lionen Mark oom
Millionen Mk. im Juli
Gareth Zones, ein Opfer seines Berufs
Frei, einfach und klar!
Ein Aufruf des Deutschen Sprachpflegeamtes
gefaßt, die für den schlichten Leser u n • verständli.ch ist: deutsche Kaufleute halten es für unfein oder minder einträglich, neuen Waren deutsche Bezeichnungen zu geben.
Gegen diese Mißstände will das Deutsche Sprach- pflegeamt angehen, nicht maßlos, aber zielklar. Es will im Sinn echter Gemeinschaft die Klüftung
Mattendes Steigen der Steuereinnahmen des Reichs
Ein Jahr an der Spihe des Reichs.
Dem Gedenken der Volksabstimmung für den Führer und Reichskanzler.
Don Dr. Wilhelm Frick, Reichs- und preußischem Minister des Innern.
Mehr als 2 Millionen Franken Schaden in Brest und Toulon.
Paris, 16. Aug. (DNB.) Die durch die Unruhen in Brest und Toulon angerichteten Schäden belaufen sich nach der Feststellung der Sachverständigen auf mehr als 2 Millionen Franken. Brest und Toulon, die beiden Häfen, die von kommun,, stischen Agitatoren durch organisierten Aufruhr schwer heimgesucht wurden — so schreibt der „Ma. tin" — verbinden nun ihre Wunden, aber die Finanzierung dieser „Reparation" müsse der Staat tragen, der Steuerzahler. Der Haushalt, den man mit aller Kraft ins Gleichgewicht zu bringen versuche, habe diese neue Belastung wirklich nicht gebrauchen können. In Toulon betrage der Sachschaden annähernd 1,2 Millionen, eine Summe, von der ein Fünftel von der Stadt selbst getragen werde. Bier Fünftel entfielen auf die Steuerzahler des Landes. In Brest sei die Arbeit der Sachverständigen noch nicht ganz abgeschlossen.
gen an und stützt sich auf sie. Es will nichts beseitigen, was fruchtbare Arbeit leistet. Nicht durch Verbote, nicht durch Willkür und neue Regeln, sondern durch Feststellung des Kranken und Undeutschen, durch Sauberkeit des Aus- b r u cf e 5 und Pflege des Wortgutes in seiner eigentlichen Bedeutung wird es wirken.
Des deutschen Mannes Rede fei frei, e in fach, klar; ohne Schwul ft und Hohlheit, ohne eitle Fremdwörterei. Wer sich das Recht zum Schreiben nimmt, fei sich der Aufgabe bewußt, für jeden, dessen Muttersprache deutsch ist, in Satz und Wort verständlich zu bleiben und seine Sprache so zu gestalten, daß sie den Leser durch Schönheit und edlen Wuchs anspreche.
Die Aufgaben, die sich dem Deutschen Sprachpflegeamt schon in den ersten Monaten boten, sind vielfältig und noch kaum übersehbar. Es hat den Mundarten, den Brüdern im Auslande, es hat den Wissenschaften wie auch dem sprachlichen Brauchtum zu dienen, lieber allem aber ragt sein nächstes und köst- lichstes Ziel: die Muttersprache so hoch ins Licht zu stellen, daß sie allen Volksgenossen als heiliges Besitztum wieder sichtbar wird, und die Deutschen wieder zur Ehrfurcht vor ihrer Muttersprache zu erziehen, damit sie mit ihr leben.
Der Leiter des Deutschen Sprachpflegeamts:
Dr. Rudolf B u t t m a n n;
für den Beirat: Dr. Hans Friedrich Blunck. Der Geschäftsführer: Theodor Hüpgens.
weitere Banditen sollen die Stadt 6d)onh<fltw<m bedrohen. Die chinesische Ordnungspolizei hat in Der entmilitarisierten Zone einen sehr schwere« Stand gegen das Banditenunwesen, da es ja per« tragsmäßig verboten ist, schwere Waffe« zu besitzen.
OieMemelwahlwirdzurKarce Ausschaltung der Memeldeutschen durch neues Wahlgesetz.
ft o ro n o, 16. August. (DJtB.) 3m litauische« Regierungsanzeiger werden zahlreiche A e n d e * rungen des Gesetzes zur litauischen Volksvertretung und zum Memellän- difchen Landtag veröffentlicht, die mit ,o« fertiger Wirkung in ftraft treten sollen. Von diesen einschneidenden Aenderungen werde« zunächst nur die für den 29. September ange- setzten Wahlen zum Memelländischen Landtag betroffen, da Wahlen zum litauischen Parlament bisher nicht anberaumt sind. Abgeändert werden über 26 Paragraphen, die die bisherige Wahlordnung von Grund auf um* gehalten. Ferner werden die Abgeordneten des Vlemelländifchen Landtags dazu verpflichtet, einen Eid auf die litauische Republik abzulegen, bei dessen Verweigerung sie ihr Mandat verlieren. Es werden u. a. ganze Gruppen von Wählern des passiven Wahlrechts für verlustig erklärt, und zwar in erster Reihe sämtliche Mitglieder der beiden größten memelländischen Par te len, deren führende Mitglieder in dem berüchtigten ftownoer Prozeß zn hohen Zuchthausstrafe« verurteilt wurden. Ferner werden die B e ff i m« mungen über den Wahlvorgang völ« lig abgeändert.und so kompliziert, daß der Beeinflussung der Wahl durch die aus« schließlich aus litauischen Parteigängern zusammen« gesetzten Dahlkommissionen weitester Spiele raum gelassen wird. Die neuen Vorschriften über die Abgabe der'Stimmzettel lassen es fraglich erscheinen, ob von einer G e h ei m h al« fang der Wahl, wie sie das Memelstatut vor- schreibt, überhaupt noch die Rede sein kann. 3n den Bestimmungen dieses Abänderungsgesehes tritt erneut die unzweideutige 'Tendenz der lifatk ischen Regierung hervor, eine freie Meinungs« äußerung der memelländischen Bevölkerung in den bevorstehenden Wahlen zum Memelländische« Landtag nicht zuzulassen.
aufheben, die zwischen dem schlicht sprechenden Volksgenossen und der buntscheckigen Fremdwörtersprache gebildeter Schichten entstanden ist.
Dankbar erkennt das Deutsche Sprachpflegeamt dabei die Erfolge anderer, älterer Sprachbemühun-
Die Nachricht von der Ermordung des von Banditen verschleppten britischen Journalisten Gareth Jones hat sich leider b e st ä t i g t. Seme Leiche wurde in der Nähe von Paotschang, also in unmittelbarer Nähe des Entführungsortes, gefunden.
ß Gareth Jones a m Banditen erschos-
„Deutsche! In diesen Monaten ist in Berlin das Deutsche Sprachpflegeamt geschaffen worden. Män- ner des öffentlichen Lebens, der Partei, des Schrifttums, der Wissenschaft, der Technik haben sich zusammengeschlossen, um unserer Muttersprache eine
beitenden Journalisten genau wie er niemals davon abschrecken lassen, gerade dorthin zu gehen, wo sich das alte, unberührte, aber auch von Räuberbanden durchstreifte und von lokalen Machthabern beherrschte China darbietet. Forschern gleichen diese Männer, deren Tätigkeit darauf zugeschnitten ist, stets aufs neue in übersichtlichen Berichten ein Bild der jeweiligen Verhältnisse zu entwerfen, während der Wissenschaftler eben forscht und erst am Ende seiner Reise die Ergebnisse seiner Arbeit zusammenträgt. Sucht der eine tiefgründige Kenntnisse mit nach Hause zu bringen, so besteht die Aufgabe des anderen darin, das tägliche Ereignis festzuhalten, es aber nicht auf sich zukommen zu lassen, sondern auch zu suchen. So zog auch Jones gemeinsam mit einem deutschen Berufskameraden dorthin, wo der aufmerkfame Beobachter der politischen Ereignisse zu fern hatte. Hierbei hat Jones sein Leben gelassen, weil eine geld- und blutgierige Räuberbande seine Person zu einem gewinnbringenden Geschäft machen wollte. Gareth Jones starb für seinen Beruf. Wir neigen uns an seiner Bahre in ehrendem Gedenken...
Wieder ein chinesischer Expreßzug überfallen.
Der Expreß, der zwischen Mukden und P e i p i n g verkehrt, wurde bei Schithschiatung in der Nähe von Tsinghwangtau in der entmilitarisierten Zone von Banditen überfallen. Diese hatten stch als Reisende verkleidet. Bei dem Ueoerfall wurden zwei Koreaner und ein Chinese getötet und etwa 20 Personen verwundet. Die Banditen sind mit angeblich 10 000 Silberdollar, die sie von den ermordeten Koreanern erbeuteten, entkommen. Die japanischen Militärbehörden in Tientsin haben daraufhin die Wiedereinrichtung der Zugwachen auf den Peiping-Mukden-Zügen durch japanisches Militär beschlossen. — In der entmilitarisierten Zone haben 700 Banditen die Ortschaften Peikau, Haiyang und Makoutschwang überfallen und sämtliche Häuser ausgeplündert. 1600
Oie Lage der Krankenkassen.
Die Abzüge vom Wochenlohn und vom Mo« natsgehalt sind keinem Arbeitnehmer — und daL ist ja menschlich verständlich — eine besonders erfreuliche Sache. Er ist sich zwar bewußt, daß jede« seinen Beitrag nach seinen Kräften zusteuern muß, um die Grundlagen der staatlichen Ordnung und des Gemeinwesens zu sichern, und er weih ferner auch, daß ein großer Teil der Abzüge d^z« dient, ihm persönlich S i ch e r he i t für die Zelte« der Arbeitslosigkeit, der Krankheit, des Alters ufro* zu geben. Er bleibt dennoch stets interessiert an allen Erscheinungen, die ihm Hoffnung auf eine wenn auch nur geringfügige Verminderung der Abzüge verschaffen.
Jeder Arbeitnehmer ist darum an der soeben veröffentlichten Statistik über d i e Entwicklung der Krankenkassen im Jahre 1934 persönlich interessiert. Diese Statistik stellt ein durchaus erfreuliches Bild dar. Das A n ft e i g e n der M i t g l i e d e r z a h l, das eine natürliche Folge der erfolgreichen Arbeitsschlacht ist, ermöglichte eine Senkung der durchschnittlichen Höhe der Beitragssätze. Der Rückgang belief sich bei allen Kassen zusammen auf 15 Prozent des Grundlohnes (5,10 gegen 5,25 Prozent). Diese Entwicklung wurde dadurch begünstigt, daß parallel mit dem Ansteigen der Mitgliederzahl eine Verminderung der Zahl der Kas- s e n eingetreten ist. Am Ende des Jahres 1934 betrug sie nur noch 6144 gegen 6378 zu Beginn des Jahres. Auch bei den E r s a tz k a s s e n wird eine geringe rückläufige Bewegung festgestellt.
Es bedeutet eine starke innere Festigung des gesamten Krankenversicherungswesens, wenn im Zuge einer solchen Entwicklung die Verwaltung s k o st e n , auf den Kopf des Versicherten berechnet, sich gesenkt haben. Im Ablauf des vergangenen Jahres ist die Zahl der Versichere ten, die von einer Kasse betreut wurden, von 2941 auf 2638 zurückgegangen. Die Folge davon war, daß auf tausend Versicherte nut noch 1,96 KasssnangestelltO gegen 2,04 im Vorjahre entfielen. Insgesamt hat allerdings das Derwaltungsperfonal der Krankenkassen parallel
Pflegestätte zu bereiten.
Die deutsche Sprache leidet n o t. In den Zeitungen, in Reden und Schriften begegnen wir immer häufiger schiefen Bildern, falschen Beugungen, unnützen Fremdwörtern. An Stelle des einfacheW Berichtes, der durch eigene Kraft wirkt und dessen Durchsichtigkeit die Krönung des Goetheschen und Lessingschen Deutsch war, herrscht schwülstige U e b e r l a d e n h e i t. In den Satzungen unserer Verbände, in unseren staatlichen Einrichtungen schleppen sich fremdländische Wörter fort, die zum Teil längst ihren Sinn verloren haben; amtliche Steuerungen sind oft in einer Sprache ab- schlichten Leser u n • utsche Kaufleute halten es
Mörderhände haben das Leben des englischen Journalisten Gareth Jones ausgelöscht. Erschüttert stehen nicht nur alle seine Landsleute und alle in Asien lebenden Europäer an seiner Bahre, sondern auch alle seine Berufsgenossen, gleichgültig welcher Nationalität sie angehören. Denn Jones starb als Journalist, als Mann, der hinauszog, um die Wahrheit über die Verhältnisse in China zu erforschen und fortlaufend der von ihm vertretenen Presse, darüber hinaus jedoch durch diese Presse wiederum der ganzen Weltöffentlichkeit über alle Ereignisse dieses für alle Völker von jeher hochinteressanten Landes Bericht zu erstatten. Er wußte, wie jeder andere seiner Kollegen, daß in China neben dem Journalisten der Tod steht, wenn er es wagt, in Gegenden vorzudringen, in denen die Staatsautorität nur eine geringe ober gar keine Rolle spielt. Dennoch haben sich die in China ar-
der Riesenorganisation der NSDAP, das Werkzeug schuf, durch das er das Reich, das noch vor wenigen Jahren von Partei- und Klassenkämpfen erschüttert und zersetzt war, rettete und zu einem Staat umgestaltete der fester und einheit- licher auf gebaut ist, als dies m der tausend- jährigen Geschichte deutscher Staatlichkeit jemals zuvor der Fall war.
Die Kleinstaaterei ist endgültig beseitigt, der Klassenkampf und das Parte tun- wesen sind ausgerottet, und alle Kräfte des deutschen Volkes, die in unzähligen, unseligen inneren Kämpfen und Streitigkeiten gegeneinander standen und sich gegenseitig verzehrten, sind frei gemacht zur gemeinsamen Arbeit an der Wohlfahrt der Station und der Größe des Reiches. Niemand soll glauben, diese Einheit des Reiches durch irgendwelche geheim ober offen auftretenbe feindliche Bestrebungen unge» straft angreisen zu dürfen.
An der Spitze dieses wehr- und ehrenhaften neuen Reiches steht Adolf Hitler, der Führer aus Kampf und Not, dem allein das deutsche Volk seine Wiedergeburt verdankt, und der mit seinem Geist die deutsche Zukunft verbürgt. In seiner starken Hand sind Staatsführung, Oberbefehl über die Wehrmacht und Führung der Partei vereinigt, und das Führerprinzip ist damit restlos durchge führt. Seit mehr als 15 Jahren führt Adolf Hitler die Partei und hat sie, die einer Welt von Feinden gegenüberstand, zum Siege geführt. Zweieinhalb Jahre sind seit der Machtergreifung oorüdergezogen, das Reich ist innerlich gewaltig erstarkt und neu geordnet, und das deutsche Volk wieder in allen Teilen des Vaterlandes friedlich an der Arbeit, bas Elend der Erwerbslosigkeit ist gebannt, das Saarland wurde dem Reiche zurück- gewonnen, die Wehrfreiheit wieder erlangt und der erste Schritt zur wirklichen Gleichberechtigung mit den andern Völkern der Erde mit Erfolg getan.
Nun ist ein Jahr vorübergezogen, seit der Führer und Reichskanzler nach dem Tode des greisen Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten an bie Spitze d e s Dritten Reiches trat. In ruhiger Sicherheit liegt das Steuer in seinen Händen, machtvoll und zielbewußt zieht das Staatsschiff seine Bahn durch den Strom der Zeit, der erfüllt ist von Kampf und Kriegsgefchrei. Hoch auf den Masten flattern die Fahnen des Führers, bie Siegeszeichen der Bewegung, die Fahne des Reiches der Freiheit und des Friedens.
Der größte Gewinn der entsagungsreichen und nieberdrückenben Zett nach dem Weltkrieg ist bie alle Volksgenossen umfassenbe Politisierung des deutschen Volkes. In den Flammen der marxistischen Revolten, im Fegefeuer der Inflation und in der Schande der Systemzett hat der deutsche Mensch erkannt, daß ohne eine ftarfe oolksbewußte S1 a a t s f u h r u n g Aufstieg Macht und Freiheit eines Volkes unmog- Ilt£ien<5ebnfud)t der Nation nach Wiederher- ftellung ihrer Ehre und Freiheit aber verkörperte sich in Adolf Hitler. Der Führer hat von den kleinsten Anfängen an in unbeugsamem Glauben an den Sieg feiner Idee die fa- natische Gefolgschaft um sich geschart, die sich in To- besverachtung ben Weg zu einem neuen Deutschland bahnte. Adolf Hitler ist dem deutschen Volke nicht nur der Führer geworden, sondern wuchs auch zu seinem größten politischen Erzieher empor. Damit hat er alle großen Staatsmänner der deutschen Geschichte übertroffen, denn er trat nicht an bie Spitze eines burch bie Entwicklung geformten Staates, sondern schuf im revolutionären Kampf ein neues Volk und ein neues Reich.
Rein äußerlich wurde dieser Vorgang vor einem Jahre, am 19. 21 u a u ft 19 34, abgeschlossen, als ben Führer und Reichskanzler 40 Millionen deutscher Volksgenossen zi?rn Oberhaupt des Deutschen Reiches wählten. Damit zog bas deutsche Volk erneu' Schlußstrich unter eine lange geschichtliche Entwicklung seiner Innenpolitik. Wie weit ist boch biefer Weg, ber vom Aufstieg zum Zerfall bes Ersten Reiches, über bie völlige Auflösung ber Nation in eine Unzahl „souveräner" Kleinstaaten, über bas Bismarck-Reich unb ben Staat von Versailles unb Weimar zum n at i o - nalsoziali st ischen Einheits reich Aböls Hitlers führt! Wie oft war bas beutsche Volk in seiner Geschichte bas Opfer ehrgeiziger unb kurz- sichtiger Fürstenpolitik, bas Werkzeug gewissenloser Parteiführer unb frembvölkischer Mächte geworben. Selbst bas machtvolle Reich Otto v. Bismarcks wurde von finsteren überstaatlichen Mächten in seiner Entfaltung gelähmt. Die Geschichte ist ein harter Lehrmeister bes deutschen Volkes geworden.
Ader bie Lehre der Geschichte wäre ungenützt geblieben, wenn dem deutschen Volk in Adolf Hitler nicht ber Führer in eine neue Zukunft von der Vorsehung geschenkt worden wäre. Es ist bas alleinige Verdienst bes Führers, baß er mit
Es ist anzunehmen, da'
12. Augustvonden ... -
s e n worden ist. Seine Leiche wurde von einem chinesischen Beamten ber Salz-Zollverwaltung nach Paotschang gebracht. Die Banditen haben, nachdem sie den letzten zu ihnen entsandten Unterhändler wieder freigelassen hatten und daraufhin von der Gendarmerie angegriffen wurden, am 14. August ihren Schlupfwinkel verlas- s e n und die Flucht ergriffen. Die Leiche Gareth
Berlin, 16. Aug. (DNB.) An Besitz- unb Verkehrs steuern wurden im Juli 446,2 Mil-
Reich eingenommen gegen 369,6 ___________________ Juli des Vorjahres. Die Zölle und Verbrauchs st euern stiegen auf 384,8 (313,9) Millionen Mk., fo daß insgesamt im Juli 831,0 (683,5) Millionen Mk. eingenommen wurden, bas finb 147,5 Millionen Mk. mehr als im Vorjahre. Von benjenigen Steuern, bei denen sich die Wirtfchaftsentwicklung spiegelt, hat sich im Juli 1935 besonders die Lohn st euer weiter gut entwickelt. Das Aufkommen im Juli überstieg dasjenige im gleichen Monat des Vorjahres um 45,8 Millionen Mark. Hierbei sind jedoch der Einbau der Ehe- standshilse unb ber Arbeitslosenhilfe und die Aen* berung bes Erhebungsverfahren zu berücksichtigen. Das Auskommen an veranlagter Eink o m « men st euer war um 7,3 Millionen Mk. höher als im Juli 1934. Die Körperschafts st euer bat ein Mehr von 8 Millionen Mk. gebracht. Das Aufkommen an Umsatzsteuer betrug 181,5 Millionen Mark, während es im Juli 1934 nur 170,3 Millionen Mark ausmachte. Nicht weniger günstig ist die Gesamtentwicklung bei den Zöllen unb Verbrauchssteuern. Der weitaus größte Anteil, nämlich 69,1 Millionen Mark entfällt davon auf bie Zö He. An Bier st euer mürben bagegen 1,3, an Mineralöl st euer 0,3 unb an Schlacht« steuer 1,9 Millionen Mark weniger eingenommen als im Vorjahre. Das wirkliche Mehraufkommen in ben ersten vier Monaten des Rechnungsjahres 1935 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres beträgt 371,7 Millionen Mark. Das Mehr an Zöllen beruht in ber Hauptsache auf einer einmaligen außerorbentlichen Einnahme.
Jones liehen sie zurück.
Der Vertreter ber britischen Botschaft in Kalgan, Hauptmann Millar, und der deutsche Journalist Dr. Müller, ber vor mehr als 2 Wochen gemeinsam mit Jones von ben Banditen gefangen genommen worden war, sind nach Paotschang unterwegs, um die dort hingebrachte Leiche zu identifizieren.
Starhemberg.
Aus Wien kommt bie Nachricht, baß der Bundeskanzler Schuschnigg beabsichtige, zuruckzu- treten unb bah ber Vizekanzler Fürst Starkem- verg, ber sich zur Zeit in Jugoslawien aufhalt, zu feinem Nachfolger ausersehen sei. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Schuschnigg nach dem schweren persönlichen Schlage, ber ihn kürzlich burch ben löblichen Unfall seiner Frau getroffen hat, vielleicht auch durch die trüben Zustände seines Landes, die er nicht zu meistern vermag, entmutigt, ben Wunsch hat, bie Leitung ber österreichischen Staats- geschäfte in anbere Hänbe zu legen. Der ehemalige vertraute Mitarbeiter bes früheren Bundes- kanzlers Seipel, ber burch ben plötzlichen Tob von Dollfuß vor einem Jahre in bas Bundes- kanzleramt berufen würbe, hat zu Beginn feiner politischen Laufbahn sicherlich nicht geahnt unb wohl auch nicht gewünscht, baß er einst berufen fein könnte, Oesterreich auf Wege zu führen, die es weit von feinen standesmätzigen und historischen Tradttionen weg in bie debenkliche Nähe deutsch- feinblicher europäischer Kombinationen verschleppen. Wenn er ben Entschluß, sich zurückzuziehen, ver- wirklicht, so wollen wir zu seiner Ehre annehmen, daß es ihm burch sein beutsches Gewissen unb burch bie Erkenntnis geboten scheint, baß sich sein Land auf einem hoffnungslosen Irrwege befinbet.
Der Uebergang der Leitung Oesterreichs in die Hände bes Fürsten Ernst Rüdiger von Star- Hemberg würde nach der wirren und schwankenden politischen Laufbahn dieses Mannes eine solche , milde Betrachtung nicht erlauben, die zwischen . einem verhängnisvollen Schicksal und dem persönlichen Charakter zu unterscheiden weih. Dieser Träger eines alten berühmten Namens ber österreichischen, beutschen und europäischen Geschichte — sein Urahne gleichen Namens war im Jahre 1683 ber Verteidiger Wiens gegen bie türkische Belagerung unb einer der großen Retter des christlichen Abendlandes vor der drohenden asiatischen Ueberschwemmung — trat im Jahre 1927 zum erstenmal als einer der Führer b er Heimwehrbewegung in ber österreichischen Politik auf. Er hatte sich im Krieg als tapferer Offizier gezeigt, als Teilnehmer am deutschen Kapp-Putsch unb an den Kämpfen des Freikorps Oberland in Oberschlesien ber gemeinsamen deutschen Sache zu dienen versucht unb mürbe so, beglaubigt durch dieses Verhalten unb umstrahlt von dem Glanze seines alten Namens zu einer Hoffnung des national bewußten Deutschtums in Oesterreich, so daß er am 1. September 1930 zum alleinigen Bunde s f üh r e r der österreichischen Heimwehren gewählt wurde. Es war die Zeit, in der das deutsche Volk Oesterreichs dringend nach einer Auseinandersetzung mit der Wiener Herrschaft des Marxismus verlangte und alle Hoffnung auf den jungen Bundesführer setzte, ber als zweiter seines Geschlechts zum Retter seines Landes gegen fremde Herrschaft zu werden versprach.
Der erste Zweifel an seiner persönlichen Eignung zu dieser verpflichtenden Rolle erhob sich, als er bei dem Putsch ber Heimwehren Steiermarks im September 1931 eine groeibeutige Haltung einnahm, zunächst verhaftet, bann aber freigelassen mürbe unb von dieser Zeit ab die Heimmehrbewegung immer mehr in bas christlich-soziale Fahrwasser des politischen Klerikalismus lenkte. Mit dieser politischen Wandlung vollzog sich in ihm auch ber entscheibenbe Umschwung tn ber Grundfrage des österreichischen Schicksals, dem Verhält- niszumDeutschenReiche. Während er noch im Jahre 1930 für den Zusammenschluß Oesterreichs mit den anderen deutschen Ländern in einem großen Deutschen Reiche eintrat unb bies als ben Staatsgebanfen bezeichnete, ben bie Heimwehren als Enbziel ber Bewegung ansehen, würbe er in ben folgenben Jahren, als die nationalsozia- listlsche Bewegung bas österreichische Volk ergriff, zum erklärten Gegner des An- schlußgedankens. Er war es, ber die ersten persönlichen Beziehungen mit Mussolini anknüpfte unb damit die italienische Politik ermutigte, bas beutsche Oesterreich als wichtigen Faktor in ihre europäischen Pläne einzubeziehen, bie zum engen Zusammenschluß mit Frankreich unb zur Ermöglichung bes abessinischen Abenteuers führten. Ein entmutigenbes Beispiel bafür, baß in ber Geschichte auch von unzulänglichen unb schwachen Peksönlich- feiten, wenn sie burch Geburt unb Schicksal begünstigt finb, große und verhängnisvolle Wirkungen ausgehen können.
Es ist ein alter Fluch Oesterreichs, baß seine Icitenben Männer entmeber mit bem feudalen Hoch- adel oder mit dem Klerikalismus, ober mit beiben, selten aber mH bem wirklichen Volke ver- bunben waren. Auch bie Umroanblung Starhem- bergs vom Kämpfer für bas Deutschtum zum Ent- deutscher Oesterreichs ist wohl barauf zurückzuführen, baß sich ber wachsende Einfluß der habsburgisch en Hocharistokratie seiner schwankenden unb ungefestigten Persönlichkeit zu bemächtigen wußte. Er gruppiert sich um die Mutter bes Fürsten Starhembergs, bie enge Beziehungen zur Kaiserin Zita unterhätt und in der Mitte der politischen Intrigen steht, die die Rückkehr ber Habsburger auf ben österreichischen Kaiserthron vorbereiten. Durch bie Berufung bieses haltlosen Mannes an die Spitze der österreichischen Staatsgeschäfte würde so ein Kurs der österreichischen Politik betont und gefestigt, der Oesterreich nach den Plänen Mussolinis, wie es der ftühere englische Schatzkanzler Snowden dieser Tage ausdrückte, zur italienisch en Provinz machen und Europa wahrscheinlich sehr bald vor die Katastrophe einer habsburgischen Restauration stellen würde. Das deutsche Volk Oesterreichs kann diesen geschichtlichen Jrrgang vielleicht zur Zeit nicht verhindern, aber es wird ben Weg roieber zurückfinben.
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