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feine friedliche Politik erlangt habe, geachtet werde; es habe ein Recht zu verlangen, daß sich keme Pfuschereien ungünstig auf Polen und damit auch auf allgemeine europäische Interessen aus­wirken.

Kurjer Polski" schreibt, die polnische Politik gehe ihre eigenen Wege, suche ihre eigenen 15o|ungen, lehne aber keineswegs Die Zusammen­arbeit mit allen denen ab, die wirklich ehrlich an der Erhaltung des Friedens in Europa arbeiteten

Frankreichs Vündms mit Moskau sertiggestellt.

Paris, 18. April. (DNB.-Funkspruch.) lieber, emfhmmenb berichten die Blätter, daß der franM- s'sch-sowietrussische Abkommensentwurf fertiaae- st e l l t worden sei Der französische Ministerrat a,m Freitag Stellung nehmen und auch den Zeitpunkt für Lavals Reise nach Warschau und Moskau festsetzen.Journal" weist daraus hin daß Litwinow auf einem automatischen In- kroft t r e t e n bestanden habe, wodurch Frank­reich völlig in das Fahrwasser der Sowjets ge­raten wäre. Außerdem habe er militärische Sanktionen in Artikel 16 des Völkerbunds­

paktes hineinbringen und auch sämtliche Sanktio­nen auf ein Nichtmitglied des Völkerbundes ange­wendet wissen wollen.

Petit Parisien" schreibt, es handelt sich um einen tn den Rahmen des Völkerbundes gestellten zwei­seitigen Vertrag. Beide Länder versprechen sich Hilfeleistung im Falle eines An­griffes. Selbstverständlich bleibt das Empfeh­lungsrecht des Völkerbundsrates gewahrt, jedoch nur bis zur Grenze desflagranten Falles", lieber» dies werden beide Länder ihre Urteilsfreiheit in unsicheren Fällen behalten. Das automatische Inkrafttreten ist also mit vernünftigen Vorsichtsmaßnahmen im Gange. Die furi- stische Hauptschwierigkeit besteht darin, dieses neue Abkommen mit dem Locarnovertrag in Einklang zu bringen. Man mußte vermeiden, daß Frankreich von England und Italien als Ga­ranten des Rheinpaktes als Angreifer angesehen werden könnte in dem Fall, daß es durch d i e entmilitarisierte Zone dem angegriffenen Rußland zu Hilfe eilen würde. Die Lösung dieser heiklen Frage scheint gefunden worden zu sein in einer Formel, ähnlich der, die die Einbeziehung des französisch-polnischen Abkommens in den Locarnovertrag ermöglichte.

Vesriedigimg in Pans

Pans, 18. April. (DRV,-Funkspruch.) Der Gen­fer Spruch wird von der französischen Presse mit um so größerer Befriedigung ausgenommen, als noch Mittwochfrüh Zweifel über die Haltung einiger Staaten bestanden. Die Annahme des französischen Entschließungsentwurfes bei nur einer Stimment­haltung wird als ein Erfolg der französischen Si­cherheitspolitik, und als der schlagende Beweis für Die französisch-englifch-italienische Solidarität ge­feiert.

Die Zustimmung Polens findet lobende Erwähnung. Einige Blätter möchten darin eine Be­sinnung Polens auf Das Militärbündnis mit Frank- reief) und ein günstiges Anzeichen für eine Um­stellung der polnischen Politik erblicken.Excelfior" schreibt indessen, es wäre ein schwerer Fehler, das polnische Votum für einen Bruch zwischen War­schau und Berlin auszulegen. Polen nimmt heute ebensowenig Partei für Sowjetrußland gegen Deutschland wie gestern für Deutschland gegen Sow­jetrußland. Die polnische Regierung spricht sich lediglich zugunsten eines st a r k garan­tierten Friedens aus, der keiner Macht die Möglichkeit läßt, den gebietsmäßigen Status von 1919 zu verletzen. Die von der französisch-eng­lischen Erklärung anempfohlene Politik der Regio­nalpakte ist gegen niemand gerichtet. Es wäre des­halb wünschenswert, daß Warschau Berlin begreif­lich machen könnte, daß Deutschland Interesse Daran haben würbe, seine Beteiligung an Der Konsolidie- rung Des FrieDens in Osteuropa nicht mehr zu verweigern. DerQ u o t i D i e n" warnt ebenfalls vor opitimistischen Schlußfolgerungen aus Der pol­nischen Haltung. Wenn Oberst Beck schließlich für den französischen Antrag eingetreten sei, so solle das französische Außenministerium daraus keine falschen Schlußfolgerungen ziehen.

Ami du Peuple" erklärt: Es ist gut, bekräftigt zu haben, daß Recht vor Gewalt geht, aber noch besser ist, durch starke Sicherheitsmaßnah­men dieAchtung Des Rechtes z u gewähr- leisten. Die internationale Atmosphäre roirD Da­durch gereinigt werden. Das bedeutet jedoch nicht, daß die friedlichen Nationen jetzt wieder träumen dürfen. Denn Deutschland roirD, wenn überhaupt, Dieerteilte Lektion keineswegs im SinneDer Reue" annehmen.Petit Parisien" meint, Daß Der Erfolg alle Erwartungen übertroffen habe. Die Zu­stimmung Des polnischen Ratsmitgliedes habe Frank­reich Die Illusion wiedergegeben, daß Polen noch einen Bündnisvertrag mit Frankreich besitze. Oeuvre" bemüht sich, Lavals Politik als keines­wegs deutschfeindlich hinzustellen. Gerade jetzt, da Frankreich sich stark fühle, und sich seiner Verantwortung für die europäische Sicherheit be­wußt sei, wünsche es. nichts sehnlicher, als mit Deutschland zusammenzuarbeiten. Polen wünsche, sein Militärbündnis mit Frankreich im Sinne einesautomatischen Inkrafttretens" zu erneuern. In Becks Umgebung habe man zu verstehen gegeben, daß Warschau sich nicht mit dem Gedanken abfinde, binnen kurzem Frankreich an Moskau durch stärkere Bande gefesselt zu sehen als an Polen. Außerdem beunruhige Warschau die demnächst zusammentretende Konferenz der baltischen Staaten. ___________

Pertinax schreibt imEcho de Paris", die fran­zösische Regierung habe die von ihr gewünschte moralische Verurteilung durchgesetzt. Aber wich­tiger wäre es, Deutschland zu verstehen zu geben, daß die auf den Frieden bedachten Mächte sich nicht e i n s ch ü ch t e r n" ließen und entschlossen seien, ihre diplomatische und militärische Verteidi­gung zu organisieren. Nach dieser Richtung habe die Genfer Tagung jedoch keinen günstigen Eindruck hinterlassen.

Sowjetspione in Paris verurteilt.

Paris, 18. April. (DNB.) Das Pariser Strafgericht verkündete am Mittwoch das Urteil gegen die 32-köpfige Spionagegesell­schaft Lydia Stahl und Genossen, die zugunsten der Sowjetunion arbeitete. 20 Personen saßen auf der Anklagebank; die an- deren 12 hatten die Flucht ergriffen. Gegen eine Anzahl der Angeklagten, die wohl d«e r Spio­nage überführt sind, aber zur Aufklä­rung beigetragen hatten, wurde auf Straffreiheit erkannt. Unter ihnen befindet sich das vielgenannte amerikanische Ehepaar Switz. Lydia Stahl, eine der Hauptbeteilig­ten, erhielt 5 Jahre Gefängnis, 3000 Francs Geldstrafe und 5 Jahre Aufenthaltsverbot. Die übrigen Urteile schwanken zwischen der Höchststrafe von 5 Jahren und 1 Jahr Gefängnis. Der rumänische Staatsangehörige Berkowitsch, Den man als Das Haupt Der Spionagegesellschaft be­trachtet, erhielt ebenfalls die Höchststrafe.

Krisenstimmung in Bulgarien.

Die ehemaligen Ministerpräsidenten Zankoff und Georgieff verbannt.

Sofia, 18. April. (DNB. Funkspruch.) Auf Befehl der Regierung wurde der frühere Minister­präsident und Führer der im vorigen Jahre zusam­men mit den übrigen parteipolitischen Organisatio­nen aufgelösten nationalsozialen Bewe­gung, Professor Dr. Alexander Z a n k o f f fest­genommen und nach der Hafenstadt Burgas am Schwarzen Meer verbannt wegen eines Briefes, den Zankoff an zahlreiche politische Persönlichkei­ten richtete. In diesem hatte er sich scharf mit der jetzigen Regierungspolitik auseinandergesetzt, be­schleunigte Rückkehr der Armee'aus der Politik in die Kasernen und Wieder- herstellung der vollen Rechte des Königs verlangt, da sonst dem Lande schwerste Erschütterungen drohten.

Die Nachricht von der Verbannung Zankoffs, der in weiten politischen Kreisen als Der fommenDe Mann gilt, verbreitete sich wie ein Lauffeuer Durch Die HauptstaDt unD rief große Ueberraschung hervor. Da Die Verbannung als eine Kampfansage an Die nationalsoziale Bewegung gewertet wird. Zusammen mit Zankoff finD noch weitere bekannte Persönlichkeiten nach Burgas verbannt roorDen, so u. a. Der ehemalige MinisterpräsiDent ©eorgieff. Man erwartet, Daß auch der Oberst a. D. W e li­sch e f f, der Organisator des Staatsstreiches vom 19. Mai 1934, interniert wirb.

D«e Bluttaten gegen die deutsche Minder­heit in Pommerellen.

Eine Trauerfeier in Danzig.

Der BdA. trauert um die ermordeten Angehörigen der deutschen Minderheit.

Danzig, 17. April. (DNB.) Der VDA. in Danzig veranstaltete in der Petrischule eine er- Sreifende Trauerfeier für den bei dem polnischen Überfall in Nordpommerellen ermordeten jungen Deutschen Fritz G r o e n. An der Feier nahmen teil u. a. Senator 23 o e cf als Landesleiter Des VDA. in Danzig, Der Danziger evangelische Lan­desbischof Beermann, sowie der deutscye Kon­sul Köster.

Senator Boeck

wies auf das Schicksal unserer Volksgenossen hin, Die gegen ihren Willen unter Die Herrschaft anDerer Völker gekommen seien und trotzdem ihre Pflicht gegenüber ihrem neuen Staat erfüllten, gleichzeitig aber aus Liebe zu ihrer Heimat ihrem Volkstum die Treue be­wahrten. Sowohl das Reich wie auch die Freie Stadt Danzig hätten gegenüber den Angehörigen fremden Volkstumes Dem GrunDfatz Der Gleichberechtigung Rechnung getragen. Um so mehr müsse man es beDauern, Daß Die deut- s ch e Minderheit in Polen nicht nur in der Pflege ihres Volkstumes vielfach behindert, sondern, wie die jüngsten Vorgänge in Pomme­rellen zeigten, noch immer willkürlichen Ter­rormaßnahmen beftimmter Verbände ausgesetzt sei. Der Schutz der Minderheiten habe nur dann einen Sinn, wenn er a u f Gegen­seitigkeit beruhe. Wir verlangen, daß Die polnische Regierung unverzüglich Maßnah­men trifft, Das Leben unD Eigentum Der Deut­schen MinDerheit gegen alle ruhestörenden Elemente z u sichern. Vor aller Welt legen wir gegen die Gewaltakte in Pommerellen flam­menden P r o t e ft ein. Gleichzeitig verneigen wir uns vor dem Toten, der nichts anderes tat, als daß er feine Liebe zu feiner Heimaterde und zum Deutschtum bekundete.

Shibienraf Dr. Johann Hoffmann gab als Augenzeuge eine Darstellung der blutigen Aus­schreitungen in Kölln.

Er habe dort vor einem Kreis von nur 20 Personen einen kulturellen Vortrag gehalten, in Dem er ausDrücklich Darauf aufmerksam gemacht habe, daß die Staatsbürgerpflichten gegenüber dem Wirtsoolk von den Volksdeutschen auf Das genaueste erfüllt roerDen müßten. Plötz­lich fei Die Nachricht eingetroffen, Daß zwei Last­kraftwagen mit Unruhestiftern aus NeustaDt heranrollten, um Die Versammlung auf­zulösen. Der Versammlungsleiter habe Darauf die Versammlung selbst aufgelöst und er, der Redner, sei mit zwei anderen Personen bei einer Tasse Kafee sitzen geblieben. Nach wenigen Minuten sei eine wilde Horde in das Lokal g e - stürmt. Als der Redner sich als Danziger zu er­kennen gab, hätten ihn die Burschen von seinem Sitz gerissen und ihm mehrere Faustschläge auf den Kopf und ins Gesicht versetzt. Die polnische Polizei habe dann eingegriffen und Schlimmeres verhütet. Dann habe sie jedoch ruhig zugesehen, daß die beiden Lastwagen mit Dem RollkommanDo nach Klein-Katz weiterfuhren, um Dort Den Ueberfall auf Die zu einer frieDlichen Zusammen­kunft versammelten deutschen Menschen zu voll­führen.

Dabei seien zwei Deutsche durch zahlreiche Stichwunden verletzt und ein 60jähriger Deutscher so auf den Kops geschlagen worden, daß er blutüberströmt zusammen­brach. Fritz G r o e n aus Gdingen, ein junger strebsamer Mensch, habe nach fast 24stündigem Leiden die Augen für immer geschlof­fen. Er fei eingegangen zu den Märtyrern feines Volkstumes und zu den beiden tapferen Deutschen, die vor nicht langer Zeil in ©rau­ben) gleichfalls dem Wüten eines en(f ef f elf en Pöbels zum Opfer gefallen feien.

Wir können und wollen nicht das polnische Volk als solches für die Ausschreitungen einzelner, und

wenn sie noch so empörend gewesen sind, verant- wörtlich machen. Wir müssen jedoch erwarten, daß der berechtigten Erpörung der Deutschen von der polnischen Regierung Rechnung getragen wird.

Nachdem die Versammlung noch des in Posen ermordeten Deutschen Rieck gedacht hatte, fand die Trauerkundgebung mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes sowie mit der Führerehrung - ihr Ende. Vorher wurde noch folgende Entschließung bekanntgegeben:

Die Leiter der Ortsgruppen und Schulgemein­schaften des VDA. sowie die mit ihnen versam­melten Mitglieder der Ortsgruppen bedauern auf das tiefste den durch unverantwortliche Willkür und nationale Verhetzung herbeigeführten Tod unseres deutschen Volksgenossen Fritz G r o e n aus Gdingen. Sie versprechen in heißer Liebe, aber auch mit ruhiger Besonnenheit, allezeit treu zur Heimat zu stehen. Sie sind davon durch­drungen, daß das polnische Volk gleich ihnen diese verruchte Tat verabscheut und die Regierung d i e Schuldigen zur Rechenschaft ziehen wird."

Neue deutschfeindliche Ausschreitungen in Pommerellen.

Danzig, 17. April (DNB.) Auch i m Kreise Karthaus kam es zu Ausschreitungen gegen die deutsche Minderheit. In Egger st Hütte wurde eine öffentliche Versammlung der Jungdeutschen Partei von Angehörigen des Schützenoerbandes gesprengt. Die Polizei verhinderte weitere Aus­schreitungen. In P o 11 e n s ch i n drangen mit Gewehren bewaffnete und uniformierte Mitglieder des Schützenverbandes sogar in eine Versammlung des Raiffeisenverbandes ein und machten die Weiterführung der Versammlung unmöglich. In beiden Fällen wurden die Vorsitzenden der deutschen Organisationen durch Drohungen gezwun­gen, eine Entschließung z u unter­schreiben, in der für die Polen in Deutschland und Danzig die gleichen Rechte gefordert werden, die angeblich die deutsche Minderheit in Polen besitzt. In Neustadt wurde die Z e i t u n g s « träger in der Danziger Neuesten Nachrichten überfallen und ihr die Zeitungen zerrissen. Ferner wurden während der Uebungsstunde des evangelischen Kirchen (ho r s , die unter volizeilichem Schutz stattfand, Fensterscheiben der Uebungsstätte eingeschlagen.

Zeitungsbeschlagnahmen.

Das Organ der deutschen Minderheit in Pomme­rellen, dasPommereller Tageblatt", ist am Mittwoch erneut beschlagnahmt wor­den, nachdem bereits die Dienstag-Ausgabe der Be- schlagnayme verfiel. Beanstandet wurde eine rein sachliche Zusammenstellung von weiteren deutschfeindlichen Ausschreitungen in Pommerellen und sogar der Bericht der Amtlichen Polnischen Telegraphenagentur/über die Vorfälle. Auch dieDeutsche Rundschau" in Posen ist wegen ihrer Berichterstattung über die deutsch­feindlichen Ausschreitungen am Dienstag und Mitt­woch beschlagnahmt worden, obgleich sich die Deutsche Rundschau aus Gründen der Zensur jedes Kommen­tars enthalten hatte.

Kaffativnsklage der Verurteilten im Memel-prozeß.

K o ro n o, 17. April. (NDB.) Die Verteidiger sämtlicher Verurteilten im Memelländer-Pro^ haben gegen das Urteil des Kriegsgerichts Kassa- tionsklage beim Obersten Tribunal eingereicht. Nach litauischem Recht sind Kassationsgründe nur Verletzungen der Gesetze bzw. unzutreffende Aus­legungen der Gesetze, deren Vermeidung bei der Urteilsfindung ein anderes Urteil herbeiführen können.

Die Kassationsklage beanstandet die Anwendung des § 3, der die Vorbereitung zu einem bewaffneten Aufstand vorsieht; weder sei der Nachweis erbracht für eine Bereitstellung von militärischem Material für den Aufstand, noch seien vorbereitende Handlungen zur Beschaffung dieses Materials erfolgt. Dann wird die Heran­ziehung des Paragraphen 6, der sich auf das Be­stehen geheimer Verfchwörerorganisa-

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