Ausgabe 
17.7.1935
 
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Auch leicht in Fäulnis übergehende Speisen soll man nicht im Eisfchrank aufbewahren Käse dars nicht offen hineingestellt werden. Man soll die Türen des Einsschrankes nicht offenstehen lassen. Das Eis Soll im Schrank nicht zerkleinert werden, da dadurch leicht Emaille oder Zinkbekleidung beschädigt wird.

Besitzt man keinen Eisschrank, so erfüllt eine Kochkiste oder ein Spankorb auch den Zweck der Frischhaltung. Man muß das Eis auf em großes Sieb legen und dieses über eine Schüssel hängen, damit es abtropfen kann und so hineinstel­len. Das Eis selbst hält länger, wenn man es in ein wollenes Tuch hüllt und etwas Salz darüber streut. Man kann auch Eisbeutel aus Stoff oder alten gummierten Regenmänteln Herstellen. Das

! Eis wird zerkleinert, mit Viehsalz (weil es billiger ist) und Kreide bestreut und der Beutel fest zuge-

1 bunden. Man tut gut daran, mehrere Beutel anzu- i fertigen und diese auf Teller oder Schüsseln zu legen. Die Speisen oder Getränke werden dann oben aufgelegt. Butter soll man in Tonkühlern aus­bewahren, überhaupt sind irdene Töpfe für die Auf­bewahrung sehr praktisch. Man umhullt sie mit feuchten Tüchern und setzt sie der Zugluft aus. Aber auch hier gilt die Regel, daß die Speisen zuvor abgekühlt sind. Man darf nie Speisen m den Koch- qesäßen aufbewahren. Sie verderben darin un- meigerlid). Man fülle sie in Porzellan oder Ton- gefaße. Milch bewahrt man am besten m Flaschen auf.

Wirtschaft.

Oie Lndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:

974: Verzeichnis der kommenden in- und auslän­dischen Ausstellungen und Messen.

975: Künftig dürfen den unter Umschlaa versandten Drucksachen auch kleine Muster, die zur Er­gänzung der Druckangaben dienen, beigelegt werden.

Oie Roheisenerzeugung im SiegvLahn- und Oillgebiet.

Die Roheisenerzeugung im Sieg-, Lahn-, Dill­gebiet und Oberhessen, die werktäglich berechnet im März und April nicht unwesentlich zurückgegangen war und im Mai den Rückgang schon teilweise wie­der aufgeholt Halle, hat im Juni werktäglich eine weitere Zunahme erfahren. Sie betrug nach den Ermittlungen der Wirtschaftsgruppeeisenschaffende Industrie" 28 332 Tonnen bei 30 Arbeitstagen gegen 28 739 Tonnen im Vormonat bei 31 Arbeits­tagen, was einer täglichen Erzeugung von 944 Ton­nen im Juni gegen 927 im Mai oder einer Steige­rung von fast 2 v.H. entspricht. Die gesamte deut­sche Roheisenerzeugung hat ebenfalls im arbells- täglichen Durchschnitt eine Steigerung von 2 v.H. aufzuweisen. Die Entwicklung der Siegerländer Roheisenerzeugung im ersten Halbjahr 1935 zeigen folgende Zahlen: Januar 30 908 Tonnen, Februar 27 397, März 29 217, April 26 218, Mai 28 739, Juni 28 332 Tonnen. Don 177 Hochöfen waren 94 in Betrieb. Im Bestand der Hochöfen hat sich nichts geändert.

* Verkehr mit Leinsaat. Eine Bekannt­machung des Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und fon- stige landwirtschaftliche Erzeugnisse ordnet auf Grund des § 7 des Maisgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 5. Oktober 1934 folgen­des an: Leinsaat inländischer Erzeuguna, die von der RfG., Geschäftsabteilung, auf Grund des von den zuständigen Gemeindebehörden erteilten Ur­sprungs- und Verwertungsscheines in den Verkehr gebracht ist, darf nur weiter in den Verkehr ge­bracht werden, verarbeitet oder sonst verwertet werden, wenn eine Bescheinigung der Saatgutstelle des Reichsnährstandes, Berlin W 35, Lützowftraße 109/10, vorliegt, daß die Leinsaat der Saatgutstelle für Saatstelle zum Kauf angeboten worden ist, diese die Annahme des Angebotes aber abgelehnt hat. Die von der Saatgutstelle erworbene Leinsaat darf für Saatzwecke weiter in den Verkehr gebracht oder sonst verwertet werden.

* D i e Umsätze der Handwerker­genossenschaften. Die Handwerker-Einkaufs­genossenschaften haben auch im Geschäftsjahr 1934 eine gute Entwicklung gehabt. Auf Grund vorhan­dener Teilergebnisse kann man den Umsatz der­selben auf 250 Mill. Mark für Ende 1934 an­nehmen, dazu kommt der Umsatz der Zentralbezugs­genossenschaften etwa in gleicher Höhe sowie der Umsatz der sonstigen Werk-, Produktiv- und Absatz­genossenschaften mit vielleicht 100 Mill. Mark. So ergibt sich für alle Handwerkergenossenschaften ein Gesamtumsatz, der sich auf etwa 600 Mill. Mark für das Jahr 1934 beziffern läßt.

* Wiedereröffnung stillgelegter Zigarrenfabriken. Die I. H. Bruns Zigar­renfabriken AG., Eisenach, die ihre Gefolgschaft schon im abgelaufenen Jahre auf über 2000 Köpfe erhöhen konnte, hat in letzter Zeit wieder mehrere neue Zweigbetriebe in den Notstandsgebieten des Thüringer Waldes eröffnet. So wurde jetzt in Wurzbach (Thüringen) eine feit Jahren stilliegende Zigarrenfabrik nach erfolgtem Ausbau in Betrieb genommen. Ferner konnte die vor etwa zehn Jah­ren stillgelegte Zigarrenfabrik W i e p r e ch t & Hausfchild in Lehesten (Kreis Saalfeld) mit der gesamten früheren Belegschaft wieder in Betrieb gesetzt werden.

Rhein-Mamische Börse.

Tendenz fest.

Frankfurt a. M., 16. Juli. Die'Börse war am Aktienmarkt wieder ziemlich fest und ver­zeichnete nach den paar ruhigen Tagen auch wieder etwas lebhafteres Geschäft; eine größere Auswei­tung der Umsatztätigkeit verhinderte indes die Enge der Märkte, wodurch auch die teilweise über den Durchschnitt von 11,5 v. H. liegenden Befesti­gungen zu erklären sind. Von der Kundschaft lagen einige Aufträge vor, auch aus der Börse heraus erfolgten angesichts der günstigen Wirtschaftsmel­dungen einige Käufe. Erwähnt seien vor allem der Fortschritt in den JREG.-Verhandlungen sowie die günstige Bilanz der Mansfelder Berg­bau AG. Außerdem fanden die liquiden Spar­kassenbilanzen Beachtung. Im Vordergrund des Interesses standen, insbesondere nach den ersten Kursen, Montanaktien. Klöckner, Mannes­mann und Rheinstahl zogen bis 1,5 v. H., Stahl­verein 0,65 v. H. und Mansfelder 2 v. H. an. Har- pener notierten 0,25 v. H. niedriger. Am Elektro­markt traten Tarifwerte, wie Gesfürel und Elektr. Lieferungen mit plus 2,50 bzw.. 2 v. H. mehr her­vor, ferner gewannen Schuckert 1,25 v. H., Main­kraft 0,75 v.H. und AEG. 0,50 v. H. Am Chemie­markt zogen IG. Farben nach behauptetem Be­ginn'um 1 v. H. auf 152 an, Scheideanstalt lagen unverändert. Deutsche Erdöl 0,65 v. H. fester. Stärker erhöht waren ferner Reichsbank mit 188,75 bis 190 (187), Deutscher Eisenhandel mit 104,75 (102), Süddeutsche Zucker mit 193,50 (191), Aschaf­fenburger Zellstoff mit 89,75 (88,25) und Gebr. Junghans mit 93 (91,50). Schiffahrtswerte lagen 0,50 v. H. freundlicher, ferner zogen Mafchinen- aktien sowie Cement Heidelberg bis 0,75 v. H. an. Knapp behauptet lagen AKU und und Westdeut­scher Kaufhof.

Der Rentenmarkt lag außerordentlich still, aber ebenfalls etwas fester. Altbesitz plus 20 Pf., Kommunal - Umschuldung plus 10 Pf. Industrie- Obligationen tendierten unregelmäßig. 6proz. Stahl­verein plus 0,25 v. H., 6proz. Krupp plus 0,25 v. H., dagegen 6proz. Hoesch minus 0,40 v. H. Aus­landrenten lagen still, 4proz. Mexikaner 8,75 (8,90).

Nachdem nach den ersten Kursen vielfach weitere Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. eingetre­ten waren, so u. a. bei Mannesmann, Harpener, Rheinstahl, AEG., Elektr. Lieferungen, Deutscher Eisenk>andel, Schuckert, Hoesch, Junghans und Scheideanstalt, lag der weitere Verlauf der Mittags­börse etwas ruhiger und verschiedentlich bröckelten die Kurse leicht ab. Fest zur Notiz kamen noch Dt. Linoleum mit 170 (167,50), Holzmann mit 94 (92,50) und Felten mit 108 (106,25). Schwächer la­gen Rhein. Braunkohlen mit 220,25 (221).

Am Rentenmarkt blieb es bei gut behaupteten Kursen sehr still. Altbesitz lagen insgesamt 30 Pf. höher, während späte Schuldbuchforderungen auf 96,75 (97) nachgaben. Goldpfandbriefe, Stadt­anleihen und Kommunal-Obligationen lagen zumeist unverändert. Lebhafte Nachfrage zeigte sich für Li­quidationspfandbriefe, die durchweg um 0,25 bis 0,50 v. H. anzogen.

Tagesgeld wurde auf 2,75 (3) v. H. ermäßigt. Abendbörse gut behauptet.

An der Abendbörse konnten sich die erhöhten Mit- tagskurse voll behaupten Bei kleinen Umsätzen lagen einige Papiere etwas über den Schlußkursen von Berlin, so IG. Farben mit 153.13 bis 153 (152.75), Hoesch Eisen mit 107,25 (106,65), die übrigen Mon­tanaktien notierten zumeist 0.25 bis 0,40 v. H. höher. Sehr fest lagen Scheideanstalt mit 235,50 (234). Etwas niedriger lagen u. a. Südd. Zucker mit 193 (193,50), Reichsbank mit 190,50 (191), ferner blie­ben Elektroaktien meist nur knapp gehalten. Am Kassamarkt erhöhten sich Hochtiefbau AG. auf 113,50 (112 65), .Schöfferhof-Binding gaben dagegen auf 174,50 (175) nach. Großbankaktien blieben behaup­tet. Am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille bei zumeist behaupteten Kursen. Altbesitz lagen etwas höher mit 112 (111,90), ferner von Stadt­

anleihen HÄdelberger mit 90,25 (90) und Mainzer von 28 mit 92,25 (92).

U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, IG. Farben- Bonds 127,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123,65, 4,5 v.H. Mainz von 28 92,25, 4,5 v. H. Heidelberg 90,25, 4 v. H. Ungarn Gold 10,80, 3,5 v. H. Schwei­zer Bundesbahn 178, ADCA. 82,25, Commerzbank 91,25, DD-Bank 92,25, Dresdner Bank 92,25, Reichsbank 190,50, Harpener 113,50, Mannesmann 91,50, Mansfeld 119,25, Hoesch 107,25, Rheinstahl 114,75, Stahloerein 88,75, AEG. 47,40, AKU. 65,40, BMW. 127,50, Conti Gummi 157,50, Scheideanstalt 235,50, Deutsche Linoleum 169,50, Licht und Kraft 133,50, Eßlingen 85,50, IG- Farbenindustrie 153,13 bis 153, Gesfürel 130, Goldschmidt 112, Hochtiefbau 113,50, Holzmann 93,50, Junghans 94, Mainkraft 95, Metallgesellschaft 116,50, Moenus 88,75, RWE. 134,50, Schuckert 128, Siemens 183, Schöfferhof- Binding 174,50, Schantung 84, Nordd. Lloyd 38,13.

Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt.

Frankfurt a. M., 16. Juli. Der Gemüse- mar k t hatte starke Zufuhren aller Art, nur Rot­kraut und Spinat war weniger vorhanden. lieber» stand verblieb in Gurken, Salat und Bohnen, für diese gaben auch die Preise nach, während sie sonst bei allgemein befriedigendem Geschäft unverändert blieben. U. a. notierten: Blumenkohl I 35 bis 60, II 10 bis 30, Bohnen gelb 18 bis 22, grün 12 bis 17, Erbsen 10 bis 15, Karotten Bündel 3% bis 4, Salatgurken (Treibhaus) 15 bis 30, 25 bis 26 holl., Einmachgurken 100 Stück 150 bis 200 für Salz­gurken, 70 bis 130 für Essiggurken, Kartoffeln, Erstlinge 7% bis 7%, Kopfsalat 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Rote Rüden Bündel 5 bis 8, Rotkraut 15 bis 16, Spinat 15 bis 20, Tomaten I 30 bis 35, II 25, Weißkraut 6 bis 7, Zwiebeln 8 bis 10, ägypt. 10 Pfennig.

Am Obftmarft waren ausreichende Zufuhren von Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Him­beeren und Stachelbeeren. Aprikosen, Pfirsiche und Frühbirnen wurden wenig angeboten. Nachfrage allgemein lebhaft, für Johannisbeeren lagen die Preise stark erhöht, im übrigen blieben sie unver­ändert. U. a. notierten: Aprikosen 35 bis 55, Bir­nen 18 bis 25, Zuckerbirnen 15 bis 20, Erdbeeren unfort 30 bis 50, Heidelbeeren 34 bis 36, Him­beeren 30 bis 40, Johannisbeeren 18 bis 22, Kir­schen I 30 bis 40, II 20 bis 28, Sauerkirschen 35 bis 40, Pfirsiche 30 bis 40, Stachelbeeren 16 bis 25.

Mainzer Schlachtviehmarkt.

Mainz, 16. Juli. Auftrieb: 10 Ochsen (zum Viehhof direkt 2), 14 (2) Bullen, 278 (10) Kühe, 107 (8) Färsen, 274 (26) Kälber, 778 (88) Schweine. Notiert wurden pro 50 kg Lebend­gewicht in Mark: Ochsen a) 42, b) 41, c) 36 bis 39,

Bullen a) 42, b) 40 bis 41. Kühe a) 42, b) 36 bis

41, c) 30 bis 35, d) 22 bis 29. Färsen a) 42, b) 40

bis 41, c) 38 bis 39. Kälber a) 58 bis 60, b) 50 dis

56, c) 42 bis 49, d) 30 bis 40. Schweine a) 53, b) 51 bis 53, c) 51 bis 53, d) 49 bis 52. Markt­verlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft. Kälber mittel, geräumt. Schweine lebhaft, ausverkauft.

Oie Unregelmäßigkeiten bei der Darmstädter Äolksbank. Das Reichsgericht verwirft die eingelegten

Revisionen.

LPD. Darmstadt, 16. Juli. Das Reichsgericht in Leipzig hat am Dienstag unter die Unregel­mäßigkeiten bei der Darmstädter Dolksbank den strafrechtlichen Schlußstrich gezogen. Sowohl der frühere zweite Geschäftsführer Becker wie auch der frühere Vorsitzende des Aufsichtsrates N o h l hatten Revision gegen das Urteil des Landgerichts Darmstadt vom 27. April letzten Jahres eingelegt. Becker war wegen genossenschaftlicher Untreue und wegen Bilanzverschleierung in Tateinheit mit Ver­gehen gegen die Reichsabgabenordnung mit einem Jahr und einem Monat Gefäng- n i s, Nohl wegen der gleichen Vergehen mit a ch t Monaten Gefängnis bestraft worden. Das Reichsgericht hat die Revision der beiden Angeklag­ten verworfen. Die genossenschaftliche Untreue sei vom Landgericht mit Recht darin gesehen worden, daß die Angeklagten bei der Kreditgewährung ohne besondere Vollmachten an Dritte in Kenntnis der Unsicherheit der erwachsenen Forderungen über Der- mögensstücke der Genossenschaft verfügt hätten. Das fei typisch die im § 146 des Genossenschaftsgesetzes mit Strafe bedrohte absichtliche Verfügung zum Nachteil. Es wäre sogar genossenschaftliche Untreue gewesen, wenn die Verfügungen schließlich erfolg­reich, also mit Gewinn geendet hätten, denn die An­geklagten hätten durch die Verfügung ins Ungewisse ja zunächst das Vermögen her Genossenschaft ge­fährdet.

Die Odenwälder Elfenbeinschnitzer erhalten einen WHW.-Auftrag.

LPD. Erbach (Odenwald), 16. Juli. Die Reichs­leitung des Winterhilfswerks teilte der Odenwälder Elfenbeinindustrie dieser Tage einen neuen Auf­

trag für Winterhilfsabzeichen zu. Gleichzeitig mit­beteiligt sind diesmal die Württemberger Elfenbein­schnitzer sowie die Kammacher von Ober-Ramstadt. Es sind neun Millionen K u n st h a r z - N a r zi s - s e n herzustellen, die im März nächsten Jahres als Abzeichen für das WHW. verkauft werden sollen. Das Abzeichen, das äußerst geschmackvoll ist, soll nicht als Maschinen - Massenerzeugnis hergestellt werden, sondern echte Handwerkerarbeit darstellen. In den kommenden Monaten erhalten Hunderte von Arbeitern durch diesen Auftrag Arbeit und Brot.

Heffen-Aaffauischer Kleinqärtnertag.

Lpd. Frankfurt, 15. Juli. Der Gau Hessen- Nassau im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands, der 145 Vereine mit über 30 000 Mitgliedern (darunter die Stadtgruppe Frankfurt a. M. allein 74 Vereine mit 16 000 Mitgliedern) umfaßt, hält am 4. August in der Stadthalle in Mainz eine große Kundgebung ab, in der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger sprechen wird. Außerdem wird der Führer des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinfiedler Deutschlands, Regierungsrat Dr. K e m m l e r, Re­ferent im Reichsernährungsministerium, wichtige Fragen des Kleingartenbaues behandeln. Die Klein­gärtnerorganisation legt Wert darauf, immer wie­der zu betonen, daß es grundsätzlich ihr Bestreben ist, den berufsständifchen Gärtner in jeder Weise zu schützen, auf keinen Fall aber eine Konkurrenz sein will, wie denn auch Kleingartengelände nur im Aus- maß des eigenen Bedarfs, im allgemeinen zu 2 bis 4 Ar, im Höchstfall aber nur 6 Ar, abgegeben»wird. Andererseits haben die Kleingärtnervereine wie überall im Reich, so auch im Gau Hessen-Nassau, eine systematische Schulung durchgemacht, damit die Kleingärten auch zweckmäßig bebaut werden und die Arbeit nicht nur allein eine Freude und angenehme Abwechslung zur Erholung, sondern im Ernstfall auch wirklich von Nutzen ist.

Amtsgericht Gießen.

Der am 22. Dezember 1892 geborene W. R. aus Gießen fuhr am 22. Februar dieses Jahres mit seinem Kraftwagen in Großen-Linden die Alte Heerstraße und hielt dabei beim Ausweichen in einer unübersichtlichen Kurve nicht die äußerste rechte Fahrbahn ein, so daß er mit einem anderen Wagen zusammenstieß. Durch Strafbefehl erhielt er 10 Mark Geldstrafe, die im Uneinbringlichkeits­falle mit zwei Tagen Haft zu verbüßen sind. Da­gegen legte der Angeklagte Einspruch ein. In der gestrigen Hauptoerhandlung wurde die Entscheidung auf eine Woche ausgesetzt.

Der H. Sch. aus Gießen wurde am 2. April 1935 dabei betroffen, wie er in der Hammstraße handelte, ohne im Besitz eines Hausiererlaubnis- scheins und eines Straßensteuerheftes zu fein. Außerdem war er der Hinterziehung der hessischen Urkunden und Stempel beschuldigt. Durch Straf­befehl wurde er mit 4 0 Mark Geldstrase be­legt. Der dagegen eingelegte Einspruch führte zur Herabsetzung der Strafe auf 22 Mark.

Freigesprochen wurde die A. B. aus Treis, die am 20. 2.1935 die Milch verfälscht haben sollte und deshalb durch Strafbefehl 60 Mark Geldstrafe er­hielt. In der gestrigen Hauptverhandlung konnte nicht einwandfrei bewiesen werden, daß sie als Täterin in Frage kam.

Große Strafkammer Gießen.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde der A. E. aus Beuern wegen fortgesetzter Verbrechen im Sinne des § 176, in Tateinheit mit § 174, § 73 RStGB. zu einem Jahr Gefängnis ver­urteilt.

Der R. K. aus Alsfeld wurde beschuldigt, einem Dollziehungsbeamten, der wegen Steuerrückstände pfänden sollte, mit Gewalt Widerstand ge­leistet zu haben. In erster Instanz wurde der Ange­klagte freigesprochen, da das Gericht die Tat­bestandsmomente des Widerstands nicht für gegeben erachtete. Die gegen dieses Urteil seitens der Staatsanwaltschaft eingelegte Berufung wurde kostenpflichtig verworfen.

Der Chr. Sch. aus Oppenrod wurde wegen Ver­brechens nach § 176 Ziffer 3 zu sechs Mona« t e n Gefängnis verurteilt.

Die Eheleute F. aus Ruhlkirchen waren beschul­digt, und zwar der Ehemann des Betrugs, die Ehe­frau wegen Verleitung zum Meineid. Der Mann er­litt feiner Zeit einen Unglücksfall. In dem darauf folgenden Prozeß mit der Berufsgenoffenschaft be­hauptete er, feit dem Unfall an epileptischen An­fällen zu leiden. Aus diese Weise verschaffte er sich eine Rente. Die Genossenschaft stellte jedoch nach­träglich fest, daß die Anfälle schon vor dem frag­lichen Unfall stattfanden. Die Ehefrau versuchte einen Zeugen zu beeinflussen, im Prozeß in ihrem Sinne auszusagen. Während in erster Instanz der Ehemann amnestiert und die Ehefrau freigesprochen j wurde, erhielten sie gestern -beide unter das Straf» 1 freiheitsgesetz fallende Strafen.

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Schluß­kurs

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Datum

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1827 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Boung-'Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit

Auslos.»Rechten .............

4/b% Deutsche Retchspostschatzan»

Weisungen von 1934, l.......

6% ef)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............

4Yi% ehem. Hessische Landesbank

Darmstadt Gold R. 12........

6J4% ehem. Hess. Landes-Hypo» thekenbank Darmstadt Stauf ...

4yt% ehem. 8% Darmst. Komm.

LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. An­

leihe Serie 1 mitAuslos.-Rechten

4Yi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 16 unkündbar bis 1935

iH% ehem. 4Yi% Franks. Hyp.» Bank-Liqu.-Psandbriese.......

5Vi% ehem. 4yt% Rheinische Hyp.-Bank-Stqu.-Goldpfe.....

4Yi% ehem. 8% Pr. Landespfand.

briefanflalt, Pfandbriefe R. 19 4Yi% ehem. 7% Pr. Landespfand.

briefansl., Gold Komm? Lbl.Vl Steuergutsch.Verrechnungsk. 85-89

4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente .......

% Ungarische Staatsrente v. 1910 4Yi% desgl. von 1913 .........

5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie 1.....................

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Datum

4% desgl. Serie 11 .............

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr%Rumän.vereinh.Rentev.l913

4% Rumänische vereinh. Rente .. L Yt% Anatolier ...............

Hamburg-Amertka-Paket .....o

Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd .........o

A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... o Deutsche Bank und Disconto»

Gesellschaft................o

Dresdner Bank..............o

Reichsbank ................ 12

A.E.G.......................

Betula.................... 10

Elektr. LieferungSgeseMchaft... 5 Licht und Kraft ........... ey

Reiten & Guilleaume......... 0

GeseUsch.s.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Clektrizilüt ........ 5

Rhein. Wests. Elektr........ g

Schuckert L Co............... 4

SiemensL Halske............ 7

Lahmeyer L Lo.......... 7

Buderus ....................

Deutsche Erdöl ............ 4

Gelsenkirchener.............. 0

Harpener ................. 0

Hoesch EisenKöln-Neuesse» .. 0 Ilse Bergbau ............... fl

Ilse Bergbau Genüsse........e

Klöcknerwerke ......... ty

Mannesmann-Röhrr» ........ (

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106,5 112,9

113,25 106,65

162,5 130,5 101,5 91,25

Datum

Mansfelder Bergbau......... 8

Kokswerke ..................5

Phönix Bergbau........ 0

Rheinische Braunkohlen ..... 12

Rheinstahl ................ ß/2

Vereinigte Stahlwerke........0

Olavi Minen ... ...........0

Kaliwerke Aschersleben........6

Kaliwerke Westeregeln........ 6

Kaliwerke Salzdetfurth.....iya

I. G. Farben-Jndustrie ....... 7

Scheideanstalt............ 9

Goldschmidt ................0

Rütgerswerke ....... 4

Metallgesellschaft..... 4

Philipp Holz mann ...........0

Zementwerk Heidelberg ......6

(Zementwerk Karlstadt......... 4

Schultheis Patzenhoser ....... 4

21hi (Allgemeine Kunstseide) .. 0

Bemberg................... 0

Zellstoff Waldhof ............0

Zellstoff Aschaffenburg ....... 0

Dessauer Gas ..............7

Daimler Motoren............0

Deutsche Linoleum ......... 6

Lrenstein L Koppel ........ 0

Westdeutsche Kaufhof.........0

Chade......................0

ölccumulatoren-Fabrik....... 12

Conti-Bumml...............8

® rinnet....................0

Mainkrastwerie Höchst L.W.... 4

Süddeutscher Zucka ......... 9

15 7

116,5

221

113

17,9

17,9

126

124

151

233

110,5

118,5

113,75

92,5 118,75

134,9

64,75

117 120,25 88,25

95,25

167,5

34,5

293,5

156,5

37,75 94

191

16 7

119,25

220,25

114,75

88,75

18,25

127

126

196

153

235,5

112

119,5

116,5

93,5

119,5

135

65,4

119

121,25

90

96

169,5

34,75

295,5

176,5

157,5

37,65

95

193

15 7

116,5

122

221,75 112,65

87,25

18

126

124 195,25

150,5

110 118,25 113,25

113,25

64,75

117

119,5

88,75

142,75

95

167,75 89,25

34,4

294 175,75

157

i 37,75 1191,25

16-7

118,75

123,4

221

114,5

88,5

18,5

128

126,5

198,5

152,75

112,25

120

116,25

114,75

65,13

119

122

90

138,25

96,13

170

90,5

35,25

295,5

176,25

158

38

1837b

Lombardzinsfuß 5 o H.

Deoifenmarfl Berlin Frankfurt a. 2U.

Banknoten.

15.3ull

16 3uH

Amtliche Kotierung

Amtliche Jlotierunq

Geld

25rle(

< Geld

Srlei

Buenos Bire.

0,658

0,662

0,658

0,662

Brussel ....

41,885

41,965 0,141

41,885

41,965

Rio de Ian.

0,139

0,139

0,141

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

54,85

54,95

54,77

54,87

Danzig.....

46,905

47,005

46,91

47,01

London .....

12,285

12,315

12,265

12,295

HeliingsorS..

5,415

16,405

5,425

5,41

5,42

Paris ......

16,445

16,41

16,45

Holland ....

168,88

169,22

168,87

169,21

Italien.....

20,50

20,54

20,50

20,54

iTaVan......

0,722

0,724

0,721

0,723

Ingouawten

5,684

5,696

5,684

5,696

Lsio..... :

61,74

61,86

61,65

61,77

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon ....

11,15

11,17

11,14

11,16

Stockholm...

63,33

63,45

63,25

63,37

Schweiz ....

81,19

81,35

81,19

81,35

Spanien....

33,97

34,03

34,02

34,08

Prag.......

10,375

10,34

10,30

Budapest ...

Reuyork...

2,479

2,483

2,476

2,480

___________3erlin,16 3ull__________

Geld

Brie

Amerikanische Noten..............

Belgische Noten..................

2,428

41,72

2,448

41,88

Dänische Noten ...

54,71

54,93

Englische Noten .................

12,23

12^27

Französische Noten ...............

16,37

16,43

Holländische Noten...............

168,45

169,13

Italienische Roten................

19'86

19,94

Norwegische Noten ..............

61,44

61,68

Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

-

Schwedische Noten...............

63,03

63 29

Schweizer Noten.................

80,96

81,28

Spanische Noten.................

33,66

jj,80

Ungarische Noten ................