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Nr.15 Erster Blatt

185. Zahrgang

$rdfag,18.3oituor 1935

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Oer il 8. Januar.

Ein heißer schwüler Julitag. Im großen Spie­gelsaal des Schlosses der französischen Könige zu Versailles haben sich die Vertreter derAlli­ierten und assoziierten Mächte" versammelt, um nach Monaten, angefüllt mit unermüdlicher Arbeit an dem komplizierten Fesselwerk des Vertrags, der Unterzeichnung desFriedens" durch die deutschen Delegierten beizuwohnen. Der Prä­ident des Kongresses, derTiger" Clemenceau, itzt in sich zusammengesunken, wie schlafend, in einem Sessel. Sein gelber polierter Mongolen- chädel leuchtet matt in dem gebrochenen Licht des Saales. Jetzt schießt ein tückischer triumphierender Blitz aus den schiefen müden Augen unter den buschigen Brauen auf die hereintretenden Deut­schen. Die Energie des durch ein langes Leben ge­tragenen Hasses richtet die schon zur Mumie getrock­nete Greisengestalt straff auf. Er eröffnet die Sitzung.Der Tag der Abrechnung ist ge­kommen", tönt die rauhe Stimme durch die lautlose Stille.---

Der Ort, den man zur Aufnahme dieses histori­schen Racherufes erkoren hatte, und das letzte Le­benswerk des Mannes, 'der ihn prägte, illustrierte feine Bedeutung. Achtundvierzig Jahre vorher hatte derselbe Saal die glänzende Der- fammlung deutscher Fürsten und Heerführer ge­sehen, aus der das einst unter französischen Schwert­schlägen zerbrochene Deutsche Reich in einer neuen festeren Form nationaler Einheit und unter neuer Führung wieder geboren wurde. Achtund­vierzig Jahre hatte Clemenceau daran gearbeitet, daß sein Schwur, dieses Werk der deutschen Einheit zu vernichten, sich erfülle. Jetzt lag seine gelbe Hand auf dem Vertrag, den er in zähem Ringen gegen das Gewissen und die Vernunft der Verbündeten erkämpft hatte. Er war sich gewiß, daß dieser Ver­trag die Zerstörung des Deutschen Rei­ches bedeutete, wenn auch kein Artikel und Para­graph davon sprach. Aber die deutsche Kaiserkrone war zum zweiten Male zerbrochen, und die fran­zösischen Truppen standen am Rhein, dem Herz­strom Deutschlands, ohne den es nicht leben kann. Gewiß: nur 15 Jahre und nur zur Besetzung, sagte der Vertrag, sein Vertrag, den er gegen den unzufriedenen Voincare mit den Worten vertei­digte:Sie sind jünger als ich; ich werde in 15 Jahren nicht mehr leben, aber dann werden unsere Truppen immer noch am Rhein stehen, uno sie werden dort bleiben!"---

Man hatte im Deutschland der Nachkriegszeit den 18. Januar als den Erinnerungstag der Erstehung der deutschen Einheit nicht vergessen, aber er hatte auf gehört, ein Festtag der Nation zu sein. Eine neue historische Lehre begann sich breit zu machen, die in der zeitmäßig gegebenen und bedingten dynastischen Form der Bismarckschen Schöp­fung das Wesentliche sehen wollte; für sie war mit dem Kaiserreich auch das Werk zerschlagen und zu einer Episode deutscher Geschichte geworden. Sie kannte und wollte den Tag als den Anfang eines Irrtums nicht mehr festlich empfinden und in die Erinnerung der kommenden Generationen einpflan- Aen. Gegen diese Anschauung erhob sich der Wider­stand derer, die die republikanische neue Form des Reiches vor allem für unerträglich hielten, sie zu einer anderen vorübergehenden Episode machen wollten und zur Wiederaufrichtung des Kaiserreichs Aurückstrebten. Für sie wurde der 18. Januar zur Sammlung und Parole ihrer Partei, das Symbol der nationalen Einheit zu einem innerpolitischen Kampfruf. Er wurde in den Schulen des einen deutschen Landes angeordnet, in denen eines anbe» rnn verboten, von der Reichsregierung übersehen oder geduldet, je nach der Kräftemischung der Koa­lition der Parteien, die das Erbe der Nation zu verwalten hatte. *

Aber diese nahm s e l b st ihre Geschichte und ihr Geschick in die Hand! An den Grenzen Deutschlands, dort, wo die Zersetzungsarbeit des Versailler Der-- irags fortwuchern sollte, in Nordschleswig, in O st - und W e st p r e u ß e n und in O ber­sch l e s i e n zeigte es sich bei den Abstimmungen, daß die von Bismarck geschaffene Ein­heit nicht das Werk dynastischer Politik, sondern eine nationale Forderung war,die nicht mehr preisgegeben werden konnte. Die Deutschen in den bedrohten Gebieten stimmten nicht für die Weimarer Republik und nicht für das Kaiserreich, sondern für Deutschland; sie wollten ein Glied der Nation bleiben und ihr auch in Unglück und Schwäche treu bleiben. I h r e n klaren Bekenntnissen war es vor allem zu danken, daß dunkle Verbindungen, die die französische Poli- t-k in Anlehnung an historische Erinnerungen nut ehrgeizigen und verblendeten Politikern im Süden des Reiches anknüpften, sich vor dsm Volkszorn nicht an das Licht des Tages wagten; s i e gaben der Bevölkerung am besetzten Rhein die Kraft, ihr Leiden standhaft zu ertragen und dem Tag der Befreiung entgegenzuleben. Noch im Okto­ber 1923 sprach Poincarä in der französischen Kam­mer in verhüllten, aber klaren Worten die Zuver­sicht aus, in der Clemenceau starb, daß die rheinische Separatistenbewegung das Besicht der deutsch Frage grundlegend ändern werde. Am 12. Febr 1924 machte das Blutgericht von Pirmasens auch diese Prophezeiung zuschanden. Was wir in diesen Tagen mit unseren Brüdern an der S a air

lebten und erleben, ist nur die letzte und hero sch Steigerung dieses Erlebnisses unzerstörbaren deut­schen Einheitsbewußtseins, das uns auch m oen trübsten Stunden der letzten Vergangenheit den Glauben an das Reich der Deutschen bewahren Hetz.

Der Tag der Vergeltung ist in dem von Clemen- yau gemeinten Sinne nicht eingetroffen. Der Der- tag von Versailles ist die Rache für den Sieg der b vHcfrn Waffen geworden, aber er hat Die Ystto- ^Ich wichtigere und bleibende Bedeutung des 18.

Das Saargebiet kehrt am l.M'rz ungeteilt zu Deutschland zurück.

Genf, 17.Januar. (ORB.) Oer Völkerbundsrat hat am Donnerstagabend einstimmig die ungeteilte Zuteilung des Gaargebietes an Deutschland beschloffen und den Zeitpunkt der Rückgliederung auf den 1. März 1935 festgesetzt.

Genf, 17. Jan. (DNB.) Kurz nach 20 Uhr be­gann die Tagung des Völkerbundsrates, in der die endgültige Entschließung über die Rückkehr des Saargebietes an Deutschland gefaßt wurde. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Tagung begann damit, daß der Vorsitzende der Abstimmungskommission im Ein­klang mit seinen früheren Berichten nochmals aus­drücklich feststellte, daß die Abstimmung sich völlig ordnungsmäßig vollzogen habe. Der Vorsitzende des Dreierausschusses Baron A l o i s i sprach hierauf der Abftimmungskommisfion sowie der Regierungskommission den Dank des Völkerbundes für die von ihnen geleistete Arbeit aus Insbesondere dankte er Knox für das Geschick, mit dem er das Saargebiet in der schwie­rigen Zeit des Abstimmungskampfes im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens verwaltet habe. Die Mitglieder des Dreierausschusses hätten festge­stellt, daß die Bevölkerung des Saargebietes in allen Abstimmungsbezirken sich mit Mehrheit f ü r den Anschluß an Deutschland ausgespro­chen haben. Der Völkerbundsrat müsse nach dem Vertrage nunmehr über d i e Souveränität entscheiden, unter die das Saargebiet unter Berücksichtigung des von der Bevölkerung ausge­sprochenen Wunsches gestellt werden solle. Unter diesen Umständen glaube der Dreierausschuß dem Völkerbundsrat'die nachfolgende Entschlie­ßung Vorschlägen zu können.

1. Der Ral beschließt die Vereinigung des ungeteilten Saargebietes mit Deutschland so, wie es in Artikel 48 des Versailler Vertrages fesigelegk ist, unter den Bedingungen, die aus diesem Vertrag hervor- gehen. und zugleich mit den besonderen Ver­pflichtungen, die im Zusammenhang mit der Volksabstimmung eingegangen worden sind.

2. Der Rat seht den 1. Rlärz 1 9 3 5 a ls Zeitpunkt der Wiedereinsetzung Deutsch­lands in die Regierungsrechte des Saargebietes fest.

3. Der Rat beauftragt seinen Ausschuß, in Ver­bindung mit der deutschen Regierung, der fran­zösischen Regierung und der Regierungskommis­sion des Saargebietes die Bestimmungen f e st z u f e h e u, die im Hinblick auf den Wech­sel der Regierung im Saargebiet erforderlich sind, ebenso wie die Ausführungsbestimmungen der oben genannten Verpflichtungen. 3n dem Falle, daß diese Bestimmungen nicht bis zum 15. Februar 1935 festgesetzt werden können, wird der Dreierausschuß dem Völkerbundsrat feine Vorschläge unterbreiten. Dieser würde dann die notwendigen Entscheidungen treffen im Einklang mit den Paragraphen 35c und 39 des Anhanges zum Art. 50 und den besonderen Verpflichtungen, die von den beiden Regierun­gen aus Anlaß der Volksabstimmung über­nommen worden sind.

Der französische Außenminister Laval schloß sich dem Dank an die beiden Saarkommissio- nen an und führte weiter aus: Die Abstimmung hat stattgefunden. Das Votum ist klar und der darin ausgesprochene Wille kategorisch. Das Saar- oolk hat sein Schicksal frei gewählt. Der Völkerbundsrat muß die Rückgliede­rung der Saar an Deutschland beschlie­ßen. Indem Frankreich, wie ich erklärt hatte, die Volksabstimmung im voraus angenommen hat.

hat es seine Treue zu dem Grundsatz der Dertrags- einhaltung bewiesen. Der Völkerbund hat wieder einmal der Sache des Friedens einen Dienst gelei­stet. Die Aufgaben des Rates find noch nicht beendet. Der Dreierausschuß muß im Beneh­men mit den beiden interessierten Regierungen und der Regierungskommission uns die Bedingungen vorschlagen, unter denen der Uebergang der Souveränität erfolgen soll, und die verschie­dene Formen der Liquidierung des gegenwärtigen Regimes ausarbeiten. Der Völkerbungsrat wird so eine der heikelsten Missionen zu erfüllen haben, die ihm durch den Vertrag zugewiesen worden sind. Die zu regelnden Fragen find zahlreich. Sie find ver­wickelt. Aber die bisherigen Verhandlungen erleich­tern den endgültigen Abschluß. Ich habe bereits dem Dreierausschuß genaue Vorschläge unter­breitet. Der Regierungschef des Deut­schen Reiches hat sich vorgestern an die Saar­länder gewandt und hat ihnen gesagt, daß ihre Rückkehr zum deutschen Vaterlande mit keinem Makel behaftet sein dürfe, und daß sie die höchste

Disziplin bewahren müßten. Durch diese Sprache hat Reichskanzler Hitler, dessen bin ich sicher, seinen Willen aussprechen wollen, daß alle Repressalien gegen diejenigen ver­mieden. werden, die von ihrer vertraglichen Meinungs - und Abstimmungsfreiheit Gebrauch gemacht haben. Sie müssen die Ga­rantie ihrer Sicherheit in den Verpflichtungen fin­den, die die deutsche Regierung im Juni und De­zember letzten Jahres frei und feierlich übernom­men hat. Die Endregelung darf keine Bitterkeit zurücklassen. Sie muß, das ist die Hoffnung der Weltöffentlichkeit, in Würde erfolgen. Aus Grün­den der Menschlichkeit hat Frankreich den Zu­tritt zu seinem Gebiet den aus dem Saar­gebiet kommenden Flüchtlingen, die sich nach der Volksabstimmung an feiner Grenze einfinben soll­ten, nicht versagt. Es muß aber volles Einver- ftänbnis darüber herrschen, daß das Problem der Saarflüchtlinge internationalen Cha­rakter behält. Seine Lösung wäre Aufgabe des Völ­kerbundes.

Laval begründet die französische paktpolitik.

Indem er die Rückkehr zu Deukfchland be­grüßte, hat Reichskanzler Hitler noch einmal feinen Friedenswillen betont. Er hat erklärt, daß der Akt vom 13. Januar einen ent­scheidenden Schritt auf dem Wege der Versühnung der Völker bedeute, und daß das Deutsche Reich keine territoriale Forderung gegenüber Frankreich habe. Ich nehme davon Kenntnis. Die Annäherung zwischen unseren beiden Ländern ist in der Tat eine der wesentlichen Voraussetzungen der wirksamen Gewährleistung des Friedens in Europa. Frankreich ist friedliebend und verfolgt kein selbstsüchtiges Ziel. Es will der Würde, auf die ein großes Volk mit Recht bedacht sein muß, nicht in der geringsten Weise Abbruch tun.

Aber die Geschichte lehrt Frankreich, daß es in Sicherheit leben muß. Die ande­ren Rationen haben dasselbe Recht, lind um eines der Elemente dieser Sicherheit zu suchen, darf keine Regierung zögern, ihren Teil am Abschluß von Pakten zu übernehmen, die gerade den Zweck haben, jedem der unterzeichnenden Länder die unerläß­lichen gegenseitigen Bürgschaften zuzusichern. Erst gestern hat der französische Botschafter in Berlin der Reichsregierung eine Rote über den Ostpakt, über den wir die Verhandlungen fortsehen, überreicht. Bald werden wir nach der konkreten Form suchen, die den römischen Abmachungen ge­geben werden kann, damit ihre wohltuende Wirkung sich auf alle interessierten Länder er­strecke. So saßt Frankreich seine Sotidaritäts- pflicht auf, und das Gefühl dieser Pflicht ist für seine Schritte bestimmend. Der Friede ist ein Werk der Geduld, der Kühnheit und des Wil­lens. Er wird von allen Völkern gefordert. Er ist die Voraussetzung, ohne die das Elend sich in der Welt verschärfen wird. Er schließt den nationalen Stolz nicht aus. Frankreich ist nach wie vor bereit, seine Verantwortung bei der zu­verlässigen Organisierung des Friedens zu über­nehmen. Es fordert alle zur Mitarbeit auf. Ich habe Wert darauf gelegt, diese Erklärung vor

dem Völkerbundsrat abzugeben, denn im Rah­men der Genfer Institution und in strenger Uebereinstimmung mit den ihr zugrundeliegen­den Grundsätzen wird Frankreich das Werk des Friedens, dem es zugetan ist, fortsehen.

Auch die anderen Machte stimmen zu.

Der englische Großsiegelbewahrer Eben erklärte, die soeben erreichte Verständigung mache sowohl ben Parteien wie bem Völkerbund Ehre. Es sei wohl nicht zu viel gehofft, wenn man annehme, baß sie zur internationalen Verstänbigung beitragen werbe. Der Bericht bes Dreieraus­schusses sei in berufenen konstruktiven Geist abge­faßt wie bie Rebe bes französischen Außenministers, bie man soeben gehört habe.

Der sowjetrussische Volkskommissar Litwinow nannte bie Lösung ber Saarfrage einen Erfolg für bas Selbstbestimmungsrecht ber Völker. Es könne nun kein Zweifel mehr über bie Nationalität ber Saarbeoölkerung fein: S i e wolle beutsch bleiben mit allen bamit ver- bunbenen Folgen. Die enbgültige Lösung ber Saar­frage sei ein Schritt auf bem Wege zum Frieben, boch seien hier noch längst nicht alle Schwierigkeiten beseitigt. Der Friebe werbe aber nicht gesichert ba« durch, baß gewisse Staaten ihre eigenen Wege gin­gen, fonbern nur burch gemeinsame Ab­machungen, bie allen offen stäuben. Man müsse auch wissen, baß burch private Erklärungen biefes ober jenes Staatsmannes ber Friebe noch nicht garantiert sei. Dazu sei eine kollektive Sicherung notwendig.

Der türkische Außenminister Rüschty Aras als Präsibent bes Völkerbundsrates sprach ber Regie­rungskommission seinen Dank für ihre im Interesse bes Völkerbundes unb bes Friedens geleistete Arbeit aus.

Knox bat ben Völkerbunbsrctt um die Ermächti­gung, weitgehenbe Amnestiemaßnahmen im Saargebiet zu treffen unb biejenigen Maßnahmen aufzuheben, bie nur für bie Abstimmungszeit ge­troffen würben. Diese Ermächtigung würbe ber Re­gierungskommission ohne Aussprache erteilt, bi« Entschließung bes Dreierausschusses einstimmig angenommen unb die Sitzung geschlossen.

Januar, die Schaffung ber nationalen Einheit Deutschlanbs, nicht zerstören kön­nen.Setzt Deutschland in ben Sattel, reiten wirb es schon können", sagte Bismarck. Es ritt zu Zeiten schlecht, aber cs ließ s i ch nicht abwerfen. In Not unb Gefahr ist bas Reich fester zusammen- geschmiebet, als es Bismarck, gehemmt burch die Bedingungen seiner Zeit, vermocht hatte. Der Bund der deutschen Staaten und Fürsten ist zu einer deutschen Volksverbundenheit geworden. Die Grund­lage unb bie Möglichkeit solcher Entwicklung aber hat ber 18. Januar 1871 gelegt, nicht als Tag ber Kaiserproklamation, wie ihn unsere Väter nannten, fonbern als Geburtstag des Reiches unb ber beutfefjen Nation!

Wirtschaftliche Probleme des Handwerks.

Berlin, 17. Jan. (DNB.) Unter Vorsitz bes Reichshandwerksmeisters W. G. Schmibt tagten in Berlin bie Landeshandwerksmeister. Die im Dienst ber Arbeitsbeschaffung gebilbeten Lieferungs­genossenschaften sollen zu einem weit ver­zweigten System mit einer einheitlichen Spitze a u s- geb aut werben, so daß große Auftraggeber ihre Aufträge entweder über bas ganze Reich verteilen ober sie von einer Stelle aus zenral vergeben kön­

nen. Als neue Spitze ber Lieferungsgenossenschaften ist bieReichszentrale für Handwerks- tiefer ungen e. G. m. b. H." gegründet worden; ihr angeschlossen sind bie Lanbeslieferungsgenossen- {dpften ber einzelnen Hanbwerkszweige in ben Treuhänberbezirken.

Während bie Lieferungsgenossenschaften für bie Dauer bestimmt sind, hat sich namentlich im Bau- Handwerk eine andere Form eingebürgert, bie A rbeitsqemeinschaft" von Hanbwerkem, die sich nur für bie Heb ernannte unb Durchführung eines einzelnen Auftrages zusammengeschlossen haben. Für bie handwerkliche Arbeitsbeschaffung im Bauwesen spielt bie vom Hanbwerk 1934 gegründete TreubauAG. fürBaufinanzier ungen im Reich e" eine wichtige Rolle. Die Treubau finanziert und betreut Bauten. Sie ist babei zugleich Treuhänder für ben Bauherrn, für bie Kreditgeber und für bie ben Bau ausfüljrenben Handwerker. Durch ein neuartiges, solides Finanzierungssystem überbrückt sie die Spanne zwischen bem Eigenkapi­tal bes Bauherrn unb den Baukosten, prüft ben Bauvoranschlag unb überwacht bie Durchführung des Baues, so daß nur bauerfyafte unb grünbliche Hanbwerksarbeit geleistet wirb.

Mit Befriebigung konnte festgestellt werben, baß die Zwangsbewirtschaftung gewisser Rohstoffe zwar ' für den Handwerker eine Erschwerung bedeutet, aber i es ist auf bem Gebiet der unedlen Metalle bereits

eine Vereinfachung des Verfahrens er­reicht worben. Im ganzen bekommt ber Handwerker diejenigen Rohstoffmengen, die er braucht unb an« fordert. Für die Förderung bes Außen- I) a n b e l s bietet bas Handwerk erhebliche Möglich­keiten. Der Reichsstand ist bemüht, eine ständige Vertretung bes Handwerks in Leipzig durchzuführen. Zunächst hat ein notleidender Hand­werkszweig von besonderer kultureller Bedeutung, nämlich die Musikinstrumentenmacher, einen Zuschuß für die Vertretung auf ber Leipziger Messe erhalten.

Amerika senkt den Bierzoll.

Washington, 18. Jan. (DNB. Funkspruch ) Präsibent Roosevelt unterzeichnete Donnerstag eine Verordnung, durch bie ber Bierzo11 auf einen halben Dollar für bie Gallone (r u n b 4,5 Liter) ermäßigt wird. Die 93er- orbnung tritt in 30 Tagen in Kraft. Diese Bierzoll­senkung betrifft naturgemäß in erster Linie bi t großen Bier-Export1änber (Deutsch- l a n b, Englanb unb bie Tschechoslowakei). Die Un­terzeichnung ber Verordnung geschah in ber Erwar­tung, daß der durch die Zollsenkung steigende Absatz von ausländischem Bier auch die Ausfuhr bestimmter amerikan i s ch e r Erzeugnisse nach ben Ländern bes europäische» 1 Bierexports erhö h e n werde.