die
Aus der Provinzialhauptstadt
an-
Nachdruck verboten!
22 Fortsetzung.
werden die Hilfskassenbeiträge vorher nicht genommen.
gasse, In Kobers Hos, Marrtpraye, lucuusumg, Wagengasse, Marktplatz, Alicenstraße, Bismarckstraße am 21. von 15 bis 18 Uhr und von
Winterhilfswerk 1935/36
Ortsgruppe Gietzen-Mitte.
Die Kreisrundfunkstelle der NSDAP., sowie Geschäftsstelle des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer befindet sich ab heute im Selters- weg 77 (früher Radio-Haus Kogel). D»e Geschäfts-
stunden find täglich (außer Samstag) von 17 bis 19 Uhr. Der technische Leiter ist nur Dienstag und Freitag von 19 bis 20 Uhr zu sprechen.
Die Kreisrundfunkstelle erteilt kostenlos Auskunft in allen Rundfunkfragen. Kostenlose Rohren- und Geräteprüfungen werden im allgemeinen nur für die Mitglieder durchgeführt, jedoch können minder- bemittelte Volksgenossen auch diese Einrichtung kostenlos benützen.
Eintrittskarten zu dem Sack-Groh-Konzert zu ermäßigtem Preis für die Mitglieder können bereits jetzt schon in der Geschäftsstelle vorbestellt werden, da mit einem großen Andrang zu rechnen »st.
Die deutsche Arbeitsfront n.9.=6emcinfd)aft „firaft durch freubc
Finkel, der in sinnvoller Weise das Aufbauwerk unseres Führers darlegte.
Nach einem kurzen kameradschaftlichen Deisam- mennsein, wobei der Musikzug für die musikalische Unterhaltung sorgte, gingen die einzelnen NSKK.- Männer gegen halb zwei Uhr nach Hause.
Die Kreismndfunkstelle nach Settersweg 17 verlegt.
Herrn von Gerling, und ich habe vorhin einen kleinen Spaziergang mit ihm gemacht..." Sie machte eine bedeutungsvolle Pause, aber sie mußte bemerken, daß die ahnungslose Evi gar keine Eisersucht zeigte. „Nun, und da ist ihm vorhin eine Kleinigkeit aus der Brieftasche geglitten, und ich glaube, es wäre den beiden Beteiligten peinlich, wenn ich es wüßte, während doch Herr von Gerling sicher zu Ihnen Vertrauen hat... Nehmen Sie es also und geben Sie es Herrn von Gerling zurück! Und ich glaube, Fräulein von Jnnemann sagen Sie gar nichts. Sie würde sich vielleicht kränken, daß er mit iyren Geschenken so wenig achtsam umgeht. Geben Sie es ihm nur persönlich! Sie haben ja sicher genügend Gelegenheit, allein mit ihm zu sprechen.
Sie klopfte Evi mit einem spöttischen Lächeln auf die Schulter und wandte sich ab.
Evi aber fühlte, wie plötzlich ihre Finger zu zittern begannen; auch sie hatte sofort Monikas Bild erkannt.
Wie hübsch Monika auf dem Bilde war! Natürlich besaß Friedrich Gerling ihr Bild. Wahrscheinlich liebte er sie auch; Monika war ja so liebenswert! Aber warum hatte er sie selbst bann im Park geküßt? Evis Augen füllten sich mit Tränen. Es hatte doch auch keinen Zweck, darüber nachzudenken. So ober so — Gerling konnte boch niemals baran benfen, ein armes Mädchen und noch dazu eines, das jeden Abend in einem Kabarett auftreten mußte, zu heiraten. Da war es ja viel besser, wenn es ftüher zu Ende war.
Vielleicht war es gerade gut, daß sie ihm selbst dieses Bild zurückgeben konnte. Es würde ihm erleichtern, ihr die Wahrheit zu sagen. —
Jetzt hatte auch Evi ihre Freude verloren, und so wurde es eine bedrückte Heimfahrt; denn selbst Frau Klinke konnte angesichts so Dieter verschlossener ober sogar verstörter junger Gesichter ihren guten Humor nicht bewahren.
15. Kapitel.
Es würbe boch später, als man zuerst angenommen hatte, bevor man München erreichte. Als das Auto vor bem Hotel hielt, erkannte Evi, daß sie nur gerade noch knappe Zeit hatte, sich zu Hause nach Muttchen umzusehen, bevor sie auftreten mußte. Sie verabschiedete sich daher hastig. Monika legte den Arm um sie und küßte sie herzlich.
Dann lief Evi schon die Straßen hinunter. Aber auch Shirley, deren erregte Nerven noch immer fieberhaft arbeiteten, hatte plötzlich einen Einfall.
Sie verabschiedete sich gleichfalls hastig. Si6 wollte Gewißheit haben. Sie wollte einmal herausbekommen, wohin diese geheimnisvolle Evi immer so eilte. Es konnte ja gar nicht schwer sein.
Evi, die tief in Gedanken mar, würde sie sichet nicht bemerken.
Als Evi die Elektrische bestieg, stieg sie ebenfalls ein. Und als Evi nach einer langen Fahrt endlich ausstieg, lief sie auch sofort mit gesenktem Kops weiter, ohne daß sie eine Ahnung hatte, daß u)< jemand folgte.
So konnte Shirley einige Augenblicke später das Haus erreichen, in dem Evi wohnte.
Sie zögerte nicht lange, sondern betrat den fPjw1 lich beleuchteten Fluy. Gortsetzung W*
Zu jedem kommt einmal das GM. Roman von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
Aus parteiamtlichenDekanntmachungen
Der NS. - Lehrerbund im Kreise Gie- h e n — Mädchenerziehung — gibt bekannt, daß am morgigen Mittwoch, 18. September, um 15.30 Uhr, im Zeichensaal der Goetheschule eine Zusammenkunft ftattfinbet, in ber Bericht über bie Erziehe- rinnentagung in Saarbrücken Erstattet und ein Vortrag über „Die Stellung der Frau bei den nordischen Völkern" gehalten wird. Die Lehrerinnen der Volksschulen, der höheren Schulen und der Berufsund Fachschulen sind eingeladen.
Shirley Preston war außer sich vor Zorn über die Zurückweisung, die sie bei Gerling erlitten hatte, zurückgeblieben. Diese Demütigung würde ihr Stolz niemals vergessen. Aber sie wußte, daß sie sich beherrschen mußte, denn sie wollte diesem eingebildeten Mädchen, dieser kleinen Tanner, nicht den Triumph gönnen, daß sie ihr ihre Niederlage vielleicht vom Gesicht ablesen konnte. Und bann: War Gerling für sie verloren, so mußte sie eben boch daran denken, diesen langweiligen Patton, den Iohnie Klinke, einzufangen. Es war ja auch das Klügere; Maud hatte ganz recht gehabt, zu warnen und zur Vernunft SU predigen. Aber tzaüs
von 20 bis 22 Uhr.
4. Neustadt, Horst-Wessel-Wall, Mühlstraße, Bruch- stratze, Goethestrahe am 20.9„ von 15 bis 18 Uhr und von 20 bis 22 Uhr.
5. Schanzenstraße, Tiefenweg, Sandgasse, Ritter- gasse, In ßöbers Hof, Marktstraße, Mäusburg,
Unterstützungsanträge für das WHW. 1935/36 der Volksgenossen aus den Straßen:
" ~ " Mai-
haben unserem Führer dieses Dort gebankt durch univanbelbare Treue, wie vorher auch.
Die SA. hat in diesem Jahre vom Führer eine besondere Aufgabe bekommen, den Reichswett- L a m p f. Er sollte eine Probe sein, ob die SA. auch für größere Aufgaben geschult sei. Daß wir den Reichswettkampf durchführten, hat unsere Feinde nicht so sehr berührt, als wie er durchge- führt worden ist, denn dabei hat sich gezeigt, daß
die alte SA. noch lebt, daß wir die Träger der Bewegung sind und daß wir den revolutio
nären Geist noch haben. *
Da sind unsere Feinde in die Mauselöcher gekrochen, und was jetzt von ihnen noch übrig bleibt, stirbt an der eigenen Dummheit. Wir hatten nicht zu hoffen gewagt, daß der Führer uns jetzt schon vor größere Ausgaben stellen würde. Aber er hat uns diese Aufgabe gestellt, und wir werden es »hm danken, indem wir
alles daransehen, die Aufgabe restlos zu erfüllen,
wie es bei der alten SA. und auch jetzt in ber gesamten SA. immer gewesen ist und immer bleiben wird. _.., . _ M
Der schönste Dank, den ber Führer der SA. ausgesprochen hat, liegt in den Worten: „3 ch grüße meine alte S A". Das waren stolze Worte der Anerkennung, schönere Worte kennt der SA.-Mann nicht. Der SA.-Mann ist selbstlos und treu. Das Lob des Führers ist ihm Dank genug für seine ganze Arbeit und für sein ganzes Leben.
SA.'kameraden, lch danke euch, daß ihr das alte Ansehen der Gießener SA. hochgehalten habt.
Der Führer hat dem Führer ber Gruppe Hessen beim Vorbeimarsch der Brigade 14 7 zugerufen: Tadellos!" Wieder ein Wort des Führers, das uns mit stolzer Freude erfüllt, uns aber auch ein Ansporn fein soll, immer unser Bestes herzugeben.
Ich bin stolz darauf, solche Manner führen zu dürfen!
SA., ftillgeftanben! Die Fahnen hoch! Wir grüßen unseren Führer in alter SA.- Ireue mit dreimaligem Sieg-Heil!
Voll freudiger Begeisterung stimmten bie ©21.- Kameraden und die große Menschenmenge in den Gruß an den Führer ein. Darauf wurden gemein- fam die vier Verse des Horst-Wessel-Liedes gelungen, anschließend in feierlicher Weise die Fahnen der Gießener SA. in den Fahnensaal des Standartengebäudes getragen. Hierauf wurden die SA.- Männer vom Standartenführer nach ihren Standorten entlassen.
Die Heimkehr des NSKK.
Gegen 23.45 Uhr trafen die Nürnbergfahrer der M o t o r ft a n ö a r t e 1 4 7 auf dem Gießener Bahn- Hof ein. Der Musikzug der Motorstandarte 147 begrüßte die Führer und Manner der NSKK. mit einem schneidigen Marsch. Zur mitternächtlichen Stunde ging es zum Empfang durch die Stadt in das Cafe Leib, wo der Führer der Motorstandarte 147, Staffelführer Nagel, packende Worte an die NSKK.-Männer richtete. In kurzen Zügen schilderte er die Tage des Reichsparteitages, wo sie das Glück hatten, unserem Führer in die Augen zu sehen. Nach einem begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf unseren Führer wurde spontan das Horst-Wessel- Lied angestimmt.
Zur Begrüßung der Nürnbergfahrer sprach der Führer des Motorsturmes 3/M 147, Oberscharführer
20 bis 22 Uhr.
Mietbücher, Quittungskarten und alle sonstigen Unterlagen über bie Einkommensverhaltnisse finb vorzulegen.
Der Ortsgruppenamtsleiter.
Ortsgruppe Gießeu-Güd.
Abteilung hilfskasse.
Vetr.: Bezahlung ber httfskassenbeitrSge für bas letzte Vierteljahr 1935.
Am Montag, 16., unb Dienstag, 17. September, in ber Zeit von 20 bis 22.30 Uhr, zahlen alle Angehörigen ber SA., SS., NSKK., Reiter» unb Marine-SA., bie nicht Parteigenossen finb, den Hilfskassenbeitrag für bas 4. Vierteljahr 1935 im Restaurant „Zum Tannhäuser", Frankfurter Sttaße 83.
Wer an biefen beiben Abenben ben Beittag nicht bezahlt, wird bei ber Hilfskasse in München adge- melbet
Ortsgruppe Gießen Nord.
Abt. Hilfskasse.
Bett.: Bezahlung ber hilfskassenbeiträge für das letzte Vierteljahr 1935.
Am Donnerstag, 19. September, unb Freitag, 20. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr, zahlen alle SA., R.-SA., NSKK., Reiter- unb Marine-SA. usw. Angehörige, bie nicht Partei- genossen sind, den Hilfskassenbeitrag für das 4. Vier- teljahr 1935 im Caf6 Leib, Walltorstraße.
Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wirb in München bei ber Hilfskasse abgemeldet. Auch
Orts- unb Vetriebswanberwarle von Gießen, Lollar unb Heuchelheim.
Am Sonntag, 22. September, findet eine Wanderung nach dem Dünsberg statt. Treffpunkt ist in Bieder am Bahnhof. Abfahrt mit der Biebertalbahn in Gießen ab 8.20 Uhr, Sonntagskarte 0,80 Mark, ober mit bem Rab 8 Uhr ab Lahnbrücke. Rucksackverpflegung. Die Wanberung geht von Bieber nach dem Dünsberg, bann nach Frankenbach burch bas Strupbachtal nach Bieber. Führer: Wanderwart Paul Werner, Lollar. Melbungen über bie Teilnehmerzahl bis Donnerstag, ben 19. September, auf ber Geschäftsstelle, Schanzensttahe 18. Fehlanzeige erforberüd).
MilitLrlonzerie im Saargebiet.
In den nächsten Tagen werden mehrere Militärkapellen der Wehrmachtsteile von Gießen und aus Nachbargarnisonen eine gemeinsame Konzertreise nach dem Saargebiet antreten. Dabei wirb auch das Musikkorps des Infanterie-Regiments Gießen beteiligt fein. Die Musikkapellen konzer- tieren im Saargebiet in Saarbrücken, Saarlouis, Völklingen, Neunkirchen und St. Ingbert, ferner auf der Rückreise noch in Ludwigshafen. Die Konzerte finden vom 21. bis 25. September statt.
Anordnung
über die Kennzeichnung von Wein.
Fwd. Der Reichsbeauftragte für bie Regelung des Absatzes von Weinbauerzeugnissen hat mit Zustimmung bes Reichsministers für Ernährung unb ßanb- wirtschaft unb bes Reichsministers bes Innern eine Anorbnung über bie Kennzeichnung von Wein erlassen.
Nach ber Anorbnung muß bei deutschen Weinen, die in Flaschen feilgehalten ober verkauft werben, bas Gebiet ober Untergebiet ihrer Herkunft, bei aus-
man benn Macht über fein eigenes, leibenschaft- liches Temperament?
Plötzlich stieß ihr Fuß gegen etwas Weiches, bas am Boden lag. Sie bückte sich und erkannte im nächsten Augenblick, daß es Gerlings braune Brieftasche war. Wie interessant! Keinen Augenblick zögerte Shirley, sie zu öffnen unb ihren Inhalt einer aufmerksamen Prüfung zu unterziehen. Aber ber Inhalt enttäuschte sie: zwei Briefe, bie barin lagen, waren rein geschäftlichen Inhalts, bann einige Visitenkarten. Nichts, was Shirley Preston zu finben erwartet hatte. Aergerlich wollte sie bie Brieftasche wieder auf den Boden werfen — benn sie bachte natürlich nicht baran, sie etwa Gerling nachzutragen —, als sie in einem Seitenfach noch etwas ertastete. Hastig öffnete sie den Verschluß unb hielt eine kleine Pyelographie in ber Hand. Sie hielt sie nahe an die Augen und erkannte sofort, trotz ber immer stärker roerbenben Dämmerung, baß es ein Bild Monika von Jnnernanns in einem länb» lichen Kleibchen war.
Sie lachte höhnisch auf. Also so war biefer Gerling! Er war gewiß nicht der Mann, ber von jebem x-beliebigen Mädchen Bilder bei sich trug. Er hatte also Monikas Bilder bei sich, trotzdem er bis über beide Ohren in Evi verliebt war! Nun, das Bild konnte man brauchen. Vielleicht würde bann bie hergelaufene Person mit ihrem schüchternen Betragen doch nicht so siegesgewiß bleiben, wie sie es wohl im stillen war.
Hastig schob sie das Bild in ihre Handtasche und warf bie Brieftasche bann roieber achtlos zur Seite. —
Als sich bie Jugend wieder zu ihr gefunden hatte, sah Frau Klinke immer wieder nachdenklich von einem zum andern. Was hatten sie nur aller Gerling war finster und brachte kaum ein Wort über die Lippen. Frau Preston war hochrot im Gesicht und suchte krampfhaft irgendeine Erregung au verbergen. Iohnie war sehr nachdenklich, was die Querfalte auf feiner Stirn feiner Mutter verriet, und sichtlich waren seine Gedanken ganz woanders. 2lm schlimmsten aber war es mit Monika. Ihr liebes Gesicht war blaß, unb Frau Klinke hätte sich sehr irren müssen, wenn Monika nicht gemeint hatte; aber um bie ernsten, traurigen Augen lag ein Ausbruck, ber tiefe Herzensgüte verriet. Uno roieber merkte Frau Klinke, wie sehr ihr Monika ans Herz gewachsen war! Wie gern hätte sie sie gefragt, wer ihr benn etwas angetan hatte.
Nur bie kleine Evi von Tanner, bie boch ben ganzen Nachmittag bie Stillste von allen gewesen war, wirkte nun, als wäre eine Last von ihr abgetanen.
„3a, bie Jugend", seufzte Frau Klinke ganz leise, „ein Buch mit sieben Siegeln. Und dabei bin ich überzeugt, wenn sie sich mir anvertrauen würden, ich brächte es ihnen ins rechte Geleis. Aber sie wollen ja nicht..."
Hier unb ba blickte Evi zu Gerling hinüber. Nun, ba sie sich mit 3ohnie ausgesprochen hatte, konnte sie ihm roieber frei in bie Augen sehen. Aber er vermiet) ihren Blick. Dafür griff plötzlich Shirley Prestons Hanb nach ihr unb zog sie zur Seite.
„Ich möchte Ihnen etwas sagen, mein liebes Mernes Stäulein! Sie find doch ja bssteundet mit
länbischen Weinen bas Land, in bem ber Wein erxeuat ist, angegeben sein. Auf ben Flaschen muß bef Seinen in- und ausländischer Herkunst bet Name, die Firma sowie der Ort derjenigen gewerblichen Hauptniederlassung angegeben fein, bte ben Wein abgefüllt hat. Es kann weiterhin ber Herkunftsangabe ber Name ber Traubensorte beigefügt werden, aus der der Wein gewonnen ist
Wie es in der Anordnung weiter heißt, wirb der Reichsbeauftragte mit Zustimmung bes ReichsernSh. rungsrninisters und des Reichsministers des Innern die Gebiete und Unterbiete abgrenzen, deren Namen als Herkunstsbezeichnung angegeben werben
Die Anordnung, bie am 1- November 1935 in Kraft tritt, besagt schließlich, daß bte Vorschrift über bie Herkunftsbezeichnung auch bann Anwendung findet, wenn der Wein „offen" angeboten ober Der- kauft wirb.
Förderung des Seidenbaues im Kreise Gießen.
Nach bem Beispiel anberer Kreise soll ber Seiden» bau auch im Lanbkreis Gießen tatkräftig geforbert werden. Interessenten mit ober ohne Gigenlanb, bie in Zukunft Seibenbau betreiben wollen und Aufklärung über ihn wünschen, melben sich bei ber Reichsorganisation ber deutschen ©eidenbauer, ber Reichsfachgruppe Seidenbauer im Reichsoerbanb Deutscher Kleintiertüchter, Geschäftsstelle Celle, Im Französischen Garten. Kennwort Gießen ist bei Anfrage anzugeben.
Gießener Wochenmarttpreise.
* G i e ß e n, 17. Sept. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche Han- delsklasseneier B 12, C 11, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing (gelb und grün), das Pfund 9 bis 12, Weißkraut 9 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 7 bis 10, Rote Rüben 9 bis 10, Spinat 15 bis 20» Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 25, (gelb) 20 bis 25, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 4(\ Kartoffeln, 4, der Zentner 3,50 bis 3,80 Mk., Frühäpfel 10 bis 25, Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche (deutsche) 40, (Italiener) 50, Brombeeren 40 bis 45, Preiselbeeren 40 bis 45, Birnen 15 bis 25, Zwetschen 12 bis 15, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 2, En- bioien 5 bis 15, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 40, Ra- dieschen, das Bund 8 bis 10 Pf.
vornokizen.
— Tageskalender für Dienstag. NSG. ,Kraft durch Freude": 18.30 bis 20 Uhr allgemeine Körperschule auf dem Unwersitätssportplatz, Am Kugelberg; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Graf oon Monte Christo".
•
** Straßensperre. Wegen Ausführung oon Pflasterarbeiten wird die ProoinAialstraße Grün- berg—Lehnyeim—Homberg (Abteilung Büßfeld— Homberg) Dom 23. September ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Wäldershausen—Maulbach—Appenrod.
** Auf gehobenen Straßen sperren. Auf der Prooinzialsttaße Treis — Allend or/ a. d. Lumda und auf oer Strecke Allendorf-— Londorf, an der WeDenmühle, sind die Straßen- sperren wieder aufgehoben worden.
♦♦ Dein Gewand aus Deutscher Meist e r h a n d." Unter diesem Geleitwort oeranftaltet
Einen Augenblick lang war Friedrich oon Gerling wie betäubt. Der heiße Atem der Leidenschaft, der ihm von dieser besinnungslos erregten Frau entgegenschlug, raubte ihm die klare Besinnung. Er hätte kein Mann sein müssen, um nicht wenigstens einige Augenblicke lang in ihren Bann zu versinken.
Während sie ihn feschielt, flüsterte sie an feinem Ohr:
,Komm — komm, überlege es dir nicht so lange! Vergiß die kleinen dummen Mädchen! Ich weih es wohl, die eine bist du schon überdrüssig geworden, und mit der andern wird es dir gerade so gehen, während ich ..."
Aber da fühlte sie sich plötzlich zur Seite geschoben.
Gerling erwachte aus seinem Traumzustand. Er richtete sich stolz auf und sagte mit gedämpfter, aber fester Stimme: „Bitte, beherrschen Sie sich, gnädige Frau..."
Sie streckte die Arme aus und suchte ihn von neuem festzuhalten.
„Ich liebe dich — ich liebe dich — du darfst mich nicht zurückstohen..."
Aber nun fühlte Gerling nur noch Ekel vor dieser maßlosen Frau, die sich ihm anbot.
„Bitte, lassen Sie diese hysterischen Szenen — sie verfangen bei mir nicht. Wenn mein Verhalten Ihnen jemals Grund gegeben Haden sollte, solche Schlüsse zu ziehen, so bebaure ich es von Herzen, und bitte dafür um Entschuldigung. Doch ich bin überzeugt, es war ein Mißverständnis..."
Shirley Preston richtete sich nun ebenfalls auf.
„Nein, Herr von Gerling, es war kein Mißverständnis. An dem Abend, da wir allein waren, da merkte ich es wohl, daß Sie auch für mich mehr empfanden, als Sie heute zugestehen wollen. Aber am nächsten Tage tauchte dann die kleine, hergelaufene Person auf..."
„Frau Preston!"
Blaß vor Zorn, konnte Gerling sich kaum mehr beherrschen.
,Lawohl, ich sage es noch einmal, wenn Sie es hören wollen, und ich werde auf ihre Schliche kommen, verlassen Sie sich darauf... Wer ist sie benn überhaupt, dieses geheimnisvolle Mädchen aus der Fremde? — Aber sie soll sich hüten! Einer Shirley Preston nimmt man den Mann nicht so einfach weg wie einem Fräulein von Jnnemann, die durch die Laune einer verrückten Amerikanerin aus ihrem Dorf hervorgeholt wurde..."
Gerling hatte seine Fassung wiedergefunden. Er hatte längst den Weg zur Hauptallee eingeschlagen und Shirley Preston allein gelassen.
Mochte sie doch reden, was sie wollte! Er hörte Ä6 Nicht mehr. Wichtig war nur das einet Daß
diese ganze Szene wie ein Blitz in sein zwiespältt- tiges Inneres hineingeleuchtet hatte! Er hatte es ich nicht eingestehen wollen, immer noch nicht, aber jetzt wußte er es: Er liebte Evi von Tanner, mit ber großen, unbebingten Liebe, bereu ein Mann nur einmal in seinem Leben fähig ist.
Eine tiefe, hoffnungslose Trauer griff mit eisig kalten Fingern nach seinem Herzen.
Unb auch diese beiden hatten nicht bemerkt, daß gerade in bem Augenblick, ba Shirley Preston an Gerlings Halse hing, Monika von Jnnemann aufgetaucht war. Ihre scharfen Augen hatten die beiden sofort erkannt, unb instinktmäßig machte sie sofort kehrt, um sie nicht zu erschrecken. Gewiß mürbe es ihnen peinlich sein, wenn sie es wußten! Sie war ein wenig üoerrascht. Herr von Gerling war ein so guter Kamerad; sie dachte, daß er ihr oon allem erzählte, was ihm am Herzen lag. Und sie hatte manchmal ben Eindruck gehabt, daß er Shirley Preston durchschaute und sie mit ironischer Nachsicht beurteilte. Unb nun schien er sie zu lieben! Das war merfroürbig; aber zugleich atmete Monika auf. Wenigstens würde Shirley Preston nun ben armen Iohnie in Ruhe lassen. Gerling kannte bie Welt. Wenn er sich so zu einer Frau hingezogen fühlte, so würde es ihm vielleicht gelingen, sie mit seinem eisernen Willen zu beherrschen, während sie Iohnie Klinke bestimmt zugrunde gerichtet hätte.
Und in Gedanken an ihn schlug sie den Weg zum Schloß ein unb wurde Zeuge des Gesprächs zwischen Iohnie und Evi, zwar nicht der Worte, aber ber liebevollen unb vertrauten Art, wie sie zuein- anber sprachen, Auge in Auge getaucht, währenb Iohnie Evis Hand hielt.
Das ist gut, dachte Monika, bas ist sehr gut! Das habe ich ja gewollt. Er wird bestimmt glücklich mit dieser lieben, kleinen Evi von Tanner. Und auch ich habe sie schon so lieb. Wenn ich eine Schwester hätte, ich könnte sie nicht lieber haben, ich könnte ihr nicht mehr als alles Glück wünschen! —
Aber sie konnte es nicht hindern, daß sie draußen auf einer Bank hinsank und aufschluchzend den Kopf in die Hände barg.
„Werde glücklich — du mein geliebter, du mein über alles geliebter Iohnie!"
Denn jetzt wußte sie es, jetzt erkannte sie, was langsam unb unbewußt im täglichen Zusammensein herangereift war — um plötzlich wie eine leuchtende, alles überstrahlende Flamme emporzuschießen — es war die Liebe!
_________ _ ^saenossen aus den (Straßen:
1. Neuenweg, Weidengasse, Kaplansgasse, ----
gasse, Ludwigstrahe können nur am 17.9„ von 15 bis 18 unb von 20 bis 22 Uhr auf der Geschäftsstelle, Kaplansgasse 18, gestellt werden.
2. Erlengasse, Kreuzplah, Katharmengasse, Wolken- gasse, Löwengasse, Teufelslustgärtchen, Bleichstraße am 18.9.. von 15 bis 18 Uhr und oon 20 bis 22 Uhr.
3. Seltersweg, Plockfttaße, Hindenburgwall, Bahn- Hofstraße, Grabenstraße, Hinter ber Westanlage, Löberstraße am 19.9„ von 15 bis 18 Uhr unb


