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185. Jahrgang

Gießener Anzeiger

be- hat

Saarbrücken, 18. Febr. (DNB.) Der Sonntag stand bereits ganz im Zeichen des großen Augenblicks der kommenden Nacht: Um 24 Uhr fiel d i e deutsch-saarländische Zollgrenze. Die aufgezwungene wirtschaftliche Abschnürung des Saargebietes vom Reich nahm nach 15 Jahren ihr Ende. Ueberall sieht man die grünen Unif ar­men der deutschen Zollbeamten, die die­ser Tage im Saargebiet eintrafen und heute Nacht ihre Posten an der saarländisch-französischen Grenze bezogen. Sie wird nunmehr gleichzeitig po­litische und wirtschaftliche Grenze des Reiches fein. Die französischen Z o l l s p e r r e n sind über­all schon aufgehoben worden, die französischen Be­amten haben sich bereits auf ihre neuen Posten an der saarländisch-französischen Grenze begeben.

Saarbrücken, 16. Febr. (DNB.) Samstag hat das holländische Truppenkontingent das Saargebiet verlassen. Bereits -um 7 Uhr wurde das Material auf dem Güterbahnhof Saarbrücken verladen -und von dort aus nach Holland abtransportiert. Vor dem Bahnhof Saarbrücken sammelten sich viele Hunderte von Neugierigen an, um den Abzug der Truppen mitzuerleben. Eine englische Militärkapelle und eine englische Ehrenkompanie hatten Aufstellung genommen. Auf dem Bahnsteig erschien der Ober­befehlshaber der internationalen Truppen, der englische General Brind, sowie zahlreiche Offiziere der drei übrigen Truppenkontingente. Un-

Zur mitternächtlichen Stunde ist die neue ranzösisch-saarländi'sche Zollgrenze errichtet worden. 500 deutsche Zollbeamte haben an zahlreichen Grenzstellen nach Frankreich ihren Dienst angetreten. Auf der Straße von Saarbrücken nach Metz herrschte heute nacht ein ungewöhnlich reger Betrieb. Tausende waren herausgeströmt, um Zeugen zu sein, wie die Grenz­stelle an der Goldenen Bremm ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Deutsche Front hatte einen eindrucksvollen F a ck e l z u g veranstaltet, dem sich unzählige Schaulustige angeschlossen hatten. Vor dem vorläufigen Zollhaus, das einstweilen noch aus einer einfachen Bretterbude besteht, haben sich zahlreiche Zollbeamte versammelt, die an die­ser wichtigsten und verkehrsreichsten Grenzstelle Dienst tun sollen. Als VertreterderReichs- regierung übergab Geheimrat Waffen- h e n s ch vom Reichsfinanzministerium Punkt 24 Uhr feierlich die neue Zollstelle ihrer Bestimmung. Unter begeisterter Zustimmung der Menge wurden die Fahnen des neuen Deutschland gehißt und daraufhin spontan das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Sodann sprach der Reichsfachschaftsleiter der deutschen Zollbeamten Mehling zu seinen Berufskameraden, um ihnen Glück zum' Beginn ihrer schweren und verantwor­tungsreichen neuen Tätigkeit zu wünschen. Er erin­nerte daran, daß dieser feierliche Akt der Einrich­tung deutscher Zollstellen an der saarländisch-franzö­sischen Grenze nur dem tapferen Aushal­ten der Saarbevölkerung zu verdan­ken sei. Sodann gab er der Hoffnung Ausdruck, daß die deutschen Zollbeamten im guten Ein­vernehmen mit ihren französischen Kollegen ihr Amt versehen würden, und schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Deutschland und seinen Führer Adolf Hitler.

Etwa 100 Meter weiter waren die franzö­sischen Grenzposten aufgezogen in de­ren Begleitung sich Garde Mobile befand. Unabläs­sig erging die Menge zwischen den beiden Zollstatio­nen, um interessiert zuzuschauen, als d i e e r st e n Autos die neue Zollgrenze passierten und sofort von den Beamten genau untersucht wurden. Allgemeine Heiterkeit erregte es, daß die neue Zollschranke nicht immer den Wünschen der Zollbeamten gefügig war und meist zu rasch auf­

legen hätten das Saarvolk achten und schätzen gelernt. Sie würden sich gerne ihrer Tätigkeit im Saargebiet erinnern.

Das holländische Truppenkontingent verließ das Saargebiet.

Heule wird das beuisch-sranMche Saar adkommen in Aeapel unlerzeichnei.

Rom, 17. Febr. (DNB.) In der Saarfrage ist zwischen der deutschen und der französischen Dele­gation eine Einigung in allen Punkten erzielt worden und damit das ganze Vertragswert über die Rückgliederung des Saargebietes ans Reich im Wortlaut endgültig feft gelegt worden. Der Wortlaut wurde von den beiden Delegationen paraphiert. In der amtlichen Mittei­lung darüber heißt es:Die Verhandlungen, dre zwischen der deutschen und der französischen Dele­gation unter Mitwirkung des Drererkomitees des Dölkerbundsrates und des Finanzunterausschusses des Völkerbundes gepflogen wurden, um die ver­schiedenen Fragen betreffend die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland zu regeln, haben zu einer Reihe von Vereinbarungen ge­führt, die am Samstagnachmittag paraphiert worden sind. Das Dreierkomitee begibt sich mit den Delegationen am Sonntag zur Vornahme der Unterzeichnung des Vertragswertes und zur Abfassung des dem Völkerbundsrat vorzulegenden Schlußberichtes nach Neape I."

Die feierliche Unterzeichnung wird dort am Mon­tagvormittag um 10 Uhr im Hotel Excelsior vor sich geljen. Es handelt sich vor allem noch um dre Unterzeichnung folgender Vereinbarungen:

1. Das Hauptabkommen zwischen Deutschland und Frankreich über die Uebertragung des Eigen­tumes des französischen Staates an den Saar- gruben und Eisenbahnen auf Deutschland unddieEntrichtungderPauschalsumme von 900 Millionen französischen Franken an Frank­reich. Zur Bezahlung dieser Summe werden die fremdenZahlungsmittel, deren Umtausch

und niederschnellte oder überhaupt nicht zu heben war, so daß bald beträchtliche Verkehrsstockungen entstanden. Erst langsam verzog sich die Menge und trat nach diesem historischen mitternächtlichen Augenblick den Heimweg nach Saarbrücken an.

Der Oberste Gerichtshof schließt seine Pforten.

empfangen und durch die Hallen geleitet. Ueberall, wo Göring sich zeigte, wurde er stürmisch gefeiert. Bei der Besichtigung bekundete Göring größtes In­teresse und ließ sich mehrfach Einzelheiten erklären.

Heimbumers Wühlarbeit.

Major Hennessy verläßt das Saargebiet.

Saarbrücken, 16. Febr. (DNB.) Der Chef der saarländischen Polizei, Major Hennessy, hat vor seiner Abreise folgende Mitteilung an die Presse gegeben:

Es trifft zu, daß ich Samstag das Saar- gebiet verlassen werde. Ich wollte bereits vor einiger Zeit von hier fort, da meine hie­sige Position unmöglich geworden war. Aber da ich von gewissen Bemühungen Kennt­nis erhielt, mich los zu werden, blieb mir keine andere Wahl, als hierzubleiben. Die Be­mühungen gipfelten in einem Brief, den der Direk­tor des Innern, Heimburger, an mich richtete und der in einem Interview mit Pressevertretern dazu benutzt wurde, zu beweisen, daß ich mir die Mißbilligung der Regierungskommission zugezogen habe. Dieser Brief ist nunmehr offiziell zurück­gezogen worden. Ich habe daher Urlaub für die Zeit bis zur Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland erbeten und erhalten. Leider ist es wahr, daß meine Beteiligung und Mithilfe, einen Polizeiputsch z u u n t e r d r ü ck e n , der von einer der politischen Parteien vorbereitet war und an dem ein Teil der Polizei beteiligt war, zu Meinungsverschiedenheiten mit Herrn Heimburger führte, dessen enge Bezie­hungen und häufiges Zusammentreffen mit dem Führer dieser Partei zu meiner Kenntnis gebracht wurden. Beweise, die ich sodann in dieser Angelegenheit erhielt, führten zu meiner Mitteilung an das Ober st s Abstimmungsgericht, daß ich weitere Untersuchungen für notwendig hielt. Das eingeleitete Verfahren wurde jedoch von einer hoch­gestellten Instanz unterbunden. Ehe ich das Saargebiet verlasse, fühle ich mich veranlaßt, be­sonders zu betonen, daß die Aufgabe der neutralen

Oie Zollschranken sind gefallen.

Das Saarland wieder deutsches Zollgebiet. Oie neue deutsch-französische Zollgrenze errichtet. Eine mitternächtliche Feierstunde an den neuen Schlagbäumen.

m o t o r. Die Kraft, die bisher an eine gewaltige Zentrale, an eine endlose Schienenbahn, an eine umfangreiches Leitungsnetz gebunden war, wurde damit' unabhängig, selbständig Verkehrs- f Vergleiche hinken immer und bleiben darum doch lehrreich. Also sei der Vergleich nicht gescheut: das Bismarck-Reich ging in seiner staatlichen Für­sorge von den Bedürfnissen der Großkraftmaschine und der an ihr hängenden Wirtschaft aus; das Dritte Reich wendet seine Fürsorge in erster Linie dem Kleinmotor und der mit ihm zusammen­hängenden Wirtschaft zu. Es baut ein System von Autostraßen, es fordert und fördert die Her­stellung von Treibstoff aus heimischen Rohstoffen. Und es strebt dem Volksauto zu dem Auto, das für jeden 20. Deutschen kein un­erschwinglicher Besitz mehr ist. Die Dichtigkeit des Binnenverkehrs erfährt eine gewaltige Steigerung, da sie sich aber planmäßig, in geregelten Sahnen vollzieht, so dient sie dem innern Zusammenschluß des Volkes und der Ertragssteigerung seiner Wirt­schaft Stadt und Land rücken enger zusammen, Landesgrenzen, die als Gebilde der Erinnerung immer noch bestehen, werden wieder einmal durch­brochen und von der Industrie des Kleinmotors, deren belebender Mittelpunkt das Auto ist. strahlt Leben in die verschiedensten Wirtschafts-Gebiete der Neuzeit aus. Der weltumspannende L u f t v e r- kehr braucht den Kleinmotor so nötig, wie die Landesverteidigung, wenn sie endlich auf die Höhe der Zeit gebracht werden soll.

Und nicht zu vergessen die Landwirts ch a f t. Mit melancholischen Blicken schaut der brave Aaer- gaul auf das eiserne Pferd, den Traktor der keine Ermüdung kennt und in bezug auf Ehrung so wundervoll anpassungsfähig ist, daß er sich heute schon mit dem Holz der heimischen Wal­tz e r zufrieden gibt! Ein Jahrhundert l)at das edelste Haustier, das Pferd, sich neben dem Dampfroß" und feinen Abkömmlingen behauptet; sollte seine Stunde jetzt geschlagen haben? Nur keine Bange: so wenig das Polksauto das Zufuß- aeben aus der Mode bringen wird, so wenig wird der Traktor das Pferd völlig verdrängen. Schon

geführt werden. ,

Der Kraftwagen ist aus dem Kulturleben von , heute nicht mehr fortzudenken. Hört man, daß in ; Frankreich auf je 20, in England auf je 25 Ein­wohner ein Auto kommt, in Deutschland dagegen erst auf je 70, so begreift man, welche Mög­lichkeiten hier noch der Erschließung harren. Und hört man weiter, daß vor drei Jahren noch auf je 111 Deutsche erst ein Auto kam, so zweifelt man nicht, daß das neue Deutschland den Abstand, der es noch von Frankreich und England trennt, in ab­sehbarer Zeit aufholen oder auch überholen werde. Es handelt sich hier um eine Entwicklung, die mitgemacht werden muß, wenn man nicht rück­ständig werden will. Auf die Empfindung altmodi­scher Leute, denen bei diesem Tempo schwindlich wird, kann wirklich keine Rücksicht genommen wer­den. Es handelt sich hier um Notwendigkeiten, die im Wesen der neuzeitlichen Kultur begründet sind, und gegen die sich unmöglich stemmen kann, wer das Wesen der Neuzeit aus Ueberzeugung bejaht.

Unter technischem Gesichtspunkt gesehen, ist das, was man Neuzeit nennen kann, verhältnis­mäßig jung. Knapp 100 Jahre alt! Der erfte JRa5 poleon gehört, technisch gewertet, noch ins Mittel­alter. Denn die Grenze liegt da, wo die Mensch­heit gelernt hatte, andere Kräfte als bisher in den Dienst des Völkerverkehrs zu stellen. Bis tief ms 18 Jahrhundert hinein waren das allein die Kräfte von Mensch und Tier, von fließendem Wasser und wehendem Wind. Zwar, das Feuer kannte die Menschheit schon seit ungezählten Jahrtausenden. Aber die Versuche, durch Vermählung von Feuer und Wasser die Kraftquelle des Dampfers zu er­schließen, blieben kümmerlich. Bis es im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts dem Mechaniker von der Universität Glasgow, James Watt, gelang, die Dampfmaschine in eine Form zu bringen, die Zukunft hatte. Damit war eine Kraft in den Dienst der Menschheit gestellt, die im wahrsten Sinne des Wortes unbegrenzte Möglichkeiten eröffnete.

Erfindungen sind nicht das, wofür sie gemeinhin gehalten werden. Sie sind nicht Kinder der Laune und der Zufalls, sie sind Kinder eines, von Tag zu Tag dringlicher werdenden Bedürfnisses. Für die Zerstörung eine neue Kraft in den Dienst des Menschen zu stellen dies Bedürfnis hatte sich schon länger geltend gemacht. Und das Schießpulver war erfunden worden. Mit einer ergiebigen Kraftquelle für den Aufbau ließ die Menschheit sich länger Zeit. Aber mit fortschreiten­dem 18. Jahrhundert rückte, in Europa wenigstens, die Menschheit immer dichter zusammen. Dabei wurde der Verkehr zwischen den Volkern immer lebhafter, er bemächtigte sich mehr und mehr des aamen Erdballes. Die Aufgaben, die hier er­wuchsen, waren mit den alten Kräften nicht mehr zu bewältigen. Der Dämon Dampf mußte, zu Äilfe gerufen werden. Aber es dauerte doch noch bis ins dritte Jahrzehnt des 19 Jahrhunderts ehe die fierrfdiaft über die Dampfkraft so weit ge­diehen war/ um sie in den Dienst des Verkehrs stellen zu können. In Deutschland ist g-rade vor einem Jahrhundert zwischen Nürnberg und Furth die erste Eisenbahn eröffnet wordem

Frankreich und England waren damals schon fett rukd zwei und drei Jahrhunderten Einheitsstaaten. Deutschland war ein Staatenbundei, Zusammen- gehalten von einem geographischen Begriff und dem Wunschtraum der Einheit. Aber die Eisenbahn durchbrach die Grenzen der Kleinstaaten, sie wurde der praktische Lehrmeister für die Wirt^aftsemhelh Anfangs hatte zwar das blühende Gewerbe der Fuhrhalterei überall geschrien diese "Erfindung des Teufels" fei sein Ruin. Nichts de rglei ch n ift wahr geworden! Das Fuhrwesen blühte der neuen Erfindung der Eisenbahn weiter aber d e neue Erfindung bestimmte fortan das Tempo der weiteren Entwicklung. Durch Bismarcks Revolution von oben holte Deutschland in dem einen Jahrzeym zwischen 1862 und 1871 ein gut Teil von dem auf was Frankreich und England tn ihrer staatlichen Entwicklung voraus > hatten. In einem bis oahm unerhörten Tempo vollzog es den Ueb^gang vom staatlichen Kleinbetrieb zum staatlichen Großbetriebs

Im neuen Reich wurde der Großbetrieb dann rasch tonangebend auch für die Wirt,cyasl. Großkraftmaschinen trieben die Entwicklung zum Industriestaat auf eine treibhausartige yoye. Kleingewerbe und Landwirtschaft mochten sehen, wo sie blieben. Ihnen kam zeitweilig die Elektri­zität zu Hilfe. Die ließ sich, von einer Zentrale aus, über einen weiteren Raum nutzbringender ver­teilen als die Dampfkraft. Sie brachte Kraft auch m die kleinste Werkstatt, und vielfach auch aufs Land. Aber: sie blieb abhängig von der Zulel- t u n g. Das war ein Uebelftanb, den zu überwin­den ein immer dringlicheres Bedürfnis wurde. Und dies Bedürfnis gebar den leistungsfähigen Klein-

Tempo des Lebens.

Von Dr. Paul Harms.

Der Nationalsozialismus hat seine Zeitgemäßheit nicht zuletzt dadurch erwiesen, daß er auch in der Technik entschlossen die Führung übernommen hat. Kennzeichnend für die letzten Jahre des ver­flossenen Systems war eine mattherzige Scheu vor dem Tempo der technischen Entwicklung, vor der man sich am liebsten in eine blutleere Geistigkeit zurück­gezogen hätte. Die nationalsozialistische Opposition dagegen arbeitete mit Kraftwagen und Flugzeug, und stellte, als sie die Macht erobert hatte, dazu noch den Rundfunk in den Dienst ihrer Staatsführung. Diese Vertrautheit mit allen Hilfsmitteln, die die Technik dem Leben von heute zu bieten hat, führte alsbald zu einer tatkräftigen Wiederbelebung der deutschen Auto­mobil-Industrie, deren Früchte auch in die­sem Jahr in der großartigen Autoschau am Kaiserdamm in Berlin der Welt vor Augen

Br. 41 Stifts Blatt 185. Jahrgang Montag, 18. MiiaNM

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gegen Reichsmark morgen im Saargebiet beginnt und vor allem die Kohlenlieferungen aus den Staatsgruben herangezogen. Für die hier­für erforderliche Rechnungsführung hat die Bank für internationalen Zahlungsausgleich ihre Mit­arbeit zur Verfügung gestellt.

2. Ein deutsch-französisches Abkommen über die Sozialversicherung.

3. Ein deutsch-französisches Abkommen, in dem die Bedingungen für die Weiterarbeit oder die Li­quidierung französischer Privatversiche- rungsgesellschafen im Saarland festgelegt werden.

4. Die weitere Ausbeutung der Warndt- Gruben durch französische Privatgesellschaften. Die Privatverträge sind heute in Saarbrücken mit den Pächtern abgeschlossen worden. Diese Frage bildete auch den Gegenstand der Regierungsver­handlungen. Außer einer schon in Basel erfolgten Verständigung über die Weiterbeschäfti­gung der deutschen Bergarbeiter auf französischem Hoheitsgebiet wurde auch eine Vereinbarung getroffen, Baron Aloisi als Schiedsrichter über die Auslegung einer Bestimmung des römischen Abkommens vom 3. De­zember v. I. zu bestellen, um das Ausmaß der zulässigen Kohlenausbeute näher zu be­grenzen.

5. Eine Abrede der deutschen Regierung mit der Regierungskommission des Saargebietes über den Uebergang der Verwaltung im Saarland auf die deutschen Behörden.

Saarlouis, 16. Febr. (DNB.) Mit der vorstehenden Rückgliederung des Saargebietes , nunmehr auch der Oberste Gerichtshof in Saarlouis feine Pforten geschloffen. Da­mit verschwindet ein letzter Teil der der deutschen Saarbevölkerung auferlegten fremdländischen Re­gierungsgewalt. Nachdem der Zivilsenat be­reits Mitte der Woche seine Tätigkeit eingestellt hatte, hielt nun der Strafsenat seine letzte Sitzung ab. Nach ihrer Beendigung sprach Staats- anwaltschaftsrat Ludes einige kurze Worte des.-,,.«-------.-----» . . ~

Dankes an den Senat für feine langjährige Tätig- ter dem Spiel der holländischen Nationalhymne feit. Obergerichtspräsident Allenberg (Schweiz) verließ der Zug um 9 Uhr den Saarbrücker Bahn- dankte im Namen des Senates. Er und feine Kol- f Hof.

weil man mit dem Volksauto nicht auf die Berge klettern, auf dem Traktor nicht reiten kann! Auch hier wird die neue Form der Kraftquelle über die altgewohnte nicht einfach hinweggehen, sie wird sich neben s i e schieben und ihr doch genügend Raum lassen zum Weiterleben. Das Tempo frei­lich, das wird in Zukunft die neue Form be­stimmen. .

Davor braucht niemandem schwindlich zu werden. Das Tempo eines Fern-v-Zuges ist nur unheimlich, wenn man daneben steht; dabei kann man, wenn man nicht aufpaßt, sogar glatt umgeworfen werden. Wer aber drinnen sitzt, empfindet das Tempo gar nicht selten als nervenberuhigend. Das ist es: man muß dabei fein, man muß m 11 = gehen, man muß sich einer Entwicklung, die mit innerer Notwendigkeit aus dem Wesen der Neuzeit erwächst, nicht griesgrämig entgegenstemmen wollen. Man muß sie im Kleinen zu meistern suchen, rote die Staatsführung mit Erfolg bemüht ist, sie im Großen zu meistern. Denn vergessen wir nicht: mir Deutschen haben viel Versäumtes nachzuholen! Uns kann das gesteigerte Tempo des Lebens, wie roir es täglich und stündlich empfinden, und nirgends stärker als auf der Berliner Autoschau, nur recht fein.

Ministerpräsident Göring auf der Auiomobilausstettung.

Die internationale Automobilausstellung hatte am Sonntag einen Rekordbesuch zu verzeich­nen. 78 bis 80 000 Besucher aus allen (Bauen des Reiches besichtigten die Ausstellung, so daß die Zahl der Besucher seit der Eröffnung vor vier Ta­gen nahezu 200 000 erreicht hat. Die Zahl der Son- derzüge, die am Sonntagmorgen in der Reichs­hauptstadt eintrafen, war ganz ungeheuer, und die Beteiligung an diesen Fahrten übertraf alles bis­her Dagewesene. Auch Sonderomnibuffe waren aus allen Teilen des Reiches in Berlin eingetroffen. Gegen 16 Uhr erschien auf dem Ausstellungsgelände Reichsluftfahrtmini st er General Gö­ring. Er wurde vom Generalsekretär des Reichs- verbändes der Automobilindustrie Dr. Scholz