraloberin der Kölner Augustinerinnen, Schwester Neophytia, geb. Maria Menke, die mit einer Verurteilung z u 5 Jahren Z u ch t h a u s, 5 Jahren Ehrverlust und 121000 Mark Geldstrafe endete, hatte sich der Verdacht ergeben, daß Pro­fessor Pirlet die Angeklagte zu ihren De­visenschiebungen angestiftet hatte. Die­ser Verdacht hat sich inzwischen so verstärkt, datz nunmehr die Verhaftung des Beschuldigten er­folgen mußte.

Auflösung von Stahlheimortsgruppen in Anhalt und Baden.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Das atlantische Hochdruckgebiet hat sich nunmehr so weit südlich verlagert, daß sich über ganz Mit­teleuropa eine Westströmung eingestellt hat. Am Mittwochabend strich eine schwache kühlere Meeres­luft unser Gebiet und brachte unter Bewölkungs­zunahme starkes Zurückgehen der Temperaturen. Eine zweite Kaltluftstaffel liegt über England, die zu ausgedehnten Niederschlägen Anlaß gibt, sie wird voraussichtlich in der Nacht zum Freitag bet uns eintreffen. Im ganzen ist auch weiterhin noch mit dem Fortbestand meist wolkigen Wetters mit zunehmender Niederschlagstätigkeit zu rechnen.

Aussichten für Freitag: Heberwiegend bewölkt und vielfach Auftreten von Niederschlägen meist in Schauerform, bei westlichen Winden kühl.

Aussichten für Samstag: Weiterhin überwiegend bewölktes Wetter mit Niederschlägen.

Temperaturen am 17. Juli: mittags 26,8 Grad Celsius, abends 21,2 Grad: am 18. Juli: morgens 19,1 Grad. Maximum 27,6 Grad, Minimum 15,8 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. Juli: abends 24,1 Grad; am 18. Juli: morgens 21 Grad. Sonnenscheindauer 11,5 Stunden.

und Führern, je nach der Länge des zurückzulegen- den Weges, Ende Juli bis Anfang September ab. Das Gebiet Ostland, das den längsten Anmarschweg hat, versammelt bereits am 20. Juli seine Fahnen­abordnungen am Königsberger-SA.-Ehrenrnal, wo " ' Gauleiter Großherr

Aus aller Welt.

Doppelte Moral.

Seltsame Berichterstattung der aus­ländischen Presse.

Ein Teil der ausländischen Presse hat in übertrie­bener Form und im Ton moralischer Entrüstung d i e Vorgänge auf dem Kurfürstendamm in Berlin behandelt. Die Tatsachen sind bekamst. Jüdische Besucher eines Lichtspieltheaters haben ge­gen einen schwedischen Film demonstriert, der den Wesensunterschied zwischen Ariertum und Juden­tum zum Gegenstand der Handlung hat und der als staatspolitisch wertvoll erklärt worden ist. Darauf- hin haben auf dem Kurfürstendamm am folgenden Abend Kundgebungen gegen das Verhalten der Ju­den stattgefunden, die aber rasch beendet worden sind. Die amtlichen Verlautbarungen, die dazu er­gangen sind, Haben gesagt, was zu sagen war und Habs« hinzugefügt, daß Ruhe und Ordnung bei uns in Deutschland vollständig gesichert seien. Dazu ver­gleiche man die sensationelle Behandlung dieser Vor­fälle in der ausländischen Presse! Merkwürdig, daß Zeitungen in westlichen europäi­schen Hauptstädten für die Vorgänge auf dem Ber­liner Kurfürstendamm immerhin reichlich Platz fan­den, wahrend sie für Vorgänge im eigenen Lande, die aber im Auslande Aussehen erregen, nicht eine Zeile übrig haben. Wenn in B e l - f a ft in Nordirland sich Straßenkämpfe ab­spielen, bei denen es Tote gibt, wenn in Edin- bürg hohe kirchliche Würdenträger, in einem Fall sogar ein katholischer Bischof, b e - schimpft und geschlagen werden, so ist dar­über aus der großen englischen Presse so gut wie nichts zu erfahren. In Constantine im fran­zösischen Algier haben blutige Kämpfe der Mo­hammedaner gegen die Juden mit vielen Toten auf beiden Seiten ftattgefunben. Als es im zaristischen Rußland wirklich Judenpogrome gab, als mit Unterstützung von Behörden Juden nicht nur ge­schlagen, sondern totgeschlagen wurden, gab es in der französischen Presse keine Aufregung. Hnd zwar deshalb, weil die französische Presse nicht nur das politische Verhältnis zu Rußland zu pflegen hatte, sondern auch dafür werben mußte, daß die französi­schen Sparer fleißig zaristische Anleihen kauften. In einigen Staaten Amerikas haben Truvpen und Po­lizei ganze Straßenschlachten gegen Streikende ge­liefert. Auch darüber hat dieselbe Presse kaum eine knappe Notiz gebracht: die Presse, die sich nicht ge­nug über eine Kundgebung in Berlin aufregen kann, bei der es keinen nennenswerten Schaden ge­geben hat. Es genügt, diese doppelte Auffassung von

Deutschen Jungvolks nehmen an der Feier teil und geben anschließend den Bannfahnen das Geleit bis zur Stadtgrenze von Königsberg. Der Marsch der Abordnung geht zunächst bis Pillau, von wo sie ein Dampfer des Seedienstes Ostpreußen nach Swine- münde bringt. In 35 Marschtagen geht es dann von der Ostseekuste über Stettin, Angermünde, Berlin, Potsdam, Wittenberg, Leipzig, Gera, Hof, Bayreuth nach Nürnberg. Die Marschleistung dieser Abordnung beträgt nahezu 800 Kilometer, die Gesamtmarsch­strecke aller Gebiete beläuft sich auf 10 500 Kilo­meter, also mehr als ein Viertel des Erdumfanges.

Da selbstverständlich während des Marsches Kör­perertüchtigung getrieben wird, gibt er auch die beste Gelegenheit zur' Abnahme der Prüfungen für das HI. - Leistungsabzeichen. Im Laufe des 10. September treffen die Abordnungen aller Ge­biete in Nürnberg ein. Die 341 Fahnen mit den 1500 Begleitern werden zur HJ.-Fahneneinheit zu­sammengestellt und zur Besichtigung durch den Reichs­jugendführer und zum Vorbeimarsch am Führer einheitlich ausgerichtet. Nach dem Eintreffen der insgesamt 45000 H i11 e r -Iu n ge n am 13. September treten die am Adolf-Hitler-Marsch beteiligten Fahnenabordnungen zu ihren Gebieten und kehren auch mit diesen im Sonderzug in ihre Heimat zurück.

1830, als er in Marburg zum Doktor der Ms« dizin promoviert wurde. Beinahe wäre der Ur­sprung des Liedes unbekannt geblieben. Erst bei der 350-Jahrfeier der Universität Marburg hat sich Höfling selbst als Dichter des Liedes, dessen Verfasser nahezu 50 Jahre verborgen war, bekannt, da er in seiner Bescheidenheit wenig 2Bert auf seine dichterischen Versuche legte. Höfling wirkte als Arzt in Hünfeld und kam Ende der sechziger Jahre al- Kreisphysikus nach Eschwege, wo er am 21. Juli 1880 starb. Dort wurde ihm von Studenten eine Gedenktafel errichtet. Auch in Marburg in der Wet­tergasse, wo er als Student wohnte, befindet sich eine Gedenktafel.

Typhus in Rom.

Nach einer Meldung der Agenzia Stefant sind in der Zeit vom 3. bis 9. Juli in Rom 1992 E r« krankungen an typhusartigem Fieber gemeldet worden, von denen 72 Fälle tödlich verliefen. Die Gesamtzahl der bis sttzt festgestell« ten Erkrankungen belief sich in der Zeit vom 1. Juni bis 9. Juli auf 3144 Fälle, von denen 133 tödlich verliefen. Nach Erklärungen des Gesund­heitsamtes soll die Epidemie ihren Höhepunkt über« schritten haben.

Windhose zerstört ein spanisches Dorf.

Das Dorf Fuentes de Valdepero bei Valencia wurde von einer Windhose vollständig zer« st ö r t. Die zum größten Teil aus Lehm gebauten Häuser der 1500 Einwohner sind dem Erdboden gleichgemacht worden. Auf der Landstraße nach Fuentes de Valdepero wurden starke Bäume ent­wurzelt und auf die Wohnhäuser geschleudert. Der Verkehr ist unterbunden. Bei der Katastrophe sind, soweit bis jetzt feststeht, eine Person ge­tötet und mehrere verletzt worden. Der Ma­

terialschaden ist sehr erheblich.

Kleine politische Nachrichten.

Im Hnterhaus erklärte Außenminister Hoare auf die Frage, ob irgendwelche Schritte getan wor­den seien, um die Lage im Memelgebiet zu regeln, daß die britische Regierung mit der fran­zösischen und italienischen Regierung hierüber in Verbindung gestanden habe. Die Dinge seien jetzt soweit fortgeschritten, daß man a u f eine Besserung der Lage hoffen könne.

*

In Anwesenheit des P a p st e s fand eine Sitzung der Ritenkongregation statt, die sich mit dem Leben und mit den Tugenden des seligen Justin de Jacobis beschäftigte, der als erster Ita­liener als Apostel des katholischen Glaubens nach Abessinien ging und im Jahre 1839 apostolischer Vikar wurde. Es besteht die Absicht, ihn heilig zu sprechen. Wie Agenna Stefani hinzufügt, ist das Andenken an diesen italienischen Apostel auch heute noch in Abessinien lebendig.

Mit Rücksicht auf die günstige Entwicklung der Währungslage hat sich in Danzig die Möglichkeit ergeben, wesentliche Teile der Devisenvorschrift ten aufzuheben. Die Wirtschaft kann nun über ihre Devisenbestände und künftig anfallende Devisen völlig frei verfügen. Dadurch ist besonders der Hafen- und Hmschlagverkehr von den einengenben Vorschriften befreit, so daß er seine Aufgabe als Mittler des internationalen Waren­austausches wieder in vollem Umfange erfüllen kann.

Braunschweig, 17. Juli. (DNB.) Heber» raschend traf am Dienstagabend der Führer und Reichskanzler in Begleitung von Reichsminister Kerrl, des bayerischen Staats­ministers Wagner und anderen Persönlichkeiten in Braunschweig ein. Die ganze Stadt hatte Flaggenschmuck angelegt. Vor dem Börsenhotel, wo der Führer Wohnung genommen hatte, erschollen immer wieder die Rufe der begeisterten Braun- schweiaerWir wollen den Führer sehen". Als der Führer und Reichskanzler Mittwoch früh gegen 10.30 Uhr das Hotel verließ, erbrausten immer­währende Heilrufe, die ihn auf der Fahrt zum B u r g p l a tz ständig begleiteten. Auf den Stra- hen hatte die SA. mit ihren Fahnen und Stan­darten Aufstellung genommen und hinter ihr flaute sich die Menschenmenge in tiefen Gliedern bis an den Rand der Häuser.

Auf dem Burgplah schritt der Führer die Front der Ehrenabordnung der SS. -Führer- schule Braunschweig ab und begab sich dann in den Dom, wo im Wittelschiff d i e Gruft des großen Riederfachsen-Herzogs Heinrich des Löwen freigelegt worden ist. In tiefer Ergriffenheit weilte der Führer einige IHinuten an der Gruft.

Ministerpräsident K l a g g e s gab einen Heberblick über die Freilegungsarbeiten. Der Sachsen- und Bayernherzog Heinrich der Löwe wird immer mehr als ein Vorläufer einer wahren deutschen National­politik anerkannt. Sein Grab im Dom zu Braun­schweig beginnt ein Wallfahrtsort für ganz Deutsch­land zu werden. Daher war es unwürdig, daß über den Zustand der Gruft unter dem Grabmal keine genaue Auskunft gegeben werden konnte. Unter Leitung maßgebender Sachverständiger, darunter

Die Ursache

des Dortmunder Grubenunglücks.

Wie das Oberbergamt Dortmund mitteilt, wurde die SchachtanlageAdolf von Hansemann", auf der sich am Montag das Grubenunglück ereignete, von - der Bergbehörde befahren, wobei festgestellt werden konnte, daß es sich bei dem Unglück um eine durch die Wirkung der Gesteinstaubschranke örtlich begrenzte Schlagwetterexplosion mit nach­folgender Entzündung von Kohlenstaub handelte. Tiefschlagwetter sind infolge von Gebirgs­bewegungen plötzlich in größeren Mengen aufge­treten und vermutlich durch Funkenbildung an einem elektrischen Fahrdraht zur Entzündung gebracht worden.

Fernsehversuche auf dem Brocken.

Von Berlin über Magdeburg und Wernigerode kommend, traf in Schierke (Harz) der aus zwölf Wagen bestehende Fernsehsendezug des Reichspostzentralamts ein. Die Fahrzeuge, in de­nen. sich die fernsehtechnischen Einrichtungen befin­den, sind dann zum Brocken aufgefahren. Auf der Brockenkuppe selbst sind in den letzten Tagen die erforderlichen Vorbereitungen für die Durch­führung der Versuche getroffen worden: man Hal zwei etwa zehn Meter hohe Masten errichtet und einen Teil des Geländes planiert, auf dem dann die Fahrzeuge Aufstellung nehmen werden. Man rechnet für die Durchführung der Versuche mit einer Dauer von einigen Wochen. Die Versuche dienen der Feststellung 'der Fersehrnöglichkeit vom Brocken aus.

Die Explosion des Petroleumlagers in Basel.

Der durch eine Explosion hervorgerufene Brand eines Petroleumlagers in Basel konnte bis in die frühen Morgenstunden des Mittwoch noch nicht gelöscht werden. Gewaltige Rauchsäulen steigen vom Brandherd auf und verdunkeln den Himmel. Die Ursache der Explosion konnte bisher nicht fest­gestellt werden, doch vermutet man Selbstentzün­dung infolge der großen Hitze. In mehreren Schup­pen waren Petroleum, Benzol, Leuchtgas und Gas­öle untergebracht. Etwa 150 Gasölstahlflaschen, die ;e 15 Kilo wogen, explodierten. Der 150 Meter lange Schuppen sowie ein Mittelschuppen, in dem Kohlen uni) Briketts untergebracht waren, und die gesamten Vorräte an Del fielen den Flammen zum Opfer. Auch drei Güterwagen, die sich in der Nähe des Schuppens befanden, verbrannten.

Ernste Lage

im chinesischen Ueberschwemmungsgebiel.

des Professors Eugen Fischer vom Kaiser-Wil- helm-Jnstitut Berlin und Direktor Schmidt vom Kaiser-Friedrich-Museum Berlin, seien die Aus­grabungen vorgenommen worden. Sie hätten ge­zeigt, in welch pietätloser Weise mit der Gruft in den vergangenen Jahrhunderten verfahren worden sei. Der aufgefundene gut erhaltene Steinsarg konnte einwandfrei als der des großen Nieder­sachsenherzogs identifiziert werden. Sein Inhalt war unberührt. Don den Ueberreften der (Sc­heine seiner Gemahlin, der Herzogin Mathilde, konnte nur ein Ledermantel und einige Asche ge­funden werden. Ein dritter kleiner Sarg enthielt die (Scheine des ältesten Kindes Heinrichs des Löwen.

Der Führer erteilte der braunschweigischen Staatsregierung den Auftrag, die Grabstätte Heinrichs des Löwen wieder herzurich- t e n. Der Führer gab persönliche Anweisungen für die Ausgestaltung und stellte gleichzeitig die erforderlichen Wittel in Aussicht.

Anschließend besichtigte der Führer zusammen mit den Mitgliedern der braunschweigischen Staatsregie- rung und seiner Begleitung den alt en Dom und die Burg Dankwarderode, wo Heinrich der Löwe gelebt und gewirkt hat. Als der Führer und Reichskanzler auf den Balkon der Burg trat, brau­sten wieder über den von dichten Menschenmengen umsäumten Platz endlose Heilrufe, die orkanartig anschwollen, als der Führer kurz danach seinen Wagen bestieg, um dem Kyffhäuser einen Be­such abguftatten.

Auf seiner Fahrt durch den Harz wurde er überall, wo er von der Bevölkerung erkannt wurde, be» gegiert begrüßt.

Dessau, 17. Juli. (DNB.) Der R e i ch s st a 11 - Halter i n V r a u n s ch w e i g u n d A n h a 11, L o e b e r , hat mit sofortiger Wirkung die Auf­lösung sämtlicher Stahlhelmortsgruppen des Kreises Dessau-Köthen wegen Wider- sätzlichkeit gegen von ihm getroffene Maßnahmen angeordnet. Das badische I n n e n m i n i st e - rium hatte schon einige Tage früher die Auf­lösung von 45 Ortsgruppen im Bereich des Landesverbandes Baden des NSDFB. (Stahl­helm) angeordnet. Der Bundesführer Reichsarbeits- minister S e l d t e läßt mitteilen, daß er sofort um Hebersendung der Akten ersucht habe, um die erhobenen Anschuldigungen nachprüfen zu kön­nen. Es bedürfe keines besonderen Hinweises, daß ein Verhalten, wie es in der Mitteilung des badi­schen Innenministeriums Mitgliedern des NSDFB. (Stahlhelm) zum Vorwurf gemacht werde, im schärf­sten Gegensatz zu der Auffassung und Einstellung des Bundes zum Führer und nationalsoziaustftchen Staat stehen würde.

schwemmungsgebiet zwischen Puntscheng und Kuyeh hat eine Ausdehnung von 80mal 320 Kilometern. Nach der Mißernte im Frühling sind alle Hoffnun­gen auf eine zweite Ernte zerstört. Auch im Pangtse- Gehict ist die Lage sehr ernst. In Hankau sind alle Mitglieder der Kuomingtang aufgeboten worden, um an der Verstärkung der Deiche mitzuarbeiten.

Kohlengasexplosion in Kentucky.

In einer Kohlengrube in Dan Lear (Kentucky, USA.) ereignete sich eine heftige Kohlengas­explosion, durch die die Grube zum Teil zerstört wurde. Neun Bergleute werden vermißt. Man be­fürchtet, daß sie ums Leben gekommen sind.

Lastkraftwagen vom Schnellzug erfaßt.

In Upper Sandusky (Indiana USA.) ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. An einer ungeschützten Kreuzung raste ein Schnellzug in einen Lastkraftwagen hinein und e n t g l e i st e. 20 Per­sonen wurden verletzt, davon drei schwer.

Die Bluttat an dem Arbeitsdienstmann koch vor Gericht.

Unter großem Andrang des Publikums begann vor dem Schwurgericht in Siegen der Mordpro- z e ß gegen den '68jährigen Invaliden und Jagd­hüter Peter Sasse aus Kirchhundem, der in der Nacht zum 2. Mai d. I. den Arbeitsdienstmann Ernst Koch von der Abteilung 7/209 in Kirchhun­dem durch einen Herzschuß getötet hat. Der An­geklagte gab bei seiner Vernehmung zu, geschossen zu habem Am 1. Mai sei er durch mehrere Wirt­schaften gezogen und habe etwa 22 Glas Schnaps getarnten. Auf nähere Einzelheiten könne er sich nicht mehr besinnen. In der Tat­nacht habe er sich in einer Wirtschaft mit anderen Gästen unterhalten. Er habe dann ein unerklär­liches, unbestimmtes Angstgefühl gehabt, so daß er sich seines Revolvers versicherte, den er als Jagd- Hüter zu tragen berechtigt war. Er sei dann um 0.35 Uhr zur Post gegangen. Vor der Post habe ihn dann sein Bewußtsein verlassen. Er habe Schritte hinter sich gehört und einen Schreckschuß in die Lust abgegeben. Dann habe er noch einmal geschossen. Heber diese wichtigste Phase der Ereig­nisse machte der Hauptbelastungszeuge Stroins- k i, ein Arbeitsdienstmann, der den Koch auf einer nächtlichen Streife begleitete, nähere Angaben. Stroinski sagte aus, Koch und er hätten auf ihrem Streifwege plötzlich einen Schuß gehört. Sie feien dann weitergegangen und hätten einen zweiten Schuß aus einer Ecke aufblitzen sehen. Durch diesen Schuß sei Koch tödlich verletzt worden. Stroinski hat dann mit einem hinzukommenden zweiten Arbeitsdienstmann den Sasse überwältigt.

0 alte Vurfchenherrlichkeit ..."

Der Gelbe Fluß ist in der Schantung-Pro- vinz in den letzten Tagen um 1,5 Meter gestiegen. In einem Aufruf an die Bevölkerung erklärt der Gouverneur, daß die Lage noch niemals so ernst und bedrohlich gewesen sei. Annähernd tausend Ortschaf­ten seien völlig überschwemmt. Die Z"^ der Flüchtlinge betrage zwei Millionen. Das Ueber-