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fm Gegensatz zum früherenhumanen" System die demnächst durch englische Bombenflugzeuge böm-

Pollzeioffiziere sehr stark erleichtert wurde durch Vke überwältigende Disziplin und die gute Ordnungsliebe, bewiesen von dem Volk, dem ich in seiner schweren Prüfungszeit einen kleinen Teil zu dienen die Ehre hatte.

Rückgang der Verbrechen im neuen Deutschland.

Berlin, 16. Febr. (DNB.) Ueber den Rückgang der Kriminalität im Deutschen Reich seit der Macht­ergreifung durch den Nationalsozialismus veröffent­licht derVölkische Beobachter" eine Auf­stellung. Danach wurden im gesamten Reichsgebiet im Jahre 1932 bei den Amtsgerichten 439 269 Straf­urteile gefällt, während die entsprechende Ziffer für das Jahr 1933 361211 ist. Im gesamten Reichs­gebiet wurden 1932 3408 Schwurgerichtsurteile ge­fällt, im Jahre 1933 dagegen 3332. Zu dieser Auf­stellung schreibt derVölkische Beobachter" u. a.:

Diese Abnahme der Kriminalität ist in erster Linie auf die große Erziehungsarbeit zurückzu­führen, die der Nationalsozialismus in allen Zwei­gen des öffentlichen Lebens begonnen hat, zum an­dern aber auch darauf, daß im neuen Deutschland

verbrecherischen Elemente ganz genau wissen, daß sie für ihre begangenen Vergehen weit schärfere Strafen zu erwarten haben. Abgesehen vom Werden eines neuen starken Moralbegriffes in un­serer Volksgemeinschaft schreckt die strengere Gesetzgebung manchen leichtsinnigen und halt­losen Menschen vor der Straftat zurück. Die Gerichte können in dem Bewußtsein, daß der heutige Staat nicht durch unangebrachte Gnaden­maßnahmen ihnen in den Arm fällt, schärfer und energischer als früher nach den bestehen­den Strafgesetzen zu Recht erkennen. Die Tatsache, daß der Verbrecher nur in ganz seltenen Ausnahme­fällen aus die Gewährung von Gnade rechnen kann, schreckt von der Begehung einer Straftat ab. Den größten Einfluß neben der Erziehungsarbeit der Be­wegung und der Verschärfung der Strafgesetze au die erhebliche Verminderung der Kriminalität in Deutschland hat das starke Sinken der Er­werbslosenziffern und damit als direkte Folge die Behebung allgemeiner wirtschaftlicher Not, aus deren immer weiteren Bekämpfung eine noch weiterLehende Verminderung der Kriminalität zu erwarten ist.

bardiert, um ihren Wert und ihre Sicherheit zu prüfen. Falls diese Versuche befriedigend ausfielen, würden weitere bombensichere Unterstände und Ge­bäude an militärischen Punkten, wie z. B. bei dem Truppenübungsplatz Aldershot sowie in Col­chester, Chatham und Catterick und an allen wichtigen Flugplätzen errichtet werden. Schließlich sei geplant, in der Nähe des unteren Themselaufes einen Riesenunterstand zu errichten, in dem ein gesamtes Flugzeug­geschwader Platz finden könne.

Neues Kreditabkommen für 1935.

In Berlin wurde' ein neuer Vertrag über Auf­rechterhaltung der ausländischen Bankkredite an die deutsche Wirtschaft vereinbart, der wiederum eine Laufzeit von einem Jahr umfaßt. Das zu­grundeliegende Kreditvolumen ist von seiner ur­sprünglichen Höhe von 6,3 Milliarden Mark auf einen tatsächlich noch in Anspruch genommenen Betrag von etwa l3/< Milliarden Mark zusammen­

geschrumpft. An feiner Verminderung waren autze* dem Rückgang der Devisenkurse mehrer- Währungen und neben den erheblichen Rück­zahlungen im ersten Vertragsjahre, besonders die Ab Forderungen in Reichsmark be, teiligt, die feit der Schaffung des Registermark» Systems den Gläubigern anheimgestellt sind. Vom 1. März,1933 bis zum 31. Dezember 1934 sind nicht weniger als eine Milliarde Mark auf diese Weise in Reichsmark zurück gezahlt worden, von denen der größte Teil für Reisezweckg Verwendung gefunden hat. Die Verwendung von Registermark für den Reiseverkehr hat zu einer Steigerung des Ausländerbesuches beigetragen. Es kann erwartet werden, daß ihre günstige Wirkung bestehen bleibt und zugleich die Verminderung der verbliebenen Schuld fortgesetzt wird. Die Ermäßigung der Zinssätze beträgt V« bis V2 v. Sy Ueber die weitere Inanspruchnahme der offenen Kredite sind Abreden getroffen, bei denen insbesondere die Wünsche der Reichsbank Berücksichtigung gefunden haben.

Am Todestage König Alberts.

Reichsaußenminister von Neurath soll nach London eingeladen werden.

Das britische Kabinett besprach die deutsche Antwort.

Sanz Belgien gedenkt des tragischen Geschicks seines Herrschers.

London, 18. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Die britische Regierung hat beschlossen, unverzüglich mit der deutschen Regierung über den vorgeschlagenen Fünfmächte-Luftvertrag und andere die Rüstungs- begrenaung und Deutschlands Rückkehr in den Völ­kerbund berührende Fragen zu verhandeln. Als Ergebnis der Besprechungen, die während des Wochenendes zwischen den Mitgliedern des eng­lischen Kabinetts geführt wurden, soll nach einer Meldung derDaily Mail" vermutlich Freiherr von Neurath in absehbarer Zeit nach Lon­don ein geladen werden. Die britische Regie­rung arbeite an endgültigen Vorschläaen, die sie anfangs dieser Woche der französischen R e - aierung unterbreiten werde. Dies ent­spreche den mit Flandin und Laval getroffenen Ab­machungen. Die britischen Minister seien zwar ent­täuscht darüber, daß die deutsche Antwort auf die englisch-französische Erklärung mit Ausnahme des Luftpaktes nur in sehr unbestimmter Form eingehe. Sie glaubten aber, daß im Laufe der Verhandlun­gen der Umkreis der Besprechungen genügend erweitert werden könne, um eine freimütige Prüfung der Fragen der Gleichheit und der Rückkehr Deutschlands in den Völker­bund einzuschließen. Von dem britischen Botschaf­ter in Paris werde dieser Tage ein Bericht über d i e Aufnahme der deutschen Ant­wort in Paris erwartet. Die deutsche Note ver­spreche nichts. Sie lasse aber d i e Tür zu wei­teren Verhandlungen offen. In der weiterrechnenden Frage einer allgemeinen europä­ischen Regelung werde die Bereitschaft au einer gründlichen Prüfung versprochen. Mehr sei nicht zu erwarten gewesen.

WieDaily Telegraph" berichtet, wird die fran­zösische Regieruna keinen Einwand gegen un­mittelbare englisch-deutsche Besprechungen über den vorgeschlagenen Luftpakt erheben. Man glaubt, daß ein Besuch des britischen oder französischen Außen­ministers in Berlin sich natürlicher ergeben werde, wenn die deutsche Regierung Zeit gehabt habe, die Prüfung des gesamten Inhaltes der Londoner Er­klärungen zu beendigen. Im Interesse praktischer Ergebnisse halte man in London im jetzigen Stadium der Verhandlungen den Besuch eines deutschen Regierungsmitgliedes in London für zweckmäßiger.

Daily Heralb" führt aus, der nächste Schritt fei offenbar eine Beratung zwischen London und Paris über die deutsche Antwort. Hierauf sei mit B e - fprechungen zwischen London und Ber­lin zu rechnen. Die französische Regierung teile die Auffassung einiger französischer Journalisten von der Unzulässigkeit eines solchen Verfahrens (das einen Keil zwischen Frankreich und England trei­

ben werde) nicht. Englisch-deutsche Besprechungen seien eine ebenso angemessene Methode, wie englische-französische Besprechungen. Der Grundgedanke fei ja, daß Deutschland mit den an­deren Mächten auf völlig gleichem Fuße stehe. Der einzig wichtige Punkt fei, ob eine solche Besprechung im jetzigen Stadium zweckmäßig sein werde. Vielleicht werde man es nach sorgfältiger Erwägung für besser halten, die Dinge eine Weile ruhen zu lassen.

News Chronicle" nennt es befriedigend, daß die französische Regierung gegenüber der deut­schen Antwort mehr Vertrauen und grö­ßere Vernunft zeige, als die Mehrheit der Pariser Zeitungen. Die französische Regierung halte anscheinend englisch-deutsche Bespre­chungen nach Absendung einer Antwort auf die deutsche Erwiderung durchaus für wünschenswert. Der wesentliche Inhalt dieser Antwort würde ver­mutlich in einem Ersuchen um größere Klarheit hinsichtlich Deutschlands Haltung in den Punkten bestehen, die die deutsche Note im Dunklen lassen.

Gme pariser Stimme.

Paris, 18. Febr. (DNB. Funkspruch). Der Homme Libre", das Blatt Gustav Heroes, schreibt: Wir können uns nur an die Londoner Formel halten. Damit ist auch gesagt, daß wir uns mit der einfachen Beseitigung der militärischen Vorschriften des Versailler Vertrages nicht einverstanden erklären können. Diese Streichung setzt voraus, daß Teil V des Vertrages d u r ch ein allgemeines Rüstungsbeschränkungsabkommen e r - setzt wird und daß der N o r d o st p a k t und der Mitteleuropäische Pakt ausgenommen werden muß. Die Londoner Vereinbarungen bilden ein geschlossenes Ganzes. Wir könnten es Deutschland nicht erlauben, nur die Teile heraus­zunehmen, die sich auf die Stärkung feiner These von der Gleichberechtigung beziehen, dagegen die­jenigen beiseite zu lassen, die unsere Thesen von der Gleichheit und der Sicherheit betreffen. Wir haben in London ein ganz bestimmtes Programm an­genommen. Bleiben wir einig, denn das Geheimnis des Friedens liegt in der englisch-französischen Zu­sammenarbeit.

Bombensichere Unterstände längs der englischen Küste.

London, 17. Febr. (DNB.) Die englische Sonn­tagszeitungReynolds" meldet, daß zur Zeit an allen strategischen Punkten längs der englischen Küste bombensichere Unterstände erbaut werden. Mehrere dieser Unterstände würden

Brüssel, 17. Febr. (DNB.) Am heutigen Tag hat sich zum erstenmal der Tag gejährt, da König Albert auf so tragische Weise ums Leben ge­kommen ist. In ganz Belgien fanden Gedächt­nisfeiern statt. Die Hauptveranstalter der Feiern waren die Armee und die zahlreichen Verbände der ehemaligen Kriegsteil­nehmer. Die Krypta in Laeken, wo König Albert seine letzte Ruhe gefunden hat, war den ganzen Tag über das Ziel von Tausenden. Vier hohe Generale der Armee hielten den ganzen Tag über am Grabe die Ehrenwache. In den frühen Morgen­stunden fand am Grabe eine stille Gedächtnismesse statt, an der nur die Mitglieder der Königlichen Familie teilnahmen. Nach der Messe defilierten zahlreiche offizielle Abordnungen am Grabe vor­bei, darunter die Mitglieder des königlichen Hauses, die Beamten der Hofverwaltung, Abordnungen beider Parlamente, sämtliche Staatsminister, die Mitglieder des diplomatischen Korps, Maltheser- ritter und andere Abordnungen.

Eine stimmungsvolle Feier fand gleichfalls in den frühen Morgenstunden in Marches-les- Dames an d e r Unglücks st ütte statt, wo der Bischof von Namur an einem an dem Unglücks­felsen errichteten Altar eine stille Messe las. Schon am Samstag hatte König Leopold, der nur von feiner Schwester, der Prinzessin von Piemont, begleitet war, an dieser Stelle, die jetztFxlsen des Königs" heißt, in stiller Andacht verweilt.

Eine Gedächtnisrede Alandms.

Der Wille zum Frieden darf nicht stumpf werden.

Paris, 17. Febr. (DNB.) Der französische Mi­nisterpräsident Flandin hielt eine Rund­funkrede zu Ehren König Alberts I. Flandin schilderte König Albert als eine der edelsten Figu­ren der Weltgeschichte und versicherte das belgische Volk der französischen Freundschaft und Treue. Nach einem Hinweis auf die Rolle des Königs während des Weltkrieges erklärte Flandin, daß es manchmal den Anschein habe, als ob der glü­hende Wille zum Frieden, den die Mensch­heit in schwerer Prüfung geschmiedet habe, etwas a b ft u m p f e. An sich vollkommen normale Rivalitäten und Konkurrenzen zeigten wieder einen gewissen Drang, sich in drohende Gegnerschaften umzuwandeln. Aber die Ver­einigung der geistigen Kräfte dürfe eine solche Entwickelung nicht dulden, weil sie nur wieder zu einem Massenmorden führen würde. Es gebe in allen Staaten zu viele Leiden, als daß nicht jeder feine ganze Anstrengung auf die not­wendige und dringende Heilung des Elends und der Arbeitslosigkeit rich­ten müsse. Das s o z ia l e Gefühl sei unzertrennlich vom nationalen Gefühl, niemand habe das besser verstanden als König Albert.

Das materialistische Zeitalter beginne, sich nach anderen Genüssen als rein physischen zu seh­

nen. Durch eine in der Geschichte häufig beobach­tete Wiederkehr der Dinge mache sich heute wieder der Wunsch nach einem Ideal geltend, der gewisse Zeitalter der Geschichte geadelt habe. Der teilweise Bankrott des mechanischen Fortschrittes in dem Versuch der Standardi­sierung des Glücks habe dazu geführt, daß sich heute wieder die Schalter des menschlichen Mitgefühls öffneten. Der Mensch fei ein Ver­suchsfeld, das außergewöhnlich nutzbringend fein könne.

Gespannte innerpolitische Lage in Belgien.

Brüssel, 17. Febr. (DNB.) Der Generalrat der Sozialistischen Partei hat gemeinsam mit dem Vorstand der m a r x i st i s ch'e n Ge­werkschaften beschlossen, die Regierung in der Kammer wegen des V e r b o t s der für den 24. Fe­bruar geplanten Massenkundgebungen in den Straßen Brüssels zu interpellieren. Die Inter­pellation wird von dem Führer der belgischen Mar­xisten, Vandervelde, der gleichzeitig Vorsitzen­der der 2. Internationale ist, begründet werden. Ministerpräsident T h e u n i s hat es in einer Be­sprechung mit Vandervelde abgelehnt, das Ver­bot zurückzunehmen.

Die innerpolitische Lage in Belgien ist .infolge dieses neuen Konfliktes zwischen Regierung und Opposition wieder ziemlich gespannt. Die Sozia­listen hoffen, die Regierung in der Kammer durch ihre Jnterpellationsdebatte in die Minderheit zu versetzen und den Sturz des Kabinetts T h e u n i s herbeizuführen. In Regierungskreisen ist man zuversichtlich. Es hat aber ein gewisses Auf­sehen erregt, daß heute verschiedene der Regierung nahestehende Blättetr, darunter dieLibre Belgi- que", an dem Verbot der Regierung Kritik ge­übt haben.

Tschiangkaischek wünscht Zusammenarbeit mit Japan.

Schanghai, 17. Febr. (DNB.) General T sch i- a n g k a i s ch e f gewährte einem japanischen Presse­vertreter ein Interview, in dem er die Notwendig­keit einer chinesisch-japanischen Zusam­menarbeit unterstrich. Diese Zusammenarbeit müsse sich auf Ehrlichkeit stützen und vom Geist der Gerechtigkeit getragen fein. Es sei zu bedauern, daß Japan den ursprünglichen Geist orientalischer Zivilisation aufgebe und sich von der TheorieM acht i ft Rech t" leiten lasse. Japan müsse die geiste und psychologische Einstellung des chinesischen Volkes berücksichtigen und müsse sich stets vor Augen halten, daß ursprünglich in China feine japanfeindliche Gefühle anzutreffen gewesen seien. China habe sich vom Joch der land­fremden Mandschu-Dynastie befreit. Die Entwickelung in den Nordostprovinzen des chi­nesischen Reiches sei die Ursache unauslöschlichen

Kleines Flieger-Kolleg.

Von Görge Spervogel.

Kisten und Maschinen.

Als der Neue fein Bett und Spind zugewiesen bekommen hatte, tat er vor allen Dingen einmal feine Stadtkluft beiseite; denn darin kam er sich hier im Segelfliegerlager nun doch zu sonder­bar vor. Mannomann, vier Wochen lang nichts anderes als Segelfliegen vier Wochen, eine wun­derbare Ewigkeit!

Die Tür ging.Aha, du bist also der Neue. Komm man mit, ich will dir erst mal den ganzen Kram Zeigen. Schon mal in einer Kiste gesessen?" Kiste?"Na, dann bist du ja wohl noch ein 6Qn3 blutiger Hangrodelanwärter. Aber zum Schwanzpiloten wirst du es bestimmt bald, gebracht haben, tröste dich."Soso ..."Denn wollen mir erst mal die Kisten begucken gehen, die Ma­schinen, genauer gesagt, also die Segelflugzeuge, damck du ganz genau im Bilde bist."Sind denn die ... die Kisten, sind denn das Maschinen, wo sie doch motorlos sind?" fragt der Neue einiger­maßen verwirrt.Tja, das ist nun mal so. Ein Motor ist keine Maschine, und eine Kiste wird Ma- schine genannt. Da muß man sich an gewöhnen. Komm, wollen losgehen."

DerA n f a n g", hinter dem es anfängt. $ßie geht das denn nun eigentlich genau vor sich, wenn man fegelfliegen lernt?"Du fragst ein vlßchen mel auf einmal", lacht der Führer.Aber ich will versuchen, es dir zu erklären. Oder warte mal, ich hole eben mal den Hannes her, der ist ein ganz alter Sack und hat auch schon Gruppen ge­schult. He! Hannes! Ist Hannes bei euch drüben?" Hannes wird gerufen und kommt aus der Schup­pentür.Was'n los? Ja, ich komme mit. Aha der Neue. Heil Hitler! Ich heiße Hannes. Also, Paule was liegt an?" Soundso, sagt Paule.

Zuerst", beginnt Hannes,kommst du mit dem Zögling an den A^ang. Zögling ist der Schul- maschinentyp, A-Hang ist der Hang, wo die An­fänger geschult werden. Klar?"Klar."Na, da lernst du denn zuerst die Kiste geradehalten"; du wirst reingesetzt, die Maschine steht gegen den Wind, und du mußt nun die Flügel horizontal und die Nase der Kiste steif in den Wind halten, alles durch richtiges Umgehen mit dem Steuerknüppel. Ja, und dann kommen die ersten Rutscher hangabwärts, die

ersten kleinen Sprünge, und bann immer ein Scheib­chen mehr. Dazwischen als Würze immer wieder Seilausziehen, Kiste bergaufholen, - Soilausziehen, raufholen und so. Oder eben Schwanzpilot, das heißt, du hilfst hinten die Maschine festhalten, bis das Seit weit genug ausgezogen ist, und die Kiste losgeht. Auf Kommando natürlich nur, ver­standen? Und so oder ähnlich fliegt man eines Tages feine A, Zeitdauer je nach Begabung."

Du mußt dir merken", wirft Paule ein,daß du beim Hangrodeln, wie Hannes es dir eben geschil­dert hat, in der Kiste ein überflüssiges Wesen bist; denn die Kiste fliegt ganz von selbst am allerbesten, und du kannst nur Murks machen. Aber man muß eben lernen, wenn es nicht nötig ist, nichts zu tun, und wenn nötig, mit Glück oder Verstand das Rich­tige."Und nach der A, wo du bewiesen hast, daß du dich ein paar Sekunden lang in der Luft lebend erhalten kannst, kommt die B-Prüfung, wo du vorzuführen hast, daß du auch schon eine Kurve fliegen kannst, und daß du nicht immer nur das willst, was die Kiste im Augenblick will. Also, die A-Prüfung, das find fünf Dreißigsekundenflüge geradeaus, die B fünf Flüge zu sechzig Sekunden mit eingelegter 8-Kurve. Was nun die C anbetrifft, so hat man da zu beweisen, daß man nicht nur ein Gleit-, sondern auch ein Segelflieger ist oder wer­den will. Bedingungen: Fünf Minuten Flua mit einer Maximalhöhe von mindestens fünfzig Meter überbem Startplatz und Ziellandung am Start­platz."Und dann kann man alles?", fragt der Kleine begeistert.Dann fängt es eigentlich erst richtig an", sagt Hannes.

Abgeschmiert, abgekocht und a b g e f o f f e n

Denn was nun anfängt, ist der Thermikflug mit den großen Hochleistungsmaschinen, das Hinarbeiten auf das Segelflieger-Lei st ungsabzei- ch e n. Dessen Bedingungen sehen so aus: ein, Streckenflug von fünfzig Kilometer, ein Höhenflug von tausend Meter und ein Dauerflug von fünf Stunden. Wer dieses Leistungsabzeichen hat, kann mit gewissem Recht von sich behaupten, er wäre ein Segelflieger." ..Haben Sie hast du es schon?" Nee. Es ist noch unterwegs."Bist du denn schon mal abgestürzt?"Auch nicht. Nur einmal hat mir beim Landen eine Klamotte die Kiste kaputt­gebufft. So ein dicker Stein, nicht wahr? Aon oben konnte ich ihn nicht ausmachen. Kein restloser Bruch; die Kiste war nur ein bißchen angetötet. Aber bu hast doch mal so etwas Aehnliches erlebt, Paule?"

Ja ..., also, bas war so ein Tag mit schonen Wolken unb nettem Wind, ich ging los und hing vor dem Hügel und krebste da herum und kriegte keinen Anschluß. Es war eine neue Maschine, die ich noch nicht kannte, unb ich dachte zuerst, es wäre nichts an ihr dran, trotzdem sie wunderbar weit klafterte; aber sie flog wie ein nasser Sack. Ich dachte schon immerzu, jetzt oder nie koch stduab; es war ein ewiges Absaufen."

Das ist so etwas wie gegen seinen Willen lan­den, verstehste?" schmiß Hannes ein.

Träge war die Maschine nicht, sie kam immer schnell, das heißt also, sie gehorchte der Steuerung schön leicht. Ich legte also meine Kurven, und nun stell dir vor, links von mir steigt der Hügel an, die Flügelachse steht senkrecht zum Hang, der Wind kommt von rechts. Die Kiste klafterte sehr weit, sagte ich, und so kam es, daß der obere Flügel in dieser Sage oben in eine höhere Luftgeschwindigkeit kommt als der untere; denn über dem Boden ver­langsamt sich ja der Wind; die Kiste wird also ein­fach umgeschmissen, ich schmiere über den Flügel a b. Im ersten Augenblick denke ich, steig aus und schmeiß die Kiste hin; aber es war nicht sicher, ob in dieser Höhe der Fallschirm richtig klar­kam, und eine trudelnde Kiste hat immer noch bessere Flugeigenschaften als der menschliche Körper alleine. Jetzt fällst du also auf den Pinsel, dachte ich, schade um die neue Maschine. Da legt sich die Kiste wieder ordentlich, ob von selbst ober durch mein Pumpen, mein Drücken unb Ziehen am Knüppel, ba, ich fege mit einem mörderischen Schuß über die Häupter der beinah trauernd Hinter­bliebenen dahin. Nach dem Schrecken habe ich aber in der gleichen Maschine und am gleichen Tage noch meine fünfzig Ueberlanbfilometer gemacht. Es waren eben zu schöne Wolken ba."

I n Wolken nach Petroleum bohren...

Wie ist das eigentlich in so einer Wolke?" will jetzt der Kleine wissen.Manchmal etwas trübe" meint Hannes nachdenklich.Es kommt zu leicht vor, daß man da oben, ohne es zu wollen, anfängt n a ch Petroleum zu bohre n."Na, na", läßt sich der Neue etwas ungläubig vernehmen, Petroleum?"Ein etwas pedantischer Herr", sagt Paule.Wenn bu nach Petroleum bohrst, gehst du doch senkrecht abwärts, nicht? Na also."

Das ist nämlich etwas sonderbar", fährt Hannes fort,wenn du erst mal im Dreck drinsitzt, will sagen im Nebel, in der Wolke, dann verlierst bu alles Gefühl für deine Lage. Ob bu auf dem Kopf

ober auf der Seite liegst, bu merkst es nicht. Na, und nach den Gesetzen der Schwerkraft unb des Wegs des geringsten Widerstandes, nicht wahr? Verstanden?"

Ja... und in jeder Wolke gibt es also Auf­wind?"

Nicht in jeder. Es gibt junge unb alte Wolken. Die jungen finb richtig. Das ist so: wo Aufwind ist, entstehen Wolken; denn oben ist es kühler als auf dem bestrahlten Boden, unb wo es kühl ist, kon- benfiert. sich der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, es bildet sich also ein Wasserdampfnebel, eine Wolke, Bei der Kondensation wird wieder Wärme frei, bas gibt neuen Aufwinb."

Wie merkt man denn, daß es irgendwo Auf­wind gibt?"

Das muß man riechen. Wenn man Glück hat, gibt es Vogel, die man beobachten kann. Die wissen es am besten. Ich bin einmal stundenlang mit einem Habicht um die Wette gesegelt. Wir haben uns gut vertragen ba oben."

Und in der Wolke, wenn man nichts sieht, wie merkt man ba den Aufwind?"

Eine gute Maschine dreht von selbst in den Auf­windkanal. Sonst muß man sich auf seine Instru­mente verlassen. Du siehst ja am Höhenmesser, ob es rauf ober runter geht. Wenn es zu schnell ab­wärts geht, wenn du also Petroleum bohrst, fangen die Spanndrähte im Luftzug an zu zwitschern. Un­angenehmer ist es schon, wenn bu w i e eine reife Pflaume bahängst, die Kiste so über­zogen hast, daß sie keine Fahrt mehr macht. Da schmiert man leicht ab."

Mensch", sagt der kleine Neue,Junge, Junge!" Sein Gesicht leuchtet in stiller Begeisterung.

Denn wollen wir man zum Schuppen rüber® gehen und uns die Kisten mal ansehen."

Abends schreibt der Neue den ersten Lager­brief nach Hause. In ihm kommen herrliche Aus­drücke vor, vom Abschmieren angefangen über Ab­kochen und Krebsen bis zum auf den Pinsel fallen wie ein nasser Sack und nach Petroleum bohren. Ein wunderbarer Brief, bas muß zugegeben werden.

Am nächsten Morgen, als der Junge im Zögling sitzt und ihn im Winde geradehalten soll, fest'und sicher auf dem Erdboden, sieht die Sache schon an­ders aus. Eine ziemlich verdammte Masse anders.

?.,n paar Tagen aber schon nicht mehr so sehr.

Zögling zum Hangrodeln ist keine Hochleistungs- fifte, sagt sich der Junge und schreit zum erste» Male:Ausziehen! Laufen! Los!!"