Nr.Hl Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Montag, !8. Zebruar 1955
Schaufenster-Wettbewerb. Auftakt zum Reichsberusswettkamps
Kundgebung auf dem Marktplatz. — Gute Leistungen im Wettbewerb. Die Arbeit der Prüfungskommissionen.
Die Hitler-Jugend, die in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront in diesem Jahre zum zweiten Male den Reichsberufswettkampf durchführt, eröffnete am gestrigen Sonntag auch in unserer Stadt diese große Heerschau beruflichen Könnens des Nachwuchses mit dem Schaufenster-Dekoratlons-Wett- bewerb.
Am Sonntagvormittag fand im Haus der Deutschen Angestelltenschaft (DAF.) in der Lonystraße eine letzte orientierende Sitzung von Betriebsführern und Betriebsgefolgschaftsmitgliedern, die sich
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Textilgeschäft (dekoriert von H. G e i ß).
zu Prüfungskommissionen zusammengefunden hatten, statt. Den eigentlichen und äußeren Auftakt fand der Reichsberufswettkampf mit einer
Eröffnungskundgebung auf dem
uns, alles für Deutschland!" schloß der Redner seine Ausführungen. Mit dreifachem „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und den Reichsjugendführer sowie mit dem Liede der HI., „Vorwärts, vorwärts", fand die Kundgebung ihr Ende.
Der Schaufenster-Dekoraüons- Wettbewerb.
Der Wettbewerb war sehr sorgfältig vorbereitet. Die Wertung der einzelnen Leistungen geschah nach genauer Abwägung der möglichen Leistungen. Die Teilnehmer am Wettbewerb waren durchweg Lehrlinge bzw. Junggehilfen, die entsprechend ihrer Lehrzeit in verschiedenen Leistungsklassen (I, II und III) eingeteilt waren und auch entsprechend bewertet wurden. Ferner hatte man noch eine Unterteilung nach Fachgruppen vorgenommen. Für die Beurteilung der einzelnen Leistungen hatten sich durchweg Fachleute zur Verfügung gestellt, die in drei voneinander getrennten Kommissionen ihres Amtes walteten. Jede dieser Kommissionen setzte sich aus drei Mitgliedern zusammen, die unabhängig voneinander ihre Wertungen trafen.
Die Wertung erfolgte nach vier verschiedenen Gesichtspunkten, und zwar nach Idee und Planung, nach Beurteilung der Anwendung von Dekorationsmitteln, nach der technischen (handwerklichen) und künstlerischen Ausführung und nach der Werbewirkung. Bei der Wertung im einzelnen mußte dabei berücksichtigt werden, daß die Dekorationen meist von Lehrlingen erstellt werden mußten, die in der Dekoration noch keinerlei wesentliche Erfahrungen gewinnen konnten. Zu berücksichtigen waren ferner die mancherlei Schwierigkeiten, die sich aus der häufigen räumlichen Beschränkung ergaben und bei verschiedenen Branchen mit' den zur Verfügung stehenden Waren ein großer äußerer Eindruck nur schwer erreichbar sein konnte.
Ein Rundgang durch die Stadt, der vor der eigentlichen Prüfung der einzelnen Schaufenster durch die Prüfungskommissionen stattfand, ergab zunächst den Eindruck, daß das allgemeine geschmackliche Niveau recht erfreulich war, daß verschiedene Fenster eine sehr feine und sehr geschmackvolle Ausstattung erfahren hatten. Wenn auch da und dort — abgesehen von einem Plagiat — die helfende Hand der Erfahreneren spürbar war, so fühlte.man doch auch, wie die Lehrlinge sich selbst um eigene Ge-
man mit großer Liebe und mit Sorgfalt den Arbeiten der Lehrlinge gerecht zu werden bemüht war.
Das Ergebnis der Wertung.
Auszeichnung mit Ehrenurkunde.
Gruppe I (Eisen-, Stahl- und Haushaltwaren, Glas- und Porzellanwaren, Beleuchtungs- und Elek- trowaren, Möbel, Teppiche, Tapeten und Linoleum): Hans Lerch und Ludwig Häuser bei I. B. Häuser, Neustadt. Karl Volk bei Gebrüder Schmitt, Seltersweg 77; Erna Fink bei Ad. Reinig, Seltersweg 30.
Gruppe II (Bekleidungsgegenstände und Textilien, hierunter neben Schuh- und Lederwaren auch Lurus- und Galanteriewaren): E. Schimmel bei C. Röhr & Co., Bahnhofstraße 44, H. G e i ß bei H. Kaeß, Nachfolger, Kreuzplatz 15; Liefe! Schäfer bei Franz Bette, Mäusburg 10; Irma Bender bei Schuhhaus Neumeyer, Sonnenstraße 20.
Gruppe III (Kolonialwaren, Nahrungs- und Genußmittel, Drogen, Chemikalien, Seifen): H. Schmück bei August Wallenfels, Marktplatz 17.
Sehr gute Leistungen.-
Gertrud Schäfer bei Chr. Arnold, Bahnhofstraße 31; Fr, Vonderheid und K. Weidig bei Otto Täubert, Seltersweg 70; A. Engel bei Emil Jöckel in Reiskirchen, Hauptstraße; A. Mün- n i ch bei Textilhaus Graf, Marktstraße 4/8; W. Kühne bei H. Lehmbecker, Seltersweg 73; R. Klotz bei W..Lr G. Schuchard, Seltersweg 44; Hilde Heck bei Julius Bach, Seltersweg/Plockstraße; Fr. Jung bei Th. Köhler, Seltersweg 17.
Gute Leistungen:
K. Andermann bei Karl Hensel Nachf., Walltorstraße 10; F. Dunkel bei H. Hochstätter, Brandplatz 1; W. S«ch mitt bei Edgar Borrmann, Neustadt 5; Erna Mähler bei Ad. Reinig, Seltersweg 30; Elsbeth LeiÄner bei Heyd & Sohn, Seltersweg 12; H. Hübner bei Ad. Plack, Neuen Bäue 17; H. R ü h l bei C. Schwaab, Seltersweg 19; H. Erk bei Möser G. m. b. H., Seltersweg 38; H. ©ulfe, Emmericher Waren-Expedition, Seltersweg 49; G. Troß bei Germania-Drogerie, Frankfurter Straße 39; Irmgard Ludwig bei Fritz Magnus, Seltersweg 33; O. Dörr bei Fr. Vogt 8- Co., Seltersweg 44; O. Schultheiß bei Kurt Holderer, Seltersweg 85; L. Rabenau bei Kaiser-
Das Schaufenster eines Feinkostgeschäftes (dekoriert von H. Schmück).
magazin, Bahnhofstraße 33; L. Mohr bei E. R. Niederhausen, Bahnhofstraße 49.
Oer Leiter des Kreisgruppenamts Mertes
gab noch eine kurze zusammenfassende Betrachtung, wies auf den Sinn der im Schaufenster-Wettbewerb geleisteten Arbeit hin und dankte allen, die zur Durchführung behilflich waren. Er gab noch bekannt, daß die dekorierten Schaufenster während dieser Woche zu sehen sein werden und teilte ferner mit, daß die mit den Ehrenurkunden ausgezeichneten Wettbewerbsteilnehmer die künstlerisch ausgestalteten Ehrenurkunden umgehend zugestellt erhalten. Mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler fand der Schaufenster-Wettbewerb und die Arbeit der Prüfungskommission ihren Abschluß.
Am Abend fand eine kurze Rundfahrt statt, bei der man sich von der Wirkung der Schaufenster bei künstlicher Beleuchtung überzeugen konnte. Verschiedene Schaufenster erfuhren dabei eine wesent
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Marktplatz.
Eine Gefolgschaft der HI. und Mädels vom BdM.
gebracht
Die Eröffnung^kundgebung auf dem Marktplatz. — (Aufn.: Photo-Pfaff.)
Hüte! Wirkungsvolle Dekoration von R. Klotz.
1535: ter und
Klare Gestaltung als Schaufenster (dekoriert von L. Häuser).
liche Steigerung ihrer Werbewirkung und hinterließen den besten Eindruck.
Soweit es im Laufe des gestrigen Sonntags zu beobachten war, konnte festgestellt werden, daß die im Wettbewerb ausgestatteten Schaufenster sich der besonderen Aufmerksamkeit des Publikums erfreuten.
Eine der besten Dekorarionen des Wettbewerbs (hergestellt von E. S ch i m m e l).
Aufruf!
Kameraden des Bannes 116!
Wiederum wie im Vorjahre hat die Reichsjugendführung in Verbindung mit der Deutschen Arbeitsfront zum
2. Heichsberufswetttampl.
aufgerufen, hier soll gezeigt werden, daß die Hitler- Jugend bestrebt ist, den Grundsatz der Leistung auf den besonderen Bereich des Berufes zu übertragen. Deshalb sehen wir alles daran, um die Förderung der beruflichen Ertüchtigung zu erwirken. Die Erziehung zur beruflichen Auslese muß dringlich befolgt werden, um genügend Facharbeiter für alle Zukunft heranzubilden. Der hitlerjunge zeichnet sich da allein durch seine Einsatzbereitschaft aus. Daher gibt es nur einen ehernen Grundsatz, nach dem die Jugendbewegung Adolf Hitlers gewertet und gesichert wird:
Die Leistung für die Gemeinschaft!
Darum Kameraden der HI.! Beteiligt euch am
Reichsberufswettkampf!
Der Führer des Bannes 116: heim, Vannführer.
Reichsstaithatter Sprenger besucht die Berliner Hessen.
Der Landsmannschaft der Hessen in Berlin wurde — wie man uns aus Berlin berichtet — am Donnerstag eine außergewöhnliche Ehrung zuteil. Zu ihrem „Hesseabend" im Hotel „Russischer Hof" war Reichsstatthalter Sprenger erschienen. Nach Begrüßung durch Oberfinanzrat Schäfer, Vereinsführer der Landsmannschaft, der dem Reichsstatthalter für die hingebende, selbstlose Aufbauarbeit zum Wohle des Hessenlandes dankte, sprach Reichsstatthalter Sprenger als einer der größten Gefolgsmänner des Führers. Mit Beifall wurden feine Worte vom innersten Wesen des Nationalsozialismus, über die Volkslumsarbeit, die nur in der heimatlichen Scholle die besten Wurzeln zum Blühen und Gedeihen unseres Vaterlandes findet, ausgenommen. Geht hinaus in die Felder zum ackernden deutschen Bauern, wenn ihr in der Großstadt die Heimatnähe verliert. Ihr fühlt's mit dem Herzen, wenn es der Verstand nicht begreifen will, rief Sprenger seinen Hessen zu.
Ein flottes Programm, Lieder, Tänze, heimatliche Mundart unter Mitwirkung von Rest Langer (Rezitationen), Käthe P ü r s ch e l (Lautenlieder), Ilse Richter (deutsche Tänze), Blaß (nationalsozialistische Dichter Annacker, Baldur von Schirach u a.) und von einigen Mitgliedern der Landsmannschaft trugen dazu bei, den Abend so wirkungsvoll
gest. der Arzt, Philosoph, Schwarzkünst- . Schriftsteller Agrippa von Nettesheim in Grenoble (geb. 1486); — 1546: gest. Martin Luther in Eisleben (geb. 1483); — 1564: gest. der Baumeister, Bildhauer und Maler Michelangelo Buona» rotti in Rom (geb. 1475); — 1745: geb. der italienische Physiker Alexander Graf Volta in Como (gest. 1827); — 1855: geb. Otto Liman von Sanders, preußischer General der Kavallerie und türkischer Marschall, in Stolp in Pommern (gest. 1929); — 1857: geb. der Maler, Radierer und Bildhauer Max Klinger in Leipzig (gest. 1920).
staltung bemühten. Verschiedentlich sah man Schaufenster noch etwas-überladen, andere dagegen wieder in weiser Beschränkung der verwandten Ware. Manche ßehrlinge bemühten sich mit gutem Erfolg um den Einsatz selbstgefertigter dekorativer Mittel, durch die Schaffung von Blickfängern und gut wiedergegebener Schrift. Eine Reihe der Wettbewerbsteilnehmer wird sich aber im Schriftschreiben noch verbe fern müssen. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß das Ergebnis des Schaufensterdekorations- Wettbewerbes ein durchaus befriedigendes zu nennen ist.
Die Prüfungskommission unterwegs ...
Um die Mittagsstunde begannen die Prüfungskommissionen mit ihrer Arbeit. Als Prüfer wirkten die Herren Dr. K r u s e , Maternus, Ehrmanntraut, A. Wallenfels, Schimmel und Zöller, sowie die Herren Schulte, Br io la und Krombach. Die Prüfung der Schaufenster nahm etwa zwei Stunden in Anspruch.
Nach einer kurzen Mittagspause wurden in gemeinsamer Besprechung im Haus der Deutschen Angestelltenschaft. Lonystraße, die nach Punkten festgehaltenen Bewertungsergebnisse zusammengestellt und von den einzelnen Prüfern Stellung zu den Leistungen genommen. Es entwickelte sich hierbei eine rege Aussprache, die erkennen ließ, daß
zu gestalten, daß allen die Heimat wirklich nahewar. -Sz-
Daten für den 18. Februar.
fanden sich zur Kundgebung mit Fahnen bzw. Wim- j peln ein. Die Prüfungskommissionen und eine An-1 zahl Volksgenossen nahmen daran teil. Zu Beginn' sangen Hitler-Jugend und BdM. zwei Lieder, außer-: dem hörte man, von der HI. vorgetragen, einen Sprechchor, der in seinem Sinn in die Zukunft
wies. Sodann sprach der
Sozialamtsleiter der HI. Becker.
Die Jugend sei sich, so führte er u. a. aus, des-! sen bewußt, daß sie nicht nur mit ihrer ideellen '■ Haltung, sondern auch mit einer bestmöglichsten be- > ruflichen Leistung dem Staate und der Volksgemeinschaft dienen'müsse. Die Jugend verschließe sich, bei aller ihrer Frische und Fröhlichkeit, nicht den Aufgaben, die aus Lebensnotwendigkeiten erwüchsen. Der Schaufenster-Dekorations-Wettbewerb sei nur Teilaufgabe des Reichs-Berufswettkampfes, nur ein aufrufendes Signal für den großen Wettbewerb. Die Jugend habe sich bewußt eingeschaltet in die Berussausbildungsarbeit und in Die Berufsberatung, um hier mitzuhelfen an der Ausbildung des deutschen jungen Menschen. Die Erwachsenen sollten sich herzlich darüber freuen, daß die Jugend in all ihrer Arbeit das Leistungsprinzip voransetze. Alle seien bereit, am Aufbau des Vaterlandes mitzuhelfen. Als nächster Redner sprach der
Kreisjugendwaller bei der HI. Frihges
Die Jugend, so führte er u. a. aus, trage nicht nur neuen Impuls in das deutsche Leben, sie sei auch mit allen Kräften bestrebt, ihren Mann im beruflichen Können zu stehen. Die Jugend sei es auch gewohnt, Härten zu ertragen, die ihr zu ihrer Zeit nie erspart geblieben seien. Die Parole für den zweiten Reichsberufswettkampf laute: Durch Sozialismus zur Nation."
Nach einem weiteren Liede sprach dann noch der Leiter des Kreisberufsgruppenamtes, Wertes.
45 Jungkaufleute nehmen am Schaufenster-Wettbewerb teil, weil sie sich der Bedeutung der Werbung für die deutsche Ware im Schaufenster bewußt seien Die Oeffentlichkeit unserer Stadt solle em Bild gewinnen von der Leistungsfähigkeitdes Nachwuchses im kaufmännischen Beruf. Der Wettbewerb solle den verantwortlichen Führern im Beruf ^lgen, wo mit einer zusätzlichen Berufsschulung eingesetzt werden müsse. Der Beruf solle von der Kaufmannsjugend nicht als ein Mittel zum Zweck des Gelderwerbs betrachtet werden, sondern als Lebensinhalt im Bewußtsein der Verpflichtung der Volks- und der Berufsgemeinschaft gegenüber. In dieser Form fei auch jeder berufen, am Aufbau ®ater-
lanbes mitzuhelfen. Mit den Worten „ N l ch t s s u r
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