Ir.rn vierter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)8amrtag, (7.August (935
s Oie Gießener Feuerwache im Dienste des Nächsten.
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Sie städtische Feuerwache unter dem Kommando -es Brandinspektors Lenz zur Hebung angetreten.
Das große Gasschutzgerät.
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Links: In der Alarmzelle. — Rechts: Alarm! In kurzen Abständen hintereinander fahren die Geräte ab.
Ringleitung in Tätigkeit setzen, an die etwa 30 Feuerwehrleute der Freiwilligen und der Gailschen Feuerwehr angeschlossen sind. Diese Feuerwehrmänner haben sich sofort nicht etwa zur Brandstelle, andern zum Feuerwehrdepot im Turmhaus am Brandplatz zu begeben und dort die weiteren Weisungen des Brandinspektors über die Alarm- zentrale der Feuerwache abzuwarten: auch die Frei
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Am Bewegungsmechanismus der großen Leiter.
1933 = 1, 1934 = 3; bei Mittelfeuer 1930 = 5, 1931 = 1, 1932 = 0, 1933 = 1, 1934 = 0; bei Kleinfeuer 1930 = 44, 1931 = 28, 1932 = 42, 1933 = 45, 1934 = 34 mal. Blinder Alarm erfolgte 1930 = 7, 1931 = 16, 1932 = 17, 1933 = 14, 1934 = 3 mal; Unfug mit Feuermeldern, wobei die Wache vergeblich ausrücken mußte, ereignete sich 1930 = 36, 1931 = 42, 1932 = 43, 1933 = 26 und 1934 = 20 mal. Obwohl der Unfug an Feuermeldern gegenüber früheren Jahren ansehnlich zurückgegangen ift, bleibt es doch bedauerlich, daß derartige Fälle überhaupt vorkommen. Wenn man sich überlegt, wie leicht an einer Stelle der Stadt plötzlich ein verheerender Brand entstehen und Menschenleben und Sachwerte vernichten oder beschädigen kann, während in der gleichen Zeit die Feuerwache infolge eines Unfuges an einer anderen Stelle der Stadt nutzlos weilt, so muß man schon sagen, daß der-
Der Schaumgenerator für die Bekämpfung von Flüfsigkeitsbränden.
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Links: An der Motorspritze; Fertigmachen für den Lüfchdienst. — Rechts: Ein Schlauchverteilungsstück. - (äufn. [8]: Neuner, Gießener Anzeiger.,
wache der Berufswehr hat sich bei diesem Alarm einzufinden. Nimmt trotz erweiterten Einsatzes von Feuerwehrmännern der Brand immer noch größere Ausdehnung an, so steht als letztes Alarmmittel der Ruf der Feuerwehrfirene zur Verfügung, der aber nur auf Anordnung des Brandinspektors ertönen darf. Dieser Sirenenruf verpflichtet sämtliche Feuerwehrmänner, sich sofort zur Feuerlöschhilfe zur Verfügung zu stellen, daneben aber auch selbstverständlich alle übrigen arbeitsfähigen Männer, da ja Feuerschutz eine der vornehmsten Verpflichtungen und einer der wichtigsten Dienste aller Männer ist; auch diese Helfer treten nur am Turmhaus auf dem Brandplatz an.
Zur Brandbekämpfung stehen unserer Feuerwache die bekannte große Motorspritze, ein Schaumlöschapparat, kleine Feuerlöschapparate, ferner eine Motorleiter (26 m Höhe), ein Pionierwagen mit Gerät- schäften (u. a. auch Hebevorrichtungen zum Bewegen größerer Lasten), rund 2500 Meter Schlauchmaterial, schließlich noch für den Notfall die in der Gießener Feuerwache stehende und dort betreute Kreismotorspritze, ferner ein Wasserwagen mit 5 Kubikmeter Wafserinhalt zur Verfügung: selbstverständlich kommen zu diesen Brandbekämpfungsmitteln die gesamten Gerätschaften der Freiwilligen und der Gailschen Feuerwehr noch hinzu. Für die Arbeit in verqualmten und vexgasten Räumen ist ein Gasschutzgerät vorhanden. Es zeigt sich also, daß für den Feuerschutz in weitgehendster Weise gesorgt ist, zumal auch Der Melderapparat mit 56 Feuermeldern in den verschiedensten Teilen der Stadt rascheste Alarmmöglichkeit bietet und entsprechend der fortschreitenden Bebauung in den Außenvierteln immer weiter vervollkommnet wird. Ein sehr wesentlicher Faktor der wirksamen Hilfe in Feuersnot ist aber auch die hervorragende Ausbildung der Mannschaft unserer Feuerwache, ebenso der hohe Ausbildungsstand der Mannschaften unfern Freiwilligen Feuerwehren. Die außerordentliche Schlagfertigkeit des Gießener Feuerlöschdienstes ist ja schon oft praktisch in Erscheinung getreten und hat in den meisten Fällen dazu geführt, daß ein im Entstehen gemeldeter Brand schon in wenigen Minuten gelöscht war. *
In diesem Zusammenhang muß ein besonderes Wort an die Bevölkerung gerichtet werden. Zunächst ist es für die schnelle Bekämpfung des Brandes dringend erforderlich, daß die Feuerwehrmann- fchaft in ihrer Bewegungsmöglichkeit nicht behindert wird. Die Bevölkerung muß daher bei Bränden stärkste Selbstdisziplin üben und darf sich nicht bis in die nächste Nähe der Brandstelle herandrängen, weil sonst der Arbeit der Feuerwehr Schwierig- Feiten bereitet werden, außerdem auch noch Gefahr für die Gesundheit und das Leben der Personen besteht. Wer es mit seinen- Pflichten gegenüber der Gesamtheit ernst meint, wird sich auch in Brandfällen immer ohne weiteres den Anordnungen des Führers der Feuerwehr ober der Polizei bereitwillig fügen. Diese Anordnungen sind immer nur von dem Gedanken geleitet, die Bekämpfung des Brandes so rasch und so umfassend wie nur möglich durchführen zu können und zugleich den Schaden auf ein Mindestmaß zu begrenzen, daneben die Gefahren für Menschen und Tier nach bester Möglichkeit zu verhüten. Aus dem Kreise der Zuschauer in Brandfällen sollten stets nur dann Männer der Brandstelle näherkommen, wenn sie von dem Führer der Feuerwehr bzw von der Polizei, oder von einer sonstigen berufenen Kommandostelle ausdrücklich als Helfer und Retter in Anspruch genommen werden!
Einige Zahlen über die Inanspruchnahme der Gießener Feuerwache im Verlaufe der letzten Jahre dürften bei dieser Betrachtung noch von besonderem Interesse sein. Bei Großfeuer wurde die Feuerwache von 1930 bis Ende 1934 wie folgt in Anspruch genommen: 1930 = 0, 1931 = 1, 1932 = 1,
Sr ße ist die Ausgabe des Feuerschutzes meist Be- Mfeuerwehren in Verbindung mit Freiwilligen ^.erwehren übertragen, wobei die Brandbekämp- utj immer in erster Linie Sache der Berufsfeuer- »e!ir ist und die Freiwilligen Wehren nur bei jrt^eren Bränden zur Mitarbeit herangezogen Deöen. Diese Organisation des Feuerwehrdienstes st auch in Gießen seit 1914 vorhanden, und sie hat gleicher in bester Weise im Dienste unserer Stadt berührt.
2fie Feuerwache am Oswaldsgarten, in der unsere Biyen er Berufsfeuerwehrmänner Tag und Nacht ür den Schutz der Bevölkerung in Feuersnot be- Eehen, ist in ihrer äußeren Gestaltung jeder- na: n bekannt. Von der inneren Organisation dieses Mischen Dienstzweiges und von seiner ständigen 1 itteit zur Erhaltung und Steigerung der Schlag- ertyteit wissen aber wohl nur wenige Einwohner, k; ist daher angebracht, dem vorbildlichen Dienst • innrer Gießener Berufsfeuerwehr einmal eine be- ont ere Stunde der Betrachtung zu widmen.
2ie Feuerwache untersteht dem Kommando des ‘Brcnbinfpeftors Lenz, der seit l.Juli d. I. als Üaofolger des in den Ruhestand getretenen Brand- 'Wiktors Braubach das Amt des Feuerwehr- ioirmanbanfen unserer Stadt versieht. Die Berufs- -ewrwehr ist 16 Mann stark, die in wechselnden «Suchten Tag und Nacht auf der Feuerwache im 'Seieitschaftsdienst stehen. Soweit die Dienststun- :ien dieser Männer nicht für den Feuerlöschdienst 1M in Anspruch genommen werden, sind sie zu .Mdwerkerarbeiten für die Unterhaltung der Feierwache bzw. für Arbeiten städtischer* Verwal- : Zugbetriebe bestimmt, mithin also in jeder Hinsicht Hist zum Gemeinwohl der Stadt.
.$er Tageslauf der Feuerwehrmänner wickelt sich wie folgt ab: 7 bis 9 Uhr Feuerwehtexerzieren und i'Bptit, damit die Ausbildung und körperliche Lei- ÜNgsfähigkeit der Mannschaft stets auf der Hohe r»t- 9 bis 12 Uhr Arbeitsdienst in der Werk- ; tetr 12 bis 14 Uhr Bereitschaft. Um 14 Uhr findet ' Schichtwechsel statt: dann ist bis 18 Uhr wieder. ' Weitsdienst in der Werkstatt: von 18 bis 19 Uhr 'Hrritschaft, hierauf folgt die Nachtwache. Die Frei- ivciche der Feuerwehrmannschaft muß sich daneben niet immer in Bereitschaft halten, falls sie zum »kinatz bei größeren Bränden in Anspruch genom- :n?r wird.
rfcte Alarmzentrale ist die wichtigste Dienststelle i)er Feuerwache, denn hier laufen die Meldungen liier Brände ein und von hier aus werden die tiiäite zur Bekämpfung des Feuers in Bewegung ««legt. Wenn irgendwo in der Stadt auf den Mlmknopf eines Feuermelders gedrückt wird, Hautet im gleichen Augenblick die Alarmklingel in ,ter Zentrale, sowie in allen Räumen der Feuer- fliege, sofort erscheint ferner die Nummer des in Dbgteit gesetzten Feuermelders geschrieben auf item Papierstreifen des Morseapparates, wobei die Ihr;,eit des Alarms von dem Apparat mit angezeigt iprt. Der Telephonist der Feuerwache lieft auf dem 1 Dior f eftreif en die Nummer des Feuermelders ab und jetzt schnell mit einigen wenigen Handgriffen die Alarmvorrichtungen in der Feuerwache in Tätigkeit, wobei durch ein Lichtsignal die Nummer te$ gedrückten Feuermelders gleichzeitig in allen bijicppen des Gerätedepots aufleuchtet, damit die i tetu-rwehrmannfchaft schon beim Fertigmachen und
Mleigen der Fahrzeuge genau weiß, aus welcher - Rettung der Stadt der Alarmruf gekommen ist. 1 Di? umfassende Organisierung des Feuerwehr-
titiftes ermöglicht es, daß die Mannschaft der Erwache schon eine Minute nach Eingang des Dieberalarms mit allen erforderlichen Geräten von ter Wache abrüden kann, eine Zeit, die als außerordentlich gut und knapp bezeichnet werden muß.
cobalD die Wache abgerückt ist und die Ruck- I nelt-ung von der Brandstelle in der Alarmzentrale I wiegt erfolgt von dort aus schleunige Meldung J m hm Brandinspektor, den Feuerwehrdezernenten, M )ik Polizei, gegebenenfalls auch an die Sanitats- I loloine, das Gaswerk und das Elektrizitätswerk.
Riirmt der Brand größeren Umfang an und ge- Dimt der Brandinfpektor die Ueberzeuaung von ter Notwendigkeit weiterer Hilfeleistung, so läßt er M der Alarmzentrale aus, mit der er über den « Jtusrmelber telephonische Verbindung hat, die
((Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.)
den wichtigsten öffentlichen Ausgaben jedes Uneinwesens gehört die Einrichtung und sorgsame Verhaltung eines schlagkräftigen Feuerwehr- bierftes. In den kleineren Orten wird diese rätgfeit von Freiwilligen Feuerwehren, oder bslchtfeuerwehren ausgeübt. In den Großstädten lehn zur Hilfeleistung in Feuersnot die Berufs- ieinwehren bereit. In den Städten von mittlerer


