Sir fanden zueinander
<1
30 Fortsetzung.
Nachdruck verboten!
Roman von Klothilde v. Gtegmann.
Vrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag -alle (S.)
flächen, als ob höllische Geister hinter dem Flugzeug her wären.
Kein Grund zu Karioffelpreissteigerungen
Oie Landesbauernschast Lessen-Nassau gegen Preistreibereien.
lands, und zwar gerade in hauptkartoffelanbau- gebieten im Norden und Offen, sehr reichlich geregnet hat.
In diesem Zusammenhang wird noch darauf hinge» wiesen, daß bei einer Gesamternte von über 40 Mill. Tonnen Kartoffeln, wie sie im Durchschnitt in den letzten Jahren eingebracht wurde, mir eine Menge von etwa 12,5 Mill. Tonnen, also etwa 31 v. H. zur menschlichen Ernährung benötigt werden. Es ist daraus zu ersehen, daß auch eine eintretende grö» ßere Verknappung
keineswegs die Lrnährungsgrundlage auf dem
Kartoffelmarkt irgendwie beeinflussen würde.
Der Reichsnährstand wird mit seinen zuständigen Organen darauf drücken, daß Verstöße gegen die Kartoffelmarktordnung, insbesondere unberechtigte Überschreitung der Ladenverkaufspreise oder über» hohe Spannen, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln verfolgt und bestraft werden.
Energische Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Preissteigerungen
Eine Warnung der Landesbauernschast Hessen-Nassau.
„Zu der Nachricht von der sensationellen wissenschaftlichen Entdeckung eines deutschen Ge- lehrten und der daran anschließenden Verbrecher- affäre haben wir folgendes zu berichten: Dank der rechtzeitigen Meldung eines Mitreisenden ist man den beiden Verbrechern auf der Spur. Man Hofft, sie bald dingfest gemacht zu haben. Nähere Mitteilungen sind im Interesse der Fahndung vorläufig zu unterlassen."
„Gott sei Dank!" sagte Dietrich auf tiefster Seele. Er suhlte etwas von seiner schweren Schuld Marlen gegenüber gemildert. Wenn durch sein Eingrei-
•fr •! Erfindung Georg Kordas gerettet wurde — vielleicht würde Marlen ihm dann verzeihen.
23. Kapitel.
Ueber bic! Jttlpen saust ein Flugzeug. Dietrich -ueltheun sitzt neben dem Piloten. Seine Augen und seine Gedanken eilen dem dahinbrausenden Riesenvogel voraus. Die Propeller singen. Sie |tngen. „Marlen, liebe, geliebte kleine Marlen, verzeih mir! Deine große Liebe, kleine Marlen
',c 6roß genug sein, um zu vergeben, zu vergessen, neu zu glauben?"
Mit übermüdeten Augen schaut er hinaus. Seit er die Wahrheit erfahren, ist kein Schlaf mehr zu l2m, Wammen. Er wird keine Ruhe finden, bis n- n?ar e-c J?ei ihr niederknien kann und sie um Derzeihung bitten. Immer wieder sieht er die Armbanduhr; die Stunden schleichen, ob- wohl die Flugmaschine schneller und schneller durch den Aether zu gleiten scheint. Hier in dem geseg- "^n Lande über dem Tessin ist der Himmel blau und wolkenlos, sie fliegen m reinem, stillem Blau, wie losgelost von aller Erdenschwere
®ie Fl ^r über den Sankt Gotthard kommen,
ballen sich Wolken zusammen. Düster und düsterer
adio • Photo
iMM I Se,terswe9 «7 ItMBfin* Telephon 3170
Die ausgesprochene Warnung dürfte genügen, um jeden, der fehlen wollte oder schon gefehlt hat, auf den richtigen Weg zurückzubringen. Im anderen Falle wird die Bestrafung einsetzen, die entsprechend der Schwere des Falles am Platze ist. Die Lan» desbauernschaft deckt jedenfalls keinen Verstoß, sondern wird ihn im Gegenteil in jedem Fall zu ahnden wissen.
Oie Ausstellung
-Oie Mein-Mainische Wirtschaft''.
Die Eröffnung der großen Ausstellung „Dit Rhein-Mainische Wirtschaft" auf dem Feschallengelände zu Frankfurt a. M. findet am Samstag, 24., August, vormittags 11 Uhr, im Bachsaal statt. Anmeldungen liegen nicht nur aus dem Rhein-Main-Gebiet, sondern auch aus allen Teilen Deutschlands vor. In der gesamten Presse Deutschlands und in zahlreichen europäischen Zeitungen sind bereits umfangreiche Vorberichte erschienen. Damit ist die Grundlage dafür gelegt, daß die Ausstellung wirklich werbend für die Rhein-Mainische Wirtschaft wirkt. Bei der Eröffnungsfeier wird der Vizepräsident des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages, Dr. W. N i e c z , dis Begrüßungsansprache halten. Dann wird Reichsstatthalter und Gauleiter Jakob Sprenger, der sich selbst um das Werden der Ausstellung stark bemüht hat, die Ausstellung eröffnen. Anschließend wird der Präsident des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages, Prof. Dr. C. Lüer, grundlegende Ausführungen über die Bedeutung des Rhein-Main-Gebietes machen. Die Veranstaltung wird mit musikalischen Vorträgen des Landessymphonie-Orchesters umrahmt.
Der Pilot sah bedenklich hinaus in die graue Unendlichkeit.
„Das gibt~ böse Umwege", schrie er, um das Provellergeräusch zu übertönen, Dietrich zu. „Wir müssen sehen, höher zu kommen, um den Sturmböen zu entgehen!"
Aber obgleich sie hoher und höher stiegen — die Wut des Sturms, milderte sich nicht. Dietrich fühlte, wie das Flugzeug, das in den sonnigen Lüften fast ohne Schwanken dahingegli.ren, hin und her taumelte. Jetzt sank es jäh hernieder, jetzt schraubte es sich, von dem Steuerknüppel emporge- rissen, wie in wilder Angst empor. Run kreiselte es wie betrunken hin und her — und da __ ein
jäher Ruck — ein Aufschrei des Piloten: „Wir stürzen!"
Vergebens riß er an der Steuerung, der Sturm hatte irgend etwas an dem Flugzeug gebrochen. Es fiel, fiel, wie ein Stein, von einer Riesenhand geschleudert, in dem Aether — nun eine graue Nebelschicht, wilder das Heulen des Sturms — undeutlich erkannte man jetzt die Spitzen der Berg- riesen — nun waren sie schon vorbei — hohe Tannen sausten mit ihren weiten Aesten entlang. Der Pilot arbeitete wie ein Verzweifelter. End- lich gelang es ihm, den rasenden Fall des Flug- zeugs aufzuhalten — nur ein paar Meter über dem Erdboden. Mit einem harten Ruck faß es auf fettigem Boden auf. Dietrich wurde zu Boden geschleudert. Emen Augenblick blieb er bewußtlos liegen, dann aber kam er wieder zu sich. Er sah den Piloten aus der Maschine herausklettern.
9,as ging noch mal gut", sagte der Mann. „Ich hab gedacht, unser letztes Stündchen hat ge* schlagen. Aber es ist nur ein bißchen Bruch — das kriegen wir schon wieder."
Nachdem die beiden Männer sich mit einem tüchtigen Schluck heißen Kaffees aus der Thermosflasche des Piloten gestärkt hatten, beratschlagten sie, was nun ZU tun wäre. Dietrich wollte zu Fuß das nächste Dors erreichen' und von dort aus sehen, für sich ein Auto bis zur nächsten Bahnstation zu bekommen und für den Piloten sachverständige Hilfe durch Entsendung eines Mechanikers.
Das Wetter war abscheulich, ein kalter Regen blauste hernieder; man schien in einer ganz verlassenen Gebirgsgegend der Schweiz herunterge- gangen zu (ein, weitab von menschlichen Behausun- gen. Dietrid) mußte sich auf einen stundenlangen JJtarjd) gefaßt machen. Er war verzweifelt über diese unerwartete Verzögerung — was alles konnte inzwischen mit Marlen geschehen! Aber er mußte sich 'n das Unvermeidliche fugen.
. verabschiedete er sich von dem Piloten und setzte sich m Marsch. Karte und Kompaß wiesen ihm den Weg.
r Kunden marschierte er so, die Dämmerung Jam schon hernieder. Da kam er in ein freundliches Schweizer darf. Er hatte Glück. Im ersten Wirts- Sans fano et einen ßanbgenb armen und ein paar
Telephonarbeiter, die auf der Strecke gearbeitet hatten.
„Glauben's schon", meinten sie, als er von dem Flugzeugunfall berichtete. „Der Sturm hat heute ja auch arg viel hier im Bezirk gewütet."
Die braven Leute wollten mit ihrem kleinen offenen Dienstlastwagen sich sogleich an die bezeich- nete Stelle begeben, um dem Piloten Hilfe zu bringen.
„Unb wie komme ich nun zu einer Station, wo ich die Bahnstrecke nach Deutschland erreiche?" fragte Dietrich.
Der Wirt, ein breiter, behäbiger Schweizer mit einem klaren Gesicht, überlegte.
„Draußen steht ein Auto, Herr. Sind ein paar Fremde, gestern angekommen, wollen heute wei- ter. Eigentlich wollten sie nach Italien; aber das Wetter ist ihnen zu miserabel, jetzt über den Gotthard zu kutschieren. Haben's sich anders überlegt, wollen nach Oesterreich. Vielleicht nehmen die Herren Sie mit bis zur Bahnstation."
Er unterbrach sich, horchte.
„Horen Sie, Herr — da kurbeln sie draußen schon bas Auto an. Wenn Sie versuchen wollen, mitzukommen, müssen Sie sich beeilen."
Dietrich warf ein paar Gelbstücke für bas ge- uossene heiße Getränk auf ben weißgescheuerten Tisch unb eilte hinaus, nachbem er sich nochmals vergewissert hatte, baß man seinen Flugkameraden bestimmt nicht im Stich lassen würde.
Sturm unb Regen schlugen ihm entgegen, wie er aus der Haustür auf ben halbbunklen Hof heraus- trat. Das Licht von der Garage her erleuchtete schwach den Umkreis. Zwei Männer in Automän- teln und Automützen waren gerade im Begriff, den Wagen zu besteigen. Der eine hatte die Autobrille bereits über die Augen gezogen, der andere stand, Dietrich abgewandt, schon im Fond und verstaute dort einen Koffer.
„Verzeihung?" sagte Dietrich höflich und trat naher. „Wurden Sie wohl so freundlich sein, mich zur Bahnstation mitzunehmen? Ich hatte eine Flugzeugpanne unb will schnellstens nach Deutsch-
»selbstverständlich würde ich mich gern an den Fahrtkosten beteiligen."
r eine der beiden Männer vor dem Auto schüttelte nur stumm den Kopf. Der andere, Große, der bereits tm Wagen stand, wandte sich halb nach Dietrich um.
Tyr“ tut mir leid", wollte er gerade auf ^ngiisch sagen, da trat Dietrich mit einem jähen ytucf naher. Das Gesicht des Cannes im Wagen roar nun von den Scheinwerfern des Wagens beleuchtet. Und dies Gesicht kannte er — es hatte sich ,n. sein Gedächtnis eingegraben, obwohl er es nur einmal in seinem Leben gesehen hatte.
Das war der Kerl, der ihm im Speisewagen gegenubergesessen — der Kerl, der Marlens Bruder um seine Entdeckung betrogen hatte. Nein. erst betrugen wollte, wenn es ihm gelang, zu entkommen. Aber nun hatte ein gnädiges Geschick die Verbrecher ihm in die Arme laufen lassen — und er mürbe dafür sorgen, daß sie unschädlich gemacht wurdW. - (Sortieftuna fnto.1
8 bis 10, Kartoffeln 6 Pf., der Zentner 5 Mark, Frühäpfel, das Pfund 20 bis 40, Falläpfel 6 bis 10, Pfirsiche 45 bis 55, Brombeeren 40 bis 45, Birnen 20 bis 45, Zwetschen 18 bis 25, Mirabellen 30 bis 40, Reineclauden 25 bis 30, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Enten 80 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 70, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurken 1 bis 5, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Suppengrün 5 bis 10, Radieschen, das Bund 5 bis 15 Pf.
Amt für Vollswoylfahrt, Ortsgruppe Sießen-Eüd.
Am Montag, 19. August, und Dienstag, 20. August, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft Die Opferring' f a m m I u n g (Lebensmittelsammlung) für die NS- Volkswohlfahrt statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspende (Pfundpakete) zur Abholung bereit zu halten.
Bornoti3en.
— Tageskalender für Samstag: NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr, Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr, Gastspiel Otto Gebührs „Zwischen Nacht und Morgen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Knock out". — Reichsfachgruppe Seidenbauer e. 23.: 8 bis 20 Uhr, Wanderschau in der Bäuerlichen Werkschule, Liebig- straße 161.
— Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Knock out". — Verbrauchergenossenschaft Gießen GmbH.: 9.30 Uhr im Caf6 Ebel außerordentliche Vertreter-Versammlung. — Bauerscher Gesangverein e. V.: 15.17 Uhr Ao- fahrt nach Wetzlar.
** An die Universität Gießen berufen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, ist der Dozent Dr. Julius Wagemann in Heidelberg beauftragt worden, in der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Gießen im Winter-Semester 1935/36 die Vertretung der Professur für Kirchengeschichte zu übernehmen. Ferner wurde der ordentliche Professor Dr. Walter Schultze in Jena in gleicher Eigenschaft in die medizinische Fakultät der Universität Gießen berufen.
** Straßensperre. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Umgehungsstraße Hermann st ein im Zuge der Reicksstraße Butzbach—Wetzlar—Dillenburg—Siegen für die Zeit vom 12. August bis zum 28. September für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt durch den Ort Hermannstein.
** Diehmär kte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, am folgenden Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten.
**„D er Feldweg über das Flughafengelände von der Waldeslust in nordöstlicher Richtung nach dem Stolzen Morgen ist mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres gesperrt worden. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei Gießen.
** Anmeldungen zu Gesellenprüfun- gen bei der Kreishandwerkerschaft Gießen. Im heutigen Anzeigenteil fordert die Kreishandwerkerschaft Gießen alle Lehrlinge (Industrie-Lehrlinge) zahlreicher Handwerkerzweige im Kreise Gießen, die vor ihren Gesellenprüfungen stehen, zur Anmeldung auf. Näheres aus der Anzeige ersichtlich.
** Die Bautätigkeit am Klebergäß- ch e n. Im Laufe dieses Sommers wurden am Klebergäßchen — verlängerte Bergstraße — vier Einfamilienhäuser errichtet, die alsbald bezogen werden können. Weitere drei Häuser sollen noch in diesem Herbst zur Ausführung kommen, so daß das Gäßchen dann bis zum Alten Friedhof bebaut
Man beschloß, daß Dietrich morgen schon nach Deutschland zu Marlen reifen sollte. Es hielt ihn auck nicht länaer. Er fühlte, er würde keine Ruhe haben, ehe er Marlen nicht um Verzeihung gebeten hätte.
„Nun — seid ihr immer noch nicht fertig?" Hauptmann Weckenroth kam mit allen Zeichen des Zorns den Gang entlang. „Auf den Skat habe ich verzichten müssen, die Willkommslasche mit dem Dietrich ist auch noch nicht geleert — und jetzt soll ich noch das Abendbrot allein verzehren? Ich bin em gutmütiger Mensch; aber das geht mir denn doch zu weit!"
Lachend umarmte Karla den Vater:
,,Nein, Väterchen, wir kommen schon mit! Und jetzt soll es uns doppelt gut schmecken. Die Flasche Wem, die leeren wir nun auf die Zukunft von Dietrich und Marlen."
„Na — seid ihr endlich vernünftig geworden? Zeit war s', schalt Hauptmann Weckenroth und sah Dietrich an. Der zuckte die Achseln:
„Ich bin vernünftig geworden, Weckenroth, ob- wohl es bei so einem alten Esel wie mir schwer halt. Aber mit Marlen", er wurde ernst, „Gott gebe, daß ich die richtigen Worte finde."
Plaudernd ging man dem Sanatorium zu.
„Post für mich?" fragte Hauptmann Wecken- roth.
„Nein, Herr Hauptmann — nur die neueste Leitung! v
„Na, wollen mal schauen, was inzwischen in unserem lieben Vaterland passiert ist."
Hauptmann Weckenroth überlas die Überschrift ten der Zeitung. Plötzlich wurde er bleich:
„Herrgott, Kinder, seht doch mal!" Er hielt Dietrich und Karla die Zeitung vor die Augen. Auch Dietrich wurde bleidj.
..Ein deutscher Missensckafller von Betrügern um feine Erfindung gebracht.
Wie wir erfahren, ist der deutsche Gelehrte Georg Korda von internationalen Verbrechern um seine Erfindung geprellt worden. Die Verbrecher sollen ins Ausland entkommen sein. Das Polizeipräsidium Berlin hat auf die Ergeifung Der Flüchtigen eine Prämie von eintausend Mark gesetzt. Die Schwester des Gelehrten hat ihr Besitztum verkauft, um Mittel flüssig zu machen und ihrerseits die Prämie zu erhöhen. Näheres auf der zweiten Seite unserer Zeitung."
Fieberhaft lasen die vier Menschen.
„Ich muß sofort zu Marlen", sagte Dietrich er- regt Ich darf sie jetzt nicht allein lassen. Wann geht der nächste Zug nach Deutschland?"
Fwd. Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Aus verschiedenen Gebieten der Reichsnährstandserzeuanisse und Waren hat in den letzten Wochen eine saisonmäßig bedingte, keineswegs jedoch zu irgendwelchen Beunruhigungen Veranlassung gebende Verknappung eingesetzt, wie ste in jedem Jahre um diese Zeit, besonders aus dem Viehmarkt, auf die übliche Weise aufzutreten pflegt.
Um eine Aeberhöhung der Preise zu vermeiden, sind auf verschiedenen Gebieten, wie z. B. neuerdings bei Schweinen usw. Höchstpreise ab Stall des Erzeugers und Marklhöchstpreife festgelegt worden. Die Preise sind in einer höhe gehalten, die dem Erzeuger einen auskömmlichen Verdienst lassen. Auch die Berfeiler- spanne ist darauf abgestellt. daß die Verteiler ihre Unkosten decken und ihr Geschäft erhalten können. Auf der anderen Seit ist unbedingt darauf Rücksicht genommen, daß die Abnehmer- schast entsprechend ihrem Einkommen den gerechten Preis zugebilligt bekam.
Alls manchen Gebieten jedoch, auf denen die Marktordnung noch nicht weit genug fortgeschritten ist, konnten Höchstpreise noch nicht festgelegt werden, und es war hier eine Preissteigerung zu beobachten, die keineswegs im Interesse des Reichsnährstandes liegt. Der Reichsnährstand macht daher alle beteiligten Kreise, vom Erzeuger angefangen bis zum letzten Verteiler, darauf aufmerksam, daß unge- rechtfertigte Preissteigerungen oder Umgehung der Preisfestsetzungen und Preisanordnungen des Reichsnährstandes unter keinen Umständen geduldet werden können. Wer sich gegen diese klaren Auslegungen vergeht, schließt sich von selbst aus den Reihen des Reichsnährstandes und der Volks- genossen aus.
Es find Maßnahmen eingeleitet, um rücksichtslos gegen die kreise vorzugehen, die die Marktordnung und damit das Vertrauen der einzelnen Volkskreife zueinander stören.
Fwd. Nach Mitteilung der Pressestelle der Lan- desbauernschaft Hessen-Nassau ist beobachtet worden, daß bestimmte Verteilerkreise eine Ladenpreis- erhohung für Kartoffeln vornehmen und die Bevölkerung mit der Mitteilung beunruhigen, daß die Knappheit an Kartoffeln, die dieses Jahr zu erwarten stehe, Berechtigung zu dieser Preiserhöhung gebe.
hierzu sei gesagt, daß ein Grund zur Preiserhöhung bzw. zur Erhöhung der Preisspanne zwischen dem Erzeugerpreis und dem Abgabepreis keineswegs besteht. Menn auch durch die anhaltende Trockenheit, die fast nur im Gebiet unserer Landesbauernschaft sich bemerkbar machte, in der hiesigen Gegend eine knappere Ernte zu erwarten steht, ist damit keineswegs für ganz Deutschland eine Verknappung der für die Ernährung der Bevölkerung notwendigen Kartoffelmenge zu befürchten, insbesondere, da es in verschiedenen Gegenden Deutsch-
fein wird. Ferner soll in aller Kürze der Straßen- kanal verlegt und die Straße hergestellt werden, so daß. das Ostviertel dann um einen weiteren Straßenzug vergrößert ist.
** Die gesetzliche Gesellenprüfung für Schneider betrifft eine Bekanntmachung der Herrenschneider-Pflichtinnung für Stadt und Kreis Gießen in un erem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien be anders daraus hingewiesen.
** Die Freiwillige Sanitätsfolonne half bet dem Unfall Sir Blacketts. Wie UNS von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen zu dem gestrigen Bericht der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. mitge- teilt wird, hat nicht Herr Dr. Kunz die Verletzten (Sir Blackett und die mitfahrende Marburger Dame) nach Marburg gebracht, sondern die Sani- tätskolonne Gießen des Deutschen Roten Kreuzes hat auf Anordnung des an der Unfallstelle weilenden Arztes (Dr. Kunz) den Transport ausgeführt. Die Sanitätskolonne war mit einem Fahrzeug, zwei Tragbahren und drei Sanitätsmännern an der Unfallstelle.
♦* Uebungs stunden im Skiklub Gießen. Schon weht der Wind über leere Stoppelfelder und erinnert den künftigen Skiläufer, daß es höchste Zeit ist, die Bretter hervorzuholen, zu ölen und zu spannen. Aber nicht nur die Bretter, sondern auch der Körper des Skiläufers bedarf einer systematischen Vorbereitung für die kommende Winterzeit. Deshalb beginnt der Skiklub Gießen in den nächsten Tagen auf dem Universitätssportplatz mit Uebungsftunben (Waldlauf, Körperschulung usw.). Am 1. September wird eine verbilligte Autobusfahrt mit Wanderung durch den herbstlichen Vogelsberg durchgeführt. Ende September treffen sich in Gießen sämtliche mitteldeutschen Skivereine zur Gautagung des Mitteldeutschen Skiverbandes. Man beachte die heutige Anzeige.
** Erfolgreiche Gießener Maschinenschreiber. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenographenschaft teilt uns heute, in Ergänzung des kürzlichen Berichtes über die großen Erfolge der Gießener Kurzschriftler in Fanksut a. M. noch mit, daß auch zwei Ortsgruppenmitglieder, die sich am Maschinenschreiben nach dem ftreng durchgeführten Zehnfinaer-Tastschreiben beteiligten, in der entsprechenden Abteilung gute Leistungen erzielten Die beiden Mitglieder sind Hildegard Keller, die 240 Nettoanschläge erreichte, und Franz Koch mit 180 Nettoanschlägen.
** Mehr Sorgfalt bei Nachnahmesendungen. Die Absender von Nachnahmesendungen fertigen die Nachnahmezahlkarten und -Postanweisungen vielfach mangelhaft aus, namentlich solche zu Nachnahmepaketen, -Postgütern und -Päckchen. Besonders häufig fehlt im Kopf der Zahlkarte oder Postanweisung die Angabe des Empfängers ber 4 Nachnahme oder das Kaffen- und Buchunaszeichen, ober bas Formblatt ist sonst un- vollständig, unrichtig ober gar nicht ausgefüllt. Ferner wirb vielfach nicht bas richtige Nachnahme- formblatt verwenbet, es wird nicht haltbar befestigt usw. Die Mängel verursachen am Bestimmungsort erhebliche, unnötige Mehrarbeit unb unangenehme Weiterungen. Die Deutsche Reichspost hat beshalb bie Beamten erneut angewiesen, ble Nachnahme- senbungen bei ber Annahme sorgfältig zu prüfen unb bie Dersenber unter Hinweis auf bie für sie nachteiligen Folgen zur richtigen Ausfertigung ber Formblätter usw. anzuhalten. Wenn bie Mängel nicht ohne weiteres beseitigt werben können, werben die Sendungen den Einlieferern zurückgegeben.
Amtsgericht Gietzen.
In ber gestrigen Sitzung fand bie Verkünbung des Urteils in ber Sache gegen ben G. D. aus Gießen wegen fahrlässiger Körperverletzung statt. Der Angeklagte würbe in Anbetracht der erheblichen Folgen zu einer Geldstrafe von 40 Mark verurteilt.
. „^morgen früh, Herr Graf", gab der Portier zur wird es. Don den eisigen Schneeaipfeln her fährt Antwort. ber Sturm. Es heult unb schreit um bie Trag-
„Herrgott , sagte Dietrich, „so spat!? Ob ich nicht 1 •• - — B
irgenbmo ein Flugzeug kriegen kann?"
„Na, die Nachtfahrt wird reichlich teuer werden, mein Lieber", meinte Hauptmann Weckenroth.
„Es ist nichts zu teuer, wenn es mir gelingt, auch nur eine halbe Stunde eher bei Marlen zu sein", erklärte Dietrich leidenschaftlich.
Weckenroth schüttelte den Kopf.
„Da brat mir einer 'nen Storch. Können die beiden schon feit Monaten Tag für Tag zusammen sein und tun’s nicht. Und jetzt auf einmal wollt ihr euch Hals unb Bein brechen, nur für eine Minute eher. Äinber, ist bas eine aufgeregte Welt? Na barauf muß ich noch eine Flasche mehr trinken."
„Achtung, Achtung!" klang es vom Lautsprecher, „Sie hören jetzt bie neuesten Nachrichten."
„Da roenbet sich ber Gast mit Grausen", zitierte Weckenroth. „Jetzt kommen erst mal Wetternachfichten. Was brauche ich Wetternachrichten, wenn ich sehe, baß es schon ist? Sportnachrichten interessieren mich prinzipiell nicht. Na, unb ob sie irgenb- emen Raubmörber gehängt haben ober nicht, bas geht mich schon gar nichts an."
„Still!" sagte Dietrich. Er lauschte fieberhaft.


