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nicht nur die Feststellung der Kurzschristgeschwindig­keit ist, sondern daß bei der Bewertung größtes Ge­wicht der Zuverlässigkeit der Uebertragung, vor allem in Bezgg auf Sprachlehre, Rechtschreibung und Satzzeichen beigemessen wird.

Die Ergebnisse der letzten Prüfung haben ge­zeigt, daß in den weitaus meisten Fällen der Prüf­ling durchaus die stenographischen Fertigkeiten be­saß, daß er jedoch lediglich aus Mängeln vorge­nannter Art die Prüfung nicht bestand.

Die hohen Anforderungen, die bei diesen Handels­kammerprüfungen gestellt werden, bieten eine Ge­währ dafür, daß diejenigen, die im Besitze eines Prüfungszeugnisses sind, innerhalb ihres Berufes in diesem speziellen Tätigkeitsgebiet eine unbedingt saubere und einwandfreie Arbeit zu leisten ver­mögen.

Deutsche Arbeitsfront.

NS.-lLemeinschaftKraft durch Freude".

Neunte Symphonie.

Nächste Chorprobe Mittwoch, 24. April, 20.15 Uhr, für den ganzen Chor: Großer Hörsal.

Nächste Orcke st erprobe Dienstag, 23. April, 20 Uhr, imAquarium", Walltorstraße.

Musikalische Abendfeier in der Zohanneskirche.

Die siebente und für den Winter 1934/35 letzte musikalische Abendfeier, die am Karfreitag, 18 Uhr, in der Johanneskirche veranstaltet wird, steht wieder­um unter dem Zeichen Johann Sebastian Bachs. Dieser große Tondichter wird mit fünf Programm­nummern vertreten sein: Triosonate für Flöte, Geige und Orgel in l)-Moll, Fantasie und Fuge in C-Moll für Orgel, Einzelaesang: Es ist vollbracht, Duett für Sopran und Alt mit Flöte und Geige. Kom­positionen der älteren Tondichter S. Scheidt (1587 bis 1654) und Heinrich Schütz (1585 bis 1672) wer­den die Feier einleiten. Mitwirkende sind: Tilly W e r n e ck e, Frankfurt a. M. (Alt), Maria Rebe- l i n g , Gießen (Sopran), die Mitglieder des Stadt­theaterorchesters Rudolf Meyer (Flöte) und August Rein (Violine) sowie Organist Johannes N e b e l i n g.

Himmelfahrtstag - Sternwanderungen

des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine.

Deutschlands Wanderer veranstalten am 30. Mai (Himmelfahrtstag) in 37 verschiedenen Orten große öffentliche Kundgebungen für die Wandersache. Die­sen Kundgebungen gehen Wanderungen voraus, die alle nach' dem einen Treffpunkt führen. Für die Wanderoereine des Maingebietes, des Kinziggaues und der W e t t e r a u kommt als Versammlungs­ort die alte Barbarossastadt Gelnhausen in Be­tracht, wo die Wanderer am Himmelfahrtstag sich treffen. Sehr erfreulich ist die Tatsache, daß an vielen Orten mit den Wandersleuten die Turner gemeinsame Sache machen und ihre althergebrachte Götz-Wanderung nach dem gleichen Ziele gehen lassen, streben doch auch beide in treuer Verbunden­heit dem gleichen idealen. Ziele zu, der körperlichen Ertüchtigung des deutschen Volkes.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 18. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf.. Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (gelb), das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 25 bis 30, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 18. Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Vfd. 25 bis 40 Pf., Honig 40, junge Hähne 85, Suppenyühner 80, Tauben, das Stück 70, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 25 bis 30, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, Bündel 20, Radieschen 12 bis 15 Pf.

*

* * E i n Arbeitsjubilar. Der bei der Zi­garrenfabrik Gg. Heinr. Schirmer befcbäftigte Werkmeister Karl Georg Rinn aus Heuchelheim konnte am Dienstag auf eine 25jährige Tätigkeit bei dieser Firma zurückblicken. Dem Jubilar wurde in einer würdigen Feier mit der Belegschaft die wohlverdiente Anerkennung für seine langjährige treue Mitarbeit durch die Leitung der Firma aus­gesprochen und ihm schöne Geschenke seitens der Firma und der Gefolgschaft überreicht.

* * In den Ruhe st and getreten. 'In die­sen Tagen trat mit Gerichtsvollzieher Christian Junker ein altbewährter Beamter in den wohl­verdienten Ruhestand. Heroorgegangen aus dem Gießener Infanterieregiment 116, trat er im Jahre 1904 in den Vorbereitungsdienst als Gerichtsvoll­zieher bei dem Amtsgericht Gießen ein, war so­dann an den Amtsgerichten Friedberg, Darmstadt und als Gerichtsvollzieher in Mainz und Reicyels- heim tätig und wurde am 28. Februar 1919 als solcher nach Gießen versetzt, wo er bis heute un­unterbrochen tätig war. In vorbildlicher, stets menschlich-verständnisvoller Dienstführung hat Ge­richtsvollzieher Junker gezeigt, daß man auch tu seinem schweren Berufe Gutes wirken kann. In einem hoffentlich noch recht lange währenden Ruhe­stand wird er als Freund von Wald und Feld mit Befriedigung auf seine nunmehr abgeschlossene Dienstzeit zurückblicken können.

** Sterbefälle in Gießen. Es verstarben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. April: 2.: Jo­hannes Lehr, Invalide, 75 I. alt, Löberstrahe 5. 3 : Heinrich Kümmel, Reichsbahn-Obersekretär i. R., 76 I. alt, Ludwigstraße 66; Katharine Haupt, geb. Groß, 76 I. alt. Roonstraße 38. 4.: Eugenie Ditt- mar, geb. Weinmann, Wwe., 62 I. alt, Sonnen­straße 7; Auguste Lotz, geb. Schulze, 58 I. alt, Wilhelmstraße 36. 6.: Johann Reinhardt, Kauf­mann, 53 I. alt, Wetzlarer Weg 17. 8.: Anna Maria Döpfer, geb. Schick, 54 I. alt, Steinstraße 73; Katharine Schneider, geb. Borngässer, Wwe., 88 I. alt, An der Johanneskirche 4; 10: E. Alsdorf, Ver­waltungs-Inspektor, 25 I. alt, Steinstraße 53; Wil­helm Wagner, Kellner, 39 I. alt, Seltersweg 79. 12.: Wilhelm Meurer, ohne Beruf, 18 I. alt, Marktstraße 22. 13.: Karl Schaub, Arbeiter, 411. alt, Horst-Wessel-Wall 56; Bertha Schmidt, geb. Lauer, 48 I. alt, Stephanstraße 27. 14.: Hermann Baum, Postschaffner, 45 I. alt, Am Riegelpfad 2. 15.: Georg Deutscher, Schlosser, 41 I. alt, Händel- straße 2; Luise Leuning, geb. Krämer, Wwe., 66 I. alt, Wolkengasse 12; Wilhelmine Hofmann, geb. Schwab, Wwe., 85 I. alt, Kaiserallee 30; Dora Wittmann, Hausangestellte, 26 I. alt, An der Ka­serne 7; Karoline Schütz, geb. Euler, Wwe., 69 I. alt, Marburger Straße 76.

** Starker Osterverkehr bei der Reichsbahn. Auf eine Anfrage beim Gießener Bahnhof hören wir, daß der Osterreiseverkehr be­reits sehr lebhaft eingesetzt hat. Heute passiert be­reits eine stattliche Anzahl von Sonderzügen unsere Stadt, hauptsächlich in Nord-Süd- und Süd-Nord- richtung. Von Frankfurt aus fahren Züge nach Hannover und Berlin, Züge aus Berlin, Essen, Altona usw. fahren nach dem deutschen Süden und sind durchweg aut besetzt. Auch der Verkehr in der Richtung nach Koblenz, nach Fulda und nach Geld­hausen ist stärker, so daß die Züge mit einer größe­ren Anzahl Wagen als sonst fahren müssen. Von Gießen aus fährt im Hinblick auf den verstärkten Verkehr zu dem Eilzug, der 14,41 Uhr Gießen ver­läßt, ein Vorzug nach Frankfurt a. M. Der Haupt­verkehr ist allerdings erst morgen, insbesondere aber am Samstag zu erwarten.

** Rege Bautätigkeit im Siedlungs- viertel an der Licher Straße. Durch Be­reitstellung von Erbpachtgelände seitens der Stadt wurden in den Jahren 1931 bis 1934 die Danziger, Memeler und Posener Straße durchweg mit Ein­familienhäusern bebaut. Nun ist man damit beschäf­tigt, weitere Neubauten gleicher Art in der Schle- sierstrahe zur Ausführung zu bringen, die im Nachsommer und Herbst bezogen werden sollen. Mit der Fertigstellung dieser Häuser und mit den hier noch beabsichtigten Bauvorhaben wird auch diese Straße ausgebaut und damit das bereitgestellte Gelände ausgenutzt sein.

** Straßensperre im Krofdorfer Forst. Die Straße KrofdorfWaldhausSchmelz wird vom Forsthaus W a l d h a u s ab in Richtung Schmelz vom 23. April bis voraussichtlich 18. Mai wegen Neuschüttungs- und Walzarbeiten

für jeden Fährverkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über KrofdorfWißmarOden­hausenSalzböden und umgekehrt.

**' D i e Omnibusverbindung nach dem S ch i f f e n b e r g verkehrt ab morgen wieder täg­lich. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich,

Schöffengericht Gießen.

Als früherer Rechner des Kirchenchores Herbstein hatte sich der 30jährige Angeklagte L. H. R. aus Herbstein wegen Unterschlagung, Untreue und Ur­kundenfälschung zu verantworten. Wegen Verbre­chens gegen die Paragraphen 267 und 268 Abs. 1 StGB, wurde der überführte Angeklagte zu einer Gefängnis st rafe von 1 Woche verurteilt, wegen Vergehens gegen die Paragraphen 246, 266 StGB, wurde das Verfahren auf Grund des Ge­setzes über Straffreiheit vom 7. 8. 34 eingestellt. Der Angeklagte wurde mit den Kosten belastet.

Wegen Körperverletzung, ausgeführt mittels eines Haustürschlüssels, wurde der 53jährige F. K. aus Lauterbach zur Zahlung einer Geld st rafe von 5 0 Mark, hilfsweise 10 Tage Gefängnis, ver­urteilt. Die Kosten hat der Angeklagte zu tragen.

Die 50 Jahre alte Ph. W. und der 32 Jahre alte A. D., beide aus Kirtorf, hatten den Kreis­leiter und andere Parteifunktionäre der NSDAP, beleidigt in der Absicht, sie verächtlich zu machen und in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Wegen ihres verwerflichen Verhaltens wurden die Angeklagten mit Gefängnis bestraft, und zwar erhielt die Angeklagte PH. W. 5 Wochen und der Angeklagte A. D. 2 Wochen Gefängnis zudiktiert. Außerdem haben sie die Kosten des Verfahrens zu tragen.

DieVerttauensratswahIenlSZSimKreifeGießen

Erste Liste. Durchschnittsergebnis: 90 v. H stimmten mit Za.

Von der Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeitsfront werden uns folgende Ergebnisse der Vertrauensratswahlen 1935 im Kreise Gießen mitgeteilt:

Gefolg- schafts- stärke:

Von den Wahl­berechtigten stimmten mit Ja:

Stadt Gießen

700

89

v. H.

Heil- und Pflegeanstalt

133

96

Eierteigwarenfabrik

48

94

II

Julius Nattmann

48

98

ee

Bänninger

508

86

II

Brühlsche Universitäts-Buch-

und Steindruckerei, Gieße-

ner Anzeiger

112

75

ee

Großwäscherei Edelweiß

47

99

H

Reichspost

73

80

ee

Kupferschmiede Zimmer

60

87

II

Reichsbahn:

Bahnmei

terei I

72

93

H

Bahnmei

terei II

30

96

II

Bahnmei

terei III

95

100

..

Bahnhof

76

98

ee

Güterabfertigung

120

88

II

Bahnbetriebswerk

437

78

H

Fahrkartenausgabe

25

96

11

Friedrich Teipel

25

98

II

Kaeß, Nachf.

22

100

H*

Bette, Franz

25

100

ee

Dresdener

Bank

27

90

Commerz- u. Privatbank

32

94

ee

Eduard Klinkel Söhne

30

93

Häute- u. Fettverwertung

23

100

ee

Gg. Phil. Gail

321

80

II

Ludwig Georgi

53

100

II

Verbrauchergenossenschaft

99

94

II

Denninghoff

41

97

II

M. Abermann

151

97

II

Univ.-Versuchsgut

42

81

II

Karzentra

73

60

II

Milchzentrale Grieb

41

77

II

Franke & Co.

23

97

II

W. G. Schuchardt

33

76

II

Gustav Geisse

45

67

ee

Adolf Geisfe

23

85

,,

Insgesamt entspricht dies im Kreise Gießen einem Verhältnis von 9 0 o. H. mitI a" von allen ab­gegebenen Stimmen.

Gefolg­

Von den Wahl­

schafts­

berechtigten

stärke:

stimmten mit Ja:

Neils u. Kraft

23

78

Stempel-Kreuter

45

81

Schaffstädt, H.

Karl Kerber, Kaufhaus

155

47

60

77

Textilhaus Graf

33

76

Karl Becker II, Gerberei

26

87

Forstamt Rabenau, Londorf

79

86

Hofgut Rinn, Utphe

41

63

Tonwerke Abendstern

107

65

August Schäfer, Hungen

59

74

,,

M. Schmiedeknecht, Londorf

45

95

Joh. Balser, Bettenhausen

60

90

Gutsverwaltuna Lich

34

77

Bahnmeisterei Hungen

49

95

Karl Schott, Grünberg Launsbach & Co., Ettings­

21

76

hausen

21

99

Gg. Schieferstein, Lich

142

93

ll

Max Hertel, Kesselbach

49

89

Gebr. Behrens, Kl.-Linden

164

87

Heinr. Deibel, Lollar

20

85

Fr. Harries 8z Co., Wieseck

24

99

Wagner 8z Volk, Gr.-Linden

38

76

Dampfsägew. Nuhn, Lollar

87

88

Didierwerke, Mainzlar

Buderus'sche Eisenwerke

427

85

Grube Abendstern, Hungen

59

99

Wilh. Stroh, Gr.-Linden

33

100

Forstamt Lick Wilh. Frey, Lang-Göns

57

59

85

99

Bahnmeisterei Lollar Rinn 8z Cloos, Gr.-Linden

55

79

96

100

Brauerei Jhring-Melchior

Lich

103

95

Licher Tonwerke

31

100

Rinn 8z Cloos, Rödgen

61

97

Aug. Schlörb, Grünberg

20

94

Alb. Godosar, Grünberg

34

88

Abschluß aus dem Gleiberg.

Am Dienstag war

pg. Dr. Fischer, Frankfurt,

im Lager zu Gast und sprach überLuftfahrt und L u f t f a h r t r e ch t". In seinen packenden Ausführungen gab er einen Einblick in die Be­stimmungen des Luftfahrtrechtes und ergänzte diese vor allen Dingen durch Beispiele aus seiner Praxis als Flieger. Er kam dann u. a. auf das Wort des Ministerpäsidenten Göring zu sprechen, daß wir wieder ein Volk von Fliegern werden müssen , und schloß seinen Vortrag mit einem Appell an die Lagerkameraden, indem er das Mahnwort auf der Wasserkuppe wiederholte:W i r toten Flie­ger siegten durch uns allein. Volk, flieg du wieder und du wir st siegen durch dich allein".

Am Abend desselben Tages sprach der

Lagerleiter pg. ZRcg. - Assessor Denzer

überNationalsozialistische Rechts- a u f f a s s u n g". Davon ausgehend, daß eine Welt­anschauung auf allen Gebieten des Lebens eingreife und diese maßgebend bestimme, so greife auch die nationalsozialistische Weltanschauung in das Recht ein. Deshalb habe die Partei im Punkt 19 des Programms folgende Forderung aufgestellt: Wir fordern Ersatz für das der materialistischen Welt­ordnung dienende römische Recht durch ein deut­sches Gemeinreckt. Unser heutiges deutsches Recht sei kein gewachsenes deutsches Recht, sondern ein auf fremdem Boden gewachsenes internationales römisches Recht oder von römisch-rechtlichen Ge­dankengängen beeinflußtes Recht. Ein national­sozialistischer Staat müsse aber ein Recht verlan­gen, daß seiner Weltanschauung entspreche.

Der Redner streifte dann das alte deutsche Recht, wie wir es im Sachsenspiegel und im Schwaben­spiegel haben, Er wies aber darauf hin, daß es falsch sei, nun zu glauben, man könne auf den Zeitpunkt zurückzugreifen und dort wieder beginnen, wo noch kein römisches Recht in Deutschland einge­führt war. Es sei falsch, das Recht müsse aus dem Volke wachsen, das gesunde Rechtsempfinden des Volkes müsse aeweckt werden und Führer dieses Volkes müßten dann dieses neue Recht gestalten und

sprechen. Er wies weiter darauf hin, wie man gerade deutlich im Recht spüren könne, daß auch hier die Voraussetzung für das Werden eines Rechtes eine gesunde Rasse sei. Deshalb sei die Erhaltung der Rasse eine wesentliche Voraussetzung. Rasse und Recht seien unlöslich miteinander verbunden. Jede Rasse, jedes Volk habe ihr eigenes Recht. Zum Ab­schluß wies er dann auf verschiedene neue Gesetze her Reichsregierung, die schon in dieser Linie lägen, hin, wie zum Beispiel das Erbhofgesetz, das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit, das Gesetz zur Regelung des vorläufigen Aufbaues des deutschen Handwerkes und auf die neue Gemeindeordnung, Er schloß dann seinen Vortrag mit dem Worte des Führers, das dieser auf dem Juristentag 1933 geprägt habe:Es gibt von nun an keinen Unterschied mehr zwischen Recht und Moral".

Als Abschluß in der Vortragsfolge war ein Vor­trag des Leiters des Arbeitsamtes Gießen,

pg. Oberregierungsrat List, Gießen, vorgesehen. Der Redner gab den Lagerteilnehmern aus seinem Arbeitsgebiet Ausschnitte und machte vor allen Dingen die Lagerteilnehmer mit dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung vertraut. Er zeigte die Ursachen auf, die 3ur Arbeits­losigkeit geführt hätten, und die vergeblichen Ver­suche der früheren Regierungen, diese zu meistern. Er wies an Hand von praktischen Beispielen nach, wie die Reichsregierung mit einem kühnen Entschluß das Problem gemeistert habe, das fast allen Men­schen, insbesondere den zünftigen Nationalökonomen, unlösbar erschienen war. Er kam dann auf die engere Tätigkeit des Arbeitsamtes zu sprechen und bezeichnete dieses als die modernste Behörde, die schon wegen ihrer Aufgaben eine große Vielseitigkeit besitzen müsse. Um alle Arbeitssuchenden zu erfassen und um diese ihren Fähigkeiten entsprechend in den Arbeitsprozeß wieder einzuspannen, müsse das Arbeitsamt ein feingealiedertes System von Kar­teien usw. haben. Hierdurch habe der Leiter eines Arbeitsamtes eine klare Uebersicht über die Struktur seines Bezirkes und vor allen Dingen auch über die Möglichkeiten, Arbeitsuchende wieder ins Er­werbsleben ihren Fähigkeiten entsprechend einzu­gliedern. Daneben habe das Arbeitsamt die beson­

ders wichtige Aufgabe der Berufsberatung. Die Bedeutung dieser Berufsberatung fei selbst im Volke draußen noch ziemlich unbekannt. Kein Lehrling dürfe heute mehr angenommen werden, ohne daß er sich einer besonderen Eignungsprüfung unter­zogen habe. Diejenigen, die diese Berufsberatung ausübten, feien besonders geschulte Kräfte und müß­ten über eine außerordentliche Menschenkenntnis verfügen. Welche Bedeutung die Berufsberatung habe, gehe daraus hervor, daß im letzten Jahre in Deutschland über 660 000 junge Menschen sich hätten beraten lassen.

In einer anregenden Aussprache wurden auf­tauchende Fragen erklärt und beantwortet.

Kameradschastsabend und Abschiedsfeier.

Nach vierzehntägiaem Führerschulungslager des BNSDJ. auf dem Gleiberg hatten die Teilnehmer am gestrigen Abend zu einer Abschiedsfeier eingeladen. Wie stets bisher war auch dieses Lager der Jungjuristen von dem Erlebten auf diesem einzigartigen Fleckchen deutscher Erde voll und ganz befriedigt. Die Benutzung des großen Kaisersaales der Burg zu kameradschaftlichen Veranstaltungen mit geladenen Gästen zeigt sich als eine wertvolle Ergänzung der Lagerräume. So war auch gestern dieser historische Raum aufs beste mit lannengrün und den Reichsfarben geschmückt, um den Gästen als angenehmer Aufenthaltsort zu dienen.

Regierungsassessor Pg. Denzer (Schotten), der mit der Führung des Lagers betraute Leiter, er­öffnete den Abend. Nach Dem gemeinsam gesunge­nen LiedVolk ans Gewehr" sprach Kamerad Schulz einen selbstverfaßten Prolog, in dem das in vierzehn Tagen Erlebte in feiner Art zum Aus­druck kam.

Schulungsleiter pg. Denzer begrüßte die Gäste, insonderheit den Gauleiter des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen Dr. Wirth, den Landgerichtspräsidenten Thüre, Kreisleiter Schwebet von Worms, die Vertreter des Reichsheeres sowie die Frauen, die den Weg in anerkennenswerter Weise auf die Höhe des Ber­ges gefunden hatten. Er sprach weiter über den Kameradschaftsgeist im Lagerleben, der sich ent­wickelt habe aus dem SA.-Geist. Nicht in einem juristischen Wörterbuch seien die Begriffe Kamerad­schaft, Gemeinschaft, Treue usw. zu finden; sie müßten vielmehr erlebt sein, und das könne nicht besser geschehen als im Lager. Vieles sei geboten worden, so Vorträge von der Partei, von der Uni­versität, von Praktikern des Rechtslebens; der Sport in Form von Gymnastik, Marschieren, Handball usw. Wenn das Fachliche mehr in den Hintergrund getreten sei, so habe um so mehr der Gesichtspunkt geherrscht, sich in den vierzehn Tagen mit dem Nationalsozialismus und seinen Fragen ausein­anderzusetzen. Assessoren, Referendare, Supernume- rare, Inspektoren aus den verschiedensten Altern und Gruppen seien ohne Unterschied zu einer Ge­meinschaft zusammengejchweißt worden. Es wäre aus vollem Herzen zu wünschen, daß diese Art Lager eine feste Einrichtung würde. Jeder Jung­jurist, auch jeder Amtswalter im BNSDJ. gehöre ins Lager. Das Grau der Lagerkleidung erinnere an die Fronttätigkeit der Väter im Weltkrieg; in Verbindung mit ihm die Hakenkreuze am Arm ver­pflichte jeden, als Apostel des Nationalsozialismus draußen im Land zu wirken. Mit der Bitte an den Gauführer, noch mehr Lager folgen zu lassen, schlossen die beifällig aufgenommenen Ausführungen. DerGauführerdesBNSDZ Pg Wirth versuchte an Beispielen heute noch geltender Rechts­auffassung klar zu machen, was den Nationalsozia­lismus in dieser Hinsicht bewegt. Im Kampf mit der Reaktion verlange der Nationalsozialismus kein zweierlei Recht, sondern nur Gerechtigkeit. In ein­dringlichen Worten sprach der Redner zu den jun­gen Kameraden als den einstigen Vertretern und Verkündern nationalsozialistischer Weltanschauung, die das durchzusetzen hätten, was man sich als na­tionalsozialistisches Rechtsempfinden oorfteUe und was der Führer wolle. Nationalsozialist sein, heiße zutiefst in der Volksgemeinschaft leben, in jedem seinen Bruder sehen. Das könne man am besten im Lager verstehen lernen; wie schön und groß sei es, mit Menschen zusammen zu sein, die man als Kameraden bezeichnet. Auf den Schultern der Jung­juristen ruhe die Verantwortung für die kommende nationalsozialistische Rechtsanschauung.

An die Dankesworte von Assessor Denzer an den Gauführer erklang das Horst-Wessel-Lied und ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer. Worte des Dankes fand der Lagerälteste an die Lagerlei­tung und alle, die an dem Zustandekommen des Lagers mitgeholfen haben. Dieses habe bei allen Teilnehmern alle Erwartungen übertroffen; in ihm habe man den Grundsatz empfunden: Einer für alle, alle für einen, alles für Deutschland!

Direktor Menkeu,

der Vorsitzende des Gleibergvereins, ging kurz auf die Entstehungsgeschichte des Lagers ein, durch das nun schon viele junge Menschen hindurchgegangen seien. Der Gleibergverein wolle neben den Tradi­tionen des Zweiten Deutschen Reiches sich gern und freudig in den Dienst des Dritten Reiches stellen, was voll und ganz geschehen könne, wenn immer neue Mitglieder in seine Reihen treten und der Staat seine Hilfe nicht versagt.

Bei frohem Sang und Klang verlief der weitere Abend in bester Weise.

Zusammenschluß

der Frontsoldatenverbände.

GPA. Frankfurt a. M., 17. April. Im Gau Hessen-Nassau fanden in den letzten Wachen kreis­weise Kameradschaftstreffen der Frontsoldaten statt, die von der Nationalsozialistischen Kriegsopferoer- sorgung einberufen und von der Partei und ihren Gliederungen vorbildlich unterstützt wurden. Alle Veranstaltungen, an denen der Kyffhäuserbund, der Reichstreubund, der RDO., der NSDFB. (Stahlhelm) und Regimentsvereinigungen mit ihren Fahnen teilnahmen, wiesen Massenbesuch auf. In allen Kundgebungen kam der spontane Wille der Frontsoldaten zum Ausdruck, möglichst bald sich in einem einzigen großen Reichsfron t- soldatenbund zu gemeinsamer Arveit zusam­menzufinden. Gerade im Hinblick auf die Wieder­einführung der allgemeinen Wehrpflicht müssen die Frontsoldaten in unzertrennlicher Einigkeit ge­schlossen hinter unferm Führer Adolf Hitler stehen. Die Frontsoldatentreffen waren getragen von echtem Frontsoldatengeist und nahmen einen würdigen und erhebenden Verlauf.

Nach dem Essen nicht vergessen Bullrich-Scilz iWS p!g.