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Deutsche Zreiballon-Meiflerschaften abgesagt

leisten können.

Die zweite Mannschaft spielte in Alten-Buseck 2:2. Sie war dadurch, daß zwei Mann den Zug ver­säumten, gezwungen, mit neun Mann zu spielen.

Weitere Ergebnisse: 1. Jugend Leih­gestern 8:1; 1. Schüler Sportfreunde Wetzlar 2:0^

Handball im DfB.-Reichsbahn.

Münchholzhausen VfB. Reichsbahn la 9:17 (3:11)*

Was die Handballer des VfB.-Reichsbahn in Münchholzhausen zeigten, verdient Anerkennung. Ein Kombinationsspiel mit entschlossenem Tor­schuß brachte schon in der ersten Halbzeit die klare Ueberlegenheit zum Ausdruck. Von den elf Toren der ersten Halbzeit waren neun klar herausge­spielte Chancen. Da zum Sturm noch eine einsatz­bereite Deckungsreihe vorhanden war, konnte der Gastgeber nur schwer zu Erfolgen kommen. Auch Fischer im Tor vollbrachte einige Glanzleistungen, besonders in der zweiten Halbzeit, als Münchholz­hausen alles auf eine Karte setzte, das Resultat zu verbessern. Die letzte Hälfte des Spieles war hart und kam spielerisch nicht auf die Höhe der ersten Halbzeit. Der Schiedsrichter mußte hier

I etwas schärfer durchgreifen.

** Justiz personalie. Ernannt wurde der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht in Ulrich­stein Heinrich B i t t o r f mit Wirkung vom 1. April 1935 zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht in Gießen. o, ,

** Ein Siebzigjähriger. Am heutigen Montag, 18. Februar, kann der Werkmeister i. R. Wilhelm Werner, Wernerwall 29 wohnhaft, nach arbeitsreichen Jahren seinen 70. Geburtstag be­gehen.

** Fahrplanänderungen. Zur Herstel­lung des Anschlusses an den Samstags verkehren­den Personenzuq 1727 WetzlarGießen, Gießen an 13 35 Uhr, verkehrt der Personenzug 798 w Gie­ßenButzbach, Gießen ab 13.32 Uhr, nur Sams­tags 7 Minuten später, also Gießen ab 13.39 Uhr, Bützbach an 14.08 Uhr. An den übrigen Werktagen verkehrt Personenzug 798 GießenButzbach, wie seither, Gießen ab 13.32 Uhr. Personenzug 787 W GießenNiederwalgern verkehrt von jetzt ab regel­mäßig eine Minute später, also Gießen ab 13.39 Uhr, Niederwalgern an 14.02 Uhr.

Im Kampf mit den Sturmböen.

Vier Ballone losgerissen.

Von der Organisations- und Sportleitung wird mitgeteilt, daß bei der Füllung der Ballone am Samstagabend starke Böen auftraten. Gegen 23 Uhr wurden vier Ballone, die zu einem Drittel

Reichsstatthalter Sprenger begrüßt die Teilnehmer.

Als Auftakt für die Freiballon-Meisterschaft fand am Freitagabend im Festsaal desAlten Palais" der Empfang der Freiballonfahrer durch den Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger statt. Neben den Teilnehmern waren erschienen Gauleiter Sprenger und Staatsminister Jung mit ihrer Begleitung, als Vertreter des Reichs­luftfahrtministers Kommodore Baur de Petaz sowie Geheimrat W. v. Opel, der Neffe des Führers Wilhelm Hitler und die Mitglieder des Organi­sationsausschusses mit Verwaltungsdirektor Löwer

Leibesübungen sollen Lebensgewohnheiten werden. Der Reichssportführer teilt mit, daß das SportamtKraft durch Freude" vom 20. bis 27. Februar eine großangelegte Werbewoche durchführt. Jeder Volksgenosse, der den Leibesübungen noch remd gegenübersteht, soll während dieser Zeit ko­tenlos an Sportkurfen teilnehmen können. Nach Ablauf dieser Woche sind die Ge­bühren auf 20 Pfennig für weniger verdienende Volksgenossen nur 10 Pfennig festgesetzt, so daß ie wohl jeder aufbringen kann. Die Leibesübungen ollen zu einem Stück Lebensgewohnheit werden, die den Feierabend ausfüllt.

Nordhessische Handball-Gauliga.

Die drei führenden nordhessischen Mannschaften konnten ihre sonntäglichen Spiele siegreich gestalten. Die Casseler Turngemeinde siegte über den Lokal­gegner Tura mit 7:6 und verteidigte mit 20:4 Bunkten die Spitze. Tuspo 86/09 Kassel war in Gie- ;en zu Gast und brachte der einheimischen Spvg. 1900 mit 13:4 (6:2) eine katastrophale Niederlage bei, mit der Gießens Meisterschastsaussichten end­gültig vorbei sind. Tuspo Kassel steht mit 18:6 Punkten an zweiter Stelle, gefolgt von Tuspo Bet­tenhausen mit 16:6 Punkten. Die Bettenhäuser wa­ren über Kurhessen Kassel mit 4:3 erfolgreich. Im vierten Spiel des Tages schlug der TV. Eschwege den vorjährigen Gaumeister TV. Wetzlar mit 7:4.

Die erste Niederlage von Hanau 93.

Die Fußball-Punktspiele in Rordhessen.

Das interessanteste Treffen der sonntäglichen Fuß­ball-Meisterschaftsspiele im Gau Nordhessen war die Begegnung des vorjährigen Gaumeisters Bo­russia Fulda mit dem bisher in ganz Deutschland einzig ungeschlagenen Verein, dem Tabellenführer Hanau 93. Die Hanauer mußten in Fulda ihre erste Niederlage einstecken, die mit 0:1 (0:1) aller­dings recht knapp ausfiel. Ihre Meisterschaftsaus­sichten haben sich durch diese Niederlage etwas ver­schlechtert, denn die 93er müssen aus zwei Spielen noch drei Punkte erringen. Die übrigen Spiele hatten weder für die Meisterschaft noch für den Abstieg eine Bedeutung. Der Spielverein Kassel verlor in Friedberg etwas unverdient 1:0 (1:0), und Kassel 03 fertigte zu Hause Hessen Hersfeld sicher mit 5:1 (4:1) ab.

Fußballergebnisse aus anderen Gauen.

Gau Südwest: FSV. Frankfurt Spfr. Saarbrücken 2:1; FK. Pirmasens Borussia Neunkirchen 3:2; Phönix Ludwigshafen Kickers Offenbach 3:2; Saar 05 Saarbrücken Union Niederrad 2:5.

Gau Bayern: ASV. Nürnberg Jahn Re­gensburg 3:2; FC. Schweinfurt 05 Spvg. Fürth 2:0; BC. Augsburg Bayern München 1:3.

BfB-R. - Ockershausen unentschieden 1:1.

Das Spielfeld war leider in schlechter Verfassung. Die Ockershäuser fanden sich mit dem Boden besser ab und konnten das Spiel durch ihre steile Spiel­weise leicht überlegen gestalten. Den Torchancen nach hätten die Hiesigen das Spiel gewinnen müs-

Die für den Sonntag in Darmstadt ausgeschrie­benen Deutschen Freiballon-Meisterschaften hatten ein Rekord-Meldeergebnis von 17 Teilnehmern er­fahren, zu denen sich noch drei Ballone außer Konkurrenz gesellten. Leider mußte der Wettbewerb, der als Ausscheidungsrennen für den Gordon- Bennett-Flug gelten sollte, in der Nacht zum Sonn­tag abgesagt werden. Die Neuansetzung erfolgt in einigen Wochen.

Schließlich gab der Heimatdichter Diez noch nahezu zwei Dutzend der lustigsten Schnurren manchmal herzlich-derber Humor zum Besten, die die Zuhörer nicht eher aus dem Lachen entließen, bis der Vortragende endgültig die Bühne räumte.

Einen lustigen Abschluß fanden die mundartlichen Darbietungen des Abends durch Georg Heß, der angesichts der aufgeräumten Stimmung nicht auf einen Lorbeeren auszuruhen vermochte und in Hüttenberger Mundart von der innigen Verbunden­heit zwischen Diez und ihm sprach. Seine beschwingte Rede endete damit, daß sich beide zum Schluß mit großer Geste gegenseitig in die Arme fielen. Frl. Lore Strauch trug zur Bereicherung des mund­artlichen Teils des Unterhaltungsabends mit zwei hübschen Gedichten bei und fand dafür ebenfalls herzlichen Beifall.

Dr. Michel beschloß den anregenden Abend mit dreifachemSieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsam gesungenen Horst-Wessel-Lied. Tanz volkstümlichen Gepräges, von Karl B e n k humor­voll inszeniert, ließ den Abend ausklingen.

Jahreshauptversammlung desHubertus" Gießen (im RdH )

Am Samstag fand im Saale des Hotels , Schütz die außerordentlich gut besuchte Jahreshauptver­sammlung desHubertus" Gießen statt.

Der Vereinsführer gab zunächst seiner Freude darüber Ausdruck, zwei erfahrene und vorbildliche Jäger und zugleich treue Mitglieder als Jäger­meister begrüßen zu können, und zwar Oberforst­meister Nicolaus als Gaujägermeister für Ober­hessen und Kreisjägermeister für den Kreis Gießen und Förster R i ch t b e r g als Kreisjägermeister für den Kreis Alsfeld. Er wünschte ihrer Arbeit vollen Erfolg. Auf die Dankesworte des Gaujäger­meisters, der darin ausführte, daß die Arbeit nur mit voller Unterstützung der Jägerschaft geleistet werden könne, gab Vereinsführer Pascoe unter dem Beifall der Versammlung die Versicherung ab, daß die Hubertusmitglieder und die Vereinsführung zu jeder Mithilfe bereit feien, damit das Werk voll­endet werde, das alle guten Jäger schon so lange ersehnten.

Der Vereinsführer erstattete sodann den Jahres­bericht, der das Bild einer außerordentlich regen Vereinstätigkeit bot und vor allem auch durch einen

an der Spitze.

Der Herr Reichsstatthalter ließ sich die Teilneh­mer von der Ortsgruppenleitung des Deutschen Luftsportverbandes Dr.-Jng. Mörath persönlich oorstellen und begrüßte jeden einzelnen mit Hand­schlag. Er führte dann u. a. aus:Namens des Schirmherrn der Wettfahrt, des Reichsluftfahrt­ministers Reichsminister Göring, begrüße ich Sie auf das herzlichste. Er hat mir aufgetragen, seine Grüße zu übermitteln und bedauert unendlich, daß er der Einladung nach Darmstadt nicht hat Folge leisten können. Ich begrüße Sie als Reichsstatt­halter in Hessen, und es gereicht mir zur besonde­ren Freude, daß diese Wettfahrt von Darmstadt ausgeht, wo die deutsche Fliegerei von jeher großes Entgegenkommen gefunden hat. Wie sie wissen, bemüht 'sich die Technische Hochschule in Darmstadt ganz außergewöhnlich, der Luftfahrt die besten Dienste zu leisten und alle Kräfte in den Dienst der Fliegerei und den Flugsport überhaupt zu stellen.

Meine Herren, ich weiß, daß bei diesem Wett­bewerb für Sie ungeheure Anstrengungen bevor­stehen. Sie werden Ihre Kraft um so mehr an­spannen, da beim Erfolg die Aussicht besteht, an dem größeren Wettbewerb, dem Gordon-Bennett- Rennen, teilzunehmen. Wenn es Ihnen draußen auf der Strecke morgen einmal schlecht geht, dann beißen Sie die Zähne zusammen und denken Sie an unser großes Vorbild Adolf Hitler, dann wird es wieder gehen."

Die Anwesenden stimmten dann begeistert in das ,Sieg-Heil" auf den Führer ein und begaben sich dann in die Darmstädter Festhalle, wo drei neue Segelflugzeuge auf die NamenSprenger",W. Merck" undGroenhoff" getauft wurden.

gefüllt waren,Nordmark",Bielefeld",Herford" undDortmund", aus den Netzen gerissen, wobei ein SA.-Mann durch Oberschenkelbruch verletzt wurde. Die weitere Füllung wurde unterbrochen^

Wegen des starken Sturmes waren die Hatte- mannfchafken auf das Doppelte der normalen Zahl verstärkt worden. Einzelne Ballone waren sogar an Lastkraftwagen verankert.

Die Sportleitung hatte um 19.45 Uhr angeordnet, daß sich an jedem Ballon der Führer oder Ballon- meister aufhalten müsse. Nachdem sich das Wetter vorübergehend gebessert hatte und anscheinend eine völlige Beruhigung eintrat, setzten gegen 1.30 Uhr früh plötzlich neue heftige und bis zu 90 Grad in der Richtung wechselnde Sturmböen ein, die den großen BallonGraf Zeppelin" den Händen der sich mit äußerster Kraft wehrenden Haltemann­schaften entrissen und auf den Nachbarba.llon Union" zutrieben, der ebenfalls mitgerissen wurde; obwohl der Ballonmeister die Reißleine derUnion" zog, wurde der Ballon einige Meter in die Höhe geworfen.

Unglücklicherweise halle sich der 34jährige S2L- ZHann Hans Pellljean aus Darmstadt in den Waschen des Rehes verfangen und wurde in die Höhe gerissen. Er stürzte aus einigen Weter Höhe ab, wobei er einen Wirbelsäulen­bruch davontrug und auf der Stelle starb.

Die gleiche Sturmbö hatte noch zwei weitere Bal­lone erfaßt, deren Reißleinen jedoch automatisch funktionierten. Daraufhin ließ die Sportleitung sämtliche Ballone aufreißen, um weitere Unfälle zu verhüten. Die Sturmböen waren so stark, daß in der Nähe des Startplatzes zahlreiche Bäume entwurzelt wurden.

Nach dem ersten Zwischenfall hatte die Sport­leitung gehofft, die Wettfahrt nach den strengen Vorschriften der Gordon-Bennett-Konkurrenz doch noch zum Austrag bringen zu können. Aber nach dem tödlichen Unfall wurden die Deutschen Mei­sterschaften verschoben.

Die Sportleitung sprach den Haltemannschaften und dem Sanitätspersonal für ihr aufopferungs­volles Verhalten wärmste Anerkennung aus. Mit dem Reichsstatthalten und Gauleiter Sprenger stattete am Sonntagvormittag die Organisations­und Sportleitung den drei Leichtverletzten im Darmstädter Krankenhaus einen Besuch ab. Der drei Hinterbliebenen des im Dienst verunglückten SA.-Mannes wird sich die Wettbewerbsleitung an- nehmen.

Der Ballonschaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Ausreißer sind bis auf zwei bereits zurückge­bracht worden. Sie waren kilometerweit abgetrie­ben worden.

Auch Zugspihflug verschoben.

Das gleiche Schicksal wie die Deutsche Freiballon- Meisterschaft erlitt auch der Zugspitzflug. Die Wind­geschwindigkeit auf dem Münchener Flugplatz Ober­wiesenfeld betrug bis zu 130 Stdkm., so daß die Flugl'eitung für alle Maschinen Startverbot erlassen mußte. Es ist beabsichtigt, den Flug am Montag oder am Dienstag nachzuholen.

ganz besonders guten Besuch aller Versammlungen gekennzeichnet war, ein Zeichen dafür, daß die Mit­glieder in ihnen die Anregungen fanden, die sie uchten. Besonders hervorzuheben ist dabei, daß die Umstellung des Vereins aus der Tätigkeit eines all­gemeinen Jagdvereins auf die eines Gebrauchs­hundevereins nur einen verschwindend kleinen Mit­gliederverlust nach sich zog. Für dieses Treuebe­kenntnis dankte der Vereinsführer besonders.

Die Kassenprüfung ergab keine Anstände, so daß dem Vereinsführer und dem Schatzmeister Ent­lastung erteilt werden konnte. Oekonomierat Hoff­mann unterstrich dabei besonders die Verdienste des Vereinsführers, während Fabrikant Rinn der Tätigkeit des Schriftführers, Studienrat H ö l z e l, besondere Anerkennung zollte.

Die seitherigen Satzungen mußten durch neue, entsprechend der veränderten Zielsetzung und dem Führerprinzip, ersetzt werden. Der vom Vereins- ührer vorgelegte Entwurf wurde einstimmig an- zenommen.

Die Führerneuwahl ergab einstimmige Wieder­wahl des Vereinsführers August Pascoe, zu einem Stellvertreter wurde Dr. van Bentheim leftimmt. Der Vereinsführer berief als Schriftfüh­rer Studienrat H ö l z e l, als Schatzmeister Regie­rungsrat Frhr. Schenck zu Schweinsberg.

Das Jahresprogramm sieht u. a. eine Verbands­jugendprüfung am 13. April und eine Verbandsge­brauchsprüfung am 27: und 28. September vor. Für die 1 Welthundeausstellung, die am 26. bis 28. April in Frankfurt stattfindet, und eine Ausstel­lung ganz besonderer Art sein wird, wurden durch die Versammlung zwei Preise bewilligt, und zwar für den besten Rüden und die beste Hündin der Jagdgebrauchshundeklasse, stammend aus Zucht im Gau Hessen-Nassau. Der Vereinsführer selbst ist durch die Fachschaft Deutsch-Drahthaar (im RDH.) zum Sonderleiter der Drahthaar-Ausstellung be­stimmt worden.

Der Jahresbeitrag wurde herabgesetzt, von der Erhebung eines Eintrittsgeldes für die Zukunft ab­gesehen, um Freunden des deutschen Gebrauchs­hundes die Mitgliedschaft zu erleichtern.

Im Anschluß an die geschäftlichen Verhand­lungen berichtete Pascoe kurz Über den Verbands­tag der Fachschaft Jagdgebrauchshundewesen in Berlin, während Hälzel anschließend ÜberDie gegenwärtige Lage der jagdlichen Gesetzgebung" sprach. Ausgehend von der Tatsache, daß sowohl bei Pächtern wie Verpächtern eine große Unkennt­nis der Gesetzesvorschriften herrsche, behandelte er vor allem die Ueberleitungsvorschrift Hessens vom 9. Januar 1935 in ihren Auswirkungen. Die durch viele Beispiele aus der Praxis unterstützten Erläu­terungen fanden größtes Interesse, wofür eine leb­hafte Aussprache Zeugnis ablegte, und wurden mit großem Dank begrüßt.

Mit einemHorrido" auf Reichsjägermeister, Weidwerk undHubertus" schloß der Vereinsführer die ergebnisreiche Sitzung.

Vornotizen.

Tageskalender für Montag. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd: 20.30 Uhr im Studenten­heim, Leihgesterner Weg, Mitgliederversammlung. Amt für Beamte, Kreis Gießen: 20 Uhr im Cafö Leib Schulungsveranstaltungen des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Kreis Gießen. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Abschiedswalzer". Sticke­rei- und Spitzen-Werkschau: 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz.

sen. Die Stürmer überboten sich aber im Auslassen von Erfolgsgelegenheiten. Für ihr aufopferndes Spiel verdienen beide Mannschaften ein Gesarntlob.

Die Gießener spielten mit Janz, Göbel, Schwarz, Lehrmund, Knauß, Heß, Wagner, Ranft, Hauptfeld, Fehling, Ritter. Janz lieferte ein gutes Spiel. Göbel, der neue Mann, war überragend. Schwarz ist ein guter Zerstörer. Die Läuferreihe bewies erneut, daß sie der konstanteste Mannschaftsteil ist. Hauptfeld ist kein Sturmführer. Die Stürmerreihe fand sich nichts Die Leistung des Schiedsrichters war gut.

Ockershausen hat Anstoß, der von Knauß abgefangen wird. Der Gegenangriff der Hiesigen wird geklärt, und schon vergibt der Rechtsaußen dadurch, daß er in die Erde trat, eine Torgelegenheit. Ockershausen drängt. Ecken von links und rechts können die Gäste nicht verwerten. Dann fällt überraschend das Füh­rungstor für die Gastgeber. Wagner verwandelt durch Kopfstoß, für den gegnerischen Tormann un­haltbar. In der Folge rufen die Gäste gefährliche Situationen im Strafraum hervor. Ein Alleingang Fehlings, der bedrängt daneben schießt, beendet die Drangperiode der Ockershäuser. Plötzlich ist Haupt­feld durch, er umgeht den Verteidiger, plaziert abev den Ball auch neben das Tor. Eine Ecke für Ockers­hausen. Göbel stoppt den Ball ab und gibt zurück zu Janz, der zu spät die Situation erfaßt und dem nachsetzenden Mittelstürmer den Ausgleich gestattet

Nach der Pause sind die Ockershäuser stark über­legen. Trotzdem haben die Gießener kurz hinter­einander zwei Torchancen, aber auch jetzt können Fehling und Ranft das leere Tor nicht finden. Scherer, die treibende Kraft im Ockershäuser Sturm, versucht auf eigene Faust dem Spiel eine Wendung zu geben. Seine Alleingänge bleiben aber im Schlamm stecken. Bei einem Kampf um den Ball im Mittelfeld läßt sich Knauß zu einer Unsportlich­keit hinreißen und muß das Feld verlassen. Trotz der zahlenmäßigen Schwächung der Gießener kom­men die Ockershäuser zu keinem Erfolg. Das End­ergebnis entspricht dem Spielverlauf.

Ausgelassenheit noch zu steigern vermochten. Zwi­schen zwei ansprechenden tänzerischen Leistungen von Elfriede Schmidt sang Richard Stahl bei­fällig aufgenommene Rheinweinlieder. Eine beson­dere Freude bereitete das Musikkorps im zweiten Teil seiner Darbietungen mit zwei Solls für Xylo­phon" und zwar von RiedelsHerzklopfen" und PetersZirkus-Renz-Galopp", wobei der Reichs­wehrsoldat D o h m e n als Solist auftrat. Die Stim­mung erreichte ihren Höhepunkt, als nach denLie­dern einer Liebesnacht" vertraute Weisen vom Rhein bis zur Donau, Studenten- und vor allem Sol­datenlieder vom Musikkorps zum Vortrag kamen. Obermusikmeister K r a u ß e mußte immer wieder Zugaben bringen, damit dasSchunkeln" nicht zu kurz kam.

Es war ein Abend voll heiterster Laune und an­geregtester karnevalistischer Stimmung. Die Veran­stalter können mit dem Erfolg zufrieden fein.

Oie Stickerei Werkschau in Gießen.

Zur Stickerei-Werkschau des Reichsbunds Volks­tum und Heimat wird uns von dessen Ortsring­führer geschrieben:

Die Stickerei-Werkschau, die der Reichsbund Volkstum und Heimat zur Zeit im Turmhaus am Brand veranstaltet, erfreut sich eines äußerst regen Besuches aus allen Bevölkerungsschichten unserer Stadt und der umliegenden Orte. Schon über 700 Erwachsene und über 1000 Kinder statteten dieser wertvollen Ausstellung ihren Besuch ab.

Weitaus die meisten Arbeiten entstammen der ehemaligen Stickereiklasse der Zeichenakademie in Hanau; sie war eine der wenigen Stätten, die sich zu Ende des 19. Jahrhunderts um die Erhaltung des kostbaren Formenschatzes und der Arbeitstech­niken altdeutscher Stickereikunst bemühten. Seit 1907 ist diese Stickereiklasse in Hanau geschlossen, und es ist das Verdienst von Frl. P e f e I e r, Stickereimeisterin in Hanau, den Wert der damals geleisteten Arbeit für eine Wiederbelebung der künstlerisch wertvollen und handwerklich gediegenen Handarbeit erkannt und zugleich in die Praxis um­gesetzt zu haben.

Es wurde schon in dem Bericht über die Er­öffnungsfeier eine Uebersicht über die reichhaltige Ausstellung gegeben: feinste Kreuzstich- und Hol- beinmufter, die aus bäuerlicher Hauskunst stammen, altdeutsche Rotstickereien in erstaunlicher Vielfalt, reizvolle Spitzenstich- und Durchbrucharbeiten, Nadel­malereien, Goldstickereien, Klöppelspitzen usw. Mo­derne Gebrauchsgegenstände, wie Kragen, Mund­tücher, Kissenplatten, Läufer u. a., zeigen die An­wendung der alten Techniken und geben einen Be­griff von der großen künstlerischen Bereicherung, die Gegenstände des täglichen Gebrauchs erfahren können, wenn an Stelle mechanischer Vervielfälti­gung die Wiederanknüpfung an ererbtes Kulturgut tritt.

Seit gestern wurde die Ausstellung noch durch zwei große japanische Wandbehänge bereichert, die durch ihre reizenden Farbtöne sehr gefällig wirken. In der Feinarbeit steht jedoch die deutsche Nadel­

malerei weit über der japanischen.

Die Ausstellung will keine museale Schau fein, sondern verwandte schöpferische Begabungen an- regen und kann daher allen Frauen und Mädchen warm empfohlen werden. Um auch den wirtschaft­lich schwachen Volksgenossen den Besuch zu ermög­lichen, wurde der Eintrittspreis auf nur 10 Pfennig festgesetzt. Angehörige von Erwerbslosen haben freien Zutritt. Die Ausstellung ist noch bis ein­schließlich Sonntag, 24. dieses Monats, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Eine fachkundige Führerin steht jeweils zur Verfügung.

Ein Abend Humor beim Reichsbund Volkstum und Heimat.

Mitglieder und Freunde des Reichsbundes Volks­tum und Heimat fanden sich am Samstagabend zu einer Veranstaltung im Katholischen Dereinshaus ein, die ganz im Zeichen heimatlichen Geistes stand. Insbesondere kam der Humor zu feinem Recht.

Der Ortsringführer Lehrer Dr. Michel hielt einleitend eine launige Ansprache, in der er darau hinwies, daß der Re'ichsbund Volkstum und Heimat kein Muckerbund fei, sondern auch den deutschen Humor pflegen wolle, weil wir ja alle wüßten, daß der Humor eine sehr wesentliche deutsche Wesens­art ist.

Den Auftakt der wohlgelungenen Veranstaltung bildete derRadetzky-Marjch", vom hiesigen Volks­tanz kreis getanzt. Bei den Darbietungen des Tanzkreises waren die verschiedenartigen Gegen­überstellungen interessant. So sah man hinterein­ander einenSchwedisch-Schottisch", der im Rhein­land zum Teil noch getanzt wird, ferner einen märkischen Tanz und schließlich einen böhmischen Volkstanz. Die einzelnen Tänze ließen die ver­schiedenen Temperamente erkennen und gefielen durch ihren Figuren-Reichtum. Mit besonderem Interesse verfolgte man bann vier hessische Tänze, einen Schwälmer Tanz, einen Wald-Schottisch, einen Spott-Tanz auf die Müller und schließlich noch ein kleines Tänzchen auf den bekannten Spruch:Es geht nichts über die Gemütlichkeit . Karl Benk, der Leiter des Tanzkreises, der sich auch als Ansager für den Abend glänzend bewahrte, erwies sich ferner als Sänger und wußte mit einigen humorvollen Liedern (die zum Teil von den Zuhörern mitgesungen wurden) sehr gut zu gefallen. Selbstverständlich durfte auch einer der drastischen Rüpeltänze" nicht fehlen. Sehr lustig waren das mimische Tanzspiel von den sieben Schwaben und das folgende Lied von den schwäbischen Musikanten. Unterstützt wurden diese beiden Darbietungen be­sonders durch die originelle mittelalterlich-bäuerliche Kleidung der Mitwirkenden. DerTanzkreis wartete schließlich noch mit drei nordischen Tanzen au Lange Reihe",Ballett-Quadrille undDer fünfte9 Junae") und beschloß seine Darbietungen mit zwei Tänzen nach Musik von Johann Str ß (Annenpolka" undMädchenwalzer ). Be allen Darbietungen fiel angenehm auf, daß sich Die JJni- glieder der Gruppe einer außerordentlich svrgsaltt- gen Interpretierung befleißigten und damit ihre im Stillen geleistete unermüdliche Arbeit unter Be- elne^ftarfe eigene Note erhielt der Abend durch die Anwesenheit des hessen-nassauischen Heimat­dichters Rudolf Diez, der, ein rüstiger und humor­voller 72jähriger Mann, im Laufe des Abends mit einer Fülle der prächtigsten Schnurren in hesien- nasfauifcher Mundart aufwartete. Von seinen vielen prächtigen kurzen Gedichten wurde Zunächst die Parodie auf das Scheffelsche LiedBehüt dich Gott, es wäre Jo schön gewesen" viel belacht, in der er die verschiedensten deutschen Mundarten Revue pa - fieren ließ. In einem sinnigen Gedicht gedachte er ferner der zwei Millionen Gefallenen des Weltkriegs und bewies damit, daß die Mundart durchaus ge­eignet ist, auch feinste Gefühlswerte und ernste Gedanken auszudrücken. Feiner Humor sprach wie­derum aus feinemWörterbuch" und aus dem Ge­dichtIm Lande zwischen Dill und Rhein".