Das Reinigen der Straßen von Eis und Schnee.
Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt:
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach § 3 der Polizeiverodnung betr. Die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen vom 15. April 1929 den Grundstückseigentümern die Plicht zur Reinigung der Bürgersteige obliegt. Die allgemein verbreitete Ansicht, Daß der Grundstückseigentümer oder der zur Reinigung der Bürgersteige Verpflichtete erst durch einen'Polizeibeamten hierzu aufgefordert werden muß, ist nicht richtig. Der über Nacht gefallene Schnee ist bis spätestens um 9 Uhr wegzuräumen. Ist wegen fortgesetztem starken Schneefall die ständige Freihaltung nicht möglich, so muß die Abräu-
Gedenket der hungernden Vögel!
mit denen er längere Ausführungen über die Pflichten des Staatsbürgers verband.
Jungmeister Appel sprach den Dank der Prüflinge an Eltern, Lehrherrn und Lehrer aus. Dem Führer, der sich für die Motorisierung des Volkes einsetzt, wollen die jungen Handwerker in Fleiß und Treue nachstreben. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte Appel dem Obermeister Aß- m a n n und dem Prüfungsmeister Kircher eine Büste des Führers.
Kreishandwerksmeister S t ü h l e r übermittelte nun die Glückwünsche der Handwerkskammer Darmstadt und die der Kreisstelle Gießen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Junggesellen in den nächsten Jahren sich zur Meisterprüfung einfinden werden.
Dem Altgesellen Mohr überreichte er im Auftrag des Reichsstandes des deutschen Handwerks das Ehrenzeichen, das sonst nur Meister tragen dürfen.
Nach dem Ausmarsch der Fahnen schlossen sich noch einige gesellige Stunden in kameradschaftlichem Geiste an.
Gemeindeabend der Luthergemeinde.
mung in der Zeit von 9 bis 18 Uhr mindestens alle 5 Stunden einmal erfolgen. Sofern auf den Bürgersteigen Glatteis, eine gefährlich zu begehende Schneedecke, Schnee- oder Eisbuckel sich gebildet haben, oder die Bürgersteige sonstwie schwer zu begehen sind, müssen sie in einer Breite von mindestens einem Meter mit Sand, Kies, Asche oder sonst geignetem Streumaterial ausgiebig bestreut werden. Liese Verpflichtung erstreckt sich in der Zeit von 7 bis 19 Uhr. Wir haben die Polizeibeamten angewiesen, auf die Einhaltung genannter Polizeioerordnung strengstens zu achten.
Schülerinnen helfen dem WHW.
Von den Schülerinnen des Lyzeums und der Frauensckule wurden im Handarbeitsunterricht eine größere Anzahl Wäsche- und Bekleidungsstücke für Kleinkinder angefertigt und dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Bravo!
26 Waggons auf dem Güterbahnhof Gießen erbrochen.
Von der Kriminalpolizeistelle Gießen wird uns berichtet:
Am 15. Dezember in den späten Nachmittags- stunden wurden im Gießener Güterbahnhof 26 Güterwagen, die plombiert waren, gewaltsam auf- gerissen und auf ihren Inhalt durchsucht und durchwühlt.'Gestohlen wurden u. a. drei Paar Herrensportstiefel, vermutlich schwarzes Rindleder, Sohlen mit Stoßeisen und dicken Nägeln, 2000 Zigaretten, Marke Oberst, neun Flaschen Weinbrand und Likör und eine Menge Süßwaren.
Nach den bisherigen Ermittelungen scheinen die Täter jugendliche Personen zu sein, da bei der Tat größere Mengen Honigkuchen verzehrt wurden. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die erbeuteten Stiefel von den Tätern bereits getragen werden.
Die Neichsbahndirektion Frankfurt a. M. hat, um eine möglichst rgsche Aufklärung dieser frevelhaften Tat herbeizuführen, eine Belohnung, die unter Um- ftäntoi bis zu 500 Mark beträgt, für die Ermittelung der Täter ausgesetzt.
Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden ersucht, der Kriminalpolizeistelle Mitteilung zu geben.
Lossprechung derLehrlinge undGesellen des Krastfahrzeughandwerks.
Hakenkreuzbanner und HJ.-Fahnen umrahmten das Bild des Führers, mit dem am Sonntagnachmittag der Saal des Cafä Leib für die feierliche Lossprechung der Lehrlinge und Gesellen der Innung des Kraftfahrzeughandwerks der Provinz Ober Hessen geschmückt war. Die Kapelle K r e n g e l eröffnete die Feier. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches wurde von den Jungmeistern und Junggesellen unter Führung von Willi Appel die Fachschaftsfahne eingebracht. Der Gesangverein „Heiterkeit" brachte unter der Stabführung seines Dirigenten Wilh. Schöttler zwei Lieder zum Vortrag.
Jnnungsobermeister Ernst A ß m a n n entbot dann allen Teilnehmern den Willkommensgruß. Er führte dann weiter aus, daß auch das Kraftfahrzeughandwerk freudig Mitarbeiten will am Wiederaufbau des Vaterlandes. Die im Mittelpunkt dieser Feier stehenden jungen Menschen ermahnte er, durch Fleiß, Ausdauer und Gewissenhaftigkeit ihren Dank abzustatten und einstmals tüchtige Meister zu werden. Zeigt euch, so fuhr er fort, eurer Eltern, Lehr- und Prüfungsmeister würdig. Ihr seid eurer Innung und eurer Arbeit um so mehr verpflichtet, nachdem der Führer die Motorisierung unseres Vaterlandes mit aller Macht erstrebt.
Mit dem Wunsche, daß Gott das ehrbare Handwerk, das Volk und den Führer schützen möge, gab Kreishandwerksmeister S t ü h l e r die Anweisung zur Oeffnung der Jnnungslade und zum Entzünden der Kerzen. Nach der üblichen Wechselrede zwischen Kreishandwerksmeister, Prüfungsmeister Kircher und Jungmeister Appel richtete Kreishandwerks- meister Stüh le r die Mahnung an alle Jnnunas- mitglieder, alles Sinnen und Trachten dem ehrbaren Handwerk zu weihen, in Treue zum Führer und zur Ehre und zum Wohle des Vaterlandes. Dann sagte er dem Obermeister, den Eltern, den Lehrmeistern, den Lehrern der Fachschule und dem Prüfungsmeister Dank für ihren Dienst am Nachwuchs des Handwerks.
Bei getragenen Klängen der Musikkapelle überreichte Obermeister E. A ß m a n n den 17 Prüflingen aus Oberhessen die Gesellenbriefe und verpflichtete sie durch Handschlag über der Jnnungslade. .
Gesellenwart Mohr nahm die Einführung der Junggesellen in den Gesellenstand vor, wobei er sie ermahnte, durch eifrige Fortbildung das Selbstvertrauen zum eigenen Können zu stärken.
Dem besten Jungmeister D e ch e r t und dem Junggesellen Usinger überreichte der Kreishandwerksmeister für die beste Leistung je ein Buch mit einer Widmung. Während das Lied vom guten Kameraden ertönte, ehrte man das Andenken der für das Vaterland Gefallenen. Mit dem Treuegelöbnis zum Handwerk, Volk und Vaterland und zum Führer und Reichskanzler schloß die feierliche Handlung.
Hierauf überbrachte Regierungsrat Weber die Glückwünsche des Kreisamtes Gießen. In seine Ermahnungen schloß er den Hinweis auf die Pflicht jedes einzelnen ein, neben der Pflege des Fachwissens die des nationalsozialistischen Gedankengutes einhergehen zu lassen. Der Rektor der Berufsschule, Adam, gab seiner Freude über das gute Einvernehmen zwischen Handwerk und Fachschule Ausdruck. Für die Partei und die DAF. überbrachte Kreisamtswalter Schimmel di« Glückwünsche,
In der Turnhalle am Oswaldsgarten hielt am Sonntag die Luthergemeinde einen reichhaltig ausgestalteten Gemeindeabend ab. Ein von Konfirmandinnen aufgeführtes Adventsspiel ließ in sinniger Art die Entzündung des Lichtes der Erkenntnis im Menschenherzen verständlich werden. Die Gemeinde fang hierzu ein geistliches Lied.
In seinen Grußworten im Namen des Kirchenvorstandes sagte Professor Dr. H e p d i n g, daß die Freude über das durch den guten Besuch zum Ausdruck gebrachte Zusammengehörigkeitsgefühl sehr groß fei. Die Gemeinde habe ihren Begründer, Pfarreer Lenz, sehr ungern scheiden sehen, aber sie sei froh, in Pfarrer Anthes einen tüchtigen Prediger und aufrechten Mann gesunden ^u haben. Wohl seien in der Lutherkirche die Mauern gar zu eng, aber dadurch werde das Zusammengehörigkeitsgefühl besser geweckt. So sei sie immer mehr zum Mittelpunkt der Gemeinde, der Volksgemeinschaft geworden. Der zu erfreulichem Aufschwung geführte Kirchenchor und die Jugend hätten sich freudig in den Dienst dieses Abends gestellt, ebenso dankbar begrüßte die Gemeinde die musikalischen Darbietungen des Schättler-Trios.
Vom Kirchenchor unter der Leitung von Dr. Reichert vorgetragene alte Volkslieder, Mozarts „Divertimento", vom Schättler-Trio klangschön gespielt, und von Knaben mit guter Betonung vorgetragene Gedichte leiteten über zu einem erbauenden Vortrag von Studienrat Reinhardt über „Sie ch r i st- liche Verantwortung für die Jugen d". Der Vortragende begründete die ernste Verpflichtung der Eltern und Erzieher zu einer verantwortlichen Erziehung der Jugend im christlichen Geiste. Bei dieser Erziehung komme es nicht so sehr auf Wort und Rede, sondern auf die erzieherische Gesamthaltung an. Wenn Christus als Herr und Erlöser im Herzen und im Hause sei, würden die Eltern auch imstande sein, die Kinder in seinem Namen aufzu- neymen und sie für das Gottesreich heranzubilden. Von maßgeblicher Bedeutung werde dabei fein, wie die Eltern selbst zu seiner Offenbarung stehen. Nur von dem Bekenntnis zu Gott und der Bereitschaft, ihm die Ehre zu geben, die ihm gebührt, hänge der Einfluß auf die Jugend ab. Es sei notwendig, daß die Eltern wieder Zeit für ihre Kinder haben, daß sie Anteil nehmen an ihren Spielen, Fragen, Sorgen, Nöten und Freuden. Nur wer es ernst nehme mit der christlichen Erziehung, der baue eine gesunde Familie auf, die auch eine gesunde Zelle des Volkes bilde.
Gemeindegesang beschloß den ersten Teil des Abends. Das Schättler-Trio und der Kirchenchor leiteten dann über zu einem vorweihnachtlichem Spiel, das die weibliche Gemeindejugend mit schönem Eifer aufführte.
In einem Schlußwort dankte Pfarrer A n t h e s allen Mitwirkenden für diese schönen Stunden, besonders Herrn Weckerling für alle Mühe und Arbeit. Der Kirchenchor fang „In dulci jubilo“ und die Gemeinde „Vom Himmel hoch" zum Abschluß.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 17. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, das Pfund 10 bis 12, Weißkraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10, Meerretttch 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., der Zentner 10 bis 30 Mk., Birnen, das Pfund 12 bis 25 Pf., Nüsse 45 bis 55 Pf., Gänse 1 bis 1,20 Mk., Blumenkohl, Das Stück 10 bis 60 Pf., Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf.
*
** Gendarmerie-Per sonalie. Der Gendarmerie-Hauptwachtmeister Michael Kolb in Gießen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1936 ab unter Anerkennung der dem Reiche geleisteten treuen Dienste in den Ruhestand versetzt.
** Die Auszahlung ber Dien ft belüge vor Weihnachten betrifft eine Verfügung der Zentralabteilung der Landesregierung an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeinbeverbände unb sonstige Körperschaften bes öffentlichen Rechts. Danach können mit Rücksicht auf bas Weihnachtsfest gezahlt werben a) bie am 25. Dezember fällig wer- denben Dienstbezüge ber Angestellten am Freitag, 20. Dezember, unb b) bie am 27. Dezember fälligen Löhne für bie Arbeiter am Montag, 23. Dezember. Die für biese Zahlungen erforberlich werbenben Ueberweisungen auf Bank- usw. Konten, sowie bie- jenigen im Postwege bürfen jeweils einen Werktag früher getätigt werben.
** Die Weihnachtsferien in ben Schu- l e n. Nach einer Anorbnung ber ßanbesregierung — Abteilung II — bauern bie Weihnachtsferien in ben Schulen von Montag, 23. Dezember, bis Montag, 6 Januar 1936, einschließlich. Schulbeginn im neuen Jahre am Dienstag, 7. Januar. Für bie Berufsschulen beginnt ber Unterricht einheitlich am Montag, 6. Januar.
** H I- L i e b e r in ben Singstunden der Schulen. Das Kreisschulamt Gießen'empfiehlt in einer Mitteilung an die Schulvorstände ben Lehrern unseres Kreises, in ben Singstunben ber Schulen bie Lieber der HI. gebührend zu berücksichtigen unter Benutzung des HJ.-Liederbuches „Uns geht bie Sonne nicht unter", bamit gemeinsam mit ber Jugendorganisation unserer Jugenb ein guter Liederschatz vermittelt wird.
** Wohnungsumbau. Die Stadt Gießen hat in dem ehemals der Inneren Mission gehörigen Gebäude der früheren „Herberge zur Heimat" (Hinter der Weftanlage 11) Wohnungen schaffen lassen. Durch die Einfügung von Zwischenwänden, die Auf
stellung von Oefen und Herden und durch die Zuführung von Gas und Wasser wurden in dem dreigeschossigen Hause 17 Zwei- bzw. Einzimmerwohnungen geschaffen, die nunmehr nahezu fertig sind. Die Wohnungen können in Bälde bezogen werden.
** Unfall In einer hiesigen Gaststätte ereignete sich gestern ein Unfall. Ein junger Mann, der einen epileptischen Anfall hatte, stürzte heftig zu Boden und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung sowi? eine Lippenverletzung. Der Bedauernswerte mußte in die Klinik gebracht werden.
** Nachgebühr für nicht freigemachte Drucksachen. Nicht freigemachte Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben oder Mischsendun-
gen werden von der Post nicht befördert. Werden versehentlich solche Sendungen abgesandt, so hat die Post bisher für Sendungen unter Hülle bis zum Gewicht von 500 Gramm die Gebühr für einen freigemachten Brief und für Drucksachen in Karten» form, sofern sie den Besttrnrnungen für Postkarten entsprachen, die Gebühr für eine freigemachte Post» karte erhoben. Nach einer neuen Bestimmung soll künftig in solchen Fällen das Eineinhalbfache der Gebühr einer gleich schweren entsprechenden Sen» düng in Ansatz kommen. Verweigert der (Empfänger die Zahlung, so werden die Sendungen nach Streichung des Gebührenansatzes als unzulässig zurückgesandt.
S.Upor/
V. f. R. Lich.
Lich I — Garbenleich I 3:2 (0:2).
Auf dem Sportplatz in Lich standen sich beide Mannschaften im Punktspiel gegenüber. Lich, das für feinen Rechtsaußen Ersatz einstellen mußte, trat mit gemischten Gefühlen der kompletten Elf Garbenteichs gegenüber. Sofort nach Anstoß zeigten beide Mannschaften ihr ganzes Können; jedoch konnten keine zählbaren Erfolge gebucht werden. Gegen Schluß der ersten Spielhälfte konnte Garbenteich in kurzem Abstand zwei Tore erzielen und allgemein glaubte man, das Spiel sei hier schon für den Tabellenführer entschieden. Nach Halbzeit verschoß Lichs sonst sicherer Elfmeterschütze einen Hand-Elfmeter. Im weiteren Verlauf arbeitete die Stürmerreihe der Gastgeber weitere Torgelegenheiten heraus, von denen innerhalb einer Viertelstunde zwei Bälle unhaltbar für Garbenteichs Torhüter verwandelt wurden. Durch den Gleichstand des Spieles ermuntert, fetzte sich Lich im gegnerischen Strafraum fest und Garbenteichs Tor wurde stark bedrängt. Im Lager der Gäste, die mit vielen Sportinteressenten nach Lich gekommen waren, um hier auch wieder ihrer Mannschaft einen Rückhalt zu gewähren, mußten erleben, wie Lich noch das dritte und somit das Siegestor an sich brachte.
Fußball-Abteilung des Turnvereins Wißmar. Tv. Wißmar — Tv. Launsbach 5:1.
Arn Sonntag empfing die 1. Mannschaft von Wißmar die gleiche von Launsbach zum fälligen Verbandsspiel. Schon nach 10 Minuten sah man Wißmar als die bessere Mannschaft. Der Sturm kombinierte sehr gut und erzielte auch das erste
Tor. Aber kurz darauf konnte Launsbach zu einens Treffer kommen. Durch ein Mißverständnis zwischen dem rechten Verteidiger und dem Tormann konnten die Gäste den Ball mühelos einschieben. Das Tempo steigerte sich und kurz vor Halbzeit könnt« Wißmar den 2. Treffer für sich buchen. Nach Halbzeit wurden die Gäste zeitweilig in ihre Hälfte eingeschnürt. Einen Eckball von links konnte der Halbrechte zum 3. Tor verwandeln, dem noch zwei meliere Tore der beiden Halbstürmer folgten. Besonderes Lob gebührt dem Sturm, der es immer wieder verstand, die Hintermannschaft der Gäste zu überrumpeln. Schiedsrichter Rüspeler-Gleiberg hatte zeitweise einen schweren Stand, war aber Merzest der Situation gewachsen.
Fußball in Oaubriugeu.
Daubringen I — Flensungen I 9:1.
Am Sonntag standen sich auf dem Daubringei Platz beide Mannschaften gegenüber. Das Spiel endete trotz zweier Abseitstore der Daubringer und des stets gleichbleibenden Eifers der Flensunger mit einem Sieg der Einheimischen von 9:1 Toren.
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1900 1. Schüler — Garbenteich 1. Schüler 1:1.
Die kleinen Blau-Weißen führten ein sehr schönes Spiel vor, obgleich sie vor dem Tore großes Pech hatten. Garbenteich ging gleich nach Beginn Des Spieles durch einen Fehler Der VerteiDiaung in Führung. Aber Die kleinen Gießener ließen sich nicht irre machen und Angriff auf Angriff rollte auf das gegnerische Tor. Endlich kurz vor Schluß gelang ihnen durch einen schön vorgetragenen Angriff Der verDiente Ausgleich.
Deutschlands Olympia-Vorbereitungen.
Tagung bes Deutschen Olympischen Ausschusses.
Unter Dem Vorsitz feines Präsidenten, des Reichssportführers von Tfchammer und Osten, tagte Der Deutsche Olympische Ausschuß am Samstag im Haus Der Flieger zu Berlin. In Dieser Sitzung wurde eine Generalübersicht über Den Derzeitigen StanD Der deutschen Olympiavorbereitungen gegeben. Die von Den Fachamtsleitern erstatteten Berichte gewährten einen vortrefflichen Einblick in Die gewaltige und bis ins Kleinste durchdachte Organisation. Man konnte die feste Ueberzeugung gewinnen, daß alles getan ist, was nach menschlichem Ermessen geleistet werden kann. Einleitend schilderte der Reichssportführer kurz den Werdegang Des Deutschen Olympischen Ausschusses. Weiterhin gab er einen anschaulichen Abriß über Die in Den letzten beiden Jahren vom DOA. geleisteten Vorarbeiten für die deutsche Beteiligung an den Olympischen Spielen 1936. Der Grundton feiner Ausführungen war feine Warnung vor übertriebenem Optimismus. Vielmehr sei erwünscht, daß alle maßgebenden Männer bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf aufmerksam machten, daß bei einer Zusammenkunft der besten Athleten der Welt so viele überlegene Könner beieinander seien, daß es schon eine ganz außerordentliche Leistung ist, innerhalb einer solchen Konkurrenz überhaupt zu bestehen. Um nicht den Blick für die Grenze der eigenen Leistungsfähigkeit zu verlieren, sollen unsere Olympia- Kandidaten weder durch ein übertriebenes Selbstvertrauen sich zu überlegen fühlen, noch von der öffentlichen Meinung in den Himmel gehoben werden.
Nach dem Reichssportstihrer sprach sein Stellvertreter Arno Breitmeyer über die Arbeit der Fachausschüsse in den Organisationskomitees für die Olympischen Spiele.
Olympia-Inspekteur Busch teilte sodann die allgemeinen Richttinien für die weiteren Vorbereitungen mit. In 10 Punkten gliederte er die für die Sommerspiele noch zu leistende Arbeit. Den breitesten Raum der Sitzung beanspruchten die zum Teil sehr ausführlichen Berichte der Fachamtsleiter. Als Erster konnte Baron le Fort für den Wintersport das einzigartige zahlenmäßige Melde.
ergebnis für die IV.Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen bekanntgeben. Die gleichen hoffnungsvollen Wünsche hegten V i e r e g g vom Fachamt Eissport und Erwin H a ch m a n n als Führer des Bobsportes für ihre Olympia -> Vertreter.
Dberturnroart Martin Steding teilte mit, daß unsere Olympiaturner Das nach internationaler Wertung noch fehlende Können in den Freiübungen und an hängenden Ringen nahezu aufgeholt haben. Für Das Fachamt Schwerathletik sprach Dr. Herl, der in erster Linie von einem famosen Kameradschaftsgeist unserer Ringer in beiden Stilarten und Den Gewichthebern berichten konnte. Fachamtsleiter RüDiger betonte, Daß unsere Amateurboxer an Härte unD Ausdauer erheblich gewonnen hätten. Georg H a x, Der Führer Der Deutschen Schwimmer, konnte für Das zu Ende gehende Jahr eine geradezu beispiellose Leistungssteigerung nachweisen.
Dr. Ritter von Halt gab bekannt, daß Das Fachamt Leichtathletik Die weitere Arbeit Den Vereinen unD Sportlehrern überlasse. Unsere Leistungen haben mit Denen Der Athleten in allen Weltteilen Durchaus Schritt gehalten, sie berechtigen zu Der Annahme, daß in den 23 Hebungen der Männer und den sechs Der Frauen je einer Der sechs Endplätze von den deutschen Olympia-Kämp- fern erreicht werden kann. Im Fußball, Handball, im Rudersport, Fechten, Schießen, Segeln, Kanusport, Reitsport, Radsport und im Modernen Fünfkampf, in allen Zweigen der olympischen Wettbewerbe, konnten die Fachamtsleiter oder ihre Beauftragten von einer erfolgreichen Tätigkeit berichten.
*
Amerikanische Olympia - Teilneh» wer treffen fast mit jedem gegenwärtig in Hamburg einlaufenden Nordamerika-Dampfer ein, ob» chohl die Winterspiele selbst erst im Februar stattfinden. Am Mittwoch kam der Skiläufer Washburn in Hamburg an, die Skiläuferin Hanna Locke hatte den gleichen Dampfer bereits in Le Havre verlassen.
Handball im kreis VIII Cahn-Dill).
Auch die Ergebnisse des letzten Sonntags lassen vor allem in der Bezirks- unb 1. Kreisklasse noch keine klare Sicht zu. Während in der Bezirksklasse Zwar ziemlich sicher angenommen werden kann, daß Der Meister entweder Lützellinden oder Wetzlar heißt, hat sich diese Frage in der 1. Kreisklasse noch mehr verdichtet. Es steht jetzt wohl fest, daß Der Sieger in Der Derzeitigen Spitzengruppe (Hörnsheim, Groß-Rechtenbach und Niedergirmes) zu suchen sein wird. Atzbach, das erneut zwei Punkte abgeben mußte, und Holzheim, dem es sicher auch nicht anders ergehen dürfte, werden kaum noch bestimmend eingreifen. In der 2. Kreisklasse hat die Jnteressenlosigkeit noch nicht nachgelassen. Denn auch neuerdings haben wieder verschiedene Mannschaften dem Gegner Die Punkte kampflos überlassen.
Vezirksklasse.
Mtv. Gießen — VT. Hochelheim 5:5 (2:2). Mit Diesem erneuten Punktverlust haben Die Gießener wohl keine Chance mehr, in Das Geschehen noch irgendwie einzugreifen. Wenn man sich vor Augen hält, mit welchem Elan sie zu Beginn der Runde von Sieg zu Sieg eilten, so kann man Das eigentlich schlecht verstehen. Und trotzdem hat es seine Richtigkeit. Die Hochelheimer waren wohl gut, eine in sich gefestigte Gießener Vertretung hätte sie aber trotzdem schlagen müssen. So war es schließlich so, daß Uneinigkeit und Eigennützigkeit der einzelnen Spieler besonders in der zweiten Halbzeit für den unnötigen Punktverlust verantwortlich zeichneten.
Tv. Heuchelheim — Tuspo Marburg 8:12 (3:5). Heuchelheim war keineswegs so schlecht, wie Das Ergebnis besagt. Im Gegenteil. Cs hätte
sehr leicht einen Sieg der Einheimischen geben können, wenn einzelne Spieler anstatt mit dem Mund zu spielen, sich von vornherein richtig und vor allem zweckmäßig eingesetzt hätten. Nach einem guten Start (es hieß kurz nach Beginn bereits 3:0 für Heuchelheim) verlor die Mannschaft immer mehr an innerem Zusammenhalt. Als bann noch zwei Spieler bas Feld verlassen mußten, war Die NieDerlage endgültig besiegelt unb zwei wertvolle Punkte, die schon sicher in der Tasche waren, weg.
Tv. Wetzlar — Tv. Münchholzhausen 16:1 (10:0). lieber dieses Spiel ist nichts zu sagen. Das Ergebnis spricht für sich. In dieser Form werden die Wetzlarer, wenn nicht alles trügt, und wenn nicht der derzeitige Spitzenreiter aufpaßt, unangefochten die Spitze erringen.
1. Kreisklasse.
Tv. Atzbach — Tv. Hörnsheim 4:6 (1:2). Das obige Spiel hatte trotz feiner Wichtigkeit niemals ben Charakter eines Punktekampfes. Beide Mannschaften spielten sehr fair zusammen, baß man es wirklich bedauern muß, nicht allsonntäglich solche Treffen zu sehen. Trotzdem Atzbach drei Mann ersetzen mußte, konnten sie das Spiel ziemlich offenhalten, mußten sich aber zum Schluß doch noch geschlagen bekennen. Mit diesem erneuten Punktoer- lüft Dürfte Atzbach nicht mehr in den Endkampf kommen.
TV. Holzheim — TD. Groß-Rechtenbach 6:6 (5:3). Die Einheimischen machten Den Fehler, daß sie Groß-Rechtenbach unterschätzten. Sonst hätte es nicht Vorkommen Dürfen, daß, nach' nem bereits eine 5^-Fühnmg bestand» dtz SM
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