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Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen
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alten Westerwälder erzählen dann gern von vergangenen Zeit...
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Pfählen in den See hinausgebaut ist. Eine Perle einsamer Schönheit?
Im nördlichsten der masurischen Seen, dem 104 Quadratkilometer großen Mauer-See, liegt eine winzige Insel — Üpalten. Wer die SSen mit dem Dampfer überquert, darf hier nicht vorüberfahren. Schon beim Betreten des Ufers wird man gefangengenommen von dem Anblick der gewaltig sich wölbenden Buchenallee, die die Insel durchzieht. Mächtige Eichen und Birken strecken ihr knorriges Geäst gen Himmel. Oft sind mehrere Baumriesen aus
ou beiden Ufern der Mittelmosel liegt es, dort, wo das Tiefenbachtal den Raum für die Hunsrückstraße bietet, die an den Rhein nach Bingen- Mainz führt. Das idyllische Flußtal einerseits, die wildromantischen Schluchten anderseits, insbesondere die „Bernkasteler Schweiz" mit hochragenden schroffen Felsgraten und dem schäumenden Wasserfall in der Tiefe, bieten eine Fülle von Naturschönheiten, die alljährlich das Ziel zahlreicher
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lichen Wiesen in den leuchtenden Farben der goldgelben Arnika und der elfenbeinernen Knabenkrautgewächse und die Weiden mit ihren Rinderherden zwischen den grünen Schutzhecken und den idyllisch träumenden Dörfern.
Unberührtes Mittelalter umfängt uns wie ein steingewordenes Märchen auf dem alten giebeligen Marktplatz in Hachenburg. Wie gemächlich plaudernde Basen hocken die alten, schönen Fachwerkbauten rundum, durchbrochen von schmalen Gäßchen und bekrönt vom Turm der in maßvollem Barock gehaltenen Franziskanerkirche. Neben der Kirche führt das Paterwendgäßchen zu der unter der Kirche gelegenen Mönchsgruft, in der vor 150 Jahren die damals in Hachenburg ansässigen Franziskaner ihre Toten beisetzten. Ein noch gut erhaltener Totentanz schmückt die Wände der von keinem Sonnenstrahl erhellten Krypta. Wenn man der Gruft entstiegen ist, wirkt der heimelige Markt doppelt freundlich. Neben der Kirche steht einladend die „Krone", eine der ältesten Gaststätten Deutschlands. Am oberen Ettde wird der langsam ansteigende Markt begrenzt von der aus dem 13. Jahrhundert stammenden evangelischen Kirche; auch sie birgt eine Gruft, in der die einst hier herrschenden Grafen von Sayn ruhen.
Romantisches Erinnern und gemütvolle Gegenwart in Hachenburg.
Don Adolph Meuer.
Wanderfahrten.
Gießen—Klein-Linden—Münchholzhausen—Stoppel« berg—Wetzlar.
Um den allzu lebhaften Verkehr der Frankfurter Straße zu vermeiden, beginnen wir unsere Wanderung an der Unterführung am Neustädter Tor. Wir gehen die Hammstraße aufwärts, am Güterbahnhof und der Eisenbahnbrücke vorbei, stets den Bahnkörper links lassend, bis zur Unterführung bei Klein-Linden, durch die wir gehen und nach unserem Nachbardorfe gelangen. Hübsche Blicke über das Lahntal nach den Burgen und dem Dünsberg beleben unterwegs das Landschaftsbild. Wir durchschreiten Klein-Linden in der Richtung nach Dutenhofen und folgen alsbald hinter dem Ort gelben Punkten, die uns über einen Höhenrücken mit schöner Aussicht nach dem anmutig im Kleebachtal gelegenen A l l e n d o r f bringen. Die Zeichen führen uns weiter nach Münchholzhausen, wo wir sie verlassen, um nunmehr schwarzen Strichen nachzugehen. Kurz hinter Münchholzhausen beginnt der Wald, der uns bis zum Gipfel des Stoppelberges (402 Meter) begleitet. Nachdem wir die prächtige Rundschau von dem vor einigen Jahren errichteten steinernen Turm bewundert haben, leiten uns ein liegendes Y hinab nach unserem Endziel Wetzlar. Dauer der Wanderung etwa 4 Stunden.
Wänden entlang läuft eine Holzbank. Außer den Weit reicht der Blick von der Schanze des alten Leuten muß die ganze Gemeinde während des Schlosses, bis nach dem Rheinland, nach Sieben- Gottesdienstes in kniender Stellung verharren. An gebirge und den Sieobergen. Dor uns im Tal- den hohen Feiertagen, zu denen sich der in Paris gründe schlängelt sich das Silberband der N i st e r, wohnende Metropolit einfindet, wird mit den Hei- aus dem Wald lugt dos idyllische K l o st e r M a - ligenbildern dreimal in feierlichem Zuge um die rien statt und dahinter das herrlich-romantische Kirche gegangen. — Am nahe gelegenen D u ß - Nistertal, die „K r o p p a ch e r Schweiz". Wohin See befindet sich, von hohen Holzwänden umgeben, der Wanderer von Hachenburg aus den Schritt auch ein philipponisches Frauenkloster, dessen zwölf In- lenkt, überall umgeben ihn die herrlichen Wälder, fassen sich in dem dem Kloster angeschlofsenen Bau-1 die sonnenüberstrahlten Höhen oder die sommer-
ZnOsipreußen-absettsvomWege
Don H. W., Ludwig.
Erholung l.d.Bhön f.3-4-Pers.Priv., ruh. Lage, waldr. Geg., g. Vervfl., 4 Mahlzeit., 2.50 Mk.proTag.^^o «irife Neitb
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Die Stabt am See: Wertingen
Von Gustav W. Sberlein, Zfiom.
ehrwürdigen Rathause, an dem noch der Pranger mit den Schließketten für „missetätige Menschen" zu sehen ist, der freistehende Zierbrunnen inmitten des Marktes und die angrenzenden 300jährigen Fachwerkbauten, die engen winkeligen Straßen und die Wohnhäuser mit den vorspringenden Obergeschossen, das Graacher Tor als trutziger Ueberrest des ehe- mckligen Festungsgürtels, die kurfürstliche Kellerei, hoch oben auf luftiger Bergeshöhe die Burg Landshut, der einstige sommerliche Fürstensitz der Kurfürsten und Erzbischöfe von Trier, und auf dem linken Moselufer das St. Nikolaus - Hospital, die karitative Stiftung des großen Kardinals Nikolaus Cufanus (1401 — 1464): alle sie sind bedeutsame Zeugen einer erinnerungsreichen Vergangenheit
Hinzu kommt noch ein dritter Vorzug: Bernkastel ist Weinstadt. „Weinstadt"; dieses eine Wort schließt ein ganzes Programm in sich! Feind des Griesgrams und Besieger des Muckertums: alles das sagt man dir rühmend nach, du köstlicher Moselwein, dir, der du die Kranken gesund und die Gesunden fröhlich machst! Des Weines Reich ist eine Republik, wo jeder Untertan ein froher Komg! Willst, feinschmeckender Genießer, du kosten und selig sein, ohne sterben zu müssen, so besuche das Weinbaugebiet der Mittelmosel. Dort bist du in die richtige Schmiede gekommen. Haupt- und Residenzstadt ist das traute, lustige Bernkastel-Cues, die Heimat des Doktorweins!
ernhof betätigen und sich so selbst ernähren. Dbr^hl diese Dörfler sich längst als Deutsche fühlen, sprechen sie doch untereinander noch russisch und halten an ihren alten Gebräuchen fest. Ihre Gesichter sink» es besonders, die ihre Abstammung zum größten Teil noch verraten. Ein Stück altes Rußland m Deutschland, so könnte man die ^lI*pPone^^ am besten kennzeichnen. Sie sind die größte Ueber- raschung, die einem in Ostpreußen begegnet — abseits vom Wege!
Serncaflel-Eues.
Von Franz Lucael.
Gedenkausstellungen
im Schiller-Nationalmuseum.
Das Schiller-Museum in Marbach ehrt die beiden schwäbischen Dichter Christian Wagner und Wilhelm Hertz, deren Geburtstage sich jetzt zum 100. Male jähren, durch Gedächtnis-Aus- stellungen. Aus dem im Besitz des Museums befindlichen Nachlaß des in Warmbronn geborenen Christian Wagner werden Gedichte und die Handschrift seiner „Sonntagsgänge" gezeigt. Der Stutt» aarter Wilhelm Hertz ist vor allem durch seine Uebertragungen der Dichtungen Gottfried v. Straß« buras und Wolfram v. Eschenbachs berühmt geworden, von denen der „Parswal" in der Handschrift und der „Tristan" in der Erstausgabe gezeigt werden.
Reisewinke.
Zurückhaltung bei Reisen in der Tschechoslowakei.
Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Deutsche, die nach der Tschechoslowakei reisen, häufig in Unkenntnis der dort bestehenden sehr strengen Gesetze in Gefahr kommen, mit den tschechischen Behörden in Konflikt zu geraten. Insbesondere müssen die deutschen Reifenden vor unberechtigtem Photographieren gewarnt werden. Abgesehen hiervon wurden wiederholt Reichsangehörige in der Tschechoslowakei verhaftet, weil sie es an der nötigen Vorsicht fehlen ließen. Fragen nach militärischen Einrichtungen, Anwendung des dort verbotenen deutschen Grußes, unbedachter Verkehr mit Personen, die den dortigen BehöiÄen. verdächtig siiÄ, können genügen, um eine mehrmonatige Untersuchungshaft, gerichtliche Verurteilung und dauernde Ausweisung herbeizuführen. Hierzu kommt, daß die Betroffenen dadurch nur zu häufig in der Heimat ihre Existenz als Angestellte oder Arbeiter verlieren. Deutsche Reisende müssen also bei einem Aufenthalt in der Tschechoslowakei in ihrem eigenen Interesse die nötige Zurückhaltung beobachten.
sinth im Palais d’ ete auf der Promenade in Nizza saß und die eleganten Kokotten bewunderte, so war ich ganz und gar in Frankreich, und gewiß hatte das seinen Reiz. Aber Ueberlingen mit seinem Münster, das nun so warm, so urtiefenhaft zu läuten, zu rauschen, zu dröhnen anhebt, Ueberlingen mit seinem stillen lieben Ufer, mit seinen blondzöpfigen Mädels — das war unendlich weit, zum Sehnsuchtkriegen nah, dem Herzen nah und daher der Fremde so fremd. Versteht ihr das?
Wir sollten uns auch hüten, Lindau als das bayrische Venedig zu bezeichnen. Das hat es nicht nötig. Wie ist der Bodensee so reich: K o n st a n z, die Stadt zwischen den Seen; Meersburg, die Burg am Meer; Lindau, die Stadt im See; Ueberlingen: die Stadt a m See. Wundervolle Mannigfaltigkeit, unvergleichliches deutsches Land!
Was habe ich Angst gehabt, als sie ein neues Postamt bauten in der Stadt am Seel Würde es, im Allerweltsstil der Sachlichkeit, der uns nun in Littoria wie in Rom, in Grenoble und Oxford, in Oklahoma und Barcelona und Tokio anödet, würde es fein Schablonentum auf den blauen See hinausschreien? Nein, die Bürger gaben ihm CHara k t e r, das Postamt könnte nicht in Nizza stehen. So ist das in der deutschen Kleinstadt. Sie verschmäht es, ihren Seelenadel zu normen.
Da wuchten nun die alten Türme heran, der eine setzt sich wie ein würdiger Schloß- und Siegelbewahrer gegen den Mantelhafen zu in Bewegung, Giebel an Giebel, riesiges Dach du vorne, wie die Mauthalle in Nürnberg, erster Blick in krumme Gassen, „Fauler Pelz" heißt die erste Wirtschaft — ist das nicht unendlich mehr als Continental und Majestic und Excelsior?
Große Normalstädte lassen sich auf Bestellung bauen, das ist schließlich nur eine Geldfrage, Ueberlingen könnte mit allen Golddollars nicht bezahlt werden, so wenig wie eine geheime Liebe.
Bummel am Strand, Hundertjährige Karpfen, die sich vom gewiegtesten Sportsischer nicht fangen lassen. Kann ich verstehen, kann ich gut verstehen. Ein bewimpelter Dampfer schüttet Jungvolk aus, lustiges Backfischgesindel, im Rucksack scheinen sie nicht einmal Rouge und Lippenstift zu haben. Addio Nizza, lebwohl, fernes Nice!
Ich lobe mir die Stadt am See.
ßisü irt'u,LGefäßleiden -Rheuma - Erschöpfungszustände -Katarrhe
PAUSCHAL-U.VERGÜHSTIGUNSKUREN ! AUSKÜNFTE ERTEILT I HESSISCHE BADEDIREKTION
Es ist die „gute Stubb" der Hachenburger, dieser alte Markt, in dessen Mitte auf dem Marktbrunnen der Saynsche Löwe mit dem Hachenburger Wappen treulich Wache hält. Und wie überall, fo werden auch hier die frohen Feste in der „guten Stubb" gefeiert. Unvergeßlich bleibt jedem, der einmal dabei war, die Hachenburger Kir- m e 5. Tische und Stühle werden ins Freie geruckt, bunte Lichter strahlen am Abend rundum von allen Fenstern, mit Musik und Gesang bringen die Kirmesbauern in der alten Westerwälder Tracht, dem blauen Kittel und der roten Zipfelmütze, den hohen Kirmesbaum, der mitten auf dem Marktplatz unter dem Gesang alter Kirmeslieder aufgerichtet wird. Und dann beginnt mit dem Tanz vor dem Brunnen das Fest, an dem alle teilnehmen.
Don welcher Seite sich der Wanderer der Stadt auch nähert, überallhin beherrscht das massige Schloß Stadt und Landschaft. 1180 von dem Grafen Eberhard zu Sayn, dem Vertrauten Barbarossas erbaut, ist es jahrhundertelang die Residenz der Grafen von Sayn-Hachenburg gewesen. 750 Jahre hat es überdauert, und sechs Riesenbrände. die Hachenburg fast jedesmal ganz in Asche legten, konnten ihm nichts anhaben, Heute noch steht es trotzig auf seiner Höhe und zieht bannend und bewundernd den Blick auf sich. Am Fuße des Schloßberges liegt der Burggarten mit seinen uralten Eiben und seltenen Baumgruppem» Als Nassau 1866 an Preußen fiel, ward aus der Residenzstadt ein stilles Landstädtchen. Heute dient das Schloß behördlichen Zwecken. Von dem einstigen frohen Leben aber ist im Volk noch manche Anekdote lebendig. Wenn die Sanierung sich über das stille Städtchen neigt, dann erwachen diö Fledermäuse im alten Gemäuer und geistern durch die weiten Hallen des Schlosses, und auf denk Brunnen am Markt träumt der Saynsche Löwe)
Anderthalb Jahrtausende reicht die Geschichte der „ ... Westerwälder zurück. Jahrhundertelang war der
einem einzigen Stamm hervorgegangen. Der süd- Germane auf den Höhen des Westerwaldes der liche Teil der Insel ist zum Naturschutzgebiet erklärt Hüter der Freiheit in ununterbrochenem Kampf worden. Hier horsten in den hohen Erlen noch die mit den mächtig anstürmenden Römern. Der Reiher. Nur selten betritt eines Menschen Fuß die- Kampf hatte die Stämme zusammengeführt und fes sumpfige Labyrinth, in dem man auf schmalen stark gemacht, so daß auch die Wogen der großen Pfaden nur langsam vorwartskommt. Libellen und Wanderungen an den fest in ihrer freien Erde wur- anbere bunte Insekten umschwirren den Wanderer zelnden Westerwäldern sich brechen muhten. Und Ab und zu streicht ein Reiher mit starkem Flügel- wenn im Mittelalter Fürstenlaune die Bauern schlag aus dem Uferdicklcht ab. An der äußersten allzu arg bedrängte, dann griffen die Westerwälder Südspitze sind Reste einer verfallenen Artillerie- zu Spieß und Kolben und wehrten sich ihrer stellung zu sehen, aus der in den Tagen des Russen- Haut.
einfalles der Feind über den See hinweg beschossen Dieses wechseloolle Schicksal spiegelt sich auch in wurde. der Geschichte der Stadt und Burg Hachenburg.
In der Nähe des größten der Masurischen Seen, Heute noch finden sich immer wieder von neuem des 120 Quadratkilometer großen Sp ir ding- Spuren der ältesten Geschichte. Sei es das Pro- fees, finden sich bei Alt-Ukta mehrere Philipponen- fil einer Römerstraße, wie es bei Ingelbach vor Dörfer, die von den Nachkommen der vor dreihun- Hachenburg feftgeftellt wurde, feien es römische bert Jahren wegen ihres Glaubens aus Rußland Tonscherben, die ausgegraben wurden, oder ein vertriebenen Philipponen bewohnt werden, alter römischer Ring, den ein Bauer fand, über- Noch heute stehen hier die mehrere hundert Jahre all trifft man auf die Spuren einer alten Geschichte, alten Blockholzhäuser, in deren Innern man die Feste Verwurzelung in Boden und Tradition hat schönsten goldgetriebenen Ikonen zu Gesicht bekommt, dem Westerwälder ein stolzes Bewußtsein gegeben, Die Philippönengemeinde zählt noch immer 300 Mit- das auch im Leben des kleinen Städtchens — es glieder, die sich zu den Gottesdiensten in dem im ist die einzige „Stadt" des Westerwaldes — sein russischen Stil erbauten Kirchlein zusammenfinden. Gepräge gibt. Jeder kennt die Geschichte feiner Eigenartig nimmt sich der kleine Holzbau mit dem Heimat und ist stolz darauf — es ist eine lebendige Zwiebelturm in der deutschen Landschaft aus. Seine Verbundenheit. Auch zur großen Kulturgeschichte Fassade ist weiß getüncht und mit einem hellen Blau fehlen nicht die Beziehungen. Aus dem früheren abgefetzt, lieber dem Eingang befindet sich ein kleiner Hofgut der Familie von Grün (heute eine Brauerei) Glockenturm, die Fenster verraten orientalischen stammte Albertine von Grün, die Freundin Einfluß. Der Kirchenraum ist mit Heiligenbildern des Dramatikers Maximilian von Klinger; und und Papierrofetten, die von den Philipponen gestif- die Nachkommen Jean Pauls leben heute noch tet werden, über und über geschmückt. Nur an den in Hachenburg.
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Im Samland, dem „Land der Bernsteinschöp- fer", führt bei Groh-Kuhren, einem kleinen Badeort, der durch seine Unberührtheit und ländliche Ruhe ausgezeichnet ist, eine steile, waldige Schlucht hinab zum Strand, an den unablässig brausend die Wellen der Ostsee heranrollen. In weitem Halbkreis dehnt sich die bewaldete Steilküste, die seltsam unterbrochen wird von dem tafelförmig aufsteigenden Zipfelberg. Sein Sandgipfel erinnert an die Pyramiden Aegyptens und ist wegen seiner Eigenart unter Naturschutz gestellt. In dem unweit gelegenen Badeort Georgenwalde trifft man inmitten eines herrlichen Mischwaldes in der Gau- supschlucht auf ein freigelegtes Hügelgrab, das nach den neuesten Forschungen von den Vorfahren der Altpreußen, den Asten, herstarnrnt. Mit kurzen Unterbrechungen ist diese, dreitausend Jahre alte Erb- gruft fast während des ganzen ersten vorchristlichen Jahrtausends als Begräbnisstätte benutzt worden.
Diel zu wenig bekannt sind die Fischerdor- fer arn Kurischen Haff. Von Labiau erreicht Fremden sind, man mit einem Flußdampferchen den nur wenige | hflM
Häuser zählenden Fischerort Labagiehnen, für den Maler ein wahres Paradies darstellt. Da Sonntag ist, liegen in der Bucht die Fischerkahne am Gestade mit ihren holzgeschnitzten kurischen Wimpeln. Statt der Segel sind Netze zum Trocknen am Mast aufgehängt. Jndeß die Alten gemütlich die Pfeife schmo- kend, vor ihren baufälligen Häusern hocken, tummeln sich die Kinder — ein wahres Seefahrergeschlecht — im Wasser. In ihren blauen Augen leuchtet die Weite der See. Auch ihr Los wird es sein, den Haff- . .
zander zu fangen, der in ganz Deutschland als Dell- Zur Zeit Dingelsdorf, NN August,
katesse geschätzt ist. Aber der Fang ist nicht gefahrlos. Dem Haus im Schilf, wo ich nun wohne, liegt
So harmlos das Haff bei ruhigem Wetter aussteht, gerade gegenüber: die Stadt am See. Wenn
hat es doch allein aus diesem kleinen Dorf in einem ich auf die Loggia des Hauses in Tuskulum hinaus-
Herbft neun der ausgefahrenen Fischer für ewig trete, dann liegt dort unten Rom.
i bei sich behalten. Nun besteht ja, ich glaube, wir dürfen das zu-
Jn Tilsit steht man am Ufer der Memel, nur geben, einigermaßen ein Unterschied zwischen Din- durch die Breite des hier stromartig erweiterten gelsdorf und Rom, aber manchmal gebe ich doch Flusses vom jenseitigen Land getrennt, dessen deutsche gerne des ganzen Südens grelle Sonnenscherben Bewohner heute ein schweres Schicksal zu ertragen für eine stille Bank am See, am lleberlinger See. haben. Im Hafen sieht man zahlreiche Lastschiffe mit Dazu braucht man keinen Urlaubsschwips zu haben, hohen Holzstapeln beladen. Gegen Abend leuchtet menn wir uns auch weiter zugeben wollen, daß die das ganze deutsche Ufer entlang ein Feuer nach Heimat zu den berauschenden Stoffen gehört, dem anderen auf. Sonnenwende an Deutschlands Manche Leute merken das freilich erst, wenn sie nordöstlichster Grenze! Eine rechte Fröhlichkeit ver- einmal länger in der Fremde waren, die ihnen mag jedoch nicht aufzukommen, zu schwer lastet das reizvoller dünkt, weil sie anders ist. Wenn einer Schicksal der nahewohnenden Brüder auf den Men- ober viel in der Welt herumgekommen ist, wenn schen. Jetzt zuckt auch da drüben ein Feuerschein auf r er foort draußen seit einem halben Menschenalter und da noch einer — ein dritter. Aber traurig mei- wohnt und, in Ferien nach Hause kommend, denen die Tilsiter, daß in früheren Jahren das ganze hauptet: Ueberlingen ist schön, die Stadt am See jenseitige Ufer eine einzige Flammenkette bildete, {ft wunderschön! — so sollte man ihm das glauben. Das gibt es heute nicht mehr! Vielleicht bin ich in Dingelsdorf verliebt, weil es.
Unweit Tilsit hat sich die Memel bei R a g n i t schon der Name klingt so herzeinnehmend anspruchs- zwischen bewaldeten Bergen einen Durchbruch ge- [05f wie der Gegenpol ist zu dem großen, lauten, schaffen. Von einem Aussichtsturm, der die ganze hochmütigen Rom. Und dann brauche ich nur die Gegend überragt, gewinnt man einen llebcrblicf Augen aufzuschlagen, um das Innigste zu erblicken, über die malerische Landschaft, an deren Horizont was unseres Reiches Herrlichkeit zu bieten hat: die Türme Tilsits gerade noch erkennbar sind. Mit d i e deutsche Kleinstadt. Ich brauche mich d-m Wagen gibt es keine Entfernungen! Wieder zie- nur ins Boot zu setzen, um ihr in die Arme zu hen an unseren Augen die endlosen Landstraßen gleiten.
dahin, die weitverstreuten Dörfer. Fast auf jedem Es ist schön, einer geliebten Stadt in die Arme Hausgiebel ein Storchennest mit seinen rotbeinigen gleiten.
Bewohnern, die beinahe als ein Wahrzeichen Ost- So ganz langsam und träumerisch, wie es, Blau Preußens gelten können. in Blau, nur ein Ruderboot vermitteln kann. Und
Störche spazieren überall auf den Feldern und ich gehe nicht schnell und ich eile nicht, mich zieht den Koppeln der Pferde. Die Birkenalleen mit ihren ein weiches famtnes Band in der Liebe Licht — Pferdewagen geben der Landschaft ihr besonderes jawohl, das finge ich fo vor mich hin — in ein Gepräge. Trakehnen wirkt wie eine großartige blaues mildes Licht... zu der fchö-önsten Frau... Parklandschaft, in deren schöne Walübestände die So recht durcheinander, durch Seegrün und Som- Weiden und die weitläufigen Anlagen des welt- merblau, mögen die Felchenfischer mich immerhin bekannten Gestütes eingruppiert sind. Wer Pferde verrückt glauben.
liebt und Ostpreußen besucht, der darf nicht ver- Sie liegt in der Liebe Licht, die Stadt am See. säumen, die Stätte unseres edelsten Hauslieres ken- Das „schwäbische Nizza" — wer nur auf den nenzulernen. Anschließend läßt sich ein Abstecher in albernen Vergleich gekommen ist? Ueberlingen hat die Nominier Heide machen, jenes prachtvolle so viel Eigenart, so viel deutsche Art, daß es Waldgebiet, das zu den größten Forsten Deutsch- auf den Wert einer billigen Kopie gewiß verzichten lands zählt. Am Rande der Heide steht am ver- kann. Es hat mit Nizza so viel gemein, wie Nizza träumten Marinowo-See, der von uralten mit Ueberlingen: nichts. Und das ist gut so. Es Bäumen umstanden ist, eine Sommerfrische, die auf | braucht keine Abglanzstellung. Wenn ich zum Ab-
BadSalzhausen.'.;-
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H Neben den landschaftlichen Reizen finden sich , der interessante geschichtliche Sehenswürdigkeiten: der )a es 1000jährige Kirchturm und die St. Michaelskirche, ~ " * der mittelalterliche Marktplatz mit dem


